- Wertminderungen auf Firmenwerte
- Wertminderungen auf übrige immaterielle Vermögenswerte
- Emissionsrechte
- Firmenwerte
- Anteile an assoziierten Unternehmen
- Joint Ventures
- Gezeichnetes Kapital
- Kapitalrücklage
- Gewinnrücklagen
- Eigene Anteile
- Angaben zum Kapitalmanagement
- Ermächtigungen
- Dividendenvorschlag
- Management Incentivepläne
- Belegschaftsaktienprogramm
- Pensionspläne
- Anwartschaftsbarwert und Finanzierungsstatus
- Netto-Pensionsaufwendungen
- Bewertungsannahmen (-prämissen)
- Planvermögen
- Dotierung der Pensionspläne
- Pensionszahlungen
- Beitragsorientierte Pläne (Defined-Contribution-Pläne)
- Gesundheitsfürsorge-
verpflichtungen - Bewertungsannahmen (-prämissen)
- Netto-Aufwendungen für Zuschussverpflichtungen für Gesundheitsfürsorgeleistungen
- Sonstige pensionsähnliche Verpflichtungen
- Eventualverbindlichkeiten
- Special Purpose Entities
- Sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risiken
- Derivative Finanzinstrumente
- Finanzwirtschaftliche Risiken
- Vergütung des aktiven Vorstands und Aufsichtsrats
- Vergütung ehemaliger Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder
- Steel
- Stainless
- Technologies
- Elevator
- Services
- Corporate
- Konsolidierung
- Bilanzierung von Erwerben
- Firmenwert
- Werthaltigkeit der Vermögenswerte
- Umsatzrealisierung aus Fertigungsaufträgen
- Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
- Leistungen an Arbeitnehmer
- Rechtliche Risiken
Erläuterungen Konzern-Bilanz
12 Immaterielle Vermögenswerte
Die immateriellen Vermögenswerte des Konzerns entwickelten sich wie folgt:
| Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | Entwicklungs-kosten, eigenentwickelte Software und Website | Firmenwerte | Geleistete Anzahlungen | Insgesamt | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Bruttowerte | ||||||||||
| Stand 30.09.2006 | 1.058 | 263 | 4.955 | 57 | 6.333 | |||||
| Währungsunterschiede | – 14 | – 4 | – 158 | 0 | – 176 | |||||
| Veränderung Konsolidierungskreis | 32 | – 2 | – 139 | 0 | – 109 | |||||
| Zugänge | 97 | 65 | 0 | 9 | 171 | |||||
| Umbuchungen | 33 | 15 | 0 | – 45 | 3 | |||||
| Abgänge | – 18 | – 18 | 0 | – 2 | – 38 | |||||
| Stand 30.09.2007 | 1.188 | 319 | 4.658 | 19 | 6.184 | |||||
| Währungsunterschiede | – 3 | 5 | – 72 | 0 | – 70 | |||||
| Veränderung Konsolidierungskreis | 36 | – 3 | 69 | 0 | 102 | |||||
| Zugänge | 57 | 103 | 49 | 35 | 244 | |||||
| Umbuchungen | 19 | – 2 | 0 | – 11 | 6 | |||||
| Abgänge | – 14 | – 41 | – 2 | – 3 | – 60 | |||||
| Stand 30.09.2008 | 1.283 | 381 | 4.702 | 40 | 6.406 | |||||
| Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen | ||||||||||
| Stand 30.09.2006 | 480 | 132 | 1.018 | 0 | 1.630 | |||||
| Währungsunterschiede | – 6 | – 2 | – 44 | 0 | – 52 | |||||
| Veränderung Konsolidierungskreis | 9 | – 2 | – 170 | 0 | – 163 | |||||
| Abschreibungen | 90 | 27 | 0 | 0 | 117 | |||||
| Wertminderungsaufwendungen | 23 | 2 | 60 | 0 | 85 | |||||
| Wertaufholungen | 0 | 0 | — | 0 | 0 | |||||
| Umbuchungen | 1 | 0 | 0 | 0 | 1 | |||||
| Abgänge | – 13 | – 1 | – 1 | 0 | – 15 | |||||
| Stand 30.09.2007 | 584 | 156 | 863 | 0 | 1.603 | |||||
| Währungsunterschiede | – 2 | 2 | – 13 | 0 | – 13 | |||||
| Veränderung Konsolidierungskreis | 1 | – 4 | – 4 | 0 | – 7 | |||||
| Abschreibungen | 90 | 33 | 0 | 0 | 123 | |||||
| Wertminderungsaufwendungen | 5 | 8 | 0 | 0 | 13 | |||||
| Wertaufholungen | 0 | 0 | — | 0 | 0 | |||||
| Umbuchungen | 0 | 1 | 0 | 0 | 1 | |||||
| Abgänge | – 14 | – 21 | – 2 | 0 | – 37 | |||||
| Stand 30.09.2008 | 664 | 175 | 844 | 0 | 1.683 | |||||
| Nettowerte | ||||||||||
| Stand 30.09.2006 | 578 | 131 | 3.937 | 57 | 4.703 | |||||
| Stand 30.09.2007 | 604 | 163 | 3.795 | 19 | 4.581 | |||||
| Stand 30.09.2008 | 619 | 206 | 3.858 | 40 | 4.723 |
Wertminderungen auf Firmenwerte
Wertminderungsaufwendungen auf Firmenwerte werden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.
In 2006/2007 ergab sich aus der jährlichen Überprüfung der Werthaltigkeit der Firmenwerte ein Wertberichtigungsbedarf in den Cash Generating Units (CGU) Bauelemente, Metal Forming und Aggregatmontage, da jeweils der erzielbare Wert unter dem Buchwert lag. In der CGU Bauelemente, die eine Operating Group der Business Unit Industry des Segments Steel ist und Bauelemente aus Stahl für Wände und Dächer anbietet, resultierte die Wertminderung des Firmenwerts von 9 Mio € aus der Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage. Die Bestimmung des erzielbaren Betrags erfolgte durch die Ermittlung des Nutzungswerts, zu dessen Berechnung ein Diskontierungssatz von 8,0 % nach 7,7 % im Vorjahr angesetzt wurde. Ferner waren Wertminderungen in der CGU Metal Forming erforderlich. Diese CGU war neu im Zusammenhang mit der Auflösung des Segments Automotive entstanden und gehört nun als Operating Group zur Business Unit Auto des Segments Steel. Metal Forming fertigt Karosserie- und Fahrwerkskomponenten für die Automobilindustrie. Ursächlich für die Wertminderungen waren eine Verschlechterung der erwarteten zukünftigen Ergebnisse auf der Basis einer veränderten strategischen Ausrichtung sowie als Folge der Zuordnung zum Segment Steel ein von 7,5 % auf 8,0 % erhöhter Diskontierungssatz zur Ermittlung des Nutzungswerts. Da der Wertberichtigungsbedarf bei Metal Forming den Buchwert des Firmenwerts von 50 Mio € überstieg, waren zusätzlich Wertminderungen von 26 Mio € auf Sachanlagen vorzunehmen. Darüber hinaus wurde auf Grund der Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in der CGU Aggregatmontage der Firmenwert um 1 Mio € wertgemindert.
In 2007/2008 ergab sich weder aus der jährlichen Überprüfung der Werthaltigkeit der Firmenwerte noch aus anderen Umständen ein Wertberichtigungsbedarf, da der erzielbare Betrag der Cash Generating Units jeweils über dem Buchwert lag.
Wertminderungen auf übrige immaterielle Vermögenswerte
Die Wertminderungsaufwendungen auf die übrigen immateriellen Vermögenswerte sind in den Umsatzkosten enthalten.
Im Segment Elevator waren in 2006/2007 Wertminderungen auf aktivierte Software von 23 Mio € erforderlich, da einzelne Softwaremodule in der damals vorliegenden Form nicht mehr zum Einsatz kommen konnten. Die Ermittlung der Wertminderungshöhe erfolgte auf Basis der aktivierten Herstellungskosten dieser Module.
In 2007/2008 war der im Segment Stainless in der Business Unit ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni mit 4 Mio € aktivierte immaterielle Vermögenswert für vorteilhaften Energiebezug auf Grund fehlender Werthaltigkeit voll wertzuberichtigen. Darüber hinaus waren im Segment Technologies in der Business Unit Automotive Solutions Wertminderungen von 6 Mio € auf aktivierte Entwicklungskosten auf Grund verschlechterter Marktbedingungen erforderlich. Die für die Bestimmung des Wertminderungsaufwands relevanten erzielbaren Beträge entsprechen jeweils den Nutzungswerten, zu deren Berechnung ein Diskontierungssatz von 10,6 % angesetzt wurde.
Emissionsrechte
Seit dem 01. Januar 2005 unterliegt ThyssenKrupp dem europaweit geltenden Emissionshandelsgesetz. Der Konzern hat von der Emissionshandelsstelle (DEHSt) Zuteilungsbescheide für insgesamt 56,0 Mio Tonnen CO2-Emissionen für den Zeitraum 2005 - 2007 sowie für insgesamt 107,0 Mio Tonnen CO2-Emissionen für den Zeitraum 2008 - 2012 erhalten. Die Bescheide entfallen im Wesentlichen auf das Segment Steel. Die Rechte werden unter den immateriellen Vermögenswerten erfasst und zu Anschaffungskosten bewertet. Übersteigen die tatsächlichen CO2-Emissionen den Bestand an Rechten pro Jahr, wird aufwandswirksam eine Rückstellung für den Nachkauf der Rechte gebildet.
Firmenwerte
Die Firmenwerte (ohne Firmenwerte für nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen) sind den Cash Generating Units (CGUs) der Segmente zugeordnet. Die Bestimmung des erzielbaren Betrags einer CGU erfolgt durch Ermittlung des Nutzungswerts mit Hilfe der Discounted-Cash-Flow-Methode. Dabei werden die geplanten Nach-Steuer-Cash-Flows aus der bottom-up erstellten und vom Management der ThyssenKrupp AG genehmigten Fünfjahresplanung verwendet. Das fünfte Planjahr wird grundsätzlich auch für die Cash-Flows jenseits der Fünfjahresperiode angesetzt. Eine Wachstumsrate zur Extrapolation des letzten Planjahres wird nicht berücksichtigt. Der zur Diskontierung verwendete Gesamtkapitalkostensatz basiert auf dem risikofreien Zinssatz in Höhe von 4,6 % sowie auf Risikozuschlägen für Eigen- und Fremdkapital von 5,0 bzw. 1,0 %-Punkten. Darüber hinaus werden jeweils individuell für jede CGU ein aus der jeweiligen Peer-Group abgeleiteter Beta-Faktor, ein Steuersatz sowie die Kapitalstruktur berücksichtigt. Zur Diskontierung der Cash-Flows wurden für die Segmente folgende segmentspezifische Bandbreiten von Nach-Steuer-Diskontierungszinssätzen zu Grunde gelegt:
| Bandbreiten der Diskontierungs-zinssätze (nach Steuern) | ||||
|---|---|---|---|---|
| 2006/2007 | 2007/2008 | |||
| Steel | 7,7 - 8,4 | 7,4 - 9,5 | ||
| Stainless | 7,1 - 9,2 | 7,8 - 9,6 | ||
| Technologies | 5,1 - 9,0 | 5,8 - 10,0 | ||
| Elevator | 6,2 - 7,2 | 6,7 - 7,4 | ||
| Services | 6,8 - 8,4 | 7,2 - 8,9 | ||
| Corporate | 7,5 | 8,0 | ||
Die Ermittlung des Nutzungswerts für die CGUs erfolgt generell auf Basis der erwarteten Preisinflation des Landes, in dem die jeweilige CGU ansässig ist, sowie auf Basis der geschätzten Umsatzwachstumsraten. Zu ihrer Ermittlung werden sowohl Vergangenheitsdaten als auch die erwartete Marktperformance herangezogen. Die den wesentlichen Annahmen zugewiesenen Werte stimmen dabei grundsätzlich mit externen Informationsquellen überein.
Im ThyssenKrupp Konzern wurden 43 CGUs identifiziert. Davon weisen 33 CGUs einen Firmenwert aus. Der Gesamtfirmenwert beträgt zum 01. Oktober 2007 3.795 Mio €. 55 % dieses Firmenwertes entfallen auf die CGUs Metallurgie, Surface Vessel, Submarine und Americas, die in der folgenden Tabelle dargestellt werden:
Tabelle: Wesentliche Firmenwerte
Kritische Firmenwerte lagen nicht vor.
Die Nettowerte der Firmenwerte (ohne Firmenwerte für nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen) veränderten sich wie folgt:
| Steel | Stainless | Technologies | Elevator | Services | Corporate | Gesamt* | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Stand am 30.09.2006 | 384 | 344 | 1.570 | 1.290 | 333 | 16 | 3.937 | |||||||
| Währungsunterschiede | 0 | – 10 | – 6 | – 95 | – 2 | 0 | – 113 | |||||||
| Veränderung Konsolidierungskreis | – 1 | 0 | 10 | – 8 | 31 | – 1 | 31 | |||||||
| Wertminderungsaufwendungen | – 59 | 0 | – 1 | 0 | 0 | 0 | – 60 | |||||||
| Stand am 30.09.2007 | 324 | 334 | 1.573 | 1.187 | 362 | 15 | 3.795 | |||||||
| Währungsunterschiede | – 1 | – 1 | – 2 | – 47 | – 8 | 0 | – 59 | |||||||
| Veränderung Konsolidierungskreis | 3 | 0 | – 21 | 19 | 72 | 0 | 73 | |||||||
| Zugänge | 0 | 0 | 11 | 38 | 0 | 0 | 49 | |||||||
| Stand am 30.09.2008 | 326 | 333 | 1.561 | 1.197 | 426 | 15 | 3.858 |
13 Sachanlagen
Die Sachanlagen des Konzerns entwickelten sich wie folgt:
Tabelle: Sachanlagen des Konzerns
Wertminderungsaufwendungen auf Sachanlagen werden in den Umsatzkosten ausgewiesen.
In 2006/2007 wurden im Segment Steel in der Business Unit Auto Wertminderungen von 8 Mio € auf Grund einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation vorgenommen, die mit 7 Mio € Grundstücke und Bauten und mit 1 Mio € auf technische Anlagen und Maschinen betreffen. Die für die Bestimmung des Wertminderungsaufwands relevanten erzielbaren Beträge entsprechen jeweils den Nutzungswerten, zu deren Berechnung ein Diskontierungssatz von 12,1 % angesetzt wurde. Im Weiteren waren im Segment Stainless in der Business Unit ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni in Folge fehlender zukünftiger technischer Nutzbarkeit eines Anlagenteils Wertminderungen von insgesamt 14 Mio € auf technische Anlagen und Maschinen erforderlich, wobei die Bestimmung des Wertminderungsaufwands auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten erfolgte. Darüber hinaus wurden im Segment Technologies in den Business Units Marine Systems, Mechanical Components und Automotive Solutions auf Grund Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation Wertminderungen von 26 Mio € vorgenommen, die mit 2 Mio € auf Grundstücke und Bauten, 22 Mio € auf technische Anlagen und Maschinen sowie mit 2 Mio € auf andere Anlagen und Betriebs- und Geschäftsausstattung entfallen. Die für die Bestimmung des Wertminderungsaufwands relevanten erzielbaren Beträge entsprechen jeweils den Nutzungswerten, zu deren Berechnung ein Diskontierungssatz von 11,5 % angesetzt wurde.
In 2007/2008 wurden im Segment Steel in der Business Unit Metal Forming Wertminderungen von 6 Mio € vorgenommen. Davon betreffen 1 Mio € Grundstücke und Bauten und 2 Mio € geleaste Sachanlagen, die auf Grund der beabsichtigten Schließung eines Standorts komplett abgeschrieben wurden. Weitere 3 Mio € entfallen auf technische Anlagen und Maschinen, die auf Grund der Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation wertberichtigt werden mussten. Die für die Bestimmung des Wertminderungsaufwands relevanten erzielbaren Beträge entsprechen jeweils den Nutzungswerten, zu deren Berechnung ein Diskontierungssatz von 15,7 % angesetzt wurde. Daneben wurden im Segment Technologies in den Business Units Mechanical Components, Automotive Solutions und Transrapid auf Grund der Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation Wertminderungen von 15 Mio € vorgenommen, die mit 2 Mio € auf Grundstücke und Bauten und mit 13 Mio € auf technische Anlagen und Maschinen entfallen. Die für die Bestimmung des Wertminderungsaufwands relevanten erzielbaren Beträge entsprechen jeweils den Nutzungswerten, zu deren Berechnung ein Diskontierungssatz von 12,7 % angesetzt wurde.
Darüber hinaus erfolgte in 2007/2008 im Segment Stainless in der Business Unit ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni eine Zuschreibung von 14 Mio € auf technische Anlagen und Maschinen, da für einen Anlagenteil im Vergleich zum 30. September 2007 von einem höheren erzielbaren Veräußerungspreis ausgegangen wird. Die Bestimmung der Höhe der Wertaufholung erfolgte auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten.
Die Sachanlagen enthalten auch geleaste Bauten, technische Anlagen und Maschinen sowie andere Anlagen, bei denen dem Konzern als Leasingnehmer das wirtschaftliche Eigentum zuzurechnen ist, da er alle wesentlichen Chancen und Risiken aus der Nutzung des Leasinggegenstandes trägt.
| Bruttowerte | Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen | Nettowerte | ||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 30.09.2007 | 30.09.2008 | 30.09.2007 | 30.09.2008 | 30.09.2007 | 30.09.2008 | |||||||
| Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 86 | 97 | 40 | 43 | 46 | 54 | ||||||
| Technische Anlagen und Maschinen | 157 | 95 | 71 | 59 | 86 | 36 | ||||||
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 44 | 48 | 28 | 29 | 16 | 19 | ||||||
| Geleaste Sachanlagen | 287 | 240 | 139 | 131 | 148 | 109 | ||||||
Sachanlagen dienen zur Besicherung von Finanzschulden in Höhe von 174 (i. Vj. 216) Mio €.
14 Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
Die als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien des Konzerns entwickelten sich wie folgt:
| 2006/2007 | 2007/2008 | |||
|---|---|---|---|---|
| Bruttowerte | ||||
| Stand 30.09.2006 bzw. Stand 30.09.2007 | 754 | 569 | ||
| Währungsunterschiede | – 1 | 0 | ||
| Veränderung Konsolidierungskreis | 0 | 0 | ||
| Zugänge | 5 | 1 | ||
| Umbuchungen | 20 | – 8 | ||
| Abgänge | – 209 | – 56 | ||
| Stand 30.09.2007 bzw. Stand 30.09.2008 | 569 | 506 | ||
| Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen | ||||
| Stand 30.09.2006 bzw. Stand 30.09.2007 | 253 | 180 | ||
| Währungsunterschiede | 0 | 0 | ||
| Veränderung Konsolidierungskreis | 0 | 0 | ||
| Abschreibungen | 5 | 3 | ||
| Wertminderungsaufwendungen | 9 | 1 | ||
| Wertaufholungen | 0 | – 1 | ||
| Umbuchungen | 7 | – 8 | ||
| Abgänge | – 94 | – 26 | ||
| Stand 30.09.2007 bzw. Stand 30.09.2008 | 180 | 149 | ||
| Nettowerte | ||||
| Stand 30.09.2006 | 501 | — | ||
| Stand 30.09.2007 bzw. Stand 30.09.2008 | 389 | 357 |
Der beizulegende Zeitwert der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien des Konzerns wird unter Anwendung verschiedener international anerkannter Bewertungsmethoden ermittelt. Hierzu zählen das Ertragswertverfahren, das Discounted Cash-Flow-Verfahren, das Sachwertverfahren und der Vergleich mit aktuellen Marktwerten vergleichbarer Immobilien. Die beizulegenden Zeitwerte der in Deutschland gelegenen, als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien werden primär anhand von intern erstellten Gutachten nach dem Ertragswertverfahren auf Grundlage der in Deutschland geltenden "Verordnung über Grundsätze für die Ermittlung der Verkehrswerte von Grundstücken – WertV" bewertet. Außerhalb von Deutschland gelegene, als Finanzinvestition gehaltene Immobilien werden von externen Gutachtern bewertet.
Zum 30. September 2008 beträgt der beizulegende Zeitwert der von ThyssenKrupp als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 455 (i. Vj. 502) Mio €, wovon 16 (i. Vj. 23) Mio € durch externe Gutachter ermittelt wurden.
In den in den Bruttowerten ausgewiesenen Zugängen sind nachträgliche Anschaffungskosten von 0,3 (i. Vj. 1) Mio € enthalten.
Aus der Vermietung von als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien resultieren Mieterträge von 26 (i. Vj. 43) Mio € sowie direkt zurechenbare betriebliche Aufwendungen von 15 (i. Vj. 27) Mio €. Weitere 6 (i. Vj. 16) Mio € direkt zurechenbare betriebliche Aufwendungen betreffen als Finanzinvestition gehaltene Immobilien, mit denen keine Mieterträge erzielt werden.
15 Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen
Anteile an assoziierten Unternehmen
Zum 30. September 2008 beläuft sich der Buchwert der nach der Equity-Methode bilanzierten Anteile an assoziierten Unternehmen auf 76 (i. Vj. 78) Mio €. Darin enthalten waren im Vorjahr Anteile an einem assoziierten Unternehmen für das öffentlich notierte Marktpreise existieren, woraus zum 30. September 2007 ein Zeitwert von 58 Mio € resultierte. Das Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Anteilen an assoziierten Unternehmen beträgt 28 (i. Vj. 15) Mio €.
Zusammenfassende Finanzinformationen für die nach der Equity- Methode bilanzierten assoziierten Unternehmen enthält die nachfolgende Tabelle, wobei sich die Angaben jeweils auf 100 % und nicht auf den Konzernanteil an den assoziierten Unternehmen beziehen.
| 30.09.2007 | 30.09.2008 | |||
|---|---|---|---|---|
| Vermögenswerte | 701 | 774 | ||
| Verbindlichkeiten | 487 | 496 | ||
| 2006/2007 | 2007/2008 | |||
| Umsatzerlöse | 852 | 781 | ||
| Jahresüberschuss | 90 | 57 |
In 2007/2008 wurden anteilige Verluste von nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten Unternehmen in Höhe von 0 (i. Vj. 0,6) Mio € nicht erfasst; kumuliert betragen die nicht erfassten Verluste 0,3 (i. Vj. 1,4) Mio €.
ThyssenKrupp besaß bis Ende November 2007 eine Beteiligung in Höhe von 20,56 % an der RAG Aktiengesellschaft.
Joint Ventures
Die nachfolgende Tabelle enthält zusammenfassende Finanzinformationen zu den Joint Ventures des Konzerns, wobei sich die Angaben jeweils auf den Konzernanteil an den Joint Ventures beziehen.
| 30.09.2007 | 30.09.2008 | |||
|---|---|---|---|---|
| Kurzfristige Vermögenswerte | 683 | 633 | ||
| Langfristige Vermögenswerte | 422 | 399 | ||
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | 477 | 385 | ||
| Langfristige Verbindlichkeiten | 304 | 308 | ||
| 2006/2007 | 2007/2008 | |||
| Umsatzerlöse | 1.366 | 1.575 | ||
| Jahresüberschuss | 25 | 45 |
Die assoziierten Unternehmen und die Joint Ventures sind in der Aufstellung über den Anteilsbesitz des Konzerns enthalten, die unter Anhang-Nr. 38 dargestellt wird.
16 Vermietete Gegenstände (Operating Lease)
Der Konzern vermietet als Leasinggeber unter Operating Lease im Wesentlichen gewerblich genutzte Immobilien.
Die zukünftigen Mindestmieterträge aus den unkündbaren Operating-Lease-Verträgen betragen zum Stichtag:
| 30.09.2007 | 30.09.2008 | |||
|---|---|---|---|---|
| Bis zu einem Jahr | 30 | 24 | ||
| Zwischen einem Jahr und fünf Jahren | 39 | 36 | ||
| Länger als fünf Jahre | 33 | 35 | ||
| Insgesamt | 102 | 95 |
Die Angabe zu den zukünftigen Mieterträgen beinhaltet keine variablen Mietanteile (Contingent Rentals). Im Berichtsjahr wurden wie im Vorjahr keine variablen Mieterträge aus solchen Contingent- Rentals-Verträgen vereinnahmt.
17 Vorräte
| 30.09.2007 | 30.09.2008 | |||
|---|---|---|---|---|
| Rohstoffe | 1.987 | 2.145 | ||
| Hilfs- und Betriebsstoffe | 472 | 490 | ||
| Unfertige Erzeugnisse und Leistungen | 2.184 | 2.159 | ||
| Fertige Erzeugnisse und Waren | 4.221 | 4.700 | ||
| Insgesamt | 8.864 | 9.494 |
Vorräte in Höhe von 781 (i. Vj. 1.953) Mio € sind zum Nettoveräußerungserlös bewertet. Von den Vorräten haben 41 (i. Vj. 1) Mio € eine Lagerdauer von mehr als einem Jahr. Vorräte in Höhe von 44.150 (i. Vj. 42.291) Mio € sind als Aufwand der Berichtsperiode erfasst worden. Wertminderungen von Vorräten von 76 (i. Vj. 157) Mio € erhöhten die Umsatzkosten.
18 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
| 30.09.2007 | 30.09.2008 | |||
|---|---|---|---|---|
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 6.349 | 6.853 | ||
| Fertigungsaufträge mit aktivischem Saldo gegenüber Kunden | 1.228 | 1.032 | ||
| Insgesamt | 7.577 | 7.885 |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 873 (i. Vj. 778) Mio € haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Zum 30. September 2008 bestehen Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen von insgesamt 284 (i. Vj. 300) Mio €.
Die Überfälligkeit der zum Bilanzstichtag nicht wertgeminderten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stellt sich wie folgt dar:
| überfällig bis 30 Tage |
überfällig 31 bis 60 Tage |
überfällig 61 bis 90 Tage |
überfällig 91 bis 180 Tage |
überfällig 181 bis 360 Tage |
überfällig mehr als 360 Tage |
Insgesamt | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 30.09.2007 | 912 | 219 | 199 | 127 | 88 | 149 | 1.694 | |||||||
| 30.09.2008 | 610 | 207 | 95 | 85 | 78 | 135 | 1.210 |
Die aus der Bilanzierung von Fertigungsaufträgen resultierenden Forderungen setzen sich wie folgt zusammen:
| 30.09.2007 | 30.09.2008 | |||
|---|---|---|---|---|
| Angefallene Auftragskosten und ausgewiesene Auftragsgewinne (abzüglich ausgewiesener Verluste) | 2.840 | 2.836 | ||
| abzüglich erhaltener Anzahlungen | – 1.612 | – 1.804 | ||
| Insgesamt | 1.228 | 1.032 |
Die aus Fertigungsaufträgen resultierenden Forderungen enthalten sicherungsübereignete Vermögenswerte von 48 (i. Vj. 16) Mio €. In der Berichtsperiode wurden Umsatzerlöse aus Fertigungsaufträgen in Höhe von 6.721 (i. Vj. 5.082) Mio € erfasst.
Der Konzern verkauft regelmäßig im Wesentlichen kreditversicherte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Rahmen von Asset Backed Securitisation- und anderen Programmen sowie in Einmaltransaktionen.
Zum 30. September 2008 wurden 3 (i. Vj. 9) Mio € verkaufte Forderungen nicht aus der Bilanz ausgebucht, da im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Chancen beim Konzern verblieben sind. Die korrespondierende Verbindlichkeit ist in den Finanzschulden enthalten (siehe auch Anhang-Nr. 25). Der Erlös aus diesen Verkäufen betrug 3 (i. Vj. 9) Mio €.
Per 30. September 2008 wurden Forderungen mit einem Nominalwert von 972 (i. Vj. 929) Mio € verkauft, die zu einer Ausbuchung aus der Bilanz führten; hieraus erzielte der Konzern einen Verkaufserlös von 938 (i. Vj. 899) Mio €. Im Rahmen dieser Verkäufe behält der Konzern in einigen Fällen Rechte und unwesentliche Pflichten zurück; hierzu zählen vor allem die Erbringung von Abwicklungsdienstleistungen sowie das Stellen von begrenzten Forderungsausfall- und Forderungsverwässerungsreserven. Die bilanzierten Vermögenswerte sowie die gegebenen Garantien, die als Forderungsausfallreserve dienen, betrugen 72 (i. Vj. 70) Mio € zum 30. September 2008. Der Umfang des anhaltenden Engagements des Konzerns, das im Wesentlichen aus Forderungsverwässerungsreserven besteht, betrug 26 (i. Vj. 26) Mio € zum 30. September 2008.
19 Sonstige finanzielle Vermögenswerte
| 30.09.2007 | 30.09.2008 | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| kurzfristig | langfristig | kurzfristig | langfristig | |||||
| Kredite und Forderungen | 256 | 40 | 248 | 44 | ||||
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | 202 | 93 | 107 | 74 | ||||
| Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung | 235 | — | 448 | — | ||||
| Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung | 19 | — | 78 | — | ||||
| Insgesamt | 712 | 133 | 881 | 118 | ||||
Sonstige finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 156 (i. Vj. 164) Mio € haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Zum 30. September 2008 bestehen Wertberichtigungen von insgesamt 75 (i. Vj. 42) Mio € für kurzfristige und 25 (i. Vj. 31) Mio € für langfristige sonstige finanzielle Vermögenswerte.
Die Überfälligkeit der zum Bilanzstichtag nicht wertgeminderten sonstigen finanziellen Vermögenswerte stellt sich wie folgt dar:
| überfällig bis 30 Tage |
überfällig 31 bis 60 Tage |
überfällig 61 bis 90 Tage |
überfällig 91 bis 180 Tage |
überfällig 181 bis 360 Tage |
überfällig mehr als 360 Tage |
Insgesamt | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 30.09.2007 | 0 | 2 | 0 | 1 | 0 | 1 | 4 | |||||||
| 30.09.2008 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
20 Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte, kurzfristig
| 30.09.2007 | 30.09.2008 | |||
|---|---|---|---|---|
| Geleistete Anzahlungen auf Vorräte | 616 | 802 | ||
| Sonstige geleistete Anzahlungen und Vorauszahlungen | 205 | 312 | ||
| Erstattungsansprüche aus Gesundheitsfürsorgeleistungen (reimbursement rights) | 67 | 83 | ||
| Übrige | 631 | 756 | ||
| Insgesamt | 1.519 | 1.953 |
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 47 (i. Vj. 60) Mio € haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Zum 30. September 2008 bestehen Wertberichtigungen von insgesamt 34 (i. Vj. 71) Mio €.
21 Eigenkapital
Das Eigenkapital und die Anzahl der sich im Umlauf befindenden Aktien veränderten sich wie folgt:
Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung des Unterschiedsbetrags aus der Währungsumrechnung, der Bestandteil der kumulierten direkt im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen ist:
| Unterschieds- betrag aus der Währungs- umrechnung |
||
|---|---|---|
| Stand am 30.09.2006 | 55 | |
| Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) | – 247 | |
| Realisierte (Gewinne)/Verluste | – 10 | |
| Stand am 30.09.2007 | – 202 | |
| Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) | – 83 | |
| Realisierte (Gewinne)/Verluste | 0 | |
| Stand am 30.09.2008 | – 285 |
Gezeichnetes Kapital
Zum 30. September 2008 ist das Gezeichnete Kapital unverändert gegenüber dem Vorjahr eingeteilt in 514.489.044 auf den Inhaber lautende Stückaktien. Die Aktien sind alle ausgegeben; zum Bilanzstichtag befanden sich 463.473.492 (2007: 488.764.592) Aktien im Umlauf. Rechnerisch entfällt auf jede Aktie ein Anteil am Gezeichneten Kapital in Höhe von 2,56 €.
Alle Aktien gewähren die gleichen Rechte. Die Aktionäre sind zum Bezug der beschlossenen Dividenden berechtigt und verfügen auf der Hauptversammlung über ein Stimmrecht je Aktie.
Kapitalrücklage
Die Kapitalrücklage enthält die Effekte aus der Bilanzierung des Unternehmenszusammenschlusses von Thyssen und Krupp sowie Agien aus Kapitalerhöhungen bei Tochtergesellschaften mit Minderheiten.
Gewinnrücklagen
Die Gewinnrücklagen enthalten die in der Vergangenheit erzielten Konzernergebnisse, soweit diese nicht ausgeschüttet worden sind. Darüber hinaus beinhaltet diese Position die Verrechnung der versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste beim Abgang von Pensionsrückstellungen sowie die Eigenkapitaleffekte aus aktienbasierter Vergütung.
Eigene Anteile
Im Rahmen der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 18. Januar 2008 hat der Vorstand der ThyssenKrupp AG am 31. Januar 2008 beschlossen, eigene Anteile bis zu rund 3 % des derzeitigen Grundkapitals zu erwerben. Im Zeitraum vom 01. Februar 2008 bis zum 07. März 2008 hat die ThyssenKrupp AG 14.791.100 Aktien oder rund 2,9 % des Grundkapitals zu einem Durchschnittskurs von 35,34 € zurückgekauft. Dies entspricht einem Gesamtbetrag von 523 Mio €. Darüber hinaus hat der Vorstand auf Basis der Hauptversammlungsermächtigung am 14. Juli 2008 beschlossen, weitere eigene Anteile bis zu rund 2,0 % des Grundkapitals zu erwerben. Im Zeitraum vom 15. Juli 2008 bis zum 13. August 2008 hat die ThyssenKrupp AG 10.500.000 Aktien oder rund 2,0 % des Grundkapitals zu einem Durchschnittskurs von 33,98 € zurückgekauft. Dies entspricht einem Gesamtbetrag von 357 Mio €.
Nach den beiden Erwerben in 2007/2008 und dem bereits in 2005 / 2006 durchgeführten Erwerb eigener Anteile hält die ThyssenKrupp AG zum 30. September 2008 insgesamt 51.015.552 eigene Anteile oder rund 9,9 % des Grundkapitals.
Angaben zum Kapitalmanagement
Zum 30. September 2008 lag die Eigenkapitalquote bei 27,6 % (i. Vj. 27,4 %). Zu den wichtigsten finanzwirtschaftlichen Zielen des ThyssenKrupp Konzerns zählen die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes und die Sicherstellung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit. Große Bedeutung in diesem Zusammenhang hat hierbei die Schaffung von ausreichenden Liquiditätsreserven. Die Zielerreichung erfolgt durch den Einsatz diverser Maßnahmen zur Reduzierung der Kapitalkosten und Optimierung der Kapitalstruktur sowie durch ein effektives Risikomanagement.
Die Beurteilung der finanzwirtschaftlichen Risiken des ThyssenKrupp Konzerns ergibt sich aus den Einstufungen der Ratingagenturen:
| Langfrist- Rating |
Kurzfrist- Rating |
Ausblick | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Standard & Poor’s | BBB | A-2 | stabil | |||
| Moody’s | Baa2 | Prime-2 | positiv | |||
| Fitch | BBB+ | F2 | stabil |
Bei einem Investment Grade-Rating in den Kategorien des "BBB"- Bereichs ergibt sich für die Finanzierung des ThyssenKrupp Konzerns das Optimum der Kapitalkosten. Es reflektiert die gute Zahlungsfähigkeit des Unternehmens und stellt grundsätzlich den Zugang zu einer breiten Investorenbasis sicher. Basierend auf den durch die Ratingagenturen publizierten Verschuldungskennziffern, die periodenbezogen Relationen aus Cash-Flow und Verschuldung ermitteln, erfolgt bei ThyssenKrupp das Kapitalmanagement. Satzungsmäßigen Kapitalerfordernissen unterliegt ThyssenKrupp nicht.
Ermächtigungen
Gemäß § 5 Abs. 5 der Satzung der ThyssenKrupp AG ist der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 18. Januar 2012 mit Zustimmung des Aufsichtsrats um bis zu 500 Mio € durch die Ausgabe von bis zu 195.312.500 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bar- und / oder Sacheinlagen einmal oder mehrmals zu erhöhen (Genehmigtes Kapital).
Durch Beschlussfassung der Hauptversammlung vom 23. Januar 2004 ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats auf den Inhaber lautende Schuldverschreibungen im Gesamtnennbetrag von bis zu 500 Mio € zu begeben und den Inhabern von Schuldverschreibungen Umtauschrechte auf eigene, auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft zu gewähren (Wandelschuldverschreibungen). Die Berechtigung gilt bis zum 22. Januar 2009. Darüber hinaus ist die ThyssenKrupp AG durch Beschlussfassung der Hauptversammlung vom 18. Januar 2008 bis zum 17. Juli 2009 ermächtigt, für bestimmte vordefinierte Zwecke eigene Anteile bis zu insgesamt 10 % des derzeitigen Grundkapitals zu erwerben.
Dividendenvorschlag
Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung vor, aus dem nach den Grundsätzen des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) ermittelten Bilanzgewinn der ThyssenKrupp AG für das Geschäftsjahr 2007/2008 eine Dividende von 1,30 € je dividendenberechtigter Aktie auszuschütten. Hieraus würde sich eine Dividendenausschüttung von insgesamt 603 Mio € ergeben.
22 Aktienbasierte Vergütung
Management Incentivepläne
In 2003 implementierte ThyssenKrupp einen performance-orientierten Mid Term Incentiveplan, in dessen Rahmen Wertrechte an die Begünstigten ausgegeben werden. Teilnahmeberechtigt sind alle Mitglieder des Vorstands der ThyssenKrupp AG. Beginnend mit der zweiten Tranche, deren Ausgabe in 2004 erfolgte, wurde der Teilnehmerkreis auf die Vorstandsmitglieder der Segmentführungsgesellschaften und einige andere ausgewählte Führungskräfte ausgedehnt. Zum 30. September 2008 sind in der 4. Tranche 538.096 Wertrechte, in der 5. Tranche 300.390 Wertrechte und in der 6. Tranche 234.265 Wertrechte ausgegeben.
Die Anzahl der ausgegebenen Wertrechte wird am Ende des jeweiligen Performance-Zeitraums auf Basis eines Vergleichs des durchschnittlichen ThyssenKrupp Value Added (TKVA) des dreijährigen Performance-Zeitraums – beginnend mit dem 01. Oktober des Geschäftsjahres, in dem die Wertrechte gewährt wurden – mit dem durchschnittlichen TKVA der vorangegangenen drei Geschäftsjahre angepasst. Am Ende des Performance-Zeitraums erfolgt eine Vergütung der gewährten Wertrechte auf Basis des Durchschnittskurses der ThyssenKrupp Aktie, der sich aus dem Kursverlauf in den ersten drei Monaten nach Ende des Performance-Zeitraums ergibt.
Zur Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte der Wertrechte, die die Grundlage für die Ermittlung der zeitanteiligen Rückstellung zum Bilanzstichtag sind, werden Forward-Preise der ThyssenKrupp Aktie unter Berücksichtigung teilweiser Deckelungen ab der 3. Tranche berechnet. Die Forward-Ermittlung erfolgt für im Voraus definierte Perioden (Mittelungsperioden) unter Berücksichtigung des Aktienkurses der ThyssenKrupp Aktie und der Euro-Zinsstrukturkurve zum Stichtag sowie der angenommenen Dividendenzahlungen der ThyssenKrupp AG bis zur Fälligkeit der Wertrechte. Folgende Parameter sind in die Berechnung eingegangen:
| 3. Tranche | 4. Tranche | 5. Tranche | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Fälligkeit | 31.12.2007 | 31.12.2008 | 31.12.2009 | |||
| Mittelungsperiode | 01.10. - 31.12.2007 | 01.10. - 31.12.2008 | 01.10. - 31.12.2009 | |||
| ThyssenKrupp Aktienkurs zum Stichtag | 44,66 € | 44,66 € | 44,66 € | |||
| Angenommene Dividendenzahlung(en) pro Aktie bis zur Fälligkeit | — | 1,30 € zum 21.01.08 | 1,30 € zum 21.01.08 1,30 € zum 26.01.09 |
|||
| Durchschnittliche Dividendenrendite | — | 2,64 % | 2,76 % | |||
| Durchschnittlicher Zins (Mittelungsperiode) | 4,44 % | 4,65 % | 4,53 % | |||
| Beizulegender Zeitwert per 30.09.2007 | ||||||
| - ungedeckelt | 44,38 € | 43,15 € | 41,93 € | |||
| - gedeckelt | 24,71 € | 23,62 € | 36,20 € | |||
2007/2008 |
||||||
| 4. Tranche | 5. Tranche | 6. Tranche | ||||
| Fälligkeit | 31.12.2008 | 31.12.2009 | 31.12.2010 | |||
| Mittelungsperiode | 01.10. - 31.12.2008 | 01.10. - 31.12.2009 | 01.10. - 31.12.2010 | |||
| ThyssenKrupp Aktienkurs zum Stichtag | 21,03 € | 21,03 € | 21,03 € | |||
| Angenommene Dividendenzahlung(en) pro Aktie bis zur Fälligkeit | — | 1,30 € zum 26.01.09 | 1,30 € zum 26.01.09 1,30 € zum 25.01.10 |
|||
| Durchschnittliche Dividendenrendite | — | 5,80 % | 6,15 % | |||
| Durchschnittlicher Zins (Mittelungsperiode) | 4,44 % | 4,95 % | 4,67 % | |||
| Beizulegender Zeitwert per 30.09.2008 | ||||||
| - ungedeckelt | 20,87 € | 19,65 € | 18,43 € | |||
| - gedeckelt | 20,87 € | 19,65 € | 18,43 € |
Im 2. Quartal 2007/2008 ist die 3. Tranche des Mid Term Incentiveplans mit einer Zahlung von 41,15 € je Wertrecht bzw. einer Gesamtzahlung von 54,1 Mio € abgerechnet worden, nachdem im 1. Quartal 2006/2007 die 2. Tranche des Mid Term Incentiveplans mit einer Zahlung von 29,90 € je Wertrecht bzw. einer Gesamtzahlung von 27,6 Mio € abgerechnet worden ist. Insgesamt enthält das Ergebnis 2007/2008 einen Ertrag aus dem Mid Term Incentiveplan in Höhe von 3,5 (i. Vj. Aufwand von 69,6) Mio €. Zum 30. September 2008 beträgt die aus dem Mid Term Incentiveplan resultierende Verpflichtung 43 (i. Vj. 101) Mio €.
Im Februar 2006 implementierte der Konzern darüber hinaus ein Aktienprogramm für ausgewählte Führungskräfte, die nicht durch den Mid Term Incentiveplan begünstigt sind. Im Rahmen dieses Programms sind die Begünstigten berechtigt, ThyssenKrupp Aktien bis zu einem festgelegten Betrag mit Rabatt zu erwerben. Im 2. Quartal 2007/2008 wurde das Programm zum rabattierten Aktienkauf für das Geschäftsjahr 2006/2007 mit dem Erwerb von 229.664 Aktien mit Rabatt abgeschlossen. Hieraus resultieren in 2007/2008 Aufwendungen von 4,1 Mio €, nachdem in 2006/2007 bereits Aufwendungen von 8,1 Mio € hierfür erfasst wurden. Gleichzeitig wurde im März 2008 für das Geschäftsjahr 2007/2008 erneut ein Programm beschlossen, das wiederum ausgewählten Führungskräften des Konzerns die Möglichkeit gibt, ThyssenKrupp Aktien bis zu einem festgelegten Betrag mit Rabatt zu erwerben. Aus dem neuen Programm resultieren in 2007/2008 Aufwendungen von 9,4 (i. Vj. 8,1) Mio €; 5,1 (i. Vj. 4,4) Mio € wurden direkt im Eigenkapital erfasst, der Restbetrag von 4,3 (i. Vj. 3,7) Mio € ist als Verpflichtung ausgewiesen. Insgesamt resultieren aus dem Programm zum rabattierten Aktienkauf in 2007/2008 Aufwendungen von 13,5 (i. Vj. 11,7) Mio €.
Belegschaftsaktienprogramm
Im 3. Quartal 2006/2007 und im 3. Quartal 2007/2008 hat der Konzern im Wesentlichen der inländischen und der französischen Belegschaft den Erwerb von ThyssenKrupp Belegschaftsaktien im Gegenwert von bis zu 270 € mit einem 50%igen Rabatt angeboten. Hieraus resultierte ein Aufwand von 6,6 Mio € in 2006/2007 und von 6,3 Mio € in 2007/2008.
23 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
| 30.09.2007 | 30.09.2008 | |||
|---|---|---|---|---|
| Rückstellungen für Pensionen | 5.896 | 5.227 | ||
| Rückstellungen für Gesundheitsfürsorge-verpflichtungen | 915 | 1.029 | ||
| Sonstige pensionsähnliche Verpflichtungen | 328 | 294 | ||
| Insgesamt | 7.139 | 6.550 |
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen in Höhe von 5.970 (i. Vj. 6.504) Mio € haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.
Pensionspläne
ThyssenKrupp gewährt betriebliche Altersversorgung in Form von leistungs- oder beitragsorientierten Plänen an die überwiegende Mehrheit der Arbeitnehmer in Deutschland, in den USA, Kanada und Großbritannien. In einigen anderen Ländern erhalten berechtigte Arbeitnehmer Leistungen nach den jeweiligen landesspezifischen Gegebenheiten.
In Deutschland bestehen die Leistungen in der Regel in Rentenzahlungen, die einen Inflationsausgleich beinhalten. Ein Teil der leitenden Angestellten erhält Rentenleistungen, die von der Dienstzeit und vom Vergütungsniveau in einem Referenzzeitraum von in der Regel drei Jahren vor der Pensionierung abhängen. Im Übrigen erhalten die Arbeitnehmer in der Regel Zusagen auf feste Rentenbeträge pro Dienstjahr. Darüber hinaus bietet ThyssenKrupp in Deutschland die Möglichkeit, durch Gehaltsumwandlung zusätzliche Versorgungsbezüge zu erwerben (Deferred-Compensation- Vereinbarungen). Die Umwandlungsbeträge sind verzinslich mit 6,00 % und führen bei Eintritt des Versorgungsfalls zu einem festgelegten Leistungsanspruch.
In den USA und Kanada erhalten auf Stundenbasis bezahlte Arbeitnehmer Rentenzusagen auf Basis von Festbeträgen pro Dienstjahr. Arbeitnehmer mit festen Bezügen erhalten Leistungen in der Regel in Abhängigkeit von ihrer Dienstzeit und den während ihrer Dienstzeit erzielten Bezügen. In Großbritannien erhalten Arbeitnehmer Rentenleistungen in Abhängigkeit von ihren Dienstjahren und dem Endgehalt bei Pensionierung.
Anwartschaftsbarwert und Finanzierungsstatus
Die Veränderung des Anwartschaftsbarwerts der Pensionsverpflichtungen sowie des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens stellt sich wie folgt dar:
| 30.09.2007 | 30.09.2008 | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Deutschland | Übrige Länder | Deutschland | Übrige Länder | |||||
| Veränderung des Anwartschaftsbarwerts: | ||||||||
| Anwartschaftsbarwert am Anfang des Geschäftsjahres | 6.114 | 2.541 | 5.773 | 2.158 | ||||
| Dienstzeitaufwand: Barwert der im Geschäftsjahr hinzuverdienten Versorgungsansprüche | 73 | 39 | 79 | 29 | ||||
| Zinsaufwand: Aufzinsung der bereits erworbenen Ansprüche | 266 | 123 | 292 | 115 | ||||
| Beiträge der Arbeitnehmer | 0 | 8 | 0 | 8 | ||||
| Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand | 0 | 1 | 5 | 3 | ||||
| Versicherungsmathematische Gewinne | – 258 | – 149 | – 691 | – 113 | ||||
| Veränderung Konsolidierungskreis | – 1 | – 99 | – 26 | – 7 | ||||
| Plankürzungen und Planabgeltungen | 0 | – 24 | 0 | – 36 | ||||
| Kursdifferenzen | 0 | – 141 | 0 | – 87 | ||||
| Rentenzahlungen | – 420 | – 148 | – 421 | – 144 | ||||
| Sonstiges | – 1 | 7 | 2 | – 1 | ||||
| Anwartschaftsbarwert am Ende des Geschäftsjahres | 5.773 | 2.158 | 5.013 | 1.925 | ||||
| Veränderung des Planvermögens: | ||||||||
| Beizulegender Zeitwert des Planvermögens am Anfang des Geschäftsjahres | 127 | 1.940 | 167 | 1.910 | ||||
| Erwartete Erträge aus dem Planvermögen | 9 | 131 | 12 | 126 | ||||
| Versicherungsmathematische Gewinne/(Verluste) | 0 | 69 | – 26 | – 313 | ||||
| Veränderung Konsolidierungskreis | 0 | – 84 | – 1 | – 2 | ||||
| Beiträge der Arbeitgeber | 38 | 100 | 37 | 79 | ||||
| Beiträge der Arbeitnehmer | 0 | 8 | 0 | 8 | ||||
| Planabgeltungen | 0 | – 2 | 0 | – 47 | ||||
| Kursdifferenzen | 0 | – 124 | 0 | – 89 | ||||
| Rentenzahlungen | – 8 | – 135 | – 9 | – 128 | ||||
| Sonstiges | 1 | 7 | 0 | 0 | ||||
| Beizulegender Zeitwert des Planvermögens am Ende des Geschäftsjahres | 167 | 1.910 | 180 | 1.544 | ||||
Zum Bilanzstichtag beziehen sich 4.907 (i. Vj. 5.696) Mio € des Anwartschaftsbarwerts auf Pläne, die nicht über einen Fonds finanziert werden und 2.031 (i. Vj. 2.235) Mio € des Anwartschaftsbarwerts auf Pläne, die ganz oder teilweise aus einem Fonds finanziert werden.
Die tatsächlichen Erträge aus dem Planvermögen betragen - 201 (i. Vj. 209) Mio € und berechnen sich als Summe der erwarteten Erträge aus dem Planvermögen und den versicherungsmathematischen Gewinnen bzw. Verlusten.
Die nachfolgende Tabelle zeigt den Finanzierungsstatus, der sich aus der Differenz zwischen Anwartschaftsbarwert und Planvermögen errechnet, einschließlich der Überleitung zu den bilanzierten Beträgen:
| 30.09.2007 | 30.09.2008 | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Deutschland | Übrige Länder | Deutschland | Übrige Länder | |||||
| Finanzierungsstatus am Ende des Geschäftsjahres | – 5.606 | – 248 | – 4.833 | – 381 | ||||
| Auf Grund des „asset ceiling“ nicht als Vermögenswert angesetzter Betrag | 0 | – 6 | 0 | – 3 | ||||
| Bilanzierter Betrag | – 5.606 | – 254 | – 4.833 | – 384 | ||||
| Der bilanzierte Betrag verteilt sich auf folgende Bilanzpositionen: | ||||||||
| Sonstige Forderungen | 0 | 36 | 0 | 10 | ||||
| Pensionsrückstellungen | – 5.606 | – 290 | – 4.833 | – 394 | ||||
| Bilanzierter Betrag | – 5.606 | – 254 | – 4.833 | – 384 | ||||
Netto-Pensionsaufwendungen
Die Netto-Pensionsaufwendungen für Leistungszusagen setzen sich wie folgt zusammen:
| 2006/2007 | 2007/2008 | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Deutschland | Übrige Länder | Deutschland | Übrige Länder | |||||
| Dienstzeitaufwand: Barwert der im Geschäftsjahr hinzuverdienten Versorgungsansprüche | 73 | 39 | 79 | 29 | ||||
| Zinsaufwand: Aufzinsung der bereits erworbenen Ansprüche | 266 | 123 | 292 | 115 | ||||
| Erwarteter Kapitalertrag des Planvermögens | – 9 | – 131 | – 12 | – 126 | ||||
| Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand | 0 | 1 | 5 | 3 | ||||
| Aufwand/(Ertrag) aus Plankürzungen und Planabgeltungen | 0 | – 22 | 0 | 14 | ||||
| Netto-Pensionsaufwendungen für Leistungszusagen | 330 | 10 | 364 | 35 | ||||
Die Komponenten der Netto-Pensionsaufwendungen für Leistungszusagen "Zinsaufwand" und "Erwarteter Kapitalertrag des Planvermögens" sind in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung in der Zeile "Zinsaufwendungen" bzw. "Zinserträge" enthalten.
Bewertungsannahmen (-prämissen)
Die Ansätze für die Diskontierungssätze und die Gehaltssteigerungsraten, die der Berechnung des Verpflichtungsumfangs zu Grunde liegen, wurden nach einheitlichen Grundsätzen abgeleitet und pro Land in Abhängigkeit von den jeweiligen ökonomischen Gegebenheiten festgesetzt. Zur Ableitung der Diskontierungssätze wird dabei grundsätzlich auf Renditen erstrangiger, festverzinslicher Unternehmensanleihen in den jeweiligen Ländern zurückgegriffen, deren Laufzeiten mit den Fristigkeiten der nach Beendigung der Arbeitsverhältnisse zu erfüllenden Verpflichtungen übereinstimmen. Auf Grund der derzeitigen Verwerfungen auf den internationalen Finanzmärkten wurden zur Bereinigung beobachteter marktunüblicher Effekte Abschläge – i.d.R. etwa 20 bis 30 Basispunkte – auf Renditen herangezogener Marktindizes (z. B. von iBoxx®) vorgenommen. Die Annahmen über den erwarteten Kapitalertrag auf das Planvermögen beruhen auf detaillierten Analysen, die von externen Finanzexperten und Versicherungsmathematikern durchgeführt werden. Diese Analysen berücksichtigen sowohl die historischen Ist-Renditen langfristiger Anlagen als auch die für das Ziel-Portfolio künftig erwarteten langfristigen Renditen.
Bei der Berechnung der Pensionsverpflichtungen wurden folgende Annahmen (= gewichteter Durchschnitt) zu Grunde gelegt:
| 30.09.2007 | 30.09.2008 | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Deutschland | Übrige Länder | Deutschland | Übrige Länder | |||||
| Durchschnittliche Bewertungsfaktoren: | ||||||||
| Diskontierungssatz | 5,25 | 5,82 | 6,75 | 6,44 | ||||
| Erwarteter Kapitalertrag auf das Planvermögen | 6,00 | 7,29 | 6,00 | 7,10 | ||||
| Langfristige Gehaltssteigerungsraten | 2,50 | 2,29 | 2,50 | 2,43 | ||||
Planvermögen
Die Mehrzahl der fondsfinanzierten Pensionspläne des Konzerns befindet sich in den USA, in Kanada, in Großbritannien und zu einem geringeren Umfang in Deutschland und einigen anderen europäischen Ländern. Das Planvermögen ist in diversifizierte Portfolios investiert, welche jeweils verschiedene Anlageklassen umfassen. Hiermit soll eine unter Risiko- und Rendite-Aspekten optimale Aufteilung der Anlageklassen erreicht werden. Die Anlageklassen der Fonds umfassen nationale und internationale Aktien, festverzinsliche Wertpapiere staatlicher und nicht-staatlicher Emittenten sowie Immobilienvermögen. Das Planvermögen der Pensionspläne enthält keine Gläubigerpapiere oder Aktien von ThyssenKrupp.
Bei der Anlage des Planvermögens bedient sich der Konzern professioneller Investmentmanager. Diese agieren auf Basis spezifischer Investitionsrichtlinien, die vom Investitionsausschuss des jeweiligen Plans erlassen worden sind. Die Investitionsausschüsse setzen sich aus leitenden Mitarbeitern des Finanzbereichs und anderen qualifizierten Führungskräften zusammen. Sie tagen regelmäßig, um das Ziel-Portfolio zu genehmigen sowie die Risiken und die Performance wesentlicher Pensionsfonds zu überprüfen; darüber hinaus bewilligen sie die Auswahl bzw. die Vertragsverlängerung externer Fondsmanager.
Die Struktur des Konzern-Zielportfolios basiert auf Asset- Liability-Studien, die für die wesentlichen Pensionsfonds des Konzerns durchgeführt worden sind.
Die Struktur des Ist-Portfolios und des Ziel-Portfolios des Planvermögens der Pensionspläne stellt sich wie folgt dar:
| Ist-Portfoliostruktur des Planvermögens |
Ziel-Portfolio- struktur |
|||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 30.09.2007 | 30.09.2008 | 30.09.2009 | ||||
| Aktien | 59 % | 44 % | 50-65 % | |||
| Festverzinsliche Wertpapiere | 37 % | 48 % | 35-45 % | |||
| Immobilien/Sonstiges | 4 % | 8 % | 0-10 % | |||
| Insgesamt | 100 % | 100 % | ||||
Auf Grund weltweit rückläufiger Aktienkurse sowie planmäßiger Absicherungsmaßnahmen hat sich der Aktienanteil des Ist-Portfolios reduziert. Sobald eine Normalisierung der Marktsituation eintritt, wird eine Rückkehr zur Ziel-Portfoliostruktur angestrebt.
Dotierung der Pensionspläne
Grundsätzlich dotiert der Konzern die Pensionsfonds in Höhe des Betrags, der erforderlich ist, um die gesetzlichen Minimalzuführungserfordernisse des jeweiligen Landes, in dem der Fonds ansässig ist, zu erfüllen. In den USA und in Kanada richtet sich die Minimaldotierung einiger Fonds nach gewerkschaftlichen Regelungen. Darüber hinaus leistet der Konzern von Zeit zu Zeit nach eigenem Ermessen zusätzliche Zuführungen. Für das Geschäftsjahr 2008/2009 erwartet ThyssenKrupp Bar-Dotierungen zu den fondsfinanzierten Pensionsplänen in Höhe von 89 Mio €.
Pensionszahlungen
Im Geschäftsjahr 2007/2008 wurden Pensionszahlungen für Pläne in Deutschland von 421 (i. Vj. 420) Mio € und für Pläne in den übrigen Ländern von 144 (i. Vj. 148) Mio € geleistet. In den kommenden 10 Geschäftsjahren werden aus den Pensionsplänen folgende Zahlungen erwartet:
| Deutschland | Übrige Länder | |||
|---|---|---|---|---|
| (für die Geschäftsjahre) | ||||
| 2008/2009 | 433 | 162 | ||
| 2009/2010 | 433 | 127 | ||
| 2010/2011 | 434 | 126 | ||
| 2011/2012 | 432 | 130 | ||
| 2012/2013 | 428 | 131 | ||
| 2013/2014 - 2017/2018 | 2.071 | 668 | ||
| Insgesamt | 4.231 | 1.344 |
Folgende Beträge wurden für die laufende Berichtsperiode und die vorangegangenen Berichtsperioden für die leistungsorientierten Pläne angesetzt:
| 30.09.2005 | 30.09.2006 | 30.09.2007 | 30.09.2008 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Anwartschaftsbarwert | 9.209 | 8.655 | 7.931 | 6.938 | ||||
| Beizulegender Zeitwert des Planvermögens | 1.937 | 2.067 | 2.077 | 1.724 | ||||
| Überschuss bzw. Fehlbetrag der Pläne | – 7.272 | – 6.588 | – 5.854 | – 5.214 | ||||
| Erfahrungsbedingte Anpassungen der Schulden der Pläne | – 43 | – 52 | – 89 | – 47 | ||||
| Erfahrungsbedingte Anpassungen der Vermögenswerte der Pläne | 112 | 13 | 44 | – 345 |
Beitragsorientierte Pläne (Defined-Contribution-Pläne)
Darüber hinaus gewährt der Konzern im In- und Ausland Beitragszusagen im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung über Pensionskassen und vergleichbare Versorgungseinrichtungen. Der Konzern erbringt für diese Pläne Beitragsleistungen in Höhe eines bestimmten Prozentsatzes vom Einkommen der Mitarbeiter oder in Abhängigkeit von der Höhe der Beitragsleistungen der Mitarbeiter. Der Gesamtaufwand aus als beitragsorientierte Pläne bilanzierten Pensionszusagen betrug im Geschäftsjahr 140 (i. Vj. 118) Mio €. Davon entfielen 86 (i. Vj. 81) Mio € auf gemeinschaftlich mit nicht verbundenen Unternehmen unterhaltene Pensionspläne (Multi- Employer Plans). Zusätzlich wurden Beiträge an staatliche Rentenversicherungsträger von 363 (i. Vj. 332) Mio € gezahlt.
Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen
In den USA und Kanada gewährt der Konzern Gesundheitsfürsorgeleistungen und Lebensversicherungsleistungen an Pensionäre, die bestimmte Mindestanforderungen hinsichtlich ihres Lebens- und Dienstalters erfüllen. Die Verpflichtungen entfallen ganz überwiegend auf den Auslaufbereich von ThyssenKrupp Budd.
Im Dezember 2003 hat die US-Regierung das Gesetz "Medicare Prescription Drug, Improvement and Modernization Act" in Kraft gesetzt. Durch das Gesetz erhalten Unternehmen, die Gesundheitsfürsorgeleistungen an Pensionäre gewähren, deren Leistungsumfang mindestens der gesetzlichen Regelung entspricht, einen staatlichen Zuschuss. Der Konzern bilanziert diese staatlichen Zuschüsse in Übereinstimmung mit IAS 19 als sogenannte Reimbursement Rights.
Die Entwicklung der Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen und der Erstattungsansprüche (Reimbursement Rights) stellt sich wie folgt dar:
| 30.09.2007 USA/Kanada |
30.09.2008 USA/Kanada |
|||
|---|---|---|---|---|
| Veränderung des Anwartschaftsbarwerts: | ||||
| Anwartschaftsbarwert am Anfang des Geschäftsjahres | 1.122 | 893 | ||
| Dienstzeitaufwand: Barwert der im Geschäftsjahr hinzuverdienten Ansprüche | 12 | 10 | ||
| Zinsaufwand: Aufzinsung der erwarteten Zuschussverpflichtungen | 54 | 52 | ||
| Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand | – 9 | 8 | ||
| Versicherungsmathematische Verluste | 5 | 103 | ||
| Veränderung Konsolidierungskreis | – 79 | 0 | ||
| Plankürzungen und Planabgeltungen | – 43 | 0 | ||
| Kursdifferenzen | – 103 | – 10 | ||
| Zahlungen für Versorgungsverpflichtungen | – 66 | – 43 | ||
| Anwartschaftsbarwert am Ende des Geschäftsjahres | 893 | 1.013 | ||
| Veränderung der Erstattungsansprüche (Reimbursement rights) im Zusammenhang mit Gesundheitsfürsorgezuschussverpflichtungen: | ||||
| Beizulegender Zeitwert der Erstattungsansprüche am Anfang des Geschäftsjahres | 90 | 67 | ||
| Erwartete Erträge aus Erstattungsansprüchen | 5 | 4 | ||
| Versicherungsmathematische Gewinne/(Verluste) | – 9 | 14 | ||
| Veränderung Konsolidierungskreis | – 4 | 0 | ||
| Planabgeltungen | – 3 | 0 | ||
| Beiträge der Arbeitgeber | 3 | 3 | ||
| Kursdifferenzen | – 9 | 0 | ||
| Gezahlte Leistungen | – 6 | – 6 | ||
| Sonstige | 0 | 1 | ||
| Beizulegender Zeitwert der Erstattungsansprüche am Ende des Geschäftsjahres | 67 | 83 |
Die nachfolgende Tabelle zeigt den Finanzierungsstatus einschließlich der Überleitung zum Bilanzausweis:
| 30.09.2007 USA/Kanada |
30.09.2008 USA/Kanada |
|||
|---|---|---|---|---|
| Finanzierungsstatus am Ende des Geschäftsjahres | – 893 | – 1.013 | ||
| Noch unberücksichtigter nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand | – 22 | – 16 | ||
| Bilanzierter Betrag (= Rückstellungen für Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen) | – 915 | – 1.029 |
Bewertungsannahmen (-prämissen)
Bei der Berechnung der Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen wurden folgende Annahmen zu Grunde gelegt (= gewichteter Durchschnitt):
| 30.09.2007 USA/Kanada |
30.09.2008 USA/Kanada |
|||
|---|---|---|---|---|
| Durchschnittliche Bewertungsfaktoren: | ||||
| Diskontierungssatz | 6,38 | 6,97 | ||
| Steigerungsrate für Gesundheitsfürsorge im nächsten Jahr | 9,71 | 9,73 | ||
| Letzte Steigerungsrate für Gesundheitsfürsorge (erwartet in 2032) | 4,94 | 5,00 |
Netto-Aufwendungen für Zuschussverpflichtungen für Gesundheitsfürsorgeleistungen
Die Netto-Aufwendungen der Zuschussverpflichtungen für die Gesundheitsfürsorgeleistungen für Pensionäre setzen sich wie folgt zusammen:
| 2006/2007 USA/Kanada |
2007/2008 USA/Kanada |
|||
|---|---|---|---|---|
| Dienstzeitaufwand: Barwert der im Geschäftsjahr hinzuverdienten Versorgungsansprüche | 12 | 10 | ||
| Zinsaufwand: Aufzinsung der erwarteten Zuschussverpflichtungen | 54 | 52 | ||
| Erwarteter Ertrag aus Erstattungsansprüchen | – 5 | – 4 | ||
| Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand | – 3 | 3 | ||
| Aufwand/(Ertrag) aus Plankürzungen und Planabgeltungen | – 40 | 0 | ||
| Netto-Aufwendungen der Zuschussverpflichtungen für Gesundheitsfürsorgeleistungen für Pensionäre | 18 | 61 |
Die Komponente "Zinsaufwand" der Netto-Aufwendungen für Gesundheitsfürsorgeleistungen für Pensionäre ist in der Konzern- Gewinn- und Verlustrechnung in der Zeile "Zinsaufwendungen" enthalten.
Nachfolgend sind die Auswirkungen dargestellt, die aus einer Erhöhung bzw. Verminderung der angenommenen Steigerungsrate für die Gesundheitsfürsorgeleistungen um 1-%-Punkt resultieren:
| 1-% -Punkt | ||||
|---|---|---|---|---|
| Erhöhung | Verminderung | |||
| Effekt auf die Dienstzeit- und Zinsaufwendungen | 10 | – 9 | ||
| Effekt auf den Anwartschaftsbarwert | 136 | – 112 | ||
Folgende Beträge wurden für die laufende Berichtsperiode und die vorangegangenen Berichtsperioden für die Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen angesetzt:
| 30.09.2005 | 30.09.2006 | 30.09.2007 | 30.09.2008 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Anwartschaftsbarwert | 1.290 | 1.122 | 893 | 1.013 | ||||
| Beizulegender Zeitwert des Erstattungsanspruchs | 79 | 90 | 67 | 83 | ||||
| Überschuss bzw. Fehlbetrag der Pläne | – 1.290 | – 1.122 | – 893 | – 1.013 | ||||
| Erfahrungsbedingte Anpassungen der Schulden der Pläne | – 19 | – 33 | 13 | – 41 | ||||
| Erfahrungsbedingte Anpassungen des Erstattungsanspruchs | 1 | 31 | 0 | 0 |
Sonstige pensionsähnliche Verpflichtungen
Bei einigen deutschen Gesellschaften bestehen Verpflichtungen aus Altersteilzeitvereinbarungen. Hierbei erbringt der Arbeitnehmer Vorleistungen durch Mehrarbeit, die nach dem Ausscheiden durch ratierliche Zahlungen entgolten werden. Für die Verpflichtungen wurden Rückstellungen nach IAS 19 "Employee Benefits" in Höhe von 242 (i. Vj. 273) Mio € angesetzt.
24 Sonstige Rückstellungen
Tabelle: Sonstige Rückstellungen
Vom Gesamtbetrag der sonstigen Rückstellungen zum 30. September 2008 sind 1.746 (i. Vj. 1.559) Mio € kurzfristig und 641 (i. Vj. 696) Mio € langfristig. Sonstige Rückstellungen in Höhe von 548 (i. Vj. 349) Mio € haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.
Die Rückstellung für Gewährleistungs- und Produkthaftungsverpflichtungen umfasst sowohl die Haftung des Konzerns für die einwandfreie Funktionalität der verkauften Produkte (Gewährleistung) als auch die Verpflichtung, dem Käufer durch den Gebrauch der Produkte entstandene Schäden zu ersetzen (Produkthaftung).
Die Rückstellung für sonstige absatz- und beschaffungsmarktbezogene Risiken besteht im Wesentlichen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften.
Mit den Rückstellungen für Verpflichtungen im Personalbereich werden vor allem Jubiläumszuwendungen und Verpflichtungen aus den Management Incentiveplänen erfasst, während Sozialplan- und ähnliche Aufwendungen in der Rückstellung für Restrukturierungen innerhalb der Personalstrukturmaßnahmen berücksichtigt sind. Pensionsähnliche Verpflichtungen wie Altersteilzeit- und Vorruhestandsregelungen sind Bestandteil der Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen.
Die Restrukturierungsrückstellung umfasst neben den rückstellungsfähigen Personalstrukturmaßnahmen auch Rückstellungen für Sachstrukturmaßnahmen, die im Rahmen der Aufgabe von betrieblichen Bereichen für Kosten gebildet werden, die aus Maßnahmen resultieren, die keinen zukünftigen wirtschaftlichen Nutzen generieren. In allen Segmenten werden Restrukturierungsmaßnahmen durchgeführt. Von den Rückstellungen zum 30. September 2008 entfallen 129 Mio € auf das Segment Steel und 32 Mio € auf das Segment Technologies.
Die Rückstellung für Entfernungsverpflichtungen besteht im Wesentlichen aus Verpflichtungen zur Sicherung entstandener Bergschäden und für Rekultivierungsmaßnahmen. Die Abwicklung von Bergschäden und Rekultivierungsverpflichtungen erstreckt sich typischerweise über lange Zeiträume von teilweise mehr als 30 Jahren. Die technischen Rahmenbedingungen sind als sehr komplex einzuschätzen. Entsprechend bestehen Unsicherheiten über den zeitlichen Anfall und die konkrete Höhe der Aufwendungen.
Die Rückstellungen für Umweltschutzverpflichtungen betreffen vor allem die Beseitigung von Altlasten sowie Sanierungs- und Gewässerschutzmaßnahmen.
25 Finanzschulden
| 30.09.2007 | 30.09.2008 | |||
|---|---|---|---|---|
| Anleihen | 1.996 | 1.497 | ||
| Schuldscheindarlehen | 50 | 479 | ||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 604 | 968 | ||
| Akzeptverbindlichkeiten | 2 | 0 | ||
| Verbindlichkeiten aus Finance Lease | 136 | 98 | ||
| Sonstige Darlehen | 25 | 26 | ||
| Langfristige Finanzschulden | 2.813 | 3.068 | ||
| Anleihen | 0 | 500 | ||
| Schuldscheindarlehen | 100 | 50 | ||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 629 | 711 | ||
| Verbindlichkeiten aus nicht ausgebuchten Forderungen | 9 | 3 | ||
| Akzeptverbindlichkeiten | 25 | 31 | ||
| Verbindlichkeiten aus Finance Lease | 37 | 27 | ||
| Sonstige Darlehen | 25 | 26 | ||
| Kurzfristige Finanzschulden | 825 | 1.348 | ||
| Finanzschulden | 3.638 | 4.416 |
Die kurzfristigen Finanzschulden beinhalten die Finanzschulden mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr, während die langfristigen Finanzschulden eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr haben.
| Buchwert in Mio € 30.09.2007 |
Buchwert in Mio € 30.09.2008 |
Nominalwert in Mio € 30.09.2008 |
Zinssatz in % | Beizulegender Zeitwert in Mio € 30.09.2008 |
Fälligkeit | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Anleihe ThyssenKrupp Finance Nederland B.V. (500 Mio €) 2002/2009 |
499 | 500 | 500 | 7,000 | 502 | 19.03.2009 | ||||||
| Anleihe ThyssenKrupp AG (750 Mio €) 2004/2011 |
748 | 748 | 750 | 5,000 | 743 | 29.03.2011 | ||||||
| Anleihe ThyssenKrupp AG (750 Mio €) 2005/2015 |
749 | 749 | 750 | 4,375 | 678 | 18.03.2015 | ||||||
| Schuldscheindarlehen ThyssenKrupp AG (100 Mio €) 2001/2007 |
100 | — | — | 5,450 | — | 25.10.2007 | ||||||
| Schuldscheindarlehen ThyssenKrupp AG (50 Mio €) 2004/2009 |
50 | 50 | 50 | 4,500 | 51 | 19.01.2009 | ||||||
| Schuldscheindarlehen ThyssenKrupp AG (100 Mio €) 2008/2013 |
— | 100 | 100 | 5,150 | 98 | 15.04.2013 | ||||||
| Schuldscheindarlehen ThyssenKrupp AG (150 Mio €) 2008/2013 |
— | 149 | 150 | 5,300 | 148 | 25.04.2013 | ||||||
| Schuldscheindarlehen ThyssenKrupp AG (150 Mio €) 2008/2014 |
— | 150 | 150 | 5,375 | 147 | 21.05.2014 | ||||||
| Schuldscheindarlehen ThyssenKrupp AG (80 Mio €) 2008/2016 |
— | 80 | 80 | 5,710 | 78 | 15.09.2016 | ||||||
| Insgesamt | 2.146 | 2.526 | 2.530 | 2.445 |
Die ThyssenKrupp AG hat für die Anleihe der ThyssenKrupp Finance Nederland B.V. eine unbedingte und unwiderrufliche Garantie für die Zahlungsverpflichtungen gemäß den Anleihebedingungen übernommen.
Im April 2008 hat die ThyssenKrupp AG zwei Schuldscheindarlehen mit 5-jähriger Laufzeit über insgesamt 250 Mio € platziert. Weiterhin wurde im Mai 2008 ein Schuldscheindarlehen mit 6-jähriger Laufzeit über 150 Mio € platziert sowie im September 2008 ein weiteres Schuldscheindarlehen über 80 Mio €, dessen Laufzeit 8 Jahre beträgt.
Sämtliche Anleihen und Schuldscheindarlehen sind endfällig.
Per 30. September 2008 stellt sich die Finanzierungsstruktur der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und der Sonstigen Darlehen wie folgt dar:
| Buchwert in Mio € 30.09.2007 |
Buchwert in Mio € 30.09.2008 |
davon in € | Gewogener Durch- schnitts- zinssatz in % per 30.09.2008 |
davon in USD | Gewogener Durch- schnitts- zinssatz in % per 30.09.2008 |
davon in weiteren Währungen |
Beizu- legender Zeitwert in Mio € 30.09.2008 |
|||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Variabel verzinsliche Kredite | 1.045 | 1.221 | 147 | 5,45 | 275 | 5,35 | 799 | 1.221 | ||||||||
| Festverzinsliche Kredite | 238 | 510 | 472 | 5,66 | 6 | — | 32 | 509 | ||||||||
| Insgesamt | 1.283 | 1.731 | 619 | 5,61 | 281 | 5,24 | 831 | 1.730 |
ThyssenKrupp stehen variabel verzinsliche Mittel aus einer syndizierten Kreditfazilität (Multi-Currency-Facility-Agreement) in Höhe von 2,5 Mrd € zur Verfügung. Die Fazilität wurde im Juli 2005 abgeschlossen und hat eine Laufzeit bis zum 01. Juli 2014. Die Kreditfazilität war am Bilanzstichtag nicht in Anspruch genommen.
Des Weiteren hat die ThyssenKrupp AG mit ihren Finanzpartnern bilaterale Vereinbarungen in Höhe von 2,2 Mrd € getroffen, denen zufolge sie, aber auch teilweise die ThyssenKrupp Finance USA, Inc. oder die ThyssenKrupp Finance Nederland B.V. Kredite in Euro oder wahlweise in US-Dollar oder in Britischen Pfund revolvierend in Anspruch nehmen kann (Roll-Over-Finanzierungen). Von diesen bilateralen Kreditlinien haben 76 % eine Restlaufzeit von über 5 Jahren und 24 % eine Restlaufzeit von bis zu 5 Jahren. Am Bilanzstichtag waren keine Barkredite in Anspruch genommen.
Insgesamt verfügt der Konzern über ungenutzte und fest zugesagte Kreditlinien in Höhe von 4,6 Mrd €.
Darüber hinaus verfügt der Konzern über weitere Finanzierungsmöglichkeiten im Rahmen eines Commercial Paper Programms mit einem maximalen Emissionsvolumen von 1,5 Mrd €, das zum 30. September 2008 nicht in Anspruch genommen war.
Für Finance-Lease-Verträge betragen die zukünftigen Mindestzahlungen zum Stichtag:
| 30.09.2007 | 30.09.2008 | |||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Künftige Mindestleasing-zahlungen | Zinsen | Barwert (Verbindlich-keiten aus Finance Lease) | Künftige Mindestleasing-zahlungen | Zinsen | Barwert (Verbindlich-keiten aus Finance Lease) | |||||||
| Bis zu einem Jahr | 40 | 3 | 37 | 35 | 8 | 27 | ||||||
| Zwischen einem Jahr und fünf Jahren | 145 | 31 | 114 | 92 | 16 | 76 | ||||||
| Länger als fünf Jahre | 29 | 7 | 22 | 29 | 7 | 22 | ||||||
| Insgesamt | 214 | 41 | 173 | 156 | 31 | 125 | ||||||
Die Fälligkeiten der Finanzschulden verteilen sich wie folgt auf die nächsten 5 Jahre und die Zeit danach:
| Gesamte Finanz- schulden |
Davon: Verbindlich- keiten gegenüber Kreditinstituten |
|||
|---|---|---|---|---|
| (für die Geschäftsjahre) | ||||
| 2008/2009 | 1.348 | 711 | ||
| 2009/2010 | 168 | 112 | ||
| 2010/2011 | 823 | 52 | ||
| 2011/2012 | 96 | 81 | ||
| 2012/2013 | 581 | 325 | ||
| nach 2012/2013 | 1.400 | 398 | ||
| Insgesamt | 4.416 | 1.679 |
26 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 40 (i. Vj. 11) Mio € haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.
27 Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
| 30.09.2007 | 30.09.2008 | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| kurzfristig | langfristig | kurzfristig | langfristig | |||||
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | 513 | 125 | 999 | 321 | ||||
| Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung | 164 | — | 369 | — | ||||
| Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung | 169 | — | 176 | — | ||||
| Insgesamt | 846 | 125 | 1.544 | 321 | ||||
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten in Höhe von 328 (i. Vj. 125) Mio € haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.
28 Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten
| 30.09.2007 | 30.09.2008 | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| kurzfristig | langfristig | kurzfristig | langfristig | |||||
| Fertigungsaufträge mit passivischem Saldo gegenüber Kunden | 3.301 | — | 3.445 | — | ||||
| Erhaltene Anzahlungen | 844 | — | 1.084 | — | ||||
| Absatz- und beschaffungsmarktbezogene Verbindlichkeiten | 694 | — | 642 | — | ||||
| Verbindlichkeiten aus Put Optionen | 180 | 22 | 180 | 19 | ||||
| Verbindlichkeiten gegenüber der Belegschaft | 904 | — | 965 | — | ||||
| Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit | 107 | — | 122 | — | ||||
| Rechnungsabgrenzungsposten | 189 | — | 187 | — | ||||
| Verbindlichkeiten aus Steuern (ohne Ertragsteuern) | 404 | — | 370 | — | ||||
| Übrige | 481 | — | 506 | 1 | ||||
| Insgesamt | 7.104 | 22 | 7.501 | 20 | ||||
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten in Höhe von 883 (i. Vj. 1.414) Mio € haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.
Die aus der Bilanzierung von Fertigungsaufträgen resultierenden Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
| 30.09.2007 | 30.09.2008 | |||
|---|---|---|---|---|
| Angefallene Auftragskosten und ausgewiesene Auftragsgewinne (abzüglich ausgewiesener Verluste) | 4.328 | 5.382 | ||
| abzüglich erhaltener Anzahlungen | – 7.629 | – 8.827 | ||
| Insgesamt | – 3.301 | – 3.445 |
29 Eventualverbindlichkeiten, sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risiken
Eventualverbindlichkeiten
Die ThyssenKrupp AG, deren Segmentführungsgesellschaften sowie in Einzelfällen auch deren Tochtergesellschaften haben Bürgschaften oder Garantien zu Gunsten von Auftraggebern oder Kreditgebern ausgestellt bzw. ausstellen lassen. Die in der nachfolgenden Tabelle dargestellten Verpflichtungen zeigen Haftungsverhältnisse, bei denen der Hauptschuldner kein konsolidiertes Unternehmen ist.
| Maximales Haftungsvolumen | Rückstellung | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 30.09.2007 | 30.09.2008 | 30.09.2007 | 30.09.2008 | |||||
| Anzahlungsgarantien | 107 | 145 | 0 | 1 | ||||
| Gewährleistungs- und Vertragserfüllungsgarantien | 112 | 67 | 1 | 1 | ||||
| Kreditaufträge | 40 | 42 | 0 | 0 | ||||
| Restwertgarantien | 45 | 45 | 1 | 1 | ||||
| Sonstige Haftungserklärungen | 167 | 79 | 2 | 1 | ||||
| Insgesamt | 471 | 378 | 4 | 4 | ||||
In den Bürgschaften und Garantien sind keine (i. Vj. 3 Mio €) Eventualverbindlichkeiten von assoziierten Unternehmen und 189 (i. Vj. 217) Mio € für Eventualverbindlichkeiten von Joint Ventures enthalten.
Die Laufzeiten variieren je nach Art der Garantie von 3 Monaten bis zu 10 Jahren (z.B. bei Miet- und Pachtgarantien).
Grundlage für eine mögliche Inanspruchnahme durch den Begünstigten ist die nicht vertragskonforme Erfüllung von vertraglich eingegangenen Verpflichtungen durch den Hauptschuldner, wie z. B. nicht rechtzeitige oder nicht ordnungsgemäße Lieferung, Nichteinhaltung von zugesicherten Leistungsparametern oder nicht ordnungsgemäße Rückzahlung von Krediten.
Alle durch die ThyssenKrupp AG oder die Segmentführungsgesellschaften ausgestellten oder in Auftrag gegebenen Bürgschaften oder Garantien erfolgen im Auftrag und unter Rückhaftung des jeweiligen aus dem zu Grunde liegenden Vertragsverhältnis entsprechend verpflichteten Unternehmens (Hauptschuldner). Besteht die Rückhaftung gegen einen Hauptschuldner, an dem ganz oder teilweise ein konzernfremder Dritter beteiligt ist, so wird mit diesem grundsätzlich die Stellung zusätzlicher Sicherheiten in entsprechender Höhe vereinbart.
ThyssenKrupp haftet aus Beteiligungen an Gesellschaften bürgerlichen Rechts, Personengesellschaften und Arbeitsgemeinschaften gesamtschuldnerisch.
Ehemalige Aktionäre von Thyssen und von Krupp haben die gerichtliche Überprüfung der Umtauschverhältnisse aus der Verschmelzung der Thyssen AG und der Fried. Krupp AG Hoesch-Krupp zur ThyssenKrupp AG nach § 305 UmwG beantragt. Die Verfahren sind vor dem Landgericht Düsseldorf anhängig. Stellt das Gericht im Spruchverfahren eine Unangemessenheit des Umtauschverhältnisses fest, erfolgt ein Ausgleich durch eine verzinsliche bare Zuzahlung. Die Zuzahlung ist an alle betroffenen Aktionäre zu leisten, auch wenn sie nicht Antragsteller des Spruchverfahrens sind. Die Gesellschaft erwartet jedoch, dass die Spruchverfahren nicht zu baren Zuzahlungen führen werden, da die Umtauschverhältnisse sorgfältig ermittelt, zwischen voneinander unabhängigen Vertragspartnern vereinbart und von dem gerichtlich bestellten Verschmelzungsprüfer geprüft und bestätigt worden sind.
Aus der Eingliederung der Thyssen Industrie AG in die ThyssenKrupp AG ist ein Spruchverfahren zur gerichtlichen Überprüfung der Angemessenheit der Abfindung an die außenstehenden Aktionäre der Thyssen Industrie AG anhängig. Sollte das Gericht in einer rechtskräftigen Entscheidung zu dem Ergebnis kommen, dass die angebotene Abfindung unangemessen war, wird die durch weitere Barzahlung erhöhte Abfindung allen außenstehenden Aktionären gewährt.
ThyssenKrupp ist im Zusammenhang mit dem Erwerb und der Veräußerung von Unternehmen in gerichtliche, schiedsgerichtliche und außergerichtliche Auseinandersetzungen verwickelt, die zur Rückerstattung von Teilen des Kaufpreises oder zur Gewährung von Schadensersatz führen können. Aus Anlagenbau-, Liefer- und Leistungsverträgen werden von Kunden, Konsortialpartnern und Subunternehmern Ansprüche erhoben. Bei einigen Rechtsstreitigkeiten haben sich die Ansprüche im Verlauf des Geschäftsjahres als unbegründet erwiesen oder sind verjährt. Eine Reihe von Verfahren ist noch anhängig.
Special Purpose Entities
ThyssenKrupp hat eine Anlage zur Produktion von Koks gemietet. Die Anwendung der Interpretation SIC 12 "Consolidation – Special Purpose Entities" auf die Betreibergesellschaft dieser Anlage hat ergeben, dass diese eine Special Purpose Entity im Sinne der Interpretation ist, für die eine Konsolidierungspflicht besteht. Die Vollkonsolidierung dieser Gesellschaft hat jedoch nur geringe Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Hingegen führte die Überprüfung der Eigentümergesellschaft, die ebenfalls eine Special Purpose Entity im Sinne der Interpretation ist, zu dem Ergebnis, dass der Konzern diese Gesellschaft nicht beherrscht. Die Gesellschaft wird somit nicht in den Konsolidierungskreis des Konzerns einbezogen. Die Verpflichtungen des Konzerns im Rahmen des Miet- und Abnahmevertrages sind Bestandteil der unter den "Sonstigen finanziellen Verpflichtungen und anderen Risiken" aufgeführten künftigen Mindestmietzahlungen aus Operating Lease. Das maximale Verlustrisiko des Konzerns aus dieser Anlage beläuft sich auf ca. 45 Mio € und resultiert aus der im Wesentlichen durch Dritte übernommenen Restwertgarantie für die Anlage zum Ende des Miet- bzw. Abnahmevertrages.
Sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risiken
Im Rahmen von Miet-, Pacht- und Leasingverträgen, die als Operating Lease zu qualifizieren sind, least der Konzern Sachanlagen. Hieraus resultieren in der Gewinn- und Verlustrechnung im Saldo Aufwendungen von 272 (i. Vj. 232) Mio €, die ausschließlich Mindestmietzahlungen (Minimum Rentals) betreffen:
Die künftigen (nicht abgezinsten) Mindestmietzahlungen aus solchen unkündbaren Verträgen, die zum Stichtag eine anfängliche oder verbleibende Restlaufzeit von mehr als einem Jahr haben, betragen:
| 30.09.2007 | 30.09.2008 | |||
|---|---|---|---|---|
| Bis zu einem Jahr | 220 | 258 | ||
| Zwischen einem Jahr und fünf Jahren | 557 | 565 | ||
| Länger als fünf Jahre | 505 | 453 | ||
| Insgesamt | 1.282 | 1.276 |
Im Gesamtbetrag der künftigen Mindestmietzahlungen sind die künftigen Mindestmieteinnahmen aus unkündbaren Untermietverträgen in Höhe von 4 (2006/2007: 6) Mio € nicht berücksichtigt.
Das Bestellobligo für Investitionsvorhaben beläuft sich zum 30. September 2008 auf 5.090 (i. Vj. 2.584) Mio € und betrifft im Wesentlichen das Segment Steel.
Gegenüber Kapitalgesellschaften und Genossenschaften bestehen Einzahlungsverpflichtungen und Nachschusspflichten von zusammen 3 (i. Vj. 9) Mio €. Darüber hinaus bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von 3.539 (i. Vj. 3.214) Mio €. Diese betreffen im Wesentlichen die Abnahmeverpflichtungen aus langfristigen Koks-, Kohle- und Kalklieferverträgen und Verpflichtungen aus Schiffscharterverträgen im Segment Steel sowie die Abnahmeverpflichtungen aus Strom- und Gaslieferverträgen im Konzern. Darüber hinaus bestehen im Segment Steel langfristige Lieferverträge für Eisenerz und Eisenerz-Pellets aus denen ab dem Geschäftsjahr 2008/2009 Abnahmeverpflichtungen für einen Zeitraum von bis zu 15 Jahren resultieren. Auf Grund der hohen Volatilität der Preisentwicklung für Eisenerz wurden für die Bewertung der gesamten Abnahmeverpflichtungen die zum Berichtszeitpunkt gültigen Erzpreise zugrunde gelegt; hieraus ergeben sich Abnahmeverpflichtungen von 10.120 Mio €.
Im Rahmen der Sach- und Betriebsunterbrechungsversicherungen existieren zurzeit bei einigen Produktionsanlagen der Segmente Steel und Stainless Selbstbehalte in beachtlicher Höhe. Der Eintritt eines oder mehrerer Schadensfälle kann zu einer wesentlichen Beeinträchtigung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns führen.
Mit Entscheidung vom 20. November 2007 hat die EU-Kommission ein Gesetz der Republik Italien aus dem Jahr 2005, das neben anderen Unternehmen auch der ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni S.p.A. beim Strombezug bestimmte Vergünstigungen gewährt, als unzulässige Staatsbeihilfen eingestuft. Die EU-Kommission hat Italien aufgefordert, auf Grund dieser gesetzlichen Regelung gezahlte Beihilfen von den betroffenen Unternehmen zurückzufordern. Italien hat gegen die Entscheidung der Kommission am 31. Januar 2008 Klage eingereicht. Am 06. Februar 2008 hat die ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni ebenfalls Klage gegen diese Entscheidung eingereicht. Ob und in welcher Höhe möglicherweise Rückforderungsansprüche durch den italienischen Staat gestellt werden bzw. bisher von ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni geltend gemachte Ansprüche von Italien beglichen werden, kann zur Zeit nicht abschließend beurteilt werden.
Mit Entscheidung vom 02. Juli 2008 hat die EU-Kommission verschiedene, der Hellenic Shipyards S.A. (HSY) gewährte Investitionszuschüsse und Zusagen als staatliche, mit dem Gemeinsamen Markt nicht vereinbare Beihilfen eingestuft. Die Beihilfen wurden in den Jahren 1997 bis 2002 teilweise im Zusammenhang mit der Privatisierung der ehemals staatlichen Werft gewährt. Eine Freistellungsklausel im Kaufvertrag über den Erwerb der HSY zugunsten der erwerbenden Howaldtswerke-Deutsche Werft GmbH im Jahre 2002 für eventuelle Rückforderungen von Beihilfen betrachtet die Kommission ebenfalls als beihilfewidrig. Die EU-Kommission hat die Republik Griechenland aufgefordert, die Beihilfen von der HSY zurückzufordern; nach Auffassung der Kommission handelt es sich um einen Betrag von ca. 236 Mio € (zuzüglich Zinsen). Gegen die Entscheidung der Kommission wurde Klage vor dem Europäischen Gericht erster Instanz (Luxemburg) erhoben. Eine Klage gegen die Verkäuferin der HSY auf Freistellung von eventuellen Rückforderungen des griechischen Staates ist bei dem zuständigen Gericht in Athen bereits eingereicht. Die Rückforderungspflicht des griechischen Staates betrifft allein das zivile Geschäft, nicht das militärische Geschäft der HSY. Sollte der Vorgang insgesamt eine ungünstige Entwicklung nehmen, kann zurzeit nicht ausgeschlossen werden, dass sich daraus ein wesentlicher Einfluss auf den Konzernabschluss von ThyssenKrupp ergibt.
30 Finanzinstrumente
In der nachfolgenden Tabelle sind die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach Bewertungskategorien und Klassen dargestellt. Dabei werden auch die Forderungen und Verbindlichkeiten aus Finance Lease sowie die Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung berücksichtigt, obwohl sie keiner Bewertungskategorie des IAS 39 angehören.
Für die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige kurzfristige Forderungen sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente entspricht der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert. Der beizulegende Zeitwert von festverzinslichen Ausleihungen ergibt sich als Barwert der zukünftig erwarteten Cash-Flows. Die Abzinsung erfolgt auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen Zinssätze.
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte beinhalten im Wesentlichen Eigenkapitalinstrumente und Gläubigerpapiere. Sie werden grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert bewertet; dieser basiert soweit vorhanden auf Börsenkursen zum Bilanzstichtag. Liegen keine auf einem aktiven Markt notierten Preise vor und kann der beizulegende Zeitwert nicht verlässlich ermittelt werden, erfolgt eine Bewertung zu Anschaffungskosten.
Der beizulegende Zeitwert von Devisentermingeschäften errechnet sich auf Basis des am Bilanzstichtag geltenden Devisenkassamittelkurses unter Berücksichtigung der Terminaufschläge und -abschläge für die jeweilige Restlaufzeit des Kontraktes im Vergleich zum kontrahierten Devisenterminkurs. Bei Devisenoptionen werden anerkannte Modelle zur Ermittlung des Optionspreises angewandt. Der beizulegende Zeitwert einer Option wird neben der Restlaufzeit der Option zusätzlich durch weitere Bestimmungsfaktoren, wie z. B. die aktuelle Höhe und die Volatilität des zu Grunde liegenden jeweiligen Wechselkurses oder der zu Grunde liegenden Basiszinsen, beeinflusst.
Bei Zinsswaps und Zins-/ Währungsswaps erfolgt die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert durch die Abzinsung der zukünftig zu erwartenden Cash-Flows. Dabei werden die für die Restlaufzeit der Kontrakte geltenden Marktzinssätze zu Grunde gelegt. Daneben werden bei Zins-/ Währungsswaps die Wechselkurse der jeweiligen Fremdwährungen, in denen die Cash-Flows stattfinden, einbezogen.
Der beizulegende Zeitwert von Warentermingeschäften basiert auf offiziellen Börsennotierungen. Die Bewertungen werden sowohl intern als auch von externen Finanzpartnern zum Bilanzstichtag vorgenommen.
Für die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten entspricht der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert. Der beizulegende Zeitwert von festverzinslichen Verbindlichkeiten ergibt sich als Barwert der zukünftig erwarteten Cash-Flows. Die Abzinsung erfolgt auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen Zinssätze. Bei Verbindlichkeiten mit variabel verzinslichem Charakter entsprechen die Buchwerte den beizulegenden Zeitwerten.
Die folgende Tabelle stellt die Nettogewinne und -verluste aus Finanzinstrumenten nach Bewertungskategorien dar. Hierin sind keine Ergebniseffekte aus Finance Lease und aus Derivaten mit bilanzieller Sicherungsbeziehung berücksichtigt, da diese keiner Bewertungskategorie des IAS 39 angehören.
| 2006/2007 | 2007/2008 | |||
|---|---|---|---|---|
| Kredite und Forderungen | – 5 | 136 | ||
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | 62 | 140 | ||
| Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte) | – 30 | 107 | ||
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | – 163 | – 291 |
Das Nettoergebnis aus der Kategorie "Kredite und Forderungen" resultiert im Wesentlichen aus Zinserträgen aus finanziellen Forderungen, Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Kursgewinnen und Kursverlusten aus Fremdwährungsforderungen.
In der Kategorie "Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte" sind im Wesentlichen die laufenden Erträge aus Eigenkapitalinstrumenten und Gläubigerpapieren sowie Ergebnisse aus dem Abgang dieser Papiere enthalten.
Die Gewinne und Verluste aus Änderungen des beizulegenden Zeitwertes von Währungs-, Zins- und Warenderivaten, die nicht die Anforderungen des IAS 39 für Hedge Accounting erfüllen, sind in der Kategorie "Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehungen" enthalten.
Die Kategorie "Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten" umfasst die Zinsaufwendungen auf finanzielle Verbindlichkeiten sowie Kursgewinne und Kursverluste aus Fremdwährungsverbindlichkeiten.
Derivative Finanzinstrumente
Der Konzern setzt verschiedene derivative Finanzinstrumente ein, darunter Devisentermingeschäfte, Devisenoptionsgeschäfte, Zinsswaps, Zins-/ Währungsswaps und Warentermingeschäfte. Der Einsatz derivativer Finanzinstrumente erfolgt grundsätzlich zur Absicherung bestehender oder geplanter Grundgeschäfte und dient der Reduzierung von Fremdwährungs-, Zins- und Warenpreisrisiken.
Die nachfolgende Tabelle stellt die Nominalwerte und beizulegenden Zeitwerte der im Konzern eingesetzten derivativen Finanzinstrumente dar:
| Nominalwert 30.09.2007 |
Beizulegender Zeitwert 30.09.2007 |
Nominalwert 30.09.2008 |
Beizulegender Zeitwert 30.09.2008 |
|||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Aktiva | ||||||||
| Währungsderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung | 2.712 | 124 | 4.041 | 150 | ||||
| Währungsderivate im Cash-Flow-Hedge | 397 | 18 | 1.466 | 55 | ||||
| Eingebettete Derivate | 841 | 40 | 189 | 8 | ||||
| Zinsderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung* | 750 | 4 | 71 | 21 | ||||
| Zinsderivate im Cash-Flow-Hedge* | 7 | 0 | 0 | 0 | ||||
| Warenderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung | 829 | 67 | 1.113 | 269 | ||||
| Warenderivate im Cash-Flow-Hedge | 9 | 1 | 116 | 17 | ||||
| Warenderivate im Fair-Value-Hedge | 16 | 0 | 44 | 6 | ||||
| Insgesamt | 5.561 | 254 | 7.040 | 526 | ||||
| Passiva | ||||||||
| Währungsderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung | 2.268 | 62 | 3.534 | 179 | ||||
| Währungsderivate im Cash-Flow-Hedge | 2.720 | 165 | 2.415 | 137 | ||||
| Eingebettete Derivate | 193 | 14 | 855 | 52 | ||||
| Zinsderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung* | 61 | 4 | 750 | 21 | ||||
| Zinsderivate im Cash-Flow-Hedge* | 147 | 2 | 148 | 4 | ||||
| Warenderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung | 760 | 84 | 670 | 117 | ||||
| Warenderivate im Cash-Flow-Hedge | 48 | 2 | 143 | 34 | ||||
| Warenderivate im Fair-Value-Hedge | 19 | 0 | 10 | 1 | ||||
| Insgesamt | 6.216 | 333 | 8.525 | 545 |
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung
Bilanzielle Sicherungsbeziehungen gem. IAS 39 (Hedge Accounting) bestehen vor allem zur Absicherung von Währungsrisiken aus festen vertraglichen Verpflichtungen in Fremdwährung sowie zukünftiger Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten, zur Absicherung von Warenpreisrisiken aus Absatz- und Beschaffungsgeschäften und zur Absicherung von Zinsrisiken aus langfristigen Verbindlichkeiten.
Cash-Flow-Hedges
Cash-Flow-Hedges bestehen vor allem zur Absicherung künftiger Zahlungsströme gegenüber Fremdwährungs- und Warenpreisrisiken aus zukünftigen Umsätzen und Beschaffungsgeschäften sowie Zinsrisiken aus langfristigen Finanzierungen. Diese Derivate werden zu beizulegenden Zeitwerten bilanziert, welche in einen effektiven und in einen ineffektiven Teil zerlegt werden. Der effektive Teil der Schwankungen der beizulegenden Zeitwerte dieser Derivate wird bis zum Realisationszeitpunkt des gesicherten Grundgeschäftes in den kumulierten direkt im Eigenkapital erfassten Erträgen und Aufwendungen erfasst. Der ineffektive Teil hingegen wird ergebniswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung vereinnahmt. Bei Realisierung der zukünftigen Transaktionen (Grundgeschäfte) werden die im Eigenkapital kumulierten Effekte erfolgswirksam aufgelöst. Zum 30. September 2008 waren Sicherungsinstrumente in Höhe von 72 (i. Vj. 19) Mio € mit positiven beizulegenden Zeitwerten und in Höhe von 175 (i. Vj. 169) Mio € mit negativen beizulegenden Zeitwerten bilanziert. Für das Geschäftsjahr 2007/2008 ist in den kumulierten direkt im Eigenkapital erfassten Erträgen und Aufwendungen ein unrealisiertes Ergebnis in Höhe von 189 (i. Vj. 180) Mio € (vor Steuern) berücksichtigt. Die maximale Zeitdauer, für die Cash- Flows aus zukünftigen Transaktionen gesichert werden, beträgt 60 Monate.
Im Berichtsjahr wurden in Folge der unterjährigen Realisation von Grundgeschäften 21 (i. Vj. 14) Mio € aus den kumulierten direkt im Eigenkapital erfassten Erträgen und Aufwendungen in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert; davon entfallen 21 (i. Vj. 14) Mio € auf die Umsatzerlöse und 0 (i. Vj. 0) Mio € auf das sonstige Finanzergebnis. Zusätzlich wurden 191 (i. Vj. 15) Mio € aus den kumulierten direkt im Eigenkapital erfassten Erträgen und Aufwendungen anschaffungskostenerhöhend in die Vorräte umgegliedert, da die gesicherten Rohstoffe bilanziert wurden, aber noch keine ergebniswirksame Realisation des Grundgeschäftes stattgefunden hatte. Hiervon werden Aufwendungen in Höhe von 41 Mio € im folgenden Geschäftsjahr ergebniswirksam.
Zum 30. September 2008 resultiert aus ineffektiven Bestandteilen der als Cash-Flow-Hedges klassifizierten derivativen Finanzinstrumente ein Nettoergebnis in Höhe von - 3 (i. Vj. 20) Mio €.
Der Abbruch von Cash-Flow-Hedges führte im laufenden Geschäftsjahr zu einem Ergebnis durch Umgliederung aus den kumulierten erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen in die Gewinn- und Verlustrechnung von 1 (i. Vj. 1) Mio €. Diese ursprünglich ergebnisneutral behandelten Schwankungen der beizulegenden Zeitwerte von Derivaten wurden zu dem Zeitpunkt ergebniswirksam realisiert, als die Durchführung der abgesicherten zukünftigen Transaktionen in Form währungsgesicherter Umsatzerlöse nicht länger als wahrscheinlich angesehen wurde.
Die im folgenden Geschäftsjahr erwarteten Aufwendungen aus den zum Stichtag in den kumulierten erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen enthaltenen Schwankungen der beizulegenden Zeitwerte von Derivaten betragen 71 Mio €. Im Geschäftsjahr 2009/2010 werden Aufwendungen in Höhe von 27 Mio €, im Geschäftsjahr 2010 / 2011 von 2 Mio € und in den nachfolgenden Geschäftsjahren von 89 Mio € erwartet.
Fair-Value-Hedges
Fair-Value-Hedges bestehen vor allem zur Absicherung der beizulegenden Zeitwerte von festen vertraglichen Verpflichtungen und von Vorratsbeständen gegenüber Preisrisiken. Diese Warenderivate werden ebenso wie die ihnen zugeordneten Grundgeschäfte zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Zum 30. September 2008 waren Sicherungsinstrumente in Höhe von 6 (i. Vj. 0) Mio € mit positiven beizulegenden Zeitwerten und in Höhe von 1 (i. Vj. 0) Mio € mit negativen beizulegenden Zeitwerten bilanziert. Die Schwankungen der beizulegenden Zeitwerte werden unmittelbar in Abhängigkeit von der Art der zu Grunde liegenden Geschäfte ergebniswirksam in den Umsatzerlösen oder Umsatzkosten ausgewiesen. Im Geschäftsjahr ergab sich ein Nettoergebnis aus der Bewertung der Sicherungsinstrumente im Fair-Value-Hedge in Höhe von - 3 (i. Vj. - 16) Mio €, während im gleichen Zeitraum ein Nettoergebnis bei den zugehörigen Grundgeschäften von 3 (i. Vj. 16) Mio € realisiert wurde.
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung
Werden die Voraussetzungen für die Anwendung der Spezialvorschriften zum Hedge Accounting gem. IAS 39 nicht erfüllt, erfolgt ein Ausweis der derivativen Finanzinstrumente als Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung. Die hieraus resultierenden Auswirkungen auf die Gewinn- und Verlustrechnung sind in der Tabelle zu den Nettoergebnissen aus Finanzinstrumenten nach Bewertungskategorien dargestellt. In dieser Position enthalten sind auch die eingebetteten Derivate. Sie bestehen im ThyssenKrupp Konzern grundsätzlich in der Ausprägung, dass gewöhnliche Lieferungs- und Leistungsbeziehungen zu Lieferanten und Kunden im Ausland nicht in der funktionalen Währung (Landeswährung) eines der beiden Vertragspartner geschlossen wurden.
Finanzwirtschaftliche Risiken
Der Vorstand der ThyssenKrupp AG hat ein Risikomanagementsystem implementiert, welches vom Aufsichtsrat überwacht wird. In den Grundsätzen für das Risikomanagement sind die Rahmenbedingungen zur Erfüllung der Anforderungen an ein ordnungsmäßiges und zukunftsgerichtetes Risikomanagement im ThyssenKrupp Konzern formuliert. Die Grundsätze verfolgen das Ziel, alle Mitarbeiter im Konzern zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Risiken zu veranlassen sowie einen nachhaltigen Prozess zur Förderung von Risikobewusstsein zu begleiten. Im Handbuch Risikomanagement und in weiteren Konzernrichtlinien sind die Prozesse des Risikomanagements, einzuhaltende Limitierungen sowie der Einsatz von Finanzinstrumenten konkret geregelt. Das Risikomanagementsystem ist darauf ausgerichtet, die Risiken zeitnah konzernweit zu identifizieren, zu analysieren, zu steuern, zu überwachen und zu kommunizieren. Insbesondere durch eine mindestens zweimal jährlich durchgeführte Risikoinventur in allen Konzernunternehmen wird die Risikolandschaft im ThyssenKrupp Konzern aktualisiert. Über die Ergebnisse des Risikoinventurprozesses werden sowohl der Vorstand der ThyssenKrupp AG als auch der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates informiert. Das Risikomanagement-Reporting ist ein kontinuierlicher Prozess, welcher in das regelmäßige Konzernreporting eingebettet ist. Sowohl die Konzernrichtlinien als auch die Informationssysteme werden regelmäßig überprüft und an aktuelle Entwicklungen angepasst. Zudem überprüft der Bereich Internal Auditing regelmäßig, ob die Konzernunternehmen die Vorgaben des Risikomanagementsystems einhalten.
ThyssenKrupp ist als weltweit agierender Konzern im Rahmen seiner gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Kreditrisiken, Liquiditätsrisiken und Marktrisiken (Währungsrisiken, Zinsrisiken und Warenpreisrisiken) ausgesetzt. Ziel des finanziellen Risikomanagements ist es, die aus den operativen Geschäften sowie den daraus resultierenden Finanzierungserfordernissen entstehenden Risiken durch den Einsatz ausgewählter derivativer und nicht-derivativer Sicherungsinstrumente zu begrenzen.
Kreditrisiko (Ausfallrisiko)
Der Konzern ist bei Finanzinstrumenten einem Ausfallrisiko ausgesetzt, das aus der möglichen Nichterfüllung einer Vertragspartei resultiert und daher maximal in Höhe des positiven beizulegenden Zeitwerts des betreffenden Finanzinstruments besteht. Zur Minimierung der Ausfallrisiken werden im ThyssenKrupp Konzern grundsätzlich Finanzinstrumente im Finanzierungsbereich nur mit Kontrahenten sehr guter Bonität unter Einhaltung vorgegebener Risikolimite abgeschlossen, so dass das Ausfallrisiko weitestgehend minimiert wird. Im operativen Bereich werden die Außenstände und Ausfallrisiken von den Konzerngesellschaften fortlaufend überwacht und teilweise über Warenkreditversicherungen abgesichert. Die Risiken aus Warenlieferungen an Großkunden unterliegen einer besonderen Bonitätsüberwachung. Zusätzlich werden für die Absicherung von Forderungen gegenüber Großkunden Akkreditive und Ausfallbürgschaften eingesetzt. Die Forderungen gegenüber diesen Vertragspartnern sind jedoch nicht so hoch, als dass sie außerordentliche Risikokonzentrationen begründen würden. Ausfallrisiken wird durch Wertberichtigungen Rechnung getragen.
Liquiditätsrisiko
Das Liquiditätsrisiko für den Konzern besteht darin, dass auf Grund unzureichender Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln, bestehenden oder zukünftigen Zahlungsverpflichtungen nicht nachgekommen werden kann. Das Management des Liquiditätsrisikos, somit die Ressourcenallokation und die Sicherung der finanziellen Unabhängigkeit des Konzerns, zählen zu den zentralen Aufgaben der ThyssenKrupp AG. Um jederzeit die Zahlungsfähigkeit sowie die finanzielle Flexibilität des Konzerns sicherstellen zu können, werden auf Basis einer mehrjährigen Finanzplanung sowie einer monatlich rollierenden Liquiditätsplanung langfristige Kreditlinien und liquide Mittel vorgehalten. Das Cash-Pooling sowie externe Finanzierungen sind im Wesentlichen auf die ThyssenKrupp AG sowie spezielle Finanzierungsgesellschaften konzentriert. Die Mittel werden bedarfsgerecht intern den Konzerngesellschaften zur Verfügung gestellt.
Die folgende Tabelle zeigt die künftigen undiskontierten vertraglich vereinbarten Zahlungsmittelabflüsse (positive Werte) bzw. Zahlungsmittelzuflüsse (negative Werte) aus finanziellen Verbindlichkeiten:
| Buchwerte 30.09.2007 |
Cash-Flows 2007/2008 |
Cash-Flows 2008/2009 |
Cash-Flows 2009/2010 bis 2011/2012 |
Cash-Flows nach 2011/2012 |
||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Anleihen | 1.996 | 105 | 605 | 923 | 848 | |||||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 1.233 | 682 | 259 | 239 | 313 | |||||
| Verbindlichkeiten aus Finance Lease | 173 | 40 | 34 | 111 | 29 | |||||
| Übrige Finanzschulden | 236 | 167 | 69 | 8 | 8 | |||||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 4.960 | 4.949 | 6 | 5 | 0 | |||||
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung | 164 | 150 | 7 | 3 | 4 | |||||
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten mit bilanzieller Sicherungsbeziehung | 169 | 107 | 56 | 6 | 0 | |||||
| Übrige finanzielle Verbindlichkeiten | 638 | 511 | 1 | 1 | 125 |
| Buchwerte 30.09.2008 |
Cash-Flows 2008/2009 |
Cash-Flows 2009/2010 |
Cash-Flows 2010/2011 bis 2012/2013 |
Cash-Flowsnach 2012/2013 |
||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Anleihen | 1.997 | 605 | 70 | 886 | 816 | |||||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 1.679 | 796 | 146 | 666 | 559 | |||||
| Verbindlichkeiten aus Finance Lease | 125 | 35 | 38 | 54 | 29 | |||||
| Übrige Finanzschulden | 615 | 145 | 29 | 336 | 264 | |||||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 5.731 | 5.691 | 31 | 9 | 1 | |||||
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung | 369 | 308 | 32 | 22 | – 15 | |||||
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten mit bilanzieller Sicherungsbeziehung | 176 | 156 | 16 | 0 | 0 | |||||
| Übrige finanzielle Verbindlichkeiten | 1.320 | 994 | 4 | 322 | 0 |
Den Zahlungsmittelflüssen aus derivativen Finanzinstrumenten stehen Zahlungsmittelflüsse aus den gesicherten Grundgeschäften gegenüber, welche in der Fälligkeitsanalyse nicht berücksichtigt wurden. Bei Berücksichtigung auch der Zahlungsmittelflüsse aus den gesicherten Grundgeschäften würden die in der Übersicht gezeigten Zahlungsmittelflüsse entsprechend geringer ausfallen.
Marktrisiken
Das Marktrisiko ist das Risiko, dass die beizulegenden Zeitwerte oder künftigen Zahlungsströme eines originären oder derivativen Finanzinstrumentes auf Grund von Änderungen der Risikofaktoren schwanken. Zu den für ThyssenKrupp relevanten Marktrisiken zählen das Währungsrisiko, das Zinsrisiko sowie das Warenpreisrisiko, insbesondere das Rohstoffpreisrisiko. Aus diesen Risiken können Ergebnis-, Eigenkapital- und Cash-Flow-Schwankungen resultieren. Ziel des Risikomanagements ist es, die entstehenden Risiken durch geeignete Maßnahmen, insbesondere den Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten, zu eliminieren bzw. zu begrenzen. Der Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten unterliegt strengen Kontrollen, die auf Basis von Richtlinien im Rahmen des regelmäßigen Reportings erfolgen. Es werden im Wesentlichen außerhalb der Börse (d.h. OTC) gehandelte Devisentermingeschäfte sowie Zins-/ Währungsderivate und Warentermingeschäfte mit Banken und Handelspartnern abgeschlossen. Zur Warenpreisabsicherung werden darüber hinaus auch börsengehandelte Futures eingesetzt.
Die nachstehend beschriebene Analyse sowie die mit Hilfe von Sensitivitätsanalysen ermittelten Beträge stellen hypothetische, zukunftsorientierte Angaben dar, die sich auf Grund unvorhersehbarer Entwicklungen in den Finanzmärkten von den tatsächlichen Ereignissen unterscheiden können. Zudem sind hier nicht die Risiken berücksichtigt, die nicht finanzieller Natur oder nicht quantifizierbar sind, wie z.B. Geschäftsrisiken.
Währungsrisiken
Die Internationalität unserer Geschäftstätigkeit bringt eine Vielzahl von Zahlungsströmen in unterschiedlichen Währungen – vor allem in US-Dollar – mit sich. Die Absicherung der hieraus resultierenden Wechselkursrisiken ist wesentlicher Bestandteil unseres Risikomanagements.
Konzerneinheitliche Richtlinien bilden die Vorgabe für das Devisenmanagement des ThyssenKrupp Konzerns. Grundsätzlich besteht für alle Konzerngesellschaften Sicherungspflicht von Fremdwährungspositionen im Zeitpunkt ihrer Entstehung. Die im Gebiet der Europäischen Währungsunion ansässigen verbundenen Unternehmen sind grundsätzlich verpflichtet, alle offenen Positionen aus Waren- und Leistungsgeschäften in den wesentlichen Transaktionswährungen einer zentralen Clearing-Stelle anzudienen. Die angedienten Positionen werden laufzeitkongruent, in Abhängigkeit vom Sicherungszweck der Derivate und der damit verbundenen Art der bilanziellen Behandlung, entweder im Rahmen eines Portfolio-Hedge-Ansatzes abgesichert oder in direkter Zuordnung an Banken durchgeleitet. Die Absicherung von Finanztransaktionen sowie von Geschäften unserer Tochterunternehmen außerhalb der Europäischen Währungsunion erfolgt in enger Abstimmung mit der Konzernleitung. Die Einhaltung der zentralen Vorgaben wird regelmäßig durch den Zentralbereich Internal Auditing überprüft.
Zielsetzung bei der Währungsabsicherung ist das Festschreiben von Preisen auf Basis von Sicherungskursen zum Schutz vor zukünftigen ungünstigen Währungsschwankungen. Bei der Sicherung von geplanten produktionsabhängigen Erz-, Kohle- und Koksbezügen erfolgt darüber hinaus eine systematische Ausnutzung von günstigen Euro/ US-Dollar-Entwicklungen.
Die Sicherungszeiträume richten sich grundsätzlich nach der Laufzeit des Grundgeschäftes. Die Laufzeit der abgeschlossenen Devisenderivate beträgt in der Regel bis zu 12 Monate und kann in einzelnen Ausnahmefällen auch deutlich darüber hinausgehen. Die Sicherungszeiträume geplanter Erz-, Kohle- und Koksbezüge sind auf Basis des theoretisch fairen Wechselkurses (Kaufkraftparität) und der Schwankungsbreite des US-Dollars gegenüber dem Euro unter Zugrundelegung historischer Daten festgelegt worden. Bei Erreichen definierter Sicherungskurse werden entsprechend einem festgelegten Raster die Sicherungen geplanter Bezüge für bestimmte Zeiträume ausgelöst.
Als relevante Risikovariablen für die Sensitivitätsanalyse im Sinne von IFRS 7 findet ausschließlich der US-Dollar Berücksichtigung, da der weitaus größte Teil der Zahlungsströme in Fremdwährung in US-Dollar abgewickelt wird. Da die Sicherungsgeschäfte grundsätzlich zur Absicherung von Grundgeschäften eingesetzt werden, gleichen sich die gegenläufigen Effekte der Grund- und Sicherungsgeschäfte über die Totalperiode nahezu aus. Das hier dargestellte Fremdwährungsrisiko resultiert somit aus Sicherungsbeziehungen mit bisher noch bilanzunwirksamen Grundgeschäften, d.h. Sicherungen von festen vertraglichen Verpflichtungen sowie von Planumsätzen. Analysiert man das US-Dollar-Währungsrisiko ergibt sich zum 30. September 2008 folgendes Bild:
Wenn der Euro gegenüber dem US-Dollar am 30. September 2008 um 10 % stärker gewesen wäre, wäre die Sicherungsrücklage im Eigenkapital und der beizulegende Zeitwert der relevanten Währungsderivate um 229 Mio € (i. Vj. 177 Mio €) niedriger und das Ergebnis aus der Stichtagsbewertung um 32 Mio € (i. Vj. 35 Mio €) höher gewesen. Wäre der Euro gegenüber dem US-Dollar am 30. September 2008 um 10 % schwächer gewesen, wäre die Sicherungsrücklage im Eigenkapital und der beizulegende Zeitwert der relevanten Währungsderivate um 280 Mio € (i. Vj. 216 Mio €) höher und das Ergebnis aus der Stichtagsbewertung um 41 Mio € (i. Vj. 37 Mio €) geringer gewesen.
Zinsrisiko
Auf Grund der internationalen Ausrichtung unserer Geschäftsaktivitäten findet die Liquiditätsbeschaffung des ThyssenKrupp Konzerns an den internationalen Geld- und Kapitalmärkten in verschiedenen Währungen – überwiegend im Euro- und US-Dollar-Raum – und mit unterschiedlichen Laufzeiten statt. Die hieraus resultierenden Finanzschulden sowie unsere Geldanlagen sind zu Teilen einem Zinsänderungsrisiko ausgesetzt. Aufgabe unseres zentralen Zinsmanagements ist es, dieses Zinsänderungsrisiko zu steuern und zu optimieren. Hierzu werden im Rahmen des Zinsmanagements regelmäßig Zinsanalysen erstellt. Zur Absicherung des Zinsrisikos werden fallweise derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Diese Instrumente werden mit dem Ziel abgeschlossen, die Zinsvolatilitäten und Finanzierungskosten der zu Grunde liegenden Grundgeschäfte zu minimieren.
Teile der Zinsderivate sind in Form eines Cash-Flow-Hedges direkt und unmittelbar einem bestimmten Kredit zugeordnet. In diesen Fällen liegen Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung vor. Der in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesene Zinsaufwand aus den diesen Derivaten zu Grunde liegenden Grundgeschäften und den zugeordneten Zinsderivaten stellt in Summe den fixierten Festzinssatz der Sicherungsbeziehung dar.
Ein weiterer Teil der Zinsderivate ist nicht eindeutig einem Einzelkredit zugeordnet, sondern sichert über einen Macro-Hedge-Ansatz ein Portfolio von Einzelkrediten.
Zins-/ Währungsswaps wurden im Wesentlichen im Zusammenhang mit der Finanzierung der US-Dollar-Aktivitäten abgeschlossen. Die Bilanzierung erfolgt ebenfalls zu beizulegenden Zeitwerten. Dem Ergebniseffekt aus Veränderungen des US-Dollar/ EUR-Wechselkurses, die seit Laufzeitbeginn der US-Dollar-Zins-/ Währungsswaps stattgefunden haben, steht ein gegenläufiger Ergebniseffekt aus in diesem Zusammenhang bestehenden Fremdwährungspositionen (konzerninterne US-Dollar-Forderungen) gegenüber.
Bei Zinsinstrumenten ergeben sich Cash-Flow-Risiken, Opportunitätseffekte sowie bilanz- und ergebniswirksame Zinsrisiken. Refinanzierungen sowie variable Finanzinstrumente unterliegen einem Cash-Flow-Risiko, welches die Unsicherheit bezüglich zukünftiger Zinszahlungen zum Ausdruck bringt. Die Messung des Cash-Flow-Risikos erfolgt mit einer Cash-Flow-Sensitivität. Opportunitätseffekte ergeben sich bei originären Finanzinstrumenten, da diese im Gegensatz zu Zinsderivaten nicht zum beizulegenden Zeitwert, sondern zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden. Dieser Unterschiedsbetrag, der sogenannte Opportunitätseffekt, schlägt sich weder in der Bilanz noch in der Gewinn- und Verlustrechnung nieder. Bilanzwirksame Zinsrisiken, die sich im Eigenkapital auswirken, ergeben sich aus der Bewertung von als Micro-Hedge abgeschlossenen Zinsderivaten. Ergebniswirksame Zinsrisiken resultieren aus den übrigen Zinsderivaten. Opportunitätseffekte sowie bilanz- und ergebniswirksame Zinsrisiken werden mit einer Sensitivitätsberechnung der beizulegenden Zeitwerte und deren Veränderung ermittelt.
Die Zinsanalyse unterstellt eine Parallelverschiebung der Zinskurven für alle Währungen um +100 / - 100 Basispunkte zum 30. September 2008. Hieraus würden sich die in der folgenden Tabelle dargestellten Chancen (positive Werte) und Risiken (negative Werte) ergeben.
| Veränderung aller Zinskurven zum 30.09.2008 um | ||||
|---|---|---|---|---|
| + 100 Basispunkte | – 100 Basispunkte | |||
| Cash-Flow-Risiko | 21 | – 21 | ||
| Opportunitätseffekte | 100 | – 106 | ||
| Bilanzwirksame Zinsrisiken aus Zinsderivaten | 1 | – 1 | ||
| Ergebniswirksame Zinsrisiken aus Zinsderivaten | 2 | – 2 | ||
Im Vorjahr ergab die Analyse die in der folgenden Tabelle dargestellten Chancen (positive Werte) und Risiken (negative Werte):
| Veränderung aller Zinskurven zum 30.09.2007 um | ||||
|---|---|---|---|---|
| + 100 Basispunkte | – 100 Basispunkte | |||
| Cash-Flow-Risiko | 31 | – 31 | ||
| Opportunitätseffekte | 78 | – 83 | ||
| Bilanzwirksame Zinsrisiken aus Zinsderivaten | 2 | – 2 | ||
| Ergebniswirksame Zinsrisiken aus Zinsderivaten | – 1 | 1 | ||
Wenn alle Zinskurven am 30. September 2008 um 100 Basispunkte höher gewesen wären, wäre die Sicherungsrücklage im Eigenkapital und der beizulegende Zeitwert der relevanten Zinsderivate um 1 (i. Vj. 2 ) Mio € höher und das Ergebnis aus der Stichtagsbewertung um 23 (i. Vj. 30) Mio € höher gewesen. Wären die Zinskurven am 30. September 2008 um 100 Basispunkte niedriger gewesen, wäre die Sicherungsrücklage im Eigenkapital und der beizulegende Zeitwert der relevanten Zinsderivate um 1 (i. Vj. 2) Mio € geringer und das Ergebnis aus der Stichtagsbewertung um 23 (i. Vj. 30) Mio € niedriger gewesen.
Warenpreisrisiken
Der Konzern benötigt verschiedene NE-Metalle, insbesondere Nickel, sowie Rohstoffe wie z.B. Erze, Kohle, Koks und Energie für die verschiedenen Produktionsprozesse. Die Einkaufspreise für Rohstoffe und Energie können je nach Marktsituation erheblich schwanken. Nicht immer können die schwankenden Rohstoffpreise an die Kunden weitergegeben werden.
Daher besteht ein Warenpreisrisiko, das Einfluss auf die Ergebnis-, Eigenkapital- sowie Cash-Flow-Situation haben kann. Zur Sicherung der Warenpreisrisiken wurden insbesondere für Erz, Kohle und Koks langfristige Lieferverträge mit verschiedenen Lieferanten abgeschlossen. Zusätzlich setzten einige Gesellschaften des Konzerns derivative Finanzinstrumente, insbesondere für Nickel und Kupfer, ein, um die Risiken aus Rohstoffpreisvolatilitäten zu minimieren. Die Sicherung erfolgt grundsätzlich dezentral, wobei der Abschluss von Finanzderivaten in diesen Bereichen strengen Richtlinien unterliegt, deren Einhaltung durch Internal Auditing überprüft wird. Es werden ausschließlich marktgängige Instrumente verwendet. Dies sind Warentermingeschäfte und Optionen. Die Warentermingeschäfte sind mit ihren beizulegenden Zeitwerten bilanziert. Die Schwankungen der beizulegenden Zeitwerte werden überwiegend ergebniswirksam im betrieblichen Ergebnis erfasst. Einige Warenderivate sind in Form eines Cash-Flow-Hedges direkt und unmittelbar einer bestimmten festen Verpflichtung zugeordnet. Zusätzlich werden in einigen Fällen die beizulegenden Zeitwerte von bestimmten festen Verpflichtungen und Vorratsbeständen in Form von Fair-Value-Hedges abgesichert.
Die aus den steigenden Energiepreisen resultierenden Risiken werden durch eine strukturierte Beschaffung auf dem Strommarkt sowie durch den Abschluss bzw. die Weiterführung langfristiger Erdgasverträge begrenzt. Diese Verträge fallen unter die sogenannte "own use exemption" und werden daher nicht als derivative Finanzinstrumente bilanziert.
In die nach IFRS 7 für Finanzinstrumente geforderte Szenarioanalyse fließen nur hypothetische Veränderungen der Marktpreise für derivative Finanzinstrumente ein. Die gegenläufigen Effekte aus den Grundgeschäften sind nicht berücksichtigt und würden den Effekt deutlich verringern.
Auf Basis einer angenommenen Überversorgung in den jeweiligen Metallen haben wir Marktpreise auf einem Niveau in Nähe der Produktionskosten der wesentlichen Produzenten zu Grunde gelegt; dies entspricht in Abhängigkeit von den betrachteten Rohstoffen einem hypothetischen Preisrückgang von maximal 73 % (i. Vj. 77 %). Hintergrund ist, dass es bei wesentlich niedrigeren Marktpreisen über längere Zeiträume in der Regel zu Kürzungen der Metallproduktion bis hin zur Schließung kommen kann. Die pro Metall eingestellten Terminaufschläge (Contango) zeigen – wie bei Überversorgung üblich – hohe Werte. Der geschätzte hypothetische Effekt aus der Stichtagsbewertung auf die Gewinn- und Verlustrechnung beträgt 275 (i. Vj. - 19) Mio € und auf das Eigenkapital - 64 (i. Vj. - 27) Mio €. Für das Szenario einer Hochpreisphase bei starker Verknappung werden Marktpreise zu historischen Höchstkursen verwendet. Die in der Regel mit einem unterversorgten Markt einhergehenden eingepflegten Terminabschläge (Backwardation) reflektieren ebenfalls historische Höchstwerte. Es werden in Abhängigkeit von den jeweiligen Rohstoffen maximale Preisanstiege von bis zu 252 % (i. Vj. 94 %) angenommen. Der geschätzte hypothetische Effekt aus der Stichtagsbewertung auf die Gewinn- und Verlustrechnung beträgt - 295 (i. Vj. 28) Mio € und auf das Eigenkapital 116 (i. Vj. 32) Mio €.
31 Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen (Related Parties)
Die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung ist gemäß Mitteilung nach § 21 WpHG vom 21. Dezember 2006 mit 25,10 % an der ThyssenKrupp AG beteiligt; gemäß freiwilliger Mitteilung der Stiftung vom 02. Oktober 2008 besteht per 30. September 2008 eine Beteiligung von 25,14 %. Über die in der Satzung (§ 21) festgelegten Leistungen und Gegenleistungen hinaus bestanden mit Ausnahme der nachfolgend aufgeführten Transaktionen keine wesentlichen Liefer- und Leistungsbeziehungen. In 2006/2007 wurden Immobilien zum Verkehrswert von 1,6 Mio € an die Stiftung veräußert. Darüber hinaus erfolgte in 2006/2007 die Beauftragung einer Konzerngesellschaft zur Modernisierung von Aufzügen im Wert von 2 Mio € durch eine zur Stiftung gehörende Einrichtung. Hieraus realisierte eine Konzerngesellschaft in 2007/2008 einen Umsatz in Höhe von 1,4 Mio €.
Der Konzern hat in geringem Umfang Geschäftsbeziehungen mit verbundenen, nicht konsolidierten Unternehmen. Transaktionen mit diesen nahe stehenden Unternehmen resultieren aus dem normalen Lieferungs- und Leistungsaustausch.
Nahe stehendes Unternehmen von wesentlicher Bedeutung ist darüber hinaus die Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH (HKM), an der ThyssenKrupp per 30. September 2007 und 2008 50 % der Anteile hält und die als Joint Venture nach der Equity-Methode bewertet wird. Mit HKM bestehen sowohl im aktuellen als auch im vorherigen Geschäftsjahr in erheblichem Umfang Geschäftsbeziehungen, die den Bezug von Rohstahl (Halbzeug-Strangguss) und Umsätze aus Transportleistungen und Kokslieferungen beinhalten. Den Umfang der Beziehungen zeigt die nachfolgende Tabelle.
| 30.09.2007 | 30.09.2008 | |||
|---|---|---|---|---|
| Umsatz | 175 | 195 | ||
| Bezogene Leistungen | 1.336 | 1.497 | ||
| Forderungen | 16 | 35 | ||
| Verbindlichkeiten | 231 | 286 |
Nahe stehendes Unternehmen von wesentlicher Bedeutung ist weiterhin die Atlas Elektronik Gruppe, an der ThyssenKrupp zum 30. September 2007 und 2008 51 % der Anteile hält und die als Joint Venture nach der Equity-Methode bewertet wird. Mit Atlas Elektronik bestehen Geschäftsbeziehungen, die hauptsächlich den Bezug von Sensor- und Sonarsystemen für konventionelle U-Boote beinhalten. Den Umfang der Beziehungen zeigt die nachfolgende Tabelle.
| 30.09.2007 | 30.09.2008 | |||
|---|---|---|---|---|
| Umsatz | 0 | 1 | ||
| Bezogene Leistungen | 170 | 18 | ||
| Forderungen | 93 | 115 | ||
| Verbindlichkeiten | 1 | 4 |
Nahe stehendes Unternehmen von wesentlicher Bedeutung ist ebenfalls die Thyssen Ros Casares S.A., an der ThyssenKrupp zum 30. September 2007 und 2008 50 % der Anteile hält und die als Joint Venture nach der Equity-Methode bewertet wird. Mit der Gesellschaft bestehen Geschäftsbeziehungen, die hauptsächlich die Verarbeitung und den Vertrieb von Coils umfassen. Den Umfang der Beziehungen zeigt die nachfolgende Tabelle.
| 30.09.2007 | 30.09.2008 | |||
|---|---|---|---|---|
| Umsatz | 50 | 57 | ||
| Bezogene Leistungen | 0 | 0 | ||
| Forderungen | 8 | 9 | ||
| Verbindlichkeiten | 0 | 0 |
Nahe stehendes Unternehmen von wesentlicher Bedeutung ist auch die ANSC-TKS Galvanizing Co., Ltd., an der ThyssenKrupp zum 30. September 2007 und 2008 50 % der Anteile hält und die als Joint Venture nach der Equity-Methode bewertet wird. Mit der Gesellschaft bestehen Geschäftsbeziehungen, die hauptsächlich die Feuerverzinkung und Galvanisierung von Blechen sowie deren Vertrieb beinhalten. Den Umfang der Beziehungen zeigt die nachfolgende Tabelle.
| 30.09.2007 | 30.09.2008 | |||
|---|---|---|---|---|
| Umsatz | 6 | 4 | ||
| Bezogene Leistungen | 0 | 9 | ||
| Forderungen | 3 | 1 | ||
| Verbindlichkeiten | 0 | 0 |
Nahe stehendes Unternehmen von wesentlicher Bedeutung ist auch die Acciai di Qualità, Centro Lavorazione Lamiere S.p.A., an der ThyssenKrupp zum 30. September 2008 24,9 % der Anteile hält und die als assoziiertes Unternehmen nach der Equity-Methode bewertet wird. Mit der Gesellschaft bestehen Geschäftsbeziehungen, die den Vertrieb von Grobblech in Italien umfassen. Den Umfang der Beziehungen zeigt die nachfolgende Tabelle.
| 30.09.2008 | ||
|---|---|---|
| Umsatz | 21 | |
| Bezogene Leistungen | 0 | |
| Forderungen | 4 | |
| Verbindlichkeiten | 0 |
Nahe stehendes Unternehmen von wesentlicher Bedeutung ist auch die BCCW (Tangshan) Jiahua Coking & Chemical Co., Ltd., an der ThyssenKrupp zum 30. September 2008 25 % der Anteile hält und die als assoziiertes Unternehmen nach der Equity-Methode bewertet wird. Mit der Gesellschaft bestehen Geschäftsbeziehungen, die den gemeinsamen Betrieb einer Kokerei mit weltweiten Vermarktungsrechten (außer China) für eine ThyssenKrupp Gesellschaft umfassen. Den Umfang der Beziehungen zeigt die nachfolgende Tabelle.
| 30.09.2008 | ||
|---|---|---|
| Umsatz | 19 | |
| Bezogene Leistungen | 38 | |
| Forderungen | 14 | |
| Verbindlichkeiten | 0 |
Darüber hinaus ist die ESG Legierungen GmbH auf Grund der Tatsache, dass ein naher Familienangehöriger eines Vorstandsmitglieds der ThyssenKrupp AG als Geschäftsführer tätig ist, als nahe stehendes Unternehmen des Konzerns einzustufen. Der Konzern hat in 2007/2008 mit der ESG Legierungen GmbH einen Umsatz in Höhe von 1,7 (i. Vj. 2,0) Mio € aus dem Verkauf von Feinzink realisiert. Im gleichen Zeitraum wurden vom Konzern Zinklegierungen in Höhe von 0,2 (i. Vj. 0) Mio € bezogen. Die Transaktionen erfolgten zu marktüblichen Konditionen. Zum 30. September 2008 hatte der Konzern aus der Geschäftsbeziehung eine Forderung von 0,1 (i. Vj. 0) Mio €.
Vergütung des aktiven Vorstands und Aufsichtsrats
Die gemäß IAS 24 angabepflichtige Vergütung des Managements in den Schlüsselpositionen des Konzerns umfasst die Vergütung des aktiven Vorstands und Aufsichtsrats.
Die aktiven Mitglieder des Vorstands wurden wie folgt vergütet:
| 2006/2007 | 2007/2008 | |||
|---|---|---|---|---|
| Kurzfristig fällige Leistungen (ohne aktienbasierte Vergütung) | 23.945 | 18.871 | ||
| Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses | 2.818 | 1.502 | ||
| Aktienbasierte Vergütungen | 1.487 | 963 |
Als Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses wird der aus den Pensionsrückstellungen für die aktiven Vorstandsmitglieder resultierende Dienstzeitaufwand (Service Cost) ausgewiesen. Die Angabe der aktienbasierten Vergütung bezieht sich auf den beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt der Gewährung.
Darüber hinaus erhielt der Vorstand im Geschäftsjahr 2007/2008 Zahlungen aus aktienbasierter Vergütung von 13.272 (i. Vj. 10.762) Tausend €.
Zum 30. September 2008 sind Vorstandsmitgliedern wie im Vorjahr keine Kredite oder Vorschüsse gewährt worden; ebenso wurden wie im Vorjahr keine Haftungsverhältnisse zugunsten von Vorstandsmitgliedern eingegangen.
Die aktiven Mitglieder des Aufsichtsrats wurden wie folgt vergütet:
| 2006/2007 | 2007/2008 | |||
|---|---|---|---|---|
| Kurzfristig fällige Leistungen | 2.679 | 2.721 | ||
| Langfristige Vergütungskomponente | 688 | 895 |
Darüber hinaus wurden den Mitgliedern des Aufsichtsrats der ThyssenKrupp AG für Aufsichtsratsmandate bei Konzerngesellschaften für das Geschäftsjahr 2007/2008 Vergütungen von 223 (i. Vj. 150) Tausend € gewährt.
Zum 30. September 2008 sind Aufsichtsratsmitgliedern wie im Vorjahr keine Kredite oder Vorschüsse gewährt worden; ebenso wurden wie im Vorjahr keine Haftungsverhältnisse zugunsten von Aufsichtsratsmitgliedern eingegangen.
Zur Individualisierung sowie zu weiteren Details zu den Bezügen der Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder vgl. die Ausführungen im geprüften Vergütungsbericht des Corporate Governance-Kapitels des Geschäftsberichts.
Vergütung ehemaliger Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder
Die Gesamtbezüge früherer Mitglieder des Vorstands und ihrer Hinterbliebenen beliefen sich auf 13,7 (i. Vj. 15,1) Mio €. Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands und ihren Hinterbliebenen wurden nach IFRS 142,3 (i. Vj. 157,8) Mio € zurückgestellt.
Frühere Aufsichtsratsmitglieder, die vor dem 01. Oktober 2007 aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden sind, erhalten für die Zeit ihrer Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat eine anteilige Vergütung aus der langfristigen Vergütungskomponente von 16 (i. Vj. 30) Tausend €.
32 Segmentberichterstattung
Die nachfolgend beschriebenen Segmente entsprechen der internen Organisations- und Berichtsstruktur des ThyssenKrupp Konzerns. Die Segmentabgrenzung berücksichtigt die unterschiedlichen Produkte und Dienstleistungen des Konzerns.
Steel
Das Segment Steel konzentriert sich auf Erzeugung und Vertrieb von hochwertigem Qualitätsflachstahl. Das Programm ist konsequent auf Produkte mit großer Verarbeitungstiefe entlang der Wertschöpfungskette ausgerichtet. Intelligente Werkstofflösungen, produktspezifische Anarbeitung, Dienstleistungen und umfassender Service prägen das Leistungsprofil.
Stainless
Das Segment bündelt alle Herstellungs- und Vertriebsfunktionen für die Werkstoffe Edelstahl Rostfrei-Flach, Nickellegierungen und Titan. Durch hohe Lieferperformance, Flexibilität und tief greifenden Service unterstützt Stainless die Kunden bei der Herstellung hochqualitativer Endprodukte.
Technologies
Im Segment Technologies sind hochtechnologie-orientierte Anlagenbauer und Komponentenhersteller zusammengefasst. Hierzu zählen Plant Technology, Marine Systems, Mechanical Components, Automotive Solutions und Transrapid. Plant Technology bietet das Projektmanagement für die Planung und den Bau von Spezial- und Großanlagen für die Chemie und Petrochemie, die Zementindustrie, für Förder- und Kokereitechnik an. Das Leistungsspektrum von Marine Systems umfasst Neubau, Reparatur, Umbau und Service insbesondere von Marineschiffen, d. h. von konventionellen U-Booten und Überwasserschiffen. Auch im zivilen Schiffbau ist Marine Systems bei Megayachten und Containerschiffen aktiv. Unter dem Dach von Mechanical Components vereinigen sich Hersteller von Komponenten für den Maschinenbau und die Automobilindustrie. Gefertigt werden u. a. Großwälzlager, gebaute Nockenwellen, Kurbelwellen, Gussteile und Laufwerke für Baumaschinen. Innerhalb von Automotive Solutions werden Lösungen für die Automobilindustrie gebündelt. Die Produkt- und Leistungspalette reicht von Lenk- und Dämpfungssystemen über die komplette Prozesskette der Karosserietechnik, Systemlösungen im Fahrwerksbereich bis hin zur Aggregatmontage für die Automobilindustrie. Transrapid betreibt die Planung, das Projektmanagement und den Bau von Magnetschnellbahnsystemen.
Elevator
Das Segment betreibt den Neubau, die Modernisierung sowie den Service von Aufzügen, Fahrtreppen, Fahrsteigen, Treppen- und Plattformliften sowie Fluggastbrücken. Das Leistungsspektrum umfasst die gesamte Produktpalette von Anlagen für den Volumenmarkt bis zu kundenindividuellen Lösungen nach Maß.
Services
Das Segment ist Dienstleister für Werkstoffe, Rohstoffe und Industrieprozesse. Dabei werden neben der Distribution und dem Produktverkauf von Walz- und Edelstahl, Rohren, NE-Metallen und Kunststoffen auch Dienstleistungen angeboten, die von der Anarbeitung und Logistik über Lager- und Bestandsmanagement bis hin zum Supply-Chain-Management reichen. Die Prozessdienstleistungen umfassen neben komplexen Instandhaltungsaktivitäten auch produktionsbegleitende Dienstleistungen. Hinzu kommen die weltweite Versorgung mit metallurgischen Rohstoffen sowie innovative technische Systemlösungen.
Corporate
Corporate umfasst die Konzernverwaltung einschließlich der konzerninternen Dienstleistungen sowie die inaktiven Gesellschaften, die einzelnen Segmenten nicht zugeordnet werden können. Hinzu kommen die nicht betriebsnotwendigen Immobilien, die zentral im Bereich Corporate geführt und verwertet werden. Darüber hinaus wurde der Auslaufbereich von ThyssenKrupp Budd zugeordnet.
Das Ergebnis vor Steuern von Corporate setzt sich folgendermaßen zusammen:
| 2006/2007 | 2007/2008 | |||
|---|---|---|---|---|
| Verwaltungskosten Konzernleitung | – 205 | – 192 | ||
| Altersversorgung | – 13 | – 20 | ||
| FuE-Förderung | 0 | – 6 | ||
| Zinsergebnis Nettofinanzguthaben/-schulden | 45 | – 2 | ||
| Zinsaufwand aus Pensionsverpflichtungen | – 154 | – 159 | ||
| Übriges Finanzergebnis | – 22 | – 22 | ||
| Risk and Insurance Services | 21 | 21 | ||
| Sondervorgänge | 152 | – 47 | ||
| Übrige Corporate-Gesellschaften | – 1 | 0 | ||
| Ergebnis Corporate Headquarters | – 177 | – 427 | ||
| Ergebnis Corporate Real Estate | – 28 | 10 | ||
| Ergebnis Corporate vor Steuern | – 205 | – 417 |
Konsolidierung
Die Konsolidierung umfasst im Wesentlichen die Eliminierung von Zwischengewinnen im Vorratsvermögen. Ferner erfolgt hier die Eliminierung des Beteiligungsergebnisses für die Gesellschaften, an denen die Segmente Steel und Services gemeinsam beteiligt sind. Diese Gesellschaften werden im Segment Steel, das die wirtschaftliche Führung hat, voll konsolidiert. Im Segment Services erfolgt eine Bilanzierung der Beteiligung nach der Equity-Methode. Bei Services sind Beteiligungsergebnisse aus konzerninternen Gemeinschaftsunternehmen in Höhe von 19 (i. Vj. 18) Mio € enthalten.
Die Rechnungslegungsgrundsätze für die Segmente sind bis auf die vorstehend dargestellten Aufwandsübernahmen die gleichen, wie sie für den Konzern in den Grundsätzen der Rechnungslegung beschrieben sind. Das Maß für die Ertragskraft der einzelnen Segmente des Konzerns ist das "Ergebnis vor Steuern" wie es in der Gewinn- und Verlustrechnung dargestellt wird.
Die Umsätze zwischen den Segmenten werden zu marktüblichen Verrechnungspreisen vorgenommen.
Tabelle: Informationen nach Segmenten
Bei der Darstellung der Information nach Regionen erfolgt die Länderzuordnung der Umsätze nach dem Sitz des Kunden, während die Zuordnung des Segmentvermögens und der Investitionen nach dem jeweiligen Standort vorgenommen wird. Die Bestimmung der Investitionen erfolgt nach der für die Kapitalflussrechnung geltenden Abgrenzung.
Das geografische Segment "Übrige EU" umfasst mit Ausnahme von Deutschland alle Mitgliedsstaaten der Europäischen Union zum aktuellen Berichtszeitpunkt. Die europäischen Länder, die derzeit nicht Mitglied der Europäischen Union sind, sind Teil des Segments "Übrige Länder". Das Segment "Amerika" beinhaltet die Staaten der Nafta und von Südamerika. Das Segment "Asien / Pazifik" umfasst Asien und Australien.
Es gab keine Beziehungen zu einzelnen Kunden, deren Umsatzanteil gemessen am Konzernumsatz wesentlich ist.
| Deutschland | Übrige EU* | Amerika | Asien/Pazifik | Übrige Länder | Konzern | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Außenumsätze (Sitz des Kunden) | ||||||||||||
| 2006/2007 | 18.545 | 16.198 | 10.218 | 4.146 | 2.616 | 51.723 | ||||||
| 2007/2008 | 19.161 | 16.677 | 9.706 | 4.852 | 3.030 | 53.426 | ||||||
| Langfristige Vermögenswerte (= immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien) (Standort der Vermögenswerte) | ||||||||||||
| 30.09.2007 | 8.092 | 2.265 | 3.059 | 714 | 276 | 14.406 | ||||||
| 30.09.2008 | 8.129 | 2.515 | 5.437 | 795 | 332 | 17.208 |
33 Schätzungen und Ermessensausübungen im Rahmen der Rechnungslegung
Die Erstellung des Konzernabschlusses erfordert die Vornahme von Schätzungen sowie das Treffen von Annahmen durch das Management, wodurch die Höhe der berichteten Beträge und die diesbezüglichen Anhangangaben beeinflusst werden. Alle Schätzungen und Annahmen werden nach bestem Wissen und Gewissen getroffen, um ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns zu vermitteln.
Bilanzierung von Erwerben
Als Folge von Akquisitionen werden Firmenwerte in der Bilanz des Konzerns ausgewiesen. Bei der Erstkonsolidierung eines Erwerbs werden alle identifizierbaren Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten zu beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbsstichtag angesetzt. Eine der wesentlichsten Schätzungen bezieht sich dabei auf die Bestimmung der zum Erwerbsstichtag jeweils beizulegenden Zeitwerte dieser Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Grundstücke, Gebäude und Geschäftsausstattung werden in der Regel auf Basis unabhängiger Gutachten bewertet, während marktgängige Wertpapiere zum Börsenpreis angesetzt werden. Falls immaterielle Vermögenswerte identifiziert werden, wird in Abhängigkeit von der Art des immateriellen Vermögenswerts und der Komplexität der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts entweder auf das unabhängige Gutachten eines externen Bewertungsgutachters zurückgegriffen oder der beizulegende Zeitwert intern unter Verwendung einer angemessenen Bewertungstechnik ermittelt, deren Basis üblicherweise die Prognose der insgesamt erwarteten künftigen Cash-Flows ist. Diese Bewertungen sind eng verbunden mit den Annahmen, die das Management bezüglich der künftigen Wertentwicklung der jeweiligen Vermögenswerte getroffen hat sowie der unterstellten Veränderungen des anzuwendenden Diskontierungszinssatzes.
Firmenwert
Wie in den Grundsätzen der Rechnungslegung unter Anhang-Nr. 01 dargestellt, überprüft der Konzern jährlich und zusätzlich sofern irgendein Anhaltspunkt dafür vorliegt, ob eine Wertminderung der Firmenwerte eingetreten ist. Dann ist der erzielbare Betrag der Cash Generating Unit zu schätzen. Dieser entspricht dem höheren Wert von beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Die Bestimmung des Nutzungswerts beinhaltet die Vornahme von Anpassungen und Schätzungen bezüglich der Prognose und Diskontierung der künftigen Cash-Flows (vgl. Anhang- Nr. 12). Obwohl das Management davon ausgeht, dass die zur Berechnung des erzielbaren Betrags verwendeten Annahmen angemessen sind, könnten etwaige unvorhersehbare Veränderungen dieser Annahmen zu einem Wertminderungsaufwand führen, der die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nachteilig beeinflussen könnte.
Werthaltigkeit der Vermögenswerte
Zu jedem Bilanzstichtag hat der Konzern einzuschätzen, ob irgendein Anhaltspunkt dafür vorliegt, dass der Buchwert einer Sachanlage, einer als Finanzinvestition gehaltenen Immobilie oder eines immateriellen Vermögenswertes wertgemindert sein könnte. In diesem Fall wird der erzielbare Betrag des betreffenden Vermögenswertes geschätzt. Der erzielbare Betrag entspricht dem höheren Wert von beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Zur Ermittlung des Nutzungswertes sind die diskontierten künftigen Cash-Flows des betreffenden Vermögenswertes zu bestimmen. Die Schätzung der diskontierten künftigen Cash-Flows beinhaltet wesentliche Annahmen wie insbesondere solche bezüglich der künftigen Verkaufspreise und Verkaufsvolumina, der Kosten und der Diskontierungszinssätze. Obwohl das Management davon ausgeht, dass die Schätzungen der relevanten erwarteten Nutzungsdauern, die Annahmen bezüglich der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der Entwicklung der Industriezweige, in denen der Konzern tätig ist und die Einschätzungen der diskontierten künftigen Cash-Flows angemessen sind, könnte durch eine Veränderung der Annahmen oder Umstände eine Veränderung der Analyse erforderlich werden. Hieraus könnten in der Zukunft zusätzliche Wertminderungen oder Wertaufholungen resultieren, falls sich die vom Management identifizierten Trends umkehren oder sich die Annahmen und Schätzungen als falsch erweisen sollten.
Umsatzrealisierung aus Fertigungsaufträgen
Bestimmte Konzerngesellschaften, insbesondere in den Segmenten Technologies und Elevator, tätigen einen Teil ihrer Geschäfte als Fertigungsaufträge, die nach der Percentage-of-Completion-Methode bilanziert werden, wonach die Umsätze entsprechend dem Fertigstellungsgrad auszuweisen sind. Diese Methode erfordert eine exakte Schätzung des Ausmaßes des Auftragsfortschritts. In Abhängigkeit von der Methode zur Bestimmung des Fertigstellungsgrades umfassen die wesentlichen Schätzungen die gesamten Auftragskosten, die bis zur Fertigstellung noch anfallenden Kosten, die gesamten Auftragserlöse, die Auftragsrisiken und andere Beurteilungen. Das Management der operativen Einheiten überprüft kontinuierlich alle Schätzungen, die im Rahmen der Fertigungsaufträge erforderlich sind und passt diese gegebenenfalls an.
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
Da der Konzern in zahlreichen Ländern operativ tätig ist und Einkünfte erzielt, unterliegt er in einer Vielzahl von Steuerhoheiten den unterschiedlichsten Steuergesetzen. Um die weltweiten Steuerverbindlichkeiten des Konzerns zu bestimmen, sind daher wesentliche Beurteilungen erforderlich. Obwohl das Management davon ausgeht, eine vernünftige Einschätzung steuerlicher Unwägbarkeiten getroffen zu haben, kann nicht zugesichert werden, dass sich der tatsächliche Ausgang solcher steuerlicher Unwägbarkeiten mit der ursprünglichen Einschätzung deckt. Etwaige Unterschiede könnten in der jeweiligen Periode, in der die Angelegenheit endgültig entschieden wird, Auswirkungen auf die Steuerverbindlichkeiten und die latenten Steuern haben.
Zu jedem Bilanzstichtag beurteilt der Konzern, ob die Realisierbarkeit künftiger Steuervorteile für den Ansatz aktiver latenter Steuern hinreichend wahrscheinlich ist. Dies erfordert vom Management u. a. die Beurteilung der Steuervorteile, die sich aus den zur Verfügung stehenden Steuerstrategien und dem künftigen zu versteuernden Einkommen ergeben, sowie die Berücksichtigung weiterer positiver und negativer Faktoren. Die ausgewiesenen aktiven latenten Steuern könnten sich verringern, falls die Schätzungen der geplanten steuerlichen Einkommen und der durch zur Verfügung stehende Steuerstrategien erzielbaren Steuervorteile gesenkt werden oder falls Änderungen der aktuellen Steuergesetzgebung den zeitlichen Rahmen oder den Umfang der Realisierbarkeit künftiger Steuervorteile beschränken. Für weitere Informationen zu potentiellen Steuervorteilen, für die keine aktiven latenten Steuern angesetzt worden sind, vgl. die Ausführungen unter Anhang-Nr. 09.
Leistungen an Arbeitnehmer
Die Bilanzierung von Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen erfolgt in Übereinstimmung mit versicherungsmathematischen Bewertungen. Diese Bewertungen beruhen auf statistischen und anderen Faktoren, um auf diese Weise künftige Ereignisse zu antizipieren. Diese Faktoren umfassen u. a. versicherungsmathematische Annahmen wie Diskontierungszinssatz, erwarteter Kapitalertrag des Planvermögens, erwartete Gehaltssteigerungen, Sterblichkeitsraten und Steigerungsraten für Gesundheitsfürsorgekosten. Diese versicherungsmathematischen Annahmen können auf Grund von veränderten Markt- und Wirtschaftsbedingungen erheblich von den tatsächlichen Entwicklungen abweichen und deshalb zu einer wesentlichen Veränderung der Pensions- und ähnlichen Verpflichtungen sowie des zugehörigen künftigen Aufwands führen (vgl. Anhang-Nr. 23 bezüglich weiterer Informationen für Leistungen an Arbeitnehmer).
Rechtliche Risiken
Wie unter Anhang-Nr. 29 dargestellt, sind ThyssenKrupp Unternehmen in einigen Fällen Parteien in Rechtsstreitigkeiten. Der Ausgang dieser Fälle könnte einen wesentlichen Effekt auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben. Das Management analysiert regelmäßig die aktuellen Informationen zu diesen Fällen und bildet Rückstellungen für wahrscheinliche Verpflichtungen einschließlich der geschätzten Rechtskosten. Für die Beurteilung werden interne und externe Rechtsanwälte eingesetzt. Im Rahmen der Entscheidung über die Notwendigkeit einer Rückstellung berücksichtigt das Management die Wahrscheinlichkeit eines ungünstigen Ausgangs und die Möglichkeit, die Höhe der Verpflichtung ausreichend verlässlich zu schätzen. Die Erhebung einer Klage oder die formale Geltendmachung eines Anspruchs gegen ThyssenKrupp Unternehmen oder die Angabe eines Rechtsstreits im Anhang bedeuten nicht automatisch, dass eine Rückstellung für das betreffende Risiko angemessen ist.
34 Besondere Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Berichtspflichtige Ereignisse lagen nicht vor.






