Risikobericht
ThyssenKrupp ist im laufenden Geschäftsjahr erheblich von den Auswirkungen der Finanzkrise und den Effekten auf die Realwirtschaft betroffen. Dank dem systematischen und effizienten Risikomanagementsystem bleiben diese Risiken aber begrenzt und überschaubar. Bestandsgefährdende Risiken bestehen nicht. Auf die aktuellen gesamtwirtschaftlichen Risiken insbesondere in den für uns wichtigen Märkten der Auto-, Maschinenbau- und Bauindustrie reagieren wir mit einem umfangreichen Maßnahmenprogramm, indem wir in allen Konzernbereichen nachhaltige Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen umsetzen.
Vor dem Hintergrund der Finanzkrise stehen finanzwirtschaftliche Risiken wie das Liquiditäts- und das Kreditrisiko verstärkt im Fokus. ThyssenKrupp berücksichtigt und managt diese Risiken und steuert den Liquiditätsbedarf vorausschauend. Trotz des schwierigen Marktumfeldes steht die Finanzierung im Geschäftsjahr 2008/2009 auf einer gesicherten Basis. So konnte der Konzern im 2. Quartal des laufenden Geschäftsjahres eine neue Anleihe begeben und dadurch das Fälligkeitenprofil verbessern sowie die Liquiditätssituation weiter stärken. Allerdings konnte sich auch ThyssenKrupp nicht den aktuellen Marktbedingungen entziehen, die durch relativ hohe Risikoaufschläge für Fremdkapitalfinanzierungen gekennzeichnet sind.
Im Gegensatz zu den gestiegenen Risikoaufschlägen bei Neufinanzierungen wirken sich die Leitzinssenkungen positiv auf die Refinanzierungskosten aus, da sie über die ebenfalls gesunkenen Interbankenzinsen auch den Basiszins unserer bestehenden variablen Kreditlinien reduzieren.
Das Kreditrisiko (Ausfallrisiko) ergibt sich daraus, dass der Konzern bei Finanzinstrumenten, z.B. bei Geldanlagen, dem Risiko einer möglichen Nichterfüllung durch eine Vertragspartei ausgesetzt ist. Vor dem Hintergrund der Finanzkrise gewinnt das Ausfallrisiko zusätzlich an Bedeutung; wir steuern es deshalb durch unsere Geschäftspolitik mit besonderer Vorsicht. Finanzinstrumente im Finanzierungsbereich werden grundsätzlich nur mit Kontrahenten sehr guter Bonität unter Einhaltung vorgegebener Risikolimite abgeschlossen.
Darüber hinausgehende finanzwirtschaftliche Risiken wie das Währungs-, Zins- und Warenpreisrisiko werden durch den Abschluss derivativer Finanzinstrumente verringert. Bei Abschluss dieser Finanzinstrumente gelten ebenfalls restriktive Grundsätze zur Auswahl möglicher Kontrahenten.
Insbesondere in unseren Segmenten Steel und Stainless, aber auch in den Automobilzuliefer- und Schiffbauaktivitäten von Technologies bestehen auf Grund des verlangsamten Wachstums auf unseren Kernmärkten erhebliche Mengen- und Preisrisiken, die zu Anpassungsmaßnahmen zwingen. Durch Kurzarbeit in den betroffenen Bereichen und zusätzliche Maßnahmenprogramme wird die Wettbewerbsfähigkeit gesichert.
Die weltweite Präsenz von ThyssenKrupp in den verschiedenen Tätigkeitsfeldern Stahl, Industriegüter und Dienstleistungen verringert das Risiko, von einzelnen Absatzmärkten abhängig zu sein. Auch unsere guten und langjährigen Kundenbeziehungen sowie unsere hochqualifizierten und motivierten Mitarbeiter tragen dazu bei, die derzeitigen Risiken abzumildern.
Weiteren Unternehmensrisiken – beispielsweise Forderungsausfällen oder Veränderungen in politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen – begegnen wir intensiv durch ein zeitnahes Controlling und Monitoring. Der von Chrysler LLC in den USA eingereichte Antrag auf ein Insolvenzverfahren unter Chapter 11 hat auf den Konzern-Zwischenabschluss zum 31. März 2009 keine wesentlichen Auswirkungen gehabt. Darüber hinaus gelten die detaillierten Aussagen des Risikoberichts im Geschäftsbericht 2007/2008 weiterhin.
Über schwebende Rechtsstreitigkeiten und Schadenersatzansprüche sowie sonstige Risiken berichten wir unter Anhang-Nr. 07.




