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Konzernabschluss

Erläuterungen Konzern-Bilanz


Die immateriellen Vermögenswerte des Konzerns entwickelten sich wie folgt:

Mio €
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten Entwicklungs-kosten, eigenentwickelte Software und Website Firmenwerte Insgesamt
Bruttowerte          
Stand 30.09.2007 1.188 319 4.658 6.165
Währungsunterschiede – 3 5 – 72 – 70
Veränderung Konsolidierungskreis 36 – 3 69 102
Zugänge 57 103 49 209
Umbuchungen 19 – 2 0 17
Abgänge – 14 – 41 – 2 – 57
Stand 30.09.2008 1.283 381 4.702 6.366
Währungsunterschiede – 9 4 – 40 – 45
Veränderung Konsolidierungskreis 7 0 71 78
Zugänge 85 90 2 177
Umbuchungen 29 14 0 43
Abgänge – 35 – 1 – 8 – 44
Stand 30.09.2009 1.360 488 4.727 6.575
           
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen
Stand 30.09.2007 584 156 863 1.603
Währungsunterschiede – 2 2 – 13 – 13
Veränderung Konsolidierungskreis 1 – 4 – 4 – 7
Abschreibungen 90 33 0 123
Wertminderungsaufwendungen 5 8 0 13
Wertaufholungen 0 0 0
Umbuchungen 0 1 0 1
Abgänge – 14 – 21 – 2 – 37
Stand 30.09.2008 664 175 844 1.683
Währungsunterschiede – 4 1 – 17 – 20
Veränderung Konsolidierungskreis 0 0 – 2 – 2
Abschreibungen 103 37 0 140
Wertminderungsaufwendungen 12 40 0 52
Wertaufholungen 0 0 0
Umbuchungen – 3 4 0 1
Abgänge – 21 – 3 0 – 24
Stand 30.09.2009 751 254 825 1.830
           
Nettowerte
Stand 30.09.2007 604 163 3.795 4.562
Stand 30.09.2008 619 206 3.858 4.683
Stand 30.09.2009 609 234 3.902 4.745

Der Stand zum 30.09.2009 enthält Bruttowerte von 145 (i. Vj. 0) Mio € sowie kumulierte Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen von 42 (i. Vj. 0) Mio € und damit Nettowerte von 103 (i. Vj. 0) Mio €, die auf Disposal Groups entfallen.

Wertminderungsaufwendungen auf Firmenwerte werden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.

In 2007/2008 sowie in 2008/2009 ergab sich weder aus der jährlichen Überprüfung der Werthaltigkeit der Firmenwerte noch aus anderen Umständen ein Wertberichtigungsbedarf, da der erzielbare Betrag der Cash Generating Units jeweils über dem Buchwert lag.

Wertminderungen auf übrige immaterielle Vermögenswerte

Die Wertminderungsaufwendungen auf die übrigen immateriellen Vermögenswerte sind in den Umsatzkosten enthalten.

In 2007/2008 war der im Segment Stainless in der Business Unit ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni mit 4 Mio € aktivierte immaterielle Vermögenswert für vorteilhaften Energiebezug auf Grund fehlender Werthaltigkeit voll wertzuberichtigen. Darüber hinaus waren im Segment Technologies in der Business Unit Automotive Solutions Wertminderungen von 6 Mio € auf aktivierte Entwicklungskosten auf Grund verschlechterter Marktbedingungen erforderlich. Die für die Bestimmung des Wertminderungsaufwands relevanten erzielbaren Beträge entsprechen jeweils den Nutzungswerten, zu deren Berechnung ein Diskontierungssatz von 10,6 % angesetzt wurde.

In 2008/2009 wurden im Segment Steel in der Business Unit Auto aktivierte Entwicklungskosten in Höhe von 9 Mio € für Projekte zur Verbesserung der Beschaffenheit und der Oberflächenstruktur von Stahl voll wertberichtigt, da diese die Aktivierungsvoraussetzungen des IAS 38 nicht mehr erfüllten. Daneben waren im Segment Stainless in der Business Unit ThyssenKrupp Nirosta aktivierte Entwicklungskosten für eine Bandgießanlage in Höhe von 16 Mio € auf Grund fehlender Verwertbarkeit am Markt voll wertzuberichtigen. Im Segment Technologies wurden in der Business Unit Automotive Solutions aktivierte Entwicklungskosten in Höhe von 12 Mio € voll wertberichtigt, da diese die Aktivierungsvoraussetzungen des IAS 38 nicht mehr erfüllten.

Firmenwerte

Die Firmenwerte (ohne Firmenwerte für nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen) sind den Cash Generating Units (CGUs) der Segmente zugeordnet. Die Bestimmung des erzielbaren Betrags einer CGU erfolgt durch Ermittlung des Nutzungswerts mit Hilfe der Discounted-Cash-Flow-Methode. Dabei werden die geplanten Nach- Steuer-Cash-Flows aus der bottom-up erstellten und vom Management der ThyssenKrupp AG genehmigten Vierjahresplanung (Steel: Fünfjahresplanung) verwendet. Das letzte Planjahr wird grundsätzlich auch für die Cash-Flows jenseits der Planungsperiode angesetzt. Eine Wachstumsrate zur Extrapolation des letzten Planjahres wird nicht berücksichtigt. Der zur Diskontierung verwendete Gesamtkapitalkostensatz basiert auf dem risikofreien Zinssatz in Höhe von 4,0 % sowie auf Risikozuschlägen für Eigen- und Fremdkapital von 5,0 bzw. 2,5 %-Punkten. Darüber hinaus werden jeweils individuell für jede CGU ein aus der jeweiligen Peer-Group abgeleiteter Beta-Faktor, ein Steuersatz sowie die Kapitalstruktur berücksichtigt. Zur Diskontierung der Cash-Flows wurden für die Segmente folgende segmentspezifische Bandbreiten von Nach-Steuer-Diskontierungszinssätzen zu Grunde gelegt:

in %
Bandbreiten der Diskontierungs-zinssätze (nach Steuern)
  2007/2008 2008/2009
Steel 7,4 - 9,5 8,1 - 8,6
Stainless 7,8 - 9,6 7,7 - 9,2
Technologies 5,8 - 10,0 6,8 - 10,8
Elevator 6,7 - 7,4 8,2 - 8,3
Services 7,2 - 8,9 7,7 - 8,8
Corporate 8,0 7,8

Auf die zum 30. September 2009 durchgeführten Tests zur Überprüfung der Werthaltigkeit einzelner Firmenwerte auf Grund des Eintritts bestimmter Ereignisse wurden aktuelle Beta-Faktoren angewendet. Gegenüber dem 01. Oktober 2008 wurde ein veränderter risikofreier Zinssatz in Höhe von 4,25 % und ein Fremdkapital-Spread in Höhe von 2,4 % angesetzt. Dies führte zu Diskontierungszinssätzen nach Steuern von 8,5 % bis 8,9 % für die CGUs des Segments Stainless und 7,2 % für die CGU Marine Systems. Daraus ergab sich kein Wertberichtigungsbedarf.

Die Ermittlung des Nutzungswerts für die CGUs erfolgt generell auf Basis der erwarteten Preisinflation des Landes, in dem die jeweilige CGU ansässig ist, sowie auf Basis der geschätzten Umsatzwachstumsraten. Zu ihrer Ermittlung werden sowohl Vergangenheitsdaten als auch die erwartete Marktperformance herangezogen. Die den wesentlichen Annahmen zugewiesenen Werte stimmen dabei grundsätzlich mit externen Informationsquellen überein.

Im ThyssenKrupp Konzern wurden 41 CGUs identifiziert. Davon weisen 35 CGUs einen Firmenwert aus. Der Gesamtfirmenwert beträgt zum 01. Oktober 2008 3.858 Mio €. 53 % dieses Firmenwertes entfallen auf die CGUs Metallurgie, Marine Systems und Americas, die in der folgenden Tabelle dargestellt werden:

Tabelle: Wesentliche Firmenwerte

Es gab bei keiner CGU ein Firmenwert-Impairment, da der erzielbare Betrag in allen Fällen über dem Buchwert der CGU lag. Der erzielbare Betrag der CGU Presta Steering liegt weniger als 10 % über dem Buchwert der CGU:

Kritische Firmenwerte
CGU (Segment) Buchwert der CGU in Mio € Erzielbarer Betrag der CGU in Mio € Beschreibung der Grundannahmenfür die Unternehmensplanung Darlegung der Vorgehensweise zur Wertbestimmung der Grundannahmen
Presta Steering (Technologies) 408 423 - Wachstumsraten der Märkte Berücksichtigung der aktuellen Absatzbasis sowie externe Informationsquellen und Kundeninformationen

Die Erhöhung des Abzinsungssatzes um 10 % würde bei der CGU Presta Steering zu einem Firmenwert-Impairment in Höhe von 53 Mio € führen. Das Management von ThyssenKrupp geht jedoch für diese CGU davon aus, dass eine für möglich gehaltene Änderung einer wesentlichen Annahme, die Basis für die Ermittlung des erzielbaren Betrages war, nicht dazu führt, dass der Buchwert der CGU den erzielbaren Betrag übersteigen würde.

Die Nettowerte der Firmenwerte (ohne Firmenwerte für nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen) veränderten sich wie folgt:

Download

Mio €
Steel Stainless Technologies Elevator Services Corporate Insgesamt*
Stand am 30.09.2007 324 334 1.573 1.187 362 15 3.795
Währungsunterschiede – 1 – 1 – 2 – 47 – 8 0 – 59
Veränderung Konsolidierungskreis 3 0 – 21 19 72 0 73
Zugänge 0 0 11 38 0 0 49
Stand am 30.09.2008 326 333 1.561 1.197 426 15 3.858
Währungsunterschiede 0 – 2 4 – 20 – 5 0 – 23
Veränderung Konsolidierungskreis – 1 0 4 19 51 0 73
Zugänge 0 0 0 1 1 0 2
Abgänge 0 0 – 7 – 1 0 0 – 8
Stand am 30.09.2009 325 331 1.562 1.196 473 15 3.902
* ohne Firmenwerte für nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen

13 Sachanlagen

Die Sachanlagen des Konzerns entwickelten sich wie folgt:

Tabelle: Sachanlagen des Konzerns

Der Stand zum 30.09.2009 enthält Bruttowerte von 324 (i. Vj. 0) Mio € sowie kumulierte Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen von 151 (i. Vj. 0) Mio € und damit Nettowerte von 173 (i. Vj. 0) Mio €, die auf Disposal Groups entfallen.

Wertminderungsaufwendungen auf Sachanlagen werden in den Umsatzkosten ausgewiesen.

In 2007/2008 wurden im Segment Steel in der Business Unit Metal Forming Wertminderungen von 6 Mio € vorgenommen. Davon betreffen 1 Mio € Grundstücke und Bauten und 2 Mio € geleaste Sachanlagen, die auf Grund der beabsichtigten Schließung eines Standorts komplett abgeschrieben wurden. Weitere 3 Mio € entfallen auf technische Anlagen und Maschinen, die auf Grund der Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation wertberichtigt werden mussten. Die für die Bestimmung des Wertminderungsaufwands relevanten erzielbaren Beträge entsprechen jeweils den Nutzungswerten, zu deren Berechnung ein Diskontierungssatz von 15,7 % angesetzt wurde. Daneben wurden im Segment Technologies in den Business Units Mechanical Components, Automotive Solutions und Transrapid auf Grund der Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation Wertminderungen von 15 Mio € vorgenommen, die mit 2 Mio € auf Grundstücke und Bauten und mit 13 Mio € auf technische Anlagen und Maschinen entfallen. Die für die Bestimmung des Wertminderungsaufwands relevanten erzielbaren Beträge entsprechen jeweils den Nutzungswerten, zu deren Berechnung ein Diskontierungssatz von 12,7 % angesetzt wurde.

Darüber hinaus erfolgte in 2007/2008 im Segment Stainless in der Business Unit ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni eine Zuschreibung von 14 Mio € auf technische Anlagen und Maschinen, da für einen Anlagenteil im Vergleich zum 30. September 2007 von einem höheren erzielbaren Veräußerungspreis ausgegangen wird. Die Bestimmung der Höhe der Wertaufholung erfolgte auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten.

In 2008/2009 stehen die vorgenommen Wertberichtigungen überwiegend in Zusammenhang mit den durchgeführten Restrukturierungsmaßnahmen. So erfolgten im Segment Steel in den Business Units Industries und Auto Wertberichtigungen in Höhe von 13 Mio €, die mit 4 Mio € auf Grundstücke und Bauten und mit 9 Mio € auf technische Anlagen und Maschinen entfallen. Die für die Bestimmung des Wertminderungsaufwands relevanten erzielbaren Beträge entsprechen jeweils den Nutzungswerten, zu deren Berechnung ein Diskontierungssatz von 13,1 % bzw. 14,7 % angesetzt wurde. Im Segment Stainless wurden Wertberichtigungen von 91 Mio € vorgenommen, die mit 14 Mio € auf Grundstücke und Bauten, 76 Mio € auf technische Anlagen und Maschinen und 1 Mio € auf andere Anlagen entfallen; sie betreffen im Wesentlichen die Business Units ThyssenKrupp Nirosta und Shanghai Krupp Stainless. Die für die Bestimmung des Wertminderungsaufwands relevanten erzielbaren Beträge entsprechen jeweils den Nutzungswerten, zu deren Berechnung ein Diskontierungssatz von 11,7 % bzw. 9,2 % angesetzt wurde. Im Segment Technologies erfolgten Wertberichtigungen von 286 Mio €, die mit 122 Mio € Grundstücke und Bauten, mit 157 Mio € technische Anlagen und Maschinen und mit 7 Mio € andere Anlagen betreffen; die Wertberichtigungen wurden im Wesentlichen in den Business Units Marine Systems (148 Mio €) und Mechanical Components (114 Mio €) vorgenommen. In der Business Unit Marine Systems wurden auf Grund der schlechten Auftragssituation Überkapazitäten abgebaut, was zu erheblichen Wertberichtigungen führte. In der Business Unit Mechanical Components führte der starke Nachfrageeinbruch im Automobil- und Baumaschinengeschäft, aber auch im allgemeinen Maschinenbau zu einem beträchtlichen Auftragsrückgang, von dem alle Bereiche betroffen waren, besonders stark jedoch die Fertigung von Baumaschinenkomponenten und geschmiedeten Kurbelwellen. Die für die Bestimmung des jeweiligen Wertminderungsaufwands relevanten erzielbaren Beträge entsprechen jeweils den Nutzungswerten, zu deren Berechnung ein Diskontierungssatz in einer Spanne zwischen 10,1 % und 17,4 % angesetzt wurde.

Die Sachanlagen enthalten auch geleaste Bauten, technische Anlagen und Maschinen sowie andere Anlagen, bei denen dem Konzern als Leasingnehmer das wirtschaftliche Eigentum zuzurechnen ist, da er alle wesentlichen Chancen und Risiken aus der Nutzung des Leasinggegenstandes trägt.

Mio €
Bruttowerte Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen Nettowerte
  30.09.2008 30.09.2009 30.09.2008 30.09.2009 30.09.2008 30.09.2009
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 97 94 43 44 54 50
Technische Anlagen und Maschinen 95 85 59 59 36 26
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 48 49 29 34 19 15
Geleaste Sachanlagen 240 228 131 137 109 91

Sachanlagen dienen zur Besicherung von Finanzschulden in Höhe von 129 (i. Vj. 174) Mio €.

14 Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

Die als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien des Konzerns entwickelten sich wie folgt:

Mio €
2007/2008 2008/2009
Bruttowerte    
Stand 30.09.2007 bzw. Stand 30.09.2008 569 506
Währungsunterschiede 0 0
Veränderung Konsolidierungskreis 0 0
Zugänge 1 1
Umbuchungen – 8 10
Abgänge – 56 – 24
Stand 30.09.2008 bzw. Stand 30.09.2009 506 493
     
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen
Stand 30.09.2007 bzw. Stand 30.09.2008 180 149
Währungsunterschiede 0 0
Veränderung Konsolidierungskreis 0 0
Abschreibungen 3 2
Wertminderungsaufwendungen 1 2
Wertaufholungen – 1 0
Umbuchungen – 8 5
Abgänge – 26 – 6
Stand 30.09.2008 bzw. Stand 30.09.2009 149 152
     
Nettowerte
Stand 30.09.2007 389
Stand 30.09.2008 bzw. Stand 30.09.2009 357 341

Der beizulegende Zeitwert der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien des Konzerns wird unter Anwendung verschiedener international anerkannter Bewertungsmethoden ermittelt. Hierzu zählen das Ertragswertverfahren, das Discounted Cash-Flow-Verfahren, das Sachwertverfahren und der Vergleich mit aktuellen Marktwerten vergleichbarer Immobilien. Die beizulegenden Zeitwerte der in Deutschland gelegenen, als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien werden primär anhand von intern erstellten Gutachten nach dem Ertragswertverfahren auf Grundlage der in Deutschland geltenden "Verordnung über Grundsätze für die Ermittlung der Verkehrswerte von Grundstücken – WertV" bewertet. Außerhalb von Deutschland gelegene, als Finanzinvestition gehaltene Immobilien werden von externen Gutachtern bewertet.

Zum 30. September 2009 beträgt der beizulegende Zeitwert der von ThyssenKrupp als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 436 (i. Vj. 455) Mio €, wovon 13 (i. Vj. 16) Mio € durch externe Gutachter ermittelt wurden.

In den in den Bruttowerten ausgewiesenen Zugängen sind nachträgliche Anschaffungskosten von 0 (i. Vj. 0,3) Mio € enthalten.

Aus der Vermietung von als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien resultieren Mieterträge von 20 (i. Vj. 26) Mio € sowie direkt zurechenbare betriebliche Aufwendungen von 10 (i. Vj. 15) Mio €. Weitere 6 (i. Vj. 6) Mio € direkt zurechenbare betriebliche Aufwendungen betreffen als Finanzinvestition gehaltene Immobilien, mit denen keine Mieterträge erzielt werden.

15 Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen

Anteile an assoziierten Unternehmen

Zum 30. September 2009 beläuft sich der Buchwert der nach der Equity-Methode bilanzierten Anteile an assoziierten Unternehmen auf 59 (i. Vj. 76) Mio €. Das Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Anteilen an assoziierten Unternehmen beträgt -15 (i. Vj. 28) Mio €.

Zusammenfassende Finanzinformationen für die nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten Unternehmen enthält die nachfolgende Tabelle, wobei sich die Angaben jeweils auf 100 % und nicht auf den Konzernanteil an den assoziierten Unternehmen beziehen:

Mio €
30.09.2008 30.09.2009
Vermögenswerte 774 717
Verbindlichkeiten 496 521
     
2007/2008 2008/2009
Umsatzerlöse 781 629
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) 57 – 34

In 2008/2009 wurden anteilige Verluste von nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten Unternehmen in Höhe von 2 (i. Vj. 0) T€ nicht erfasst; kumuliert betragen die nicht erfassten Verluste 27 (i. Vj. 314) T€.

Joint Ventures

Die nachfolgende Tabelle enthält zusammenfassende Finanzinformationen zu den Joint Ventures des Konzerns, wobei sich die Angaben jeweils auf den Konzernanteil an den Joint Ventures beziehen:

Mio €
30.09.2008 30.09.2009
Kurzfristige Vermögenswerte 633 641
Langfristige Vermögenswerte 399 418
Kurzfristige Verbindlichkeiten 385 404
Langfristige Verbindlichkeiten 308 327
     
2007/2008 2008/2009
Umsatzerlöse 1.575 1.730
Jahresüberschuss 45 20

Die assoziierten Unternehmen und die Joint Ventures sind in der Aufstellung über den Anteilsbesitz des Konzerns enthalten, die unter Anhang-Nr. 38 dargestellt wird.

16 Vermietete Gegenstände (Operating Lease)

Der Konzern vermietet als Leasinggeber unter Operating Lease im Wesentlichen gewerblich genutzte Immobilien.

Die zukünftigen Mindestmieterträge aus unkündbaren Operating-Lease-Verträgen betragen zum Stichtag:

Mio €
30.09.2008 30.09.2009
Bis zu einem Jahr 24 24
Zwischen einem Jahr und fünf Jahren 36 37
Länger als fünf Jahre 35 30
Insgesamt 95 91

Die Angabe zu den zukünftigen Mieterträgen beinhaltet keine variablen Mietanteile (Contingent Rentals). Im Berichtsjahr wurden wie im Vorjahr keine variablen Mieterträge aus solchen Contingent-Rentals-Verträgen vereinnahmt.

17 Vorräte

Mio €
30.09.2008 30.09.2009
Rohstoffe 2.145 1.362
Hilfs- und Betriebsstoffe 490 468
Unfertige Erzeugnisse und Leistungen 2.159 1.958
Fertige Erzeugnisse und Waren 4.700 2.968
Insgesamt 9.494 6.756

Vorräte in Höhe von 2.099 (i. Vj. 781) Mio € sind zum Nettoveräußerungswert bewertet. Von den Vorräten haben 5 (i. Vj. 41) Mio € eine Lagerdauer von mehr als einem Jahr. Vorräte in Höhe von 36.905 (i. Vj. 44.270) Mio € sind als Aufwand der Berichtsperiode erfasst worden. Wertminderungen von Vorräten von 317 (i. Vj. 76) Mio € erhöhten die Umsatzkosten.

18 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Mio €
30.09.2008 30.09.2009
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 6.853 4.593
Fertigungsaufträge mit aktivischem Saldo gegenüber Kunden 1.032 679
Insgesamt 7.885 5.272

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 723 (i. Vj. 873) Mio € haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

Zum 30. September 2009 bestehen Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen von insgesamt 513 (i. Vj. 284) Mio €.

Die Überfälligkeit der zum Bilanzstichtag nicht wertgeminderten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stellt sich wie folgt dar:

Mio €
Buchwert davon: davon: zum Abschlussstichtag nicht wertgemindert,
aber überfällig
davon:
Forderungen aus Lieferung und Leistung zum Abschluss-stichtag weder wertgemindert noch überfällig überfällig bis 30 Tage überfällig 31 bis 60 Tage überfällig 61 bis 90 Tage überfällig 91 bis 180 Tage überfällig 181 bis 360 Tage überfällig mehr als 360 Tage zum Abschluss-stichtag wertgemindert
30.09.2008 7.885 6.590 610 207 95 85 78 135 85
30.09.2009 5.272 4.399 333 113 79 90 80 45 133

Die aus der Bilanzierung von Fertigungsaufträgen resultierenden Forderungen setzen sich wie folgt zusammen:

Mio €
30.09.2008 30.09.2009
Angefallene Auftragskosten und ausgewiesene Auftragsgewinne (abzüglich ausgewiesener Verluste) 2.836 3.318
abzüglich erhaltener Anzahlungen – 1.804 – 2.639
Insgesamt 1.032 679

Für erhaltene Anzahlungen wurden Vermögenswerte in Höhe von von 99 (i. Vj. 48) Mio € sicherungsübereignet. In der Berichtsperiode wurden Umsatzerlöse aus Fertigungsaufträgen in Höhe von 7.276 (i. Vj. 6.721) Mio € erfasst.

Der Konzern verkauft regelmäßig im Wesentlichen kreditversicherte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Rahmen von Asset Backed Securitisation- und anderen Programmen sowie in Einmaltransaktionen.

Zum 30. September 2008 wurden 3 Mio € verkaufte Forderungen nicht aus der Bilanz ausgebucht, da im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Chancen beim Konzern verblieben sind. Die korrespondierende Verbindlichkeit ist in den Finanzschulden enthalten (siehe auch Anhang-Nr. 25). Der Erlös aus diesen Verkäufen betrug 3 Mio €. Zum 30. September 2009 wurden derartige Forderungsverkäufe nicht getätigt.

Per 30. September 2009 wurden Forderungen mit einem Nominalwert von 836 (i. Vj. 972) Mio € verkauft, die zu einer Ausbuchung aus der Bilanz führten; hieraus erzielte der Konzern einen Verkaufserlös von 816 (i. Vj. 938) Mio €. Im Rahmen dieser Verkäufe behält der Konzern in einigen Fällen Rechte und unwesentliche Pflichten zurück; hierzu zählen vor allem die Erbringung von Abwicklungsdienstleistungen sowie das Stellen von begrenzten Forderungsausfall- und Forderungsverwässerungsreserven. Die bilanzierten Vermögenswerte sowie die gegebenen Garantien, die als Forderungsausfallreserve dienen, betrugen 73 (i. Vj. 72) Mio € zum 30. September 2009. Der Umfang des anhaltenden Engagements des Konzerns, das im Wesentlichen aus Forderungsverwässerungsreserven besteht, betrug 19 (i. Vj. 26) Mio € zum 30. September 2009.

19 Sonstige finanzielle Vermögenswerte

Mio €
30.09.2008 30.09.2009
  kurzfristig langfristig kurzfristig langfristig
Kredite und Forderungen 248 44 729 30
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 107 74 170 66
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 448 245
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung 78 114
Insgesamt 881 118 1.258 96

Sonstige finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 124 (i. Vj. 156) Mio € haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Zum 30. September 2009 bestehen Wertberichtigungen von insgesamt 60 (i. Vj. 75) Mio € für kurzfristige und 51 (i. Vj. 25) Mio € für langfristige sonstige finanzielle Vermögenswerte.

Die Überfälligkeit der zum Bilanzstichtag nicht wertgeminderten sonstigen finanziellen Vermögenswerte stellt sich wie folgt dar:

Mio €
Buchwert davon: davon: zum Abschlussstichtag nicht wertgemindert,
aber überfällig
davon:
Sonstige finanzielle Vermögens-
werte
zum Abschluss-stichtag weder wert-
gemindert noch überfällig
überfällig
bis
30
Tage
überfällig 31
bis
60
Tage
überfällig 61
bis
90
Tage
überfällig 91
bis
180
Tage
überfällig 181
bis
360
Tage
überfällig
mehr
als
360
Tage
zum Abschluss-
stichtag
wert-
gemindert
30.09.2008 999 931 0 0 0 0 0 0 68
30.09.2009 1.354 1.277 2 1 0 1 1 1 71

20 Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte

Mio €
30.09.2008 30.09.2009
kurzfristig langfristig kurzfristig langfristig
Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte 40 24
Geleistete Anzahlungen auf Sachanlagen 862 431
Geleistete Anzahlungen auf Vorräte 802 771
Sonstige geleistete Anzahlungen und Vorauszahlungen 312 204
Erstattungsansprüche aus Gesundheitsfürsorgeleistungen (Reimbursement Rights) 83 76
Übrige 756 678
Insgesamt 1.953 902 1.729 455

Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 43 (i. Vj. 47) Mio € haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Zum 30. September 2009 bestehen Wertberichtigungen von insgesamt 19 (i. Vj. 34) Mio €.

21 Eigenkapital

Das Eigenkapital und die Anzahl der sich im Umlauf befindenden Aktien veränderten sich wie folgt:

Tabelle: Eigenkapital

Vom Stand der kumulierten direkt im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen entfallen zum 30.09.2007 -1 Mio €, zum 30.09.2008 2 Mio € und zum 30.09.2009 2 Mio € auf assoziierte Unternehmen. Von den Veränderungen der kumulierten direkt im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen resultieren 0 (i. Vj. 3) Mio € aus assoziierten Unternehmen.

Die nebenstehende Tabelle zeigt die Entwicklung des Unterschiedsbetrags aus der Währungsumrechnung, der Bestandteil der kumulierten direkt im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen ist:

Mio €
Unterschieds-
betrag aus
der Währungs-
umrechnung
Stand am 30.09.2007 – 202
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) – 83
Realisierte (Gewinne)/Verluste 0
Stand am 30.09.2008 – 285
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) – 48
Realisierte (Gewinne)/Verluste 0
Stand am 30.09.2009 – 333

Gezeichnetes Kapital

Zum 30. September 2009 ist das Gezeichnete Kapital unverändert gegenüber dem Vorjahr eingeteilt in 514.489.044 auf den Inhaber lautende Stückaktien. Die Aktien sind alle ausgegeben; zum Bilanzstichtag befanden sich wie im Vorjahr 463.473.492 Aktien im Umlauf. Rechnerisch entfällt auf jede Aktie ein Anteil am Gezeichneten Kapital in Höhe von 2,56 €.

Alle Aktien gewähren die gleichen Rechte. Die Aktionäre sind zum Bezug der beschlossenen Dividenden berechtigt und verfügen auf der Hauptversammlung über ein Stimmrecht je Aktie.

Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage enthält die Effekte aus der Bilanzierung des Unternehmenszusammenschlusses von Thyssen und Krupp sowie Agien aus Kapitalerhöhungen bei Tochtergesellschaften mit Minderheiten.

Gewinnrücklagen

Die Gewinnrücklagen enthalten die in der Vergangenheit erzielten Konzernergebnisse, soweit diese nicht ausgeschüttet worden sind. Darüber hinaus beinhaltet diese Position die Verrechnung der versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste beim Abgang von Pensionsrückstellungen sowie die Eigenkapitaleffekte aus aktienbasierter Vergütung.

Eigene Anteile

Im Rahmen der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 18. Januar 2008 hat der Vorstand der ThyssenKrupp AG am 31. Januar 2008 beschlossen, eigene Anteile bis zu rund 3 % des derzeitigen Grundkapitals zu erwerben. Im Zeitraum vom 01. Februar 2008 bis zum 07. März 2008 hat die ThyssenKrupp AG 14.791.100 Aktien oder rund 2,9 % des Grundkapitals zu einem Durchschnittskurs von 35,34 € zurückgekauft. Dies entspricht einem Gesamtbetrag von 523 Mio €. Darüber hinaus hat der Vorstand auf Basis der Hauptversammlungsermächtigung am 14. Juli 2008 beschlossen, weitere eigene Anteile bis zu rund 2,0 % des Grundkapitals zu erwerben. Im Zeitraum vom 15. Juli 2008 bis zum 13. August 2008 hat die ThyssenKrupp AG 10.500.000 Aktien oder rund 2,0 % des Grundkapitals zu einem Durchschnittskurs von 33,98 € zurückgekauft. Dies entspricht einem Gesamtbetrag von 357 Mio €.

Nach den beiden Erwerben in 2007/2008 und dem bereits in 2005/2006 durchgeführten Erwerb eigener Anteile hält die ThyssenKrupp AG zum 30. September 2009 insgesamt 51.015.552 eigene Anteile oder rund 9,9 % des Grundkapitals.

Anteile anderer Gesellschafter

Im Geschäftsjahr 2008/2009 führte die Beteiligung des Minderheitsgesellschafters Vale S.A. an der ThyssenKrupp CSA Siderúrgica do Atlântico Ltda. zu einer Erhöhung der Anteile anderer Gesellschafter um 1,4 Mrd €.

Angaben zum Kapitalmanagement

Zum 30. September 2009 lag die Eigenkapitalquote bei 23,4 % (i. Vj. 27,6 %). Zu den wichtigsten finanzwirtschaftlichen Zielen des ThyssenKrupp Konzerns zählen die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes und die Sicherstellung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit. Große Bedeutung in diesem Zusammenhang hat die Schaffung von ausreichenden Liquiditätsreserven. Die Zielerreichung erfolgt durch den Einsatz diverser Maßnahmen zur Reduzierung der Kapitalkosten und Optimierung der Kapitalstruktur sowie durch ein effektives Risikomanagement.

Die Beurteilung der finanzwirtschaftlichen Risiken des ThyssenKrupp Konzerns ergibt sich aus den Einstufungen der Ratingagenturen:

Langfrist-
Rating
Kurzfrist-
Rating
Ausblick
Standard & Poor’s BBB- A-3 watch negativ
Moody’s Baa3 Prime-3 negativ
Fitch BBB- F3 negativ

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde ThyssenKrupp im Wesentlichen auf Grund des Ergebniseinbruchs als Folge der weltweiten Rezession von allen Ratingagenturen herabgestuft. ThyssenKrupp verfügt über ein Investment Grade-Rating bei allen Ratingagenturen. Für die Finanzierung des ThyssenKrupp Konzerns führt ein Investment Grade-Rating in den Kategorien des "BBB"-Bereichs zum Optimum der Kapitalkosten. Es stellt grundsätzlich den Zugang zu einer breiten Investorenbasis sicher. Das Kapitalmanagement basiert bei ThyssenKrupp auf den durch die Ratingagenturen publizierten Verschuldungskennziffern, die periodenbezogen Relationen aus Cash-Flow und Verschuldung ermitteln. Satzungsmäßigen Kapitalerfordernissen unterliegt ThyssenKrupp nicht.

Ermächtigungen

Gemäß § 5 Abs. 5 der Satzung der ThyssenKrupp AG ist der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 18. Januar 2012 mit Zustimmung des Aufsichtsrats um bis zu 500 Mio € durch die Ausgabe von bis zu 195.312.500 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmal oder mehrmals zu erhöhen (Genehmigtes Kapital).

Durch Beschlussfassung der Hauptversammlung vom 23. Januar 2009 ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats auf den Inhaber lautende Schuldverschreibungen im Gesamtnennbetrag von bis zu 2 Mrd € zu begeben und den Inhabern von Schuldverschreibungen Umtauschrechte auf insgesamt bis zu 50 Mio eigene, auf den Inhaber lautende Stückaktien der ThyssenKrupp AG mit einem anteiligen rechnerischen Betrag am Grundkapital der Gesellschaft von bis zu 128 Mio € zu gewähren (Wandelschuldverschreibungen). Die Ermächtigung gilt bis zum 22. Januar 2014. Darüber hinaus ist die ThyssenKrupp AG durch Beschlussfassung der Hauptversammlung vom 23. Januar 2009 bis zum 22. Juli 2010 ermächtigt, für bestimmte vordefinierte Zwecke eigene Anteile bis zu insgesamt 10 % des derzeitigen Grundkapitals zu erwerben.

Dividendenvorschlag

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung vor, aus dem nach den Grundsätzen des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) ermittelten Bilanzgewinn der ThyssenKrupp AG für das Geschäftsjahr 2008/2009 eine Dividende von 0,30 € je dividendenberechtigter Aktie auszuschütten. Hieraus würde sich eine Dividendenausschüttung von insgesamt 139 Mio € ergeben.

22 Aktienbasierte Vergütung

Management Incentivepläne

In 2003 implementierte ThyssenKrupp einen performance-orientierten Mid Term Incentiveplan, in dessen Rahmen Wertrechte an die Begünstigten ausgegeben werden. Teilnahmeberechtigt sind alle Mitglieder des Vorstands der ThyssenKrupp AG. Beginnend mit der zweiten Tranche, deren Ausgabe in 2004 erfolgte, wurde der Teilnehmerkreis auf die Vorstandsmitglieder der Segmentführungsgesellschaften und einige andere ausgewählte Führungskräfte ausgedehnt. Zum 30. September 2009 sind in der 5. Tranche 293.992 Wertrechte, in der 6. Tranche 229.562 Wertrechte und in der 7. Tranche 435.544 Wertrechte ausgegeben.

Die Anzahl der ausgegebenen Wertrechte wird am Ende des jeweiligen Performance-Zeitraums auf Basis eines Vergleichs des durchschnittlichen ThyssenKrupp Value Added (TKVA) des dreijährigen Performance-Zeitraums – beginnend mit dem 01. Oktober des Geschäftsjahres, in dem die Wertrechte gewährt wurden – mit dem durchschnittlichen TKVA der vorangegangenen drei Geschäftsjahre angepasst. Am Ende des Performance-Zeitraums erfolgt eine Vergütung der gewährten Wertrechte auf Basis des Durchschnittskurses der ThyssenKrupp Aktie, der sich aus dem Kursverlauf in den ersten drei Monaten nach Ende des Performance-Zeitraums ergibt.

Zur Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte der Wertrechte, die die Grundlage für die Ermittlung der zeitanteiligen Rückstellung zum Bilanzstichtag sind, werden Forward-Preise der ThyssenKrupp Aktie unter Berücksichtigung teilweiser Deckelungen ab der 3. Tranche berechnet. Die Forward-Ermittlung erfolgt für im Voraus definierte Perioden (Mittelungsperioden) unter Berücksichtigung des Aktienkurses der ThyssenKrupp Aktie und der Euro-Zinsstrukturkurve zum Stichtag sowie der angenommenen Dividendenzahlungen der ThyssenKrupp AG bis zur Fälligkeit der Wertrechte. Folgende Parameter sind in die Berechnung eingegangen:

2007/2008
4. Tranche 5. Tranche 6. Tranche
Fälligkeit 31.12.2008 31.12.2009 31.12.2010
Mittelungsperiode 01.10. - 31.12.2008 01.10. - 31.12.2009 01.10. - 31.12.2010
ThyssenKrupp Aktienkurs zum Stichtag 21,03 € 21,03 € 21,03 €
Angenommene Dividendenzahlung(en) pro Aktie bis zur Fälligkeit 1,30 € zum 26.01.09 1,30 € zum
26.01.09
1,30 € zum
25.01.10
Durchschnittliche Dividendenrendite 5,80 % 6,15 %
Durchschnittlicher Zins (Mittelungsperiode) 4,44 % 4,95 % 4,67 %
Beizulegender Zeitwert per 30.09.2008
- ungedeckelt 20,87 € 19,65 € 18,43 €
- gedeckelt 20,87 € 19,65 € 18,43 €

2008/2009
           
  5. Tranche 6. Tranche 7. Tranche
Fälligkeit 31.12.2009 31.12.2010 31.12.2011
Mittelungsperiode 01.10. - 31.12.2009 01.10. - 31.12.2010 01.10. - 31.12.2011
ThyssenKrupp Aktienkurs zum Stichtag 23,53 € 23,53 € 23,53 €
Angenommene Dividendenzahlung(en) pro Aktie bis zur Fälligkeit 0,30 € zum 22.01.10 0,30 € zum
22.01.10
0,30 € zum
24.01.11
Durchschnittliche Dividendenrendite 1,16 % 1,21 %
Durchschnittlicher Zins (Mittelungsperiode) 0,53 % 1,29 % 1,78 %
Beizulegender Zeitwert per 30.09.2009
- ungedeckelt 23,50 € 23,16 € 22,85 €
- gedeckelt 23,50 € 23,16 € 22,85 €

Im 2. Quartal 2008/2009 ist die 4. Tranche des Mid Term Incentiveplans mit einer Zahlung von 15,82 € je Wertrecht bzw. einer Gesamtzahlung von 23,5 Mio € abgerechnet worden, nachdem im 2. Quartal 2007/2008 die 3. Tranche des Mid Term Incentiveplans mit einer Zahlung von 41,15 € je Wertrecht bzw. einer Gesamtzahlung von 54,1 Mio € abgerechnet worden ist. Insgesamt enthält das Ergebnis 2008/2009 auf Grund der rückläufigen Entwicklung des TKVA Erträge aus der Auflösung der Rückstellungen für den Mid Term Incentiveplan in Höhe von 19,4 (i. Vj. Erträge von 3,5) Mio €. Zum 30. September 2009 beträgt die aus dem Mid Term Incentiveplan resultierende Verpflichtung 0 (i. Vj. 43) Mio €.

Im Februar 2006 implementierte der Konzern darüber hinaus ein Aktienprogramm für ausgewählte Führungskräfte, die nicht durch den Mid Term Incentiveplan begünstigt sind. Im Rahmen dieses Programms sind die Begünstigten berechtigt, ThyssenKrupp Aktien bis zu einem festgelegten Betrag mit Rabatt zu erwerben. Im 2. Quartal 2007/2008 wurde das Programm zum rabattierten Aktienkauf für das Geschäftsjahr 2006/2007 mit dem Erwerb von 229.664 Aktien mit Rabatt abgeschlossen. Hieraus resultierten in 2007/2008 Aufwendungen von 4,1 Mio €, nachdem in 2006/2007 bereits Aufwendungen von 8,1 Mio € hierfür erfasst wurden. Gleichzeitig wurde im März 2008 für das Geschäftsjahr 2007/2008 erneut ein Programm beschlossen, das wiederum ausgewählten Führungskräften des Konzerns die Möglichkeit gibt, ThyssenKrupp Aktien bis zu einem festgelegten Betrag mit Rabatt zu erwerben. Die Umsetzung des neuen Programms wurde auf das Geschäftsjahr 2009/2010 verschoben. Aus diesem Programm resultieren in 2008/2009 Aufwendungen von 3,0 Mio €, nachdem bereits in 2007/2008 Aufwendungen von 9,4 Mio € hierfür erfasst wurden; 1,6 (i. Vj. 5,1) Mio € wurden direkt im Eigenkapital erfasst, der Restbetrag von 1,4 (i. Vj. 4,3) Mio € ist als Verpflichtung ausgewiesen. Insgesamt resultieren aus dem Programm zum rabattierten Aktienkauf in 2008/2009 Aufwendungen von 3,0 (i. Vj. 13,5) Mio €.

Belegschaftsaktienprogramm

Im 3. Quartal 2007/2008 hat der Konzern im Wesentlichen der inländischen und der französischen Belegschaft den Erwerb von ThyssenKrupp Belegschaftsaktien im Gegenwert von bis zu 270 € mit einem 50%igen Rabatt angeboten. Hieraus resultierte ein Aufwand von 6,3 Mio € in 2007/2008. In 2008/2009 wurden diese Programme nicht angeboten.

23 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Mio €
30.09.2008 30.09.2009
Rückstellungen für Pensionen 5.227 6.068
Rückstellungen für Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen 1.029 1.076
Sonstige pensionsähnliche Verpflichtungen 294 393
Insgesamt 6.550 7.537

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen in Höhe von 6.928 (i. Vj. 5.970) Mio € haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

Pensionspläne

ThyssenKrupp gewährt betriebliche Altersversorgung in Form von leistungs- oder beitragsorientierten Plänen an die überwiegende Mehrheit der Arbeitnehmer in Deutschland, in den USA, Kanada und Großbritannien. In einigen anderen Ländern erhalten berechtigte Arbeitnehmer Leistungen nach den jeweiligen landesspezifischen Gegebenheiten.

In Deutschland bestehen die Leistungen in der Regel in Rentenzahlungen, die einen Inflationsausgleich beinhalten. Ein Teil der leitenden Angestellten erhält Rentenleistungen, die von der Dienstzeit und vom Vergütungsniveau in einem Referenzzeitraum von in der Regel drei Jahren vor der Pensionierung abhängen. Im Übrigen erhalten die Arbeitnehmer in der Regel Zusagen auf feste Rentenbeträge pro Dienstjahr. Darüber hinaus bietet ThyssenKrupp in Deutschland die Möglichkeit, durch Gehaltsumwandlung zusätzliche Versorgungsbezüge zu erwerben (Deferred-Compensation-Vereinbarungen). Die Umwandlungsbeträge sind verzinslich mit 6,00 % und führen bei Eintritt des Versorgungsfalls zu einem festgelegten Leistungsanspruch.

In den USA und Kanada erhalten auf Stundenbasis bezahlte Arbeitnehmer Rentenzusagen auf Basis von Festbeträgen pro Dienstjahr. Arbeitnehmer mit festen Bezügen erhalten Leistungen in der Regel in Abhängigkeit von ihrer Dienstzeit und den während ihrer Dienstzeit erzielten Bezügen. In Großbritannien erhalten Arbeitnehmer Rentenleistungen in Abhängigkeit von ihren Dienstjahren und dem Endgehalt bei Pensionierung.

Anwartschaftsbarwert und Finanzierungsstatus

Die Veränderung des Anwartschaftsbarwerts der Pensionsverpflichtungen sowie des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens stellt sich wie folgt dar:

Mio €
30.09.2008 30.09.2009
  Deutschland Übrige Länder Deutschland Übrige Länder
Veränderung des Anwartschaftsbarwerts:        
Anwartschaftsbarwert am Anfang des Geschäftsjahres 5.773 2.158 5.013 1.925
Dienstzeitaufwand: Barwert der im Geschäftsjahr hinzuverdienten Versorgungsansprüche 79 29 60 25
Zinsaufwand: Aufzinsung der bereits erworbenen Ansprüche 292 115 324 120
Beiträge der Arbeitnehmer 0 8 0 9
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 5 3 22 0
Versicherungsmathematische (Gewinne)/Verluste – 691 – 113 706 232
Veränderung Konsolidierungskreis – 26 – 7 0 0
Plankürzungen und Planabgeltungen 0 – 36 0 – 43
Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses 0 0 8 8
Kursdifferenzen 0 – 87 0 – 90
Rentenzahlungen – 421 – 144 – 421 – 157
Sonstiges 2 – 1 0 13
Anwartschaftsbarwert am Ende des Geschäftsjahres 5.013 1.925 5.712 2.042
         
Veränderung des Planvermögens:
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens am Anfang des Geschäftsjahres 167 1.910 180 1.544
Erwartete Erträge aus dem Planvermögen 12 126 11 102
Versicherungsmathematische Gewinne/(Verluste) – 26 – 313 – 2 – 21
Veränderung Konsolidierungskreis – 1 – 2 0 0
Beiträge der Arbeitgeber 37 79 0 115
Beiträge der Arbeitnehmer 0 8 0 9
Planabgeltungen 0 – 47 0 – 34
Kursdifferenzen 0 – 89 0 – 73
Rentenzahlungen – 9 – 128 – 10 – 142
Sonstiges 0 0 0 13
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens am Ende des Geschäftsjahres 180 1.544 179 1.513

Zum Bilanzstichtag beziehen sich 5.523 (i. Vj. 4.907) Mio € des Anwartschaftsbarwerts auf Pläne, die nicht über einen Fonds finanziert werden und 2.231 (i. Vj. 2.031) Mio € des Anwartschaftsbarwerts auf Pläne, die ganz oder teilweise aus einem Fonds finanziert werden.

Die tatsächlichen Erträge aus dem Planvermögen betragen 90 (i. Vj. -201) Mio € und berechnen sich als Summe der erwarteten Erträge aus dem Planvermögen und den versicherungsmathematischen Gewinnen bzw. Verlusten.

Die nachfolgende Tabelle zeigt den Finanzierungsstatus, der sich aus der Differenz zwischen Anwartschaftsbarwert und Planvermögen errechnet, einschließlich der Überleitung zu den bilanzierten Beträgen:

Mio €
30.09.2008 30.09.2009
  Deutschland Übrige Länder Deutschland Übrige Länder
Finanzierungsstatus am Ende des Geschäftsjahres – 4.833 – 381 – 5.533 – 529
Auf Grund des „asset ceiling“ nicht als Vermögenswert angesetzter Betrag 0 – 3 0 – 1
Bilanzierter Betrag – 4.833 – 384 – 5.533 – 530
         
Der bilanzierte Betrag verteilt sich auf folgende Bilanzpositionen:
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 0 10 0 5
Pensionsrückstellungen – 4.833 – 394 – 5.533 – 535
Bilanzierter Betrag – 4.833 – 384 – 5.533 – 530

Netto-Pensionsaufwendungen

Die Netto-Pensionsaufwendungen für Leistungszusagen setzen sich wie folgt zusammen:

Mio €
2007/2008 2008/2009
  Deutschland Übrige Länder Deutschland Übrige Länder
Dienstzeitaufwand: Barwert der im Geschäftsjahr hinzuverdienten Versorgungsansprüche 79 29 60 25
Zinsaufwand: Aufzinsung der bereits erworbenen Ansprüche 292 115 324 120
Erwarteter Kapitalertrag des Planvermögens – 12 – 126 – 11 – 102
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 5 3 22 0
Aufwand/(Ertrag) aus Plankürzungen und Planabgeltungen 0 14 0 – 7
Aufwand aus Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses 0 0 8 8
Netto-Pensionsaufwendungen für Leistungszusagen 364 35 403 44

Die Komponenten der Netto-Pensionsaufwendungen für Leistungszusagen "Zinsaufwand" und "Erwarteter Kapitalertrag des Planvermögens" sind in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung in der Zeile "Zinsaufwendungen" bzw. "Zinserträge" enthalten.

Bewertungsannahmen (-prämissen)

Die Ansätze für die Diskontierungssätze und die Gehaltssteigerungsraten, die der Berechnung des Verpflichtungsumfangs zu Grunde liegen, wurden nach einheitlichen Grundsätzen abgeleitet und pro Land in Abhängigkeit von den jeweiligen ökonomischen Gegebenheiten festgesetzt. Zur Ableitung der Diskontierungssätze wird dabei grundsätzlich auf Renditen erstrangiger, festverzinslicher Unternehmensanleihen in den jeweiligen Ländern zurückgegriffen, deren Laufzeiten mit den Fristigkeiten der nach Beendigung der Arbeitsverhältnisse zu erfüllenden Verpflichtungen übereinstimmen. Die Annahmen über den erwarteten Kapitalertrag auf das Planvermögen beruhen auf detaillierten Analysen, die von externen Finanzexperten und Versicherungsmathematikern durchgeführt werden. Diese Analysen berücksichtigen sowohl die historischen Ist-Renditen langfristiger Anlagen als auch die für das Ziel-Portfolio künftig erwarteten langfristigen Renditen.

Bei der Berechnung der Pensionsverpflichtungen wurden folgende Annahmen (= gewichteter Durchschnitt) zu Grunde gelegt:

in %
30.09.2008 30.09.2009
  Deutschland Übrige Länder Deutschland Übrige Länder
Durchschnittliche Bewertungsfaktoren:
Diskontierungssatz 6,75 6,44 5,25 5,24
Erwarteter Kapitalertrag auf das Planvermögen 6,00 7,10 6,00 7,00
Langfristige Gehaltssteigerungsraten 2,50 2,43 2,50 1,91

Planvermögen

Die Mehrzahl der fondsfinanzierten Pensionspläne des Konzerns befindet sich in den USA, in Kanada, in Großbritannien und zu einem geringeren Umfang in Deutschland sowie einigen anderen europäischen Ländern. Das Planvermögen ist in diversifizierte Portfolios investiert, welche jeweils verschiedene Anlageklassen umfassen. Hiermit soll eine unter Risiko- und Rendite-Aspekten optimale Aufteilung der Anlageklassen erreicht werden. Die Anlageklassen der Fonds umfassen nationale und internationale Aktien, festverzinsliche Wertpapiere staatlicher und nicht-staatlicher Emittenten sowie Immobilienvermögen.

Das Planvermögen der Pensionspläne enthält keine Gläubigerpapiere oder Aktien sowie kein Immobilienvermögen von ThyssenKrupp.

Bei der Anlage des Planvermögens bedient sich der Konzern professioneller Investmentmanager. Diese agieren auf Basis spezifischer Investitionsrichtlinien, die vom Investitionsausschuss des jeweiligen Plans erlassen worden sind. Die Investitionsausschüsse setzen sich aus leitenden Mitarbeitern des Finanzbereichs und anderen qualifizierten Führungskräften zusammen. Sie tagen regelmäßig, um das Ziel-Portfolio zu genehmigen sowie die Risiken und die Performance wesentlicher Pensionsfonds zu überprüfen; darüber hinaus bewilligen sie die Auswahl bzw. die Vertragsverlängerung externer Fondsmanager.

Die Struktur des Konzern-Zielportfolios basiert auf Asset-Liability-Studien, die für die wesentlichen Pensionsfonds des Konzerns regelmäßig durchgeführt werden.

Die Struktur des Ist-Portfolios und des Ziel-Portfolios des Planvermögens der Pensionspläne stellt sich wie folgt dar:

Ist-Portfoliostruktur
des Planvermögens
Ziel-Portfolio-
struktur
  30.09.2008 30.09.2009 30.09.2010
Aktien 44 % 39 % 40-55 %
Festverzinsliche Wertpapiere 48 % 54 % 45-60 %
Immobilien/Sonstiges 8 % 7 % 0-10 %
Insgesamt 100 % 100 %

Dotierung der Pensionspläne

Grundsätzlich dotiert der Konzern die Pensionsfonds in Höhe des Betrags, der erforderlich ist, um die gesetzlichen Minimalzuführungserfordernisse des jeweiligen Landes, in dem der Fonds ansässig ist, zu erfüllen. In den USA und in Kanada richtet sich die Minimaldotierung einiger Fonds nach gewerkschaftlichen Regelungen. Darüber hinaus leistet der Konzern von Zeit zu Zeit nach eigenem Ermessen zusätzliche Zuführungen. Für das Geschäftsjahr 2009/2010 erwartet ThyssenKrupp Bar-Dotierungen zu den fondsfinanzierten Pensionsplänen in Höhe von 103 Mio €.

Pensionszahlungen

Im Geschäftsjahr 2008/2009 wurden Pensionszahlungen für Pläne in Deutschland von 421 (i. Vj. 421) Mio € und für Pläne in den übrigen Ländern von 157 (i. Vj. 144) Mio € geleistet. In den kommenden 10 Geschäftsjahren werden aus den Pensionsplänen folgende Zahlungen erwartet:

Mio €
Deutschland Übrige Länder
(für die Geschäftsjahre)
2009/2010 437 128
20010/2011 433 122
2011/2012 434 123
2012/2013 430 126
2013/2014 426 130
2014/2015 - 2018/2019 2.064 654
Insgesamt 4.224 1.283

Folgende Beträge wurden für die laufende Berichtsperiode und die vorangegangenen Berichtsperioden für die leistungsorientierten Pläne angesetzt:

Mio €
30.09.2005 30.09.2006 30.09.2007 30.09.2008 30.09.2009
Anwartschaftsbarwert 9.209 8.655 7.931 6.938 7.754
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens 1.937 2.067 2.077 1.724 1.692
Überschuss bzw. Fehlbetrag der Pläne – 7.272 – 6.588 – 5.854 – 5.214 – 6.062
Erfahrungsbedingte Anpassungen der Schulden der Pläne – 43 – 52 – 89 – 47 25
Erfahrungsbedingte Anpassungen der Vermögenswerte der Pläne 112 13 44 – 345 – 23

Beitragsorientierte Pläne (Defined-Contribution-Pläne)

Darüber hinaus gewährt der Konzern im In- und Ausland Beitragszusagen im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung über Pensionskassen und vergleichbare Versorgungseinrichtungen. Der Konzern erbringt für diese Pläne Beitragsleistungen in Höhe eines bestimmten Prozentsatzes vom Einkommen der Mitarbeiter oder in Abhängigkeit von der Höhe der Beitragsleistungen der Mitarbeiter. Der Gesamtaufwand aus als beitragsorientierte Pläne bilanzierten Pensionszusagen betrug im Geschäftsjahr 140 (i. Vj. 140) Mio €. Davon entfielen 84 (i. Vj. 86) Mio € auf gemeinschaftlich mit nicht verbundenen Unternehmen unterhaltene Pensionspläne (Multi-Employer Plans). Zusätzlich wurden Beiträge an staatliche Rentenversicherungsträger von 345 (i. Vj. 363) Mio € gezahlt.

Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen

In den USA und Kanada gewährt der Konzern Gesundheitsfürsorgeleistungen und Lebensversicherungsleistungen an Pensionäre, die bestimmte Mindestanforderungen hinsichtlich ihres Lebens- und Dienstalters erfüllen. Die Verpflichtungen entfallen überwiegend auf den Auslaufbereich von ThyssenKrupp Budd.

Im Dezember 2003 hat die US-Regierung das Gesetz "Medicare Prescription Drug, Improvement and Modernization Act" in Kraft gesetzt. Durch das Gesetz erhalten Unternehmen, die Gesundheitsfürsorgeleistungen an Pensionäre gewähren, deren Leistungsumfang mindestens der gesetzlichen Regelung entspricht, einen staatlichen Zuschuss. Der Konzern bilanziert diese staatlichen Zuschüsse in Übereinstimmung mit IAS 19 als sogenannte Reimbursement Rights.

Die Entwicklung der Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen und der Erstattungsansprüche (Reimbursement Rights) stellt sich wie folgt dar:

Mio €
30.09.2008
USA/Kanada
30.09.2009
USA/Kanada
Veränderung des Anwartschaftsbarwerts:    
Anwartschaftsbarwert am Anfang des Geschäftsjahres 893 1.013
Dienstzeitaufwand: Barwert der im Geschäftsjahr hinzuverdienten Ansprüche 10 8
Zinsaufwand: Aufzinsung der erwarteten Zuschussverpflichtungen 52 66
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 8 – 53
Versicherungsmathematische (Gewinne)/Verluste 103 109
Plankürzungen und Planabgeltungen 0 – 24
Kursdifferenzen – 10 – 33
Zahlungen für Versorgungsverpflichtungen – 43 – 46
Anwartschaftsbarwert am Ende des Geschäftsjahres 1.013 1.040
     
Veränderung der Erstattungsansprüche (Reimbursement Rights) im Zusammenhang mit Gesundheitsfürsorgezuschussverpflichtungen:
Beizulegender Zeitwert der Erstattungsansprüche am Anfang des Geschäftsjahres 67 83
Erwartete Erträge aus Erstattungsansprüchen 4 – 4
Versicherungsmathematische Gewinne/(Verluste) 14 1
Beiträge der Arbeitgeber 3 3
Kursdifferenzen 0 – 1
Gezahlte Leistungen – 6 – 6
Sonstige 1 0
Beizulegender Zeitwert der Erstattungsansprüche am Ende des Geschäftsjahres 83 76

Die nachfolgende Tabelle zeigt den Finanzierungsstatus einschließlich der Überleitung zum Bilanzausweis:

Mio €
30.09.2008
USA/Kanada
30.09.2009
USA/Kanada
Finanzierungsstatus am Ende des Geschäftsjahres – 1.013 – 1.040
Noch unberücksichtigter nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand – 16 – 36
Bilanzierter Betrag (= Rückstellungen für Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen) – 1.029 – 1.076

Bewertungsannahmen (-prämissen)

Bei der Berechnung der Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen wurden folgende Annahmen zu Grunde gelegt (= gewichteter Durchschnitt):

in %
30.09.2008
USA/Kanada
30.09.2009
USA/Kanada
Durchschnittliche Bewertungsfaktoren:    
Diskontierungssatz 6,97 5,50
Steigerungsrate für Gesundheitsfürsorge im nächsten Jahr 9,73 9,80
Letzte Steigerungsrate für Gesundheitsfürsorge (erwartet in 2032) 5,00 5,00

Netto-Aufwendungen für Zuschussverpflichtungen für Gesundheitsfürsorgeleistungen

Die Netto-Aufwendungen der Zuschussverpflichtungen für die Gesundheitsfürsorgeleistungen für Pensionäre setzen sich wie folgt zusammen:

Mio €
2007/2008
USA/Kanada
2008/2009
USA/Kanada
Dienstzeitaufwand: Barwert der im Geschäftsjahr hinzuverdienten Versorgungsansprüche 10 8
Zinsaufwand: Aufzinsung der erwarteten Zuschussverpflichtungen 52 66
Erwarteter Ertrag aus Erstattungsansprüchen – 4 4
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 3 – 31
Aufwand/(Ertrag) aus Plankürzungen und Planabgeltungen 0 – 24
Netto-Aufwendungen der Zuschussverpflichtungen für Gesundheitsfürsorgeleistungen für Pensionäre 61 23

Die Komponente "Zinsaufwand" der Netto-Aufwendungen für Gesundheitsfürsorgeleistungen für Pensionäre ist in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung in der Zeile "Zinsaufwendungen" enthalten.

Nachfolgend sind die Auswirkungen dargestellt, die aus einer Erhöhung bzw. Verminderung der angenommenen Steigerungsrate für die Gesundheitsfürsorgeleistungen um 1-%-Punkt resultieren:

Mio €
1-% -Punkt
  Erhöhung Verminderung
Effekt auf die Dienstzeit- und Zinsaufwendungen 9 – 7
Effekt auf den Anwartschaftsbarwert 124 – 104

Folgende Beträge wurden für die laufende Berichtsperiode und die vorangegangenen Berichtsperioden für die Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen angesetzt:

Mio €
30.09.2005 30.09.2006 30.09.2007 30.09.2008 30.09.2009
Anwartschaftsbarwert 1.290 1.122 893 1.013 1.040
Beizulegender Zeitwert des Erstattungsanspruchs 79 90 67 83 76
Überschuss bzw. Fehlbetrag der Pläne – 1.290 – 1.122 – 893 – 1.013 – 1.040
Erfahrungsbedingte Anpassungen der Schulden der Pläne – 19 – 33 13 – 41 – 1
Erfahrungsbedingte Anpassungen des Erstattungsanspruchs 1 31 0 0 1

Sonstige pensionsähnliche Verpflichtungen

Bei einigen deutschen Gesellschaften bestehen Verpflichtungen aus Altersteilzeitvereinbarungen. Hierbei erbringt der Arbeitnehmer Vorleistungen durch Mehrarbeit, die nach dem Ausscheiden durch ratierliche Zahlungen entgolten werden. Für die Verpflichtungen wurden Rückstellungen nach IAS 19 "Employee Benefits" in Höhe von 283 (i. Vj. 242) Mio € angesetzt.

24 Sonstige Rückstellungen

Tabelle: Sonstige Rückstellungen

Vom Gesamtbetrag der sonstigen Rückstellungen zum 30. September 2009 sind 2.075 (i. Vj. 1.746) Mio € kurzfristig und 821 (i. Vj. 641) Mio € langfristig. Sonstige Rückstellungen in Höhe von 746 (i. Vj. 548) Mio € haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

Die Rückstellung für Gewährleistungs- und Produkthaftungsverpflichtungen umfasst sowohl die Haftung des Konzerns für die einwandfreie Funktionalität der verkauften Produkte (Gewährleistung) als auch die Verpflichtung, dem Käufer durch den Gebrauch der Produkte entstandene Schäden zu ersetzen (Produkthaftung).

Die Rückstellung für sonstige absatz- und beschaffungsmarktbezogene Risiken besteht im Wesentlichen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften.

Mit den Rückstellungen für Verpflichtungen im Personalbereich werden vor allem Jubiläumszuwendungen und Verpflichtungen aus den Management Incentiveplänen erfasst, während Sozialplan- und ähnliche Aufwendungen in der Rückstellung für Restrukturierungen innerhalb der Personalstrukturmaßnahmen berücksichtigt sind. Pensionsähnliche Verpflichtungen wie Altersteilzeit- und Vorruhestandsregelungen, die zum Teil auch im Rahmen von Restrukturierungsmaßnahmen entstanden sind, sind Bestandteil der Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen.

Die Restrukturierungsrückstellung umfasst neben den rückstellungsfähigen Personalstrukturmaßnahmen auch Rückstellungen für Sachstrukturmaßnahmen, die im Rahmen der Aufgabe von betrieblichen Bereichen für Kosten gebildet werden, die aus Maßnahmen resultieren, die keinen zukünftigen wirtschaftlichen Nutzen generieren. In allen Segmenten werden Restrukturierungsmaßnahmen durchgeführt. Von den Rückstellungen zum 30. September 2009 entfallen 282 Mio € auf das Segment Steel, 280 Mio € auf das Segment Technologies sowie 80 Mio € auf das Segment Services. Die entsprechenden Aufwendungen werden ab 2008/2009 den Funktionsbereichen zugeordnet; der Vorjahresausweis wurde angepasst.

Die Rückstellung für Entfernungsverpflichtungen besteht im Wesentlichen aus Verpflichtungen zur Sicherung entstandener Bergschäden und für Rekultivierungsmaßnahmen. Die Abwicklung von Bergschäden und Rekultivierungsverpflichtungen erstreckt sich typischerweise über lange Zeiträume von teilweise mehr als 30 Jahren. Die technischen Rahmenbedingungen sind als sehr komplex einzuschätzen. Entsprechend bestehen Unsicherheiten über den zeitlichen Anfall und die konkrete Höhe der Aufwendungen.

Die Rückstellungen für Umweltschutzverpflichtungen betreffen vor allem die Beseitigung von Altlasten sowie Sanierungs- und Gewässerschutzmaßnahmen.

25 Finanzschulden

Buchwerte Mio €
30.09.2008 30.09.2009
Anleihen 1.497 4.483
Schuldscheindarlehen 479 479
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 968 2.003
Verbindlichkeiten aus Finance Lease 98 70
Sonstige Darlehen 26 125
Langfristige Finanzschulden 3.068 7.160
Anleihen 500 0
Schuldscheindarlehen 50 0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 711 381
Verbindlichkeiten aus nicht ausgebuchten Forderungen 3 0
Akzeptverbindlichkeiten 31 19
Verbindlichkeiten aus Finance Lease 27 34
Sonstige Darlehen 26 10
Kurzfristige Finanzschulden 1.348 444
Finanzschulden 4.416 7.604

Die kurzfristigen Finanzschulden beinhalten Finanzschulden mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr, während die langfristigen Finanzschulden eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr haben.

Finanzschulden in Höhe von 129 (i. Vj. 174) Mio € sind durch Grundpfandrechte besichert.

Per 30. September 2009 sind von den Finanzschulden insgesamt Disagien in Höhe von 30 (i. Vj. 4) Mio € abgesetzt und Agien in Höhe von 12 (i. Vj. 0) Mio € aufgeschlagen. Die Verrechnung der Disagien und Agien ist im Finanzergebnis enthalten.

Anleihen, Schuldscheindarlehen
Buchwert
in Mio €
30.09.2008
Buchwert
in Mio €
30.09.2009
Nominalwert
in Mio €
30.09.2009
Zinssatz in % Beizulegender
Zeitwert
in Mio €
30.09.2009
Fälligkeit
Anleihe ThyssenKrupp Finance Nederland B.V.
(500 Mio €) 2002/2009
500 7,000 19.03.2009
Anleihe ThyssenKrupp Finance Nederland B.V.
(1.000 Mio €) 2009/2013
1.009 1.000 6,750 1.062 25.02.2013
Anleihe ThyssenKrupp Finance Nederland B.V.
(1.000 Mio €) 2009/2016
988 1.000 8,500 1.099 25.02.2016
Anleihe ThyssenKrupp AG
(750 Mio €) 2004/2011
748 749 750 5,000 776 29.03.2011
Anleihe ThyssenKrupp AG
(1.000 Mio €) 2009/2014
988 1.000 8,000 1.095 18.06.2014
Anleihe ThyssenKrupp AG
(750 Mio €) 2005/2015
749 749 750 4,375 735 18.03.2015
Schuldscheindarlehen ThyssenKrupp AG
(50 Mio €) 2004/2009
50 4,500 19.01.2009
Schuldscheindarlehen ThyssenKrupp AG
(100 Mio €) 2008/2013
100 100 100 5,150 103 15.04.2013
Schuldscheindarlehen ThyssenKrupp AG
(150 Mio €) 2008/2013
149 149 150 5,300 155 25.04.2013
Schuldscheindarlehen ThyssenKrupp AG
(150 Mio €) 2008/2014
150 150 150 5,375 152 21.05.2014
Schuldscheindarlehen ThyssenKrupp AG
(80 Mio €) 2008/2016
80 80 80 5,710 77 15.09.2016
Insgesamt 2.526 4.962 4.980 5.254

ThyssenKrupp hat im abgelaufenen Geschäftsjahr Anleihen mit einem Gesamtvolumen in Höhe von 3 Mrd € emittiert. Im Februar 2009 hat die ThyssenKrupp Finance Nederland B.V. eine "Dual Tranche"-Anleihe im Volumen von insgesamt 1,5 Mrd € begeben. Die Anleihe wurde in zwei Tranchen mit einer 4-jährigen (500 Mio €) und einer 7-jährigen Tranche (1.000 Mio €) emittiert. Im April 2009 wurde die 4-jährige Tranche um 500 Mio € aufgestockt. Im Juni 2009 hat die ThyssenKrupp AG eine weitere Anleihe im Volumen von 1 Mrd € begeben. Die Anleihe hat eine Laufzeit von 5 Jahren.

Die ThyssenKrupp AG hat für alle Anleihen der ThyssenKrupp Finance Nederland B.V. jeweils eine unbedingte und unwiderrufliche Garantie für die Zahlungsverpflichtungen gemäß den Anleihebedingungen übernommen.

Per 30. September 2009 stellt sich die Finanzierungsstruktur der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und der Sonstigen Darlehen wie folgt dar:

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Sonstige Darlehen
Buchwert
in Mio €
30.09.2008
Buchwert
in Mio €
30.09.2009
davon in € Gewogener
Durch-
schnitts-
zinssatz
in % per
30.09.2009
davon in USD Gewogener
Durch-
schnitts-
zinssatz
in % per
30.09.2009
davon in
weiteren
Währungen
Beizu-
legender
Zeitwert
in Mio €
30.09.2009
Bilaterale Kreditvereinbarungen (variabel verzinslich) 510 305 1,16 205 0,78 510
Sonstige variabel verzinsliche Kredite 1.221 1.099 83 1,77 93 2,45 923 1.099
Festverzinsliche Kredite 510 910 890 5,52 6 14 952
Insgesamt 1.731 2.519 1.278 4,24 304 1,28 937 2.561

Aus einer syndizierten Kreditfazilität (Multi-Currency-Facility-Agreement) stehen ThyssenKrupp variabel verzinsliche Mittel in Höhe von 2,5 Mrd € zur Verfügung. Die Fazilität wurde im Juli 2005 abgeschlossen und hat eine Laufzeit bis zum 01. Juli 2014. Die Kreditfazilität war am Bilanzstichtag nicht in Anspruch genommen.

Des Weiteren hat die ThyssenKrupp AG mit ihren Finanzpartnern bilaterale Vereinbarungen in Höhe von 2,3 Mrd € getroffen, denen zufolge sie, aber auch teilweise die ThyssenKrupp Finance USA, Inc. oder die ThyssenKrupp Finance Nederland B.V. Kredite in Euro oder wahlweise in US-Dollar oder Britischen Pfund revolvierend in Anspruch nehmen kann (Roll-Over-Finanzierungen). Von diesen bilateralen Kreditlinien haben 50 % eine Restlaufzeit von über 5 Jahren und 50 % eine Restlaufzeit von bis zu 5 Jahren. Am Bilanzstichtag waren hiervon 0,5 Mrd € als Barkredite in Anspruch genommen.

Insgesamt verfügt der Konzern über ungenutzte und fest zugesagte Kreditlinien in Höhe von 4,2 Mrd €.

Darüber hinaus verfügt der Konzern über weitere Finanzierungsmöglichkeiten im Rahmen eines Commercial Paper Programms mit einem maximalen Emissionsvolumen von 1,5 Mrd €, das zum 30. September 2009 nicht in Anspruch genommen war.

Für Finance-Lease-Verträge betragen die zukünftigen Mindestzahlungen zum Stichtag:

Mio €
30.09.2008 30.09.2009
  Künftige Mindestleasing-zahlungen Zinsen Barwert (Verbindlich-keiten aus Finance Lease) Künftige Mindestleasing-zahlungen Zinsen Barwert (Verbindlich-keiten aus Finance Lease)
Bis zu einem Jahr 35 8 27 40 6 34
Zwischen einem Jahr und fünf Jahren 92 16 76 64 11 53
Länger als fünf Jahre 29 7 22 22 5 17
Insgesamt 156 31 125 126 22 104

Die Fälligkeiten der Finanzschulden verteilen sich wie folgt auf die nächsten 5 Jahre und die Zeit danach:

Mio €
Gesamte Finanz-
schulden
Davon:
Verbindlich-
keiten
gegenüber
Kreditinstituten
(für die Geschäftsjahre)    
2009/2010 444 381
2010/2011 963 80
2011/2012 377 359
2012/2013 1.738 472
2013/2014 1.567 413
nach 2013/2014 2.515 679
Insgesamt 7.604 2.384

26 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 41 (i. Vj. 40) Mio € haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

27 Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

Mio €
30.09.2008 30.09.2009
  kurzfristig langfristig kurzfristig langfristig
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 999 321 1.390 4
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 369 138
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung 176 58
Insgesamt 1.544 321 1.586 4

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten in Höhe von 8 (i. Vj. 328) Mio € haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

28 Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten

Mio €
30.09.2008 30.09.2009
  kurzfristig langfristig kurzfristig langfristig
Fertigungsaufträge mit passivischem Saldo gegenüber Kunden 3.445 2.883
Erhaltene Anzahlungen 1.084 957
Absatz- und beschaffungsmarktbezogene Verbindlichkeiten 642 725
Verbindlichkeiten aus Put-Optionen 180 19 22 0
Verbindlichkeiten gegenüber der Belegschaft 965 738
Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 122 100
Rechnungsabgrenzungsposten 187 117
Verbindlichkeiten aus Steuern (ohne Ertragsteuern) 370 349
Übrige 506 1 791 46
Insgesamt 7.501 20 6.682 46

Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten in Höhe von 506 (i. Vj. 883) Mio € haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

Die aus der Bilanzierung von Fertigungsaufträgen resultierenden Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

Mio €
30.09.2008 30.09.2009
Angefallene Auftragskosten und ausgewiesene Auftragsgewinne (abzüglich ausgewiesener Verluste) 5.382 5.881
abzüglich erhaltener Anzahlungen – 8.827 – 8.764
Insgesamt – 3.445 – 2.883

29 Eventualverbindlichkeiten, sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risiken

Eventualverbindlichkeiten

Die ThyssenKrupp AG, deren Segmentführungsgesellschaften sowie in Einzelfällen auch deren Tochtergesellschaften haben Bürgschaften oder Garantien zu Gunsten von Auftraggebern oder Kreditgebern ausgestellt bzw. ausstellen lassen. Die in der nachfolgenden Tabelle dargestellten Verpflichtungen zeigen Haftungsverhältnisse, bei denen der Hauptschuldner kein konsolidiertes Unternehmen ist:

Mio €
Maximales Haftungsvolumen Rückstellung
  30.09.2008 30.09.2009 30.09.2008 30.09.2009
Anzahlungsgarantien 145 231 1 1
Gewährleistungs- und Vertragserfüllungsgarantien 67 80 1 0
Kreditaufträge 42 39 0 0
Restwertgarantien 45 45 1 1
Sonstige Haftungserklärungen 79 48 1 2
Insgesamt 378 443 4 4

In den Bürgschaften und Garantien sind wie im Vorjahr keine Eventualverbindlichkeiten für assoziierte Unternehmen enthalten. Die Eventualverbindlichkeiten für Joint Ventures betragen 248 (i. Vj. 189) Mio €.

Die Laufzeiten variieren je nach Art der Garantie von 3 Monaten bis zu 10 Jahren (z.B. bei Miet- und Pachtgarantien).

Grundlage für eine mögliche Inanspruchnahme durch den Begünstigten ist die nicht vertragskonforme Erfüllung von vertraglich eingegangenen Verpflichtungen durch den Hauptschuldner, wie z.B. nicht rechtzeitige oder nicht ordnungsgemäße Lieferung, Nichteinhaltung von zugesicherten Leistungsparametern oder nicht ordnungsgemäße Rückzahlung von Krediten.

Alle durch die ThyssenKrupp AG oder die Segmentführungsgesellschaften ausgestellten oder in Auftrag gegebenen Bürgschaften oder Garantien erfolgen im Auftrag und unter Rückhaftung des jeweiligen aus dem zu Grunde liegenden Vertragsverhältnis entsprechend verpflichteten Unternehmens (Hauptschuldner). Besteht die Rückhaftung gegen einen Hauptschuldner, an dem ganz oder teilweise ein konzernfremder Dritter beteiligt ist, so wird grundsätzlich versucht, die Stellung zusätzlicher Sicherheiten in entsprechender Höhe zu vereinbaren.

ThyssenKrupp haftet aus Beteiligungen an Gesellschaften bürgerlichen Rechts, Personengesellschaften und Arbeitsgemeinschaften gesamtschuldnerisch.

Ehemalige Aktionäre von Thyssen und von Krupp haben die gerichtliche Überprüfung der Umtauschverhältnisse aus der Verschmelzung der Thyssen AG und der Fried. Krupp AG Hoesch-Krupp zur ThyssenKrupp AG nach § 305 UmwG beantragt. Die Verfahren sind vor dem Landgericht Düsseldorf anhängig. Stellt das Gericht im Spruchverfahren eine Unangemessenheit des Umtauschverhältnisses fest, erfolgt ein Ausgleich durch eine verzinsliche bare Zuzahlung. Die Zuzahlung ist an alle betroffenen Aktionäre zu leisten, auch wenn sie nicht Antragsteller des Spruchverfahrens sind. Die Gesellschaft erwartet jedoch, dass die Spruchverfahren nicht zu baren Zuzahlungen führen werden, da die Umtauschverhältnisse sorgfältig ermittelt, zwischen voneinander unabhängigen Vertragspartnern vereinbart und von dem gerichtlich bestellten Verschmelzungsprüfer geprüft und bestätigt worden sind.

Aus der Eingliederung der Thyssen Industrie AG in die ThyssenKrupp AG ist ein Spruchverfahren zur gerichtlichen Überprüfung der Angemessenheit der Abfindung an die außenstehenden Aktionäre der Thyssen Industrie AG anhängig. Sollte das Gericht in einer rechtskräftigen Entscheidung zu dem Ergebnis kommen, dass die angebotene Abfindung unangemessen war, wird die durch weitere Barzahlung erhöhte Abfindung allen außenstehenden Aktionären gewährt.

ThyssenKrupp ist im Zusammenhang mit dem Erwerb und der Veräußerung von Unternehmen in gerichtliche, schiedsgerichtliche und außergerichtliche Auseinandersetzungen verwickelt, die zur Rückerstattung von Teilen des Kaufpreises oder zur Gewährung von Schadensersatz führen können. Aus Anlagenbau-, Liefer- und Leistungsverträgen werden von Kunden, Konsortialpartnern und Subunternehmern Ansprüche erhoben. Bei einigen Rechtsstreitigkeiten haben sich die Ansprüche im Verlauf des Geschäftsjahres als unbegründet erwiesen oder sind verjährt. Eine Reihe von Verfahren sind noch anhängig.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risiken

Im Rahmen von Miet-, Pacht- und Leasingverträgen, die als Operating Lease zu qualifizieren sind, least der Konzern Sachanlagen. Hieraus resultieren im Saldo Aufwendungen von 274 (i. Vj. 272) Mio €, die sich folgendermaßen zusammensetzen:

Mio €
2007/2008 2008/2009
Mindestmietzahlungen (minimum rentals) 272 276
Variable Mietzahlungen (contingent rentals) 0 0
abzgl. Erträge aus Untermietverträgen (sublease) 0 – 2
Insgesamt 272 274

Die künftigen (nicht abgezinsten) Mindestmietzahlungen aus solchen unkündbaren Verträgen, die zum Stichtag eine anfängliche oder verbleibende Restlaufzeit von mehr als einem Jahr haben, betragen:

Mio €
30.09.2008 30.09.2009
Bis zu einem Jahr 258 236
Zwischen einem Jahr und fünf Jahren 565 552
Länger als fünf Jahre 453 382
Insgesamt 1.276 1.170

Im Gesamtbetrag der künftigen Mindestmietzahlungen sind die künftigen Mindestmieteinnahmen aus unkündbaren Untermietverträgen in Höhe von 5 (2007/2008: 4) Mio € nicht berücksichtigt.

Das Bestellobligo für Investitionsvorhaben beläuft sich zum 30. September 2009 auf 3.028 (i. Vj. 5.090) Mio € und betrifft im Wesentlichen das Segment Steel.

Gegenüber Kapitalgesellschaften und Genossenschaften bestehen Einzahlungsverpflichtungen und Nachschusspflichten von zusammen 3 (i. Vj. 3) Mio €. Darüber hinaus bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von 2.957 (i. Vj. 3.539) Mio €. Diese betreffen im Wesentlichen die Abnahmeverpflichtungen aus langfristigen Koks-, Kohle- und Kalklieferverträgen und Verpflichtungen aus Schiffscharterverträgen im Segment Steel sowie die Abnahmeverpflichtungen aus Strom- und Gaslieferverträgen im Konzern. Darüber hinaus bestehen im Segment Steel langfristige Lieferverträge für Eisenerz und Eisenerz-Pellets, aus denen Abnahmeverpflichtungen für einen Zeitraum von bis zu 14 Jahren resultieren. Auf Grund der hohen Volatilität der Preisentwicklung für Eisenerz wurden für die Bewertung der gesamten Abnahmeverpflichtungen die zum Berichtszeitpunkt gültigen Erzpreise zugrunde gelegt; hieraus ergeben sich Abnahmeverpflichtungen von 11.485 Mio €.

Im Rahmen der Sach- und Betriebsunterbrechungsversicherungen existieren zurzeit bei einigen Produktionsanlagen der Segmente Steel und Stainless Selbstbehalte in beachtlicher Höhe. Der Eintritt eines oder mehrerer Schadensfälle kann zu einer wesentlichen Beeinträchtigung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns führen.

Mit Entscheidung vom 02. Juli 2008 hat die EU-Kommission verschiedene, der Hellenic Shipyards S.A. (HSY) gewährte Investitionszuschüsse und Zusagen als staatliche, mit dem Gemeinsamen Markt nicht vereinbare Beihilfen eingestuft. Die Beihilfen wurden in den Jahren 1997 bis 2002 teilweise im Zusammenhang mit der Privatisierung der ehemals staatlichen Werft gewährt. Eine Freistellungsklausel im Kaufvertrag über den Erwerb der HSY zugunsten der erwerbenden Howaldtswerke-Deutsche Werft GmbH im Jahre 2002 für eventuelle Rückforderungen von Beihilfen betrachtet die Kommission ebenfalls als beihilfewidrig. Die EU-Kommission hat die Republik Griechenland aufgefordert, die Beihilfen von der HSY zurückzufordern; nach Auffassung der Kommission handelt es sich um einen Betrag von ca. 236 Mio € (zuzüglich Zinsen). Gegen die Entscheidung der Kommission wurde Klage vor dem Europäischen Gericht erster Instanz (Luxemburg) erhoben. Eine Klage gegen die Verkäuferin der HSY auf Freistellung von eventuellen Rückforderungen des griechischen Staates ist bei dem zuständigen Gericht in Athen bereits eingereicht. Die Rückforderungspflicht des griechischen Staates betrifft allein das zivile Geschäft, nicht das militärische Geschäft der HSY. Einigungsgespräche im abgelaufenen Geschäftsjahr mit allen Beteiligten sind noch nicht zum Abschluss gekommen. Sollte der Vorgang insgesamt eine ungünstige Entwicklung nehmen, kann zurzeit nicht ausgeschlossen werden, dass sich daraus ein wesentlicher Einfluss auf den Konzernabschluss von ThyssenKrupp ergibt.

30 Finanzinstrumente

In den nachfolgenden Tabellen sind die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach Bewertungskategorien und Klassen dargestellt. Dabei werden auch die Forderungen und Verbindlichkeiten aus Finance Lease sowie die Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung berücksichtigt, obwohl sie keiner Bewertungskategorie des IAS 39 angehören.

Tabelle: Finanzinstrumente

Für die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige kurzfristige Forderungen sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente entspricht der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert. Der beizulegende Zeitwert von festverzinslichen Ausleihungen ergibt sich als Barwert der zukünftig erwarteten Cash-Flows. Die Abzinsung erfolgt auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen Zinssätze.

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte beinhalten im Wesentlichen Eigenkapitalinstrumente und Gläubigerpapiere. Sie werden grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert bewertet; dieser basiert soweit vorhanden auf Börsenkursen zum Bilanzstichtag. Liegen keine auf einem aktiven Markt notierten Preise vor und kann der beizulegende Zeitwert nicht verlässlich ermittelt werden, erfolgt eine Bewertung zu Anschaffungskosten.

Der beizulegende Zeitwert von Devisentermingeschäften errechnet sich auf Basis des am Bilanzstichtag geltenden Devisenkassamittelkurses unter Berücksichtigung der Terminaufschläge und -abschläge für die jeweilige Restlaufzeit des Kontraktes im Vergleich zum kontrahierten Devisenterminkurs. Bei Devisenoptionen werden anerkannte Modelle zur Ermittlung des Optionspreises angewandt. Der beizulegende Zeitwert einer Option wird neben der Restlaufzeit der Option zusätzlich durch weitere Bestimmungsfaktoren, wie z.B. die aktuelle Höhe und die Volatilität des zu Grunde liegenden jeweiligen Wechselkurses oder der zu Grunde liegenden Basiszinsen, beeinflusst.

Bei Zinsswaps und Zins-/Währungsswaps erfolgt die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert durch die Abzinsung der zukünftig zu erwartenden Cash-Flows. Dabei werden die für die Restlaufzeit der Kontrakte geltenden Marktzinssätze zu Grunde gelegt. Daneben werden bei Zins-/Währungsswaps die Wechselkurse der jeweiligen Fremdwährungen, in denen die Cash-Flows stattfinden, einbezogen.

Der beizulegende Zeitwert von Warentermingeschäften basiert auf offiziellen Börsennotierungen. Die Bewertungen werden sowohl intern als auch von externen Finanzpartnern zum Bilanzstichtag vorgenommen.

Für die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten entspricht der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert. Der beizulegende Zeitwert von festverzinslichen Verbindlichkeiten ergibt sich als Barwert der zukünftig erwarteten Cash-Flows. Die Abzinsung erfolgt auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen Zinssätze. Bei Verbindlichkeiten mit variabel verzinslichem Charakter entsprechen die Buchwerte den beizulegenden Zeitwerten.

Die folgende Tabelle stellt die Nettogewinne und -verluste aus Finanzinstrumenten nach Bewertungskategorien dar. Hierin sind keine Ergebniseffekte aus Finance Lease und aus Derivaten mit bilanzieller Sicherungsbeziehung berücksichtigt, da diese keiner Bewertungskategorie des IAS 39 angehören.

Mio €
2007/2008 2008/2009
Kredite und Forderungen 136 – 145
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 140 112
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte) 107 151
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten – 291 – 120

Das Nettoergebnis aus der Kategorie "Kredite und Forderungen" resultiert im Wesentlichen aus Zinserträgen aus finanziellen Forderungen, Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Kursgewinnen und Kursverlusten aus Fremdwährungsforderungen.

In der Kategorie "Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte" sind im Wesentlichen die laufenden Erträge aus Eigenkapitalinstrumenten und Gläubigerpapieren sowie Ergebnisse aus dem Abgang dieser Papiere enthalten.

Die Gewinne und Verluste aus Änderungen des beizulegenden Zeitwertes von Währungs-, Zins- und Warenderivaten, die nicht die Anforderungen des IAS 39 für Hedge Accounting erfüllen, sind in der Kategorie "Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehungen" enthalten.

Die Kategorie "Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten" umfasst die Zinsaufwendungen für finanzielle Verbindlichkeiten sowie Kursgewinne und Kursverluste aus Fremdwährungsverbindlichkeiten.

Derivate Finanzinstrumente

Der Konzern setzt verschiedene derivative Finanzinstrumente ein, darunter Devisentermingeschäfte, Devisenoptionsgeschäfte, Zinsswaps, Zins-/Währungsswaps und Warentermingeschäfte. Der Einsatz derivativer Finanzinstrumente erfolgt grundsätzlich zur Absicherung bestehender oder geplanter Grundgeschäfte und dient der Reduzierung von Fremdwährungs-, Zins- und Warenpreisrisiken.

Die nachfolgende Tabelle stellt die Nominalwerte und beizulegenden Zeitwerte der im Konzern eingesetzten derivativen Finanzinstrumente dar:

Mio €
Nominalwert
30.09.2008
Beizulegender
Zeitwert
30.09.2008
Nominalwert
30.09.2009
Beizulegender
Zeitwert
30.09.2009
Aktiva
Währungsderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 4.041 150 4.024 163
Währungsderivate im Cash-Flow-Hedge 1.466 55 292 32
Eingebettete Derivate 189 8 377 19
Zinsderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung* 71 21 36 8
Zinsderivate im Cash-Flow-Hedge* 0 0 750 29
Warenderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 1.113 269 669 55
Warenderivate im Cash-Flow-Hedge 116 17 129 53
Warenderivate im Fair-Value-Hedge 44 6 41 0
Insgesamt 7.040 526 6.318 359
         
Passiva
Währungsderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 3.534 179 2.349 91
Währungsderivate im Cash-Flow-Hedge 2.415 137 1.562 56
Eingebettete Derivate 855 52 201 8
Zinsderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung* 750 21 0 0
Zinsderivate im Cash-Flow-Hedge* 148 4 1 0
Warenderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 670 117 310 39
Warenderivate im Cash-Flow-Hedge 143 34 23 2
Warenderivate im Fair-Value-Hedge 10 1 41 0
Insgesamt 8.525 545 4.487 196
* inklusive Zins-/Währungsderivate

Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung

Bilanzielle Sicherungsbeziehungen gem. IAS 39 (Hedge Accounting) bestehen vor allem zur Absicherung von Währungsrisiken aus festen vertraglichen Verpflichtungen in Fremdwährung sowie zukünftiger Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten, zur Absicherung von Warenpreisrisiken aus Absatz- und Beschaffungsgeschäften und zur Absicherung von Zinsrisiken aus langfristigen Finanzierungen.

Cash-Flow-Hedges

Cash-Flow-Hedges bestehen vor allem zur Absicherung künftiger Zahlungsströme gegenüber Fremdwährungs- und Warenpreisrisiken aus zukünftigen Umsätzen und Beschaffungsgeschäften sowie Zinsrisiken aus langfristigen Finanzierungen. Diese Derivate werden zu beizulegenden Zeitwerten bilanziert, welche in einen effektiven und in einen ineffektiven Teil zerlegt werden. Der effektive Teil der Schwankungen der beizulegenden Zeitwerte dieser Derivate wird bis zum Realisationszeitpunkt des gesicherten Grundgeschäftes in den kumulierten direkt im Eigenkapital erfassten Erträgen und Aufwendungen erfasst. Der ineffektive Teil hingegen wird ergebniswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung vereinnahmt. Bei Realisierung der zukünftigen Transaktionen (Grundgeschäfte) werden die im Eigenkapital kumulierten Effekte erfolgswirksam aufgelöst. Zum 30. September 2009 waren Sicherungsinstrumente in Höhe von 114 (i. Vj. 72) Mio € mit positiven beizulegenden Zeitwerten und in Höhe von 58 (i. Vj. 175) Mio € mit negativen beizulegenden Zeitwerten bilanziert. Für das Geschäftsjahr 2008/2009 ist in den kumulierten direkt im Eigenkapital erfassten Erträgen und Aufwendungen ein unrealisiertes Ergebnis in Höhe von 33 (i. Vj. -189) Mio € (vor Steuern) berücksichtigt. Die maximale Zeitdauer, für die Cash-Flows aus zukünftigen Transaktionen gesichert werden, beträgt 60 Monate.

Im Berichtsjahr wurden in Folge der unterjährigen Realisation von Grundgeschäften 9 (i. Vj. 21) Mio € aus den kumulierten direkt im Eigenkapital erfassten Erträgen und Aufwendungen in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert; davon entfallen 9 (i. Vj. 21) Mio € auf die Umsatzerlöse und 0 (i. Vj. 0) Mio € auf das sonstige Finanzergebnis. Zusätzlich wurden 40 Mio € anschaffungskostenmindernd (i. Vj. 191 Mio € anschaffungskostenerhöhend) aus den kumulierten direkt im Eigenkapital erfassten Erträgen und Aufwendungen in die Vorräte umgegliedert, da die gesicherten Rohstoffe bilanziert wurden, aber noch keine ergebniswirksame Realisation des Grundgeschäftes stattgefunden hatte. Hieraus resultierte eine Minderung der Aufwendungen in Höhe von 48 Mio € in 2008/2009; im folgenden Geschäftsjahr werden Aufwendungen in Höhe von 8 Mio € erfasst. Darüber hinaus wurden 147 (i. Vj. 0) Mio € aus den kumulierten direkt im Eigenkapital erfassten Erträgen und Aufwendungen in die Anschaffungskosten der Sachanlagen umgegliedert. Hiervon werden Aufwendungen in Höhe von 2 Mio € in 2010/2011, 7 Mio € in 2011/2012, 7 Mio € in 2012/2013 und 131 Mio € in den folgenden Geschäftsjahren ergebniswirksam.

Zum 30. September 2009 resultiert aus ineffektiven Bestandteilen der als Cash-Flow-Hedges klassifizierten derivativen Finanzinstrumente ein Nettoergebnis in Höhe von 41 (i. Vj. -3) Mio €.

Der Abbruch von Cash-Flow-Hedges führte im laufenden Geschäftsjahr durch Umgliederung aus den kumulierten erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen in die Gewinn- und Verlustrechnung zu einem Ergebnis von 84 (i. Vj. 1) Mio €. Diese ursprünglich ergebnisneutral behandelten Schwankungen der beizulegenden Zeitwerte von Derivaten wurden zu dem Zeitpunkt ergebniswirksam realisiert, als die Durchführung der abgesicherten zukünftigen Transaktionen in Form währungsgesicherter Umsatzerlöse und Rohstoffbezüge nicht länger als wahrscheinlich angesehen wurde. Ursächlich hierfür war im Wesentlichen der durch die Wirtschaftskrise bedingte Rückgang von Rohstoffeinkäufen.

Die im folgenden Geschäftsjahr erwarteten Aufwendungen aus den zum Stichtag in den kumulierten erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen enthaltenen Schwankungen der beizulegenden Zeitwerte von Derivaten betragen 19 Mio €. Im Geschäftsjahr 2010/2011 werden Erträge in Höhe von 17 Mio €, im Geschäftsjahr 2011/2012 von 8 Mio € und in den nachfolgenden Geschäftsjahren von 27 Mio € erwartet.

Fair-Value-Hedges

Fair-Value-Hedges bestehen vor allem zur Absicherung der beizulegenden Zeitwerte von festen vertraglichen Verpflichtungen und von Vorratsbeständen gegenüber Preisrisiken. Diese Warenderivate werden ebenso wie die ihnen zugeordneten Grundgeschäfte zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Zum 30. September 2009 waren Sicherungsinstrumente in Höhe von 191 T€ (i. Vj. 6 Mio €) mit positiven beizulegenden Zeitwerten und in Höhe von 317 T€ (i. Vj. 1 Mio €) mit negativen beizulegenden Zeitwerten bilanziert. Die Schwankungen der beizulegenden Zeitwerte werden unmittelbar in Abhängigkeit von der Art der zu Grunde liegenden Geschäfte ergebniswirksam in den Umsatzerlösen oder Umsatzkosten ausgewiesen. Im Geschäftsjahr ergab sich ein Nettoergebnis aus der Bewertung der Sicherungsinstrumente im Fair-Value-Hedge in Höhe von -1 (i. Vj. -3) Mio €, während im gleichen Zeitraum ein Nettoergebnis bei den zugehörigen Grundgeschäften von 1 (i. Vj. 3) Mio € realisiert wurde.

Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung

Werden die Voraussetzungen für die Anwendung der Spezialvorschriften zum Hedge Accounting gem. IAS 39 nicht erfüllt, erfolgt ein Ausweis der derivativen Finanzinstrumente als Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung. Die hieraus resultierenden Auswirkungen auf die Gewinn- und Verlustrechnung sind in der Tabelle zu den Nettoergebnissen aus Finanzinstrumenten nach Bewertungskategorien dargestellt. In dieser Position enthalten sind auch die eingebetteten Derivate. Sie bestehen im ThyssenKrupp Konzern grundsätzlich in der Ausprägung, dass gewöhnliche Lieferungs- und Leistungsbeziehungen zu Lieferanten und Kunden im Ausland nicht in der funktionalen Währung (Landeswährung) eines der beiden Vertragspartner geschlossen wurden.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Der Vorstand der ThyssenKrupp AG hat ein Risikomanagementsystem implementiert, welches vom Aufsichtsrat überwacht wird. In den Grundsätzen für das Risikomanagement sind die Rahmenbedingungen zur Erfüllung der Anforderungen an ein ordnungsmäßiges und zukunftsgerichtetes Risikomanagement im ThyssenKrupp Konzern formuliert. Die Grundsätze verfolgen das Ziel, alle Mitarbeiter im Konzern zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Risiken zu veranlassen sowie einen nachhaltigen Prozess zur Förderung des Risikobewusstseins zu begleiten. Im Handbuch Risikomanagement und in weiteren Konzernrichtlinien sind die Prozesse des Risikomanagements, einzuhaltende Limitierungen sowie der Einsatz von Finanzinstrumenten konkret geregelt. Das Risikomanagementsystem ist darauf ausgerichtet, die Risiken zeitnah konzernweit zu identifizieren, zu analysieren, zu steuern, zu überwachen und zu kommunizieren. Insbesondere durch eine mindestens zweimal jährlich durchgeführte Risikoinventur in allen Konzernunternehmen wird die Risikolandschaft im ThyssenKrupp Konzern aktualisiert. Über die Ergebnisse des Risikoinventurprozesses werden sowohl der Vorstand der ThyssenKrupp AG als auch der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates informiert. Das Risikomanagement-Reporting ist ein kontinuierlicher Prozess, welcher in das regelmäßige Konzernreporting eingebettet ist. Sowohl die Konzernrichtlinien als auch die Informationssysteme werden regelmäßig überprüft und an aktuelle Entwicklungen angepasst. Zudem überprüft der Bereich Internal Auditing regelmäßig, ob die Konzernunternehmen die Vorgaben des Risikomanagementsystems einhalten.

ThyssenKrupp ist als weltweit agierender Konzern im Rahmen seiner gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Kreditrisiken, Liquiditätsrisiken und Marktrisiken (Währungsrisiken, Zinsrisiken und Warenpreisrisiken) ausgesetzt. Ziel des finanziellen Risikomanagements ist es, die aus den operativen Geschäften sowie den daraus resultierenden Finanzierungserfordernissen entstehenden Risiken durch den Einsatz ausgewählter derivativer und nicht-derivativer Sicherungsinstrumente zu begrenzen.

Kreditrisiko (Ausfallrisiko)

Der Konzern ist bei Finanzinstrumenten einem Ausfallrisiko ausgesetzt, das aus der möglichen Nichterfüllung einer Vertragspartei resultiert und daher maximal in Höhe des positiven beizulegenden Zeitwerts des betreffenden Finanzinstruments besteht. Vor dem Hintergrund der Finanzkrise gewinnt das Ausfallrisiko zusätzlich an Bedeutung; wir steuern es deshalb mit besonderer Vorsicht. Zur Minimierung der Ausfallrisiken werden im ThyssenKrupp Konzern grundsätzlich Finanzinstrumente im Finanzierungsbereich nur mit solchen Kontrahenten abgeschlossen, die über eine sehr gute Bonität verfügen bzw. einem Einlagensicherungsfonds angeschlossen sind. Dabei werden zur weiteren Risikominimierung Geschäfte nur im Rahmen vorgegebener Kontrahentenlimite getätigt. Im operativen Bereich werden die Außenstände und Ausfallrisiken von den Konzerngesellschaften fortlaufend überwacht und teilweise über Warenkreditversicherungen abgesichert. Die Risiken aus Warenlieferungen an Großkunden unterliegen einer besonderen Bonitätsüberwachung. Zusätzlich werden für die Absicherung von Forderungen gegenüber Großkunden Akkreditive und Ausfallbürgschaften eingesetzt. Die Forderungen gegenüber diesen Vertragspartnern sind jedoch nicht so hoch, als dass sie außerordentliche Risikokonzentrationen begründen würden. Ausfallrisiken wird durch Wertberichtigungen Rechnung getragen.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko für den Konzern besteht darin, dass auf Grund unzureichender Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln, bestehenden oder zukünftigen Zahlungsverpflichtungen nicht nachgekommen werden kann. Das Management des Liquiditätsrisikos, somit die Ressourcenallokation und die Sicherung der finanziellen Unabhängigkeit des Konzerns, zählen zu den zentralen Aufgaben der ThyssenKrupp AG. Vor dem Hintergrund der Finanzkrise steht das Liquiditätsrisiko verstärkt im Fokus. Um jederzeit die Zahlungsfähigkeit sowie die finanzielle Flexibilität des Konzerns sicherstellen zu können, werden auf Basis einer mehrjährigen Finanzplanung sowie einer monatlich rollierenden Liquiditätsplanung langfristige Kreditlinien und liquide Mittel vorgehalten. Trotz des schwierigen Marktumfeldes als Folge der Finanzkrise steht die Finanzierung auch im nächsten Jahr auf einer gesicherten Basis. So konnte insbesondere durch die Emission von Anleihen im Volumen von insgesamt 3 Mrd € in 2008/2009 das Fälligkeitenprofil verbessert und die Liquiditätssituation weiter gestärkt werden.

Das Cash-Pooling sowie externe Finanzierungen sind im Wesentlichen auf die ThyssenKrupp AG sowie spezielle Finanzierungsgesellschaften konzentriert. Die Mittel werden bedarfsgerecht intern den Konzerngesellschaften zur Verfügung gestellt.

Die folgende Tabelle zeigt die künftigen undiskontierten vertraglich vereinbarten Zahlungsmittelabflüsse (positive Werte) bzw. Zahlungsmittelzuflüsse (negative Werte) aus finanziellen Verbindlichkeiten:

Mio €
Buchwerte
30.09.2008
Cash-Flows
2008/2009
Cash-Flows
2009/2010
Cash-Flows
20010/2011
bis
2012/2013
Cash-Flows
nach
2012/2013
Anleihen 1.997 605 70 886 816
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.679 796 146 666 559
Verbindlichkeiten aus Finance Lease 125 35 38 54 29
Übrige Finanzschulden 615 145 29 336 264
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.731 5.690 31 9 1
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 369 308 32 22 – 15
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten mit bilanzieller Sicherungsbeziehung 176 156 16 0 0
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 1.320 994 4 322 0
Mio €
Buchwerte 30.09.2009 Cash-Flows 2009/2010 Cash-Flows 2010/20011 Cash-Flows 2011/2012 bis 2013/2014 Cash-Flows nach 2013/2014
Anleihen 4.483 303 1.053 2.728 1.953
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2.384 484 220 1.557 817
Verbindlichkeiten aus Finance Lease 104 40 25 39 22
Übrige Finanzschulden 633 56 138 478 99
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.185 4.144 15 24 2
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 138 129 7 1 1
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten mit bilanzieller Sicherungsbeziehung 58 53 5 0 0
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 1.394 1.391 2 1 0

Den Zahlungsmittelflüssen aus derivativen Finanzinstrumenten stehen Zahlungsmittelflüsse aus den gesicherten Grundgeschäften gegenüber, welche in der Fälligkeitsanalyse nicht berücksichtigt wurden. Bei Berücksichtigung auch der Zahlungsmittelflüsse aus den gesicherten Grundgeschäften würden die in der Übersicht gezeigten Zahlungsmittelflüsse entsprechend geringer ausfallen.

Marktrisiken

Als Marktrisiko wird das Risiko bezeichnet, dass die beizulegenden Zeitwerte oder künftigen Zahlungsströme eines originären oder derivativen Finanzinstrumentes auf Grund von Änderungen der Risikofaktoren schwanken. Zu den für ThyssenKrupp relevanten Marktrisiken zählen das Währungsrisiko, das Zinsrisiko sowie das Warenpreisrisiko, insbesondere das Rohstoffpreisrisiko. Aus diesen Risiken können Ergebnis-, Eigenkapital- und Cash-Flow-Schwankungen resultieren. Ziel des Risikomanagements ist es, die entstehenden Risiken durch geeignete Maßnahmen, insbesondere den Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten, zu eliminieren bzw. zu begrenzen. Der Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten unterliegt strengen Kontrollen, die auf Basis von Richtlinien im Rahmen des regelmäßigen Reportings erfolgen. Es werden im Wesentlichen außerhalb der Börse (d.h. OTC) gehandelte Devisentermingeschäfte sowie Zins-/Währungsderivate und Warentermingeschäfte mit Banken und Handelspartnern abgeschlossen. Zur Warenpreisabsicherung werden darüber hinaus auch börsengehandelte Futures eingesetzt.

Die nachstehend beschriebene Analyse sowie die mit Hilfe von Sensitivitätsanalysen ermittelten Beträge stellen hypothetische, zukunftsorientierte Angaben dar, die sich auf Grund unvorhersehbarer Entwicklungen an den Finanzmärkten von den tatsächlichen Ereignissen unterscheiden können. Zudem sind hier nicht die Risiken berücksichtigt, die nicht finanzieller Natur oder nicht quantifizierbar sind, wie z.B. Geschäftsrisiken.

Währungsrisiken

Die Internationalität unserer Geschäftstätigkeit bringt eine Vielzahl von Zahlungsströmen in unterschiedlichen Währungen – vor allem in US-Dollar – mit sich. Die Absicherung der hieraus resultierenden Wechselkursrisiken ist wesentlicher Bestandteil unseres Risikomanagements.

Konzerneinheitliche Richtlinien bilden die Vorgabe für das Devisenmanagement des ThyssenKrupp Konzerns. Grundsätzlich besteht für alle Konzerngesellschaften Sicherungspflicht von Fremdwährungspositionen im Zeitpunkt ihrer Entstehung. Die im Gebiet der Europäischen Währungsunion ansässigen verbundenen Unternehmen sind grundsätzlich verpflichtet, alle offenen Positionen aus Waren- und Leistungsgeschäften in den wesentlichen Transaktionswährungen einer zentralen Clearing-Stelle anzudienen. Die angedienten Positionen werden laufzeitkongruent, in Abhängigkeit vom Sicherungszweck der Derivate und der damit verbundenen Art der bilanziellen Behandlung, entweder im Rahmen eines Portfolio-Hedge-Ansatzes abgesichert oder in direkter Zuordnung an Banken durchgeleitet. Die Absicherung von Finanztransaktionen sowie von Geschäften unserer Tochterunternehmen außerhalb der Europäischen Währungsunion erfolgt in enger Abstimmung mit der Konzernleitung. Die Einhaltung der zentralen Vorgaben wird regelmäßig durch den Zentralbereich Internal Auditing überprüft.

Zielsetzung bei der Währungsabsicherung ist das Festschreiben von Preisen auf Basis von Sicherungskursen zum Schutz vor zukünftigen ungünstigen Währungsschwankungen. Bei der Sicherung von geplanten produktionsabhängigen Erz-, Kohle- und Koksbezügen erfolgt darüber hinaus eine systematische Ausnutzung von günstigen Euro/US-Dollar-Entwicklungen.

Die Sicherungszeiträume richten sich grundsätzlich nach der Laufzeit des Grundgeschäftes. Die Laufzeit der abgeschlossenen Devisenderivate beträgt in der Regel bis zu 12 Monate und kann in einzelnen Ausnahmefällen auch deutlich darüber hinausgehen. Die Sicherungszeiträume geplanter Erz-, Kohle- und Koksbezüge sind auf Basis des theoretisch fairen Wechselkurses (Kaufkraftparität) und der Schwankungsbreite des US-Dollars gegenüber dem Euro unter Zugrundelegung historischer Daten festgelegt worden. Bei Erreichen definierter Sicherungskurse werden entsprechend einem festgelegten Raster die Sicherungen geplanter Bezüge für bestimmte Zeiträume ausgelöst.

Als relevante Risikovariablen für die Sensitivitätsanalyse im Sinne von IFRS 7 findet ausschließlich der US-Dollar Berücksichtigung, da der weitaus größte Teil der Zahlungsströme in Fremdwährung in US-Dollar abgewickelt wird. Da die Sicherungsgeschäfte grundsätzlich zur Absicherung von Grundgeschäften eingesetzt werden, gleichen sich die gegenläufigen Effekte der Grund- und Sicherungsgeschäfte über die Totalperiode nahezu aus. Das hier dargestellte Fremdwährungsrisiko resultiert somit aus Sicherungsbeziehungen mit bisher noch bilanzunwirksamen Grundgeschäften, d.h. Sicherungen von festen vertraglichen Verpflichtungen sowie von Planumsätzen. Analysiert man das US-Dollar-Währungsrisiko, ergibt sich zum 30. September 2009 folgendes Bild:

Wenn der Euro gegenüber dem US-Dollar am 30. September 2009 um 10 % stärker gewesen wäre, wären die Sicherungsrücklage im Eigenkapital und der beizulegende Zeitwert der relevanten Währungsderivate um 42 Mio € (i. Vj. 229 Mio €) niedriger und das Ergebnis aus der Stichtagsbewertung um 85 Mio € (i. Vj. 32 Mio €) höher gewesen. Wäre der Euro gegenüber dem US-Dollar am 30. September 2009 um 10 % schwächer gewesen, wären die Sicherungsrücklage im Eigenkapital und der beizulegende Zeitwert der relevanten Währungsderivate um 51 Mio € (i. Vj. 280 Mio €) höher und das Ergebnis aus der Stichtagsbewertung um 100 Mio € (i. Vj. 41 Mio €) geringer gewesen.

Zinsrisiko

Auf Grund der internationalen Ausrichtung unserer Geschäftsaktivitäten findet die Liquiditätsbeschaffung des ThyssenKrupp Konzerns an den internationalen Geld- und Kapitalmärkten in verschiedenen Währungen – überwiegend im Euro- und US-Dollar-Raum – und mit unterschiedlichen Laufzeiten statt. Die hieraus resultierenden Finanzschulden sowie unsere Geldanlagen sind zu Teilen einem Zinsänderungsrisiko ausgesetzt. Aufgabe unseres zentralen Zinsmanagements ist es, dieses Zinsänderungsrisiko zu steuern und zu optimieren. Hierzu werden im Rahmen des Zinsmanagements regelmäßig Zinsanalysen erstellt. Zur Absicherung des Zinsrisikos werden fallweise derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Diese Instrumente werden mit dem Ziel abgeschlossen, die Zinsvolatilitäten und Finanzierungskosten der zu Grunde liegenden Grundgeschäfte zu minimieren.

Große Teile der Zinsderivate sind in Form eines Cash-Flow-Hedges direkt und unmittelbar bestimmten Finanzierungen zugeordnet. In diesen Fällen liegen Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung vor. Der in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesene Zinsaufwand aus den diesen Derivaten zu Grunde liegenden Grundgeschäften und den zugeordneten Zinsderivaten stellt in Summe den fixierten Festzinssatz der Sicherungsbeziehung dar.

Ein weiterer Teil der Zinsderivate ist nicht eindeutig einer Finanzierung zugeordnet, sondern sichert über einen Macro-Hedge-Ansatz ein Portfolio von Einzelkrediten.

Zins-/Währungsswaps wurden im Wesentlichen im Zusammenhang mit der Finanzierung der US-Dollar-Aktivitäten abgeschlossen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden diese Derivate als Cash-Flow-Hedge klassifiziert.

Bei Zinsinstrumenten ergeben sich Cash-Flow-Risiken, Opportunitätseffekte sowie bilanz- und ergebniswirksame Zinsrisiken. Refinanzierungen sowie variable Finanzinstrumente unterliegen einem Cash-Flow-Risiko, welches die Unsicherheit bezüglich zukünftiger Zinszahlungen zum Ausdruck bringt. Die Messung des Cash-Flow-Risikos erfolgt mit einer Cash-Flow-Sensitivität. Opportunitätseffekte ergeben sich bei originären Finanzinstrumenten, da diese im Gegensatz zu Zinsderivaten nicht zum beizulegenden Zeitwert, sondern zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden. Dieser Unterschiedsbetrag, der sogenannte Opportunitätseffekt, schlägt sich weder in der Bilanz noch in der Gewinn- und Verlustrechnung nieder. Bilanzwirksame Zinsrisiken, die sich im Eigenkapital auswirken, ergeben sich aus der Bewertung von als Micro-Hedge abgeschlossenen Zinsderivaten. Ergebniswirksame Zinsrisiken resultieren aus den übrigen Zinsderivaten. Opportunitätseffekte sowie bilanz- und ergebniswirksame Zinsrisiken werden mit einer Sensitivitätsberechnung der beizulegenden Zeitwerte und deren Veränderung ermittelt.

Die Zinsanalyse unterstellt zum 30. September 2009 eine Parallelverschiebung der Zinskurven für alle Währungen um +100 / -20 Basispunkte. Im Vorjahr betrug die Parallelverschiebung +100 / -100 Basispunkte. Auf Grund des aktuell niedrigen Zinsniveaus wurde die Verschiebung zur Vermeidung negativer Zinsen von -100 Basispunkte auf -20 Basispunkte reduziert. Es ergeben sich die in der folgenden Tabelle dargestellten Chancen (positive Werte) und Risiken (negative Werte).

Mio €
Veränderung aller Zinskurven zum 30.09.2009 um
  + 100 Basispunkte – 20 Basispunkte
Cash-Flow-Risiko 46 – 9
Opportunitätseffekte 256 – 53
Bilanzwirksame Zinsrisiken aus Zinsderivaten – 1 0
Ergebniswirksame Zinsrisiken aus Zinsderivaten 0 0

Im Vorjahr ergab die Analyse die in der folgenden Tabelle dargestellten Chancen (positive Werte) und Risiken (negative Werte):

Mio €
Veränderung aller Zinskurven zum 30.09.2007 um
  + 100 Basispunkte – 100 Basispunkte
Cash-Flow-Risiko 21 – 21
Opportunitätseffekte 100 – 106
Bilanzwirksame Zinsrisiken aus Zinsderivaten 1 – 1
Ergebniswirksame Zinsrisiken aus Zinsderivaten 2 – 2

Wenn alle Zinskurven am 30. September 2009 um 100 Basispunkte höher gewesen wären, wären die Sicherungsrücklage im Eigenkapital und der beizulegende Zeitwert der relevanten Zinsderivate um 1 Mio € niedriger (i. Vj. 1 Mio € höher) und das Ergebnis aus der Stichtagsbewertung um 46 (i. Vj 23) Mio € höher gewesen. Wären die Zinskurven am 30. September 2009 um 20 Basispunkte niedriger gewesen, wären die Sicherungsrücklage im Eigenkapital und der beizulegende Zeitwert der relevanten Zinsderivate unverändert (i. Vj. bei einer Verschiebung um -100 Basispunkte 1 Mio € geringer) und das Ergebnis aus der Stichtagsbewertung um 9 (i. Vj. bei einer Verschiebung um -100 Basispunkte 23) Mio € niedriger gewesen.

Warenpreisrisiken

Der Konzern benötigt verschiedene NE-Metalle, insbesondere Nickel, sowie Rohstoffe wie z.B. Erze, Kohle, Koks und Energie für die verschiedenen Produktionsprozesse. Die Einkaufspreise für Rohstoffe und Energie können je nach Marktsituation erheblich schwanken. Nicht immer können die schwankenden Rohstoffpreise an die Kunden weitergegeben werden.

Daher besteht ein Warenpreisrisiko, das Einfluss auf die Ergebnis-, Eigenkapital- sowie Cash-Flow-Situation haben kann. Zur Sicherung der Warenpreisrisiken wurden insbesondere für Erz, Kohle und Koks langfristige Lieferverträge mit verschiedenen Lieferanten abgeschlossen. Zusätzlich setzten einige Gesellschaften des Konzerns derivative Finanzinstrumente, insbesondere für Nickel und Kupfer, ein, um die Risiken aus Rohstoffpreisvolatilitäten zu minimieren. Die Sicherung erfolgt grundsätzlich dezentral, wobei der Abschluss von Finanzderivaten in diesen Bereichen strengen Richtlinien unterliegt, deren Einhaltung durch Internal Auditing überprüft wird. Es werden ausschließlich marktgängige Instrumente verwendet. Dies sind im Wesentlichen Warentermingeschäfte. Die Warentermingeschäfte sind mit ihren beizulegenden Zeitwerten bilanziert. Die Schwankungen der beizulegenden Zeitwerte werden überwiegend ergebniswirksam im betrieblichen Ergebnis erfasst. Einige Warenderivate sind in Form eines Cash-Flow-Hedges direkt und unmittelbar einer bestimmten festen Verpflichtung zugeordnet. Zusätzlich werden in einigen Fällen die beizulegenden Zeitwerte von bestimmten festen Verpflichtungen und Vorratsbeständen in Form von Fair-Value-Hedges abgesichert.

Die aus den steigenden Energiepreisen resultierenden Risiken werden durch eine strukturierte Beschaffung auf dem Strommarkt sowie durch den Abschluss bzw. die Weiterführung langfristiger Erdgasverträge begrenzt. Diese Verträge fallen unter die sogenannte "own use exemption" und werden daher nicht als derivative Finanzinstrumente bilanziert.

In die nach IFRS 7 für Finanzinstrumente geforderte Szenarioanalyse fließen nur hypothetische Veränderungen der Marktpreise für derivative Finanzinstrumente ein. Die gegenläufigen Effekte aus den Grundgeschäften sind nicht berücksichtigt und würden den Effekt deutlich verringern.

Auf Basis einer angenommenen Überversorgung in den jeweiligen Metallen haben wir Marktpreise auf einem Niveau in Nähe der Produktionskosten der wesentlichen Produzenten zu Grunde gelegt; dies entspricht in Abhängigkeit von den betrachteten Rohstoffen einem hypothetischen Preisrückgang von maximal 71 % (i. Vj. 73 %). Hintergrund ist, dass es bei wesentlich niedrigeren Marktpreisen über längere Zeiträume in der Regel zu Kürzungen der Metallproduktion bis hin zur Schließung kommen kann. Die pro Metall eingestellten Terminaufschläge (Contango) zeigen – wie bei Überversorgung üblich – hohe Werte. Der geschätzte hypothetische Effekt aus der Stichtagsbewertung auf die Gewinn- und Verlustrechnung beträgt 117 (i. Vj. 275) Mio € und auf das Eigenkapital -37 (i. Vj. -64) Mio €. Für das Szenario einer Hochpreisphase bei starker Verknappung werden Marktpreise zu historischen Höchstkursen verwendet. Die in der Regel mit einem unterversorgten Markt einhergehenden eingepflegten Terminabschläge (Backwardation) reflektieren ebenfalls historische Höchstwerte. Es werden in Abhängigkeit von den jeweiligen Rohstoffen maximale Preisanstiege von bis zu 214 % (i. Vj. 252 %) angenommen. Der geschätzte hypothetische Effekt aus der Stichtagsbewertung auf die Gewinn- und Verlustrechnung beträgt -336 (i. Vj. -295) Mio € und auf das Eigenkapital 149 (i. Vj. 116) Mio €.

31 Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen (Related Parties)

Die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung ist gemäß Mitteilung nach § 21 WpHG vom 21. Dezember 2006 mit 25,10 % an der ThyssenKrupp AG beteiligt; gemäß freiwilliger Mitteilung der Stiftung vom 06. Oktober 2009 besteht per 30. September 2009 eine Beteiligung von rund 25,33 %. Über die in der Satzung (§ 21) festgelegten Leistungen und Gegenleistungen hinaus bestanden mit Ausnahme der nachfolgend aufgeführten Transaktionen keine wesentlichen Liefer- und Leistungsbeziehungen. Aus der in 2006/2007 erfolgten Beauftragung einer Konzerngesellschaft zur Modernisierung von Aufzügen im Wert von 2 Mio € durch eine zur Stiftung gehörende Einrichtung realisierte eine Konzerngesellschaft in 2007/2008 einen Umsatz in Höhe von 1,4 Mio € und in 2008/2009 einen Umsatz in Höhe von 0,2 Mio €.

Im Geschäftsjahr 2008/2009 hatte der Konzern Geschäftsbeziehungen mit nicht konsolidierten Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen und Joint Ventures. Transaktionen mit diesen nahe stehenden Unternehmen resultieren aus dem normalen Lieferungsund Leistungsaustausch; der Umfang der Geschäftsbeziehungen ist in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:

Mio €
Umsatz Bezogene Leistungen Forderungen Verbindlichkeiten
2008/2009 2008/2009 30.09.2009 30.09.2009
Nicht konsolidierte Tochterunternehmen 1 0 2 1
Assoziierte Unternehmen 88 8 50 15
Joint Ventures 180 1.049 53 295

Im Geschäftsjahr 2007/2008 hatte der Konzern in geringem Umfang Geschäftsbeziehungen mit nicht konsolidierten Tochterunternehmen. Mit Joint Ventures von wesentlicher Bedeutung wurde in 2007/2008 ein Umsatz von 257 Mio € realisiert aus dem zum 30. September 2008 Forderungen von 160 Mio € resultierten. Gleichzeitig wurden in 2007/2008 von den wesentlichen Joint Ventures Leistungen in Höhe von 1.524 Mio € bezogen, die zum 30. September 2008 zu Verbindlichkeiten von 290 Mio € führten. Mit assoziierten Unternehmen von wesentlicher Bedeutung wurde in 2007/2008 ein Umsatz von 40 Mio € realisiert, aus dem zum 30. September 2008 Forderungen von 18 Mio € resultierten. Gleichzeitig wurden in 2007/2008 von den wesentlichen assoziierten Unternehmen Leistungen in Höhe von 38 Mio € bezogen, aus denen zum 30. September 2008 keine Verbindlichkeiten bestanden. Die Transaktionen resultierten aus dem normalen Lieferungs- und Leistungsverkehr.

Die ESG Legierungen GmbH ist auf Grund der Tatsache, dass ein naher Familienangehöriger eines Vorstandsmitglieds der ThyssenKrupp AG als Geschäftsführer tätig ist, als nahe stehendes Unternehmen des Konzerns einzustufen. Der Konzern hat in 2008/2009 mit der ESG Legierungen GmbH einen Umsatz in Höhe von 0,3 (i. Vj. 1,7) Mio € aus dem Verkauf von Feinzink realisiert. Im gleichen Zeitraum wurden vom Konzern Zinklegierungen in Höhe von 0,1 (i. Vj. 0,2) Mio € bezogen. Die Transaktionen erfolgten zu marktüblichen Konditionen. Zum 30. September 2009 hatte der Konzern aus der Geschäftsbeziehung eine Verbindlichkeit von 48 T€ (i. Vj. Forderung: 0,1 Mio €).

Die Heitkamp & Thumann Group mit Sitz in Düsseldorf sowie die Heitkamp Baugruppe mit Sitz in Herne sind auf Grund der Tatsache, dass ein Mitglied des Aufsichtsrats maßgeblichen Einfluss auf die Gruppen hat, als nahe stehende Unternehmen des Konzerns einzustufen. Im Zeitraum vom 16. November 2008 bis zum 30. September 2009 hat der Konzern mit der Heitkamp & Thumann Group einen Umsatz in Höhe von 14,4 Mio € aus dem Verkauf von Stahl- und Edelstahlwerkstoffen sowie aus der Erbringung von Industriedienstleistungen realisiert. Im gleichen Zeitraum wurden vom Konzern von der Heitkamp & Thumann Group Werkzeuge in Höhe von 0,5 Mio € und von der Heitkamp Baugruppe Leistungen in Höhe von 1,9 Mio € bezogen. Die Transaktionen erfolgten zu marktüblichen Konditionen. Zum 30. September 2009 hatte der Konzern aus der Geschäftsbeziehung mit der Heitkamp & Thumann Group Forderungen von 1,2 Mio € und Verbindlichkeiten von 3 T€ sowie aus der Geschäftsbeziehung mit der Heitkamp Baugruppe Forderungen von 2 T€ und Verbindlichkeiten von 0,7 Mio €.

Vergütung des aktiven Vorstands und Aufsichtsrats

Die gemäß IAS 24 angabepflichtige Vergütung des Managements in den Schlüsselpositionen des Konzerns umfasst die Vergütung des aktiven Vorstands und Aufsichtsrats.

Die aktiven Mitglieder des Vorstands wurden wie folgt vergütet:

Tausend €
2007/2008 2008/2009
Kurzfristig fällige Leistungen (ohne aktienbasierte Vergütung) 18.871 5.423
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses 1.502 879
Aktienbasierte Vergütungen 963 1.120

Als Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses wird der aus den Pensionsrückstellungen für die aktiven Vorstandsmitglieder resultierende Dienstzeitaufwand (service cost) ausgewiesen. Die Angabe der aktienbasierten Vergütung bezieht sich auf den beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt der Gewährung.

Darüber hinaus erhielt der Vorstand im Geschäftsjahr 2008/2009 Zahlungen aus aktienbasierter Vergütung von 4.745 (i. Vj. 13.272) T €.

Zum 30. September 2009 sind Vorstandsmitgliedern wie im Vorjahr keine Kredite oder Vorschüsse gewährt worden; ebenso wurden wie im Vorjahr keine Haftungsverhältnisse zugunsten von Vorstandsmitgliedern eingegangen.

Die aktiven Mitglieder des Aufsichtsrats wurden wie folgt vergütet:

Tausend €
2007/2008 2008/2009
Kurzfristig fällige Leistungen 2.721 1.717
Langfristige Vergütungskomponente 895 162

Darüber hinaus wurden den Mitgliedern des Aufsichtsrats der ThyssenKrupp AG für Aufsichtsratsmandate bei Konzerngesellschaften für das Geschäftsjahr 2008/2009 Vergütungen von 124 (i. Vj. 223) Tausend € gewährt.

Zum 30. September 2009 sind Aufsichtsratsmitgliedern wie im Vorjahr keine Kredite oder Vorschüsse gewährt worden; ebenso wurden wie im Vorjahr keine Haftungsverhältnisse zugunsten von Aufsichtsratsmitgliedern eingegangen.

Zur Individualisierung sowie zu weiteren Details zu den Bezügen der Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder vgl. die Ausführungen im geprüften Vergütungsbericht des Corporate Governance-Kapitels des Geschäftsberichts.

Vergütung ehemaliger Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder

Die Gesamtbezüge früherer Mitglieder des Vorstands und ihrer Hinterbliebenen beliefen sich auf 24,4 (i. Vj. 13,7) Mio €; darin enthalten sind Leistungen nach IAS 24.16(d) in Höhe von 9,9 (i. Vj. 0) Mio €. Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands und ihren Hinterbliebenen wurden nach IFRS 173,5 (i. Vj. 142,3) Mio € zurückgestellt.

Frühere Aufsichtsratsmitglieder, die vor dem 01. Oktober 2008 aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden sind, erhalten für die Zeit ihrer Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat eine anteilige Vergütung aus der langfristigen Vergütungskomponente von 4 (i. Vj. 16) T €.

32 Segmentberichterstattung

Die nachfolgend beschriebenen Segmente entsprechen der internen Organisations- und Berichtsstruktur des ThyssenKrupp Konzerns. Die Segmentabgrenzung berücksichtigt die unterschiedlichen Produkte und Dienstleistungen des Konzerns.

Steel

Das Segment Steel konzentriert sich auf Erzeugung und Vertrieb von hochwertigem Qualitätsflachstahl. Das Programm ist konsequent auf Produkte mit großer Verarbeitungstiefe entlang der Wertschöpfungskette ausgerichtet. Intelligente Werkstofflösungen, produktspezifische Anarbeitung, Dienstleistungen und umfassender Service prägen das Leistungsprofil.

Stainless

Das Segment bündelt alle Herstellungs- und Vertriebsfunktionen für die Werkstoffe Edelstahl Rostfrei-Flach, Nickellegierungen und Titan. Durch hohe Lieferperformance, Flexibilität und tief greifenden Service unterstützt Stainless die Kunden bei der Herstellung hochqualitativer Endprodukte.

Technologies

Im Segment Technologies sind hochtechnologie-orientierte Anlagenbauer und Komponentenhersteller zusammengefasst. Hierzu zählen Plant Technology, Marine Systems, Mechanical Components, Automotive Solutions und Transrapid. Plant Technology bietet das Projektmanagement für die Planung und den Bau von Spezial- und Großanlagen für die Chemie und Petrochemie, die Zementindustrie, für Förder- und Kokereitechnik an. Das Leistungsspektrum von Marine Systems umfasst Neubau, Reparatur, Umbau und Service insbesondere von Marineschiffen, d.h. von konventionellen U-Booten und Überwasserschiffen. Auch im zivilen Schiffbau ist Marine Systems bei Megayachten und Containerschiffen aktiv. Unter dem Dach von Mechanical Components vereinigen sich Hersteller von Komponenten für den Maschinenbau und die Automobilindustrie. Gefertigt werden u.a. Großwälzlager, gebaute Nockenwellen, Kurbelwellen, Gussteile und Laufwerke für Baumaschinen. Innerhalb von Automotive Solutions werden Lösungen für die Automobilindustrie gebündelt. Die Produkt- und Leistungspalette reicht von Lenk- und Dämpfungssystemen, über die komplette Prozesskette der Karosserietechnik, Systemlösungen im Fahrwerksbereich bis hin zur Aggregatmontage für die Automobilindustrie. Transrapid betreibt die Planung, das Projektmanagement und den Bau von Magnetschnellbahnsystemen.

Elevator

Das Segment betreibt den Neubau, die Modernisierung sowie den Service von Aufzügen, Fahrtreppen, Fahrsteigen, Treppen- und Plattformliften sowie Fluggastbrücken. Das Leistungsspektrum umfasst die gesamte Produktpalette von Anlagen für den Volumenmarkt bis zu kundenindividuellen Lösungen nach Maß.

Services

Das Segment ist Dienstleister für Werkstoffe, Rohstoffe und Industrieprozesse. Dabei werden neben der Distribution und dem Produktverkauf von Walz- und Edelstahl, Rohren, NE-Metallen und Kunststoffen auch Dienstleistungen angeboten, die von der Anarbeitung und Logistik über Lager- und Bestandsmanagement bis hin zum Supply-Chain-Management reichen. Die Prozessdienstleistungen umfassen neben komplexen Instandhaltungsaktivitäten auch produktionsbegleitende Dienstleistungen. Hinzu kommen die weltweite Versorgung mit metallurgischen Rohstoffen sowie innovative technische Systemlösungen.

Corporate

Corporate umfasst die Konzernverwaltung einschließlich der konzerninternen Dienstleistungen sowie die inaktiven Gesellschaften, die einzelnen Segmenten nicht zugeordnet werden können. Hinzu kommen die nicht betriebsnotwendigen Immobilien, die zentral im Bereich Corporate geführt und verwertet werden. Darüber hinaus wurde der Auslaufbereich von ThyssenKrupp Budd zugeordnet.

Das Ergebnis vor Steuern von Corporate setzt sich folgendermaßen zusammen:

Mio €
2007/2008 2008/2009
Verwaltungskosten Konzernleitung – 192 – 109
Altersversorgung – 20 – 23
FuE-Förderung – 6 – 12
Zinsergebnis Nettofinanzschulden – 2 – 52
Zinsaufwand aus Pensionsverpflichtungen – 159 – 206
Übriges Finanzergebnis – 22 46
Risk and Insurance Services 21 18
Sondervorgänge – 47 – 7
Ergebnis Corporate Headquarters – 427 – 345
Ergebnis Corporate Real Estate 10 1
Ergebnis Corporate vor Steuern – 417 – 344

Konsolidierung

Die Konsolidierung umfasst im Wesentlichen die Eliminierung von Zwischengewinnen im Vorratsvermögen. Ferner erfolgt hier die Eliminierung des Beteiligungsergebnisses für die Gesellschaften, an denen die Segmente Steel und Services gemeinsam beteiligt sind. Diese Gesellschaften werden im Segment Steel, das die wirtschaftliche Führung hat, voll konsolidiert. Im Segment Services erfolgt eine Bilanzierung der Beteiligung nach der Equity-Methode. Bei Services sind Beteiligungsergebnisse aus konzerninternen Gemeinschaftsunternehmen in Höhe von 0 (i. Vj. 19) Mio € enthalten.

Die Rechnungslegungsgrundsätze für die Segmente sind bis auf die vorstehend dargestellten Aufwandsübernahmen die gleichen, wie sie für den Konzern in den Grundsätzen der Rechnungslegung beschrieben sind. Das Maß für die Ertragskraft der einzelnen Segmente des Konzerns ist das "Ergebnis vor Steuern", wie es in der Gewinn- und Verlustrechnung dargestellt wird.

Die Umsätze zwischen den Segmenten werden zu marktüblichen Verrechnungspreisen vorgenommen.

Tabelle: Informationen nach Segmenten

Bei der Darstellung der Informationen nach Regionen erfolgt die Länderzuordnung der Umsätze nach dem Sitz des Kunden, während die Zuordnung des Segmentvermögens und der Investitionen nach dem jeweiligen Standort vorgenommen wird. Die Bestimmung der Investitionen erfolgt nach der für die Kapitalflussrechnung geltenden Abgrenzung.

Das geografische Segment "Übrige EU" umfasst mit Ausnahme von Deutschland alle Mitgliedsstaaten der Europäischen Union zum aktuellen Berichtszeitpunkt. Die europäischen Länder, die derzeit nicht Mitglied der Europäischen Union sind, sind Teil des Segments "Übrige Länder". Das Segment "Amerika" beinhaltet die Staaten der Nafta und von Südamerika. Das Segment "Asien/Pazifik" umfasst Asien und Australien.

Es gab keine Beziehungen zu einzelnen Kunden, deren Umsatzanteil gemessen am Konzernumsatz wesentlich ist.

Informationen nach Regionen Mio €
Deutschland Übrige EU* Amerika Asien/Pazifik Übrige Länder Konzern
Außenumsätze (Sitz des Kunden)          
2007/2008 19.161 16.677 9.706 4.852 3.030 53.426
2008/2009 13.031 12.142 7.858 4.341 3.191 40.563
             
Langfristige Vermögenswerte (= immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen, als Finanzinvestition gehaltene Immobilien sowie sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte), (Standort der Vermögenswerte)            
30.09.2008 8.129 2.515 5.437 795 332 17.208
30.09.2009 7.943 2.377 7.972 822 393 19.507
* Mitgliedsstaaten nach Erweiterung zum 01. Januar 2007

33 Schätzungen und Ermessensausübungen im Rahmen der Rechnungslegung

Die Erstellung des Konzernabschlusses erfordert die Vornahme von Schätzungen sowie das Treffen von Annahmen durch das Management, wodurch die Höhe der berichteten Beträge und die diesbezüglichen Anhangangaben beeinflusst werden. Alle Schätzungen und Annahmen werden nach bestem Wissen und Gewissen getroffen, um ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns zu vermitteln.

Bilanzierung von Erwerben

Als Folge von Akquisitionen werden Firmenwerte in der Bilanz des Konzerns ausgewiesen. Bei der Erstkonsolidierung eines Erwerbs werden alle identifizierbaren Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten zu beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbsstichtag angesetzt. Eine der wesentlichsten Schätzungen bezieht sich dabei auf die Bestimmung der zum Erwerbsstichtag jeweils beizulegenden Zeitwerte dieser Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Grundstücke, Gebäude und Geschäftsausstattung werden in der Regel auf Basis unabhängiger Gutachten bewertet, während marktgängige Wertpapiere zum Börsenpreis angesetzt werden. Falls immaterielle Vermögenswerte identifiziert werden, wird in Abhängigkeit von der Art des immateriellen Vermögenswerts und der Komplexität der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts entweder auf das unabhängige Gutachten eines externen Bewertungsgutachters zurückgegriffen oder der beizulegende Zeitwert intern unter Verwendung einer angemessenen Bewertungstechnik ermittelt, deren Basis üblicherweise die Prognose der insgesamt erwarteten künftigen Cash-Flows ist. Diese Bewertungen sind eng verbunden mit den Annahmen, die das Management bezüglich der künftigen Wertentwicklung der jeweiligen Vermögenswerte getroffen hat sowie der unterstellten Veränderungen des anzuwendenden Diskontierungszinssatzes.

Firmenwert

Wie in den Grundsätzen der Rechnungslegung unter Anhang-Nr. 01 dargestellt, überprüft der Konzern jährlich und sofern irgendein Anhaltspunkt dafür vorliegt, ob eine Wertminderung der Firmenwerte eingetreten ist. Dann ist der erzielbare Betrag der Cash Generating Unit zu schätzen. Dieser entspricht dem höheren Wert von beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert.

Die Bestimmung des Nutzungswertes beinhaltet die Vornahme von Anpassungen und Schätzungen bezüglich der Prognose und Diskontierung der künftigen Cash-Flows (vgl. Anhang-Nr. 12). Obwohl das Management davon ausgeht, dass die zur Berechnung des erzielbaren Betrags verwendeten Annahmen angemessen sind, könnten etwaige unvorhersehbare Veränderungen dieser Annahmen zu einem Wertminderungsaufwand führen, der die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nachteilig beeinflussen könnte.

Werthaltigkeit der Vermögenswerte

Zu jedem Bilanzstichtag hat der Konzern einzuschätzen, ob irgendein Anhaltspunkt dafür vorliegt, dass der Buchwert einer Sachanlage, einer als Finanzinvestition gehaltenen Immobilie oder eines immateriellen Vermögenswertes wertgemindert sein könnte. In diesem Fall wird der erzielbare Betrag des betreffenden Vermögenswertes geschätzt. Der erzielbare Betrag entspricht dem höheren Wert von beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Zur Ermittlung des Nutzungswertes sind die diskontierten künftigen Cash-Flows des betreffenden Vermögenswertes zu bestimmen. Die Schätzung der diskontierten künftigen Cash-Flows beinhaltet wesentliche Annahmen wie insbesondere solche bezüglich der künftigen Verkaufspreise und Verkaufsvolumina, der Kosten und der Diskontierungszinssätze. Obwohl das Management davon ausgeht, dass die Schätzungen der relevanten erwarteten Nutzungsdauern, die Annahmen bezüglich der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der Entwicklung der Industriezweige, in denen der Konzern tätig ist, sowie die Einschätzungen der diskontierten künftigen Cash-Flows angemessen sind, könnte durch eine Veränderung der Annahmen oder Umstände eine Veränderung der Analyse erforderlich werden. Hieraus könnten in der Zukunft zusätzliche Wertminderungen oder Wertaufholungen resultieren, falls sich die vom Management identifizierten Trends umkehren oder sich die Annahmen und Schätzungen als falsch erweisen sollten.

Umsatzrealisierung aus Fertigungsaufträgen

Bestimmte Konzerngesellschaften, insbesondere in den Segmenten Technologies und Elevator, tätigen einen Teil ihrer Geschäfte als Fertigungsaufträge, die nach der Percentage-of-Completion-Methode bilanziert werden, wonach die Umsätze entsprechend dem Fertigstellungsgrad auszuweisen sind. Diese Methode erfordert eine exakte Schätzung des Ausmaßes des Auftragsfortschritts. In Abhängigkeit von der Methode zur Bestimmung des Fertigstellungsgrades umfassen die wesentlichen Schätzungen die gesamten Auftragskosten, die bis zur Fertigstellung noch anfallenden Kosten, die gesamten Auftragserlöse, die Auftragsrisiken und andere Beurteilungen. Das Management der operativen Einheiten überprüft kontinuierlich alle Schätzungen, die im Rahmen der Fertigungsaufträge erforderlich sind und passt diese gegebenenfalls an.

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Da der Konzern in zahlreichen Ländern operativ tätig ist und Einkünfte erzielt, unterliegt er in einer Vielzahl von Steuerhoheiten den unterschiedlichsten Steuergesetzen. Um die weltweiten Steuerverbindlichkeiten des Konzerns zu bestimmen, sind daher wesentliche Beurteilungen erforderlich. Obwohl das Management davon ausgeht, eine vernünftige Einschätzung steuerlicher Unwägbarkeiten getroffen zu haben, kann nicht zugesichert werden, dass sich der tatsächliche Ausgang solcher steuerlicher Unwägbarkeiten mit der ursprünglichen Einschätzung deckt. Etwaige Unterschiede könnten in der jeweiligen Periode, in der die Angelegenheit endgültig entschieden wird, Auswirkungen auf die Steuerverbindlichkeiten und die latenten Steuern haben.

Zu jedem Bilanzstichtag beurteilt der Konzern, ob die Realisierbarkeit künftiger Steuervorteile für den Ansatz aktiver latenter Steuern hinreichend wahrscheinlich ist. Dies erfordert vom Management u. a. die Beurteilung der Steuervorteile, die sich aus den zur Verfügung stehenden Steuerstrategien und dem künftigen zu versteuernden Einkommen ergeben, sowie die Berücksichtigung weiterer positiver und negativer Faktoren. Die ausgewiesenen aktiven latenten Steuern könnten sich verringern, falls die Schätzungen der geplanten steuerlichen Einkommen und die durch zur Verfügung stehende Steuerstrategien erzielbaren Steuervorteile gesenkt werden oder falls Änderungen der aktuellen Steuergesetzgebung den zeitlichen Rahmen oder den Umfang der Realisierbarkeit künftiger Steuervorteile beschränken. Für weitere Informationen zu potentiellen Steuervorteilen, für die keine aktiven latenten Steuern angesetzt worden sind, vgl. die Ausführungen unter Anhang-Nr. 09.

Leistungen an Arbeitnehmer

Die Bilanzierung von Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen erfolgt in Übereinstimmung mit versicherungsmathematischen Bewertungen. Diese Bewertungen beruhen auf statistischen und anderen Faktoren, um auf diese Weise künftige Ereignisse zu antizipieren. Diese Faktoren umfassen u. a. versicherungsmathematische Annahmen wie Diskontierungszinssatz, erwarteter Kapitalertrag des Planvermögens, erwartete Gehaltssteigerungen, Sterblichkeitsraten und Steigerungsraten für Gesundheitsfürsorgekosten. Diese versicherungsmathematischen Annahmen können auf Grund von veränderten Markt- und Wirtschaftsbedingungen erheblich von den tatsächlichen Entwicklungen abweichen und deshalb zu einer wesentlichen Veränderung der Pensions- und ähnlichen Verpflichtungen sowie des zugehörigen künftigen Aufwands führen (vgl. Anhang-Nr. 23 bezüglich weiterer Informationen für Leistungen an Arbeitnehmer).

Rechtliche Risiken

Wie unter Anhang-Nr. 29 dargestellt, sind ThyssenKrupp Unternehmen in einigen Fällen Parteien in Rechtsstreitigkeiten. Der Ausgang dieser Fälle könnte einen wesentlichen Effekt auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben. Das Management analysiert regelmäßig die aktuellen Informationen zu diesen Fällen und bildet Rückstellungen für wahrscheinliche Verpflichtungen einschließlich der geschätzten Rechtskosten. Für die Beurteilung werden interne und externe Rechtsanwälte eingesetzt. Im Rahmen der Entscheidung über die Notwendigkeit einer Rückstellung berücksichtigt das Management die Wahrscheinlichkeit eines ungünstigen Ausgangs und die Möglichkeit, die Höhe der Verpflichtung ausreichend verlässlich zu schätzen. Die Erhebung einer Klage oder die formale Geltendmachung eines Anspruchs gegen ThyssenKrupp Unternehmen oder die Angabe eines Rechtsstreits im Anhang bedeuten nicht automatisch, dass eine Rückstellung für das betreffende Risiko angemessen ist.

34 Besondere Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Die Konzernunternehmen HDW und HSY aus der Business Unit Marine Systems sehen sich seit dem Jahr 2006 einem zunehmenden Zahlungsverzug durch das Verteidigungsministerium der Republik Griechenland als Auftraggeber für ein Neubau- und ein Modernisierungsprogramm über insgesamt 7 U-Boote ausgesetzt. Die rückständigen Zahlungen beliefen sich auf einen Nominalbetrag von zuletzt 534 Mio €. Vor diesem Hintergrund war die Fortsetzung des Auftragsverhältnisses nicht mehr verantwortbar. Die zugrundeliegenden Bauverträge wurden mit sofortiger Wirkung am 21.September 2009 aus wichtigem Grund gekündigt. Im Hinblick auf diese Situation sind die Finanzierungszusagen der ThyssenKrupp AG an die HSY zum 25. September 2009 gekündigt worden. Eine Interims-Finanzierungszusage der Obergesellschaft ThyssenKrupp Marine Systems AG ist zum 31. Oktober 2009 ausgelaufen. Dadurch hat sich die Finanzlage der HSY soweit verschärft, dass die Aufrechterhaltung der Going-Concern-Prämisse für dieses Konzernunternehmen nicht mehr möglich war. In laufenden Verhandlungen wird derzeit versucht, durch einen Eigentümerwechsel eine Lösung zu erreichen, die den Interessen der Beteiligten gerecht wird; dies schließt insbesondere auch das Interesse von ThyssenKrupp an einer Begleichung der ausstehenden Forderungen ein.

URL: http://www.thyssenkrupp.com/financial-reports/08_09/de/notes_cs_balance_sheet.html

Stand: 27.11.2009 Copyright © 2009 by ThyssenKrupp AG