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Geschäftsverlauf in den Segmenten

ThyssenKrupp ist ein integrierter Werkstoff- und Technologiekonzern. Wir sind rund um den Globus tätig und besetzen im internationalen Maßstab exzellente Technologie- und Marktpositionen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr waren unsere fünf Segmente – Steel, Stainless, Technologies, Elevator und Services – einem kräftigen konjunkturellen Gegenwind ausgesetzt. Die zügig eingeleiteten Anpassungsmaßnahmen konnten die Ergebnisrückgänge zwar nicht vermeiden, aber mildern. Nur Elevator erzielte neue Bestmarken.

STEEL IN ZAHLEN
2007/2008 2008/2009
Auftragseingang Mio € 14.199 8.414
Umsatz Mio € 14.358 9.945
Corporate Mio € 58 55
Steelmaking Mio € 1.531 1.056
Industry Mio € 6.976 4.684
Auto Mio € 5.106 3.684
Processing Mio € 2.906 2.332
Konsolidierung Mio € – 2.219 – 1.866
Ergebnis vor Steuern (EBT) Mio € 1.540 – 486
Investitionen Mio € 2.596 2.593
Mitarbeiter (30.09.) 41.311 39.156

Unser Steel-Bereich konzentriert sich auf hochwertigen Qualitätsflachstahl und ist damit im Kernmarkt der EU erfolgreich aufgestellt. Das Programm wurde in den vergangenen Jahren konsequent auf Produkte mit großer Verarbeitungstiefe entlang der Wertschöpfungskette ausgerichtet.

Der drastische Nachfragerückgang bei Qualitätsflachstahl führte zu einem in diesem Ausmaß bisher nie dagewesenen Einbruch der Auftragseingangs- und Versandmengen im Segment Steel. Die leichte Belebung der Mengenkonjunktur zum Ende des Berichtsjahres konnte das Gesamtbild nur noch sehr begrenzt verbessern.

Der wertmäßige Auftragseingang erreichte 8,4 Mrd €, das waren 41 % weniger als im Vorjahr. Der Umsatz nahm um 31 % auf 9,9 Mrd € ab. In beiden Fällen waren die Rückgänge im Wesentlichen mengenbedingt. Unsere Erlöse gaben im Verlauf des Berichtsjahres infolge sinkender Marktpreise nach, wenn auch weniger dramatisch als im Stahlspotmarkt. Dies war auf den hohen Anteil von Langfristkontrakten an unserem Gesamtgeschäft zurückzuführen. Im Durchschnitt des Geschäftsjahres lagen die Nettoerlöse von Steel jedoch leicht über denen des Vorjahres.

Infolge des massiven Nachfrageeinbruchs waren Beschäftigungsanpassungen auf allen Produktionsstufen erforderlich. Diese erfolgten zunächst über Reparaturstillstände und Abbau von Arbeitszeitguthaben, ab Januar 2009 aber in zunehmendem Maß über Kurzarbeit – auch in den Verwaltungsbereichen. Im März 2009 ging der Hochofen 9 mit einer Tageskapazität von 4.500 t Roheisen außer Betrieb. Auch der Hochofen A bei der Beteiligungsgesellschaft Hüttenwerke Krupp Mannesmann wurde im Zusammenhang mit einer geplanten Neuzustellung vorübergehend stillgesetzt. Die drei weiteren Hochöfen fuhren bis einschließlich Juli im Minimalbetrieb. Danach verbesserte sich ihre Auslastung dank der wieder anziehenden Nachfrage. Im September wurde entschieden, den Hochofen 9 für ein Wiederanblasen vorzubereiten; der Ofen nahm am 01. November 2009 die Produktion wieder auf. Die nachgelagerten Verarbeitungslinien reagierten mit Blockstillständen und passten ihre Tagesleistungen an die jeweilige Marktlage an. In den letzten Wochen des Berichtsjahres erhöhte sich die Auslastung der meisten Aggregate, allerdings war eine auskömmliche Beschäftigung auf den Weiterverarbeitungsstufen noch nicht wieder erreicht.

Die Rohstahlerzeugung des Segments Steel einschließlich des Anteils unserer Beteiligungsgesellschaft Hüttenwerke Krupp Mannesmann war im Berichtsjahr mit 9,2 Mio t um 35 % niedriger als im Vorjahr. Die Walzstahlproduktion für Kunden, einschließlich Lohnwalzungen, nahm um 37 % auf 10,0 Mio t ab.

Das Segment wies 2008/2009 einen Verlust von 486 Mio € aus, nachdem es im Vorjahr einen Gewinn von 1.540 Mio € erwirtschaftet hatte. Ursächlich waren vor allem der Einbruch bei den Versandmengen sowie Wertberichtigungen auf das Vorratsvermögen zum 30. September 2009 in Höhe von 175 Mio €. Darüber hinaus haben die Projektkosten für die strategischen Vorhaben in Brasilien und den USA in Höhe von 214 Mio € sowie die Restrukturierungsaufwendungen und Impairment-Abschreibungen in Höhe von 237 Mio € bzw. 29 Mio € das Ergebnis belastet. Die Restrukturierungen betrafen im Wesentlichen das Anpassungsprogramm 20 / 10, das eine Belegschaftsreduzierung von bis zu 2.000 Mitarbeitern vorsieht, sowie die Umstrukturierung des Bereichs Metal Forming.

Die kurzfristig und segmentweit eingeleiteten Kostensenkungsmaßnahmen haben zu einer deutlichen Ergebnisverbesserung beigetragen, konnten jedoch die marktbedingten Rückgänge nicht ausgleichen. Die bei wesentlichen Rohstoffen, vor allem Eisenerz und Kokskohle, zuletzt durchgesetzten Preisermäßigungen milderten die schwierige Ergebnissituation nur leicht, da sie gegen Ende des Berichtsjahres nur in sehr begrenztem Umfang kostenwirksam wurden. Die durchschnittlichen Rohstoffkosten sind demgegenüber – im Vergleich zum Vorjahr – noch leicht gestiegen.

In den Gesellschaften des Segments waren am 30. September 2009 insgesamt 39.156 Mitarbeiter beschäftigt, 2.155 weniger als ein Jahr zuvor. Auf Grund des dramatischen Auftragseinbruchs waren erhebliche Anpassungsmaßnahmen erforderlich. Stillstände in der Produktion wurden zunächst mit dem Abbau von Arbeitszeitguthaben, Resturlaub oder Freischichten sowie dem Ausschöpfen der Arbeitszeitkonten kompensiert; außerdem wurde der Umfang bezahlter Mehrarbeit deutlich reduziert. Die anhaltende Auftragsschwäche hatte zudem – beginnend im Dezember 2008 – im gesamten Segment Steel zur Folge, dass wir Kurzarbeit einführen mussten. In der Spitze waren davon rund 14.700 Mitarbeiter im In- und Ausland betroffen. Zum Geschäftsjahresende konnte die Zahl der von der Kurzarbeit Betroffenen wegen der wieder verbesserten Auftragslage auf 4.200 Mitarbeiter reduziert werden.

Corporate

Die Business Unit Corporate umfasste im Berichtsjahr die Verwaltungsfunktionen und führte die Bauprojekte in Brasilien und den USA. Die Projektkosten für diese Vorhaben waren im Vorjahresvergleich leicht gestiegen.

Steelmaking

In der Business Unit Steelmaking waren die Metallurgie in Duisburg und sämtliche Logistikaktivitäten zusammengefasst. Der Umsatz nahm ab – vor allem infolge stark rückläufiger Mengen im Fremdgeschäft mit Roheisen, Brammen und Nebenprodukten sowie verminderter Logistikaktivitäten der Transportgesellschaften. Die Rohstahlerzeugung, einschließlich der Brammenbezüge der Hüttenwerke Krupp Mannesmann, fiel deutlich niedriger aus als im Vorjahr. Das Ergebnis der Business Unit war nahezu ausgeglichen.

Industry

Die Business Unit Industry konzentrierte sich, mit Ausnahme der Automobilbranche, auf das gesamte Spektrum der Stahl verarbeitenden Industrien. Der Umsatz mit diesen Kundengruppen nahm im Vorjahresvergleich um 33 % auf 4,7 Mrd € ab; beim Auftragseingang war der Rückgang noch stärker. Der dramatische Mengen- und Preisrückgang ließ das Ergebnis einbrechen und führte zu einem hohen Verlust.

Die über weite Strecken des Berichtsjahres konjunkturell und lagerzyklisch bedingt schlechte Beschäftigung in praktisch allen relevanten Abnehmerbranchen belastete massiv das Geschäft des Profit-Centers Industrie/Distribution/Services, auf das rund zwei Drittel des Umsatzes der Business Unit entfallen. Der Versand an externe Kunden ging signifikant zurück, unser Vertragskundengeschäft war dagegen weniger stark von Mengenverlusten betroffen. Im Schlussquartal 2008/2009 hat sich die Anfragetätigkeit in Teilbereichen des Marktes – von einem sehr niedrigen Niveau kommend – spürbar belebt, da viele Kunden ihre Bestände mittlerweile stark reduziert hatten. Dennoch brach das Ergebnis im gesamten Berichtszeitraum dramatisch ein.

Das Profit-Center Grobblech verzeichnete nach einer noch vergleichsweise günstigen Geschäftsentwicklung zu Jahresbeginn einen massiven Umsatz- und Gewinneinbruch in der zweiten Geschäftsjahreshälfte. Das Geschäft mit Schiffbaukunden ist praktisch zum Erliegen gekommen, aber auch die Nachfrage aus der Baumaschinen- und Nutzfahrzeugindustrie war stark rückläufig. Die Auftragsmengen brachen ein, und es kam zu einem erheblichen Preisverfall. Die Anlagenauslastung lag temporär bei weniger als 50 %. Erst gegen Jahresende zeichnete sich lagerzyklisch eine leichte Besserung ab.

Ein deutlich niedrigeres Geschäftsvolumen im Vergleich zum Vorjahr und ein negatives Ergebnis wies auch das Competence-Center Color/Construction aus. Die Nachfrage der Hausgeräteindustrie nach bandbeschichteten Produkten bewegte sich während des gesamten Geschäftsjahres auf extrem niedrigem Niveau; erhebliche Mengenrücknahmen wurden von stark nachgebenden Nettoerlösen begleitet.

Die Construction Group konnte sich der Krise in der Bauwirtschaft nicht entziehen, wenngleich einige Projektgeschäfte eine vergleichsweise gute Beschäftigung ermöglichten. Vor allem in Deutschland, wo etwa die Hälfte des Umsatzes erzielt wird, war der Rückgang noch relativ moderat. Die ausländischen Gesellschaften, vor allem in Osteuropa, mussten hingegen Produktionsanpassungen vornehmen.

Das europäische Stahl-Service-Geschäft war ebenfalls durch einen erheblichen Umsatzeinbruch gekennzeichnet, der durch sinkende Mengen und einen signifikanten Rückgang der Durchschnittserlöse bedingt war. Gegen diesen Negativtrend konnte die neue Gesellschaft in Polen den Umsatz konstant halten. Der gesamte Bereich schloss mit einem Verlust ab.

Auto

Die Business Unit Auto belieferte die global aufgestellten Automobilkunden mit Stahlerzeugnissen und Serviceleistungen. Der Umsatz verringerte sich vor dem Hintergrund der anhaltenden Automobilkrise um 28 % auf 3,7 Mrd €. Nachdem zum 01. Juli 2008 mit den meisten Kunden neue Verträge abgeschlossen worden waren, die den vorangegangenen erheblichen Rohstoffkostensteigerungen Rechnung trugen, wurden ab 01. Juli 2009 Preisanpassungen im Hinblick auf die erwarteten Rohstoffkostensenkungen vorgenommen. Primär bedingt durch den spürbar reduzierten Absatz war ein Ergebniseinbruch nicht zu vermeiden. Insgesamt konnten wir jedoch ein nahezu ausgeglichenes Ergebnis erzielen.

Auch bei Tailored Blanks war der Umsatz vor allem mengenbedingt rückläufig, wenn auch weniger stark als bei den übrigen Geschäften. Dazu trug auch bei, dass die im Vorjahr mehrheitlich übernommene nordamerikanische TWB-Gruppe erstmals mit den Zahlen eines vollen Jahres konsolidiert wurde. Tailored Blanks konnte das Berichtsjahr mit einem geringfügig positiven Ergebnis abschließen.

Bei unseren Stahl-Service-Aktivitäten in Nordamerika ging der Absatz an die Automobilindustrie um fast die Hälfte zurück. Nicht absehbare Produktionsstillstände bei wichtigen Kunden verschärften die ohnehin schwierige Situation.

Auch bei Metal Forming kam es in allen Einheiten, außer in China, zu Umsatzeinbußen. Eine weitere Verschlechterung des operativen Ergebnisses konnte trotz erheblicher Anpassungsmaßnahmen nicht verhindert werden. Hinzu kamen Aufwendungen durch das nochmals erweiterte Restrukturierungsprogramm. Daher wies der Bereich erneut einen deutlichen Verlust aus.

Processing

Die Business Unit Processing bündelte unsere Aktivitäten bei Weißblech, Mittelband und kornorientiertem Elektroband. In Summe ging der Umsatz im Wesentlichen mengenbedingt um 20 % auf 2,3 Mrd € zurück. Allerdings waren die Entwicklungen in den drei Geschäftsfeldern sehr unterschiedlich. Dies führte zwar zu spürbaren Ergebnisrückgängen, insgesamt erzielten wir jedoch einen guten Gewinn.

Der Bereich Weißblech behauptete sich vergleichsweise gut. Der Umsatz gab gegenüber dem Vorjahr nur leicht nach, der Gewinn war niedriger. Positive Erlöseffekte wurden durch Kostensteigerungen und Mengenrückgänge überlagert. Der Wettbewerb auf diesem Produktmarkt hat sich im Berichtszeitraum merklich verschärft, da Konkurrenten angesichts der im Vergleich zu den übrigen Stahlerzeugnissen attraktiveren Preise und stabileren Nachfrage den Verpackungsblechmarkt für sich wiederentdeckten. Dennoch konnten wir unsere Position in dem stark umkämpften europäischen Markt ausbauen.

Das Mittelbandgeschäft bei Hoesch Hohenlimburg mit Hauptkunden in der mittelständisch geprägten Automobilzulieferung und der Kaltwalzindustrie verzeichnete vor allem in den ersten Monaten des Geschäftsjahres signifikante Mengeneinbrüche, bevor es zu einer Stabilisierung auf niedrigem Niveau kam. Im gesamten Geschäftsjahr halbierte sich der Umsatz nahezu gegenüber dem Vorjahr.

Die Preise gaben erheblich nach. Nach einem positiven Ergebnis im Vorjahr wies der Bereich einen Verlust aus.

Auch bei kornorientiertem Elektroband brach die Nachfrage weltweit signifikant ein, was sich spürbar auf die Versandmengen und die Beschäftigung auswirkte. Obwohl wir das durchschnittliche Erlösniveau halten und den Anteil der höherwertigen Elektrobandgüten weiter steigern konnten, ging der Umsatz zurück. Es wurde ein Gewinn erwirtschaftet, der allerdings niedriger war als im Vorjahr.

Wesentliche Ereignisse

Anfang 2009 hat das Segment Steel seine Anstrengungen, die Kosten zu senken, durch das Programm 20/10 intensiviert. Das Programm, das die globale Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens über die Wirtschaftskrise hinaus sichern soll, besteht aus zehn Initiativen – alle mit dem Ziel, die Kosten zu senken. Zusätzlich wurden die Tochtergesellschaften eingebunden. Im Rahmen dieses Programms sollen bis zum Geschäftsjahr 2010/2011 nachhaltig mehr als 400 Mio € eingespart werden. Damit verbunden ist auch ein Personalabbau um bis zu 2.000 Mitarbeiter.

Metal Forming hat 2008/2009 das Umstrukturierungsprogramm weiter vorangetrieben. Die Zahl der Mitarbeiter verringerte sich um 28 % auf rund 5.800. An den deutschen Standorten fanden Personalanpassungen auf der Basis eines Sozialplans statt. Zusätzlich ließen Maßnahmen zur Effizienzsteigerung die Kosten beachtlich sinken.

Im Rahmen der Restrukturierung und um den Investitionsbedarf zu verringern, sind in Frankreich zwei Werke geschlossen worden; ein weiteres wurde veräußert. Im britischen Unternehmen Tallent wurden ebenfalls Personalanpassungen umgesetzt.

Der brasilianische Eisenerzproduzent Vale S.A. hat seinen Anteil an der ThyssenKrupp CSA Siderúrgica do Atlântico Ltda. von rund 10 % auf insgesamt knapp 27 % erhöht. Dies stärkt die Basis für eine langfristige strategische Partnerschaft zwischen Vale und ThyssenKrupp.

Investitionen

Die Investitionsausgaben des Segments Steel für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte erreichten im Berichtsjahr 2.575 Mio € bei Abschreibungen von 612 Mio €.

Die Investitionsausgaben waren wie im Vorjahr maßgeblich von den beiden strategischen Großprojekten in Brasilien und den USA bestimmt. Auf die Errichtung des neuen Stahlwerks im brasilianischen Bundesstaat Rio de Janeiro entfielen Investitionsausgaben in Höhe von 1,5 Mrd €. Für den Bau des Weiterverarbeitungswerks bei Mobile in Alabama wurden im Berichtsjahr rund 0,6 Mrd € aufgewendet. Einzelheiten zu beiden Projekten enthält das Kapitel "Unternehmenssteuerung – Ziele und Strategie".

Angesichts der wirtschaftlichen Lage haben wir zur Entlastung der Kapitalbindung sämtliche laufenden und geplanten Investitionsmaßnahmen kritisch analysiert und eine Reihe von Investitionsprojekten verschoben. Die im Geschäftsjahr neu begonnenen Investitionsprojekte dienten vorrangig dazu, die Betriebsbereitschaft aufrechtzuerhalten.

Nach Inbetriebnahme des neuen Hochofens 8 und der Neuzustellung von Hochofen 1 im Vorjahr wurden im Berichtsjahr die Nebenanlagen und die Peripherie in den Hochofenwerken von Steel in Duisburg modernisiert. In der Warmbandstufe sind die umfangreichen Investitionen weitestgehend abgeschlossen, die die Leistungsfähigkeit steigern und das Programm optimieren. So nahm das Warmbandwerk in Duisburg-Beeckerwerth drei neue Haspeln in Betrieb und erweiterte damit das Produktspektrum um hochwertige Rohrbandgüten. Mit dem Erneuern der Automatisierung an der Fertigstraße wurde begonnen. Die Walzstraße in unserem Bochumer Werk erhielt einen neuen Staucher und eine moderne Walztaktsteuerung. Am Standort Dortmund haben wir die Contiglühe umfassend modernisiert, um innovative Mehrphasenstähle wirtschaftlich erzeugen zu können. Außerdem werden die Investitionen zur Leistungssteigerung an vier Feuerbeschichtungsanlagen mit dem erfolgreichen Hochlauf abgeschlossen.

Auch die Bereiche Elektroband, Mittelband, Stahl-Service Europa und die Transportgesellschaften haben wesentlich investiert. Elektroband baute die Kapazität für höherwertige und zukunftsträchtige Güten an den Standorten Gelsenkirchen und Isbergues, Frankreich, weiter aus. Bei Mittelband wurden die Investitionen zur Steigerung der Produktionskapazitäten fortgesetzt. Stahl-Service Europa trieb die Errichtung des neuen Service-Centers in Krefeld, das der Konzentration der kleineren Produktionsstandorte in Nordrhein-Westfalen dient, planmäßig voran. Im Hafen Rotterdam ging ein neuer Seeschiffsentlader für die Rohstoffversorgung in Betrieb.

Stainless

Stainless in Zahlen
2007/2008 2008/2009
Auftragseingang Mio € 7.460 4.147
Umsatz Mio € 7.420 4.486
ThyssenKrupp Nirosta Mio € 3.234 1.807
ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni Mio € 2.688 1.679
ThyssenKrupp Mexinox Mio € 591 322
Shanghai Krupp Stainless Mio € 284 122
ThyssenKrupp Stainless International Mio € 1.187 649
ThyssenKrupp VDM Mio € 1.177 743
Zentralbereich/Konsolidierung Mio € – 1.741 – 836
Ergebnis vor Steuern (EBT) Mio € 126 – 946
Investitionen Mio € 387 343
Mitarbeiter (30.09.) 12.212 11.755

Stainless steht für unsere Aktivitäten bei nichtrostenden Edelstahl-Flachprodukten und bei Hochleistungswerkstoffen, also Nickellegierungen und Titan. Die produzierten Werkstoffe erfüllen höchste Ansprüche an die geforderten Werkstoffeigenschaften sowie an Qualität und Präzision.

Nachfrage- und Ergebniseinbruch

Vor dem Hintergrund des globalen Nachfragerückgangs hat sich die Geschäftslage des Segments 2008/2009 erheblich verschlechtert. Der mengenmäßige Auftragseingang verminderte sich um 16 % auf 1,9 Mio t. Wegen der gesunkenen Erlöse fiel der wertmäßige Auftragseingang sogar um 44 % auf 4,1 Mrd €. Im Produktbereich Edelstahl Rostfrei sank das mengenmäßige Bestellvolumen bei Kaltband um 20 %, bei Warmband stieg es um 27 %. Bei Nickellegierungen gaben die Bestellmengen um 42 % nach, bei Titan um 74 %.

Die Gesamtlieferungen von Stainless lagen 1,8 Mio t und damit 20 % unter dem Vorjahresniveau. Vor allem die Lieferungen von Rostfrei-Kaltband und Rostfrei-Warmband gingen zurück. Auch der Versand von Titan und Nickellegierungen nahm im Vergleich zum Vorjahr ab. Die geringeren Versandmengen sowie die niedrigeren Basispreise und Legierungszuschläge führten zu einem Umsatzrückgang um 40 % auf 4,5 Mrd €.

Das Segment erlitt einen drastischen Ergebniseinbruch um 1.072 Mio € auf -946 Mio €, wobei alle Business Units einen Verlust hinnehmen mussten. Ausschlaggebend war ein in diesem Ausmaß bisher nicht da gewesener Nachfrageeinbruch im Edelstahlmarkt. Dies führte zu einer extremen Unterauslastung der Produktionskapazitäten. Stainless reagierte darauf mit massiven Produktionsanpassungen und Bestandsreduzierungen. In diesem rezessiven Marktumfeld gaben die Basispreise deutlich nach, was die negative Ertragslage noch verschärfte. Zudem wurde das Ergebnis durch Impairment-Abschreibungen von 118 Mio € sowie Restrukturierungsaufwendungen von 60 Mio € belastet.

Stainless hat auf die verschlechterte Ertragslage umgehend reagiert. Neben dem konzernweiten Kostensenkungsprogramm ThyssenKrupp PLuS wurden weitere Maßnahmen eingeleitet. Dadurch konnte der Ergebniseinbruch abgemildert werden. Zur Verbesserung der Liquiditätssituation haben wir das laufende Investitionsprogramm einschließlich der Errichtung des US-amerikanischen Edelstahlwerks zeitlich verschoben. Um die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu sichern, die Ertragslage zu verbessern und die Kostenbasis zu flexibilisieren, setzte Stainless darüber hinaus ein Performancesteigerungsprogramm um.

Zum Ende des Berichtsjahres beschäftigte ThyssenKrupp Stainless 11.755 Mitarbeiter, 457 weniger als ein Jahr zuvor. Wegen der Unterauslastung der Werke musste in weiten Teilen des Segments nach Abbau von bestehenden Arbeitszeitguthaben Kurzarbeit eingeführt werden. Erst seit Juli 2009 wurde in den europäischen Werken wegen der sich langsam verbessernden Lage die Kurzarbeit wieder schrittweise zurückgenommen.

ThyssenKrupp Nirosta

Die Business Unit ThyssenKrupp Nirosta verzeichnete vor allem in der ersten Geschäftsjahreshälfte eine schwache Nachfrage aus dem Handelsbereich sowie im Endkundengeschäft. Auftragseingänge und Produktion haben sich erst gegen Ende des Berichtsjahres auf niedrigem Niveau leicht erholt. Insgesamt führten der rückläufige Versand und geringere Erlöse zu einem starken Umsatzrückgang auf 1,8 Mrd €.

ThyssenKrupp Nirosta erlitt einen drastischen Ergebniseinbruch. Ursächlich waren der starke Verfall der Basispreise bei austenitischen und ferritischen Kaltflachprodukten sowie die massive Unterauslastung der Werke. Die auf Grund der defizitären Ergebnislage notwendigen Restrukturierungsaufwendungen haben den Verlust zusätzlich erhöht. Die ergriffenen Maßnahmen zur Kosteneinsparung konnten den Ergebnisrückgang lediglich abmildern.

ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni

Auch bei ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni hat sich die stark rückläufige Nachfrage nach Edelstahlerzeugnissen negativ auf die Geschäftsentwicklung ausgewirkt. Die Produktion musste erheblich zurückgefahren werden, und die Preise gaben nach. Auch im Titangeschäft waren die Werkskapazitäten infolge der schwachen Nachfrage aus dem Luftfahrt- und Anlagenbau nicht voll ausgelastet. Volle Läger und geringer Verbrauch bei Händlern und Endverbrauchern haben die Absatzlage zusätzlich verschärft. Der Umsatz der Business Unit brach auf 1,7 Mrd € ein.

In diesem schwierigen Marktumfeld hat sich die Ergebnissituation von ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni erheblich verschlechtert. Dies beruhte insbesondere auf der schwächeren Entwicklung des italienischen Edelstahlmarktes. Die stabile Ergebnisentwicklung im Schmiedebereich sowie die eingeleiteten Kostensenkungsprogramme konnten auch hier die negative Ergebnisentwicklung nur leicht entschärfen.

ThyssenKrupp Mexinox

Die rückläufige Nachfrage auf dem US-amerikanischen und dem mexikanischen Markt führte bei ThyssenKrupp Mexinox zu einem erheblich geringeren Auftragseingang. Die Kapazitäten konnten nicht ausgelastet werden, und der Umsatz fiel auf 322 Mio €.

Massive Basispreis- und Versandrückgänge verursachten einen dramatischen Ergebnisrückgang, der durch die Kostensenkungsmaßnahmen nur abgeschwächt werden konnte.

Shanghai Krupp Stainless

In dem schwierigen chinesischen Markt, der von Überkapazitäten geprägt ist, musste Shanghai Krupp Stainless einen extremen Rückgang der Auftragseingänge hinnehmen. Der Umsatz lag mit 122 Mio € um mehr als die Hälfte unter dem Vorjahresniveau.

Die äußerst niedrigen Versandmengen in Verbindung mit einem schwachen Preisniveau sowie Impairment-Abschreibungen bedingten einen gravierenden Ergebniseinbruch. Die umgesetzten Kosteneinsparungsmaßnahmen konnten auch hier nur dämpfend die Ergebnislage beeinflussen.

ThyssenKrupp Stainless International

Die weltweit schwache Nachfrage sorgte bei dieser Business Unit ebenfalls für deutlich niedrigere Auftragseingänge. Der Umsatz fiel mengen- und preisbedingt auf 649 Mio €.

ThyssenKrupp Stainless International verzeichnete 2008/2009 einen höheren Verlust als im Vorjahr.

ThyssenKrupp VDM

Auftragsverschiebungen und Stornierungen aus der Luftfahrtindustrie, ein gravierender Markteinbruch im Automotive-Bereich sowie zunehmende Verzögerungen industrieller Großprojekte im Anlagengeschäft ließen die Nachfrage nach Nickellegierungen deutlich zurückgehen. Infolgedessen lag der Umsatz von ThyssenKrupp VDM mit 743 Mio € erheblich unter dem Vorjahreswert.

Die Business Unit konnte das Ergebnisniveau des Vorjahres nicht halten und schloss trotz eingeleiteter Kostensenkungsmaßnahmen mit einem Verlust ab.

Investitionen

Stainless investierte im Berichtsjahr 343 Mio € in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte bei Abschreibungen von 157 Mio €. Die Schwerpunkte der Investitionen lagen zum einen im Aufbau des voll integrierten Standorts ThyssenKrupp Stainless in den USA; zum anderen haben wir den italienischen Standort ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni konsequent zu einem integrierten Rostfrei-Werk weiterentwickelt.

Die Investitionen für das Edelstahlwerk in Alabama wurden angesichts der von der weltweiten Krise geprägten Marktentwicklung zeitlich gestreckt. Die überarbeitete Mittelfristplanung sieht vor, zunächst mit einer Kaltbandkapazität von rund 100.000 t jährlich im 4. Quartal 2010 zu starten. Die hierzu benötigten Anlagen sind zu einem erheblichen Teil bereits auf der Baustelle oder in Zulieferung. Der Montagebeginn der weiteren Produktionslinien befindet sich im Plan, kann aber flexibel um bis zu weitere 24 Monate verschoben werden. Die erforderlichen Hallenkomplexe werden in den nächsten Monaten endgültig fertiggestellt. Die Vormaterialbelieferung wird zunächst aus den europäischen Werken sichergestellt. Der Umfang des Gesamtprojekts bleibt unverändert, da wir nach wie vor von einem Bedarf für einen optimierten Edelstahl-Produktionsstandort auf dem nordamerikanischen Markt ausgehen. Diese Vorgehensweise ermöglicht einen raschen Markteinstieg mit Produkten aus der USFertigung sowie eine flexible Reaktion auf die Marktentwicklung.

ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni wird schrittweise zu einem der modernsten und effizientesten Produktionsstandorte der Welt ausgebaut. Das Investitionsprogramm beinhaltete im abgelaufenen Geschäftsjahr im Wesentlichen den Austausch der Dünnbrammengießanlage gegen eine konventionelle Stranggießanlage, um die Warmbandqualität und -kapazität zu steigern sowie die vorhandene Rohstahlkapazität besser nutzen zu können. Durch den Einbau von Walzgerüsten im Einlaufbereich der neuen Warmbandlinie haben wir die Kaltbandkapazität und den Produktmix erweitert. Diese Maßnahmen wurden im Berichtsjahr weitestgehend abgeschlossen. Das Investitionspaket umfasst darüber hinaus weitere Kapazitätsanpassungen im Glüh-/Beizbereich, den Bau eines weiteren Kaltwalzgerüsts sowie den Ausbau der Adjustage in Terni, durch den die Anarbeitungskapazität der Gesellschaft nochmals erhöht wird. Diese Maßnahmen werden zurzeit umgesetzt, allerdings zeitlich gestreckt. Darüber hinaus wurden die Modernisierung und Erweiterung der Entstaubungsanlage im Stahlwerk Terni sowie die Umsetzung des Brandschutzkonzeptes fortgesetzt.

Ein Investitionsschwerpunkt von ThyssenKrupp Nirosta lag im inzwischen abgeschlossenen Bau einer Säureregenerationsanlage am Standort Krefeld. Durch die im Mai 2009 in Betrieb genommene Anlage werden die im Abwasser enthaltenen Nitrate weiter reduziert. Durch die Integration in den Produktionskreislauf sichert die Anlage Umweltschutz auf höchstem technischem Niveau bei gleichzeitig hoher Wirtschaftlichkeit. Darüber hinaus wurde die umfangreiche Sanierung der AOD-Anlage (Argon-Oxygen-Decarburization) planmäßig im April 2009 abgeschlossen. Die modernisierte Anlage verbessert den Produktionsprozess und reduziert die Emissionen im Stahlwerk Krefeld. Weitere Investitionen entfielen auf den Ausbau des Brandschutzkonzeptes sowie auf diverse Maßnahmen zur Erhaltung der Betriebsbereitschaft und Modernisierung einzelner Anlagen.

ThyssenKrupp Mexinox setzte diverse Einzelmaßnahmen zur Erhaltung der Anlagen um und schloss die Modernisierung am Sendzimirgerüst 1 ab. Da damit die Produktionskapazität erhöht wurde, musste auch die vorhandene Wasseraufbereitungsanlage ausgebaut werden. Zusätzlich wurde zur Verbesserung der Oberflächenqualität und Leistung die vorhandene Nass-Schleiflinie modernisiert.

Im Kaltwalzwerk von Shanghai Krupp Stainless wurden 2008/2009 im Wesentlichen Ersatzinvestitionen vorgenommen und die Umsetzung des Brandschutzkonzeptes weiter verbessert.

ThyssenKrupp Stainless International hat das Distributions- und Service-Center-Netzwerk weiter ausgebaut. Das Service-Center im Großraum Istanbul wird der wachsenden Bedeutung des türkischen Marktes Rechnung tragen.

ThyssenKrupp VDM hat am Standort Unna die Erweiterung der Umschmelzkapazitäten größtenteils fertig gestellt. Damit ist das im Jahr 2006 begonnene Investitionsprogramm zur Stärkung und zum Ausbau des Geschäfts insbesondere in den Marktsegmenten Luftfahrt sowie Öl und Gas weitestgehend abgeschlossen.

Technologies

Technologies in Zahlen
2007/2008 2008/2009
Auftragseingang Mio € 13.490 8.580
Umsatz Mio € 12.412 10.640
Plant Technology Mio € 3.217 3.715
Marine Systems Mio € 2.007 1.594
Mechanical Components Mio € 3.924 2.751
Automotive Solutions Mio € 3.247 2.553
Transrapid Mio € 41 35
Zentralbereich/Konsolidierung Mio € – 24 – 8
Ergebnis vor Steuern (EBT) Mio € 741 – 868
Investitionen Mio € 763 814
Mitarbeiter (30.09.) 54.043 49.056

Unsere Technologies-Unternehmen sind hochtechnologieorientierte Anlagenbauer und Komponentenhersteller, die auch maßgeschneiderte Dienstleistungen anbieten. Hohe Innovationskraft sowie anerkannte System- und Engineering-Kompetenz sind die Basis für deren weltweit führende Marktpositionen.

Rückläufiges Geschäftsvolumen

Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise führte auch im Segment Technologies zu einem rückläufigen Geschäftsvolumen. Der Auftragseingang lag mit 8,6 Mrd € deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Dabei zeigten sich im Verlauf des Geschäftsjahres auch bei den Anlagenbaukunden Unsicherheiten und Verzögerungen, die u.a. aus Finanzierungsengpässen im Bankenbereich, dem Verfall der Rohstoffpreise und den generellen Unsicherheiten im Markt resultierten. Umso erfreulicher waren in diesem schwierigen Marktumfeld die Einbuchung eines Großauftrags über eine Hochdruckpolyethylen-Anlage bei Plant Technology und die Paraphierung eines U-Boot-Großauftrags über sechs Materialpakete für die türkische Marine bei Marine Systems. Im Automobilzuliefer- und Baumaschinengeschäft kam es gegen Ende des Geschäftsjahres nach den vorangegangenen dramatischen Abrufreduzierungen zu einer gewissen Bodenbildung; eine signifikante Nachfragebelebung war jedoch nicht festzustellen. Dennoch sichert der zum 30. September 2009 auf 13,8 Mrd € gesunkene Auftragsbestand nach wie vor mehr als einen Jahresumsatz ab. Im Zuge des rückläufigen Ordervolumens sank 2008/2009 auch der Umsatz. Trotz positiver US-Dollar-Kurseinflüsse ging er um 14 % auf 10,6 Mrd € zurück.

Das Ergebnis hat sich 2008/2009 deutlich verschlechtert. Nach dem im Vorjahr erzielten Rekordergebnis von 741 Mio € entstand nun ein Verlust von 868 Mio €. Während Plant Technology in einem schwieriger gewordenen Umfeld einen Gewinn leicht unter dem Vorjahresniveau erreichte, gerieten die übrigen Business Units tief in die Verlustzone. Neben den Umsatzrückgängen und Abschreibungen auf das Vorratsvermögen in Höhe von 70 Mio € trugen hierzu maßgeblich negative Sondereffekte bei. Zu diesen zählten insbesondere umfangreiche Restrukturierungsaufwendungen von 431 Mio € sowie damit verbundene Impairment-Abschreibungen von 370 Mio €. Bei Marine Systems haben darüber hinaus negative Einflüsse aus Auftragsstornierungen, möglichen Nachhaftungsrisiken aus dem zivilen Schiffbau sowie höhere Projektkosten im Yachtbau das Ergebnis belastet.

Technologies beschäftigte am Ende des Berichtsjahres 49.056 Mitarbeiter, 4.987 weniger als ein Jahr zuvor. Die Belegschaftsanpassungen betrafen hauptsächlich die Business Units Mechanical Components und Automotive Solutions in den europäischen Auslandsgesellschaften, aber auch Marine Systems und Plant Technology verringerten die Belegschaft. Darüber hinaus wurden seit Beginn des Berichtsjahres über 2.400 Mitarbeiter von Fremdfirmen nicht mehr beschäftigt.

Plant Technology

Die Geschäftsentwicklung im Spezial- und Großanlagenbau von Plant Technology war im abgelaufenen Geschäftsjahr zunehmend durch eine schwächere Auftragsvergabe geprägt, hervorgerufen durch Verzögerungen bei Investitionsentscheidungen der Kunden. Von dieser Entwicklung waren alle Geschäftsfelder der Business Unit betroffen. Im Chemieanlagenbau konnte erfreulicherweise ein Großauftrag zur Errichtung einer Hochdruckpolyethylen-Anlage in Katar mit einer Produktionskapazität von 300.000 Jahrestonnen gewonnen werden; darüber hinaus erhielt Plant Technology drei Aufträge zum Bau von Aromatenanlagen in China.

Dank des hohen Auftragsbestands im Chemie- und Zementanlagenbau zu Geschäftsjahresbeginn lag der Umsatz von Plant Technology mit 3,7 Mrd € über dem Vorjahresniveau. Der Gewinn gab auf Grund höherer Projektkosten und geringerer Zinsergebnisse leicht nach.

Marine Systems

Mit den Großaufträgen über sechs Materialpakete zum Bau von U-Booten der Klasse 214 für Südkorea sowie über zwei Materialpakete der U-Boot-Klasse 212A für Italien konnte Marine Systems den Auftragseingang im Marineschiffbau auf dem Vorjahresniveau halten. Zudem wurde im Juli 2009 ein Abkommen über sechs Materialpakete zum Bau von U-Booten der Exportklasse 214 für die türkische Marine paraphiert; der Auftragseingang wird für das Geschäftsjahr 2009/2010 erwartet. Die Montage der mit Brennstoffzellentechnologie ausgerüsteten Boote soll auf einer türkischen Werft erfolgen. Gegenläufig wirkten am Ende des Geschäftsjahres Stornierungen griechischer Aufträge im Marineschiffbau. Der zivile Schiffbau musste weitere erhebliche Auftragsstornierungen im Containerschiffbau und im Yachtenbereich hinnehmen, die auf extrem gesunkene Frachtraten und Finanzierungsprobleme bei Kunden zurückzuführen waren. Das rückläufige Welthandelsvolumen in der Seeschifffahrt machte sich in einem schwächeren Reparatur- und Servicegeschäft bemerkbar.

Der Umsatz von Marine Systems lag mit 1,6 Mrd € deutlich unter dem Vorjahresniveau. Nach einem Gewinn im Vorjahr wies die Business Unit einen erheblichen Verlust aus. Bei Containerschiffen und Yachten waren Auftragsstornierungen zu verkraften. Angesichts der schlechten Auftragssituation – insbesondere im Containerschiffbau – wurden Überkapazitäten abgebaut, was zu erheblichen Restrukturierungsaufwendungen für Personalanpassungen führte. Negativ haben sich auch Impairment-Abschreibungen, Abwertungen bei Vorräten, mögliche Nachhaftungsrisiken aus dem zivilen Schiffbau sowie höhere Projektkosten im Yachtenbereich ausgewirkt.

Mechanical Components

Der starke Nachfrageeinbruch im Automobil- und Baumaschinengeschäft, aber auch im allgemeinen Maschinenbau führte zu einem beträchtlichen Auftragsrückgang für die Hightech-Komponenten der Business Unit Mechanical Components. Hiervon waren alle Bereiche betroffen, besonders stark jedoch die Fertigung von Baumaschinenkomponenten und geschmiedeten Kurbelwellen. Im Geschäft mit Großwälzlagern und Ringen wurde wieder ein gutes Umsatzniveau erzielt. Damit konnte die führende Position auf zukunftsträchtigen Märkten wie dem Windanlagenbau gehalten werden.

Der Umsatz von Mechanical Components fiel auf 2,8 Mrd €. Wegen der rückläufigen Beschäftigung wurden Kostensenkungsmaßnahmen eingeleitet, wie z.B. der Abbau von Leiharbeit und der Ausbau von Kurzarbeit, Einsparungen im Health-Care-Programm bei den nordamerikanischen Gießereien, aber auch Personalabbau an ausländischen Standorten. Trotz dieser Maßnahmen entstand im Berichtsjahr, nach einem hohen Gewinn im Vorjahr, ein deutlicher Verlust. Hierzu trugen neben den starken Umsatzrückgängen insbesondere beträchtliche Restrukturierungsaufwendungen sowie Impairment-Abschreibungen bei. Hinzu kam der fehlende Ertrag aus einer Unternehmensveräußerung im Vorjahr.

Automotive Solutions

Die Business Unit liefert innovative Systemlösungen für die Automobilindustrie in den Anwendungsfeldern Lenkungen, Dämpfer, Karosserierohbau, Karosserie- und Fahrwerksteile sowie Montagesysteme für Motoren, Getriebe und Achsen. Die rückläufige Nachfrage in der Automobilindustrie führte in allen Teilbereichen zu geringeren Auftragseingängen und Umsätzen.

Zur Kostenreduzierung und Anpassung an die schwächere Auslastung wurden vielfältige Maßnahmen ergriffen. Dennoch geriet Automotive Solutions nachfragebedingt und wegen hoher Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften, Abwertungen lang- und kurzfristiger Vermögenswerte und Restrukturierungsaufwendungen tief in die Verlustzone.

Transrapid

Transrapid erzielte im Wesentlichen dank der Abrechnungen aus dem chinesischen Lizenzvertrag einen Umsatz von 35 Mio €. Das Ergebnis war durch Restrukturierungsaufwendungen und Impairment-Abschreibungen belastet.

Wesentliche Ereignisse

Das Segment hat auch 2008/2009 die Fokussierung auf das Kerngeschäft konsequent fortgesetzt.

Technologies hat von One Equity Partners (OEP) deren Anteil von 25 % an der ThyssenKrupp Marine Systems AG erworben und ist damit alleiniger Eigentümer der europäischen Werftengruppe. Ebenfalls im Bereich Marine Systems hat Atlas Elektronik – ein Joint Venture zwischen ThyssenKrupp Technologies (51 %) und EADS (49 %) – die Geschäftsaktivitäten der Underwater Systems (UWS) der QinetiQ Group übernommen.

Der weltweite Schiffbaumarkt verfügt aktuell als Folge der globalen Rezession und der damit einhergehenden Einbrüche im Welthandel über erhebliche Überkapazitäten und befindet sich in einer Phase der Konsolidierung. Eine gravierende Änderung dieser Situation ist insbesondere im Handelsschiffbau auch mittelfristig nicht zu erwarten. Daher wollen ThyssenKrupp Marine Systems und SIAG Schaaf Industrie gemeinsam den Standort Emden der Blohm + Voss Nordseewerke zu einem zukunftsfähigen Hightech-Standort für Offshore-Technologie ausbauen und so nachhaltig Arbeitsplätze sichern. Ein entsprechender Kaufvertrag wurde im Oktober 2009 unterzeichnet. SIAG, ein führender Hersteller von Komponenten für Windkraftanlagen, plant am Standort Emden die Produktion von Komponenten für Offshore-Anlagen. ThyssenKrupp Marine Systems bleibt dort weiterhin präsent und konzentriert sich auf anspruchsvolle Engineering- und Reparatur-Aktivitäten für den Marineschiffbau.

ThyssenKrupp Marine Systems und die Abu Dhabi MAR Group, eine Schiffbaugruppe mit Sitz in Abu Dhabi, haben im Oktober 2009 erklärt, eine enge strategische Partnerschaft eingehen zu wollen. Die beabsichtigte Zusammenarbeit soll die Vermarktungsperspektiven im Überwasser-Marineschiffbau von Blohm + Voss – das sind Fregatten und Korvetten – wesentlich verbessern und zugleich die schiffbauliche Beschäftigung in Deutschland sichern.

Mechanical Components baute seine weltweit starke Marktposition bei gebauten Nockenwellen weiter aus, und zwar durch die Übernahme der ausstehenden Geschäftsanteile von 55 % an der US-amerikanischen Systrand Presta Engineering Systems durch ThyssenKrupp Presta Danville.

Investitionen

Technologies investierte im Berichtsjahr für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 616 Mio € bei Abschreibungen von 361 Mio €. Die Investitionen dienten vor allem dazu, die Betriebsbereitschaft zu erhalten und bereits begonnene Vorhaben fortzuführen. Investiert wurde überwiegend in Deutschland, China, Nord- und Südamerika sowie in Indien.

Plant Technology baute die Low-Cost-Engineering-Strategie weiter aus und errichtete eine Pilotanlage zur Herstellung von Polylactid (PLA). PLA besteht aus nachwachsenden Rohstoffen, die biologisch abbaubar sind, und stellt somit eine Alternative zu PET-Kunststoffen in der Folien- und Verpackungsindustrie dar. Mit der Anlage sichern wir die Prozessfähigkeit für industrielle Großanlagen und treiben die Vermarktung der PLA-Technologie entscheidend voran. Weiterhin haben wir die Fertigungskapazitäten in China ausgebaut und in die Erschließung Chinas als attraktiver Beschaffungsmarkt investiert.

Marine Systems initiierte den Bau eines neuen Service-Centers in Hamburg, um die Reparatur von Schiffen vor Ort während des Liegevorgangs zu ermöglichen. Zukünftig sind der Handel mit Schiffsersatzteilen, der Motorenservice, der Industrieservice und die Hafenreparatur zentral gebündelt.

Wegen der weiterhin positiven Entwicklung im Bereich Windenergie führte Mechanical Components das im Vorjahr aufgelegte Sonderinvestitionsprogramm fort. Zur Absicherung der Wettbewerbsposition wurde die Großlagerfertigung in Deutschland angepasst.

Im Automobilzuliefergeschäft haben wir die Markteinführung einer neuen Generation elektrischer Lenkungen vorbereitet. Nach erfolgreicher Produktentwicklung konnten erste Fertigungskapazitäten installiert werden.

Elevator

Elevator in Zahlen
2007/2008 2008/2009
Auftragseingang Mio € 5.535 5.038
Umsatz Mio € 4.930 5.308
Central/Eastern/Northern Europe Mio € 1.482 1.521
Southern Europe/Africa/Middle East Mio € 827 819
Americas Mio € 1.892 2.122
Asia/Pacific Mio € 495 634
Escalators/Passenger Boarding Bridges Mio € 332 329
Accessibility Mio € 215 227
Corporate/Konsolidierung Mio € – 313 – 344
Ergebnis vor Steuern (EBT) Mio € 434 558
Investitionen Mio € 136 135
Mitarbeiter (30.09.) 42.992 42.698

Kundengerechte Aufzüge, Fahrtreppen, Fahrsteige, Fluggastbrücken sowie Treppen- und Plattformlifte machten ThyssenKrupp Elevator auch 2008/2009 zu einem weltweit führenden Unternehmen für intelligente Personenbeförderung. Basis für unsere dauerhaft starke Weltmarktposition sind Innovationskraft, Servicequalität, Kundennähe und exzellent ausgebildete Mitarbeiter.

Erneut Rekordergebnis

Das Segment hat 2008/2009 die erfolgreiche Geschäftsentwicklung fortgesetzt. Der Auftragseingang konnte in Zeiten der weltweiten Wirtschaftskrise das hohe Niveau des Vorjahres nicht ganz erreichen und ging um 9 % auf 5,0 Mrd € zurück. Umsatz und Ergebnis wurden jedoch deutlich ausgeweitet und erzielten neue Bestmarken.

Der Umsatz nahm dank der hohen Auftragsbestände des Vorjahres bei den Neuanlagen sowie der starken Entwicklung des Service- und Modernisierungsgeschäfts um 8 % auf 5,3 Mrd € zu. Trotz Restrukturierungsaufwendungen von 32 Mio € stieg der Gewinn um 29 % auf das Rekordniveau von 558 Mio €. Dieser Erfolg wurde durch Volumensteigerungen und operative Verbesserungen, insbesondere bei den US-amerikanischen Aktivitäten, getrieben.

Das Segment beschäftigte zum Ende des Geschäftsjahres insgesamt 42.698 Mitarbeiter, 1 % weniger als im Vorjahr. Die Entwicklung variierte dabei in den einzelnen Business Units, je nach der Auftragslage und wirtschaftlicher Gesamtsituation in den jeweiligen Märkten. In Wachstumsregionen wie China und Mittlerer Osten wurden dank der erfolgreichen Expansionsstrategie neue Mitarbeiter eingestellt. In vielen weiteren Regionen blieb die Belegschaft stabil, während in den USA, Großbritannien und Spanien im Zuge der Wirtschaftskrise die Personalzahlen zurückgingen.

Central/Eastern/Northern Europe

Die Business Unit erreichte infolge des rückläufigen Neuanlagengeschäfts nicht den Auftragseingang des Vorjahres. Besonders spürbare Rückgänge verzeichneten die britischen und russischen Aktivitäten. Auch in Frankreich ließ sich das hohe Auftragseingangsniveau des Vorjahres nicht halten. Der Umsatz der Business Unit konnte jedoch dank des guten Auftragseingangs im Vorjahr leicht auf 1,5 Mrd € ausgebaut werden. Nennenswerte Zuwächse erzielten dabei insbesondere die Aktivitäten in Frankreich, Russland, Deutschland und den Niederlanden. In Großbritannien dagegen ging der Umsatz deutlich zurück.

Im Zuge des gestiegenen Umsatzes nahm auch der Gewinn der Business Unit leicht zu. Höhere Ergebnisse erwirtschafteten vor allem die deutschen und niederländischen Aktivitäten; das Ergebnis der britischen Aktivitäten war dagegen rückläufig.

Southern Europe/Africa/Middle East

Bei Southern Europe/Africa/Middle East ging der Auftragseingang leicht zurück. Der Umsatz erreichte jedoch mit 819 Mio € nahezu den Vorjahreswert. Dabei konnten die spanischen Aktivitäten den starken Rückgang im Neuanlagengeschäft durch ihr wachsendes Service- und Modernisierungsgeschäft nicht vollständig ausgleichen. Die meisten anderen Regionen weiteten ihren Auftragseingang und Umsatz aus – insbesondere die Golfstaaten, Ägypten und Portugal.

Der Gewinn der Business Unit erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr leicht. Vor allem die spanischen Aktivitäten setzten durch ein starkes Service- und Modernisierungsgeschäft ihre gute Ergebnisentwicklung fort.

Americas

Trotz positiver Wechselkurseffekte konnte die Business Unit Americas das hohe Auftragseingangsniveau des Vorjahres nicht halten. Ursache hierfür war der starke Rückgang des Neuanlagenmarktes in Nordamerika. Der Umsatz profitierte hingegen von der erfreulichen Entwicklung des Auftragseingangs im Vorjahr und lag mit 2,1 Mrd € deutlich über dem Vorjahreswert. Hierzu trugen sowohl das Neuanlagen- als auch das Servicegeschäft insbesondere in Nordamerika bei. Auch in Südamerika, vor allem in Brasilien, entwickelte sich das Geschäft sehr erfreulich.

Der Gewinn der Business Unit lag erheblich über dem Vorjahreswert. Dies war wesentlich den weiteren Volumen- und Effizienzsteigerungen in Nordamerika und Brasilien sowie leicht positiven Effekten aus der Entwicklung des US-Dollars zu verdanken.

Asia/Pacific

In der Business Unit Asia/Pacific übertrafen die Auftragseingänge den Vorjahreswert. Der Umsatz stieg auf 634 Mio €. Diese Aufwärtsentwicklung wurde insbesondere von den chinesischen und koreanischen Aktivitäten getragen. In Australien führte ein signifikant rückläufiger Neuanlagenmarkt zu einer Abnahme des Auftragseingangs; der Umsatz profitierte hingegen noch vom hohen Auftragsbestand des Vorjahres.

Nach einem Verlust im Vorjahr erzielte die Business Unit im Berichtsjahr einen Gewinn. Dazu trugen vorwiegend die koreanischen Aktivitäten bei; dort brachten die durchgeführten Restrukturierungsmaßnahmen erste Erfolge. Auch die übrigen Regionen verbesserten oder hielten das Ergebnisniveau.

Escalators/Passenger Boarding Bridges

Bei Escalators/Passenger Boarding Bridges ging der Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahr leicht zurück. Der Umsatz lag mit 329 Mio € auf Vorjahreshöhe. Insbesondere das deutsche Fahrtreppenwerk zeigte Schwächen.

Trotz einer spürbaren Ergebnisverbesserung bei Fluggastbrücken musste die Business Unit wiederum einen Verlust hinnehmen. Ursache hierfür waren Restrukturierungen bei dem deutschen Fahrtreppenwerk, die auf Grund des deutlich geringeren Geschäftsvolumens nötig wurden. Operativ haben die Fahrtreppenaktivitäten hingegen insgesamt das Ergebnisniveau des Vorjahres verbessert. Das rückläufige Ergebnis der deutschen Aktivitäten wurde durch erhebliche Ergebnissteigerungen der spanischen und chinesischen Werke ausgeglichen.

Accessibility

Die Business Unit Accessibility blieb weiterhin auf Wachstumskurs und steigerte – getragen durch die europäischen Aktivitäten – sowohl Auftragseingang als auch Umsatz. Bei den US-Aktivitäten wirkte sich hingegen der merkliche Rückgang im Markt für Einfamilienhäuser weiterhin negativ auf das Geschäftsvolumen aus.

Infolge des schwachen US-Geschäfts ging der Gewinn der Business Unit im Vergleich zum Vorjahr zurück. Positiv wirkte das gesteigerte Ergebnis der Aktivitäten in Europa.

Wesentliche Ereignisse

Elevator hat 2008/2009 die internationale Präsenz im Vertriebs- und Dienstleistungsgeschäft weiter ausgebaut und dazu einige Gesellschaften erworben. So konnten wir zwei Servicegesellschaften in Italien übernehmen, um unsere starke Marktposition weiter zu festigen.

Investitionen

Die Investitionen des Segments für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte beliefen sich im Berichtsjahr auf 116 Mio € bei Abschreibungen von 66 Mio €.

Der Schwerpunkt der Sachinvestitionen lag auf Ersatzinvestitionen. Darüber hinaus investierte Elevator im US-amerikanischen Werk in Middleton, Tennessee, in die Weiterentwicklung der Automatisierungstechnik. Im Rahmen von Finanzinvestitionen erwarb das Segment kleinere Wartungsunternehmen; den Schwerpunkt bildete die weitere Erschließung des italienischen Marktes.

Services

Services in Zahlen
2007/2008 2008/2009
Auftragseingang Mio € 17.453 11.166
Umsatz Mio € 17.336 11.896
Materials Services International Mio € 8.539 5.511
Materials Services North America Mio € 1.746 1.100
Industrial Services Mio € 1.671 1.544
Special Products Mio € 5.430 3.804
Auslaufbereich/Konsolidierung Mio € – 50 – 63
Ergebnis vor Steuern (EBT) Mio € 750 – 271
Investitionen Mio € 369 210
Mitarbeiter (30.09.) 46.486 43.235

Services steht mit etwa 800 Standorten in 50 Ländern für den weltweiten Handel mit Werk- und Rohstoffen sowie Dienstleistungen. Das Produktprogramm umfasst Stahl und Edelstahl, Rohre, NE-Metalle, Kunststoffe sowie Legierungsmetalle, Mineralien, Kohle und Koks. Das Dienstleistungsangebot reicht von der Anarbeitung über Lagerhaltung/Logistik und Supply-Chain-Management bis hin zu infrastrukturellen Lösungen in der Gleis- und Bautechnik sowie Anlagen- und Stahlwerksdienstleistungen.

Erhebliche Ergebniseinbußen im Roh- und Werkstoffgeschäft

Services erzielte 2008/2009 einen Umsatz von 11,9 Mrd €, 31 % weniger als im Vorjahr. Der Berichtszeitraum war gegenüber dem Rekordjahr 2007/2008 von einer stark rückläufigen Mengen- und Erlösentwicklung gekennzeichnet. Erst gegen Ende des Geschäftsjahres zeichnete sich eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau ab.

Die erheblichen Ergebniseinbußen im Roh- und Werkstoffgeschäft konnten durch die Gewinne der anderen Bereiche bei Weitem nicht ausgeglichen werden, so dass das Segment mit einem Verlust von 271 Mio € das bisher schwächste Ergebnis verzeichnete. Insgesamt mussten zum 30. September 2009 Wertberichtigungen auf das Vorratsvermögen von 40 Mio € vorgenommen werden. Über die zu Beginn des Geschäftsjahres eingeleiteten Kostensenkungsmaßnahmen hinaus wurden weitere Anpassungsmaßnahmen initiiert; hieraus resultierten Restrukturierungsaufwendungen von 95 Mio €.

Das Segment beschäftigte am Geschäftsjahresende 43.235 Mitarbeiter, 3.251 weniger als ein Jahr zuvor. Beschäftigungsbedingt mussten vor allem bei automobilnahen Dienstleistungen in Deutschland sowie bei den Werkstoffdienstleistungen im Ausland Arbeitsplätze abgebaut werden. Andererseits sind insbesondere durch die gute Auftragslage bei den Dienstleistungen in Brasilien, Nordamerika und Ägypten neue Mitarbeiter zu Services gekommen.

Materials Services International

Die schlechten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen belasteten die Geschäftsaktivitäten der Business Unit in nahezu allen Produktbereichen. Dies galt gleichermaßen für Deutschland, West- und Osteuropa, Südamerika und Asien. So verzeichnete Materials Services International beim Absatz einen empfindlichen Rückgang. Der Umsatz sank auf 5,5 Mrd €. Bei vielen Kunden führte die wirtschaftliche Unsicherheit zu immer kürzeren Bestellzyklen und kleineren Losgrößen. Die äußerst schwache Nachfrage wurde im Laufe des Berichtsjahres zudem von einem massiven Preisverfall begleitet, der sich erst zum Jahresende auf niedrigem Niveau stabilisierte. Dies betraf Walzstahl, Edelstahl, aber auch NE-Metalle und Rohre. Schwach entwickelte sich auch das Kunststoffgeschäft, da die Bestellungen aus der Industrie und dem Bausektor spürbar zurückgingen.

Insbesondere durch den massiven Preisverfall hat die Business Unit 2008/2009 einen erheblichen Verlust im Lagergeschäft erlitten. Zudem waren massive Abwertungen der Vorräte zu verkraften.

Materials Services North America

Die Rezession in den USA und der damit verbundene Nachfrage- und Preisrückgang bei Qualitäts- und Edelstahl sowie NE-Metallen haben sich im Berichtszeitraum weiter verschärft. Entsprechend fiel der Umsatzrückgang auf 1,1 Mrd € bei Materials Services North America hoch.

Insgesamt verzeichneten alle Kundenmärkte einen verstärkten Wettbewerbs- und Margendruck. Die Ergebnissituation hat sich zusehends verschlechtert, und die Business Unit schloss das Geschäftsjahr mit einem Verlust ab.

Industrial Services

Industrial Services hat im Berichtsjahr mit einem Umsatz von 1,5 Mrd € das Vorjahresniveau nicht ganz erreichen können. Wenn auch mit zeitlicher Verzögerung hinterließ die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise ihre Spuren. Während sich die Gerüstdienstleistungen in Nordamerika sehr gut entwickelten, ging das Geschäft insbesondere mit der Automobilindustrie stark zurück. Verhalten zeigte sich im Verlauf des Geschäftsjahres das Dienstleistungsgeschäft mit der Energiewirtschaft und der Petrochemie.

Auf Grund der unverändert schwachen Dienstleistungsaktivitäten für den Automobilbau und der damit verbundenen Restrukturierungsmaßnahmen hat Industrial Services den Vorjahresgewinn nicht wieder erreicht, schloss aber noch erfreulich positiv ab.

Special Products

Auch in der traditionell sehr erfolgreichen Business Unit Special Products machten sich 2008/2009 die Auswirkungen der globalen Krise bemerkbar. Auf Grund der stark rückläufigen Nachfrage und fallender Rohstoffpreise verminderte sich der Umsatz auf 3,8 Mrd €. Erst in der zweiten Geschäftsjahreshälfte zogen die Preise für Legierungsmetalle auf niedrigem Niveau etwas an. Beim Koks wurden die Geschäfte wegen der hohen Exportzölle zu einem großen Teil nur innerhalb Chinas getätigt. Der Auftragseingang im Walzstahl- und Rohrbereich sowie im technischen Handel ging in den letzten Monaten des Berichtsjahres deutlich zurück; die Aktivitäten konnten sich aber im Vergleich zum exzellenten Vorjahr insgesamt gut behaupten. Trotz einer Abschwächung zum Jahresende zeigte sich die Bau- und Gleistechnik stabil. Die der Business Unit mit Beginn des Berichtsjahres zugeordneten Bereiche Stahlwerksdienstleistungen und technische Dienstleistungen entwickelten sich insbesondere in Brasilien erfreulich.

Die Business Unit verfehlte zwar den sehr guten Gewinn des Vorjahres, erwirtschaftete jedoch den größten Gewinnbeitrag im Segment.

Wesentliche Ereignisse

Anfang Oktober 2009 hat das Segment den Verkauf der ThyssenKrupp Industrieservice GmbH an WISAG, einen der führenden deutschen Dienstleistungskonzerne, eingeleitet. Außerdem begann der Verkaufsprozess für den nordamerikanischen Gerüstspezialisten Safway.

Investitionen

Die Investitionen für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte betrugen 205 Mio € bei Abschreibungen von 157 Mio €.

Die Sachinvestitionen der Business Unit Materials Services International dienten vor allem dem Ausbau der Werkstoffdienstleistungen. An verschiedenen Standorten in Mittel- und Osteuropa sowie in Frankreich und Deutschland wurden die Lager- und Anarbeitungskapazitäten modernisiert und erweitert. Materials Services North America investierte in den weiteren Ausbau der Service-Center für Aluminium und Edelstahl. Bei Industrial Services waren mehrere kleine Investitionen zur Sicherung langfristiger Aufträge notwendig. Der Investitionsschwerpunkt von Special Products lag im Aufbau hüttenspezifischer Dienstleistungen für das im Bau befindliche Stahlwerk in Brasilien; das angebotene Dienstleistungspaket umfasst die klassischen hüttenspezifischen Dienstleistungen, die Brammenadjustage und den Brammentransport als Komplettlösung.

Bereich Corporate der ThyssenKrupp AG

Corporate umfasst die Konzernverwaltung einschließlich konzerninterner Dienstleistungen sowie inaktive Gesellschaften, die sich nicht einzelnen Segmenten zuordnen lassen. Hinzu kommen die nicht betriebsnotwendigen Immobilien, die zentral im Bereich Corporate geführt und verwertet werden. Der Umsatz erreichte 127 Mio € nach 124 Mio € im Vorjahr.

Das Ergebnis betrug -344 Mio €; gegenüber dem Vorjahr war dies eine Verbesserung um 73 Mio €. Diese Entwicklung resultierte im Wesentlichen aus der Reduzierung der Verwaltungskosten sowie aus positiven Effekten bei der Marktbewertung zur Absicherung eingesetzter Zins-/Währungsderivate. Das Zinsergebnis verschlechterte sich im Wesentlichen auf Grund von Maßnahmen zur Liquiditätssicherung des Konzerns.