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Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung


Die Umsatzerlöse enthalten Dienstleistungsumsätze in Höhe von 9.130 (i. Vj. 11.145) Mio € sowie Umsatzerlöse aus Fertigungsaufträgen in Höhe von 7.276 (i. Vj. 6.721) Mio €.

Mio €
2007/2008 2008/2009
Gewinne aus Abgang immaterieller Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltener Immobilien 61 37
Währungsumrechnungsdifferenzen 8 1
Versicherungsentschädigungen 41 22
Übrige 232 322
Insgesamt 342 382

Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge enthalten eine Vielzahl von betragsmäßig geringen Einzelsachverhalten der 744 (i. Vj. 751) konsolidierten Unternehmen.

Mio €
2007/2008 2008/2009
Verluste aus Abgang immaterieller Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltener Immobilien 58 28
Rückstellungszuführungen 55 99
Nicht kundenauftragsbezogene Forschung und Entwicklung 224 200
Sonstige Steuern 34 54
Übrige 232 137
Insgesamt 603 518

Die übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten eine Vielzahl von betragsmäßig geringen Einzelsachverhalten der 744 (i. Vj. 751) konsolidierten Unternehmen.

07 Zuwendungen der öffentlichen Hand

Insbesondere im Zusammenhang mit dem Bau eines neuen Stahlwerks in den USA gewährte Investitionszuwendungen der öffentlichen Hand führten im abgelaufenen Geschäftsjahr zu einer Reduzierung von Anschaffungs- und Herstellungskosten in Höhe von 124 (i. Vj. 98) Mio €. Darüber hinaus wurden Zuwendungen der öffentlichen Hand zur Erstattung von Aufwendungen des Konzerns in Höhe von 15 (i. Vj. 13) Mio € erfasst.

Die Gewährung der dargestellten Zuwendungen der öffentlichen Hand ist mit bestimmten Auflagen verbunden, von deren Erfüllung derzeit ausgegangen wird.

08 Finanzergebnis

Mio €
2007/2008 2008/2009
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 100 – 29
Zinserträge aus Finanzguthaben 143 150
Erwarteter Kapitalertrag aus Planvermögen 138 113
Zinserträge 281 263
Zinsaufwendungen aus Finanzschulden – 266 – 454
Zinsaufwand aus Pensions- und Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen – 459 – 510
Zinsaufwendungen – 725 – 964
Erträge aus Beteiligungen 9 8
Abschreibungen auf finanzielle Vermögenswerte 0 – 30
Ergebnis aus dem Abgang von finanziellen Vermögenswerten – 7 0
Aufzinsung der sonstigen Rückstellungen – 3 – 8
Übriges Finanzergebnis 95 242
Sonstiges Finanzergebnis 94 212
Finanzergebnis – 250 – 518

Im Finanzergebnis sind neben den Zinserträgen aus Finanzguthaben weitere Zinserträge aus finanziellen Vermögenswerten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, in Höhe von 44 (i. Vj. 56) Mio € bzw. neben den Zinsaufwendungen aus Finanzschulden weitere Zinsaufwendungen aus finanziellen Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, in Höhe von 92 (i. Vj. 42) Mio € enthalten.

In der Periode wurden Fremdkapitalkosten in Höhe von 235 (i. Vj. 122) Mio € aktiviert; hierdurch verbesserte sich das übrige Finanzergebnis entsprechend. Soweit einer bestimmten Investition eine Finanzierung konkret zugerechnet werden kann, werden die tatsächlichen Fremdfinanzierungskosten aktiviert. Sofern kein direkter Bezug hergeleitet werden kann, wird der durchschnittliche Fremdkapitalzinssatz des Konzerns der laufenden Periode berücksichtigt.

09 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Die Ertragsteuern des Konzerns teilen sich wie folgt auf:

Mio €
2007/2008 2008/2009
Laufender Steueraufwand für den Berichtszeitraum 958 244
Latenter Steuerertrag für den Berichtszeitraum – 43 – 696
Laufender Steuerertrag für Vorjahre – 60 – 16
Latenter Steuerertrag für Vorjahre – 3 – 23
Insgesamt 852 – 491
Hiervon:
Laufender Steueraufwand Deutschland 510 25
Laufender Steueraufwand Ausland 388 203
Latenter Steueraufwand/(-ertrag) Deutschland 10 – 495
Latenter Steuerertrag Ausland – 56 – 224

Das im abgelaufenen Geschäftsjahr 2008/2009 anzuwendende deutsche Körperschaftsteuerrecht sieht einen gesetzlichen Steuersatz von 15 % (i. Vj. 15 %) zuzüglich des Solidaritätszuschlags von 5,5 % vor. Die durchschnittliche Gewerbesteuerbelastung der Gesellschaften des ThyssenKrupp Konzerns beträgt 15,1 % (i. Vj. 15,1 %). Daher werden latente Steuern inländischer Gesellschaften zum 30. September 2009 wie im Vorjahr mit einem Gesamtsteuersatz (einschließlich Solidaritätszuschlag) von 30,9 % bewertet. Die für ausländische Gesellschaften zu Grunde gelegten jeweiligen landesspezifischen Ertragsteuersätze liegen zwischen 5,7 % und 40,4 % (i. Vj. 5,7 % und 40,4 %). Steuersatzänderungen im Ausland führten im Geschäftsjahr 2008/2009 zu einem latenten Steuerertrag in Höhe von 5 (i. Vj. 16) Mio €. Für inländische Konzerngesellschaften wurde die ausschüttungsabhängige Nachversteuerung bislang unbelasteter Einkommensteile mit dem Jahressteuergesetz 2008 durch eine pauschale Abschlagszahlung ersetzt. Dies führte im Geschäftsjahr 2007/2008 zu einem einmaligen laufenden Steueraufwand in Höhe von 6 Mio €.

Die im Eigenkapital berücksichtigten Steuern verteilen sich folgendermaßen auf die einzelnen Bereiche:

Mio €
2007/2008 2008/2009
Steueraufwand/(-ertrag) laut GuV-Ausweis 852 – 491
Steueraufwand/(-ertrag) auf kumulierte direkt im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen 133 – 284
Steuereffekt aus der Abschreibung eigener Anteile – 156 0
Insgesamt 829 – 775

Im Inland bestehen im Konzern zum 30. September 2009 Verlustvorträge in Höhe von 1.026 (i. Vj. 427) Mio € für Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag, Verlustvorträge in Höhe von 608 (i. Vj. 63) Mio € für Gewerbesteuer sowie Zinsvorträge in Höhe von 297 (i. Vj. 0) Mio €. Darüber hinaus bestehen ausländische steuerliche Verlustvorträge in Höhe von insgesamt 1.119 (i. Vj. 730) Mio €, unter anderem 280 (i. Vj. 288) Mio € in Kanada, 239 (i. Vj. 66) Mio € in Italien und 152 (i. Vj. 74) Mio € in der Volksrepublik China, sowie ausländische Zinsvorträge in Höhe von 13 (i. Vj. 0) Mio €. Die Veränderung steuerlicher Verlustvorträge, Zinsvorträge und Steuergutschriften führte im Geschäftsjahr 2008/2009 zu einem latenten Steuerertrag von 244 Mio € (i. Vj. 32 Mio € latenter Steueraufwand).

Aktive latente Steuern werden nur dann angesetzt, wenn die Realisierbarkeit dieser Steuervorteile wahrscheinlich ist. Zur Bestimmung entsprechender Wertberichtigungen werden alle zurzeit bekannten positiven und negativen Einflussfaktoren auf die zukünftigen steuerlichen Ergebnisse berücksichtigt. Die dabei vorzunehmende Einschätzung kann sich durch zukünftige Entwicklungen verändern.

Zum 30. September 2009 werden für im Konzern bestehende steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 956 (i. Vj. 818) Mio € keine aktiven latenten Steuern angesetzt. Von diesen steuerlichen Verlustvorträgen ist ein Teilbetrag von 391 (i. Vj. 381) Mio € nach der bestehenden Rechtslage zeitlich und der Höhe nach unbegrenzt vortragsfähig, während Verlustvorträge in Höhe von 565 (i. Vj. 437) Mio € innerhalb der nächsten 20 Jahre verfallen werden, soweit sie nicht genutzt werden. Die nicht angesetzten aktiven latenten Steuern für steuerliche Verlustvorträge belaufen sich zum 30. September 2009 auf 239 (i. Vj. 218) Mio €. Darüber hinaus werden zum 30. September 2009 für die Zinsvorträge in Höhe von 310 (i. Vj. 0) Mio € sowie für abzugsfähige temporäre Differenzen in Höhe von 624 (i. Vj. 452) Mio € keine aktiven latenten Steuern angesetzt. Im Geschäftsjahr 2008/2009 hat sich der Steueraufwand des Konzerns durch die Nutzung nicht angesetzter aktiver latenter Steuern für steuerliche Verlustvorträge und abzugsfähige temporäre Differenzen um 6 (i. Vj. 36) Mio € verringert. Für einbehaltene Gewinne bei ausländischen Tochterunternehmen sind keine passiven latenten Steuern angesetzt worden, weil diese Gewinne in absehbarer Zukunft nicht ausgeschüttet werden sollen.

Die aktiven und passiven latenten Steuern verteilen sich auf folgende Positionen:

Mio €
Aktive latente Steuern Passive latente Steuern
  30.09.2008 30.09.2009 30.09.2008 30.09.2009
Immaterielle Vermögenswerte 126 195 356 347
Sachanlagen 86 120 818 852
Finanzielle Vermögenswerte 76 153 39 7
Vorräte 1.705 1.984 386 191
Übrige Aktiva 333 384 497 368
Pensionsrückstellungen 553 864 123 76
Sonstige Rückstellungen 222 332 63 130
Übrige Passiva 448 276 1.867 2.181
Steuerliche Verlustvorträge 290 555
Zinsvorträge 84
Bruttobetrag 3.839 4.947 4.149 4.152
Wertberichtigungen – 351 – 489
Saldierungen – 3.021 – 3.817 – 3.021 – 3.817
Bilanzansatz 467 641 1.128 335

Aktive und passive latente Steuern werden saldiert, soweit sie künftigen Belastungen oder Minderungen desselben Steuerpflichtigen gegenüber derselben Steuerbehörde zuzuordnen sind. Auf Konsolidierungssachverhalte entfallen zum 30. September 2009 aktive latente Steuern in Höhe von 75 (i. Vj. 50) Mio €.

10 Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis je Aktie (basic earnings per share) berechnet sich wie folgt:

2007/2008 2008/2009
  Gesamtbetrag
in Mio €
Ergebnis je
Aktie in €
Gesamtbetrag
in Mio €
Ergebnis je
Aktie in €
Zähler:
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG) 2.195 4,59 – 1.857 – 4,01
         
Nenner:
Gewichteter Durchschnitt der Aktien (in Stück): 477.750.223 463.473.492

Der ausgewiesene Steuerertrag des Geschäftsjahres 2008/2009 in Höhe von 491 Mio € ist um 240 Mio € niedriger als der erwartete Steuerertrag in Höhe von 731 Mio €, der sich bei Anwendung des inländischen Gesamtsteuersatzes von 30,9 % auf das Ergebnis vor Steuern ergäbe. Im Geschäftsjahr 2007/2008 war der ausgewiesene Steueraufwand in Höhe von 852 Mio € um 114 Mio € niedriger als der bei einem inländischen Gesamtsteuersatz von 30,9 % erwartete Steueraufwand in Höhe von 966 Mio €. Die Überleitung vom erwarteten zum ausgewiesenen Steueraufwand/(-ertrag) ergibt sich aus der nachfolgenden Tabelle:

Mio €
2007/2008 in % 2008/2009 in %
Erwarteter Steueraufwand/(-ertrag) 966 30,9 – 731 30,9
Abweichung zu ausländischen Steuersätzen – 3 – 0,1 9 – 0,4
Änderung von Steuersätzen oder -gesetzen – 10 – 0,4 – 5 0,2
Besteuerung von Veräußerungsergebnissen – 38 – 1,2 – 6 0,3
Einkommenskorrekturen 47 1,5 72 – 3,0
Veränderung der Wertberichtigungen auf latente Steuern – 13 – 0,4 191 – 8,1
Periodenfremder Steuerertrag – 63 – 2,0 – 39 1,7
Sonstiges – 34 – 1,1 18 – 0,8
Ausgewiesener Steueraufwand/(-ertrag) 852 27,2 – 491 20,8

Ermittlung der für die Kalkulation des Ergebnisses je Aktie relevanten Aktienanzahl

Das Ergebnis je Aktie ergibt sich aus der Division des den Aktionären der ThyssenKrupp AG zurechenbaren Jahresüberschusses/(-fehlbetrages) durch die Anzahl der durchschnittlich im Umlauf befindlichen Aktien. Neu ausgegebene oder zurückgekaufte Aktien während einer Periode werden zeitanteilig für den Zeitraum, in dem sie sich in Umlauf befinden, berücksichtigt.

Der gewichtete Aktiendurchschnitt reduzierte sich in 2008/2009 durch den Erwerb eigener Aktien im Februar/März 2008 sowie im Juli/August 2008.

In den dargestellten Berichtsperioden gab es keine Verwässerungseffekte.

11 Zusätzliche Angaben zur Konzern Gewinn- und Verlustrechnung

Folgender Personalaufwand ist in den Aufwandspositionen der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung enthalten:

Mio €
2007/2008 2008/2009
Löhne und Gehälter 7.450 6.948
Soziale Abgaben 1.304 1.229
Netto-Pensionsaufwendungen - Leistungszusage* 130 116
Netto-Pensionsaufwendungen - Beitragszusage 140 140
Netto-Aufwendungen/(Erträge) der Zuschussverpflichtungen für Gesundheitsfürsorgeleistungen für Pensionäre* 9 – 43
Abfindungen, vorzeitiges Ausscheiden u.Ä.** 198 835
Aufwendungen für Unterstützung 406 429
Insgesamt 9.637 9.654
* ohne erwarteten Kapitalertrag des Planvermögens und Zinsaufwand aus Pensions- und Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen, die in den Zinserträgen bzw. -aufwendungen ausgewiesen werden
** der Vorjahresbetrag wurde angepasst

Im Jahresdurchschnitt waren im Konzern beschäftigt:

2007/2008 2008/2009
Steel 40.480 39.885
Stainless 12.102 12.018
Technologies 54.260 51.127
Elevator 41.226 43.186
Services 45.436 44.636
Corporate 2.322 1.767
Insgesamt 195.826 192.619
Hiervon entfallen auf:
Arbeiter 121.517 116.384
Angestellte 69.930 71.700
Auszubildende 4.379 4.535

Honorare und Dienstleistungen des Abschlussprüfers

Für die in den Geschäftsjahren 2007/2008 und 2008/2009 erbrachten Dienstleistungen des Konzernabschlussprüfers KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft sowie der Gesellschaften des weltweiten KPMG-Verbundes sind folgende Honorare (einschließlich Auslagen) als Aufwand erfasst worden:

Mio €
2007/2008 2008/2009
  Gesamt davon Deutschland Gesamt davon Deutschland
Prüfungshonorare 23 12 18 9
Prüfungsnahe Honorare 1 1 4 3
Steuerberatungshonorare 1 0 1 0
Übrige Honorare 1 1 1 1
Insgesamt 26 14 24 13

Die Prüfungshonorare beinhalten vor allem die Honorare für die Konzernabschlussprüfung, die prüferische Durchsicht der Zwischenabschlüsse sowie die gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungen der ThyssenKrupp AG und der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen. Die prüfungsnahen Honorare umfassen im Wesentlichen die Honorare für Due-Diligence-Leistungen im Zusammenhang mit Akquisitionen und Desinvestitionen. In den Honoraren für Steuerberatung sind insbesondere Honorare für Steuerberatungsleistungen bei laufenden und geplanten Transaktionen, für die Erstellung von Steuererklärungen, für steuerliche Due-Diligence-Leistungen, für Steuerberatung im Zusammenhang mit Projekten und konzerninternen Reorganisationen sowie die steuerliche Beratung von in das Ausland entsandten Mitarbeitern enthalten. Die übrigen Honorare umfassen überwiegend die Honorare für projektbezogene Beratungsleistungen.

Darüber hinaus entstanden für die Prüfung von in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften Aufwendungen in Höhe von 14 (i. Vj. 11) Mio €, die neben den Prüfungshonoraren an den Konzernabschlussprüfer an andere Prüfungsgesellschaften gezahlt worden sind.

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