- Überwachung und Beratung im kontinuierlichen Dialog mit dem Vorstand
- Effiziente Arbeit in den Ausschüssen des Aufsichtsrats
- Sitzungen und Beschlussfassungen des Aufsichtsrats
- Corporate Governance und Entsprechenserklärung
- Prüfung von_Jahres- und Konzernabschluss
- Besetzung von Aufsichtsrat und Vorstand
Bericht des Aufsichtsrats
Der Aufsichtsrat informiert im nachfolgenden Bericht über seine Tätigkeit im Geschäftsjahr 2008/2009. Im Mittelpunkt der Beratungen mit dem Vorstand standen insbesondere die Auswirkungen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise auf den ThyssenKrupp Konzern, die großen Investitionsprojekte des Stahlbereichs in Brasilien und den USA sowie die neue Organisation des Konzerns.

Dr. Gerhard Cromme
Vorsitzender des Aufsichtsrats
Überwachung und Beratung im kontinuierlichen Dialog mit dem Vorstand
Auch im Geschäftsjahr 2008/2009 hat der Aufsichtsrat die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Kontroll- und Beratungsaufgaben mit großer Sorgfalt wahrgenommen. Zur Diskussion und Entscheidung standen in den einzelnen Sitzungen des Aufsichtsrats zahlreiche Sachthemen sowie zustimmungspflichtige Geschäftsvorfälle.
Wir haben den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig beraten und seine Geschäftsführung kontinuierlich begleitet und überwacht. In alle für das Unternehmen bedeutsamen Entscheidungen war der Aufsichtsrat frühzeitig und intensiv eingebunden. Die Zusammenarbeit mit dem Vorstand war durch einen intensiven und offenen Austausch gekennzeichnet. Der Vorstand unterrichtete uns regelmäßig, zeitnah und umfassend in schriftlicher und mündlicher Form über alle für das Unternehmen wesentlichen Aspekte, vor allem über die Entwicklung der Geschäfts- und Finanzlage und deren Auswirkungen auf die Beschäftigungssituation, über Investitionsvorhaben und laufende Investitionen sowie über grundsätzliche Fragen der Unternehmensplanung und -strategie. Unser besonderes Augenmerk galt im Berichtsjahr vor dem Hintergrund der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise der aktuellen Ertragssituation einschließlich der Risikolage und des Risikomanagements, ferner der Neuorganisation des Konzerns sowie der Entwicklung der beiden großen Investitionsprojekte in Brasilien und den USA. Die strategische Ausrichtung des Unternehmens hat der Vorstand mit uns abgestimmt. Bei Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den aufgestellten Plänen und Zielen gab der Vorstand ausführliche Erläuterungen in schriftlicher oder mündlicher Form ab. Zusammen mit dem Vorstand diskutierten wir intensiv über die Gründe für die Abweichungen, so dass zielführende Maßnahmen eingeleitet werden konnten.
Alle für das Unternehmen bedeutenden Geschäftsvorgänge haben wir auf Basis der Berichte des Vorstands in den Ausschüssen und im Plenum ausführlich erörtert. Nach gründlicher Prüfung und Beratung hat der Aufsichtsrat zu den Berichten und den Beschlussvorschlägen des Vorstands, soweit dies nach Gesetz und Satzung erforderlich war, sein Votum abgegeben. Auch außerhalb der Sitzungen des Plenums und der Ausschüsse standen wir in regelmäßigem Kontakt mit dem Vorstand. Wir haben uns über wesentliche Entwicklungen und Entscheidungen informiert und den Vorstand beratend unterstützt. Darüber hinaus habe ich als Aufsichtsratsvorsitzender in gesonderten Gesprächen mit dem Vorstand die Perspektiven der einzelnen Konzernsegmente sowie die neue Konzernorganisation und die Auswirkungen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise auf ThyssenKrupp erörtert. Die Anteilseigner- und die Arbeitnehmervertreter haben jeweils in gesonderten Gesprächen vor den Aufsichtsratssitzungen wesentliche Themen der Tagesordnung beraten.
Im Geschäftsjahr 2008/2009 befasste sich der Aufsichtsrat in vier turnusmäßigen und einer außerordentlichen Sitzung eingehend mit der wirtschaftlichen Lage, mit der operativen und strategischen Entwicklung des Unternehmens und seiner Geschäftsfelder sowie mit der Neuorganisation des Konzerns. Mit dem Ende der Hauptversammlung am 23. Januar 2009 waren die Mandate der Arbeitnehmervertreter ausgelaufen. Unmittelbar nach der Hauptversammlung fand eine konstituierende Sitzung des Aufsichtsrats mit den neu gewählten Arbeitnehmervertretern statt. Diese wurden bereits in der Delegiertenversammlung am 09. Dezember 2008 gewählt.
Zu besonderen Geschäftsvorgängen, die für die Beurteilung von Lage oder Entwicklung sowie für die Leitung des Unternehmens von wesentlicher Bedeutung waren, wurde der Aufsichtsrat durch den Vorstand auch zwischen den Sitzungen unverzüglich mittels schriftlicher Berichte umfassend in Kenntnis gesetzt. Zustimmungspflichtige Geschäftsvorfälle hat der Vorstand anhand ausführlicher Unterlagen jeweils ordnungsgemäß zur Beschlussfassung vorgelegt. Neue zustimmungspflichtige Geschäfte sind vom Aufsichtsrat im Berichtsjahr nicht festgelegt worden. In Abstimmung mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden wurde in sachlich gebotenen Fällen eine Beschlussfassung im schriftlichen Verfahren durchgeführt. Interessenkonflikte von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat gegenüber unverzüglich offenzulegen sind und über die die Hauptversammlung zu informieren ist, sind auch im Berichtsjahr nicht aufgetreten.
Die Präsenz bei den Aufsichtsratssitzungen lag im Berichtsjahr durchschnittlich bei 96 %. Kein Aufsichtsratsmitglied hat an weniger als der Hälfte der Sitzungen teilgenommen. Die Ausschüsse tagten im Berichtsjahr jeweils in vollzähliger Besetzung.
Effiziente Arbeit in den Ausschüssen des Aufsichtsrats
Zur Wahrnehmung seiner Aufgaben hat der Aufsichtsrat insgesamt sechs Ausschüsse eingerichtet, die die Arbeit im Plenum effektiv unterstützen. Die Ausschüsse bereiten die Beschlüsse des Aufsichtsrats sowie die Themen vor, die im Plenum zu behandeln sind. In Einzelfällen wurden im gesetzlichen Rahmen Entscheidungsbefugnisse des Aufsichtsrats auf Ausschüsse übertragen. Diese Aufteilung hat sich in der Praxis ausgezeichnet bewährt. Außer im Prüfungsausschuss führt der Aufsichtsratsvorsitzende in allen Ausschüssen den Vorsitz. Über die Inhalte und Ergebnisse der Ausschuss-Sitzungen wurde in den nachfolgenden Plenumssitzungen jeweils berichtet. Deshalb verfügte der Aufsichtsrat über eine umfassende Informationsbasis, um sich mit den jeweiligen Themen auseinanderzusetzen. Die Zusammensetzung der einzelnen Ausschüsse kann der Aufstellung auf Seite 45 entnommen werden.
Das Präsidium trat im Berichtsjahr zu sieben Sitzungen zusammen. Auch außerhalb dieser Sitzungen habe ich mit den Präsidiumsmitgliedern engen Kontakt gehalten und Projekte von besonderer Bedeutung für den Konzern besprochen. Schwerpunkte der Beratungen im Präsidium waren die Vorbereitung der Plenumssitzungen, die Auswirkungen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise auf den Konzern, die neue Konzernorganisation, die Fortschrittsberichte zur Errichtung der Werke in Brasilien und den USA sowie die Vorbereitung der Effizienzprüfung des Aufsichtsrats.
Der Personalausschuss, der die Personalentscheidungen des Aufsichtsrats vorbereitet und für sonstige Vorstandsangelegenheiten zuständig ist, kam fünfmal zusammen. Bis zur Änderung der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat am 04. September 2009 oblagen ihm anstelle des Aufsichtsrats auch die Beschlussfassung über Abschluss, Änderung und Beendigung der Anstellungsverträge mit den Mitgliedern des Vorstands und die Festlegung einer jährlichen Tantieme. Wesentliche Beratungsthemen waren im Berichtsjahr die Aufhebung der Bestellungen von Herrn Jürgen H. Fechter und Herrn Dr. Karl-Ulrich Köhler zu Vorstandsmitgliedern der ThyssenKrupp AG, die Ausscheidungsvereinbarungen mit den beiden Herren sowie die Neubestellung von Herrn Dr. Alan Hippe zum Mitglied des Vorstands der ThyssenKrupp AG und die damit einhergehende Änderung der Geschäftsverteilung des Vorstands. Ferner hat der Personalausschuss dem Plenum vorgeschlagen, vor dem Hintergrund der aktuellen Ergebnissituation für das Geschäftsjahr 2008/2009 keine Tantieme an die Mitglieder des Vorstands der ThyssenKrupp AG zu zahlen. Er erteilte des Weiteren seine Zustimmung zur Übernahme von Mandaten durch einzelne Vorstandsmitglieder bei anderen Unternehmen sowie zur Beauftragung der Rechtsanwaltssozietät Clifford Chance, der das Aufsichtsratsmitglied Herr Dr. Kersten v. Schenck bis zum 30. Juni 2009 als Partner angehörte und für die er seit seinem Ausscheiden als Partner nun als Of Counsel tätig ist.
Der Vermittlungsausschuss gemäß § 27 Abs. 3 MitbestG musste auch im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht einberufen werden.
Der Prüfungsausschuss kam viermal zusammen. An den Sitzungen nahmen regelmäßig die Abschlussprüfer sowie der Vorsitzende des Vorstands, sein Stellvertreter und der Finanzvorstand teil. Der Ausschuss befasste sich schwerpunktmäßig mit dem Jahres- und dem Konzernabschluss, den Prüfungsberichten des Abschlussprüfers sowie mit der Weiterentwicklung des Risikomanagements und des Compliance-Programms. Ferner wurden die zu veröffentlichenden Zwischenberichte erörtert. Ein weiteres Thema waren die Auswirkungen des neu in Kraft getretenen Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes auf den Konzern. In seiner November-Sitzung 2008 wurde der Ausschuss umfassend über die Compliance-Aktivitäten des Konzerns informiert. Der Abschlussprüfer berichtete stets ausführlich über alle für die Aufgaben des Aufsichtsrats wesentlichen Feststellungen und Vorkommnisse, die sich bei der Durchführung der Abschlussprüfung bzw. der prüferischen Durchsicht der Zwischenberichte ergeben hatten.
Der Prüfungsausschuss hat sich außerdem mit der Erteilung des Prüfungsauftrags an den Abschlussprüfer befasst und dem Plenum einen Vorschlag zur Wahl des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2008/2009 unterbreitet. Nach der Wahl durch die Hauptversammlung beauftragte der Prüfungsausschuss den Abschlussprüfer mit der Prüfung des Jahres- und des Konzernabschlusses der ThyssenKrupp AG sowie mit der prüferischen Durchsicht der Zwischenberichte. Ferner wurde die Vergütung für den Abschlussprüfer beschlossen. In diesem Zusammenhang wurden die Unabhängigkeitserklärung des Abschlussprüfers gemäß Ziffer 7.2.1 des Deutschen Corporate Governance Kodex eingeholt und die Qualifikation des Prüfers überwacht. Behandelt wurde ferner die Vergabe von Aufträgen für nicht prüfungsbezogene Dienstleistungen an den Abschlussprüfer. Der Prüfungsausschuss ließ sich regelmäßig über den Stand der großen Investitionsprojekte in Brasilien und den USA im Stahl- und Edelstahlbereich informieren und hat diese Projekte eingehend erörtert. Ein wesentliches Thema war dabei der Stand der Arbeiten an der Kokerei im Werk Brasilien. Auch im Prüfungsausschuss wurden die Auswirkungen der weltweiten Finanzkrise, insbesondere im Hinblick auf die Refinanzierungsmöglichkeiten des Konzerns, regelmäßig und ausführlich erörtert. Der Ausschuss hat sich ferner mit den Ergebnissen der internen Prüfungstätigkeit der Konzernrevision sowie mit regelmäßigen Berichten über rechtliche Risiken auseinandergesetzt; so konnte er sich von der Rechtmäßigkeit der Unternehmensführung überzeugen.
Der Strategie-, Finanz- und Investitionsausschuss befasste sich im Berichtsjahr in drei Sitzungen mit der strategischen Weiterentwicklung und der Neuorganisation des Konzerns und der einzelnen Segmente. Weitere Themen waren die Unternehmens- und Investitionsplanung sowie die Vorbereitung entsprechender Beschlüsse des Aufsichtsrats. Ausführlich wurden auch in diesem Ausschuss die beiden Investitionsprojekte in Brasilien und den USA behandelt.
Der im September 2007 gebildete Nominierungsausschuss nahm im Berichtsjahr seine Arbeit auf, um Wahlvorschläge für die anstehende Neuwahl der Anteilseignervertreter in der Hauptversammlung am 21. Januar 2010 zu erörtern. Er legte Kriterien fest, auf deren Basis er anschließend Kandidaten auswählte und dem Plenum zur Nominierung vorschlug.
Sitzungen und Beschlussfassungen des Aufsichtsrats
Gegenstand regelmäßiger Erörterungen im Plenum waren die Auswirkungen der weltweiten Finanzund Wirtschaftskrise auf ThyssenKrupp, die Umsatz-, Ergebnis- und Beschäftigungsentwicklung des Konzerns und seiner Segmente, die Finanzlage und Rating-Situation sowie alle wesentlichen Beteiligungs- und Desinvestitionsprojekte. In mehreren Sitzungen wurden ferner die großen Investitionsprojekte in Brasilien und den USA sowie die neue Organisation des Konzerns erörter
In der Sitzung am 27. November 2008 haben wir uns vorrangig mit dem Jahres- und dem Konzernabschluss zum 30. September 2008 – einschließlich Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands – sowie mit der Unternehmensplanung für das Geschäftsjahr 2008/2009 befasst. Auf der Grundlage eines ausführlichen Berichts des Vorstands haben wir ferner über die strategische Weiterentwicklung des Konzerns sowie über die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise beraten. Breiten Raum nahm die Erörterung der bereits erwähnten Investitionsprojekte in Brasilien und den USA ein. Nach ausführlicher Beratung haben wir der Erhöhung der Investitionsbudgets für beide Projekte zugestimmt. Der Aufsichtsrat hat außerdem die vom Personalausschuss auf Basis der geltenden Tantiemerichtlinie festgelegte Tantieme für das Geschäftsjahr 2007/2008 für die einzelnen Vorstandsmitglieder zustimmend zur Kenntnis genommen und die Tagesordnung für die Hauptversammlung der ThyssenKrupp AG am 23. Januar 2009 mit den Beschlussvorschlägen verabschiedet. Ferner haben wir dem Verkauf der von ThyssenKrupp Services gehaltenen Anteile an der Dufer S.A. sowie dem Erwerb der ausstehenden Minderheitsanteile an der ThyssenKrupp Röhm Kunststoffe GmbH unsere Zustimmung erteilt. Gegenstand unserer Beratungen war überdies ein Fortschrittsbericht zum neuen ThyssenKrupp Quartier in Essen. In Abwesenheit des Vorstands hat sich der Aufsichtsrat nach vorheriger Vorbereitung im Präsidium mit der Effizienzprüfung des Aufsichtsrats befasst.
In der Sitzung am 23. Januar 2009, unmittelbar vor der Hauptversammlung, hat uns der Vorstand vornehmlich über die aktuelle Lage des Konzerns informiert. Ferner haben wir die Sitzung zur Vorbereitung der anschließenden Hauptversammlung genutzt. Des Weiteren wurde das Thema Vorstandsangelegenheiten erörtert. Nachdem wir in dieser Sitzung die Bestellung von Herrn Dr. Alan Hippe zum Mitglied des Vorstands der ThyssenKrupp AG beraten hatten, erfolgte der entsprechende Beschluss Ende Januar im schriftlichen Verfahren.
Unmittelbar nach der Hauptversammlung am 23. Januar 2009 wurden in der konstituierenden Sitzung des Aufsichtsrats Herr Dr. Gerhard Cromme als Vorsitzender des Aufsichtsrats bestätigt und Herr Bertin Eichler wiederum zum stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt. Die Ausschüsse wurden auf Seiten der Arbeitnehmervertreter neu besetzt.
In einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung am 27. März 2009 haben wir vor dem Hintergrund der weltweiten Wirtschaftskrise mit dem Vorstand die Lage des Konzerns, die Rating-Situation sowie den Stand der Großprojekte in Brasilien und den USA erörtert. Ein Schwerpunkt dieser Sitzung war das vom Vorstand vorgelegte Konzept zur Neuorganisation des Konzerns, das wir ausführlich beraten haben. Der Aufsichtsrat hat sich ferner nach vorheriger Beratung im Personalausschuss mit Vorstandspersonalien befasst und einen neuen Geschäftsverteilungsplan für den Vorstand verabschiedet.
Die Sitzung am 13. Mai 2009 haben wir genutzt, um mit dem Vorstand nach dem regelmäßigen Bericht zur Lage des Konzerns insbesondere das weiterentwickelte Konzept zur neuen Konzernorganisation zu erörtern. Der Vorstand hat uns ferner einen ausführlichen Bericht zum ThyssenKrupp PLuS-Programm gegeben, mit dem insbesondere Maßnahmen zur Verringerung des Netto-Umlaufvermögens und zur Ergebnissicherung realisiert werden. Die Finanzlage des Konzerns und die Rating- Situation waren ebenso Gegenstand unserer Beratungen wie die Überlegungen des Vorstands zur Verschiebung von Investitionsprojekten. Wir haben einzelne Maßnahmenprogramme zur Effizienzsteigerung in den Segmenten erörtert sowie die Situation der Werften und der in der Automobilzulieferung tätigen Konzernunternehmen diskutiert. Gegenstand der Sitzung war ferner der Stand der Arbeiten am ThyssenKrupp Quartier. Darüber hinaus haben wir im Rahmen des European-Manufacturing-Konzepts des Segments Elevator einem Grundstückserwerb in Madrid zugestimmt. In Abwesenheit des Vorstands hat der Aufsichtsrat eine Änderung der Tantiemerichtlinie für den Vorstand erörtert und beschlossen.
Schwerpunkte unserer Beratungen in der Sitzung am 04. September 2009 waren der Bericht des Vorstands zur Lage des Konzerns, Fortschrittsberichte zur Errichtung der neuen Stahl- und Verarbeitungswerke in Brasilien und den USA sowie die Verabschiedung der neuen Konzernorganisation und eines neuen Geschäftsverteilungsplans für den Vorstand. Im Zuge der Neuorganisation hat uns der Vorstand über die zukünftige Ausrichtung der beiden Divisions Materials und Technologies unterrichtet. Ferner haben wir in dieser Sitzung der Aufstockung der Beteiligung der brasilianischen Vale S.A. an der ThyssenKrupp CSA Siderúrgica do Atlântico Ltda. zugestimmt. Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat auf Vorschlag des Personalausschusses beschlossen, vor dem Hintergrund der aktuellen Ergebnissituation für das Geschäftsjahr 2008/2009 keine Tantieme an die Mitglieder des Vorstands zu zahlen.
Corporate Governance und Entsprechenserklärung
Der Aufsichtsrat hat auch im abgelaufenen Geschäftsjahr die Weiterentwicklung der Corporate-Governance- Standards fortlaufend beobachtet. Über die Corporate Governance bei ThyssenKrupp berichtet der Vorstand zugleich auch für den Aufsichtsrat gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex im Corporate-Governance-Bericht auf den Seiten 53-65. Der Aufsichtsrat hat die Umsetzung des Kodex bei ThyssenKrupp in der Aufsichtsratssitzung am 04. September 2009 intensiv diskutiert. Dabei haben wir uns insbesondere mit den von der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex in der Sitzung am 18. Juni 2009 vorgenommenen Kodex-Änderungen auseinandergesetzt. In Umsetzung neuer gesetzlicher Vorschriften sowie der neuen Empfehlungen des Kodex haben wir uns in Abwesenheit des Vorstands mit dem Vergütungssystem für den Vorstand befasst und Änderungen der Geschäftsordnungen für den Aufsichtsrat und den Prüfungsausschuss beschlossen. Ferner hat der Aufsichtsrat festgestellt, dass ihm eine nach seiner Einschätzung ausreichende Anzahl unabhängiger Mitglieder angehört.
Vorstand und Aufsichtsrat haben zum 01. Oktober 2009 gemeinsam eine aktualisierte Entsprechenserklärung nach § 161 AktG abgegeben, die den Aktionären auf der Website der Gesellschaft dauerhaft zugänglich ist. Die ThyssenKrupp AG entspricht sämtlichen vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des elektronischen Bundesanzeigers am 05. August 2009 bekannt gemachten Empfehlungen des Kodex in der Fassung vom 18. Juni 2009. Auch alle Anregungen des Kodex werden befolgt.
Prüfung von Jahres- und Konzernabschluss
Die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin, hat den vom Vorstand nach den Regeln des HGB aufgestellten Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 01. Oktober 2008 bis 30. September 2009 und den Lagebericht der ThyssenKrupp AG geprüft. Den Prüfauftrag hatte der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats entsprechend dem Beschluss der Hauptversammlung vom 23. Januar 2009 vergeben. Der Abschlussprüfer erteilte einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Der Konzernabschluss der ThyssenKrupp AG für das Geschäftsjahr vom 01. Oktober 2008 bis 30. September 2009 und der Konzernlagebericht wurden gemäß § 315 a HGB auf der Grundlage der internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellt. Auch diesen Konzernabschluss sowie den Konzernlagebericht hat der Abschlussprüfer mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.
Der Prüfungsausschuss hatte für das Berichtsjahr folgenden Prüfungsschwerpunkt festgelegt: Bestimmung der für die Konzernabschlusserstellung relevanten Elemente des internen Kontrollsystems im Rechnungswesen des ThyssenKrupp Konzerns. Der Bericht hierüber sowie die weiteren Prüfungsberichte und die Abschlussunterlagen wurden allen Aufsichtsratsmitgliedern rechtzeitig zugesandt. Sie wurden in der Prüfungsausschuss-Sitzung am 13. November 2009 sowie in der Sitzung des Aufsichtsrats am 26. November 2009 ausführlich diskutiert. In beiden Sitzungen berichtete der Abschlussprüfer über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung und stand für ergänzende Fragen und Auskünfte zur Verfügung. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses hat uns in der Plenumssitzung einen ausführlichen Bericht über die Behandlung des Jahresabschlusses und des Konzernabschlusses im Prüfungsausschuss erstattet. Nach eigener Prüfung und Diskussion des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses, des Lageberichts und des Konzernlageberichts haben wir dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer zugestimmt und in der Sitzung am 26. November 2009 gemäß der Empfehlung des Prüfungsausschusses den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und Konzernabschluss gebilligt. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt. Dem vom Vorstand erläuterten Gewinnverwendungsvorschlag haben wir uns nach eigener Prüfung und Abwägung aller Argumente angeschlossen, um die in den letzten Jahren praktizierte Dividendenkontinuität fortzusetzen. Wir halten die vorgeschlagene Dividende für angemess
Besetzung von Aufsichtsrat und Vorstand
Wie bereits im letzten Geschäftsbericht dargestellt, hat Herr Dr. Heinrich v. Pierer sein Aufsichtsratsmandat mit Ablauf des 15. November 2008 niedergelegt. An seiner Stelle hat die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung mit Wirkung vom 16. November 2008 Herrn Jürgen R. Thumann in den Aufsichtsrat entsandt. Mit Ablauf der Hauptversammlung am 23. Januar 2009 sind die Herren Heinrich Hentschel, Klaus Ix, Hüseyin Kavvesoglu und Dr. Klaus T. Müller aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden. Neu in den Aufsichtsrat wurden durch die Delegiertenversammlung am 09. Dezember 2008 Frau Susanne Herberger sowie die Herren Bernd Kalwa, Peter Remmler und Klaus Wiercimok gewählt. Als Nachfolger von Herrn Markus Bistram, der sein Aufsichtsratsmandat mit Ablauf des 15. September 2009 niedergelegt hat, wurde durch gerichtlichen Beschluss mit Wirkung vom 14. Oktober 2009 Herr Markus Grolms zum Mitglied des Aufsichtsrats bestellt. Den ausgeschiedenen Aufsichtsratsmitgliedern haben wir für die gute Zusammenarbeit und die konstruktive Begleitung des Unternehmens und des Vorstands in den zurückliegenden Jahren gedankt.
Ausgeschieden aus dem Vorstand sind mit Ablauf des 31. März 2009 die Herren Jürgen H. Fechter und Dr. Karl-Ulrich Köhler sowie mit Ablauf des 14. April 2009 Herr Dr. Wolfram Mörsdorf. Herr Dr. Alan Hippe wurde mit Wirkung vom 01. April 2009 neu in den Vorstand der ThyssenKrupp AG berufen. Auch den ausgeschiedenen Vorstandsmitgliedern haben wir für ihre langjährige Arbeit für den Konzern gedankt.
Der Aufsichtsrat spricht ferner den Vorständen, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Arbeitnehmervertretungen aller Konzerngesellschaften Dank und Anerkennung für ihr persönliches Engagement und die in einem schwierigen Umfeld geleistete Arbeit aus.
Dr. Gerhard Cromme
Vorsitzender
Düsseldorf, 26. November 2009






