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Nachhaltigkeit und Umweltschutz

Nachhaltiger Einsatz für Klima und Umwelt ist für uns eine wichtige unternehmerische Aufgabe. Wir stellen uns ihr mit vielen Produkten, Verfahren und Dienstleistungen, die für reine Luft und sauberes Wasser sorgen sowie schonend mit der Erde umgehen. Allein im vergangenen Geschäftsjahr haben wir in unseren Werken mehr als 450 Mio € für den Umweltschutz ausgegeben. Jeder Euro war gut investiert.

Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung stehen für ThyssenKrupp ganz oben, wenn es um die Verantwortung für die Umwelt und deren Zukunft geht. Für den laufenden Betrieb unserer Umweltschutzeinrichtungen haben wir im Berichtsjahr 454 Mio € ausgegeben. Der Rückgang um 11 % gegenüber dem Vorjahr war auf die konjunkturell bedingt niedrigere Produktion in vielen Konzernunternehmen zurückzuführen. Alle Segmente haben viel erreicht, um den Energie- und Rohstoffeinsatz in ihren Werken und bei den Kunden zu senken. Angesichts der hohen Rohstoff- und Energiepreise förderten diese Maßnahmen zugleich die Wirtschaftlichkeit. Mit 74 Mio € lagen die Umweltinvestitionen 4 % höher als im Vorjahr.

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Laufende Umweltschutzaufwendungen in Mio €
2004/2005 2005/2006 2006/2007 2007/2008 2008/2009
Luftreinhaltung 141 141 183 182 162
Gewässerschutz 165 168 204 201 195
Lärm- und Landschaftsschutz 15 16 24 16 13
Recycling und Verwertung von Reststoffen 81 87 109 112 84
Insgesamt 402 412 520 511 454
Laufende Umweltschutzaufwendungen 2008/2009 in %
Laufende Umweltschutzaufwendungen 2008/2009

Klimaschutz und CO2-Einsparungen

Für ThyssenKrupp heißt Klimaschutz vor allem, CO2 einzusparen. In der Stahlerzeugung entsteht dieses Gas beispielsweise, wenn im Hochofen der im Erz gebundene Sauerstoff frei wird und sich mit Kohlenstoff zu CO2 verbindet. Schon heute laufen unsere Produktionsprozesse am Rande des technisch-wissenschaftlichen CO2-Minimums; weitere Einsparungen sind mit den derzeit verfügbaren Technologien nicht möglich. Wir haben deshalb unsere Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen intensiviert, um neue Wege zu gehen. Unser Steel-Bereich arbeitet als Gründungsmitglied im europäischen ULCOS-Konsortium mit, das neue Stahlerzeugungsverfahren für die kommenden Jahrzehnte erforschen und entwickeln will. Aber auch in den anderen Konzernbereichen haben wir im konzernweiten Projekt ECI (Energy, Climate and Innovation) Einsparmöglichkeiten identifiziert und genutzt.

Ausgewählte Umweltschutzmaßnahmen

Unsere Anstrengungen für reinere Luft am Stahlstandort Duisburg zeigen gute Erfolge. Nachdem die Maßnahmen zur Feinstaubminderung aus dem Jahr 2005 weiter fortgeführt wurden und der neugebaute Hochofen 8 den stillgelegten Hochofen 4 ersetzte, ist die Luft im Norden der Stadt wesentlich sauberer geworden. Als weiteren aktiven Beitrag für bessere Luftqualität im Duisburger Norden werden wir im dortigen Hüttenwerk ein Sinterband mit einer neuen Gewebefilteranlage nachrüsten; im Berichtsjahr haben wir den Genehmigungsantrag dafür bei der zuständigen Behörde eingereicht. Die neue Anlage soll etwa 450 t Feinstaub jährlich aus der Luft herausfiltern.

Um die im Duisburger Hüttenwerk anfallenden Reststoffe langfristig entsorgen zu können, wollen wir unsere Deponie in Dinslaken-Wehofen um einen dritten Bauabschnitt erweitern. Das Projekt befindet sich derzeit in der Genehmigungsphase. Bei Bau und Betrieb werden wir höchste Umweltstandards einhalten. Nach Beendigung des Deponiebetriebs wird der Bereich rekultiviert und kann der Bevölkerung als Naherholungsgebiet dienen.

Auch die anderen Bereiche des Konzerns sparen durch vielfältige Maßnahmen nachhaltig Energie ein. Nach der Sanierung der Klimatechnik bei unserem Konzernunternehmen Polysius hat sich der Energiebedarf für Kühlen und Heizen halbiert. Hierzu trägt die bessere Wärmereflexion der Fassade bei. In ein Druckluftnetz von Marine Systems mit einer Länge von 15 km wurde ein bisher separat betriebener Kompressor integriert und ein stillgelegter Tank für eine höhere Speicherkapazität reaktiviert. Das Druckluftnetz ließ auch bei ThyssenKrupp Bilstein die Energiekosten sinken: Dank eines äußerst empfindlichen Suchgeräts lassen sich jetzt selbst unter Produktionsbedingungen eventuelle Leckagen finden und energieintensive Druckluftverluste vermeiden.

Um Metallbearbeitungsöle zurückzugewinnen, trennen zwei neue Zentrifugen bei ThyssenKrupp Presta Späne und Öle. Die Abwärme des Kupolofens bei ThyssenKrupp Waupaca wird nun für die Gebäudeheizung eingesetzt. Je nach der nutzbaren Abwärmemenge lassen sich bis zu 70 % des typischen Heizbedarfs im Winter und darüber hinaus der gesamte Warmwasserbedarf des Werks decken.

Im Krefelder Stainless-Werk haben wir eine Konverteranlage grundlegend umgebaut. Die zwei neuen AOD-Konverter mit Wechselgefäß und Nebeneinrichtungen sorgen für eine bessere Luftreinhaltung. AOD ist die Abkürzung für Argon Oxygen Decarburization (Argon-Sauerstoff-Entkohlung). Die Konvertergefäße sind jetzt eingehaust. Stäube und Gase, die beim Einfüllen oder Abstechen der Schmelze entstehen, werden so besser erfasst.

Bei ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni haben neue Produktionslinien mit fortschrittlicher Technologie und geringen Luft- und Wasseremissionen den Umweltschutz erhöht. Die neuen Staubkollektoren und Entstaubungssysteme arbeiten doppelt so effektiv wie die zuvor installierten. ThyssenKrupp Mexinox hat den Wasserverbrauch weiter reduziert, indem Abwasser wiederaufbereitet wird. Für erfolgreichen aktiven Umweltschutz erhielt Shanghai Krupp Stainless zwei renommierte Umweltschutz- Auszeichnungen: den Shanghai Advanced Health Business Unit Award sowie den Shanghai Municipal Water Saving Business Unit Award.

Produkte für Klima- und Umweltschutz

Zahlreiche neue Werkstoffe, Komponenten und Verfahren von ThyssenKrupp fördern Nachhaltigkeit und Klimaschutz, sparen Energie und schützen so die Umwelt. Für die neue Zentrale der Deutschen Börse in Eschborn liefern wir beispielsweise 15 besonders energiesparende Personenaufzüge. Die meisten Aufzüge sind mit regenerativen Antrieben ausgestattet: Energie, die beim Bremsen der Kabinen entsteht, wird in elektrische Energie umgewandelt und ins Stromnetz zurückgeführt. Dies verringert den Energieverbrauch gegenüber konventionellen Ausführungen um mehr als 30 % und reduziert somit auch den CO2-Ausstoß.

Für eine der größten Biogasanlagen der Welt, die bei Halle in Sachsen-Anhalt entsteht, haben wir sehr hochwertigen nichtrostenden Edelstahl geliefert. Aus ihm bestehen die 16 sogenannten Fermenter, in denen die biologischen Abläufe stattfinden.

Die Posco-Gruppe in Seoul, Südkorea, lässt sich von unserem Anlagenspezialisten Uhde innovative Technik für den Bau von neuen Koksofenbatterien liefern. Durch den Einsatz des PROven®-Systems können wir die sonst üblichen Emissionen an allen Ofenverschlüssen und beim Füllvorgang der Öfen vermeiden. Ein anderer Anlagenbauspezialist im Konzern, ThyssenKrupp Fördertechnik, wird vier vollmobile Brechanlagen in China errichten. Die China Power Investment Group, eines der fünf größten staatlichen Energieunternehmen des Landes, will mit den neuen Anlagen die Kohleförderung im Abbaugebiet Baiyinhua in der Inneren Mongolei modernisieren. Dank dieser innovativen Kohleabbau- Anlagen dürfte der jährliche CO2-Ausstoß um bis zu 100.000 t zurückgehen.