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Zwischenabschluss

Konzern-Anhang

Die ThyssenKrupp Aktiengesellschaft („ThyssenKrupp AG“ oder „Gesellschaft“) ist eine börsennotierte Kapitalgesellschaft mit Sitz in Deutschland. Der vorliegende Konzern-Zwischenabschluss der ThyssenKrupp AG und ihrer Tochtergesellschaften („Konzern“) für den Zeitraum vom 01. Oktober 2008 bis 30. Juni 2009 wurde mit Beschluss des Vorstands vom 10. August 2009 zur Veröffentlichung freigegeben.

Der vorliegende verkürzte Konzern-Zwischenabschluss wurde gemäß § 37x Abs. 3 WpHG i.V.m. § 37w Abs. 2 WpHG sowie im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) und den diesbezüglichen Interpretationen des International Accounting Standards Board (IASB) für die Zwischenberichterstattung erstellt, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Demzufolge enthält dieser Abschluss zum Zwischenbericht nicht sämtliche Informationen und Anhangangaben, die gemäß IFRS für einen Konzernabschluss zum Ende des Geschäftsjahres erforderlich sind.

Der vorliegende verkürzte Konzern-Zwischenabschluss wurde einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Der Abschluss enthält nach Ansicht des Vorstands alle erforderlichen Anpassungen, die für eine den tatsächlichen Verhältnissen entsprechende Darstellung der Ertragslage zum Zwischenergebnis erforderlich sind. Die Ergebnisse der zum 30. Juni 2009 endenden Berichtsperiode lassen nicht notwendigerweise Rückschlüsse auf die Entwicklung zukünftiger Ergebnisse zu.

Im Rahmen der Erstellung eines Konzern-Zwischenabschlusses in Übereinstimmung mit IAS 34 „Interim Financial Reporting“ muss der Vorstand Beurteilungen und Schätzungen vornehmen sowie Annahmen treffen, die die Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen im Konzern und den Ausweis der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie der Erträge und Aufwendungen beeinflussen. Die tatsächlichen Beträge können von diesen Schätzungen abweichen.

Die im Konzern-Zwischenabschluss angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen denen des letzten Konzernabschlusses zum Ende des Geschäftsjahres. Eine detaillierte Beschreibung der Grundsätze der Rechnungslegung ist im Anhang zum Konzernabschluss unseres Geschäftsberichts 2007/2008 veröffentlicht.

Im Geschäftsjahr 2008/2009 hat das IASB die nachfolgend dargestellten für ThyssenKrupp relevanten Änderungen („Amendments“) zu bestehenden Standards herausgegeben, deren Anwendung noch die Übernahme ins EU-Recht („Endorsement“) erfordert:

Im März 2009 hat das IASB eine Änderung zu IFRS 7 „Financial Instruments: Disclosures” mit dem Titel „Improving Disclosures about Financial Instruments” veröffentlicht. Die Änderungen sehen erweiterte Anhangangaben zur Bewertung von Finanzinstrumenten zum beizulegenden Zeitwert und zu den Liquiditätsrisiken vor. Der geänderte Standard ist verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2009 beginnen; eine frühere Anwendung ist zulässig. Im ersten Jahr der Anwendung sind keine Vergleichsangaben erforderlich. Die erstmalige Anwendung bei ThyssenKrupp wird zu erweiterten Anhangangaben führen.

Im April 2009 hat das IASB im Rahmen des Annual Improvements Process-Projekts den zweiten Sammelstandard „Improvements to IFRSs“ veröffentlicht. Hierdurch werden an bestehenden zehn Standards und zwei Interpretationen insgesamt fünfzehn kleinere Änderungen vorgenommen. Soweit im Einzelfall nichts anderes geregelt, sind die Änderungen anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2010 beginnen; eine frühere Anwendung ist zulässig. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Anwendung der überarbeiteten Fassungen, sofern sie von der EU in dieser Form übernommen werden, einen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse haben wird.

Im Juni 2009 hat das IASB Änderungen zu IFRS 2 „Share-based Payment – Group Cash-settled Share-based Payment Transactions“ veröffentlicht, mit denen die Bilanzierung von anteilsbasierten Vergütungen mit Barausgleich innerhalb des Konzerns im Einzelabschluss einer Tochtergesellschaft klargestellt wird. Darüber hinaus werden mit der Änderung auch Regelungen in IFRS 2 aufgenommen, die bislang in IFRIC 8 „Scope of IFRS 2“ und in IFRIC 11 „IFRS 2 – Group and Treasury Share Transactions“ enthalten waren. Der geänderte Standard ist verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2010 beginnen; eine frühere Anwendung ist zulässig. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Anwendung der überarbeiteten Fassung, sofern sie von der EU in dieser Form übernommen wird, einen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse haben wird.

In den ersten 9 Monaten 2008/2009 tätigte der Konzern Akquisitionen, die jede für sich genommen nicht wesentlich waren und die sich in Summe auf Basis der Werte zum jeweiligen Erwerbszeitpunkt wie folgt auf den Konzernabschluss auswirkten:

Mio €
9 Monate 2008/2009
  Buchwerte
zum Erwerbs-
zeitpunkt
Anpassungen Zeitwerte
zum Erwerbs-
zeitpunkt
Firmenwert 0 18 18
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 0 7 7
Sachanlagen 1 0 1
Vorräte 1 0 1
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 6 0 6
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 1 0 1
Insgesamt erworbene Vermögenswerte 9 25 34
Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen 1 0 1
Passive latente Steuern 0 2 2
Kurzfristige Finanzschulden 1 0 1
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2 0 2
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 3 0 3
Insgesamt übernommene Verbindlichkeiten 7 2 9
Erworbenes Reinvermögen 2 23 25
Anteile anderer Gesellschafter     0
Kaufpreise (einschl. Anschaffungsnebenkosten)     25
davon: durch Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beglichen     13

Im Januar 2009 erwarb ThyssenKrupp den 25%igen Restanteil an der ThyssenKrupp Marine Systems AG, nachdem One Equity Partner (OEP), der bisherige Minderheitsgesellschafter der Werftengruppe, im Dezember 2008 die bestehende Put-Option ausgeübt hat. Die bilanziellen Auswirkungen des Erwerbs waren unwesentlich, da auf Grund der bestehenden Put-Option bereits 100 % der Anteile an der ThyssenKrupp Marine Systems AG konsolidiert wurden.

Darüber hinaus erfolgten im Rahmen der Portfoliobereinigung in den ersten 9 Monaten 2008/2009 Verkäufe, die jeder für sich genommen nicht wesentlich waren und die sich in Summe auf Basis der Werte zum jeweiligen Veräußerungszeitpunkt wie folgt auf den Konzernabschluss auswirkten:

Mio €
9 Monate 2008/2009
Sachanlagen 13
Vorräte 6
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 3
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 1
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 5
Insgesamt abgegebene Vermögenswerte 28
Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen 1
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 6
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 7
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 2
Insgesamt abgegebene Verbindlichkeiten 16
Abgehendes Reinvermögen 12
Anteile anderer Gesellschafter 3
Gewinn/(Verlust) aus den Verkäufen – 5
Verkaufspreise 4
davon: durch Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beglichen 4

Die Umsatzkosten der ersten 9 Monate 2008/2009 enthalten Wertberichtigungen auf das Vorratsvermögen in Höhe von 204 Mio €, die mit Ausnahme von Elevator alle Segmente betreffen. Daneben werden in den Umsatzkosten Wertminderungsaufwendungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen in Höhe von 137 Mio € ausgewiesen, von denen 56 Mio € das 3. Quartal 2008/2009 betreffen und die überwiegend aus den Segmenten Stainless und Technologies resultieren.

Management Incentivepläne

Im Januar 2009 gewährte ThyssenKrupp Wertrechte für die 7. Tranche des Mid Term Incentiveplans. Daneben sind im 2. Quartal 2008/2009 die im Rahmen der 4. Tranche des Mid Term Incentiveplans gewährten Rechte mit einer Zahlung von 23,5 Mio € abgerechnet worden. Insgesamt enthält das Ergebnis des 3. Quartals 2008/2009 Aufwendungen in Höhe von 0,8 Mio € aus dem Mid Term Incentiveplan (3. Quartal 2007/2008: 13,4 Mio €). Für die ersten 9 Monate 2008/2009 resultieren aus dem Mid Term Incentiveplan auf Grund der rückläufigen Entwicklung der wertbestimmenden Komponenten Erträge von 16,9 Mio € aus der Auflösung der entsprechenden Rückstellungen (9 Monate 2007/2008: Aufwendungen von 17,0 Mio €).

Aus dem Programm zum rabattierten Aktienkauf entstanden im 3. Quartal 2008/2009 keine Aufwendungen (3. Quartal 2007/2008: 3,7 Mio €) bzw. in den ersten 9 Monaten 2008/2009 Aufwendungen von 5,5 Mio € (9 Monate 2007/2008: 9,0 Mio €).

Auf Grund der im Vergleich zum 30. September 2008 wesentlichen Veränderungen der Zinssatz- und Planvermögenssituation im Zusammenhang mit der Krise auf den internationalen Finanzmärkten und den daraus resultierenden wesentlichen Veränderungen der Rückstellungen für Pensionen und Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen wurde unter Berücksichtigung dieser Effekte bei sonst unveränderten Prämissen eine Neubewertung der Rückstellungen für Pensionen und Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen zum 30. Juni 2009 vorgenommen.

Mio €
30.09.2008 30.06.2009
Rückstellungen für Pensionen 5.227 5.867
Rückstellungen für Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen 1.029 1.089
Sonstige pensionsähnliche Verpflichtungen 294 423
Insgesamt 6.550 7.379

Bei der Berechnung der Pensions- und Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen wurden folgende Zinssätze (=gewichteter Durchschnitt) zu Grunde gelegt:

in %
30.09.2008 30.06.2009
  Deutschland Übrige Länder Deutschland Übrige Länder
Diskontierungssatz für Pensionen 6,75 6,44 5,75 5,94
Diskontierungssatz für Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen (nur USA/Kanada) 6,97 6,19

Die Netto-Pensionsaufwendungen für Leistungszusagen setzen sich wie folgt zusammen:

Mio €
9 Monate 2007/2008 9 Monate 2008/2009 3. Quartal 2007/2008 3. Quartal 2008/2009
  Deutschland Übrige Länder Deutschland Übrige Länder Deutschland Übrige Länder Deutschland Übrige Länder
Dienstzeitaufwand: Barwert der im Geschäftsjahr hinzuverdienten Versorgungsansprüche 56 23 46 19 18 8 16 6
Zinsaufwand: Aufzinsung der bereits erworbenen Ansprüche 219 96 242 91 73 32 80 30
Erwarteter Kapitalertrag des Planvermögens – 9 – 105 – 10 – 77 – 3 – 35 – 4 – 25
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 0 0 12 0 0 0 12 0
Ertrag aus Plankürzungen und Planabgeltungen 0 0 0 – 1 0 0 0 0
Aufwand aus Leistungen aus Anlass der Beendigung von Arbeitsverhältnissen 0 0 0 8 0 0 0 0
Netto-Pensionsaufwendungen für Leistungszusagen 266 14 290 40 88 5 104 11

Die Netto-Aufwendungen für Zuschussverpflichtungen für die Gesundheitsfürsorgeleistungen für Pensionäre setzen sich wie folgt zusammen:

Mio €
9 Monate
2007/2008
USA/Kanada
9 Monate
2008/2009
USA/Kanada
3. Quartal
2007/2008
USA/Kanada
3. Quartal
2008/2009
USA/Kanada
Dienstzeitaufwand: Barwert der im Geschäftsjahr hinzuverdienten Versorgungsansprüche 8 6 3 1
Zinsaufwand: Aufzinsung der bereits erworbenen Ansprüche 44 50 15 16
Erwarteter Ertrag aus Erstattungsansprüchen – 3 – 4 – 1 – 1
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand – 1 – 25 – 1 0
Ertrag aus Plankürzungen und Planabgeltungen 0 – 20 0 0
Netto-Aufwendungen für Zuschussverpflichtungen für Gesundheitsfürsorgeleistungen für Pensionäre 48 7 16 16

Das Eigenkapital und die Anzahl der sich im Umlauf befindlichen Aktien veränderten sich wie folgt:

Tabelle: Eigenkapital

Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 23. Januar 2009 ist die ThyssenKrupp AG bis zum 22. Juli 2010 ermächtigt, für bestimmte vordefininierte Zwecke eigene Anteile bis zu insgesamt 10 % des derzeitigen Grundkapitals zu erwerben. Darüber hinaus wurde der Vorstand durch die Hauptversammlung ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats auf den Inhaber lautende Schuldverschreibungen im Gesamtnennbetrag von bis zu 2 Mrd € zu begeben und den Inhabern von Schuldverschreibungen Umtauschrechte auf insgesamt bis zu 50 Mio eigene, auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft zu gewähren (Wandelschuldverschreibungen). Die Ermächtigung gilt bis zum 22. Januar 2014.

Im Februar 2009 hat die ThyssenKrupp Finance Nederland B.V. im Rahmen des bestehenden Debt Issuance Programms eine „Dual Tranche“-Anleihe in einem Volumen von insgesamt 1,5 Mrd € unter der unbedingten und unwiderruflichen Garantie der ThyssenKrupp AG begeben. Die Anleihe wurde in zwei Tranchen mit einer 4-jährigen und einer 7-jährigen Laufzeit emittiert. Die 4-jährige Tranche hat ein Emissionsvolumen von 0,5 Mrd € und einen Zinskupon von 6,75 %, die 7-jährige Tranche ein Emissionsvolumen von 1 Mrd € und einen Zinskupon von 8,50 %.

Im April 2009 hat die ThyssenKrupp Finance Nederland B.V. das Volumen der von ihr im Februar 2009 begebenen und von der ThyssenKrupp AG unbedingt und unwiderruflich garantierten 6,75 % - 500 Mio € Anleihe aus 2009 / 2013 um 500 Mio € erhöht. Im Juni 2009 hat die ThyssenKrupp AG im Rahmen des bestehenden Debt Issuance Programms eine Anleihe im Volumen von 1 Mrd € mit einer Laufzeit von 5 Jahren und einem Zinskupon von 8,00 % begeben.

Die Anleiheemissionen dienen der Verlängerung des Fälligkeitenprofils der Finanzschulden sowie der Stärkung der Liquidität des Konzerns.

Bürgschaften und Garantien

Die ThyssenKrupp AG, deren Segmentführungsgesellschaften sowie in Einzelfällen auch deren Tochtergesellschaften haben Bürgschaften oder Garantien zu Gunsten von Geschäftspartnern oder Kreditgebern ausgestellt. Die in der nachfolgenden Tabelle dargestellten Verpflichtungen zeigen Haftungsverhältnisse, bei denen der Hauptschuldner kein konsolidiertes Unternehmen ist:

Mio €
Maximales
Haftungs-
volumen
30.06.2009
Rückstellung
30.06.2009
Anzahlungsgarantien 194 1
Gewährleistungs- und Vertragserfüllungs-garantien 79 0
Kreditaufträge 40 0
Restwertgarantien 45 1
Sonstige Haftungserklärungen 76 2
Insgesamt 434 4

Die Laufzeiten variieren je nach Art der Garantie von 3 Monaten bis zu 10 Jahren (z.B. bei Miet- und Pachtgarantien).

Grundlage für eine mögliche Inanspruchnahme durch den Begünstigten ist die nicht vertragskonforme Erfüllung von vertraglich eingegangenen Verpflichtungen durch die Gesellschaften, wie z.B. nicht rechtzeitige oder nicht ordnungsgemäße Lieferung, Nichteinhaltung von zugesicherten Leistungsparametern oder nicht ordnungsgemäße Rückzahlung von Krediten.

Alle durch die ThyssenKrupp AG oder die Segmentführungsgesellschaften ausgestellten oder in Auftrag gegebenen Bürgschaften oder Garantien erfolgen im Auftrag und unter Rückhaftung des jeweiligen aus dem zu Grunde liegenden Vertragsverhältnis entsprechend verpflichteten Unternehmens (Hauptschuldner). Besteht die Rückhaftung gegen einen Hauptschuldner, an dem ganz oder teilweise ein konzernfremder Dritter beteiligt ist, so wird mit diesem grundsätzlich die Stellung zusätzlicher Sicherheiten in entsprechender Höhe vereinbart.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risiken

Im Vergleich zum 30. September 2008 verringerte sich in den Segmenten Steel und Stainless das Bestellobligo für Investitionsvorhaben in Brasilien und Nordamerika um 1,6 Mrd € auf 3,1 Mrd €.

Schwebende Rechtsstreitigkeiten und Schadenersatzansprüche

ThyssenKrupp ist im Zusammenhang mit der Veräußerung von Unternehmen in gerichtliche und außergerichtliche Auseinandersetzungen verwickelt, die zu Rückerstattungen von Teilen des Kaufpreises, zur Gewährung von Schadenersatz oder zur Rückabwicklung führen können. Aus Anlagenbau-, Liefer- und Leistungsverträgen werden von Kunden und Subunternehmern Ansprüche erhoben. Bei einigen Rechtsstreitigkeiten haben sich die Ansprüche im Verlauf des Geschäftsjahres als unbegründet erwiesen, sind durch Vergleich beendet worden oder verjährt. Eine Reihe von gerichtlichen und behördlichen Verfahren ist noch anhängig. Kunden machen Schadenersatzansprüche im Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit von ThyssenKrupp geltend.

Darüber hinaus sind bei den sonstigen Verpflichtungen einschließlich schwebender Rechtsstreitigkeiten keine wesentlichen Veränderungen seit dem vorangegangenen Geschäftsjahresende eingetreten.

Die Nominalwerte und beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente des Konzerns stellen sich wie folgt dar:

Mio €
Nominalwert
30.09.2008
Beizulegender
Zeitwert
30.09.2008
Nominalwert
30.06.2009
Beizulegender
Zeitwert
30.06.2009
Derivative Finanzinstrumente        
Aktiva        
Währungsderivate inklusive eingebettete Derivate 5.696 213 4.433 217
Zinsderivate* 71 21 39 13
Warenderivate 1.273 292 523 102
Insgesamt 7.040 526 4.995 332
         
Passiva        
Währungsderivate inklusive eingebettete Derivate 6.804 368 3.117 141
Zinsderivate* 898 25 753 3
Warenderivate 823 152 426 60
Insgesamt 8.525 545 4.296 204
* inklusive Zins-/Währungsderivate

Die ESG Legierungen GmbH ist auf Grund der Tatsache, dass ein naher Familienangehöriger eines Vorstandsmitglieds als Geschäftsführer tätig ist, als nahe stehendes Unternehmen des Konzerns einzustufen. In den ersten 9 Monaten 2008/2009 hat der Konzern mit der ESG Legierungen GmbH einen Umsatz in Höhe von 0,3 Mio € aus dem Verkauf von Feinzink realisiert. Im gleichen Zeitraum wurden vom Konzern Zinklegierungen in Höhe von 19 T€ bezogen. Die Transaktionen erfolgten zu marktüblichen Konditionen. Zum 30. Juni 2009 bestanden keine offenen Positionen.

Die Heitkamp & Thumann Group mit Sitz in Düsseldorf sowie die Heitkamp Baugruppe mit Sitz in Herne sind auf Grund der Tatsache, dass ein Mitglied des Aufsichtsrats maßgeblichen Einfluss auf die Gruppen hat, als nahe stehende Unternehmen des Konzerns einzustufen. Im Zeitraum vom 16. November 2008 bis zum 30. Juni 2009 hat der Konzern mit der Heitkamp & Thumann Group einen Umsatz in Höhe von 9,5 Mio € aus dem Verkauf von Stahl- und Edelstahlwerkstoffen sowie aus der Erbringung von Industriedienstleistungen realisiert. Im gleichen Zeitraum wurden vom Konzern von der Heitkamp & Thumann Group Werkzeuge in Höhe von 0,2 Mio € und von der Heitkamp Baugruppe Leistungen in Höhe von 1,3 Mio € bezogen. Die Transaktionen erfolgten zu marktüblichen Konditionen. Zum 30. Juni 2009 hatte der Konzern aus der Geschäftsbeziehung mit der Heitkamp & Thumann Group Forderungen von 0,8 Mio € und Verbindlichkeiten von 1 T€ sowie aus der Geschäftsbeziehung mit der Heitkamp Baugruppe Forderungen von 4 T€ und Verbindlichkeiten von 0,6 Mio €.

In den ersten 9 Monaten 2008/2009 realisierte eine Konzerngesellschaft aus der in 2006/2007 erfolgten Beauftragung zur Modernisierung von Aufzügen im Wert von 2 Mio € durch eine zur Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung gehörende Einrichtung einen Umsatz in Höhe von 0,2 Mio €.

Segmentinformationen für die ersten 9 Monate 2007/2008 und die ersten 9 Monate 2008/2009 sowie für das 3. Quartal 2007/2008 und das 3. Quartal 2008/2009:

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Mio €
Steel Stainless Technologies Elevator Services Corporate Konsoli-
dierung
Konzern

9 Monate 2007/2008
               
Außenumsätze 9.611 5.083 9.133 3.556 12.198 69 0 39.650
konzerninterne Umsätze 1.144 643 75 3 504 14 – 2.383 0
Umsatzerlöse gesamt 10.755 5.726 9.208 3.559 12.702 83 – 2.383 39.650
Ergebnis vor Steuern 1.138 86 566 301 515 – 291 – 18 2.297

9 Monate 2008/2009
               
Außenumsätze 6.916 2.905 8.013 3.962 8.823 61 0 30.680
konzerninterne Umsätze 686 286 47 2 345 21 – 1.387 0
Umsatzerlöse gesamt 7.602 3.191 8.060 3.964 9.168 82 – 1.387 30.680
Ergebnis vor Steuern – 41 – 826 – 128 465 – 171 – 298 12 – 987

3. Quartal 2007/2008
               
Außenumsätze 3.494 1.711 3.317 1.210 4.431 18 0 14.181
konzerninterne Umsätze 408 222 40 1 172 5 – 848 0
Umsatzerlöse gesamt 3.902 1.933 3.357 1.211 4.603 23 – 848 14.181
Ergebnis vor Steuern 389 93 201 92 248 – 110 – 4 909

3. Quartal 2008/2009
               
Außenumsätze 2.095 943 2.471 1.327 2.453 10 0 9.299
konzerninterne Umsätze 177 87 12 1 86 12 – 375 0
Umsatzerlöse gesamt 2.272 1.030 2.483 1.328 2.539 22 – 375 9.299
Ergebnis vor Steuern – 348 – 204 – 187 163 – 123 – 87 14 – 772

Das Ergebnis je Aktie ("basic earnings per share") berechnet sich wie folgt:

Tabelle: Ergebnis je Aktie

Ermittlung der für die Kalkulation des Ergebnisses je Aktie relevanten Aktienanzahl

Das Ergebnis je Aktie ergibt sich aus der Division des den Aktionären der ThyssenKrupp AG zurechenbaren Periodenüberschusses bzw. -fehlbetrages durch die Anzahl der durchschnittlich im Umlauf befindlichen Aktien. Veräußerte oder zurückgekaufte Aktien während einer Periode werden zeitanteilig für den Zeitraum, in dem sie sich im Umlauf befinden, berücksichtigt.

Der gewichtete Durchschnitt der Aktien reduzierte sich in 2007/2008 durch den Erwerb eigener Aktien im Februar/März 2008 sowie im Juli/August 2008.

In den dargestellten Berichtsperioden gab es keine Verwässerungseffekte.

Nicht zahlungswirksame Investitionstätigkeiten

In den ersten 9 Monaten 2008/2009 ergab sich aus dem Erwerb und der Erstkonsolidierung von Gesellschaften ein Zugang von langfristigen Vermögenswerten in Höhe von 26 (9 Monate 2007/2008: 163) Mio €. Im 3. Quartal 2008/2009 beliefen sich diese Zugänge auf 1 (3. Quartal 2007/2008: 28) Mio €.

Der zahlungsunwirksame Zugang von Vermögenswerten aus Finance Lease betrug in den ersten 9 Monaten 2008/2009 9 (9 Monate 2007/2008: 38) Mio € bzw. im 3. Quartal 2008/2009 2 (3. Quartal 2007/2008: 7) Mio €.

Nicht zahlungswirksame Finanzierungstätigkeiten

In den ersten 9 Monaten 2008/2009 erfolgte durch den Erwerb und die Erstkonsolidierung von Gesellschaften ein Zugang von Brutto-Finanzschulden von 1 (9 Monate 2007/2008: 71) Mio €; im 3. Quartal 2008/2009 gab es keinen Zugang (3. Quartal 2007/2008: 1 Mio €).

Es lagen keine berichtspflichtigen Ereignisse vor.

URL: http://www.thyssenkrupp.com/financial-reports/08_09_q3/de/notes.html

Stand: 14.08.2009 Copyright © 2009 by ThyssenKrupp AG