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Konzernabschluss

Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

 

Die Umsatzerlöse enthalten Dienstleistungsumsätze in Höhe von 11.145 (i. Vj. 10.694) Mio €.

Mio €
2006/2007 2007/2008
Gewinne aus Abgang immaterieller Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltener Immobilien 194 61
Währungsumrechnungsdifferenzen 23 8
Versicherungsentschädigungen 195 41
Übrige 225 232
Insgesamt 637 342

Die Gewinne aus Abgang immaterieller Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltener Immobilien enthalten im Vorjahr 119 Mio € aus dem Verkauf diverser Immobilien im Rahmen der Konzentration der Verwaltungsstandorte von ThyssenKrupp in Deutschland, denen Transaktionskosten von 4 Mio € in 2006/2007 sowie von 3 Mio € in Vorperioden gegenüberstehen. Die vorjährigen Versicherungsentschädigungen in Höhe von 195 Mio € resultieren im Wesentlichen aus einem größeren Brandschaden im Segment Stainless. Die gegenläufigen Aufwendungen aus den Sachschäden und Betriebsunterbrechungen sind in den Umsatzkosten des Vorjahres enthalten.

Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge enthalten eine Vielzahl von betragsmäßig geringen Einzelsachverhalten der 751 konsolidierten Unternehmen.

Mio €
2006/2007 2007/2008
Verluste aus Abgang immaterieller Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltener Immobilien 41 58
Aufwendungen aus Restrukturierungsmaßnahmen 30 124
Rückstellungszuführungen (ohne Restrukturierung) 11 55
Wertminderungsaufwendungen auf Firmenwerte 60 0
Nicht kundenauftragsbezogene Forschung und Entwicklung 199 222
Sonstige Steuern 29 34
Übrige 706 232
Insgesamt 1.076 725

In 2006/2007 beinhalten die übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen ein von der EU-Kommission wegen Wettbewerbsverstöße von ThyssenKrupp Unternehmen im Bereich Aufzüge und Fahrtreppen verhängtes Bußgeld in Höhe von rund 480 Mio €. Darüber hinaus enthalten die übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen eine Vielzahl von betragsmäßig geringen Einzelsachverhalten der 751 konsolidierten Unternehmen.

Insbesondere im Zusammenhang mit dem Bau eines neuen Stahlwerks in den USA gewährte Investitionszuwendungen der öffentlichen Hand führten im abgelaufenen Geschäftsjahr zu einer Reduzierung von Anschaffungs- und Herstellungskosten in Höhe von 98 (i. Vj. 40) Mio €. Darüber hinaus wurden Zuwendungen der öffentlichen Hand zur Erstattung von Aufwendungen des Konzerns in Höhe von 5 (i. Vj. 7) Mio € erfasst.

Die Gewährung der dargestellten Zuwendungen der öffentlichen Hand ist mit bestimmten Auflagen verbunden, die derzeit erfüllt werden können.

Mio €
2006/2007 2007/2008
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 51 100
Zinserträge aus Finanzguthaben 139 143
Erwarteter Kapitalertrag aus Planvermögen 140 138
Zinserträge 279 281
Zinsaufwendungen aus Finanzschulden – 234 – 266
Zinsaufwand aus Pensions- und Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen – 443 – 459
Zinsaufwendungen – 677 – 725
Erträge aus Beteiligungen 9 9
Abschreibungen auf finanzielle Vermögenswerte – 6 0
Ergebnis aus dem Abgang von finanziellen Vermögenswerten – 29 – 7
Aufzinsung der sonstigen Rückstellungen – 4 – 3
Übriges Finanzergebnis 26 95
Sonstiges Finanzergebnis – 4 94
Finanzergebnis – 351 – 250

Im Finanzergebnis sind Gesamtzinserträge von 199 (i. Vj. 199) Mio € aus finanziellen Vermögenswerten sowie Gesamtzinsaufwendungen von 308 (i. Vj. 275) Mio € aus finanziellen Verbindlichkeiten enthalten.

In der Periode wurden Fremdkapitalkosten in Höhe von 122 (i. Vj. 42) Mio € aktiviert; hierdurch verbesserte sich das übrige Finanzergebnis entsprechend. Soweit einer bestimmten Investition eine Finanzierung konkret zugerechnet werden kann, werden die tatsächlichen Fremdfinanzierungskosten aktiviert. Sofern kein direkter Bezug hergeleitet werden kann, wird der durchschnittliche Fremdkapitalzinssatz des Konzerns der laufenden Periode berücksichtigt.

Die Ertragsteuern des Konzerns teilen sich wie folgt auf:

Mio €
2006/2007 2007/2008
Laufender Steueraufwand für den Berichtszeitraum 1.039 958
Latenter Steueraufwand/(-ertrag) für den Berichtszeitraum 176 – 43
Laufender Steuerertrag für Vorjahre – 117 – 60
Latenter Steueraufwand/(-ertrag) für Vorjahre 42 – 3
Insgesamt 1.140 852
Hiervon:    
Laufender Steueraufwand Deutschland 499 510
Laufender Steueraufwand Ausland 423 388
Latenter Steueraufwand Deutschland 135 10
Latenter Steueraufwand/(-ertrag) Ausland 83 – 56

Das im abgelaufenen Geschäftsjahr 2007/2008 in Deutschland erstmalig anzuwendende Unternehmensteuerreformgesetz 2008 sieht einen gesetzlichen Körperschaftsteuersatz von 15 % (i. Vj. 25 %) zuzüglich des Solidaritätszuschlags von 5,5 % vor. Die durchschnittliche Gewerbesteuerbelastung der Gesellschaften des ThyssenKrupp Konzerns beträgt 15,1 % (i. Vj. 13,0 %). Latente Steuern inländischer Gesellschaften werden zum 30. September 2008 wie im Vorjahr mit einem Gesamtsteuersatz (einschließlich Solidaritätszuschlag) von 30,9 % bewertet. Im Vorjahr resultierte aus der inländischen Steuersatzsenkung ein latenter Steuerertrag von 171 Mio €. Die für ausländische Gesellschaften zu Grunde gelegten jeweiligen landesspezifischen Ertragsteuersätze liegen zwischen 5,7 % und 40,4 % (i. Vj. 5,7 % und 42,3 %). Steuersatzänderungen im Ausland führten im Geschäftsjahr 2007/2008 zu einem latenten Steuerertrag in Höhe von 16 (i. Vj. 15) Mio €.

Für inländische Konzerngesellschaften wurde die ausschüttungsabhängige Nachversteuerung bislang unbelasteter Einkommensteile mit dem Jahressteuergesetz 2008 durch eine pauschale Abschlagszahlung ersetzt. Zum 30. September 2008 wurde hierfür eine laufende Steuerverbindlichkeit in Höhe von 6 Mio € erfolgswirksam gebildet. Durch das im Geschäftsjahr 2006/2007 in Kraft getretene Gesetz über steuerliche Begleitmaßnahmen zur Einführung der Europäischen Gesellschaft und zur Änderung weiterer steuerrechtlicher Vorschriften wurde für inländische Konzerngesellschaften ein Anspruch auf Auszahlung noch vorhandener Körperschaftsteuerguthaben durch die Finanzverwaltung in zehn gleichen Jahresbeträgen eingeführt. Infolgedessen wurde im Geschäftsjahr 2006/2007 ein laufender Steuererstattungsanspruch in Höhe von 9 Mio € erfolgswirksam aktiviert.

Die im Eigenkapital berücksichtigten Steuern verteilen sich folgendermaßen auf die einzelnen Bereiche:

Mio €
2006/2007 2007/2008
Steueraufwand laut GuV-Ausweis 1.140 852
Steueraufwand auf kumulierte direkt im Eigen-kapital erfasste Erträge und Aufwendungen 111 133
Steuereffekt aus der Abschreibung eigener Anteile – 156
Insgesamt 1.251 829

Zum 30. September 2008 bestehen im Konzern inländische Verlustvorträge in Höhe von 427 (i. Vj. 683) Mio € für Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag sowie in Höhe von 63 (i. Vj. 180) Mio € für Gewerbesteuer. Darüber hinaus bestehen ausländische steuerliche Verlustvorträge in Höhe von insgesamt 730 (i. Vj. 686) Mio €, unter anderem 288 (i. Vj. 270) Mio € in Kanada, 69 (i. Vj. 72) Mio € in Brasilien und 61 (i. Vj. 62) Mio € in Spanien.

Aktive latente Steuern werden nur dann angesetzt, wenn die Realisierbarkeit dieser Steuervorteile wahrscheinlich ist. Zur Bestimmung entsprechender Wertberichtigungen werden alle zurzeit bekannten positiven und negativen Einflussfaktoren auf die zukünftigen steuerlichen Ergebnisse berücksichtigt. Die dabei vorzunehmende Einschätzung kann sich durch zukünftige Entwicklungen verändern. Zum 30. September 2008 werden für im Konzern bestehende steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 818 (i. Vj. 881) Mio € keine aktiven latenten Steuern angesetzt. Von diesen steuerlichen Verlustvorträgen ist ein Teilbetrag von 381 (i. Vj. 466) Mio € nach der bestehenden Rechtslage zeitlich und der Höhe nach unbegrenzt vortragsfähig, während Verlustvorträge in Höhe von 437 (i. Vj. 415) Mio € innerhalb der nächsten 20 Jahre verfallen werden, soweit sie nicht genutzt werden. Die nicht angesetzten aktiven latenten Steuern für steuerliche Verlustvorträge belaufen sich zum 30. September 2008 auf 218 (i. Vj. 246) Mio €. Darüber hinaus werden zum 30. September 2008 für abzugsfähige temporäre Differenzen in Höhe von 452 (i. Vj. 424) Mio € keine aktiven latenten Steuern angesetzt. Für einbehaltene Gewinne bei ausländischen Tochterunternehmen sind keine passiven latenten Steuern angesetzt worden, weil diese Gewinne permanent investiert bleiben sollen.

Die aktiven und passiven latenten Steuern verteilen sich auf folgende Positionen:

Mio €
Aktive latente Steuern Passive latente Steuern
  30.09.2007* 30.09.2008 30.09.2007* 30.09.2008
Immaterielle Vermögenswerte 55 126 326 356
Sachanlagen 105 86 796 818
Finanzielle Vermögenswerte 74 76 41 39
Vorräte 1.574 1.705 414 386
Übrige Aktiva 446 333 667 497
Pensionsrückstellungen 718 553 77 123
Sonstige Rückstellungen 176 222 70 63
Übrige Passiva 362 448 1.661 1.867
Steuerliche Verlustvorträge 353 290
Bruttobetrag 3.863 3.839 4.052 4.149
Wertberichtigungen – 372 – 351
Saldierungen – 3.106 – 3.021 – 3.106 – 3.021
Bilanzansatz 385 467 946 1.128
* Die Aufteilung der latenten Steuern zum 30.09.2007 wurde wegen einer Änderung der Zuordnung zu den Positionen „Vorräte“, „Übrige Aktiva“ und „Übrige Passiva“ entsprechend angepasst.

Aktive und passive latente Steuern werden saldiert, soweit sie künftigen Belastungen oder Minderungen desselben Steuerpflichtigen gegenüber derselben Steuerbehörde zuzuordnen sind. Auf Konsolidierungssachverhalte entfallen zum 30. September 2008 aktive latente Steuern in Höhe von 50 (i. Vj. 37) Mio €.

Der ausgewiesene Steueraufwand des Geschäftsjahres 2007/2008 in Höhe von 852 (i. Vj. 1.140) Mio € ist um 114 (i. Vj. 173) Mio € niedriger als der erwartete Steueraufwand in Höhe von 966 (i. Vj. 1.313) Mio €, der sich bei Anwendung des inländischen Gesamtsteuersatzes von 30,9 % (i. Vj. 39,4 %) auf das Ergebnis vor Steuern ergäbe. Die Überleitung vom erwarteten zum ausgewiesenen Steueraufwand ergibt sich aus der nachfolgenden Tabelle:

Mio €
2006/2007 in % 2007/2008 in %
Erwarteter Steueraufwand 1.313 39,4 966 30,9
Abweichung zu ausländischen Steuersätzen – 95 – 2,9 – 3 – 0,1
Änderung von Steuersätzen oder -gesetzen – 195 – 5,8 – 10 – 0,4
Besteuerung von Veräußerungsergebnissen – 20 – 0,6 – 38 – 1,2
Einkommenskorrekturen (in 2006/2007 überwiegend EU-Kartellstrafe) 255 7,7 47 1,5
Veränderung der Wertberichtigungen auf latente Steuern – 47 – 1,4 – 13 – 0,4
Periodenfremder Steuerertrag – 75 – 2,3 – 63 – 2,0
Sonstiges 4 0,1 – 34 – 1,1
Ausgewiesener Steueraufwand 1.140 34,2 852 27,2
Die im letztjährigen Bericht abgebildete Position „Effekte aus bisher nicht berücksichtigten steuerlichen Verlusten“ ist in den Positionen „Veränderung der Wertberichtigungen auf latente Steuern“, „Peridodenfremder Steuerertrag“ und „Sonstiges“ enthalten.

Das Ergebnis je Aktie (basic earnings per share) berechnet sich wie folgt:

2006/2007 2007/2008
  Gesamtbetrag
in Mio €
Ergebnis je
Aktie in €
Gesamtbetrag
in Mio €
Ergebnis je
Aktie in €
Zähler:        
Jahresüberschuss (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG) 2.102 4,30 2.195 4,59
         
Nenner:        
Gewichteter Durchschnitt der Aktien (in Stück): 488.764.592   477.750.223  

Ermittlung der für die Kalkulation des Ergebnisses je Aktie relevanten Aktienanzahl

Das Ergebnis je Aktie ergibt sich aus der Division des den Aktionären der ThyssenKrupp AG zurechenbaren Jahresüberschusses durch die Anzahl der durchschnittlich im Umlauf befindlichen Aktien. Neu ausgegebene oder zurückgekaufte Aktien während einer Periode werden zeitanteilig für den Zeitraum, in dem sie sich in Umlauf befinden, berücksichtigt.

Der gewichtete Aktiendurchschnitt reduzierte sich in 2007/2008 durch den Erwerb eigener Aktien im Februar/März 2008 sowie im Juli/August 2008.

In den dargestellten Berichtsperioden gab es keine Verwässerungseffekte.

Folgender Personalaufwand ist in den Aufwandspositionen der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung enthalten:

Mio €
2006/2007 2007/2008
Löhne und Gehälter 7.306 7.450
Soziale Abgaben 1.253 1.304
Netto-Pensionsaufwendungen - Leistungszusage* 91 130
Netto-Pensionsaufwendungen - Beitragszusage 118 140
Netto-Aufwendungen/(Erträge) der Zuschussverpflichtungen für Gesundheitsfürsorgeleistungen für Pensionäre* – 36 9
Abfindungen, vorzeitiges Ausscheiden u.Ä. 84 80
Aufwendungen für Unterstützung 353 406
Insgesamt 9.169 9.519
* ohne erwarteten Kapitalertrag des Planvermögens und Zinsaufwand aus Pensions- und Gesundheits- fürsorgeverpflichtungen, die in den Zinserträgen bzw. -aufwendungen ausgewiesen werden

Im Jahresdurchschnitt waren im Konzern beschäftigt:

2006/2007 2007/2008
Steel 39.016 40.480
Stainless 12.207 12.102
Technologies 53.950 54.260
Elevator 37.914 41.226
Services 42.223 45.436
Corporate 2.674 2.322
Insgesamt 187.984 195.826
Hiervon entfallen auf:    
Arbeiter 118.858 103.554
Angestellte 64.839 87.893
Auszubildende 4.287 4.379

Honorare und Dienstleistungen des Abschlussprüfers

Für die in den Geschäftsjahren 2006/2007 und 2007/2008 erbrachten Dienstleistungen des Konzernabschlussprüfers KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (vormals KPMG Deutsche Treuhand- Gesellschaft, Aktiengesellschaft, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft) sowie der Gesellschaften des weltweiten KPMG-Verbundes sind folgende Honorare als Aufwand erfasst worden:

Mio €
2006/2007 2007/2008
  Gesamt davon Deutschland Gesamt davon Deutschland
Prüfungshonorare 20 10 23 12
Prüfungsnahe Honorare 1 1 1 1
Steuerberatungs-honorare 1 0 1 0
Übrige Honorare 1 1 1 1
Insgesamt 23 12 26 14

Die Prüfungshonorare beinhalten vor allem die Honorare für die Konzernabschlussprüfung, die prüferische Durchsicht der Zwischenabschlüsse sowie die gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungen der ThyssenKrupp AG und der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen. Die prüfungsnahen Honorare umfassen im Wesentlichen die Honorare für Due-Diligence-Leistungen im Zusammenhang mit Akquisitionen und Desinvestitionen sowie Prüfungen des internen Kontrollsystems. In den Honoraren für Steuerberatung sind insbesondere Honorare für Steuerberatungsleistungen bei laufenden und geplanten Transaktionen, für die Erstellung von Steuererklärungen, für steuerliche Due-Diligence-Leistungen, für Steuerberatung im Zusammenhang mit Projekten und konzern-internen Reorganisationen sowie die steuerliche Beratung von in das Ausland entsandten Mitarbeitern enthalten. Die übrigen Honorare umfassen überwiegend die Honorare für projektbezogene Beratungsleistungen.

URL: http://www.thyssenkrupp.com/financial-reports/07_08/de/notes_cs_income.html

Stand: 28.11.2008 Copyright © 2008 by ThyssenKrupp AG