Finanz- und Vermögenslage
Analyse der Kapitalflussrechnung
Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Zahlungsmittelfonds entspricht der Bilanzposition "Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente".
Aus der operativen Geschäftstätigkeit ergab sich im Berichtszeitraum ein Mittelzufluss in Höhe von
623 Mio €, nach 833 Mio € im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die Verschlechterung des Operating Cash-Flow um 210 Mio € resultierte im Wesentlichen aus einem um 1.341 Mio € verminderten Periodenüberschuss vor Abschreibungen und Zuschreibungen im Zusammenhang mit langfristigen Vermögenswerten sowie vor latenten Steuern, dem eine um 1.048 Mio € verbesserte Mittelbindungssituation bei den operativen Aktiva und Passiva gegenüberstand.
Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit erhöhte sich um 280 Mio € auf 2.063 Mio €. Ursache hierfür waren insbesondere die um 227 Mio € auf 1.916 Mio € gestiegenen Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen einschließlich geleisteter Anzahlungen.
Der Free Cash-Flow, d.h. die Summe aus Operating Cash-Flow und Cash-Flow aus Investitionstätigkeit, wies wie im entsprechenden Vorjahreszeitraum einen negativen Wert auf. Im Vorjahresvergleich verschlechterte er sich um 490 Mio € auf -1.440 Mio €.
Der Mittelzufluss aus Finanzierungstätigkeit betrug im 1. Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres 2.412 Mio € nach einem Mittelabfluss von 700 Mio € im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Ursache hierfür waren insbesondere die um 2.644 Mio € erhöhte Aufnahme von Brutto-Finanzschulden sowie nur im Vorjahr zu berücksichtigende Auszahlungen von 523 Mio € für den Erwerb eigener Anteile.
Analyse der Bilanzstruktur
Insgesamt verminderte sich die Bilanzsumme gegenüber dem 30. September 2008 um 243 Mio € auf 41.399 Mio €.
Die langfristigen Vermögenswerte nahmen um insgesamt 1.835 Mio € zu. Dieser Anstieg resultierte im Wesentlichen aus der Erhöhung der Sachanlagen (946 Mio €), die insbesondere den Baufortschritt der beiden Großprojekte in Brasilien und in den USA betraf, und einer Zunahme der innerhalb der langfristigen sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerte hauptsächlich im Zusammenhang mit dem Bau des Stahlwerks in Brasilien erfassten geleisteten Anzahlungen auf Sachanlagen (356 Mio €). Darüber hinaus stiegen die latenten Steuern um 432 Mio €, was im Wesentlichen mit Verlusten im Zusammenhang steht, die sich erst zukünftig steuermindernd auswirken werden.
Die kurzfristigen Vermögenswerte verminderten sich insgesamt um 2.078 Mio €. Dieser Rückgang resultierte hauptsächlich aus deutlichen Abnahmen bei den Vorräten und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie aus einem Anstieg der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente.
Die Vorräte verringerten sich insgesamt um 1.055 Mio € auf 8.439 Mio €. Der Rückgang betraf insbesondere die Segmente Stainless (710 Mio €) und Services (492 Mio €) und resultierte aus einem mengenmäßigen Abbau der Vorräte verbunden mit deutlichen preisbedingten Abwertungen der Vorratsbestände.
Der starke Rückgang der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 1.954 Mio € betraf insbesondere die Segmente Steel (511 Mio €), Stainless (294 Mio €) sowie Services (675 Mio €) und stand im Zusammenhang mit der erheblich abgeschwächten Geschäftstätigkeit.
Der Anstieg der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente um 963 Mio € auf 3.688 Mio € ergab sich insbesondere aus der Netto-Aufnahme von Finanzschulden in Höhe von 3.105 Mio €, der ein auf Grund der abgeschwächten Geschäftstätigkeit und der hohen Investitionsausgaben negativer Free Cash-Flow (-1.440 Mio €) sowie Dividendenzahlungen (640 Mio €) gegenüberstanden.
Die Abnahme des Eigenkapitals um 1.307 Mio € auf 10.182 Mio € betraf mit 199 Mio € den im Berichtszeitraum erzielten Periodenfehlbetrag, Gewinnausschüttungen im Berichtszeitraum in Höhe von 640 Mio € sowie direkt im Eigenkapital erfasste Aufwendungen im Zusammenhang mit versicherungsmathematischen Verlusten aus der Pensionsbewertung in Höhe von 550 Mio € vor Steuern. Gegenläufig wirkten direkt im Eigenkapital erfasste Steuereffekte von 177 Mio €.
Die langfristigen Verbindlichkeiten erhöhten sich insgesamt um 4.106 Mio €. Hiervon entfielen 3.497 Mio € auf den Anstieg der langfristigen Finanzschulden sowie 517 Mio € auf den Anstieg der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen durch die zum 31. März 2009 vorgenommene Neubewertung als Folge der im Vergleich zum 30. September 2008 wesentlich veränderten Zinssatzsituation in Deutschland sowie rückläufiger Planvermögenswerte im Zusammenhang mit den negativen Entwicklungen auf den internationalen Finanzmärkten.
Die kurzfristigen Verbindlichkeiten nahmen um 3.042 Mio € ab. Verantwortlich für diesen Rückgang war insbesondere die erhebliche Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 2.269 Mio €; sie betraf im Wesentlichen die Segmente Steel (591 Mio €), Stainless (695 Mio €) sowie Services (711 Mio €) als Folge der stark rückläufigen Geschäftsentwicklung. Darüber hinaus erfolgte ein Abbau der kurzfristigen Finanzschulden um 406 Mio €. Die Abnahme der kurzfristigen sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten um 452 Mio € resultierte hauptsächlich aus einem Abbau der Verbindlichkeiten gegenüber der Belegschaft sowie aus der Ausübung der Put-Option durch One Equity Partner (OEP) im Zusammenhang mit dem Erwerb des 25%igen Restanteils an der ThyssenKrupp Marine Systems AG.