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Geschäftsverlauf in den Segmenten

Steel in Zahlen
9 Monate
2007/2008
9 Monate
2008/2009
3. Quartal
2007/2008
3. Quartal
2008/2009
Auftragseingang Mio € 10.939 6.008 3.765 2.321
Umsatz Mio € 10.755 7.602 3.902 2.272
Ergebnis vor Steuern (EBT) Mio € 1.138 – 41 389 – 348
Mitarbeiter (30.06.)   40.733 39.321 40.733 39.321

Die globale Rezession hat auf dem Stahlmarkt und im Geschäft von ThyssenKrupp Steel tiefe Spuren hinterlassen. Infolge fallender Marktpreise für Stahlprodukte gaben die Erlöse des Segments Steel im Verlauf der ersten 9 Monate des Berichtsjahres nach. Der wertmäßige Auftragseingang nahm insgesamt um 45 % auf 6,0 Mrd € ab, wobei die Bestellmengen um 53 % rückläufig waren. Die mengenmäßige Nachfrage hat sich allerdings im 3. Quartal etwas gefestigt und war im Juni deutlich aufwärts gerichtet.

Im gesamten Berichtszeitraum waren Beschäftigungsanpassungen auf allen Produktionsstufen erforderlich. Im März 2009 ging der Hochofen 9 mit einer Tageskapazität von 4.500 t Roheisen außer Betrieb. Die drei weiteren Hochöfen fuhren im Minimalbetrieb. Auch der Hochofen A bei der Beteiligung Hüttenwerke Krupp Mannesmann wurde im Zusammenhang mit einer geplanten Neuzustellung vorübergehend stillgesetzt. Die nachgeschalteten Verarbeitungslinien reagierten mit Blockstillständen und passten ihre Tagesleistungen an die veränderte Marktlage an. Durch die Anpassungen wurden die Materialbestände kontinuierlich und deutlich reduziert.

Der Umsatz von Steel verminderte sich um 29 % auf 7,6 Mrd €. Dies war vor allem durch den Rückgang der Versandmengen um 37 % bedingt. Die durchschnittlichen Nettoerlöse sanken im Jahresverlauf, lagen dank des hohen Anteils von Langfristverträgen aber noch deutlich über den entsprechenden Erlösen in der Vergleichsperiode des Vorjahres.

Das Segment Steel wies in den ersten 9 Monaten 2008/2009 einen Verlust von 41 Mio € aus. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum wurde ein Gewinn von 1,1 Mrd € erwirtschaftet. Ursächlich war primär der Einbruch bei den Versandmengen. In allen Business Units waren die Nettoerlöse rückläufig. Hinzu kamen Vorratsabwertungen in Höhe von 54 Mio € sowie Restrukturierungsrückstellungen von rund 155 Mio €, die im Wesentlichen ein Anpassungsprogramm des Segments betrafen. Die kurzfristig eingeleiteten Kostensenkungsmaßnahmen – mit einem Gesamtpotenzial von 400 Mio € für das Geschäftsjahr 2008/2009 – haben zu einer deutlichen Ergebnisverbesserung beigetragen, konnten jedoch die marktbedingten Ergebnisrückgänge nicht ausgleichen.

Die Zahl der Mitarbeiter im Segment Steel ist deutlich zurückgegangen. Ende Juni 2009 waren 1.412 Mitarbeiter weniger beschäftigt als ein Jahr zuvor. Der stärkste Personalabbau fand im Bereich Metal Forming statt. Im gesamten Segment wurde seit Anfang 2009 – unter Einbeziehung der Verwaltungsbereiche – in erheblichem Umfang Kurzarbeit verfahren; insgesamt waren davon nahezu 20.000 Mitarbeiter betroffen.

Corporate

Die Business Unit Corporate umfasst die Verwaltungsfunktionen der ThyssenKrupp Steel AG und führt die Bauprojekte in Brasilien und den USA. Den Kosten für diese Projekte standen positive Effekte im Zusammenhang mit Währungsderivaten gegenüber, die insgesamt zu einem geringeren Verlust der Business Unit führten.

Steelmaking

Die Business Unit Steelmaking, zu der die gesamte Metallurgie in Duisburg sowie die Transportgesellschaften gehören, verzeichnete infolge des stark gesunkenen Fremdgeschäfts und verminderter Transportleistungen einen Umsatzrückgang. Es wurde ein spürbar niedrigerer Gewinn als im Vorjahr ausgewiesen. Die Rohstahlerzeugung einschließlich der Zulieferungen von der Beteiligung Hüttenwerke Krupp Mannesmann lag im Berichtszeitraum mit 6,7 Mio t um 38 % unter der vergleichbaren Vorjahresproduktion.

Industry

Der Umsatz der Business Unit Industry nahm vor allem infolge des stark rückläufigen Versands erheblich ab. Nach einem Gewinn im Vorjahr erwirtschaftete Industry einen Verlust. Die schlechte Beschäftigung in praktisch allen Abnehmerbranchen belastete massiv das Geschäft des Profit-Centers Industrie/Dienstleistungen/Services. Es entstand ein deutlicher Verlust. Gegen Ende der Berichtsperiode hat sich die Anfragetätigkeit aber in Teilbereichen des Marktes spürbar belebt, da viele Kunden ihre Bestände mittlerweile stark reduziert hatten. Davon profitierten insbesondere Stahlhandel und Service-Center, die kurzfristig auftretenden Bedarf bei uns decken. Ein niedrigeres Geschäftsvolumen als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum und ein negatives Ergebnis verzeichneten auch das Competence Center Color/Construction und Steel Service Europe. Bei sinkenden Erlösen war auch hier der starke Mengenrückgang die wesentliche Ursache. Bei Grobblech brach das Geschäft in den letzten Monaten noch stärker ein. Die sich verschärfende Lage in der Nutzfahrzeugindustrie und die anhaltend schlechte Beschäftigung im Schiffbau und Baumaschinensektor machten sich zunehmend bemerkbar. Der Gewinn war – wenn auch deutlich positiv – niedriger als im Vorjahr.

Auto

Die anhaltende Krise in der Automobilindustrie ließ den Umsatz der Business Unit Auto stark zurückgehen. Drastische Mengeneinbrüche als Folge niedrigerer Produktionszahlen in Deutschland und Europa konnten durch den hohen Anteil von Langfristverträgen lediglich abgefedert werden. Die Business Unit verzeichnete einen erheblichen Ergebniseinbruch. Die Division Auto der ThyssenKrupp Steel AG, auf die mehr als vier Fünftel des Umsatzes der Business Unit entfallen, war zunächst besonders stark von dem Produktionsrückgang der Automobilindustrie betroffen. Im letzten Quartal des Berichtszeitraums haben sich die Abrufe der Automobilkunden wieder leicht erhöht. Auch bei Tailored Blanks war der Umsatz mengenbedingt rückläufig, wenn auch weniger stark als in den übrigen Geschäften. Es wurde ein signifikanter Gewinnrückgang verzeichnet. Bei unseren Stahl-Service-Aktivitäten in Nordamerika ging der Absatz um mehr als die Hälfte zurück; nicht absehbare Produktionsstillstände bei wichtigen Kunden verschärften die ohnehin schwierige Situation. Umsatz und Gewinn waren niedriger als im Vorjahr.

Auch die Geschäftsentwicklung bei Metal Forming war weiterhin von der schwierigen Lage in der Automobilindustrie geprägt. Der Umsatz lag unter dem Vorjahreswert. Der Verlust war niedriger, wobei auch das Vorjahr durch einen erheblichen Umstrukturierungsaufwand belastet war.

Processing

Die Business Unit Processing umfasst unsere Aktivitäten bei Weißblech, Mittelband und kornorientiertem Elektroband. Umsatz und Gewinn gaben in Summe nach. Der Bereich Weißblech behauptete sich vergleichsweise gut; Umsatz und Gewinn nahmen aber gegenüber dem Vorjahr ab. Positive Erlöseffekte wurden durch Kostensteigerungen und Mengenrückgänge überlagert. Der Wettbewerb auf dem Markt für Verpackungsblech hat sich merklich verschärft, da Konkurrenten angesichts der relativ attraktiven Preise und stabilerer Nachfrage den Verpackungsblechmarkt für sich wiederentdecken. Deutlich schwieriger war das Geschäft im Bereich Mittelband, das wegen der starken Abhängigkeit von der Automobilzuliefer- und Kaltwalzindustrie vor allem in den ersten Monaten 2008/2009 dramatische Mengeneinbrüche verzeichnete. Im 3. Geschäftsjahresquartal verbesserte sich die Anfrage spürbar, was sich auch auf den Versand positiv auswirkte. Dennoch wurde – nach einem positiven Ergebnis im Vorjahr – ein Verlust erwirtschaftet. Im Verlauf der Berichtsperiode verschlechterte sich die Geschäftslage bei kornorientiertem Elektroband; der Umsatz ging mengenbedingt zurück, was Beschäftigungsanpassungen erforderlich machte. Der Gewinn war auch auf Grund stark sinkender Preise niedriger als im Vorjahr.

Stainless: Nachfrage- und Ergebniseinbruch

Stainless in Zahlen
9 Monate
2007/2008
9 Monate
2008/2009
3. Quartal
2007/2008
3. Quartal
2008/2009
Auftragseingang Mio € 5.883 2.992 1.732 1.207
Umsatz Mio € 5.726 3.191 1.933 1.030
Ergebnis vor Steuern (EBT) Mio € 86 – 826 93 – 204
Mitarbeiter (30.06.)   12.037 11.869 12.037 11.869

Bei ThyssenKrupp Stainless hat sich die Auftragslage wegen der rezessiven Marktentwicklung erheblich verschlechtert. Der mengenmäßige Auftragseingang lag in den ersten 9 Monaten 2008/2009 um 25 % unter dem vergleichbaren Vorjahresvolumen. Im Produktbereich Edelstahl Rostfrei sanken die Bestellmengen bei Kaltband um 30 %, bei Warmband hingegen stiegen sie um 15 %. Die Bestellungen von Nickellegierungen und Titan gaben mit einem Minus von 40 % bzw. 75 % deutlich nach. Wegen der ebenfalls gesunkenen Erlöse verminderte sich der wertmäßige Auftragseingang sogar um 49 % auf 3,0 Mrd €.

Die Gesamtlieferungen von Stainless erreichten im Berichtszeitraum 1.275.800 t. Der Rückgang um 28 % betraf sämtliche Produktbereiche. Geringere Versandmengen sowie niedrigere Basispreise und Legierungszuschläge verursachten einen Umsatzrückgang um 44 % auf 3,2 Mrd €.

Stainless erlitt in den ersten 9 Monaten des laufenden Geschäftsjahres im Vergleich zum Vorjahr einen drastischen Ergebniseinbruch um 912 Mio € auf -826 Mio €; alle Business Units befanden sich in der Verlustzone. Dieser nie zuvor in solchem Ausmaß eingetretene Ergebnisrückgang wurde durch einen dramatischen Nachfrageeinbruch im Handelsbereich sowie in allen Endkundensegmenten und Absatzregionen des Edelstahlmarktes ausgelöst. Dies führte zu einer extremen Unterauslastung der Produktionskapazitäten bei allen Edelstahlproduzenten. Das Segment Stainless reagierte darauf mit massiven Produktionsanpassungen und Bestandsreduzierungen. Die rezessive Marktlage im Edelstahlsektor wurde bis Ende des 2. Geschäftsjahresquartals von deutlich rückläufigen Basispreisen begleitet, was die negative Ertragslage weiter verschärfte. Die in diesem Marktumfeld erforderlichen Bestandsabwertungen in Höhe von 49 Mio € belasteten das Ergebnis zusätzlich. Darüber hinaus wurde das Ergebnis durch Wertminderungsaufwendungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen in Höhe von 108 Mio € beeinflusst. Im Zuge der seit Anfang April wieder anziehenden Nickelpreise sind erste Stabilisierungstendenzen auf den Edelstahlmärkten erkennbar, unterstützt durch eine Wiederauffüllung der auf Mindestbestände reduzierten Händlerläger. Ob die aktuelle Situation lediglich eine temporäre Marktberuhigung darstellt oder aber in eine nachhaltige Markterholung mündet, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht absehbar.

Auf die angespannte Ertragssituation hat Stainless umgehend reagiert. Neben dem konzernweiten Kostensenkungsprogramm ThyssenKrupp PLuS wurden weitere Maßnahmen eingeleitet. Dadurch konnte der Ergebniseinbruch abgemildert, aber nicht kompensiert werden. Zur Verbesserung der angespannten Liquiditätssituation wurde auch das laufende Investitionsprogramm einschließlich der Errichtung des amerikanischen Edelstahlwerks zeitlich verschoben. Um die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu sichern und die Ertragslage zu verbessern, wird darüber hinaus ein Performance- Steigerungsprogramm für das Segment umgesetzt.

Ende Juni 2009 beschäftigte Stainless 11.869 Mitarbeiter, 168 weniger als ein Jahr zuvor. Wegen der schlechten Auftragslage waren die Werke insbesondere im 1. Halbjahr des Geschäftsjahres deutlich unterausgelastet. In weiten Teilen des Segments musste daher nach Abbau von bestehenden Arbeitszeitkonten Kurzarbeit eingeführt werden; davon waren rund 5.200 Mitarbeiter betroffen.

ThyssenKrupp Nirosta

Wie bei den übrigen Rostfrei-Gesellschaften des Segments war die Lage bei ThyssenKrupp Nirosta im Berichtszeitraum durch die schwache Nachfrage im Handelsbereich sowie ein geringeres Endkundengeschäft geprägt. Erst gegen Ende des Berichtszeitraums zogen Auftragseingänge und Produktion wieder etwas an. Dennoch blieb die Entwicklung insgesamt negativ. Der rückläufige Versand und geringere Erlöse führten zu einem starken Umsatzeinbruch. Der drastische Verfall der Basispreise bei austenitischen und ferritischen Kaltflachprodukten und die massive Unterauslastung der Werke waren auch ausschlaggebend für den Ergebniseinbruch von ThyssenKrupp Nirosta. Die auf Grund des Rohstoffpreisverfalls notwendigen Bestandsabwertungen haben die Verluste zusätzlich erhöht. Die ergriffenen Maßnahmen zur Kosteneinsparung konnten den Ergebnisrückgang lediglich abmildern.

ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni

Die Geschäftsentwicklung bei der italienischen Business Unit ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni wurde ebenfalls von der stark rückläufigen Nachfrage im Edelstahlmarkt bestimmt. Dies bedingte erhebliche Produktionsrücknahmen und ließ in Verbindung mit einem schwächeren Erlösniveau den Umsatz signifikant zurückgehen. Auch ThyssenKrupp Titanium konnte auf Grund der schwachen Nachfrage aus den für das Unternehmen wichtigen Bereichen Luftfahrt und Anlagenbau die Werkskapazitäten nicht voll auslasten. Volle Läger bei geringem Verbrauch im Händler- und Endverbraucherbereich verschärften zusätzlich die Nachfragesituation. In diesem negativen Marktumfeld musste ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni einen massiven Verlust einschließlich notwendiger Bestandsabwertungen hinnehmen. Die stabile Ergebnisentwicklung im Schmiedebereich sowie die eingeleiteten Kostensenkungsprogramme konnten auch hier die negative Ergebnislage nur leicht entschärfen.

ThyssenKrupp Mexinox

Die rezessive Entwicklung auf dem US-amerikanischen und dem mexikanischen Markt führte bei ThyssenKrupp Mexinox zu einem erheblich geringeren Auftragseingang und Umsatz. Auch in Mexiko musste die Produktion deutlich heruntergefahren werden; es werden Kosteneinsparungsmaßnahmen implementiert. Massive Basispreisrückgänge sowie die durch den Rohstoffpreisverfall bedingten Bestandsabwertungen verursachten einen dramatischen Ergebnisrückgang.

Shanghai Krupp Stainless

Shanghai Krupp Stainless musste im Berichtszeitraum in dem von Überkapazitäten gekennzeichneten Marktumfeld gravierende Einbußen im Auftragseingang und Umsatz hinnehmen. Dies führte zu einer massiven Unterauslastung der Produktionskapazitäten. Die sehr niedrigen Versandmengen in Verbindung mit einem schwachen Preisniveau sowie erforderliche Bestandsabwertungen bedingten einen extremen Ergebniseinbruch. Die umgesetzten Kosteneinsparungsmaßnahmen konnten nur dämpfend auf den Ergebniseinbruch wirken.

ThyssenKrupp Stainless International

In der Business Unit ThyssenKrupp Stainless International verursachte die weltweit schwache Nachfrage ebenfalls deutlich niedrigere Auftragseingänge und Umsätze. Dies führte in Verbindung mit den durch den Rohstoffpreisverfall bedingten Bestandsabwertungen in den Service-Centern zu einem drastisch reduzierten Ergebnis.

ThyssenKrupp VDM

Auch im Bereich Nickellegierungen von ThyssenKrupp VDM sanken Auftragseingang und Umsatz unter das Niveau des Vergleichszeitraums. Kennzeichnend waren Auftragsverschiebungen und Stornierungen aus dem Luftfahrtbereich, ein gravierender Markteinbruch im Automotive-Bereich sowie zunehmende Verschiebungen industrieller Großprojekte im Anlagengeschäft. Die eingeleiteten Kostensenkungsmaßnahmen konnten den im Vorjahresvergleich deutlichen Ergebniseinbruch nur abschwächen.

Technologies: Rückläufige Auftragseingänge

Technologies in Zahlen
9 Monate
2007/2008
9 Monate
2008/2009
3. Quartal
2007/2008
3. Quartal
2008/2009
Auftragseingang Mio € 9.717 7.987 3.397 1.367
Umsatz Mio € 9.208 8.060 3.357 2.483
Ergebnis vor Steuern (EBT) Mio € 566 – 128 201 – 187
Mitarbeiter (30.06.)   54.334 49.349 54.334 49.349

Technologies erzielte in den ersten 9 Monaten des Berichtsjahres einen Auftragseingang von 8,0 Mrd €, der um 18 % unter dem hohen Niveau des Vorjahres lag. Dabei zeigten sich im 2. und 3. Quartal auch im Anlagenbau bei Investitionsentscheidungen der Kunden Unsicherheiten und Verzögerungen, die u.a. aus den finanziellen Engpässen im Bankenbereich, dem Verfall der Rohstoffpreise und den generellen Unsicherheiten im Markt resultierten. Umso erfreulicher waren in diesem schwierigen Marktumfeld die Einbuchung eines Großauftrags über eine Hochdruckpolyethylen-Anlage für Katar bei Plant Technology und bei Marine Systems die Paraphierung eines U-Boot-Großauftrags über sechs Materialpakete für die türkische Marine, der noch nicht im Auftragseingang enthalten ist. Im Automobilzuliefer und Baumaschinengeschäft war weiterhin keine signifikante Nachfragebelebung festzustellen. Das 3. Quartal lag auf dem niedrigen Niveau des Vorquartals und erheblich unter dem Wert des Vorjahres. Der Auftragsbestand von Technologies von 15,8 Mrd € zum 30. Juni 2009 stammt hauptsächlich aus dem längerfristigen Projektgeschäft und sichert hier zukünftige Umsätze.

Trotz deutlich höherer Umsatzrealisierungen aus dem Auftragsbestand bei Plant Technology lag der Umsatz des Segments mit 8,1 Mrd € nach 9 Monaten um 12 % unter dem Vorjahresniveau. Ursächlich waren ein starker Rückgang im Automobilzuliefer- und Baumaschinengeschäft, Portfolioveränderungen und geringere Umsätze bei Marine Systems.

Technologies wies nach 9 Monaten einen Verlust von 128 Mio € aus, zu dem Aufwendungen für Restrukturierungsrückstellungen in Höhe von 84 Mio € beigetragen haben. Insbesondere im 2. und 3. Quartal mussten beträchtliche negative Einflüsse bei Marine Systems u.a. aus hohen Restrukturierungsaufwendungen für Personalanpassungen, Auftragsstornierungen, möglichen Nachhaftungsrisiken aus dem zivilen Schiffbau und höheren Projektkosten im Yachtbau verkraftet werden. Hinzu kamen im Automobilzuliefer- und Baumaschinengeschäft stark rückläufige Umsätze, erhebliche Restrukturierungsaufwendungen, Abwertungen bei den lang- und kurzfristigen Vermögenswerten sowie Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften. Der Gewinn von Plant Technology übertraf das Niveau des Vorjahres.

Im Wesentlichen auslastungsbedingt ging die Zahl der Mitarbeiter um 4.985 zurück. Die Belegschaftsanpassungen betrafen hauptsächlich die Auslandsgesellschaften der Business Unit Mechanical Components, aber auch Marine Systems und Plant Technology verringerten die Belegschaft. Darüber hinaus wurden seit Beginn des Geschäftsjahres über 2.000 Mitarbeiter von Fremdfirmen nicht mehr beschäftigt. Zur Anpassung an die rückläufige Beschäftigung waren bis Juni 2009 rund 15.700 Mitarbeiter in Kurzarbeit.

Plant Technology

Die Auftragsentwicklung im Spezial- und Großanlagenbau von Plant Technology war im 2. und 3. Quartal 2008/2009 durch schwächere Auftragsvergaben – hervorgerufen durch Verzögerungen bei Investitionsentscheidungen der Kunden – geprägt, so dass im 9-Monats-Vergleich das hohe Auftragseingangsniveau des Vorjahres deutlich unterschritten wurde. Dies betraf alle Geschäftsfelder der Business Unit. Erfreulich war die Einbuchung eines Großauftrags zur Errichtung einer Hochdruckpolyethylen-Anlage mit einer Produktionskapazität von 300.000 Jahrestonnen im Bereich Chemieanlagenbau.

Auf Grund des hohen Auftragsbestands im Chemie- und Zementanlagenbau erzielte Plant Technology einen im Vergleich zum Vorjahr höheren Umsatz. Auch das hohe Gewinn-Niveau des Vorjahres wurde nochmals gesteigert.

Marine Systems

Mit den Großaufträgen über sechs Materialpakete zum Bau von U-Booten der Klasse 214 für Südkorea sowie über zwei Materialpakete der U-Boot-Klasse 212A für Italien konnte Marine Systems den Auftragseingang im Marineschiffbau bis Juni 2009 erheblich ausweiten. Zudem wurde am 02. Juli 2009 ein Abkommen über sechs Materialpakete zum Bau von U-Booten der Exportklasse 214 für die türkische Marine paraphiert. Die Montage und der Zusammenbau der mit Brennstoffzellentechnologie ausgerüsteten Boote erfolgen auf einer türkischen Werft. Der zivile Schiffbau musste dagegen im 3. Quartal erhebliche Stornierungen im Yachtenbereich und weitere Auftragsstornierungen im Containerschiffbau hinnehmen, die auf extrem gesunkene Frachtraten und Finanzierungsprobleme der Kunden zurückzuführen waren. Das rückläufige Welthandelsvolumen in der Seeschifffahrt wirkte sich auch in einem schwächeren Reparatur- und Servicegeschäft aus.

Der Umsatz von Marine Systems lag deutlich unter dem Vorjahresniveau. Nach einem Gewinn im Vorjahr wies die Business Unit einen erheblichen Verlust aus. Ursächlich waren negative Sondereffekte im 2. und 3. Quartal u.a. aus hohen Restrukturierungsaufwendungen für Personalanpassungen, Auftragsstornierungen von Containerschiffen und Yachten, möglichen Nachhaftungsrisiken aus dem zivilen Schiffbau sowie höheren Projektkosten im Yachtenbereich.

Mechanical Components

Die Business Unit Mechanical Components als Hersteller von Hightech-Komponenten für die Automobil- und Baumaschinenindustrie sowie für Anwendungen im allgemeinen Maschinenbau konnte in den ersten 9 Monaten das Auftragseingangsniveau des Vorjahreszeitraums nicht erreichen. Der starke Nachfrageeinbruch im Automobil- und Baumaschinengeschäft, aber auch im allgemeinen Maschinenbau führte zu beträchtlichen Auftragsrückgängen. Hiervon waren alle Bereiche betroffen, besonders stark jedoch das Geschäft mit Baumaschinenkomponenten und geschmiedeten Kurbelwellen. Hinzu kam ein struktureller Basiseffekt durch die Abgabe eines Unternehmens im 2. Quartal des vergangenen Geschäftsjahres.

Auch der Umsatz lag deutlich unter dem Wert des Vorjahres. Mechanical Components erzielte einen leichten Gewinn, der jedoch auf Grund der starken Umsatzrückgänge im 2. und 3. Quartal, beträchtlicher Restrukturierungsaufwendungen sowie Abwertungen lang- und kurzfristiger Vermögenswerte und des wegfallenden Ertrags aus einer Unternehmensveräußerung erheblich unter dem Niveau des Vorjahres lag. Wegen der rückläufigen Beschäftigung wurden eingeleitete Kostensenkungsmaßnahmen wie z.B. der Abbau von Leiharbeit und der Ausbau von Kurzarbeit, Einsparungen im Health-Care-Programm bei den nordamerikanischen Gießereien, aber auch ein starker Personalabbau der Belegschaft an ausländischen Standorten ausgeweitet.

Automotive Solutions

Die Business Unit Automotive Solutions liefert innovative Systemlösungen für die Automobilindustrie in den Anwendungsfeldern Lenkungen, Dämpfer, Karosserierohbau, Karosserie- und Fahrwerksteile sowie Montagesysteme für Motoren, Getriebe und Achsen. Die rückläufige Nachfrage in der Automobilindustrie, die sich auch im 3. Quartal des Geschäftsjahres fortsetzte, führte zu einem geringeren Auftragseingang und Umsatz, von dem alle Teilbereiche betroffen waren.

Die Business Unit geriet wegen des Nachfragerückgangs, hoher Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften, Abwertungen lang- und kurzfristiger Vermögenswerte sowie Restrukturierungsaufwendungen tief in die Verlustzone. Auch hier wurden vielfältige Maßnahmen zur Kostenreduzierung und Anpassung an die geringere Auslastung sowie an die strukturellen Veränderungen in der Automobilindustrie umgesetzt.

Transrapid

Transrapid erwirtschaftete einen geringeren Umsatz. Trotz Restrukturierungsaufwendungen zur Kapazitätsanpassung im 1. Quartal und höherer Abschreibungen wurde im Berichtszeitraum ein ausgeglichenes Ergebnis erzielt.

Elevator: Positive Entwicklung fortgesetzt

Elevator in Zahlen
9 Monate
2007/2008
9 Monate
2008/2009
3. Quartal
2007/2008
3. Quartal
2008/2009
Auftragseingang Mio € 4.254 3.937 1.324 1.186
Umsatz Mio € 3.559 3.964 1.211 1.328
Ergebnis vor Steuern (EBT) Mio € 301 465 92 163
Mitarbeiter (30.06.)   42.108 42.761 42.108 42.761

Das Segment Elevator hat in den ersten 9 Monaten des Berichtsjahres seine positive Entwicklung fortgesetzt. Der Auftragseingang ging als Folge der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise und des damit verbundenen Marktrückgangs im Neuanlagengeschäft im Vergleich zum Vorjahr um 7 % auf 3,9 Mrd € zurück. Dank der hohen Auftragseingänge im Vorjahr stieg der Umsatz jedoch um 11 % auf 4,0 Mrd €.

Das Ergebnis konnte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sowohl umsatz- als auch effizienzbedingt um 164 Mio € oder 54 % auf 465 Mio € gesteigert werden. Alle Business Units erzielten einen Gewinn.

Der Anstieg der Mitarbeiterzahl um 653 war vor allem eine Folge des wachsenden Geschäftsvolumens im Service- und Modernisierungsbereich sowie der verstärkten Präsenz in den Wachstumsmärkten China, Indien und Mittlerer Osten.

Central/Eastern/Northern Europe

Die Business Unit Central/Eastern/Northern Europe verzeichnete im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen spürbaren Rückgang des Auftragseingangs. Ursache war das schwierige Marktumfeld im Neuanlagengeschäft, insbesondere in Großbritannien und Osteuropa. Auch in Frankreich konnte der hohe Auftragseingang des Vorjahres – speziell im Modernisierungsbereich – nicht wiederholt werden. Der Umsatz der Business Unit profitierte hingegen von den hohen Auftragsbeständen und entwickelte sich positiv. Hierzu trugen insbesondere die französischen, deutschen und niederländischen Aktivitäten bei. Als Folge der Umsatzsteigerung konnte auch der Gewinn der Business Unit deutlich zulegen. Positiv beeinflusst wurde die Ergebnisentwicklung ebenfalls durch im Vergleich zum Vorjahr geringeren Restrukturierungskosten.

Southern Europe/Africa/Middle East

In der Business Unit Southern Europe/Africa/Middle East blieb der Auftragseingang in den ersten 9 Monaten des Geschäftsjahres leicht hinter dem Vorjahreswert zurück. Zuwächse in den Golfstaaten und in Portugal konnten Rückgänge bei den spanischen und südosteuropäischen Aktivitäten nicht vollständig kompensieren. Auch der Umsatz der Business Unit blieb leicht unterhalb des Vorjahresniveaus, was vor allem auf einen spürbaren Rückgang des Neuanlagenmarktes in Spanien zurückzuführen war. In der Golfregion wurde der Umsatz hingegen kräftig ausgeweitet. Das Ergebnis der Business Unit lag insbesondere wegen einer stabilen Ergebnisentwicklung bei den spanischen und portugiesischen Aktivitäten merklich über dem des Vorjahres. Außerdem trugen im Vergleich zum Vorjahr geringere Restrukturierungskosten zur positiven Gewinnentwicklung bei.

Americas

Die Business Unit Americas erreichte trotz positiver Wechselkurseffekte nicht den hohen Auftragseingang des Vorjahreszeitraums. Besonders bei den US-amerikanischen und kanadischen Aktivitäten ging der Auftragseingang als Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise spürbar zurück. Der Auftragseingang in Südamerika lag hingegen wieder auf dem Niveau des Vorjahres. Der Umsatz der Business Unit nahm dank der hohen Auftragseingänge im Vorjahr deutlich zu. Hierzu haben insbesondere die US-amerikanischen Aktivitäten beigetragen. Auch die übrigen Geschäfte konnten höhere Umsätze erzielen. Der Gewinn der Business Unit übertraf signifikant das Vorjahresniveau, was sowohl auf eine weitere Ausweitung des Servicegeschäfts als auch auf positive Wechselkurseffekte zurückzuführen war.

Asia/Pacific

Der Auftragseingang der Business Unit Asia/Pacific blieb leicht hinter dem Niveau des Vorjahres zurück. Während China und Südkorea kräftige Steigerungen verzeichneten, haben die Neubestellungen insbesondere in Australien sowie in Indien und Südostasien nachgelassen. Beim Umsatz erzielte die Business Unit im Vergleich zum Vorjahr einen erfreulichen Anstieg – getragen vor allem von den chinesischen und australischen Aktivitäten. Schwächer war hingegen die Umsatzentwicklung in Südkorea, bedingt durch einen Marktrückgang im Neuanlagengeschäft sowie deutlich negative Wechselkurseffekte. Im Gegensatz zum Vorjahr erzielte die Business Unit in den ersten 9 Monaten 2008/2009 ein positives Ergebnis.

Escalators/Passenger Boarding Bridges

Der Auftragseingang der Business Unit Escalators/Passenger Boarding Bridges blieb leicht unter dem Vorjahreswert. Während die Fahrtreppenaktivitäten das Vorjahresniveau verfehlten, stieg bei Fluggastbrücken der Auftragseingang beträchtlich, wesentlich getragen vom Großauftrag "Doha Airport (Katar)". Der Umsatz der Business Unit nahm deutlich zu. Insbesondere die chinesischen Fahrtreppenaktivitäten verzeichneten starke Umsatzzuwächse. Nach einem negativen Ergebnis im Vorjahr erzielte die Business Unit in den ersten 9 Monaten des laufenden Geschäftsjahres einen Gewinn. Hierzu haben sowohl die Bereiche Fahrtreppen als auch Fluggastbrücken mit positiven Ergebnissen beigetragen.

Accessibility

Die Business Unit Accessibility blieb in den ersten 9 Monaten des Geschäftsjahres weiterhin auf Wachstumskurs. Sowohl die europäischen als auch die US-amerikanischen Aktivitäten weiteten ihren Auftragseingang und Umsatz erheblich aus. Bei den US-amerikanischen Aktivitäten war der Anstieg allerdings allein auf den Erwerb der Gesellschaft The National Wheel-O-Vator im vergangenen Geschäftsjahr zurückzuführen. Das Ergebnis der Business Unit konnte das Niveau des Vorjahres nicht ganz erreichen. Ursache hierfür war ein Ergebnisrückgang bei den US-amerikanischen Geschäftstätigkeiten, der durch die schwierige Marktsituation bei Einfamilienhäusern bedingt war.

Services: Verluste im Lagergeschäft belasten das Ergebnis

Services in Zahlen
9 Monate
2007/2008
9 Monate
2008/2009
3. Quartal
2007/2008
3. Quartal
2008/2009
Auftragseingang Mio € 12.950 8.516 4.677 2.256
Umsatz Mio € 12.702 9.168 4.603 2.539
Ergebnis vor Steuern (EBT) Mio € 515 – 171 248 – 123
Mitarbeiter (30.06.)   46.506 43.620 46.506 43.620

Das Segment Services erzielte in den ersten 9 Monaten 2008/2009 einen Umsatz von 9,2 Mrd €, 28 % weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Dabei hat sich der Negativtrend bei Mengen und Erlösen gegenüber dem Rekordjahr 2007/2008 weiter fortgesetzt. Der Preisverfall verlangsamte sich allerdings gegen Ende des Berichtszeitraums; bei einigen Roh- und Werkstoffen waren eine Stabilisierung auf sehr niedrigem Niveau und teilweise sogar leichte Preissteigerungen festzustellen. Zum 30. Juni 2009 mussten jedoch Wertberichtigungen auf das Vorratsvermögen in Höhe von 65 Mio € vorgenommen werden.

Die erheblichen Ergebniseinbußen im Roh- und Werkstoffgeschäft konnten durch die Gewinne der anderen Bereiche bei Weitem nicht ausgeglichen werden, so dass das Segment das bisher schwächste Quartalsergebnis verzeichnete und den Verlust im laufenden Geschäftsjahr auf 171 Mio € ausweitete. Über die bisherigen Kostensenkungsmaßnahmen hinaus wurden weitere nachhaltige Anpassungsmaßnahmen eingeleitet.

Gegenüber dem Vergleichsstichtag beschäftigte das Segment am 30. Juni 2009 rund 2.900 Mitarbeiter weniger. Im laufenden Geschäftsjahr sind insbesondere durch die gute Auftragslage bei den Industrie- und Gerüstdienstleistungen in Brasilien, Nordamerika und Ägypten fast 2.400 Mitarbeiter zu Services gekommen. Beschäftigungsbedingt wurden gut 5.300 Arbeitsplätze im Segment abgebaut; dies betraf vor allem die automobilnahen Dienstleistungen in Deutschland sowie die Werkstoffdienstleistungen im Ausland. Von Kurzarbeit waren rund 4.800 Mitarbeiter betroffen.

Materials Services International

Die unverändert schlechten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen belasteten die Geschäftsaktivitäten der Business Unit Materials Services International in nahezu allen Produktbereichen. Dies galt gleichermaßen für Deutschland, West- und Osteuropa, Südamerika und Asien. Sowohl bei Absatz als auch bei Umsatz waren die Rückgänge empfindlich. Bonitäts- und sogar Existenzfragen auf Kundenseite rückten vielerorts in den Vordergrund. Hinzu kamen im Rahmen der Auftragsvergabe immer kürzere Bestellzyklen und kleinere Losgrößen. Die nach wie vor sehr verhaltene Nachfrage wurde im Laufe des Geschäftsjahres von einem massiven Preisverfall begleitet, der sich erst im 3. Quartal auf niedrigem Niveau abschwächte. Dies betraf Walzstahl, Edelstahl, aber auch NE-Metalle und Rohre. Insgesamt waren im Berichtszeitraum massive Abwertungen der Vorräte sowie Einbrüche der Margen zu verkraften. Schwach entwickelte sich das Kunststoffgeschäft, da die Bestellungen aus der Industrie und dem Bausektor spürbar zurückgingen. Insbesondere durch den massiven Preisverfall hat die Business Unit Materials Services International nach einem Gewinn im Vorjahr einen erheblichen Verlust erlitten.

Materials Services North America

Die seit Ende 2007 anhaltende Rezession in den USA und der damit verbundene Nachfrage- und Preisrückgang bei Qualitäts- und Edelstahl sowie NE-Metallen haben sich im Berichtszeitraum noch weiter verschärft. Entsprechend fiel der Umsatzrückgang in der Business Unit trotz der günstigeren Euro/ US-Dollar-Relation stärker aus als in der übrigen Welt. Auch die Ergebnissituation hat sich weiter verschlechtert; Materials Services North America verzeichnete einen nennenswerten Verlust.

Industrial Services

Die Business Unit Industrial Services hat das Umsatzniveau des Vergleichszeitraums leicht überschritten. Dennoch hinterlässt die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise ihre Spuren. Während sich die Gerüstdienstleistungen in Nordamerika exzellent weiterentwickelten, ging das Geschäft insbesondere mit der Automobilindustrie stark zurück. Sehr viel verhaltener zeigte sich das Dienstleistungsgeschäft mit der Energiewirtschaft und der Petrochemie. Auf Grund der unverändert schwachen Dienstleistungsaktivitäten für den Automobilbau und der damit verbundenen Restrukturierungsmaßnahmen hat Industrial Services den Gewinn des Vorjahres nicht wieder erreicht, schloss aber deutlich positiv ab.

Wie berichtet, soll die Business Unit Industrial Services veräußert werden. Die nicht zum Verkauf stehenden Bereiche Stahlwerksdienstleistungen sowie die Industriedienstleistungen in Brasilien wurden deshalb mit Beginn des Geschäftsjahres 2008/2009 der Business Unit Special Products zugeordnet.

Special Products

Auch die stets sehr erfolgreiche Business Unit Special Products bekam die Auswirkungen der globalen Krise zu spüren. Zu Beginn des Geschäftsjahres noch über dem Vorjahresumsatz, litt die Business Unit im weiteren Verlauf unter dem drastischen Einbruch sowie dem spürbaren Preisverfall im Rohstoffgeschäft und erreichte nicht mehr den Umsatz des Vorjahreszeitraums. Erst im 3. Quartal zogen die Preise auf Legierungsseite auf niedrigem Niveau etwas an. Beim Koks wurden die Geschäfte auf Grund der hohen Exportzölle zu einem großen Teil nur innerhalb Chinas getätigt. An eine Kokereibeteiligung vor Ort, deren Produktion derzeit ausgebaut wird, wurden verstärkt Rohstoffe geliefert. Die Aktivitäten im Walzstahl- und Rohrbereich sowie im Technischen Handel verzeichneten in den letzten Monaten einen deutlichen Rückgang im Auftragseingang, konnten sich aber im Vergleich zum exzellenten Vorjahr insgesamt gut behaupten. Trotz einer Abschwächung im 3. Quartal zeigte sich die Bau- und Gleistechnik stabil. Die brasilianischen Service-Aktivitäten setzten wiederum Akzente. Special Products erreichte nicht das sehr gute Vorjahresergebnis, erwirtschaftete jedoch den größten Gewinnbeitrag des Segments.

Bereich Corporate der ThyssenKrupp AG

Der Bereich Corporate umfasst die Konzernverwaltung einschließlich der konzerninternen Dienstleistungen sowie inaktive Gesellschaften, die sich nicht einzelnen Segmenten zuordnen lassen. Hinzu kommen die nicht betriebsnotwendigen Immobilien, die zentral im Bereich Corporate geführt und verwertet werden. Der Umsatz erreichte in den ersten 9 Monaten des Berichtsjahres 82 Mio € nach 83 Mio € im Vorjahr.

 

Das Ergebnis von Corporate lag bei -298 Mio €. Im Vorjahresvergleich ist das eine Veränderung um -7 Mio €, die hauptsächlich aus einem schlechteren Zinsergebnis auf Grund erhöhter Kreditaufnahmen resultiert. Gegenläufig wirkten Effekte aus den Cross-Currency-Swaps.

 

Die Position Konsolidierung enthält im Wesentlichen die Ergebnisse aus der Eliminierung der Konzernzwischengewinne.