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Zwischenlagebericht

Überblick über den Geschäftsverlauf im Konzern

Die konjunkturellen Rahmenbedingungen haben sich in den vergangenen Monaten stärker verschlechtert als erwartet. Die Weltwirtschaft befindet sich in einer tiefen Rezession. Der drastische Nachfrageeinbruch bei Stahl, Edelstahl und in der internationalen Werkstoffdienstleistung hat das Geschäft bei ThyssenKrupp erheblich belastet. Auch die Industriegüteraktivitäten zeigten in Teilbereichen – insbesondere im Automobilzuliefergeschäft und bei den Werften für den zivilen Schiffbau – eine rückläufige Entwicklung. Erfreulich und im Rahmen der Erwartungen blieb das Geschäft mit Aufzügen und Fahrtreppen. In diesem wirtschaftlichen Umfeld waren Umsatz und Ergebnis von ThyssenKrupp rückläufig. Der Umsatz verminderte sich im 1. Halbjahr 2008 / 2009 gegenüber dem Vorjahreswert um 16 %. Das Konzernergebnis vor Steuern fiel mit -215 Mio € um 1.603 Mio € geringer aus als im Vorjahr.

Die wesentlichen Kennzahlen für das 1. Halbjahr 2008 / 2009:

Für das Geschäftsjahr 2008 / 2009 erwarten wir einen deutlichen Rückgang bei Auftragseingang und Umsatz. Dies wird sich im Ergebnis niederschlagen. Preis- und Mengenrückgänge werden durch rückläufige Einsatzstoffpreise sowie ein umfangreiches zusätzliches Maßnahmenpaket zur Effizienzsteigerung nur teilweise kompensiert. Daneben werden zielgerichtete Anpassungen des Umlaufvermögens die Kapitalbindung signifikant reduzieren. Maßnahmen zur Reduktion bzw. Verschiebung des Investitionsprogramms werden umgesetzt.

ThyssenKrupp geht davon aus, das laufende Geschäftsjahr mit einem negativen Ergebnis vor Steuern und vor wesentlichen Sondereffekten – Restrukturierungsaufwand, Projektkosten und Impairment- Abschreibungen – abzuschließen. In Abhängigkeit von der weiteren gesamtwirtschaftlichen Entwicklung wird ein negatives Ergebnis vor Steuern und vor wesentlichen Sondereffekten in mittlerer bis höherer dreistelliger Millionen-Euro-Größe erwartet.

Das Ergebnis vor Steuern wird erheblich durch Restrukturierungsaufwand für unsere Kostensenkungsprogramme und die strategische Neuordnung belastet werden. Diese Maßnahmen werden entscheidend dazu beitragen, die künftige Ertragskraft des Konzerns erheblich zu stärken. Weitere wesentliche Belastungen des Ergebnisses vor Steuern erwarten wir durch die Projektkosten für die neuen Stahlwerke sowie durch mögliche weitere Impairment-Abschreibungen. Die Höhe der Sondereffekte lässt sich derzeit noch nicht zuverlässig abschätzen.

Weltwirtschaft: Konjunkturelle Talfahrt beschleunigt

Die Weltwirtschaft befindet sich in der schwersten Rezession seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Die vom US-Immobilienmarkt ausgehende Wirtschafts- und Finanzkrise hat sich in den Wintermonaten dramatisch verschärft und die konjunkturelle Talfahrt deutlich beschleunigt. In den großen Industrieländern ging die Wirtschaftsleistung zurück, und auch die Schwellen- und Entwicklungsländer büßten erheblich an Wachstumsdynamik ein. Die globale Nachfrageschwäche ließ die Rohstoffpreise zurückgehen. Die entsprechende reale Kaufkraftsteigerung in den Verbraucherländern konnte allerdings den konjunkturellen Abschwung nicht bremsen.

In den USA hat sich der gesamtwirtschaftliche Abschwung im vergangenen Jahr zunehmend verschärft. Die Eintrübung am Arbeitsmarkt, negative Vermögenseffekte sowie vermehrte Kreditbeschränkungen haben zuletzt zu einem rückläufigen privaten Konsum geführt. Noch deutlich stärker war der Rückgang bei den Anlageinvestitionen und im Wohnungsbau. Auch die japanische Wirtschaft ist in den Wintermonaten massiv geschrumpft. Ausschlaggebend waren drastisch verminderte Exporte in die USA, nach Europa und in die asiatischen Nachbarländer.

Europa befindet sich ebenfalls tief in der Rezession. Der Euroraum verzeichnete in den letzten Monaten einen starken Rückgang des Bruttoinlandsprodukts. Die Industrieproduktion musste erheblich zurückgefahren werden. Auf der Nachfrageseite zeigte sich der konjunkturelle Einbruch vor allem bei den Ausrüstungsinvestitionen und den Exporten. Auch die deutsche Wirtschaft ist im Herbst 2008 in eine schwere Rezession abgeglitten. Vor allem das Verarbeitende Gewerbe musste auf Grund der verschlechterten Auftragslage die Erzeugung erheblich drosseln; die Exporte und die Investitionen gaben beträchtlich nach.

Die Schwellen- und Entwicklungsländer konnten sich dem Sog der weltweiten Rezession nicht entziehen. Eine Reihe von asiatischen Ländern verzeichnete massive Exportrückgänge. Die chinesische Wirtschaft hat deutlich an Schwung verloren, und die Länder Lateinamerikas sind vor allem vom Fall der Rohstoffpreise bei sinkenden Lieferungen betroffen. Auch in Russland machte sich die Entwicklung auf den Rohstoff- und Energiemärkten negativ bemerkbar. In den übrigen Ländern Mittel- und Osteuropas hat sich die konjunkturelle Lage in den letzten Monaten ebenfalls dramatisch zugespitzt.

Alle für ThyssenKrupp wichtigen Branchen sind von der globalen Rezession betroffen. Im Einzelnen ergaben sich folgende Entwicklungen:

Auftragseingang und Umsatz stark rückläufig

ThyssenKrupp in Zahlen
1. Halbjahr
2007/2008
1. Halbjahr
2008/2009
2. Quartal
2007/2008
2. Quartal
2008/2009
Auftragseingang Mio € 27.354 20.529 14.084 7.642
Umsatz Mio € 25.469 21.381 13.199 9.859
EBITDA Mio € 2.280 906 1.197 142
Ergebnis vor Steuern (EBT) Mio € 1.388 – 215 742 – 455
Mitarbeiter (31.03.)   195.828 192.521 195.828 192.521

Die weltweite Rezession hat im Geschäft von ThyssenKrupp tiefe Spuren hinterlassen. Der Umsatz und vor allem der Auftragseingang haben sich im 1. Halbjahr 2008 / 2009 schwächer entwickelt. Insbesondere das 2. Geschäftsjahresquartal wies hohe Rückgänge auf.

Nach einem Minus von 3 % im 1. Quartal 2008 / 2009 verminderte sich der Auftragseingang im 2. Quartal um weitere 46 %. Insgesamt akquirierte ThyssenKrupp im 1. Halbjahr 2008 / 2009 neue Aufträge mit einem Wert von 20,5 Mrd €, dies sind 25 % weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Mit Ausnahme von Technologies verzeichneten alle Segmente geringere Neubestellungen. Bei Steel, Stainless und Services führten vor allem die schwächere Mengennachfrage im Werkstoffbereich sowie nachgebende Preise zu einem deutlichen Rückgang des Auftragseingangs. Elevator konnte nicht ganz an das Auftragsvolumen des Vorjahres anknüpfen; positiv entwickelten sich besonders das Aufzugsgeschäft in Südeuropa und im Mittleren Osten sowie das globale Geschäft mit Fahrtreppen und Fluggastbrücken. Technologies erzielte vor allem mit der Akquisition von Großaufträgen im Marineschiffbau ein höheres Bestellvolumen.

Der Konzernumsatz fiel im 1. Quartal um 6 % und im 2. Quartal 2008 / 2009 um 25 %. Für das 1. Halbjahr 2008 / 2009 ergibt sich ein Umsatzrückgang um 16 % auf 21,4 Mrd €. Vor allem Stainless, aber auch Steel und Services verzeichneten ein deutlich geringeres Geschäftsvolumen. Bei Stainless waren stark gesunkene Versandmengen sowie niedrigere Edelstahlpreise die Hauptursachen. Auch bei Steel fiel der mengenmäßige Absatz, der hohe Anteil von Langfristverträgen hat sich aber stabilisierend ausgewirkt. Bei Services wirkten sich Preis- und Nachfragerückgänge bei Roh- und Werkstoffen negativ aus. Technologies profitierte von gestiegenen Umsätzen im Anlagenbau, blieb insgesamt aber leicht unter Vorjahresniveau. Elevator hat seine positive Entwicklung fortgesetzt und konnte das Geschäft deutlich ausbauen.

Umsatz in Mrd €

Informationsgrafik: Umsatz in Mrd €

Ergebnis rückläufig

Das Ergebnis von ThyssenKrupp hat sich erheblich verschlechtert. Nach einem Gewinn von 240 Mio € im 1. Quartal musste im 2. Quartal ein Verlust von 455 Mio € verkraftet werden. Im 1. Halbjahr 2008 / 2009 hat sich damit das Ergebnis vor Steuern (EBT) im Vergleich zum Vorjahr um 1.603 Mio € auf -215 Mio € vermindert. Darin sind u.a. Vorlaufkosten für die neuen Werke in Brasilien und den USA in Höhe von 109 Mio €, Zuführungen zu den Restrukturierungsrückstellungen von 39 Mio € sowie Wertberichtigungen auf das Sachanlagevermögen bei Stainless und Technologies in Höhe von 76 Mio € enthalten. Daneben kam es zu Wertberichtigungen auf das Vorratsvermögen in Höhe von 239 Mio €, die im Wesentlichen auf die Segmente Stainless und Services entfielen.

Ergebnis vor Steuern (EBT) in Mio €

Informationsgrafik: Ergebnis vor Steuern (EBT) in Mio €

Ursache für den hohen Verlust im Segment Stainless waren ein außergewöhnlicher Nachfrageeinbruch und fallende Edelstahlpreise; der Verfall der Rohstoffpreise machte zudem erhebliche Vorratsabwertungen erforderlich. Wertberichtigungen und massive Ergebniseinbußen im Roh- und Werkstoffgeschäft führten auch bei Services zu einem negativen Ergebnis. Bei Steel fiel der Gewinn wegen rückläufiger Versandmengen und der Vorlaufkosten für die neuen Werke in Brasilien und den USA geringer aus. Auf Grund beträchtlicher Belastungen bei den Werften und rückläufiger Geschäfte im Automobil- und Baumaschinenbereich musste auch Technologies einen Gewinnrückgang hinnehmen. Einen guten Ergebnisbeitrag erzielte Elevator; in allen Business Units konnten die Erträge gesteigert werden.

Die Umsatzerlöse lagen im Berichtszeitraum um 4.088 Mio € oder 16 % unter dem Wert für den entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die Umsatzkosten verringerten sich um 2.411 Mio € oder 11 % und damit unterproportional im Vergleich zur Umsatzentwicklung. Wesentliche Ursache hierfür waren die im Vorjahresvergleich deutlich erhöhten Vorratsabwertungen, die den insgesamt umsatzbedingten Rückgang der übrigen Umsatzkosten teilweise kompensierten. In Summe verminderte sich das Bruttoergebnis vom Umsatz um 1.677 Mio €, verbunden mit einer Verringerung der Brutto-Umsatzmarge von 17 % auf 13 %.

Die Abnahme der Vertriebskosten um 57 Mio € resultierte hauptsächlich aus gesunkenen Aufwendungen für Verkaufsfrachten und Verkaufsversicherungen in den Segmenten Steel, Stainless und Services auf Grund der rückläufigen Geschäftsentwicklung. Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Erträge um 87 Mio € stand im Zusammenhang mit der Annullierung qualifizierter Währungssicherungen für geplante Rohstoffeinkäufe, da das Volumen der Rohstoffeinkäufe infolge der wirtschaftlichen Rezession zurückgegangen ist. Insgesamt um 36 Mio € erhöhte Zuführungen zu Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen im Personalbereich, insbesondere in den Segmenten Steel und Technologies, sowie um 17 Mio € niedrigere Verluste aus dem Abgang von langfristigen Vermögenswerten trugen wesentlich zum Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 11 Mio € bei. Der Rückgang des Ergebnisses aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen um 48 Mio € resultierte aus der im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum insgesamt rückläufigen Ergebnisentwicklung bei den betreffenden Beteiligungen. Die eingetretene Verschlechterung des Zinsergebnisses um 137 Mio € stand im Zusammenhang mit der im Vergleich zum Vorjahr erhöhten Netto-Finanzverschuldung. Für die Verbesserung des sonstigen Finanzergebnisses um 166 Mio € waren hauptsächlich um 78 Mio € verbesserte Kursergebnisse aus Finanztransaktionen sowie die im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 70 Mio € erhöhte Aktivierung von Bauzeitzinsen, die im Wesentlichen den Baufortschritt des Stahlwerks in Brasilien betraf, verantwortlich.

Nach Berücksichtigung der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag ergab sich ein Periodenfehlbetrag von 199 Mio €; im entsprechenden Vorjahreszeitraum wurde ein Periodenüberschuss von 937 Mio € erzielt. Unter Einbezug der auf Anteile anderer Gesellschafter entfallenden Verluste in Höhe von 38 Mio € verschlechterte sich das Ergebnis je Aktie für den Berichtszeitraum auf -0,35 €.

Netto-Finanzschulden und Investitionen

Die Netto-Finanzschulden lagen am 31. März 2009 bei 3.687 Mio €. Der Anstieg um 2.103 Mio € gegenüber dem 30. September 2008 steht maßgeblich unter dem Einfluss der globalen Rezession und der damit einhergehenden Belastungen des operativen Geschäfts, der Investitionen für unsere Großprojekte sowie der Dividendenzahlung.

Netto-Finanzschulden in Mio €

Informationsgrafik: Netto-Finanzschulden in Mio €

Im 1. Halbjahr 2008 / 2009 investierte ThyssenKrupp insgesamt 2.196 Mio €, 12 % mehr als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres. Davon wurden 1.994 Mio € für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte ausgegeben; auf den Erwerb von Unternehmen und Beteiligungen sowie auf andere finanzielle Vermögenswerte entfielen 202 Mio €.

Bau neuer Werke in Brasilien und den USA

Das Segment Steel arbeitet weiter an der Umsetzung seiner transatlantischen Wachstumsstrategie mit den drei Säulen Brasilien, Nafta und Europa. Die fundamentalen Gründe für diese strategischen Investitionen haben sich auch angesichts der gegenwärtigen Wirtschaftskrise nicht geändert. Von zentraler Bedeutung ist das im Bau befindliche Stahlwerk am Standort Santa Cruz im Bundesstaat Rio de Janeiro/Brasilien mit einer Jahreskapazität von 5 Mio t Rohstahl, das sehr kostengünstig produzieren und zugleich höchste Qualitätsstandards erfüllen wird.

Im November 2008 hat der Aufsichtsrat der Erhöhung des Investitionsbudgets auf rund 4,5 Mrd € zugestimmt. Die Wertschaffung des Projekts in Kombination mit dem Bauvorhaben in Alabama und dem Ausbauprogramm in Europa ist auch nach der Budgeterhöhung weiterhin gegeben. Per 31. März 2009 betrug der Wert der abgeschlossenen Verträge 4 Mrd €.

Zurzeit sind auf der Baustelle 22.000 Arbeiter mit der Errichtung der Anlagenkomplexe beschäftigt. In allen Teilbereichen laufen Stahlbau sowie mechanische und elektrische Montagen parallel. Auf Grund der aktuellen Situation am Stahlmarkt wird derzeit geprüft, die Inbetriebnahme des Werkes zu verschieben. Neben der Anpassung an die derzeitige weltwirtschaftliche Lage können durch diese zeitliche Streckung der Bauphase die Aufwendungen für Beschleunigungsmaßnahmen reduziert werden.

Die Rekrutierung des Personals für die künftige Produktionsphase ist weit fortgeschritten; Ende März 2009 arbeiteten 1.355 Mitarbeiter für ThyssenKrupp CSA in Brasilien.

Im europäischen Stamm-Markt will Steel seine Position stärken, indem die Verarbeitungs- und Veredelungsanlagen in Deutschland erweitert und modernisiert werden. Rund 40 % der künftig in Brasilien erzeugten Brammen sollen später nach Deutschland verschifft werden, um hier zu hochwertigen Fertigprodukten für anspruchsvolle Kunden verarbeitet zu werden. Die Investitionen für den Brammenumschlag im Hafen Walsum und zur Leistungssteigerung an vier Feuerbeschichtungsanlagen sind abgeschlossen. An den Warmbandstraßen Bochum und Beeckerwerth wurde eine Reihe von Umbaumaßnahmen realisiert. Weitere Investitionen im Warmbandbereich sind terminiert.

Im Herbst 2007 begann der Bau des neuen gemeinsamen Stahl- und Weiterverarbeitungswerks der Segmente Steel und Stainless nahe Mobile in Alabama/USA. Er wird für die Produktionslinien des Segments Steel planmäßig fortgeführt, während die Baumaßnahmen für Stainless zeitlich gestreckt werden. Steel wird im Werk Mobile über Warm- und Kaltwalz- sowie Veredelungsanlagen verfügen und Brammen aus der brasilianischen Produktion zu hochqualitativen Flachprodukten weiterverarbeiten. Die Warmwalzkapazität beträgt insgesamt über 5 Mio t jährlich. Die Realisierung des Projekts verläuft weitgehend planmäßig. Auch im Projekt Alabama wird auf Grund der derzeitigen weltwirtschaftlichen Lage eine Verschiebung der Inbetriebnahme, die bisher im Frühjahr 2010 vorgesehen ist, geprüft.

Der Aufsichtsrat hat im November 2008 einer Erhöhung der Investitionsbudgets für Steel auf 3,25 Mrd US-Dollar zugestimmt. Nach wie vor ist die Wertschaffung des Projekts gewährleistet. Der Wert der abgeschlossenen Verträge per 31. März 2009 betrug insgesamt mehr als 2,8 Mrd US-Dollar.

Aktuell sind auf der Baustelle rund 3.000 Arbeiter beschäftigt. Bei Warmbandstraße, Kaltwalzwerk und Feuerbeschichtungsanlagen schreiten die Betonarbeiten für Hallen und Maschinenfundamente weiter voran. Der Stahlbau der Versandhallen für Kaltband und feuerverzinkte Produkte ist abgeschlossen bzw. weit fortgeschritten; mit der Dacheindeckung wurde begonnen.

Vertriebs- und Marketing-Experten von Steel setzen ihre Arbeiten am Absatzkonzept für den nordamerikanischen Markt systematisch fort. Dabei wird auch die allgemeine wirtschaftliche Situation fortlaufend analysiert; mögliche Auswirkungen werden risikoorientiert bewertet. Zu potenziellen Schlüsselkunden haben wir zahlreiche Kontakte mit positiver Resonanz aufgebaut; diese werden unter Einbeziehung technischer Experten fortgesetzt. Zielgruppen sind die Automobil- und die Elektroindustrie, Stahl-Service-Center, Hersteller von Haushaltsgeräten sowie die Rohrindustrie, speziell für den Energiesektor.

Unsere Kunden in den USA für hoch anspruchsvolle Rostfrei-Flachprodukte werden derzeit überwiegend aus unserem Kaltwalzwerk in Mexiko beliefert. Die beschränkten Kapazitäten, hohe Logistikkosten und Dumping-Zölle auf US-Importe aus Mexiko für einen Großteil dieser Produkte führten 2007 zu der Entscheidung, in Verbindung mit dem Carbon-Steel-Werk in Mobile, Alabama, auch ein modernes, integriertes Rostfrei-Werk zu errichten. Im November 2008 hatte der Aufsichtsrat auch für das Rostfrei-Werk einer Erhöhung des Investitionsbudgets auf 1,4 Mrd US-Dollar zugestimmt.

Bislang lagen die Arbeiten zur Errichtung des Werkes vor dem Zeitplan. Stainless wird seine Investitionen jetzt jedoch vor dem Hintergrund der derzeitigen Nachfrageschwäche auf dem nordamerikanischen Edelstahl-Markt zeitlich strecken. Der Produktionsstart des Kaltwalzwerks verschiebt sich um etwa ein Jahr. Insbesondere die Inbetriebnahme der drei Walzgerüste und damit der Hochlauf des Kaltwalzwerks auf seine volle Kapazität werden gestreckt. Die Kaltbandproduktion soll nun im 4. Quartal 2010 beginnen. Dadurch wird es auch erforderlich, den Start des Hochlaufs für das Stahlwerk auf Anfang 2012 zu verschieben. In der Zwischenzeit kommt das Vormaterial für das Kaltwalzwerk in Mexiko sowie das anlaufende Kaltwalzwerk in Alabama weiterhin aus Europa. Der Umfang des Gesamtprojekts wird beibehalten. Dabei wird davon ausgegangen, dass die Rostfrei-Nachfrage auf dem nordamerikanischen Markt im Verlauf des Jahres 2010 wieder auf einen Wachstumskurs zurückkehrt.

Auf Grund der geplanten Verschiebung der Inbetriebnahme des Stahlwerks führt das Projektteam von ThyssenKrupp Stainless USA derzeit Neuverhandlungen mit den Lieferanten über eine spätere Lieferung der Anlagen und überarbeitet die Planung. Der Bau der Hallen für das Kaltwalzwerk wird fortgeführt und abgeschlossen. Nach ihrer Fertigstellung werden diese Gebäude genutzt, um bereits angelieferte Anlagenteile und Geräte einzulagern. Die eigentliche Montage der Anlagen beginnt später und wird zeitlich gestreckt.

Im Bereich der gemeinsamen Infrastruktur wird das im Bau befindliche Trainingszentrum planmäßig im September dieses Jahres fertiggestellt werden. Auch die Errichtung des Seehafenterminals in Mobile durch die Alabama State Port Authority macht gute Fortschritte.

URL: http://www.thyssenkrupp.com/financial-reports/08_09_q2/de/group_review.html

Stand: 12.05.2009 Copyright © 2009 by ThyssenKrupp AG