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Zwischenlagebericht

Geschäftsverlauf in den Segmenten

STEEL IN ZAHLEN
1. Quartal 2007/2008 1. Quartal 2008/2009
Auftragseingang Mio € 3.188 2.036
Umsatz Mio € 3.214 2.925
Ergebnis vor Steuern (EBT) Mio € 353 251
Mitarbeiter (31.12.)   39.922 40.753

Das Segment Steel ist in den Sog der weltweiten Rezession geraten. Im 1. Quartal 2008 / 2009 verringerte sich der wertmäßige Auftragseingang im Vorjahresvergleich um 36 % auf 2,0 Mrd €. Dies war eine Folge des massiven Einbruchs der Bestellmengen: Die Buchungen gingen um 56 % zurück, wobei die Kaufzurückhaltung im Verlauf des Quartals immer stärker wurde. Um die Produktion kostenintensiver Metallurgiestufen möglichst konstant zu halten, hat die ThyssenKrupp Steel AG zunächst die Brammenzukäufe am freien Markt eingestellt. In den nachgeschalteten Verarbeitungslinien für Warmband sowie kaltgewalzte und beschichtete Flachprodukte wurde ab November die Anzahl der Schichten gekürzt und die Stillstände wurden für notwendige Umbau- und Reparaturarbeiten genutzt. Im Dezember, schwerpunktmäßig über den Jahreswechsel, erfolgten in der gesamten Produktion – bis auf technische Notwendigkeiten – Stillstände. Dies galt auch für eine Reihe von Tochtergesellschaften. Wegen der Stillstände in den Verarbeitungslinien war zum Quartalsende auch die Produktion in den Stahlstufen zu drosseln.

Der Umsatz verminderte sich um 9 % auf 2,9 Mrd €, was auf die um ein Viertel reduzierten Versandmengen zurückzuführen war. Positiv wirkte das höhere Erlösniveau in den Langfristverträgen. Aber auch in Quartalsgeschäften waren die Erlöse höher als in der Vergleichsperiode des Vorjahres. Der Gewinn vor Steuern lag mit 251 Mio € um 102 Mio € unter dem Vorjahresergebnis, was am starken Rückgang der Versandmengen, insbesondere in den Business Units Industry und Auto, lag.

Die Zahl der Mitarbeiter im Segment Steel hat sich im Jahresvergleich erhöht. Dies war bedingt durch den Aufbau der neuen Gesellschaften in Brasilien und den USA sowie die erstmalige Vollkonsolidierung der TWB-Gruppe in den USA zum 01. März 2008.

Corporate

Die Business Unit Corporate umfasst die Verwaltungsfunktionen der ThyssenKrupp Steel AG und führt die Bauprojekte in Brasilien und den USA. Der Verlust war etwa so hoch wie im Vorjahr und durch die Vorlaufkosten für das Stahlwerk in Brasilien und das Weiterverarbeitungswerk in Alabama begründet.

Steelmaking

Die Business Unit Steelmaking umfasst die gesamte Metallurgie in Duisburg sowie die Transportgesellschaften. Die Rohstahlerzeugung einschließlich der Zulieferungen von den Hüttenwerken Krupp Mannesmann ging im 1. Quartal 2008 / 2009 um 14 % auf 3,2 Mio t zurück. Es ergab sich ein deutlicher Gewinnrückgang.

Industry

Die Business Unit Industry verzeichnete bei rückläufigem Versand einen niedrigeren Umsatz und auf Grund realisierter Kostenreduzierungen einen leicht höheren Gewinn. Im Heavy Plate Profit-Center (Grobblech) blieb der Absatz erfreulich konstant. Bei gestiegenem Umsatz lag das Ergebnis über dem Vorjahresniveau. Das Competence Center Color/Construction konnte Umsatz und Ergebnis ausbauen; der Versand war jedoch auch hier rückläufig. Vor allem die Neubuchungen von Kunden aus der Hausgeräteindustrie und der Bauwirtschaft sind erheblich zurückgegangen. Der starke Wettbewerbsdruck ließ zudem die Marktpreise deutlich sinken. Unter drastischen Mengeneinbrüchen litten die europäischen Stahl-Service-Center. Die niedrigere Produktion der Automobilhersteller hatte die Geschäfte der Zulieferindustrie einbrechen lassen. Der Umsatz der Service-Center war daher stark rückläufig, und ihr Ergebnis war negativ.

Auto

Vor dem Hintergrund der Krise in der Automobilindustrie erwirtschaftete die Business Unit Auto einen geringeren Umsatz und Gewinn. Ursächlich war der alle Märkte und Kunden betreffende Mengeneinbruch. Die einzelnen Geschäftsbereiche wiesen dabei unterschiedliche Entwicklungen auf. Beim Umsatz der Division Auto der ThyssenKrupp Steel AG konnten die positiven Preiseffekte aus den Jahreskontrakten die geringere Nachfrage nicht kompensieren. Der Gewinn fiel auf Grund eingetretener Kostensenkungen höher aus als im Vorjahr. Auch Tailored Blanks verzeichnete eine rückläufige Versandmenge, konnte aber den Umsatz erlösbedingt leicht ausweiten. Das Ergebnis reduzierte sich jedoch signifikant. Die Stahl-Service-Aktivitäten in Nordamerika mussten infolge von Produktionsstillständen in der Automobilindustrie Mengeneinbußen hinnehmen, während die Erlöse über dem Vorjahresniveau lagen. Der Umsatz blieb annähernd konstant, der Gewinn wurde sogar gesteigert. Auch die Geschäftsentwicklung bei Metal Forming war stark von Kürzungen und Stillständen in der Automobilbranche geprägt. Auf Grund der geringeren Abrufe ging der Umsatz zurück, wovon die ausländischen Gesellschaften überproportional betroffen waren. Der Verlust nahm deutlich zu, auch auf Grund nachlaufender Restrukturierungsaufwendungen im Bereich Metal Forming in Höhe von 9 Mio €.

Processing

Die Business Unit Processing umfasst unsere Aktivitäten bei Tinplate (Weißblech), Medium-wide Strip (Mittelband) und GO-Electrical Steel (kornorientiertes Elektroband). Der Umsatz gab leicht nach, und das gute Vorjahresergebnis konnte nicht gehalten werden. Dabei entwickelten sich die einzelnen Geschäfte sehr unterschiedlich. Bei Weißblech war entgegen dem allgemeinen Stahlmarkttrend noch keine Bedarfsreduzierung spürbar, so dass sich das hohe Absatzniveau des Vorjahres annähernd halten ließ. Höhere Erlöse führten sogar zu einem moderaten Umsatzanstieg; das Ergebnis konnte verbessert werden. Deutlich schwieriger war das Geschäft mit Mittelband, das wegen der Abhängigkeit von der Automobilzuliefer- und Kaltwalzindustrie starke Mengeneinbrüche verzeichnete. Umsatz und Ergebnis blieben deshalb unter Vorjahreshöhe. Im Bereich Elektroband erreichte der Umsatz das Vorjahresniveau, der Gewinn ging jedoch zurück.

Stainless: Gravierender Ergebniseinbruch

Stainless in Zahlen
1. Quartal 2007/2008 1. Quartal 2008/2009
Auftragseingang Mio € 2.150 966
Umsatz Mio € 1.838 1.173
Ergebnis vor Steuern (EBT) Mio € – 45 – 249
Mitarbeiter (31.12.)   12.075 12.167

ThyssenKrupp Stainless verzeichnete im 1. Quartal 2008 / 2009 auf Grund des drastisch verschlechterten Marktumfeldes einen massiven Rückgang der Auftragseingänge. Die Bestellmengen fielen um 50 % auf 337.000 t. Wegen der gesunkenen Erlöse reduzierte sich der wertmäßige Auftragseingang sogar um 55 % auf 966 Mio €. Die geringere Nachfrage betraf nahezu das gesamte Produktspektrum: Bei Kaltband sank der mengenmäßige Auftragseingang um 53 %, bei Warmband um 49 % und bei Nickellegierungen um 27 %; lediglich bei Titan stieg er leicht um 4 % an.

Die Gesamtlieferungen von ThyssenKrupp Stainless lagen im Berichtszeitraum bei 408.000 t und damit um 26 % unter Vorjahresniveau. Der Rückgang betraf insbesondere Rostfrei-Kaltband. Der Versand von Rostfrei-Warmband sank leicht, während Nickellegierungen und Titan zulegen konnten. Der Umsatz von ThyssenKrupp Stainless sank im 1. Quartal 2008 / 2009 um 36 % auf 1,2 Mrd €. Hauptursachen dafür waren die geringeren Versandmengen sowie niedrigere Legierungszuschläge und Basispreise.

Stainless verzeichnete einen Verlust von 249 Mio €. Alle Business Units wiesen ein negatives Ergebnis aus. Auslöser für diesen gravierenden Ergebniseinbruch um insgesamt 204 Mio € waren insbesondere Vorratsabwertungen in Höhe von 194 Mio €, die durch den weiteren Preisverfall der für die Edelstahlherstellung typischen Rohstoffe wie Nickel, Chrom und Molybdän notwendig wurden. Durch ein optimiertes Bestandsmanagement konnten sie nur bedingt abgemildert werden. Darüber hinaus führte der starke Abwärtstrend bei den Rohstoffpreisen zu einer weiteren Verunsicherung und Kaufzurückhaltung der Marktteilnehmer. Der lagerhaltende Handel und die Service-Center bemühten sich um verstärkten Abbau ihrer Bestände und reduzierten ihre Nachdispositionen auf ein Minimum. Als Folge dieser ausgeprägten und bisher nicht gekannten Nachfrageschwäche sanken die Basispreise auf ein Niveau, das teilweise noch unter dem des bereits schwachen Vorjahresquartals lag.

Auch erneut gestiegene Stromkosten insbesondere in Italien und Deutschland belasteten das Ergebnis. In allen Business Units haben wir Maßnahmen eingeleitet, die Kosten zu reduzieren und die Kapazitäten an die geringere Auslastung anzupassen. So wurden während der Produktionsstillstände Urlaubstage und Arbeitszeitkonten abgebaut, Zeitarbeitsverträge wurden nicht verlängert, fremdvergebene Dienstleistungen wurden durch Stammpersonal übernommen, und teilweise wurde auch bereits Kurzarbeit vereinbart.

Das Segment Stainless beschäftigte zum Ende des 1. Quartals 92 Mitarbeiter mehr als ein Jahr zuvor. Der Zuwachs resultierte im Wesentlichen aus dem notwendigen Personalaufbau um 163 Mitarbeiter für das künftige Edelstahlwerk in den USA, der Einstellung von 31 Auszubildenden bei ThyssenKrupp Nirosta und kleineren Veränderungen durch den Ausbau der Anarbeitungskapazitäten. Dieser Aufbau wurde teilweise kompensiert durch eine Reduzierung des Personals in mehreren Business Units, insbesondere bei ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni im Zuge der laufenden Reorganisation durch Schließung des Standortes Turin.

ThyssenKrupp Nirosta

Die Situation bei ThyssenKrupp Nirosta war, wie bei den übrigen Rostfrei-Gesellschaften der Gruppe, durch die zunehmend schwächere Nachfrage im Handelsbereich sowie ein geringeres Endkundengeschäft geprägt. Diese insgesamt negative Entwicklung spiegelte sich in deutlich nachlassenden Auftragseingängen wider. Daraus resultierende Rückgänge im Versand und geringere Erlöse führten zu einem starken Umsatzeinbruch. Auf Grund des verschlechterten Preisniveaus, drastischer Produktions- und Versandeinbußen sowie notwendiger Bestandsabwertungen verbuchte die Gesellschaft im Berichtsquartal einen Verlust.

Als Reaktion auf die schlechte konjunkturelle Lage hat ThyssenKrupp Nirosta die Werksferien zum Jahreswechsel von zwei auf vier Wochen verlängert. Von Mitte Dezember bis Mitte Januar blieben die Rostfrei-Werke geschlossen. Diese Zeit wurde teilweise für Instandhaltungs- und Reparaturarbeiten genutzt. Aufgefangen wurden die verlängerten Werksferien durch Resturlaub und Arbeitszeitkonten.

ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni

Die italienische Business Unit ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni war im 1. Geschäftsquartal ebenfalls von der geringeren Nachfrage nach RSH-Erzeugnissen stark betroffen. Als Reaktion darauf wurde im Kaltwalzwerk die Produktion reduziert und zudem im Stahlwerk Kurzarbeit vereinbart. Die Produktionsstillstände in den Werken schlugen sich in einem deutlich niedrigeren Umsatz nieder. Auch bei ThyssenKrupp Titanium waren die Kapazitäten wegen der schwachen Nachfrage aus der Luftfahrtindustrie und dem Anlagenbau nicht voll ausgelastet. Während der Versand noch leicht stieg, entwickelte sich der Umsatz rückläufig. Auf Grund der extrem schwachen Marktlage im Rostfrei-Flachgeschäft, notwendigen Bestandsabwertungen und der rückläufigen Entwicklung im Titangeschäft schloss die Business Unit das Berichtsquartal mit einem Verlust ab. Das bessere Ergebnis der Schmiedeaktivitäten konnte dies nur partiell abmildern. Die Verlagerung der Produktionsanlagen aus Turin nach Terni wurde planmäßig fortgesetzt.

ThyssenKrupp Mexinox

Bei ThyssenKrupp Mexinox fielen der mengenmäßige Auftragseingang sowie der Umsatz unter das Niveau des Vorjahresquartals. Ein Sendzimir-Walzgerüst wurde für eine geplante Generalüberholung stillgelegt. Die insgesamt schwache bis rezessive Marktlage im mexikanischen und US-Markt in Verbindung mit den durch den Rohstoffpreisverfall bedingten Vorratsabwertungen ließ das Ergebnis gravierend einbrechen.

Shanghai Krupp Stainless

Shanghai Krupp Stainless verzeichnete einen mengenmäßig niedrigeren Auftragseingang. Wegen des niedrigen Preisniveaus in China und der extrem geringen Kapazitätsauslastung des Werks infolge großer regionaler Überkapazitäten war der Umsatz deutlich schwächer als im Vorjahr. Darüber hinaus mussten Bestände abgewertet werden. Dies alles führte zu einem Ergebnis, das signifikant unter dem Niveau des Vorjahresquartals lag.

ThyssenKrupp Stainless International

In der Business Unit ThyssenKrupp Stainless International lagen wegen der geringen Marktnachfrage sowohl der Auftragseingang als auch der Umsatz unter dem Niveau des Vorjahresquartals. Hinzu kamen auch hier Bestandsabwertungen in den Service-Centern. Die Gesellschaft schloss das Quartal mit einem Verlust ab.

ThyssenKrupp VDM

Im Bereich Nickellegierungen von ThyssenKrupp VDM haben die weiter fallenden Rohstoffpreise, insbesondere bei Nickel und Molybdän, die Märkte verunsichert; die Kunden orderten deshalb eher zurückhaltend. Die schwache Marktverfassung in der Luftfahrt- und Automobilindustrie sowie die fast völlige Einstellung der Ordertätigkeit bei den Händlern und im gesamten US-Markt belasteten die Ertragslage zusätzlich. Auch ThyssenKrupp VDM musste Bestandsberichtigungen vornehmen und dadurch einen Verlust hinnehmen.

Technologies: Hoher Auftragseingang in schwierigerem Marktumfeld

Technologies in Zahlen
1. Quartal 2007/2008 1. Quartal 2008/2009
Auftragseingang Mio € 3.212 4.897
Umsatz Mio € 2.822 2.921
Ergebnis vor Steuern (EBT) Mio € 179 164
Mitarbeiter (31.12.)   55.567 53.167

Technologies erzielte im 1. Quartal des Berichtsjahres dank der weiterhin guten Auftragslage bei Plant Technology sowie der Einbuchung eines Großauftrags bei Marine Systems einen erheblich gesteigerten Auftragseingang auf 4,9 Mrd €. Dies entspricht einem Zuwachs gegenüber dem hohen Vorjahresquartal von 52 %. Hierbei wurden spürbare Rückgänge im Automobilzuliefergeschäft mehr als kompensiert. Mit 2,9 Mrd € lag der Umsatz leicht über dem Vorjahresniveau. Der Auftragsbestand von rund 18 Mrd € zum 31. Dezember 2008, der hauptsächlich aus dem längerfristigen Projektgeschäft stammt, sichert derzeit mehr als einen Jahresumsatz.

Mit einem Gewinn von 164 Mio € wurde wieder ein erfreuliches Ergebnis erzielt. Hauptergebnisträger waren Plant Technology und Mechanical Components.

Die Mitarbeiterzahl hat sich zum Ende des 1. Quartals gegenüber dem Vorjahr um 2.400 verringert, im Wesentlichen bedingt durch die Abgabe der Präzisionsschmiede, des Werks Ravensburg und der Werft Nobiskrug. Beschäftigungsbedingte Belegschaftszuwächse gab es bei Plant Technology.

Plant Technology

Die Auftragsentwicklung im Spezial- und Großanlagenbau von Plant Technology war auch im 1. Quartal 2008 / 2009 positiv. Insbesondere im Zementanlagenbau und bei fördertechnischen Anlagen wurden Auftragszuwächse erzielt. In China konnten mehrere Neuaufträge für Aromatenanlagen gewonnen werden. Dank des stark gestiegenen Auftragsbestands übertraf der Umsatz den bereits hohen Vorjahreswert. Maßgeblich dafür waren weiterhin die globalen Trends in den Sektoren Klima, Umwelt, Energie und Infrastruktur. Auf Grund der Abarbeitung des hohen Auftragsbestands konnte Plant Technology den guten Gewinn des Vorjahreszeitraums nochmals deutlich steigern.

Marine Systems

Mit dem Großauftrag über sechs Materialpakete zum Bau von U-Booten der Klasse 214 für Südkorea trug die Business Unit erheblich zum höheren Auftragseingang des Segments bei. Hinzu kam der anteilige Auftragseingang eines Einsatzgruppenversorgers für die Deutsche Marine. Das Reparatur- und Servicegeschäft war auf hohem Niveau stabil. Im Marinegeschäft wurde aus dem Auftragsbestand ein höherer Umsatz erzielt. Insgesamt erwirtschaftete Marine Systems einen Gewinn, der unter dem Niveau des Vorjahres lag.

Mechanical Components

Die Business Unit Mechanical Components umfasst das Liefer- und Leistungsspektrum von Hightech-Komponenten für die Automobil- und Baumaschinenindustrie sowie für Anwendungen im allgemeinen Maschinenbau. Das Auftragseingangs- und Umsatzniveau des Vorjahresquartals konnte nicht erreicht werden. Dies lag an Unternehmensabgängen und dem durch die Finanz- und Wirtschaftskrise ausgelösten Nachfragerückgang im Automobil- und Baumaschinengeschäft. Entgegen dem allgemeinen Konjunkturtrend wuchs das Geschäft mit Großwälzlagern und Ringen für die Windenergiebranche aber weiter. Insgesamt wurde der gute Gewinn des Vorjahresquartals nicht erreicht.

Automotive Solutions

Automotive Solutions liefert innovative Systemlösungen für die Automobilindustrie in den Produktfeldern Lenkungen, Dämpfer, Karosserierohbau, Karosserie- und Fahrwerksteile sowie Montagesysteme für Motoren, Getriebe und Achsen. Der weltweite Nachfrageeinbruch in der Automobilindustrie, Werksstillstände und verlängerte Werksferien im Dezember ließen Auftragseingang und Umsatz unter das Niveau des Vorjahresquartals fallen. System Engineering als Anlagenbauer für die Automobilindustrie konnte dagegen höhere Umsätze aus dem Auftragsbestand realisieren. Die Business Unit rutschte wegen des Nachfragerückgangs in die Verlustzone. Maßnahmen zur Kostenreduzierung und Anpassung an die geringere Auslastung wurden eingeleitet, darunter z.B. Abbau der Urlaubstage und Arbeitszeitkonten sowie Verzicht auf Leiharbeiter, Produktionsstillstände und Kurzarbeit.

Transrapid

Der Transrapid erwirtschaftete einen geringeren Umsatz. Restrukturierungsaufwendungen zur Kapazitätsanpassung führten zu einem Verlust im einstelligen Millionen-Euro-Bereich.

Elevator: Erfolgreich gestartet

Elevator in Zahlen
1. Quartal 2007/2008 1. Quartal 2008/2009
Auftragseingang Mio € 1.466 1.562
Umsatz Mio € 1.184 1.343
Ergebnis vor Steuern (EBT) Mio € 119 156
Mitarbeiter (31.12.)   40.191 43.599

Elevator ist äußerst erfolgreich in das Geschäftsjahr 2008 / 2009 gestartet. Sowohl der Auftragseingang als auch der Umsatz des Vorjahresquartals konnten deutlich übertroffen werden. Der Auftragseingang stieg um 7 % auf 1,6 Mrd €; der Umsatz nahm sogar um 13 % auf 1,3 Mrd € zu.

Auch das Ergebnis wurde signifikant gesteigert; es nahm um 31 % auf 156 Mio € zu.

Die gestiegene Zahl der Mitarbeiter basiert unter anderem auf gezielten Akquisitionen für die Ausweitung unserer Dienstleistungsgesellschaften in den regionalen Märkten. Des Weiteren haben wir insbesondere in Osteuropa, im Mittleren Osten und in Asien das Niederlassungsnetzwerk ausgebaut.

Central/Eastern/Northern Europe

Die Business Unit Central/Eastern/Northern Europe erreichte nicht ganz den hohen Auftragseingang des Vorjahres. Ursache hierfür waren vor allem Rückgänge bei den britischen und französischen Aktivitäten. Der Umsatz profitierte hingegen vom hohen Auftragseingang des Vorjahres und nahm kräftig zu. Insbesondere die französischen Aktivitäten legten beim Umsatz spürbar zu, angetrieben durch die weiterhin positive Entwicklung im Modernisierungsgeschäft. Auch die übrigen Aktivitäten konnten den Umsatz teilweise erheblich erhöhen oder zumindest das Vorjahresniveau halten. Der Gewinn der Business Unit lag deutlich über dem Vorjahreswert und wurde von fast allen Regionen getragen. Nur in Österreich/Schweiz sowie bei den im Marktaufbau befindlichen osteuropäischen Aktivitäten ging das Ergebnis leicht zurück.

Southern Europe/Africa/Middle East

Die Business Unit Southern Europe/Africa/Middle East konnte den Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahr kräftig ausbauen. Ein wesentlicher Teil des Anstiegs entfiel auf die spanischen Aktivitäten, vor allem bedingt durch das Großprojekt "Metro Madrid". In den Golfstaaten konnten wir das Neuanlagengeschäft stark ausweiten. Der Umsatz der Business Unit erreichte zwar nicht den Vorjahreswert. Dies ist aber ausschließlich auf die spanischen Aktivitäten zurückzuführen, weil sich das dortige Neuanlagengeschäft rückläufig entwickelte. Auf das schwächere spanische Geschäft geht auch wesentlich der Gewinnrückgang der Business Unit zurück.

Americas

Die Business Unit Americas blieb unter dem hohen Auftragseingang des Vorjahresquartals. Der Rückgang war ausschließlich auf die US-amerikanischen Aktivitäten zurückzuführen, wo sich wegen der Subprime-Krise das hohe Vorjahresniveau nicht halten ließ. Der Umsatz der Business Unit lag hingegen deutlich über dem Vorjahreswert. Insbesondere das Neuanlagen- und das Dienstleistungsgeschäft in den USA profitierten vom hohen Auftragsbestand des Vorjahres. Die Umsatzentwicklung in Brasilien und Lateinamerika war ebenfalls sehr erfreulich. Der Gewinn der Business Unit lag erneut erheblich über dem hohen Vorjahreswert. Hierzu trugen alle Regionen bei – insbesondere jedoch die US-amerikanischen Aktivitäten. Neben einer kräftigen Ausweitung des Servicegeschäfts konnten auch die Ergebnisbeiträge im Neuinstallationsgeschäft gesteigert werden.

Asia/Pacific

Die Business Unit Asia/Pacific weitete sowohl ihren Auftragseingang als auch ihren Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal spürbar aus, obwohl Wechselkurseffekte im Korea-Geschäft belasteten. Dabei wurde der höhere Auftragseingang maßgeblich in Korea und China erzielt. Das Umsatzplus war vor allem auf die australischen Aktivitäten, die von einem sehr hohen Auftragsbestand profitierten, sowie auf das weiterhin starke Wachstum bei Neuanlagen in China zurückzuführen. Auf Grund der guten Geschäftsentwicklung in China stieg der Gewinn im Vergleich zum Vorjahr an.

Escalators/Passenger Boarding Bridges

Die Business Unit Escalators/Passenger Boarding Bridges hat ihr Geschäftsvolumen im Vergleich zum Vorjahr kräftig ausgeweitet. Sowohl bei den Fahrtreppen- als auch bei den Fluggastbrückenaktivitäten gelang es, Auftragseingang und Umsatz zu erhöhen. Der Bereich Fluggastbrücken profitierte insbesondere von dem Großauftrag "Doha Airport (Katar)". Nach einem negativen Ergebnis im Vorjahreszeitraum erzielte die Business Unit im 1. Quartal des laufenden Geschäftsjahres einen Gewinn. Hierzu haben sowohl das Fahrtreppengeschäft als auch das Fluggastbrückengeschäft beigetragen.

Accessibility

Die Business Unit Accessibility setzte ihren Wachstumskurs erfolgreich fort. Die europäischen wie die US-amerikanischen Gesellschaften haben kräftig expandiert. Auch das Ergebnis entwickelte sich positiv: Der Gewinn des Vorjahres konnte erheblich gesteigert werden. Während die europäischen Aktivitäten einen Gewinnzuwachs verzeichneten, litten die US-amerikanischen Aktivitäten dagegen weiterhin unter der rückläufigen Entwicklung im Markt für Einfamilienhäuser.

Services: Rezession immer stärker spürbar

Services in Zahlen
1. Quartal
2007/2008
1. Quartal
2008/2009
Auftragseingang Mio € 3.951 3.746
Umsatz Mio € 3.867 3.726
Ergebnis vor Steuern (EBT) Mio € 132 30
Mitarbeiter (31.12.)   43.054 45.173

Das Segment Services erzielte im 1. Quartal 2008 / 2009 einen Umsatz von 3,7 Mrd €, 4 % weniger als im Vergleichzeitraum des Vorjahres. Seit Beginn des Berichtsjahres ist die Nachfrage nach Roh- und Werkstoffen kontinuierlich gesunken. Zusätzlich gingen die Preise drastisch zurück, was zum Quartalsabschluss massive Wertberichtigungen der Vorräte in Höhe von 54 Mio € erforderlich machte.

Die überwiegend sehr guten Gewinne in den Business Units Industrial Services und Special Products sowie Einmalerträge aus der Veräußerung einer Beteiligung in Brasilien konnten die Einbußen im Werkstoffgeschäft nicht ausgleichen, so dass der Gewinn des Segments um 102 Mio € auf 30 Mio € zurückging. In allen Business Units und auf allen Ebenen des Segments werden erhebliche Kostensenkungsmaßnahmen umgesetzt.

Die deutliche Ausweitung der Dienstleistungsaktivitäten in Nordamerika, insbesondere Kanada, in Brasilien sowie die erstmalige Einbeziehung der Apollo-Gruppe führten gegenüber dem Vergleichsstichtag zu einem Personalaufbau von gut 2.000 Mitarbeitern.

Materials Services International

Trotz des insbesondere um die Apollo-Gruppe erweiterten Konsolidierungskreises verzeichnete die Business Unit gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal ein größeres Umsatzminus. Bei nahezu allen Kunden in fast allen Regionen – Deutschland, West- und Osteuropa, Südamerika und Asien – war die Beschäftigung auf Grund der Absatz- und Finanzierungsprobleme stark rückläufig. Produktionskürzungen, Kurzarbeit, Betriebsstillstände und verlängerte Ferien sowie ein systematischer weiterer Lagerabbau kennzeichneten die Marktsituation. Im Zuge dieser Entwicklung waren Nachfrage und Preise bei metallischen Werkstoffen extrem gesunken. Schwach entwickelte sich auch das Kunststoffgeschäft; die Bestellungen aus der Industrie, vor allem aus dem Bausektor, gingen spürbar zurück. Die desolate Preisentwicklung machte zum Ende des Quartals deutliche Abwertungen der Vorräte erforderlich. Damit schloss Materials Services International das Berichtsquartal erstmals seit vielen Jahren mit einem Verlust ab.

Materials Services North America

Nordamerika befindet sich seit längerem in einer Rezession. Der damit verbundene Nachfrage- und Preisrückgang hat sich mit Beginn des Geschäftsjahres 2008 / 2009 weiter verstärkt. Auf Grund des besonderen Produktspektrums mit dem Schwerpunkt Qualitäts- und Edelstahl flach sowie NE-Metalle waren die negativen Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung noch deutlicher spürbar als in Europa und im Rest der Welt. Materials Services North America verzeichnete gegenüber dem 1. Quartal des Vorjahres einen massiven Umsatzrückgang und schloss mit einem Verlust ab.

Industrial Services

Nach der Entscheidung, Industrial Services an einen Best Owner zu veräußern, wurden mit Beginn des Geschäftsjahres 2008 / 2009 die nicht zum Verkauf stehenden Bereiche Stahlwerksdienstleistungen sowie Industriedienstleistungen in Brasilien der Business Unit Special Products zugeordnet.

Die Business Unit Industrial Services konnte im 1. Quartal 2008 / 2009 ihren Umsatz gegenüber dem Vergleichszeitraum signifikant ausweiten. Einer rückläufigen Beschäftigung in einzelnen Branchen, insbesondere der Automobilindustrie, stand ein erfreuliches Umsatzplus mit der Energiewirtschaft und der Petrochemie gegenüber. Exzellent entwickelten sich wiederum – trotz der Rezession – die Gerüstdienstleistungen in Nordamerika. Industrial Services hat nicht nur den Umsatz, sondern vor allem den Gewinn gegenüber dem Vorjahr gesteigert.

Special Products

Die Business Unit übertraf im 1. Quartal – einschließlich des neu zugeordneten Bereichs – das vergleichbare Umsatzniveau des Vorjahres leicht. Während das Rohstoffgeschäft sehr stark vom Nachfrageeinbruch und drastisch gesunkenen Preisen beeinflusst war, konnten im Walzstahl- und Rohrbereich noch größere Projekte abgerechnet werden. Beachtlich über der Vergleichsperiode lag auch der Umsatz in der Bau- und Gleistechnik. Der der Business Unit neu zugeordnete Dienstleistungsbereich hat nicht nur zum Umsatz-, sondern insbesondere mit den brasilianischen Aktivitäten auch zum Ergebniswachstum beigetragen; der Rückgang im Rohstoffgeschäft wurde mehr als kompensiert. Special Products leistete im 1. Quartal den größten Gewinnbeitrag des Segments.

 

Bereich Corporate der ThyssenKrupp AG

Der Bereich Corporate umfasst die Konzernverwaltung einschließlich der konzerninternen Dienstleistungen sowie inaktive Gesellschaften, die sich nicht einzelnen Segmenten zuordnen lassen. Hinzu kommen die nicht betriebsnotwendigen Immobilien, die zentral im Bereich Corporate geführt und verwertet werden. Der Umsatz im 1. Quartal 2008 / 2009 erreichte 35 Mio € nach 34 Mio € im Vorjahresquartal.

 

Das Ergebnis von Corporate betrug -108 Mio € und ist im Vorjahresvergleich um 24 Mio € zurückgegangen. Dies resultierte im Wesentlichen aus einem schlechteren Zinsergebnis auf Grund erhöhter Kreditaufnahmen.

 

Die Position Konsolidierung enthält im Wesentlichen die Ergebnisse aus der Eliminierung der Konzernzwischengewinne.

URL: http://www.thyssenkrupp.com/financial-reports/08_09_q1/de/course_segments.html

Stand: 13.02.2009 Copyright © 2009 by ThyssenKrupp AG