Risikobericht
Unser umfassendes Risikomanagementsystem hat sich auch im wirtschaftlich schwierigen abgelaufenen Geschäftsjahr bewährt. Durch die transparente Aufbereitung der Einzelrisiken können wir unsere Risikosituation angemessen steuern. Alle Risiken sind aus heutiger Sicht begrenzt und überschaubar; der Bestand des Unternehmens ist auch künftig gesichert.
Effiziente Organisation des Risikomanagements
Risikopolitik als Teil der Unternehmensstrategie
Die Unternehmensstrategie ist Basis für die Risikopolitik bei ThyssenKrupp. Die Risikopolitik ist darauf ausgerichtet, den Bestand des Unternehmens zu sichern und den Unternehmenswert systematisch und kontinuierlich zu steigern.
Die Risikostrategie berücksichtigt die Risiken und die mit ihnen verbundenen Chancen. Wo der Konzern Kernkompetenzen besitzt, gehen wir bewusst überschaubare und beherrschbare Risiken ein, wenn gleichzeitig ein angemessener Ertrag zu erwarten ist. Risiken in anderen Bereichen verlagern wir dagegen bei Bedarf auf andere Risikoträger. Darüber hinaus werden Risiken möglichst vermieden. Insgesamt ist sichergestellt, dass der Konzern die eingegangenen Risiken vollständig abdecken kann.
ThyssenKrupp hat die Rahmenbedingungen für ein ordnungsgemäßes und zukunftsgerichtetes Risikomanagement in den Grundsätzen für das Risikomanagement und im Handbuch "Risikomanagement des Konzerns" dokumentiert. Dort sind verbindliche Vorgaben und Spielregeln zur Risikoerfassung und -steuerung formuliert. So gelten gegenüber Lieferanten, Kunden und anderen Geschäftspartnern die Grundsätze der Fairness und Verantwortung. Spekulationsgeschäfte oder sonstige Maßnahmen mit spekulativem Charakter sind grundsätzlich verboten. Ob diese Grundsätze eingehalten werden, prüfen wir durch regelmäßige Kontrollen. Zudem tragen zahlreiche und wiederholte Schulungen dazu bei, dass sich alle Mitarbeiter immer der Regeln bewusst sind.
Risikomanagementsystem im Konzern etabliert
Das vom Vorstand der ThyssenKrupp AG für den gesamten Konzern eingeführte Risikomanagementsystem hat sich als effizient bewährt. Jeder Konzernmitarbeiter ist angehalten, sich im Rahmen der ihm übertragenen Verantwortung risikobewusst zu verhalten. Unmittelbar verantwortlich für die Früherkennung und Steuerung von Risiken sind die jeweiligen operativen Vorgesetzten. Die nächsthöheren Führungsebenen stellen die Kontrolle der Risiken sicher.
In einem eingespielten Bottom-up-Prozess informieren die Konzernunternehmen in Risikoinventuren mit abgestuften Schwellenwerten über den aktuellen Status von bedeutenden Risiken. Dabei werden die Risiken nach Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe bewertet und klassifiziert. Zu jedem Risiko werden Maßnahmen zur Reduzierung aufgeführt; die Frühwarnindikatoren werden regelmäßig aktualisiert und mit den Verantwortlichen erörtert. Systematisch und transparent aufbereitet werden die Daten zu den materiellen Konzernrisiken dem Vorstand der ThyssenKrupp AG vorgelegt, der über aktuelle Risikoentwicklungen auch in den alle zwei Wochen stattfindenden Vorstandssitzungen berät. Ad-hoc-Risiken und eingetretene Schäden werden bei Eilbedürftigkeit unabhängig von den normalen Berichtswegen unmittelbar kommuniziert.
Durch Audits der Konzernrevision im In- und Ausland haben wir auch im abgelaufenen Geschäftsjahr die Einhaltung der Vorgaben des Risikomanagementsystems in den Konzernunternehmen geprüft. Die Erkenntnisse aus diesen Audits halfen, die Früherkennung und Steuerung der Risiken weiter zu verbessern. Außerdem entwickeln wir kontinuierlich die Instrumente und Methoden weiter, Risiken zu erfassen und zu steuern. Damit können wir die Konzernrisiken besser standardisiert und strukturiert verwalten, die manuellen Tätigkeiten im Risikomanagementprozess verringern und die Qualität der Informationsinhalte erhöhen. Die Entscheidung, das zentrale Risikomanagement im Rahmen der Neuorganisation im Corporate Center Controlling der ThyssenKrupp AG anzusiedeln, wird die Verzahnung mit den Planungs- und Reportingprozessen weiter fördern.
Chancen und Risiken im Ausgleich
Allen von uns eingegangenen Risiken stehen angemessene Chancen gegenüber, die wir systematisch identifizieren, bewerten, steuern und kontrollieren. Einzelheiten können Sie in unserem Chancenbericht nachlesen. Zur Deckung der Risiken aus strategischen Entscheidungen treffen wir im erforderlichen Maße Risikovorsorge.
Risikotransfer durch zentralen Dienstleister
ThyssenKrupp Risk and Insurance Services als zentraler Dienstleister übernahm 2008/2009 wie in den Jahren zuvor den Risikotransfer auf Versicherer und schloss die notwendigen Konzernversicherungsverträge ab. In Schadensanalysen wird das Risikopotenzial regelmäßig bewertet und entsprechend der Versicherungsschutz gestaltet. Insbesondere bei einigen Produktionsanlagen für Stahl und Edelstahl bestehen bei den Sach- und Betriebsunterbrechungsversicherungen Selbstbehalte in beachtlicher Höhe, so dass ein Schadensfall die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns wesentlich beeinträchtigen könnte. Das Risiko des Ausfalls eines Versicherers wird dadurch erheblich eingeschränkt, dass wir Risiken auf viele Versicherer verteilen und grundsätzlich nur solche Versicherer auswählen, die ein Rating von mindestens A- vorweisen können.
Um die Risikoprävention weiterzuentwicklen und zu optimieren, bestehen für alle Konzernunternehmen verbindliche Standards. An diesen Prozessen sind Experten aus allen Teilen des Konzerns unter Leitung von ThyssenKrupp Risk and Insurance Services beteiligt. Interne und externe Audits prüfen regelmäßig, ob diese Standards eingehalten werden.
Zentrale Risikofelder
Finanzwirtschaftliche Risiken
Zu den zentralen Aufgaben der ThyssenKrupp AG als Konzernführungsgesellschaft zählt es, den Finanzbedarf innerhalb des Konzerns zu koordinieren, zu lenken und die finanzielle Unabhängigkeit von ThyssenKrupp sicherzustellen. Dazu optimieren wir die Konzernfinanzierung und begrenzen die finanzwirtschaftlichen Risiken. Fortlaufende Überprüfungen und intensive Kontrollen minimieren die Risiken auf den einzelnen finanzwirtschaftlichen Risikofeldern.
Kreditrisiko (Ausfallrisiko): Wir schließen Finanzinstrumente im Finanzierungsbereich grundsätzlich nur mit solchen Kontrahenten ab, die über eine sehr gute Bonität verfügen bzw. einem Einlagensicherungsfonds angeschlossen sind. Dabei werden zur weiteren Risikominimierung Geschäfte nur im Rahmen vorgegebener Kontrahentenlimite getätigt. Außenstände und Ausfallrisiken werden von den Konzernunternehmen fortlaufend überwacht; teilweise sind sie zusätzlich über Warenkreditversicherungen abgesichert. Besonders intensiv beobachten wir die Bonität von Großkunden.
Liquiditätsrisiko: Um jederzeit die Zahlungsfähigkeit sowie die finanzielle Flexibilität des Konzerns sicherstellen zu können, halten wir auf Basis einer mehrjährigen Finanzplanung sowie einer monatlich rollierenden Liquiditätsplanung langfristige Kreditlinien und liquide Mittel vor. Das Cash-Pooling sowie externe Finanzierungen konzentrieren sich vorwiegend auf die ThyssenKrupp AG sowie spezielle Finanzierungsgesellschaften. Im Rahmen des Cash-Pooling werden die Mittel bedarfsgerecht intern an Konzerngesellschaften weitergeleitet.
Marktrisiko: Eine Reihe von Maßnahmen begrenzt die Schwankungen der Zeitwerte oder künftiger Zahlungsströme aus originären oder derivativen Finanzinstrumenten wegen Marktänderungen, oder sie schaltet diese ganz aus. Hierzu gehören im Wesentlichen außerhalb der Börse gehandelte Devisentermingeschäfte, Zins-/Währungsderivate und Warentermingeschäfte mit Banken und Handelspartnern. Die Warenpreise werden darüber hinaus auch durch börsengehandelte Futures abgesichert. Außerdem überwachen wir umfassend den Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten, wobei die Kontrollen auf Basis von Richtlinien im Rahmen des regelmäßigen Reporting erfolgen.
Währungsrisiko: Um die Risiken aus der Vielzahl unserer Zahlungsströme in unterschiedlichen Währungen – vor allem in US-Dollar – zu begrenzen, haben wir konzerneinheitliche Richtlinien für das Devisenmanagement entwickelt. Grundsätzlich müssen alle Gesellschaften des Konzerns Fremdwährungspositionen im Zeitpunkt ihrer Entstehung sichern; Unternehmen mit Sitz im Euroraum sichern grundsätzlich über unsere zentrale Clearing-Stelle. Translationsrisiken – also Bewertungsrisiken für Bilanzbestände aus der Umrechnung von Fremdwährungspositionen – werden grundsätzlich nicht abgesichert.
Zinsrisiko: Wir haben 2008/2009 wie in den Vorjahren Liquidität an den internationalen Geld- und Kapitalmärkten in verschiedenen Währungen – überwiegend im Euro- und US-Dollar-Raum – und mit unterschiedlichen Laufzeiten beschafft. Teilweise sind die hieraus resultierenden Finanzschulden sowie unsere Geldanlagen dem Risiko ausgesetzt, dass sich die Zinsen ändern. Für die Steuerung erstellen wir deshalb regelmäßig Zinsanalysen, deren Ergebnisse in unser Risikomanagementsystem einfließen.
Warenpreisrisiko: Je nach Marktsituation können die Einkaufspreise für Rohstoffe und Energie erheblich schwanken. Dieses Preisrisiko minimieren wir zum einen durch langfristige Lieferverträge – beispielsweise für Erz, Kohle und Koks. Zum anderen setzen einige Konzernunternehmen derivative Finanzinstrumente – im Wesentlichen Warentermingeschäfte – ein, um Risiken aus schwankenden Rohstoffpreisen, insbesondere für Nickel und Kupfer, abzusichern. Für den Abschluss solcher Finanzinstrumente gelten strenge Richtlinien.
Details über diese Risikofelder stehen im Anhang zum Konzernabschluss unter Nr. 30.
Risiken aus Käufen, Verkäufen und Restrukturierungen
Bei Restrukturierungsmaßnahmen sowie dem Verkauf oder Erwerb von Grundstücken, Unternehmen oder sonstigen Geschäftsaktivitäten können Risiken entstehen. Für wahrscheinliche Risiken in diesem Zusammenhang haben wir entsprechende bilanzielle Vorsorge getroffen.
Auftrags- und Absatzrisiken
Die Abwicklung von Großaufträgen ist mit Risiken verbunden. Technische Probleme sowie Qualitätsprobleme mit Unterlieferanten können zu höheren Kosten als geplant führen sowie Terminüberschreitungen verursachen. Auch hier verbessern wir kontinuierlich unsere Steuerungsinstrumente, um diese Risiken zu begrenzen. Durch sorgfältige Auswahl der Kunden, einen ständigen Kontakt und zeitnahe Zahlungen nach Baufortschritt minimieren wir das Risiko, dass es zu Zahlungsausfällen kommt.
Als weltweit tätiger Konzern ist ThyssenKrupp in besonderem Maße von der internationalen Konjunkturentwicklung abhängig. Diesen Marktrisiken begegnen wir mit einem Bündel von Maßnahmen. Intensiv und kontinuierlich beobachten wir die wirtschaftliche Entwicklung der einzelnen Länder und Handelsströme, um die Absatzrisiken möglichst gering zu halten. Bei Bedarf kürzen wir beispielsweise unsere Produktionen und passen die Kapazitäten an. Unsere internationale Präsenz macht uns weitgehend unabhängig von regionalen Krisen. Dank der stark differenzierten Produkt- und Kundenstruktur sind unsere Absatzrisiken auf Teilmärkte begrenzt.
ThyssenKrupp ist von der beträchtlichen weltweiten Abschwächung der Automobilindustrie, die zu unseren Hauptkunden gehört, betroffen. Die verschlechterte Bonität einzelner Großabnehmer birgt Forderungsausfallrisiken, denen wir mit einem effektiven Debitorenmanagement begegnen. Die Absatzrisiken sind im Einzelnen im Abschnitt "Spezifische Risiken unserer Aktivitäten" beschrieben.
Beschaffungsrisiken
Steigenden Preisen auf der Beschaffungsseite begegnet ThyssenKrupp, indem die höheren Kosten möglichst in den Produktpreisen weitergegeben werden. Unser Einkauf sucht darüber hinaus weltweit ständig alternative und kostengünstige Lieferanten. Eine strukturierte Beschaffung auf dem Strommarkt sowie langfristige Erdgasverträge reduzieren die Risiken auf den Energiemärkten.
Um die Risiken von Lieferausfällen zu begrenzen, wählen wir unsere Lieferanten sorgfältig aus. Eine geografische Streuung der Aufträge macht uns unabhängiger von regionalen Lieferengpässen und hilft, bei lokalen Lieferschwierigkeiten auf Beschaffungsalternativen auszuweichen. Einzelheiten zu unserem Beschaffungsmanagement finden Sie im Kapitel "Überblick über den Geschäftsverlauf im Konzern".
Rechtliche Risiken aus Klagen und Ansprüchen Dritter
In den Bereichen Kartellrecht und Umweltrecht können sich rechtliche Risiken aus Klagen ergeben. Ebenso sind Schadensersatzklagen aus Produkthaftung denkbar, die wir aber durch qualitativ hochwertige Produkte minimieren.
Darüber hinaus haben Vertragspartner aus Anlagenbau-, Liefer- und Leistungsverträgen Ansprüche gegen ThyssenKrupp erhoben. Wo wahrscheinlich ist, dass einzelne Ansprüche zu Zahlungsverpflichtungen führen werden, wurden dafür Rückstellungen gebildet.
Unser striktes Compliance-Programm reduziert auf allen Konzernebenen das Risiko, dass gegen Kartell- und Korruptionsrecht sowie gegen die darauf beruhenden internen Richtlinien verstoßen wird. Wir überprüfen und entwickeln dazu regelmäßig das interne Regelwerk und die eigene Compliance- Organisation weiter. In umfassenden Schulungen und Online-Kursen werden unsere Mitarbeiter über die Compliance-Anforderungen, Verstoßrisiken und möglichen Sanktionen unterrichtet. Mehr als 2.500 ThyssenKrupp Mitarbeiter weltweit nahmen 2008 /2009 an Präsenzschulungen teil. Die Weiterbildungslehrgänge zum Thema Compliance haben wir durch ein konzernweites interaktives E-Learning- Programm ergänzt, das in einer Vielzahl von Sprachen angeboten wird. Allein im Berichtsjahr absolvierten weltweit 22.000 Mitarbeiter Online-Schulungen zum Kartellrecht und rund 28.000 Mitarbeiter zum Thema Anti-Korruption. ThyssenKrupp duldet keine Verstöße gegen geltendes Recht und Richtlinien.
Über schwebende Rechtsstreitigkeiten und Schadensersatzansprüche informieren wir unter Anhang-Nr. 29.
Regulatorische Risiken
Veränderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen können Risiken für unser Geschäft zur Konsequenz haben, unsere Kosten erhöhen und unsere Absatzmöglichkeiten einschränken. Auch geänderte Wettbewerbsbestimmungen auf Teilmärkten können uns Nachteile bringen. Durch intensive Information stellen wir sicher, dass wir rechtzeitig auf solche Änderungen reagieren können. In engen Arbeitskontakten mit den relevanten Institutionen versuchen wir außerdem darauf hinzuwirken, dass Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen nicht den Wettbewerb verzerren.
Für die Härtefallregelung nach dem Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien bestehen geänderte Kriterien an die Definition eines selbstständigen Unternehmensteils, die zu Mehrbelastungen bei den Stromkosten führen können.
Umweltschutzrisiken
Durch unsere Produktionsprozesse sind wir verfahrensbedingt Risiken ausgesetzt, Luft und Wasser zu verunreinigen. Intensive und kontinuierliche Umweltschutzmaßnahmen und umweltschonende Investitionen in unseren Produktionsbetrieben tragen dazu bei, die Umwelt möglichst wenig zu belasten und die Ressourcen nachhaltig zu schonen. Darüber hinaus vermindert die hohe Anzahl von Konzernunternehmen mit zertifizierten Umweltmanagementsystemen die Gefahr von Umweltschäden. Weitere Einzelheiten zum Umweltschutz bei ThyssenKrupp sind im Kapitel "Nachhaltigkeit und Umweltschutz" nachzulesen.
Für einige Grundstücke in unserem Portfolio bestehen aus früheren Geschäftsaktivitäten Altlasten- und Bergschädenrisiken. Diesen Risiken begegnen wir durch vorbeugende Maßnahmen und planmäßige Sanierungsarbeiten, für die wir auch im Berichtsjahr Rückstellungen im bilanziell erforderlichen Ausmaß gebildet haben.
Emissionsrechtsrisiken aus EU-Vorhaben
Die Pläne der Europäischen Kommission zur zunehmenden Versteigerung der Emissionsrechte für CO2 in Auktionen ab 2013 bedeuten Risiken für unsere Produktionskosten. Der politische Diskussionsprozess darüber wird von uns intensiv beobachtet. Als energieintensiver Industrie- und Dienstleistungskonzern könnten wir im internationalen Wettbewerb die zusätzlichen Kosten aus einer zunehmenden Auktionierung wahrscheinlich nicht oder nicht in vollem Umfang an unsere Kunden weitergeben. Damit sind Risiken für die Ertragslage verbunden.
Die noch festzulegenden Benchmarks des Zuteilungssystems und eine Deckelung der freien Zertifikate dürften zu deutlichen Minderzuteilungen in der nächsten Emissionshandelsperiode (2013 – 2020) führen.
Wir verfolgen eng die politischen Entwicklungen zur Einführung eines US-Emissionshandelssystems, um rechtzeitig strategische Konzepte umzusetzen und mit unserem Know-how und unserer Erfahrung auch in den USA erfolgreich bestehen zu können.
Risiken der Informationssicherheit
Wir überprüfen ständig unsere Informationstechnologien und gehen der Frage nach, ob sich mit ihnen IT-gestützte Geschäftsprozesse sicher abwickeln lassen. Falls nötig, werden die Systeme aktualisiert und weiterentwickelt, denn Informationssicherheit (IS) ist kein Zustand, sondern ein permanenter Prozess, in dem Risiken und darauf basierende Schutzmaßnahmen bewertet werden. Die IT-gestützte Integration unserer Geschäftsprozesse setzt entscheidend voraus, dass die mit ihr verbundenen Risiken für unsere Konzernunternehmen, aber auch für unsere Kunden, Lieferanten und andere Geschäftspartner minimiert sind. Alle Konzernunternehmen sind deshalb durch interne Richtlinien verpflichtet, einen möglichst hohen Umsetzungsgrad zur Informationssicherheit zu gewährleisten. Im Berichtsjahr haben wir umfangreiche Maßnahmen getroffen, die zur systematischen Weiterentwicklung des Informationssicherheits- Managements gemäß ISO / IEC27001 beitragen. Darüber hinaus sind in ausgewählten Konzernunternehmen die Geschäftsprozesse und Rechenzentren sicherheitszertifiziert.
Schon im Herbst 2008 hatten wir als Vorsorgemaßnahme angesichts der zunehmenden Risiken ein IS Competence Center gegründet, um unsere IT-Zentren und Computernetze noch sicherer zu machen und gegen Angriffe sowie Störungen von außen effektiver zu schützen. Hinzu kommt die Arbeit unseres Teams "IT Compliance" im Corporate Headquarter: Es berät Unternehmen des Konzerns und unterstützt sie in allen Fragen der Informationssicherheit. Darüber hinaus können sich alle Mitarbeiter weltweit durch Selbstlernmodule im Intranet über den sicheren Umgang mit Geschäftsinformationen informieren. Außerdem veranstalten wir Trainings für Mitarbeiter und Führungskräfte, um sie für die Gewährleistung der Informationssicherheit zu sensibilisieren. Parallel dazu ist außerdem das ThyssenKrupp Information Security Forum seit 2004 erfolgreich etabliert.
Gemeinsam mit dem Datenschutzbeauftragten des Konzerns stellen unsere IS-Experten sicher, dass in der Informationsverarbeitung personenbezogene Daten nur gemäß den Regelungen des Bundesdatenschutzgesetzes verarbeitet werden. Alle diese Maßnahmen werden es weiterhin ermöglichen, die Geschäftsinformationen des Konzerns sowie die Privatsphäre unserer Geschäftspartner und Mitarbeiter durch präventive Maßnahmen zu schützen und angemessen auf mögliche neue Risiken zu reagieren.
Risiken aus Pensions- und Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen
Das zur Deckung von Pensionsverbindlichkeiten bestimmte Fondsvermögen ist Kapitalmarktrisiken ausgesetzt. Um diese möglichst gering zu halten, werden die einzelnen Anlageformen auf Basis von Asset-Liability-Studien unabhängiger Experten ausgewählt und gewichtet. Die Kapitalanlagen sind so auszurichten, dass sich die zugehörigen Pensionsverpflichtungen im Hinblick auf die gegenwärtigen und zukünftigen Erträge der Anlagen dauerhaft erfüllen lassen. Bei Pensionsverpflichtungen liegen Risiken in der höheren Lebenserwartung von Versorgungsberechtigten sowie in Verpflichtungen, die Rentenhöhen regelmäßig anzupassen. Darüber hinaus können sich die Kosten für Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen in den USA und Kanada erhöhen. Außerdem können in einigen Ländern künftig die Zahlungen an Pensionsfonds auf Grund verschärfter gesetzlicher Anforderungen beachtlich steigen. In Einzelfällen kann bei vorzeitiger Auflösung eines Pensionsplans eine zusätzliche Zuführung erforderlich werden. Einzelheiten hierzu finden Sie im Anhang zum Konzernabschluss unter Nr. 23.
Personalrisiken
Ein zentraler Erfolgsfaktor für ThyssenKrupp sind engagierte und kompetente Mitarbeiter und Führungskräfte. Risiken, solche Leistungsträger für offene Stellen in unserem Konzern nicht zu finden oder kompetente Stelleninhaber zu verlieren, begegnen wir mit einem Bündel von personalpolitischen Maßnahmen. Wir positionieren uns als attraktiver Arbeitgeber und fördern eine langfristige Bindung der Mitarbeiter an den Konzern. Die konsequente Managemententwicklung mit Karriereperspektiven und attraktiven Anreizsystemen für Führungskräfte führen wir fort. Wir intensivieren die zielgruppenorientierte Beratung unserer Mitarbeiter und stärken die Identifikation der Nachwuchskräfte mit dem Unternehmen auf allen Ebenen.
Auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten halten wir an unserem hochqualifizierten Ausbildungssystem fest. Durch frühzeitige Kontakte informieren wir interessierte Jugendliche über die Berufschancen bei ThyssenKrupp und stellen so den notwendigen Nachwuchs für unsere Belegschaften sicher. Auch die intensive Zusammenarbeit mit Schwerpunktuniversitäten zur frühzeitigen Kontaktaufnahme mit qualifizierten Studenten führen wir konsequent fort. Näheres zu diesen Themen können Sie im Kapitel "Mitarbeiter" lesen.
Risiken der künftigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung
Die Weltwirtschaft wird sich nur allmählich stabilisieren. Nach einem Rückgang des Welt-Bruttoinlandsprodukts um 1,4 % im Jahr 2009 rechnen wir für 2010 lediglich mit einem leichten Wachstum von 2,7 %. Dieser Prognose liegt eine Reihe von Annahmen zu Grunde; unterstellt wird beispielsweise eine weitgehende geopolitische Stabilität. Darüber hinaus gehen wir davon aus, dass sich die von der internationalen Finanzkrise ausgehenden Risiken nicht verschärfen, sondern allmählich zurückbilden werden.
Es bestehen allerdings weiterhin konjunkturelle Abwärtsrisiken. Sollte die Finanzkrise 2010 nicht weitgehend überwunden werden, könnte es zu negativen Rückpralleffekten kommen. Da der geld- und fiskalpolitische Spielraum enger geworden ist, bleibt weniger Raum für weitere staatliche Konjunkturprogramme. Die unterstellte leichte gesamtwirtschaftliche Belebung wäre auch gefährdet, wenn wichtige Länder zu früh ihre fiskalpolitische Konsolidierung einleiten würden. Auch Steuererhöhungen oder zu schnelle Zinserhöhungsschritte der Notenbanken und stärker als erwartet steigende Arbeitslosenzahlen könnten die Wachstumschancen nachhaltig belasten.
Wir erwarten für 2010 einen weitgehend stabilen Wechselkurs des Euro und nur mäßig anziehende Energie- und Rohstoffpreise. Die defizitäre Entwicklung der US-Zahlungsbilanz birgt jedoch das Risiko einer zunehmenden US-Dollar-Schwäche bzw. Euro-Aufwertung, die gerade die Exportchancen der deutschen Wirtschaft beeinträchtigen könnte. Eine Abwertung des US-Dollar könnte auf den Energie- und Rohstoffmärkten zu einem verstärkten Preisauftrieb führen.
Spezifische Risiken unserer Aktivitäten
Qualitätsflachstahl im Sog der Konjunkturkrise
Für unsere europäischen Qualitätsflachstahl-Aktivitäten, die seit 01. Oktober 2009 die Business Area Steel Europe ausmachen, zählen zu den Risiken der künftigen Entwicklung insbesondere Marktrisiken auf der Absatz- und Beschaffungsseite sowie Risiken aus dem Emissionshandel. Im Falle einer weiterhin schlechten gesamtwirtschaftlichen Lage steigt das bereits vorhandene Risiko von Kundeninsolvenzen. Dem Risiko einer weiter anhaltenden Wirtschaftskrise begegnen wir durch Kostenoptimierung in allen Bereichen, rechtzeitige Produktionsanpassungen und Konzentration auf anspruchsvolle Marktsegmente mit geringerer Zyklizität. Das steigende Risiko von Kundeninsolvenzen wird durch die Festlegung interner Limite für jeden einzelnen Kunden begrenzt.
Wegen des Risikos steigender Rohstoff- und Energiepreise suchen wir ständig alternative Beschaffungsquellen und geben Preiserhöhungen möglichst an die Kunden weiter. Unsere Qualitätsrisiken sind minimiert, da die Wertschöpfungsketten stetig optimiert werden.
Um Großrisiken versichern zu können und die Kosten bei Schadensfällen zu verringern, ist es besonders wichtig, vorbeugend Schäden zu verhüten. Ein sachversicherungsbezogenes wirtschaftliches und technisches Risikocontrolling ist deshalb als fester Bestandteil in den Risikomanagement-Prozess integriert. Für den Fall, dass der Betrieb einmal unterbrochen werden sollte, bestehen Business Continuity Plans mit konkreten Maßnahmen für die Schadenbeseitigung.
Die Mengen- und Preisrisiken für Emissionsberechtigungen aus dem Emissionshandel der zweiten Handelsperiode, die sich von 2008 bis 2012 erstreckt, sind durch eine konzernweit gültige Emissionshandelsstrategie minimiert.
Intensives Projektcontrolling bei Großprojekten in Amerika
Bei unseren Qualitätsstahl-Großprojekten in Amerika – seit Beginn des neuen Geschäftsjahres in der Business Area Steel Americas zusammengefasst – kann es zu weiteren Abwicklungsproblemen wie teilweisen Zeitverzögerungen und Budgetüberschreitungen kommen. Ein intensives Projektcontrolling, verstärktes Projektmanagement sowie wöchentliche Projektbesprechungen und -berichte versetzen uns in die Lage, alle relevanten Risiken bei der Realisierung dieser Projekte zeitnah zu erfassen und zu kommunizieren. Durch ein effizientes Claims Management stellen wir darüber hinaus sicher, dass alle Ansprüche unserer Vertragspartner angemessen abgewickelt und gesteuert werden. Darüber hinaus befindet sich ThyssenKrupp im Zusammenhang mit dem Bau des Stahlwerks und der Kokerei in Brasilien in gerichtlichen, schiedsgerichtlichen und außergerichtlichen Auseinandersetzungen, die zu Schadenersatzleistungen führen können.
Risiken beim Anlauf der künftigen Produktion werden durch verlängerte Hochlaufzeiten sowie sorgfältige Auswahl und Schulung der neuen Mitarbeiter minimiert. Ein frühzeitiger Auf- und Ausbau des Kundenstamms reduziert die möglichen Absatzrisiken; außerdem passen wir den Hochlauf der beiden Großprojekte der wirtschaftlichen Entwicklung an. Mehr darüber können Sie im Kapitel "Unternehmenssteuerung – Ziele und Strategie" nachlesen. Das Beschaffungsrisiko für Eisenerz verringern wir durch langfristige Verträge und die enge Beziehung zu dem brasilianischen Eisenerz-Bergwerksunternehmen Vale, das an unserem brasilianischen Hüttenwerk beteiligt ist.
Umfangreiche Maßnahmen gegen Marktrisiken bei Stainless
Für unsere Stainless-Aktivitäten, die künftig in der Business Area Stainless Global gebündelt sind, ergeben sich neben den branchenüblichen Risiken auf Grund der zyklischen Stahlkonjunkturverläufe vornehmlich Risiken aus der Entwicklung der Märkte durch bestehende und weiter wachsende Überkapazitäten bei den Rostfrei-Produzenten in Asien.
Diesen Marktrisiken begegnen wir mit zahlreichen Maßnahmen. Wir verlängern die Wertschöpfungskette in Richtung des margenträchtigen Endkundengeschäfts, intensivieren die Kundenbeziehungen, bauen das kundennahe Serviceangebot aus und verbessern Qualität sowie Lieferleistungen. Hinzu kommen neuentwickelte Anwendungen für rostfreie Stähle und Nickellegierungen, innovative Produkte aus diesen Werkstoffen sowie moderne und kostensparende Prozesstechnologien.
Wegen der Risiken aus der gegenwärtigen Konjunkturkrise wurde in den Stainless-Werken ein weitreichendes Maßnahmenprogramm angestoßen und zum Teil bereits umgesetzt, das deutliche Produktionsanpassungen, geringere Verwaltungskosten sowie weitere Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen in allen Bereichen umfasst.
Auch beim Bau des Edelstahlwerks bei Mobile in Alabama/USA sind weitere Zeitverzögerungen und Budgetüberschreitungen denkbar. Ebenso wie bei dem benachbarten Bau des Weiterverarbeitungswerks von Steel Americas sorgen deshalb auch hier ein intensives Projektcontrolling sowie Projektbesprechungen und -berichte für detaillierte Risikobewertungen; alle Risiken werden erfasst und kommuniziert.
Zur Absicherung gegen Nickelpreisrisiken haben wir ein gestuftes Bandbreitenmodell eingeführt, das ein dauerhaftes Sicherungskonzept darstellt. Dabei werden Teile der ungesicherten Bestände, die auf Grund der Schwankungen des Nickelpreises an der London Metal Exchange einem Warenpreisänderungsrisiko unterliegen, durch Warentermingeschäfte (Nickel Futures) abgesichert. Die maximale Sicherungsmenge beträgt 80 % des monatlich ermittelten Nickelrisikobestands.
Maßnahmenpaket gegen Preisrisiken bei Werkstoffdienstleistungen
Den Schwerpunkt unseres Handels- und Dienstleistungsgeschäfts bilden Werkstoffdienstleistungen für Kunden in aller Welt, wobei diese Aktivitäten heute in der neuen Business Area Materials Services zusammengefasst sind. Den sich hieraus ergebenden Risiken begegnen wir wirkungsvoll mit einem umfassenden Maßnahmenpaket. Dazu gehört vor allem ein systematisch weiterentwickeltes Net-Working- Capital-Management, insbesondere um die Bestände zu optimieren. Zudem werden umfangreiche Kostensenkungsprogramme sowie entsprechende Kapazitätsanpassungen durchgeführt. Die Risiken aus der Restabwicklung von Projekten sind durch ein laufendes Projektcontrolling eingegrenzt.
Die weltweite Präsenz, eine breite Kundenbasis und der hohe Diversifikationsgrad unserer Aktivitäten wirken konjunkturellen Risiken entgegen. Die sich hieraus ergebende Risikostreuung gilt auch für Forderungsausfallrisiken, die darüber hinaus durch Absicherungsinstrumente begrenzt sind.
Regionale Risiken bei Elevator weitgehend ausgeglichen
Die Risikostruktur unserer Aufzugsaktivitäten – seit Beginn des angelaufenen Geschäftsjahres Business Area Elevator Technology – wird im Wesentlichen von zwei Faktoren bestimmt: den unterschiedlichen Geschäftsaktivitäten sowie den verschiedenen Regionen, in denen wir tätig sind.
In Bezug auf die Geschäftsaktivitäten ist das Service- und Modernisierungsgeschäft vergleichsweise wenig abhängig von konjunkturellen Entwicklungen. Um dem Verlust von Wartungseinheiten frühzeitig entgegenzuwirken, nutzen wir entsprechende Marketingstrategien, um Kunden langfristig zu binden. Zudem gleichen kontinuierliche Effizienzsteigerungsmaßnahmen häufig steigende Beschaffungskosten wie z.B. steigende Benzinpreise aus, sofern diese nicht vollständig an die Kunden weitergegeben werden können.
Anders stellt sich die Situation im Neuanlagengeschäft dar, das eng mit dem Bausektor verzahnt ist und daher stärker Konjunkturschwankungen unterliegt. Risiken aus der Abwicklung von Großprojekten begegnen wir mit gezielten Projektsteuerungsmaßnahmen. Zudem werden steigende Materialpreise durch Effizienzsteigerungen in der Produktion und einen optimierten Einkauf größtenteils kompensiert.
In Bezug auf die regionale Verteilung der Geschäftsaktivitäten wird ein weitgehender interner Risikoausgleich erreicht, da Elevator in sehr unterschiedlichen Märkten präsent ist, die sich üblicherweise in verschiedenen Phasen des Konjunkturzyklus befinden. Die Wechselkursrisiken, die sich aus der regionalen Verteilung der Geschäftsaktivitäten ergeben, werden durch zeitnahe Abrechnung von Kosten und Umsätzen abgeschwächt.
Bedingt durch die Wirtschaftskrise bestehen aber erhöhte Risiken im Hinblick auf die Zahlungsfähigkeit der Kunden sowie deren Finanzierungsmöglichkeiten. Daraus könnten erhöhte Forderungsausfälle und die Verschiebung oder Stornierung von Projekten resultieren. Außerdem steigt die Wettbewerbsintensität auf allen bedeutenden Märkten, was zu einem weiteren Preisdruck führt. Wir begegnen diesen Tendenzen durch professionelles Projektmanagement und umfassende Bonitätsprüfungen der Kunden. Außerdem können gute Kundenbindung, hohe Servicequalität und wirksame Effizienzprogramme den zunehmenden Preisdruck mildern.
Anlagenbau: Finanzierungsengpässe der Kunden als Risiko
Für unsere im Anlagenbau tätigen Unternehmen, die seit 01. Oktober 2009 in der Business Area Plant Technology zusammengefasst sind, liegen die allgemeinen Risiken in der weiteren konjunkturellen Entwicklung der Weltwirtschaft und den unsicheren Absatzerwartungen in allen relevanten Abnehmerbranchen. Kundenseitige Finanzierungsengpässe und sinkende Rohstoffpreise können zu Projektverschiebungen oder -stornierungen führen. Neben diesen Risiken sind weiterhin auch Risiken aus der politischen Entwicklung zu beachten, beispielsweise im Mittleren und Nahen Osten. Die darüber hinaus bestehenden speziellen Risiken für die Abwicklung von langfristigen Großaufträgen und technisch komplexen Aufträgen werden durch ein intensives Projektcontrolling sowie einen verstärkten Einsatz von Projektsteuerungsmaßnahmen eingegrenzt.
Marktrisiken im Komponentengeschäft
Für die seit Beginn des neuen Geschäftsjahres in der Business Area Components Technology zusammengefassten Aktivitäten liegen Marktrisiken vor allem in einer fortgesetzten Rezession der Automobilbranche. Bei Automotive-Komponenten müssen wir weiterhin mit teilweise drastisch reduzierten Abrufen durch die Automobilfirmen rechnen. Wir begegnen den Risiken durch entsprechende Produktionskürzungen und reduzierte Vertriebs- und Verwaltungskosten. Die Marktrisiken werden durch unsere Produktionskapazitäten in China verringert, da wir hier entgegen dem weltweiten Trend von Absatzsteigerungen profitieren.
Risiken bei den Werften
Auf Grund der weltweiten Wirtschaftskrise und rückläufiger Neuaufträge besteht für unsere Werften ein Auslastungsrisiko. Extrem gesunkene Frachtraten sowie Finanzierungsprobleme der Kunden führen zu Verschiebungen bzw. Stornierungen von Schiffsneubauten, insbesondere von Containerschiffen und Yachten. Durch konkrete Optimierungsmaßnahmen, auch hinsichtlich der Prozessabläufe, wirken wir den daraus resultierenden Risiken entgegen. Unsere Werftenaktivitäten sind seit 01. Oktober 2009 in der Business Area Marine Systems gebündelt.
Ein weiteres Risiko resultiert aus der Entscheidung der EU-Kommission im Beihilfeverfahren Hellenic Shipyards (HSY). Die Kommission hat Zusagen des griechischen Staates an die HSY vor und während der Privatisierung im Zeitraum 1997 – 2002 untersucht. Auf dieser Basis hat sie entschieden, dass aus dem untersuchten Katalog von staatlichen Zusagen einige nicht den beihilferechtlichen Anforderungen des EU-Rechts entsprechen. ThyssenKrupp hat Rückgriffsansprüche für den Fall, dass sich aus der nationalen Umsetzung der Entscheidung finanzielle Schäden ergeben. Trotzdem lassen sich bei ungünstiger Entwicklung finanzielle Belastungen nicht ausschließen. Darüber hinaus haben HSY und Howaldtswerke – Deutsche Werft GmbH (HDW) die beiden U-Boot-Programme mit dem griechischen Staat über den Neubau von vier U-Booten der Klasse U-214 und der Modernisierung von drei U-Booten der Klasse U-209 gekündigt. Entsprechende Schiedsklagen gegen den griechischen Staat sollen zeitnah eingereicht werden, um die sich aus der Kündigung ergebenden Ansprüche gegen den griechischen Staat durchzusetzen.
Corporate: Risikokontrolle durch Projektcontrolling und -compliance
Aus dem Bau des ThyssenKrupp Quartiers in Essen bestehen Risiken von Baukostensteigerungen und Terminverschiebungen. Wir beobachten und analysieren das Bauvorhaben systematisch und kontinuierlich im Rahmen des Projektcontrolling und der Projektcompliance; aus heutiger Sicht werden die Gebäude zu den geplanten Terminen fertiggestellt sein. Darüber hinaus bestehen Risiken aus ehemals industriell genutzten Grundstücken, deren Boden Umweltbelastungen aufweisen kann.
Keine bestandsgefährdenden Risiken
Für ThyssenKrupp liegen insgesamt keine bestandsgefährdenden Risiken vor. Eine effiziente und maßgeschneiderte Steuerung aller Risikokategorien trägt dazu bei, die Risiken im Konzern insgesamt zu begrenzen. Die Gesamtrisikosituation bleibt damit weiterhin überschaubar.






