- Unternehmensinformation
- Grundlagen der Berichterstattung
- Neu herausgegebene Rechnungslegungsvorschriften
- Management Incentivepläne
- Bürgschaften und Garantien
- "Special Purpose Entities"
- Sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risiken
- Schwebende Rechtsstreitigkeiten und Schadenersatzansprüche
- Ermittlung der für die Kalkulation des Ergebnisses je Aktie relevanten Aktienanzahl
- Nicht zahlungswirksame Investitionstätigkeiten
- Nicht zahlungswirksame Finanzierungstätigkeiten
Anhang zum Konzern-Zwischenabschluss
Unternehmensinformation
Die ThyssenKrupp Aktiengesellschaft ("ThyssenKrupp AG" oder "Gesellschaft") ist eine börsennotierte Kapitalgesellschaft mit Sitz in Deutschland. Der vorliegende Konzernabschluss zur Zwischenberichterstattung der ThyssenKrupp AG und ihrer Tochtergesellschaften ("Konzern") für das 1. Quartal des Geschäftsjahres 2007/2008 wurde mit Beschluss des Vorstands vom 07. Februar 2008 zur Veröffentlichung freigegeben.
Grundlagen der Berichterstattung
Der vorliegende zusammengefasste Konzernabschluss zum Zwischenbericht wurde im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) und den diesbezüglichen Interpretationen des International Accounting Standards Board (IASB) für die Zwischenberichterstattung erstellt, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Demzufolge enthält dieser Abschluss zum Zwischenbericht nicht sämtliche Informationen und Anhangangaben, die gemäß IFRS für einen Konzernabschluss zum Ende des Geschäftsjahres erforderlich sind.
Der vorliegende zusammengefasste Konzernabschluss zum Zwischenbericht wurde einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Der Abschluss enthält nach Ansicht des Vorstands alle erforderlichen Anpassungen, die für eine den tatsächlichen Verhältnissen entsprechende Darstellung der Ertragslage zum Zwischenergebnis erforderlich sind. Die Ergebnisse der zum 31. Dezember 2007 endenden Berichtsperiode lassen nicht notwendigerweise Rückschlüsse auf die Entwicklung zukünftiger Ergebnisse zu.
Im Rahmen der Erstellung eines Konzernabschlusses zur Zwischenberichterstattung in Übereinstimmung mit IAS 34 "Interim Financial Reporting" muss der Vorstand Beurteilungen und Schätzungen vornehmen sowie Annahmen treffen, die die Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen im Konzern und den Ausweis der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie der Erträge und Aufwendungen beeinflussen. Die tatsächlichen Beträge können von diesen Schätzungen abweichen.
Die im Konzernabschluss zur Zwischenberichterstattung angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen denen des letzten Konzernabschlusses zum Ende des Geschäftsjahres. Eine detaillierte Beschreibung der Grundsätze der Rechnungslegung ist im Anhang zum Konzernabschluss unseres Geschäftsberichts 2006/2007 veröffentlicht. Im 1. Quartal 2007/2008 wendet der Konzern vorzeitig die Regelungen von IFRS 8 "Operating Segments" zur Segmentberichterstattung an; die Erstanwendung hat keinen Einfluss auf die bisherige Abgrenzung der Segmente.
Neu herausgegebene Rechnungslegungsvorschriften
Im Geschäftsjahr 2007/2008 hat das IASB die nachfolgend dargestellten Standards herausgegeben, deren Anwendung noch die Übernahme in EU-Recht ("Endorsement") erfordert:
Im Januar 2008 hat das IASB die überarbeiteten Fassungen des IFRS 3 "Business Combinations" und IAS 27 "Consolidated and Separate Financial Statements" veröffentlicht. Wichtigster Änderungspunkt ist die Bilanzierung von Erwerben von weniger als 100 % der Anteile eines Unternehmens. Es wird das Wahlrecht eingeführt, den Goodwill aus einem Erwerb nach der "Full Goodwill Method" voll aufzudecken, d.h. auch in Höhe des Anteils, der den Minderheiten zuzurechnen ist. Darüber hinaus sind Erwerbe bzw. teilweise Veräußerungen von Anteilen ohne Kontrollverlust als Transaktion zwischen Anteilseignern erfolgsneutral abzubilden. Außerdem sind die Anschaffungsnebenkosten des Erwerbs in voller Höhe als Aufwand zu erfassen. Die geänderten Standards sind verpflichtend anzuwenden auf Unternehmenszusammenschlüsse in Geschäftsjahren, die am oder nach dem 01. Juli 2009 beginnen; eine frühere gemeinsame Anwendung ist zulässig für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 30. Juni 2007 beginnen. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Anwendung der überarbeiteten Fassungen einen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse haben wird.
Ebenfalls im Januar 2008 hat das IASB eine Änderung von IFRS 2 "Share-based Payment" veröffentlicht. Durch die Änderung wird klargestellt, dass Ausübungsbedingungen nur Dienstzeitbedingungen (service conditions) und Leistungsbedingungen (performance conditions) sind. Außerdem wird präzisiert, dass die Bilanzierungsregeln zur vorzeitigen Planbeendigung unabhängig davon gelten, ob der Plan vom Unternehmen selbst oder einer anderen Partei beendet wird. Der geänderte Standard ist verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2009 beginnen; eine frühere Anwendung ist zulässig. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Anwendung der überarbeiteten Fassungen einen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse haben wird.
01 Emissionshandelsgesetz
Seit dem 01. Januar 2005 unterliegt ThyssenKrupp dem europaweit geltenden Emissionshandelsgesetz. Der Konzern hat von der Emissionshandelsstelle (DEHSt ) Zuteilungsbescheide für insgesamt 56,0 Mio Tonnen CO2-Emissionen für den Zeitraum 2005-2007 erhalten. Die Bescheide entfallen im Wesentlichen auf das Segment Steel. Die erworbenen Rechte werden unter den immateriellen Vermögenswerten erfasst und zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Übersteigen die tatsächlichen CO2-Emissionen den Bestand an Rechten pro Jahr, wird aufwandswirksam eine Rückstellung für den Nachkauf der Rechte gebildet.
02 Erwerbe und Veräusserungen
Im 1. Quartal 2007/2008 tätigte der Konzern Akquisitionen, die jede für sich genommen nicht wesentlich waren und die sich in Summe auf Basis der Werte zum jeweiligen Erwerbszeitpunkt wie folgt auf den Konzernabschluss auswirkten:
| 1. Quartal 2007/2008 | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Buchwerte zum Erwerbs- zeitpunkt |
Anpassungen | Zeitwerte zum Erwerbs- zeitpunkt |
||||
| Immaterielle Vermögenswerte | 1 | 0 | 1 | |||
| Firmenwert | 0 | 25 | 25 | |||
| Sachanlagen | 16 | 8 | 24 | |||
| Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen | 0 | – 7 | – 7 | |||
| Aktive latente Steuern | 2 | 0 | 2 | |||
| Vorräte | 32 | 0 | 32 | |||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 33 | 0 | 33 | |||
| Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte | 1 | 0 | 1 | |||
| Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte | 2 | 0 | 2 | |||
| Laufende Ertragsteueransprüche | 1 | 0 | 1 | |||
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 42 | 0 | 42 | |||
| Insgesamt erworbene Vermögenswerte | 130 | 26 | 156 | |||
| Passive latente Steuern | 0 | 1 | 1 | |||
| Verzinsliche langfristige Finanzverbindlichkeiten | 4 | 3 | 7 | |||
| Sonstige kurzfristige Rückstellungen | 6 | 0 | 6 | |||
| Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten | 0 | 0 | 0 | |||
| Verzinsliche kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | 24 | 1 | 25 | |||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 21 | 0 | 21 | |||
| Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten | 27 | 0 | 27 | |||
| Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 18 | 0 | 18 | |||
| Insgesamt übernommene Verbindlichkeiten | 100 | 5 | 105 | |||
| Erworbenes Reinvermögen | 30 | 21 | 51 | |||
| Anteile anderer Gesellschafter | 2 | 0 | 2 | |||
| Kaufpreise (einschl. Anschaffungsnebenkosten) | 49 | |||||
| davon: durch Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beglichen | 26 | |||||
Darüber hinaus erfolgten im Rahmen der Portfoliobereinigung im 1. Quartal 2007/2008 Verkäufe, die jeder für sich genommen nicht wesentlich waren und die sich in Summe auf Basis der Werte zum jeweiligen Veräußerungszeitpunkt wie folgt auf den Konzernabschluss auswirkten:
| 1. Quartal 2007/2008 |
||
|---|---|---|
| Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | 4 | |
| Aktive latente Steuern | 1 | |
| Vorräte | 3 | |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 3 | |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte | 2 | |
| Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte | 1 | |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 7 | |
| Insgesamt abgegebene Vermögenswerte | 21 | |
| Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen | 4 | |
| Verzinsliche kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | 7 | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 1 | |
| Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 2 | |
| Insgesamt abgegebene Verbindlichkeiten | 14 | |
| Abgehendes Reinvermögen | 7 | |
| Anteile anderer Gesellschafter | 0 | |
| Gewinn/(Verlust) aus den Verkäufen | – 4 | |
| Verkaufspreise | 3 | |
| davon: durch Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beglichen | 3 |
03 Disposal Groups
Im Rahmen des Programms zur Portfoliooptimierung ist im Dezember 2007 im Segment Technologies der Verkauf der ThyssenKrupp Präzisionsschmiede eingeleitet worden, die geschmiedete Automobilteile für den Pkw- und Lkw-Bereich entwickelt und produziert. Diese Transaktion erfüllt nicht die Voraussetzungen von IFRS 5 für den Ausweis einer nicht fortgeführten Aktivität. Damit werden die Aufwendungen und Erträge bis zum Zeitpunkt der Veräußerung weiterhin im Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen.
Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der Disposal Group zum 31. Dezember 2007 sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:
| Präzisionsschmiede 31.12.2007 |
||
|---|---|---|
| Immaterielle Vermögenswerte | 2 | |
| Sachanlagen | 59 | |
| Aktive latente Steuern | 1 | |
| Vorräte | 45 | |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 35 | |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 2 | |
| Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte | 2 | |
| Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte | 146 | |
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 26 | |
| Sonstige langfristige Rückstellungen | 3 | |
| Passive latente Steuern | 2 | |
| Sonstige kurzfristige Rückstellungen | 10 | |
| Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten | 1 | |
| Verzinsliche kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | 36 | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 17 | |
| Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 14 | |
| Schulden in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten | 109 |
Die Anhangangaben zum Konzern-Zwischenabschluss sind einschließlich der vorgenannten "Zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerte" bzw. "Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten" dargestellt.
Ende November 2007 sind die Anteile von ThyssenKrupp an der RAG Aktiengesellschaft auf die RAG-Stiftung übertragen worden.
04 Aufwand aus aktienbasierter Vergütung
Management Incentivepläne
Das Ergebnis des 1. Quartals 2007/2008 enthält Erträge in Höhe von 1,8 (1. Quartal 2006/2007: Aufwendungen von 24,1) Mio € aus dem Mid Term Incentiveplan.
Aus dem Programm zum rabattierten Aktienkauf resultieren im 1. Quartal 2007/2008 Aufwendungen von 4,0 (1. Quartal 2006/2007: 4,9) Mio €.
05 Aufwendungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Die Netto-Pensionsaufwendungen für Leistungszusagen setzen sich wie folgt zusammen:
| 1. Quartal 2006/2007 | 1. Quartal 2007/2008 | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Deutschland | Übrige Länder | Deutschland | Übrige Länder | |||||
| Dienstzeitaufwand: Barwert der im Geschäftsjahr hinzuverdienten Versorgungsansprüche | 9 | 12 | 8 | 8 | ||||
| Zinsaufwand: Aufzinsung der bereits erworbenen Ansprüche | 66 | 32 | 73 | 32 | ||||
| Erwarteter Kapitalertrag des Planvermögens | – 2 | – 35 | – 3 | – 35 | ||||
| Aufwand/(Ertrag) aus Planabgeltungen und Plankürzungen | 0 | – 12 | 0 | 0 | ||||
| Netto-Pensionsaufwendungen für Leistungszusagen | 73 | – 3 | 78 | 5 | ||||
Die Netto-Aufwendungen für Zuschussverpflichtungen für die Gesundheitsfürsorgeleistungen für Pensionäre setzen sich wie folgt zusammen:
| 1. Quartal 2006/2007 USA/Kanada |
1. Quartal 2007/2008 USA/Kanada |
|||
|---|---|---|---|---|
| Dienstzeitaufwand: Barwert der im Geschäftsjahr hinzuverdienten Versorgungsansprüche | 4 | 3 | ||
| Zinsaufwand: Aufzinsung der erwarteten Zuschussverpflichtungen | 15 | 14 | ||
| Erwarteter Ertrag aus Erstattungsansprüchen (reimbursement rights) | – 2 | – 1 | ||
| Aufwand/(Ertrag) aus Planabgeltungen und Plankürzungen | – 39 | 0 | ||
| Netto-Aufwendungen der Zuschussverpflichtungen für Gesundheitsfürsorgeleistungen für Pensionäre | – 22 | 16 |
06 Eigenkapital
Das Eigenkapital und die Anzahl der sich im Umlauf befindlichen Aktien veränderten sich wie folgt:
07 Sonstige Verpflichtungen einschliesslich schwebender Rechtstreitigkeiten und Schadenersatzansprüche
Bürgschaften und Garantien
Die ThyssenKrupp AG, deren Segmentführungsgesellschaften sowie in Einzelfällen auch deren Tochtergesellschaften haben Bürgschaften oder Garantien zu Gunsten von Geschäftspartnern oder Kreditgebern ausgestellt. Die in der nachfolgenden Tabelle dargestellten Verpflichtungen zeigen Haftungsverhältnisse, bei denen der Hauptschuldner kein konsolidiertes Unternehmen ist:
| Maximales Haftungs- volumen 31.12.2007 |
Rückstellung 31.12.2007 |
|||
|---|---|---|---|---|
| Anzahlungsgarantien | 93 | 0 | ||
| Gewährleistungs- und Vertragserfüllungsgarantien | 72 | 1 | ||
| Kreditaufträge | 37 | 0 | ||
| Restwertgarantien | 45 | 1 | ||
| Sonstige Haftungserklärungen | 167 | 2 | ||
| Insgesamt | 414 | 4 |
Die Laufzeiten variieren je nach Art der Garantie von 3 Monaten bis zu 10 Jahren (z.B. bei Miet- und Pachtgarantien).
Grundlage für eine mögliche Inanspruchnahme durch den Begünstigten ist die nicht vertragskonforme Erfüllung von vertraglich eingegangenen Verpflichtungen durch die Gesellschaften, wie z.B. nicht rechtzeitige oder nicht ordnungsgemäße Lieferung, Nichteinhaltung von zugesicherten Leistungsparametern oder nicht ordnungsgemäße Rückzahlung von Krediten.
Alle durch die ThyssenKrupp AG oder die Segmentführungsgesellschaften ausgestellten oder in Auftrag gegebenen Bürgschaften oder Garantien erfolgen im Auftrag und unter Rückhaftung des jeweiligen aus dem zu Grunde liegenden Vertragsverhältnis entsprechend verpflichteten Unternehmens (Hauptschuldner). Besteht die Rückhaftung gegen einen Hauptschuldner, an dem ganz oder teilweise ein konzernfremder Dritter beteiligt ist, so wird mit diesem grundsätzlich die Stellung zusätzlicher Sicherheiten in entsprechender Höhe vereinbart.
"Special Purpose Entities"
ThyssenKrupp hat eine Anlage zur Produktion von Koks gemietet. Die Anwendung der Interpretation SIC 12 "Consolidation – Special Purpose Entities" auf die Betreibergesellschaft dieser Anlage hat ergeben, dass diese eine "Special Purpose Entity" im Sinne der Interpretation ist, für die eine Konsolidierungspflicht besteht. Die Vollkonsolidierung dieser Gesellschaft hat jedoch nur geringe Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Hingegen führte die Überprüfung der Eigentümergesellschaft, die ebenfalls eine "Special Purpose Entity" im Sinne der Interpretation ist, zu dem Ergebnis, dass der Konzern diese Gesellschaft nicht beherrscht. Die Gesellschaft ist somit nicht in den Konsolidierungskreis des Konzerns einzubeziehen. Die Verpflichtungen des Konzerns im Rahmen des Miet- und Abnahmevertrages werden im Konzernabschluss weiterhin als künftige Mindestmietzahlungen aus "operating lease" unter den sonstigen finanziellen Verpflichtungen berücksichtigt und werden im aktuellen Geschäftsjahr ca. 62 Mio € betragen. Das maximale Verlustrisiko des Konzerns aus dieser Anlage beläuft sich auf ca. 45 Mio € und resultiert aus der im Wesentlichen durch Dritte übernommenen Restwertgarantie für die Anlage zum Ende des Miet- bzw. Abnahmevertrages.
Sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risiken
Mit Entscheidung vom 20. November 2007 hat die EU-Kommission ein Gesetz der Republik Italien aus dem Jahr 2005, das neben anderen Unternehmen auch der ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni S.p.A. beim Strombezug bestimmte Vergünstigungen gewährt, als unzulässige Staatsbeihilfen eingestuft. Die EU-Kommission hat Italien aufgefordert, auf Grund dieser gesetzlichen Regelung gezahlte Beihilfen von den betroffenen Unternehmen zurückzufordern. Italien hat gegen die Entscheidung der Kommission am 31. Januar 2008 Klage eingereicht. Am 06. Februar 2008 hat die ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni ebenfalls Klage gegen diese Entscheidung eingereicht. Ob und in welcher Höhe möglicherweise Rückforderungsansprüche durch den italienischen Staat gestellt werden bzw. bisher von ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni geltend gemachte Ansprüche von Italien beglichen werden, kann zurzeit nicht abschließend beurteilt werden. Sollte der Ausgang des Rechtsstreits eine ungünstige Entwicklung nehmen, kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich daraus ein wesentlicher Einfluss auf den Konzernabschluss von ThyssenKrupp ergibt.
Im Vergleich zum 30. September 2007 erhöhte sich in den Segmenten Steel und Stainless das Bestellobligo für Investitionsvorhaben um 1,0 Mrd €. Darüber hinaus wurden im Segment Steel weitere langfristige Kalklieferverträge abgeschlossen, aus denen Abnahmeverpflichtungen von 209 Mio € resultieren.
Schwebende Rechtsstreitigkeiten und Schadenersatzansprüche
ThyssenKrupp ist im Zusammenhang mit der Veräußerung von Unternehmen in gerichtliche und außergerichtliche Auseinandersetzungen verwickelt, die zu Rückerstattungen von Teilen des Kaufpreises oder zur Gewährung von Schadenersatz führen können. Aus Anlagenbau-, Liefer- und Leistungsverträgen werden von Kunden und Subunternehmern Ansprüche erhoben. Bei einigen Rechtsstreitigkeiten haben sich die Ansprüche im Verlauf des Geschäftsjahres als unbegründet erwiesen oder sind verjährt. Eine Reihe von gerichtlichen und behördlichen Verfahren ist noch anhängig.
Darüber hinaus sind bei den sonstigen Verpflichtungen einschließlich schwebender Rechtsstreitigkeiten keine wesentlichen Veränderungen seit dem vorangegangenen Geschäftsjahresende eingetreten.
08 Derivative Finanzinstrumente
Die Nominal- und Buchwerte der derivativen Finanzinstrumente des Konzerns stellen sich wie folgt dar:
| Nominalwert 30.09.2007 |
Buchwert 30.09.2007 |
Nominalwert 31.12.2007 |
Buchwert 31.12.2007 | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Derivative Finanzinstrumente | |||||||||
| Aktiva | |||||||||
| Währungsderivate inklusive eingebettete Derivate | 3.950 | 182 | 3.904 | 203 | |||||
| Zinsderivate* | 757 | 4 | 782 | 3 | |||||
| Warenderivate | 854 | 68 | 765 | 93 | |||||
| Insgesamt | 5.561 | 254 | 5.451 | 299 | |||||
| Passiva | |||||||||
| Währungsderivate inklusive eingebettete Derivate | 5.181 | 241 | 5.024 | 292 | |||||
| Zinsderivate* | 208 | 6 | 185 | 6 | |||||
| Warenderivate | 827 | 86 | 838 | 96 | |||||
| Insgesamt | 6.216 | 333 | 6.047 | 394 |
09 Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen (Related Parties)
Im 1. Quartal 2007/2008 realisierte eine Konzerngesellschaft aus der in 2006/2007 erfolgten Beauftragung zur Modernisierung von Aufzügen im Wert von 2 Mio € durch eine zur Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung gehörende Einrichtung einen Umsatz in Höhe von 0,5 Mio €.
Die ESG Legierungen GmbH ist auf Grund der Tatsache, dass ein naher Familienangehöriger eines Vorstandsmitglieds als Geschäftsführer tätig ist, als nahe stehendes Unternehmen des Konzerns einzustufen. Im 1. Quartal 2007/2008 hat der Konzern mit der ESG Legierungen GmbH einen Umsatz in Höhe von 0,5 Mio € aus dem Verkauf von Feinzink realisiert. Im selben Zeitraum wurden vom Konzern Zinklegierungen in Höhe von 0,1 Mio € von der ESG Legierungen GmbH bezogen. Die Transaktionen erfolgten zu marktüblichen Konditionen. Zum 31. Dezember 2007 bestanden keine offenen Positionen.
10 Segmentberichterstattung
Segmentinformationen für das 1. Quartal 2006/2007 und das 1. Quartal 2007/2008:
| Steel | Stainless | Technologies | Elevator | Services | Corporate | Konsoli- dierung |
Konzern | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. Quartal 2006/2007 | ||||||||||||||||
| Außenumsätze | 2.757 | 1.764 | 2.775 | 1.082 | 3.765 | 189 | 0 | 12.332 | ||||||||
| konzerninterne Umsätze | 361 | 207 | 17 | 1 | 207 | 5 | – 798 | 0 | ||||||||
| Umsatzerlöse gesamt | 3.118 | 1.971 | 2.792 | 1.083 | 3.972 | 194 | – 798 | 12.332 | ||||||||
| Ergebnis vor Steuern | 399 | 325 | 148 | 97 | 192 | – 93 | – 6 | 1.062 | ||||||||
| 1. Quartal 2007/2008 | ||||||||||||||||
| Außenumsätze | 2.872 | 1.649 | 2.804 | 1.183 | 3.733 | 29 | 0 | 12.270 | ||||||||
| konzerninterne Umsätze | 342 | 189 | 18 | 1 | 134 | 5 | – 689 | 0 | ||||||||
| Umsatzerlöse gesamt | 3.214 | 1.838 | 2.822 | 1.184 | 3.867 | 34 | – 689 | 12.270 | ||||||||
| Ergebnis vor Steuern | 353 | – 45 | 179 | 119 | 132 | – 84 | – 8 | 646 |
11 Ergebnis je Aktie
Das Ergebnis je Aktie ("basic earnings per share") berechnet sich wie folgt:
| 1. Quartal 2006/2007 | 1. Quartal 2007/2008 | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Gesamtbetrag in Mio € |
Ergebnis je Aktie in € |
Gesamtbetrag in Mio € |
Ergebnis je Aktie in € |
|||||
| Zähler: | ||||||||
| Periodenüberschuss (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG) | 641 | 1,31 | 414 | 0,85 | ||||
| Nenner: | ||||||||
| Gewichteter Durchschnitt der Aktien (in Stück) | 488.764.592 | 488.764.592 | ||||||
Ermittlung der für die Kalkulation des Ergebnisses je Aktie relevanten Aktienanzahl
Das Ergebnis je Aktie ergibt sich aus der Division des den Aktionären der ThyssenKrupp AG zurechenbaren Periodenüberschusses durch die Anzahl der durchschnittlich im Umlauf befindlichen Aktien. Veräußerte oder zurückgekaufte Aktien während einer Periode werden zeitanteilig für den Zeitraum, in dem sie sich im Umlauf befinden, berücksichtigt.
In den dargestellten Berichtsperioden gab es keine Verwässerungseffekte.
12 Zusätzliche Informationen zur Konzern-Kapitalflussrechnung
Nicht zahlungswirksame Investitionstätigkeiten
Im 1. Quartal 2007/2008 ergab sich aus dem Erwerb und der Erstkonsolidierung von Gesellschaften ein Zugang von Immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien in Höhe von 52 (2006/2007: 3) Mio €.
Der zahlungsunwirksame Zugang von Vermögenswerten aus Finance Lease im 1. Quartal 2007/2008 beträgt 25 (2006/2007: 3) Mio €.
Nicht zahlungswirksame Finanzierungstätigkeiten
Im 1. Quartal 2007/2008 erfolgte durch den Erwerb und die Erstkonsolidierung von Gesellschaften ein Zugang von Brutto-Finanzverbindlichkeiten von 32 (2006/2007: 0) Mio €.
13 Besondere Ereignisse nach dem Stichtag
Auf Basis der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 18. Januar 2008 hat der Vorstand der ThyssenKrupp AG am 31. Januar 2008 beschlossen, bis zum Ablauf dieser Ermächtigung am 17. Juli 2009 bis zu rund 15,8 Mio eigene Aktien an der Börse zu erwerben; dies entspricht rund 3 % des Grundkapitals.




