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Überblick über den Geschäftsverlauf im Konzern

ThyssenKrupp hat sich im Geschäftsjahr 2007/2008 erfolgreich behauptet. In einem schwieriger gewordenen Marktumfeld entsprach die Geschäftsentwicklung weitgehend unseren Erwartungen, zum Teil wurden sie übertroffen. Auftragseingang und Umsatz lagen über dem Vorjahresniveau. Das Ergebnis vor Steuern lag mit 3,1 Mrd € über unseren Prognosen. ThyssenKrupp hat damit erneut mehr als die Kapitalkosten verdient und bei einem ROCE von 18,3 % einen positiven Wertbeitrag erwirtschaftet.

Das konjunkturelle Umfeld hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr spürbar verschlechtert. Die vom US-Hypothekenmarkt ausgehende internationale Finanzkrise belastete immer mehr auch die Güter- und Dienstleistungsmärkte. Zudem haben sich zeitweise stark steigende Preise für Energie und Rohstoffe sowie zunehmende Inflationsraten negativ ausgewirkt. Nach gegenwärtiger Einschätzung nahm das Welt-Bruttoinlandsprodukt 2008 nach 5 % im Vorjahr voraussichtlich um 3,7 % zu und damit weniger als noch vor einem Jahr erwartet.

Insbesondere in den Industrieländern kühlte sich die konjunkturelle Entwicklung merklich ab; einige bewegten sich bereits am Rande einer Rezession. In den USA ließen die anhaltende Krise im Wohnungsbau, rückläufige Unternehmensinvestitionen und die Schwäche des privaten Konsums die Binnennachfrage nahezu stagnieren. Positiv entwickelten sich allerdings die Exporte, die vor dem Hintergrund des schwachen US-Dollar-Kurses deutlich zunahmen.

Auch im Euroraum trübte sich die konjunkturelle Lage spürbar ein. Nach einem guten Start in das Jahr 2008 gab das Wirtschaftswachstum im Laufe des Jahres jedoch nach und erreichte insgesamt lediglich nur noch 1,2 %. Geringfügig günstiger entwickelte sich die deutsche Wirtschaft. Höhere Inflationsraten dämpften den privaten Verbrauch, während die Unternehmensinvestitionen und die Exporte noch moderat zunahmen.

Die Emerging Markets Asiens, Lateinamerikas sowie Mittel- und Osteuropas wuchsen auch 2008 kräftig, im Vergleich zum Vorjahr allerdings mit vermindertem Tempo. China und auch Indien wiesen dank einer robusten Binnenkonjunktur weiterhin eine hohe Wachstumsdynamik auf. Trotz wechselkursbedingt erschwerter Exportbedingungen expandierte auch die brasilianische Wirtschaft. Russland profitierte insbesondere von einer dynamischen Konsum- und Investitionsentwicklung, und auch die meisten anderen mittel- und osteuropäischen Länder blieben auf Wachstumskurs.

Brutto-inlandsprodukt 2008* reale veränderung zum vorjahr in %

Informationsgrafik: Brutto-inlandsprodukt 2008

Branchenwirtschaftliche Rahmenbedingungen

In unseren wichtigen Kundenmärkten war die Entwicklung uneinheitlich. Die Nachfrage nach Qualitätsflachstahl blieb bei steigenden Preisen insgesamt auf relativ hohem Niveau. Bei Edelstahl zeigte sich in den Kernmärkten Europas seit Mitte des 2. Kalenderquartals eine deutliche Nachfragezurückhaltung. Dadurch gerieten die Preise zunehmend unter Druck. Die Automobil- und die Bauindustrie wiesen regionale Entwicklungsunterschiede auf – Wachstum in den Emerging Markets, Stagnation in den Industrieländern. Der Maschinenbau war, bei nachlassender Wachstumsdynamik, weiter aufwärts gerichtet.

Anhaltend hohe Nachfrage nach Qualitätsflachstahl

Die Lage auf den internationalen Stahlmärkten war trotz der schwächeren Weltkonjunktur von anhaltender Expansion gekennzeichnet. Vor allem die erste Hälfte des Kalenderjahres war durch eine weltweit lebhafte Nachfrage geprägt, die auf ein zum Teil rohstoffbedingt knappes Angebot traf. Begleitet wurde diese Entwicklung von Stahlpreiserhöhungen, die von einem ungewohnt drastischen Anstieg der Rohstoff- und Energiekosten getrieben waren. Im weiteren Jahresverlauf trat eine gewisse Beruhigung der Nachfrage ein.

Nach vorläufigen Schätzungen ist 2008 die Rohstahlproduktion weltweit um rund 4 % gestiegen und erreichte mit 1,4 Mrd t ein neues Rekordhoch. China, das seinen Anteil an der Weltstahlerzeugung auf 37 % steigerte, trug mit einem Produktionswachstum von 6 % maßgeblich dazu bei, wenngleich sich die Dynamik gegenüber den Vorjahren verringerte. Produktionszuwächse wurden aber auch in den meisten übrigen Regionen verzeichnet, während in der EU das hohe Vorjahresvolumen nicht ganz erreicht wurde. Die deutsche Stahlindustrie erzeugte mit 47,5 Mio t weniger als im Vorjahr.

Der europäische Markt für Qualitätsflachstahl verzeichnete im ersten Halbjahr 2008 eine konjunkturell und lagerzyklisch bedingt hohe Nachfrage. Bei im Vorjahresvergleich spürbar gesunkenen Drittlandsimporten konnten die europäischen Anbieter ihren EU-Absatz ausweiten, Marktanteile zurückgewinnen und dabei die durch gestiegene Rohstoffkosten notwendigen Preiserhöhungen durchsetzen. In den Sommermonaten schwächte sich die Bestelltätigkeit der Abnehmer ab. Neben der sich verstärkenden konjunkturellen Eintrübung spielten Saisoneffekte eine Rolle sowie die vorhandenen hohen Lagerbestände bei Endverbrauchern und beim Handel. Obwohl das Angebot an Importen wieder zunahm, blieb es noch ohne Auswirkung auf das europäische Stahlpreisniveau.

Im nordamerikanischen Stahlmarkt ging die Nachfrage aus der Automobil- und der Baubranche stark zurück. Dennoch verzeichneten die amerikanischen Stahlproduzenten in der ersten Jahreshälfte 2008 Absatzsteigerungen und Preiserhöhungen, da die Importe niedrig blieben und der zuvor kräftige Lagerabbau sich nicht weiter fortsetzte. Ab Jahresmitte gerieten die Preise allerdings unter Druck und gingen zurück.

Die asiatischen Schwellenländer wiesen 2008 erneut ein überdurchschnittliches Nachfrage- und Angebotswachstum auf. Seit Mitte 2008 hat sich die Nachfragedynamik allerdings auch hier deutlich abgeschwächt, was vor allem in China zu signifikanten Preisabschlägen führte. Vor diesem Hintergrund haben die chinesischen Stahlproduzenten ihre Exporte wieder erheblich ausgeweitet. Im ersten Halbjahr hatten die Exporte auf Grund einer sehr expansiven Inlandsnachfrage und Ausfuhr dämpfender Maßnahmen der chinesischen Administration noch nachgegeben.

Umsatz nach Kundengruppen 2007/2008 in %

Informationsgrafik: Umsatz nach Kundengruppen 2007/2008

Edelstahlpreise bei hoher Nachfrage unter Druck

Die weltweite Nachfrage nach rost-, säure- und hitzebeständigen (RSH) Edelstahlflachprodukten war nach wie vor ungebrochen. Nach vorläufigen Schätzungen nahm der globale Verbrauch 2008 um rund 4,5 % zu. Dieses Wachstum wurde vor allem von China gestützt, während in Westeuropa und im Nafta-Raum das Wachstum maximal 1,5 % bis 2 % erreicht haben dürfte.

Im europäischen Markt verlief die Nachfrage 2008 auf zunächst stabilem Niveau. Nachdem die Auftragseingänge und Lieferungen im Vorjahr infolge der massiven Importe aus Asien, der hohen Bestände beim Lager haltenden Handel sowie der ausgeprägten Preisschwankungen beim Legierungsmetall Nickel auf ein sehr niedriges Niveau gefallen waren, verbesserte sich die Situation im 4. Kalenderquartal 2007 spürbar, um dann Mitte des 2. Kalenderquartals 2008 deutlich zurückzugehen. Ursache hierfür war primär die wieder ansteigende Nachfrage des Handels; dieser baute die Lagerbestände wieder schrittweise auf, die angesichts des Nickelpreisverfalls reduziert worden waren.

Dabei gelang es den europäischen Produzenten, die Basispreise bis in das 2. Kalenderquartal 2008 wieder anzuheben. Bedingt durch die saisonale Schwäche der Sommermonate sowie die eingetrübten Konjunkturaussichten waren die Basispreise jedoch im Anschluss wieder stark rückläufig und die Auftragseingänge gaben deutlich nach.

Das Niveau der Drittlandsimporte lag im Durchschnitt niedriger als im Vorjahreszeitraum, was im Wesentlichen auf einen Rückgang der Importe aus Asien, hierbei insbesondere aus China, Taiwan und Korea, zurückzuführen war. Dennoch wurde bereits seit Beginn des 2. Quartals 2008 ein kontinuierlicher Wiederanstieg der Importe aus diesen Ländern registriert, im späteren Verlauf dann getrieben durch die zunehmende Unterauslastung der chinesischen Produktionskapazitäten.

Die Entwicklung der Preise für Legierungsmetalle hatte erneut einen erheblichen Einfluss auf das Kundenverhalten. Nach dem Allzeithoch Mitte 2007 gab der Nickelpreis deutlich nach und stabilisierte sich bis Mitte März 2008 auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau von 27.000 – 33.000 US-Dollar je Tonne, was sich zunächst positiv auf die Nachfrage auswirkte. Seit Anfang Mai setzte ein erneuter Abwärtstrend ein, wodurch sich bei den Rostfrei-Kunden wieder eine abwartende Haltung einstellte. Dagegen stieg der Chrompreis infolge der Verknappung der weltweiten Produktion erheblich. Bei Chrom-Nickel-Stählen (Austeniten) konnte dieser Anstieg durch die niedrigere Nickelpreisnotierung kompensiert werden, während sich bei den Chromstählen (Ferriten) die Verteuerung des Chroms in Verbindung mit ebenfalls gestiegenen Stahlschrottpreisen bemerkbar machte. Hier nahm der Legierungszuschlag innerhalb des Berichtsjahres um mehr als 100 % zu.

Im Nafta-Raum sorgte eine verhaltene Edelstahlnachfrage, bedingt durch die allgemein schwache Konjunktur, für rückläufige Mengen und Basispreise. In China und anderen asiatischen Märkten war die Nachfrage nach Edelstahl-Rostfrei-Produkten zwar weiterhin ungebrochen, hohe Lagerbestände und Überkapazitäten bei den Produzenten verhinderten aber eine Verbesserung der Erlössituation: Gegenüber dem Vorjahr gaben die Preise nach.

Im Markt für Nickellegierungen wirkten sich die zunächst wieder ansteigenden Legierungsmittelpreise sowie die Wechselkursentwicklung des Euro zum US-Dollar negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Produzenten aus. Zudem drängten Wettbewerber mit Produktionskapazitäten im US-Dollar-Raum zunehmend in die europäischen Märkte.

Fahrzeugbau wuchs nur in den Emerging Markets

Der Automobilmarkt ist 2008 weltweit kaum gewachsen. Die Produktion stieg nach vorläufigen Schätzungen nur um weniger als 1 % auf knapp 74 Mio Personenkraftwagen und Nutzfahrzeuge. Während in Westeuropa und Nordamerika zum Teil deutlich weniger produziert wurde, wuchsen die Emerging Markets in Mittel- und Osteuropa sowie in Asien überwiegend kräftig. Hier nahm die Fahrzeugproduktion um durchschnittlich 10 % zu, wobei die großen Länder Indien, China und Russland die stärksten Zuwächse verzeichneten.

Die größten Rückgänge zeigten die nordamerikanischen Märkte. Zunehmende Finanzierungsprobleme und die zeitweilig stark gestiegenen Benzinpreise führten zu einem Absatzeinbruch. Davon waren insbesondere die leichten Nutzfahrzeuge mit hohem Benzinverbrauch wie Sport Utility Vehicles oder Pickup Trucks betroffen. Die Produktion nahm voraussichtlich um 13 % auf 13,1 Mio Fahrzeuge ab. Erfreulich positiv blieb die Automobilkonjunktur in Brasilien; die Fahrzeugproduktion stieg 2008 um 10 % auf 3,2 Mio Stück.

In Westeuropa gab der Automobilmarkt leicht nach. Die Fahrzeugproduktion verringerte sich um 3 % auf 17,3 Mio Einheiten. Auch die Hersteller in Deutschland blieben mit 6,1 Mio Fahrzeugen knapp unter der Marke des Vorjahres. Bei stabiler Inlandsnachfrage schwächte sich der Export von Personenkraftwagen leicht ab, während die Produktion von Nutzfahrzeugen auf dem hohen Niveau des Vorjahres blieb.

Deutscher Maschinen- und Anlagenbau weiter auf hohem Niveau

Die konjunkturelle Eintrübung und nachlassende Investitionen haben auch das Wachstum im globalen Maschinenbau belastet, vor allem in den USA. In China verlangsamte sich das Expansionstempo, die Zuwachsraten blieben allerdings weiterhin hoch.

In den westeuropäischen Ländern kühlte sich die Maschinenbaukonjunktur ab. In Deutschland erreichten die Auftragseingänge 2008 nicht mehr ganz das sehr gute Vorjahresniveau; dank der hohen Auftragsbestände nahm die Produktion aber um 6 % zu. Der deutsche Großanlagenbau verzeichnete weiterhin eine hohe Nachfrage.

Bauwirtschaft mit Zuwachs in Osteuropa und Asien

Die globale Bauwirtschaft hatte ihre Wachstumszentren weiterhin in den Emerging Markets Asiens sowie Mittel- und Osteuropas. Indien und China wiesen zweistellige Zuwachsraten auf. In den USA war die Bauproduktion 2008 auf Grund der Immobilienkrise rückläufig. Auch in einigen westeuropäischen Ländern hat der Bauboom ein Ende gefunden.

In der deutschen Bauwirtschaft wurde 2008 nur geringfügig mehr produziert als im Vorjahr. Der Produktionszuwachs um 1 % war vor allem der höheren Nachfrage im Wirtschaftsbau zu verdanken.

ThyssenKrupp gut behauptet

THYSSENKRUPP IN ZAHLEN
2006/2007 2007/2008
Auftragseingang Mio € 54.605 55.205
Umsatz Mio € 51.723 53.426
EBITDA Mio € 5.254 4.976
Ergebnis vor Steuern (EBT) Mio € 3.330 3.128
Mitarbeiter (30.09.)   191.350 199.374

ThyssenKrupp hat sich in einem schwieriger gewordenen Marktumfeld gut behauptet. Unsere qualitativ hochwertigen, technologisch anspruchsvollen und auf die Kundenbedürfnisse zugeschnittenen Produkte und Dienstleistungen waren die Basis für ein insgesamt erfolgreiches Geschäftsjahr 2007/2008. Das Ergebnis vor Steuern ist höher ausgefallen als noch vor einem Jahr erwartet. Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung im Januar 2009 vorschlagen, pro Stückaktie eine Dividende von 1,30 € auszuzahlen.

Auftragseingang und Umsatz gestiegen

Der Auftragseingang hat sich 2007/2008, obwohl die konjunkturelle Abkühlung stärker als prognostiziert ausfiel, wie erwartet entwickelt und übertraf mit 55,2 Mrd € das Vorjahresniveau um 1 %. Während die Segmente Steel, Elevator und Services eine höhere Bestelltätigkeit verzeichneten, gab es bei Technologies und Stainless Rückgänge.

Der Konzernumsatz nahm um 3 % auf 53,4 Mrd € zu und lag damit über unseren Erwartungen. Lediglich Stainless erwirtschaftete auf Grund rückläufiger Edelstahlpreise einen niedrigeren Umsatz. Steel hingegen erzielte bessere Preise und einen höheren Umsatz. Technologies konnte dank der anhaltend guten Projektlage im Großanlagenbau die Belastungen aus Unternehmensverkäufen und der Wechselkursentwicklung mehr als kompensieren. Auch bei Elevator wurden negative Wechselkurseffekte durch eine erfolgreiche Geschäftsexpansion mehr als ausgeglichen. Services profitierte vor allem von der im Berichtsjahr anhaltend guten Roh- und Werkstoffkonjunktur.

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UMSATZ NACH SEGMENTEN in Mio €
2006/2007 2007/2008
Steel 13.209 14.358
Stainless 8.748 7.420
Technologies 11.523 12.412
Elevator 4.712 4.930
Services 16.711 17.336
Corporate 288 124
Umsatz der Segmente 55.191 56.580
Umsatz zwischen den Segmenten – 3.468 – 3.154
Umsatz Konzern 51.723 53.426

Ergebnis über Erwartungen

ThyssenKrupp erzielte im Berichtsjahr einen Gewinn vor Steuern und Sondereffekten, unter anderem Vorlaufkosten für die Stahlwerke in Brasilien und den USA, in Höhe von 3,5 Mrd € und übertraf damit die zuletzt im August 2008 angehobene Ergebnisprognose. Das Vorjahresergebnis, das einer außerordentlich hohen Nachfrage nach Qualitätsflachstahl und sehr hohen Basispreisen bei Edelstahl zu verdanken war, ließ sich erwartungsgemäß nicht erreichen. Ergebnisbelastungen aus dem Preisverfall von bestimmten Rohstoffen, insbesondere Nickel, sowie aus dem Absatzpreisrückgang für Edelstahlprodukte konnten im Berichtsjahr durch den Einsatz von Sicherungsinstrumenten gemildert werden.

Wenngleich der Gewinn niedriger war, erwirtschaftete das Segment Steel erneut den größten Ergebnisbeitrag. Bei annähernd konstanten Versandmengen konnten die erheblich gestiegenen Rohstoffkosten nicht vollständig über die Preise an die Kunden weitergegeben werden. Hinzu kamen die Vorlaufkosten der neuen Stahlwerke in Brasilien und den USA sowie die Restrukturierungsaufwendungen bei Metal Forming. Das Segment Stainless musste nach dem Rekordergebnis im Vorjahr einen deutlichen Ergebniseinbruch hinnehmen. Ausschlaggebend dafür waren im Verlauf des Geschäftsjahres zurückhaltende Liefermengen auf Grund schwächerer Auftragseingänge sowie deutlich niedrigere Basispreise. Technologies erzielte einen Rekordgewinn. Diese erfreuliche Entwicklung war insbesondere auf die gute Geschäftslage im Anlagenbau sowie bei Komponenten für die Bau- und die Automobilindustrie zurückzuführen. Elevator konnte das operative Ergebnis ausbauen. Vor dem Hintergrund einer guten Roh- und Werkstoffkonjunktur hat Services das Spitzenergebnis des Vorjahres übertroffen.

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ERGEBNIS NACH SEGMENTEN in Mio €
2006/2007 2007/2008
Steel 1.662 1.540
Stainless 777 126
Technologies 544 741
Elevator – 113 434
Services 704 750
Corporate – 205 – 417
Konsolidierung – 39 – 46
Ergebnis vor Steuern (EBT) 3.330 3.128

Komponenten der Ergebnisentwicklung

Die Umsatzerlöse lagen im Berichtsjahr mit 53,4 Mrd € um 1,7 Mrd € oder 3 % über dem entsprechenden Vorjahreswert. Im Vergleich zur Umsatzentwicklung erhöhten sich die Umsatzkosten überproportional um 1,9 Mrd € oder 4 % auf 44,2 Mrd €. Der Anstieg war mit 1,5 Mrd € hauptsächlich auf erhöhte Materialaufwendungen als Folge von Kostensteigerungen bei Rohstoffen und Energie zurückzuführen; darüber hinaus erhöhten sich die innerhalb der Umsatzkosten erfassten Personalaufwendungen um 172 Mio € oder rund 3 %. Insgesamt ergab sich eine Verminderung der Brutto-Umsatzmarge von 18 % auf 17 %.

Die Vertriebskosten lagen 2007/2008 trotz der Geschäftsausweitung auf dem Niveau des Vorjahres. Der Anstieg der allgemeinen Verwaltungskosten um 245 Mio € stand überwiegend im Zusammenhang mit Projektaufwendungen für die Errichtung der Stahlwerke in Brasilien und den USA. Die Hauptursachen für den Rückgang der sonstigen betrieblichen Erträge um 295 Mio € betrafen mit 154 Mio € verminderte Versicherungsentschädigungen sowie mit 115 Mio € gesunkene Erträge aus dem Abgang von Sachanlagen und von als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien. Der Rückgang der sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 351 Mio € betraf mit 480 Mio € die nur im Vorjahr enthaltene EU-Kartellstrafe gegen ThyssenKrupp Elevator und mit 60 Mio € ebenfalls nur im Vorjahr enthaltene Wertminderungsaufwendungen für Firmenwerte. Gegenläufig wirkten um 94 Mio € erhöhte Rückstellungszuführungen auf Grund von Restrukturierungsmaßnahmen, die hauptsächlich Metal Forming im Segment Steel betrafen, sowie gestiegene Forschungs- und Entwicklungskosten (23 Mio €) und erhöhte Verluste aus dem Abgang von Sachanlagen (19 Mio €). Der Anstieg des Ergebnisses aus dem Verkauf konsolidierter Unternehmen um 64 Mio € betraf im Wesentlichen die Abgabe der Präzisionsschmiede und den Verkauf von Nobiskrug im Segment Technologies während des Berichtsjahres.

Die Verbesserung des Finanzergebnisses um insgesamt 101 Mio € resultierte mit 80 Mio € hauptsächlich aus der erhöhten Aktivierung von Bauzeitzinsen als Folge der Errichtung des neuen Stahlwerks in Brasilien. Darüber hinaus stand der durch die positive Geschäftsentwicklung beeinflussten Verbesserung des Ergebnisses aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen in Höhe von 49 Mio € eine mit 46 Mio € in etwa gleich hohe Verschlechterung des Zinsergebnisses, insbesondere als Folge der gestiegenen Netto-Finanzschulden, gegenüber.

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag verminderten sich um 288 Mio € verbunden mit einem Rückgang der Steuerquote von 34 % auf 27 %. Der Rückgang der Steuerquote war auf die Steuersatzsenkung in Deutschland und eine Verbesserung der steuerlichen Situation im Ausland zurückzuführen. Nach Abzug der Steueraufwendungen ergab sich ein um 86 Mio € erhöhter Jahresüberschuss von 2.276 Mio €. Wird hiervon der auf die Anteile anderer Gesellschafter entfallende Gewinn von 81 Mio € abgezogen, ergibt sich ein um rund 7 % von 4,30 € auf 4,59 € erhöhtes Ergebnis je Aktie; dies ist der höchste Wert, der seit der Fusion von Thyssen und Krupp im Jahre 1999 als Ergebnis je Aktie erzielt wurde.

Ergebnis der ThyssenKrupp AG

Der nach den Regeln des HGB ermittelte Jahresüberschuss der ThyssenKrupp AG betrug im Berichtsjahr 1.175 Mio € nach 309 Mio € im Vorjahr.

Das Beteiligungsergebnis erhöhte sich um 1.196 Mio € auf 1.862 Mio €. Die Erträge aus Gewinnabführungsverträgen übertrafen das Niveau des Vorjahres. Von besonderer Bedeutung waren die Erträge der Segmente Steel, Technologies und Services, wobei Steel wieder den größten Beitrag leistete. Die Verlustübernahmen fielen im abgelaufenen Geschäftsjahr 2007/2008 auf Grund der nur im Vorjahr berücksichtigten Kartellstrafe der EU-Kommission gegen ThyssenKrupp Elevator geringer aus. Die Erträge aus Beteiligungen betrugen 412 Mio € nach 173 Mio € im Vorjahr.

Der Rückgang der sonstigen betrieblichen Erträge um 143 Mio € resultiert im Wesentlichen aus mit 196 Mio € niedrigeren Steuerumlagen der Konzernunternehmen auf Grund der Abführung von Organschaftsergebnissen sowie einem Rückgang der Veräußerung von Sachanlagen in Höhe von 60 Mio € und einer geringeren Auflösung des Sonderposten mit Rücklageanteil von 46 Mio €. Gegenläufig wirkten eine Zuschreibung auf den Buchwert einer Beteiligung mit 134 Mio € sowie Weiterberechnungen von Lizenzen in Höhe von 14 Mio €.

Der Bestand der eigenen Anteile im Umlaufvermögen am 30. September 2008 wurde zum niedrigeren Börsenkurs am Bilanzstichtag bewertet. Dies hatte zur Folge, dass in der Position Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens eine ergebniswirksame Abwertung in Höhe von 505 Mio € zu berücksichtigen war.

Innerhalb der Verwaltungskosten ergaben sich nur geringe Veränderungen gegenüber dem Vorjahr. Der Reduzierung des Personalaufwands standen erhöhte Aufwendungen aus Dienstleistungen und Werbemaßnahmen gegenüber.

Im Zinsergebnis des Berichtsjahres in Höhe von 381 Mio € spiegeln sich Einzahlungen in die Kapitalrücklagen von verbundenen Unternehmen sowie Zinssatzänderungen auf den Geld- und Kapitalmärkten wider.

Nach Berücksichtigung der zuvor genannten Effekte ergab sich ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 1.364 Mio € nach 695 Mio € im Vorjahr.

Der Rückgang des Steueraufwands gegenüber dem Vorjahr war im Wesentlichen durch die notwendige Abschreibung der Anschaffungskosten für die eigenen Anteile auf den niedrigeren beizulegenden Wert am Bilanzstichtag, die auch steuerlich wirksam ist, verursacht.

Nach Erfassung der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag ergab sich ein Jahresüberschuss von 1.175 Mio €. Unter Berücksichtigung von Einstellungen in die Rücklage für eigene Anteile in Höhe von 532 Mio €, Einstellungen von 8 Mio € in andere Gewinnrücklagen und des Gewinnvortrags aus dem Vorjahr von 34 Mio € resultierte ein Bilanzgewinn in Höhe von 669 Mio €. Vorbehaltlich der Genehmigung durch die Hauptversammlung soll dieser Betrag zur Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 603 Mio € verwendet werden. Der verbleibende Betrag von 66 Mio € soll auf neue Rechnung vorgetragen werden.

1,30 € Dividende je Stückaktie

Die rechtliche Basis für die Ausschüttung bildet der nach HGB ermittelte Bilanzgewinn der ThyssenKrupp AG in Höhe von 669 Mio €; im Vorjahr waren es ebenfalls 669 Mio €. Er setzt sich zusammen aus dem nach HGB ermittelten Jahresüberschuss der ThyssenKrupp AG in Höhe von 1.175 (im Vorjahr 309 Mio €) abzüglich der Einstellungen in die anderen Gewinnrücklagen in Höhe von 8 Mio € (im Vorjahr Entnahmen aus Gewinnrücklagen 334 Mio €) und in die Rücklage für eigene Anteile in Höhe von 532 Mio € sowie zuzüglich des Gewinnvortrags aus dem Vorjahr in Höhe von 34 Mio €.

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung die Zahlung einer Dividende in Höhe von 1,30 € (im Vorjahr 1,30 €) je Stückaktie und den Vortrag des darüber hinausgehenden Betrags von 66 Mio € auf neue Rechnung vor. Soweit sich die Anzahl der dividendenberechtigten Aktien bis zum Tag der Hauptversammlung ändern sollte, wird der Gewinnverwendungsvorschlag entsprechend angepasst. Damit ist aus dem Bilanzgewinn von 669 Mio € ein Teilbetrag von insgesamt 603 Mio € zur Ausschüttung auf die zum 30. September 2008 dividendenberechtigten 463.473.492 Aktien vorgesehen.

Der Jahresabschluss der ThyssenKrupp AG ist in Kurzform in den nachfolgenden Tabellen dargestellt:

Bilanz der ThyssenKrupp AG (HGB) in Mio €
30.09.2007 30.09.2008
Immaterielle Vermögenswerte 50 47
Sachanlagen 103 123
Finanzanlagen 16.453 16.037
Anlagevermögen 16.606 16.207
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 9.625 8.842
Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte 312 321
Wertpapiere 698 1.073
Flüssige Mittel 2.481 1.202
Umlaufvermögen 13.116 11.438
Aktiva 29.722 27.645
     
Eigenkapital 6.175 6.715
Sonderposten mit Rücklageanteil 91 157
Rückstellungen 526 560
Anleihen 1.500 1.500
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 298 948
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 20.853 17.513
Übrige Verbindlichkeiten 279 252
Verbindlichkeiten 22.930 20.213
Passiva 29.722 27.645
Gewinn- und Verlustrechnung der ThyssenKrupp AG (HGB) in Mio €
2006/2007 2007/2008
Beteiligungsergebnis 666 1.862
Sonstige betriebliche Erträge 1.006 863
Übrige Aufwendungen und Erträge – 608 – 980
Zinsergebnis – 369 – 381
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 695 1.364
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag – 386 – 189
Jahresüberschuss 309 1.175
Entnahme aus anderen Gewinnrücklagen 334 0
Einstellung in die Rücklage für eigene Anteile 0 – 532
Einstellung in andere Gewinnrücklagen 0 – 8
Gewinnvortrag 26 34
Bilanzgewinn 669 669

Portfolio weiter gestrafft

ThyssenKrupp hat im Berichtsjahr das aktive Portfoliomanagement der vergangenen Jahre konsequent fortgeführt. In Nordamerika hat das Segment Steel die Mehrheit der Tailored-Blanks-Aktivitäten erworben. Technologies hat seine Aktivitäten im Automotive-Bereich weiter zurückgefahren. Hierzu gehörte insbesondere die Abgabe der Präzisionsschmiede-Gruppe an einen industriellen Investor. Im Bereich Marine Systems wurde die schwerpunktmäßig auf den Bau mittelgroßer Megayachten spezialisierte Werft Nobiskrug veräußert. Elevator konnte erneut durch eine Vielzahl kleinerer Akquisitionen seine weltweite Marktposition in den Bereichen Aufzüge und Accessibility stärken. Das Segment Services hat mit der Übernahme von Apollo Metals seine Aktivitäten im Bereich der Metalldistribution und des Supply-Chain-Management für Kunden in der Luft- und Raumfahrtindustrie erheblich ausgebaut. Darüber hinaus wurden mehrere kleinere Akquisitionen zur Verstärkung der Wettbewerbsposition getätigt.

ThyssenKrupp hat sich von seiner 25%igen Finanzbeteiligung an der Bertrandt AG getrennt. Die erfolgreiche projektbezogene Zusammenarbeit mit Bertrandt bleibt hiervon unberührt.

Das durch Akquisitionen erworbene Umsatzvolumen belief sich im Berichtsjahr auf 0,5 Mrd €, die Desinvestitionen erreichten ein Volumen von 0,4 Mrd €. Seit der Fusion von Thyssen und Krupp sind damit Unternehmen mit einem Umsatz von 9,5 Mrd € veräußert und solche mit einem Umsatz von 8,7 Mrd € erworben worden.

Mitarbeiterzahl deutlich gestiegen

Die Zahl der Mitarbeiter hat sich 2007/2008 deutlich erhöht. ThyssenKrupp beschäftigte am 30. September 2008 weltweit 199.374 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, 8.024 bzw. 4 % mehr als am Ende des vorangegangenen Geschäftsjahres.

Insbesondere die im Dienstleistungsgeschäft tätigen Segmente Elevator und Services stockten die Mitarbeiterzahl deutlich auf. Steel hat vor allem durch den Bau neuer Werke in Brasilien und – gemeinsam mit Stainless – in den USA zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen. Leicht rückläufig war die Belegschaftsstärke bei Technologies, während Stainless die Mitarbeiterzahl hielt.

In Deutschland blieb die Zahl der Mitarbeiter mit 85.097 auf dem Niveau des Vorjahres. In den übrigen Ländern wuchs die Belegschaft um 7 % auf 114.277. Ende September 2008 waren 12 % der Mitarbeiter in den USA tätig, 7 % in Brasilien und 5 % in Frankreich.

Absatzmärkte und Marketing

Die EU-Länder waren auch im Geschäftsjahr 2007/2008 wieder der bedeutendste Absatzmarkt für ThyssenKrupp: 67 % unserer Produkte und Dienstleistungen gingen an Kunden in der EU. Davon entfiel mehr als die Hälfte auf Deutschland. Der Umsatz mit Kunden in Amerika von Alaska bis Feuerland machte 18 % aus, während die Bedeutung des asiatisch/pazifischen Raums für unser Geschäft zwar zunahm, aber mit einem Anteil von 9 % immer noch gering blieb. Dank unserer stabilen Kundenstruktur blieben die Prozentsätze relativ fest, wenn auch die Kunden außerhalb Deutschlands in den letzten fünf Jahren immer wichtiger geworden sind. Wie die nachfolgende Tabelle zeigt, stieg ihr Anteil am Konzernumsatz in dieser Zeit um 38 % auf 34.265 Mio €:

UMSATZ NACH ABSATZGEBIETEN in Mio €
2003/2004 2004/2005 2005/2006 2006/2007 2007/2008
Deutschland 12.458 14.166 15.837 18.545 19.161
Übrige EU 10.731 12.106 13.293 16.198 16.677
Amerika 8.621 10.002 11.609 10.218 9.706
Asien/Pazifik 3.545 4.164 4.123 4.146 4.852
Übrige Länder 1.948 2.489 2.263 2.616 3.030
Insgesamt 37.303 42.927 47.125 51.723 53.426
Umsatz nach Absatzgebieten 2007/2008in %

Informationsgrafik: Umsatz nach Absatzgebieten 2007/2008

Auf zahlreichen internationalen Märkten nehmen ThyssenKrupp Unternehmen mit ihren Produkten führende Positionen ein. Hervorragende technische Eigenschaften, verbunden mit Wirtschaftlichkeit und zuverlässigem Service, haben viele Kunden von unseren Erzeugnissen überzeugt. Hinzu kommt oftmals eine jahrelange enge Kunden/Lieferanten-Beziehung. So entwickeln unsere Techniker auch spezielle Problemlösungen für kundenspezifische Anwendungen. Ein Beispiel ist die Automobilindustrie, deren Ziel, das Fahrzeuggewicht zu reduzieren, von unseren Segmenten durch zahlreiche neuentwickelte Leichtbauwerkstoffe und -komponenten unterstützt wird.

Bündel effektiver Marketingmaßnahmen

Als Hersteller und Dienstleister für Werkstoffe und Industriegüter haben wir meistens Unternehmen als Kunden. Nur in vereinzelten Fällen – etwa bei Aufzügen oder Treppenliften für Wohnhäuser – kaufen Privatkunden direkt bei uns. Dadurch sind unsere Zielgruppen zwar in der Regel zahlenmäßig überschaubar, aber auch kommunikativ sehr anspruchsvoll. Wir halten Kontakt zu ihnen durch mehrmals im Jahr erscheinende technische Magazine, die über Innovationserfolge im Konzern berichten und neue Trends vorstellen. Zusätzlich vermitteln produktbezogene Dokumentationen alle notwendigen Daten, damit die Kunden über den Einsatz unserer Produkte qualifiziert entscheiden können. Wir achten außerdem auf aktuelles und anspruchsvolles Produktdesign sowie einen konsequent eingehaltenen Corporate-Design-Rahmen, beispielsweise für Geschäftsdrucksachen und Werbemittel. Internationale Messebeteiligungen und Präsentationen gehören ebenso zur Palette unserer Absatzinstrumente wie eine länder- und kundenbezogene Produktgestaltung, effiziente Vertriebsanstrengungen und individuelle Kundenberatung.

Operativ verantwortlich für die Marketing-Maßnahmen sind die einzelnen am Markt tätigen Konzernunternehmen, die schnell auf sich ändernde Markttrends reagieren können. Angesichts unserer breiten Produktpalette hat sich dies gegenüber einer zentralen Steuerung des Marketings bewährt.

Starke Marktpräsenz durch Kommunikation

Wir leisten intensive Kommunikationsarbeit, um den Konzern und seine Marke in allen wichtigen Zielgruppen zu präsentieren und seine Marktpräsenz zu stärken. Zielgruppen sind vor allem unsere Kunden, denn eine offene Information und eine starke Marke wirken sich positiv auf die Kundenbindung aus. Im Personalmarkt hilft unsere Kommunikationsarbeit, die besten Nachwuchskräfte für den Konzern zu gewinnen. Gegenüber den Investoren zeigen wir die Wachstums- und Wertsteigerungsperspektiven auf. Zugleich gewinnen unsere Mitarbeiter ein Gesamtbild des Konzerns, das weit über die einzelnen Konzernunternehmen hinausreicht. In der breiten Öffentlichkeit sorgen wir dafür, dass ThyssenKrupp noch stärker als zukunftsorientierter Industrie- und Technologiekonzern wahrgenommen wird.

Inhalte und Gestaltung der eingesetzten Kommunikationsmittel werden immer wieder getestet, um daraus Erkenntnisse für die Optimierung der "nächsten Generation" abzuleiten. Unabhängige Marktforschungsinstitute überprüfen regelmäßig die Gesamtwirkung, die bisher als sehr effizient bewertet wurde.

Mit vielen unserer Maßnahmen wenden wir uns in erster Linie an die breite Öffentlichkeit, um gesellschaftliche Themen anzusprechen, die im Interesse des Konzerns wie der Allgemeinheit liegen. Unsere Initiative "Zukunft Technik entdecken" fördert durch gezielte Projekte mit Kindern und Jugendlichen deren Technikverständnis und bereitet so den Boden für ein Interesse an technisch-naturwissenschaftlichen Berufen. Mit dem IdeenPark im Mai 2008 in Stuttgart haben wir mehr als 280.000 Jugendliche und Erwachsene für Technik begeistert und sie zum Nachdenken über die Bedeutung des technischen Fortschritts gebracht. Das auf die verschiedenen Altersgruppen abgestimmte Konzept hatte sich schon bei den vorangegangenen Veranstaltungen in Gelsenkirchen und Hannover bewährt. Weitere Angaben zum IdeenPark finden Sie im Kapitel "Engagement, Nachhaltigkeit und Umweltschutz".

Investitionen

Im Geschäftsjahr 2007/2008 investierte ThyssenKrupp 4.282 Mio €, 43 % mehr als im Vorjahr. Davon wurden 4.018 Mio € für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte ausgegeben, auf den Erwerb von Beteiligungen entfielen die übrigen 264 Mio €. Die Investitionen überschritten die Abschreibungen in Höhe von 1.382 Mio € um 2.900 Mio €.

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INVESTITIONEN NACH SEGMENTEN in Mio €
2006/2007 2007/2008
Steel 1.659 2.596
Stainless 328 387
Technologies 581 763
Elevator 122 136
Services 282 369
Corporate 131 66
Konsolidierung – 102 – 35
Konzern 3.001 4.282

Mit den Investitionen stärkt ThyssenKrupp seine Position in zukunftsträchtigen Wachstumsfeldern. Herausragendes Einzelprojekt ist der Bau eines neuen Stahlwerks in Brasilien. Neben unseren Standorten in Deutschland war Amerika ein regionaler Investitionsschwerpunkt.

Mehr erfahren Sie in den Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung im Kapitel Finanz- und Vermögenslage.

Beschaffung: Volumen weiter gestiegen

Im Berichtsjahr machte der Materialaufwand mit 34,5 Mrd € einen Anteil von 65 % am Umsatz aus. Für Rohstoffe, sonstige Produkte und Dienstleistungen wurden gegenüber dem Vorjahr 4 % mehr ausgegeben. Die Mehrkosten sind weitgehend auf bis kurz vor Geschäftsjahresende gestiegene Preise für Rohstoffe und zugekaufte Produkte zurückzuführen. Nur vereinzelt traten Lieferengpässe auf, die zu einer Verlängerung der geplanten Lieferzeiten führten; die Materialversorgung war grundsätzlich sichergestellt.

MATERIALAUFWAND NACH SEGMENTEN in Mio €
2006/2007 2007/2008
Steel 7.650 8.514
Stainless 6.783 6.096
Technologies 7.024 7.626
Elevator 1.577 1.657
Services 13.223 13.645
Corporate 186 51
Materialaufwand der Segmente 36.443 37.589
Konsolidierung – 3.447 – 3.131
Konzern 32.996 34.458
Materialaufwand 2007/2008 in %

Informationsgrafik: Materialaufwand 2007/2008

Hohe Preissteigerungen bei Eisenerzen

Da die Stahlproduktion nach wie vor stark wuchs, ist die Nachfrage nach Übersee-Eisenerzen im Jahr 2008 erneut um rund 48 Mio t auf 840 Mio t angestiegen. Die Ausweitung der Eisenerzproduktion reichte nicht aus, um Engpässe zu verhindern. In dieser Situation konnte die brasilianische Bergwerksgesellschaft Vale 2008 Preissteigerungen von rund 66 % für Feinerze durchsetzen. Der Preis für Pellets – stückig gemachtes Eisenerz für den direkten Einsatz im Hochofen – stieg nachfragebedingt sogar um rund 87 %. Die Seefrachtraten für den Erztransport blieben auch 2008 im Mittel sehr hoch bei erheblichen Schwankungen.

Im Berichtsjahr hat das Segment Steel 17,1 Mio t Eisenerz gekauft, davon entfielen knapp 10 Mio t auf Brasilien. Es folgten Kanada mit 3,3 Mio t und Afrika mit 2,4 Mio t. Geringere Mengen kamen aus Australien und Schweden.

Auf dem sehr angespannten Markt für Kokskohle haben witterungsbedingte Produktionsausfälle in Australien Anfang 2008 das Angebot weiter deutlich verknappt. Dadurch verdreifachten sich die Kokskohlepreise für Lieferungen im Vertragsjahr 2008/2009 (April – März). Für Einblaskohle waren ähnlich hohe Preiszuschläge zu zahlen. Zusätzlich wurden die Kohlelieferungen noch durch die hohen Seefrachten belastet.

Der Preis für international gehandelten Hochofenkoks ist seit Ende 2006 kontinuierlich gestiegen. So lag Hochofenkoks aus China zum Ende des Berichtsjahres bei rund 670 US-Dollar pro Tonne fob Ladehafen China, ein Plus von 130 % innerhalb eines Jahres. Der extreme Preisanstieg für chinesische Lieferungen war zum einen auf die hohe Nachfrage, zum anderen aber auf die Anhebung der dortigen Exportsteuer für Koks und andere Brennstoffe zurückzuführen.

Unterschiedliche Entwicklungen bei Legierungsmetallen

Wie in den Vorjahren entwickelten sich die Beschaffungsmärkte für Legierungen und Metalle äußerst unterschiedlich. Während sich Ferro-Molybdän, dessen Preis in den Vorjahren stark schwankte, 2007/2008 auf einem hohen Niveau um 80 US-Dollar je Kilogramm stabil hielt, ging der Preis für Ferro-Silizium in zwei Schritten steil nach oben. Einer Preissteigerung im Februar um 17 % folgte eine weitere im Juni um 32 % auf 1.630 € je Tonne. Diese Sprünge waren wesentlich auf eine Anti-Dumping- Maßnahme gegen chinesische Ware zurückzuführen, die das Material auf dem Weltmarkt verknappte.

Das an der Londoner Metallbörse (LME) notierte Metall Zink gab im Verlauf des Geschäftsjahres kontinuierlich nach und notierte Mitte 2008 rund 40 % niedriger als zu Beginn des Geschäftsjahres. Kupfer und Aluminium – ebenfalls börsennotiert – lagen nach zwischenzeitlich höheren Notierungen leicht über dem Niveau zu Beginn des Geschäftsjahres, zeigten aber gegen Ende des Geschäftsjahres fallende Tendenz.

Die für das Segment Stainless wichtige LME-Notierung für Nickel stieg zunächst von knapp 30.000 US-Dollar pro Tonne Anfang Oktober 2007 auf gut 33.600 US-Dollar Mitte November, fiel dann auf unter 26.000 US-Dollar zum Jahresende, um anschließend bis Anfang März wieder auf 33.300 US-Dollar anzusteigen. Es folgte eine Talfahrt der Preise auf knapp unter 17.500 US-Dollar Anfang August, gefolgt von einem leichten Anstieg auf 21.100 US-Dollar und einem weiteren Rückgang auf 15.755 US-Dollar am 30. September 2008. Insgesamt hat der Nickelpreis also im Verlauf des Berichtsjahres um fast die Hälfte nachgegeben.

Massive Preissteigerungen gab es dagegen bei dem für die Herstellung rostfreier Stähle ebenfalls wichtigen Legierungsmetall Chrom. Ausgehend von dem bis dahin historisch höchsten Preis zum Ende des letzten Geschäftsjahres gab es Anhebungen um 21 % zum 1. Kalenderquartal 2008, gefolgt von einer weiteren Preissteigerung um 59 % zum 2. Kalenderquartal und einer nochmaligen Steigerung um 7 % zum 3. Kalenderquartal. Produktionskürzungen im wichtigen Lieferland Südafrika, bedingt durch Stromengpässe, und erhöhte Nachfrage in China spielten dabei eine maßgebliche Rolle.

Neue Rekordpreise verzeichnete wegen der weltweit guten Stahlkonjunktur der Stahlschrott. Im Verlauf des Berichtsjahres stieg in Deutschland der Preis für die Richtsorte 2 um 71 % auf bis zu 426 € je Tonne im Juni. Der Stahlschrottpreis fiel dann kontinuierlich bis September auf den Wert von 301 € je Tonne. Legierter Schrott war durchgängig gut verfügbar. Dies war auf die historisch immer noch hohen Nickelnotierungen und die hohen Preise für Chrom und Eisen, aber auch auf die gedämpfte Nachfrage seitens der Rostfrei-Produzenten zurückzuführen.

Die steigenden Rohstoffpreise im Verlauf des Geschäftsjahres haben bei den daraus hergestellten Produkten auch zu höheren Produktpreisen geführt. Dies gilt beispielsweise für Stahlbleche und Flachprodukte, aber auch für Rohre, Halbzeug und Stabstahl für Schmiedeteile. Zudem kam es bei einigen Vorprodukten zu Versorgungsengpässen und Lieferverzögerungen. Dagegen führten sinkende Rohstoffpreise, wie z.B. beim Nickel, zu sinkenden Vormaterialpreisen. Neben den Rohstoffpreisen ließen höhere Energie- und Lohnkosten die Preise für Hilfs- und Betriebsstoffe sowie für Ersatzteile, Dienstleistungen und Investitionsgüter steigen. Nur durch frühzeitige Disposition konnten wir Lieferengpässe und damit Produktionsausfälle verhindern.

Während der Wettbewerb in einzelnen Bereichen (z.B. Apparatebau und Großkompressoren) durch nicht voll ausgelastete Kapazitäten zunahm, sind die Vorlieferanten noch sehr gut ausgelastet. Insbesondere für Guss- und Schmiedeteile gab es lange Lieferzeiten. Die Marktlage im Schwermaschinenbau und bei Lieferanten, die Kraftwerksbauer beliefern, war zum Teil ebenfalls sehr angespannt. Hierzu zählten Elektrotechnik-, Turbinen-, Pumpen-, Dampfkessel- und Hochdruckapparatehersteller. Gleiches galt auch für Luft- und Gaszerlegungsanlagen. Durch die zu langen Lieferzeiten mussten mitunter geplante Inbetriebnahmetermine verschoben werden.

Im Dienstleistungsbereich haben wir durch segmentübergreifendes Warengruppenmanagement, standardisierte Vertragsbedingungen und eine Fokussierung auf Vorzugslieferanten sowohl die Preise reduziert als auch die Beschaffungsprozesse vereinfacht.

Einkaufsinitiative – wichtiger Wertgenerierer im Konzern

Die Einkaufsinitiative lieferte im Rahmen unseres Wertsteigerungsprogramms ThyssenKrupp best wieder einen hohen Einzelbeitrag. Dazu beigetragen haben die Projekte der inzwischen weltweit mehr als 700 Mitarbeiter aus Europa, Nordamerika, Brasilien und Asien, die in den zentral bereitgestellten Methoden und Tools geschult wurden.

Unsere Konzernunternehmen haben 2007/2008 über das Modul Catalog Ordering Einkäufe für mehr als 100 Mio € abgewickelt – gegenüber dem letzten Geschäftsjahr ein Plus um über 12 %. Die Zahl der teilnehmenden Unternehmen ist weltweit beachtlich gestiegen. Heute können sie rund 3,8 Mio Artikel online beziehen; die niedrigeren Prozesskosten für solche Online-Einkäufe bedeuten erhebliche Vorteile sowohl für unsere Lieferanten und als auch für uns.

Über unser weltweit genutztes strategisches Lieferantenmanagement-Tool sind im letzten Geschäftsjahr mehr als 500 bedeutende Lieferanten bewertet worden. Kumuliert wurde seit dem Einsatz des Tools über 1,5 Mrd € Einkaufsvolumen bearbeitet. 90 Konzernunternehmen aus Europa, der Nafta- Region und Asien setzen diese strategische Lieferantenbewertung nach einheitlichen Methoden und Kriterien ein. Cross-funktionale Teams bewerten die Lieferanten und definieren gemeinsam Entwicklungsmaßnahmen. In einer Datenbank, auf die unsere Konzernunternehmen online zugreifen können, sind sämtliche Lieferanten und deren Bewertungen gespeichert.

Transportkosten durch Zuschläge höher

Parallel zu den steigenden Rohstoff- und Materialpreisen sind auch die Frachten teurer geworden. Der Preisindex für Frachtumschlag hat vom 1. Kalenderquartal 2007 bis zum 1. Quartal 2008 um 4,6 % zugelegt. Treibstoffzuschläge, neue Lenk- und Ruhezeiten, aber auch ein Mangel an qualifiziertem Personal erhöhten die Kosten für Lkw-Transporte. Im Stückgutbereich hielten sich die Kostensteigerungen in Maßen, da wir den Bedarf über Rahmenverträge gebündelt haben. Beim Bahntransport konnten die Preise über Langfristverträge sogar weitgehend stabil gehalten werden, wobei jedoch Spezialwaggons für den Stahltransport knapp waren. In einigen Fällen haben wir – auch um dem Engpass im Lkw- Transport entgegenzuwirken – Bahn- und Lkw-Transporte kombiniert.

In der Seefracht haben sich die Transportkosten je nach Zielhafen unterschiedlich entwickelt. Während Containerfrachten von Asien nach Europa teilweise um bis zu 12 % mehr kosteten, blieben die Containerfrachten in die USA unverändert. Die Preise für Fracht von Europa speziell nach Fernost und Nordamerika sind teilweise sogar gesunken. Ein spezieller Markt sind die Fahrten der Massengutfrachter, wie sie für den Erztransport eingesetzt werden. Hier kam es zu Preiserhöhungen. Massive Erhöhungen für alle Schiffstypen ergaben sich durch die Bunkerzuschläge, aber auch durch gestiegene Kosten für die Abfertigung und die Verzollungsagenten. In der Luftfracht konnten wir die Raten durch über Rahmenverträge gebündelte Aufträge konstant halten. Allerdings ließen die Kerosinzuschläge die Preise dennoch steigen.

Im Fahrzeugflotten-Management haben wir weitere Synergien ausgeschöpft, indem wir Lieferanten stärker integrierten, Aufträge bündelten, die Prozesse besser abstimmten und die Verbreitung innerhalb des Konzerns international ausdehnten. Außerdem haben wir die Abläufe weiter automatisiert. Die elektronische Datenübertragung und die Anbindung von Lieferanten über Schnittstellen an unser Fahrzeugmanagementsystem waren hierfür ein wichtiger Baustein. Diese Optimierungen wirkten den steigenden Kosten für Kraftstoffe entgegen.

Energie: Preise erreichen Rekordhöhen

Im Berichtsjahr war Energie so teuer wie selten zuvor. Trotzdem gelang es, die Energieversorgung der Werke von ThyssenKrupp international sicherzustellen und zugleich den Kostenzuwachs zu begrenzen. Hier zahlten sich die Synergieeffekte in einem großen Konzern aus.

Der Ölpreis stieg weltweit – insbesondere seit April 2008 – stärker als in den Vorjahren. Am 15. Juli 2008 war mit 145,55 US-Dollar für ein Barrel Rohöl der Brent-Qualität die Höchstmarke erreicht. Zeitgleich stiegen die Schwerölnotierungen in Deutschland auf über 530 € je Tonne. Da die Preise für Erdgas in der Regel an den Ölpreis gekoppelt sind, zogen die Aufwendungen auch hier an. Nachdem die Höchstwerte für Öl überschritten waren, pendelten sich die Notierungen bis Ende des Berichtsjahres auf einem hohen Niveau ein. Erschwerend kam beim Gas hinzu, dass sich die Wettbewerbssituation auf dem deutschen Markt kaum weiterentwickelt hat. Obwohl die europäische Marktliberalisierung jetzt die kommunalen Transportnetze in Deutschland geöffnet hat, fehlen den industriellen Großverbrauchern und damit auch uns immer noch Anbieter für kostengünstige Bezugsalternativen.

Gasversorgung für US-Werk sicher

Für ihren in Bau befindlichen Stahlwerks- und Weiterverarbeitungskomplex in den USA haben die Segmente Steel und Stainless den Standort Mobile im Bundesstaat Alabama nicht zuletzt wegen seiner hervorragenden Lage zu Gasversorgungsleitungen ausgewählt. Er liegt in unmittelbarer Nähe eines Knotenpunktes von drei großen Pipelines sowie eines bedeutenden Gasspeichers. Diese einzigartige Lage sichert langfristig eine unterbrechungsfreie Gasversorgung – auch bei außergewöhnlichen Wetterereignissen wie den Hurrikans an der Golfküste. Dank der zentralen Lage konnten wir zudem günstige Gastransportkosten vereinbaren.

Auch Strompreise im Höhenflug

Im Laufe des letzten Geschäftsjahres hat sich der Auftrieb des Strompreises im Großhandel und an der Strombörse weiter beschleunigt. Getrieben wurde diese Entwicklung durch den starken Anstieg bei Rohöl, Erdgas und Kraftwerkskohle. Bei Kohle trugen sowohl der gestiegene Produzentenpreis als auch höhere Transportkosten zu dem Zuwachs bei.

Die Aufschläge für die Förderung der erneuerbaren Energien sind im Berichtszeitraum weiter gestiegen und haben hohe zusätzliche Kosten verursacht. Auch die Stromsteuer und die Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung verteuerten die Strombeschaffung. Die Bundesnetzagentur hatte zwar im Berichtsjahr die beantragten Netzentgelte teils deutlich gekürzt und damit die Netzkosten merklich verringert, aber die Netzentgelte machen bei ThyssenKrupp nur etwa 10 % der Strombeschaffungskosten aus, so dass der Entlastungseffekt begrenzt war.

Auch außerhalb Deutschlands gelang es uns, den Stromeinkauf versorgungssicher und zugleich relativ kostengünstig zu gestalten. Unsere Konzernunternehmen in Großbritannien und Spanien haben im Allgemeinen Bündelverträge abgeschlossen, die Synergien bei der Beschaffung und eine längerfristige Preissicherungsstrategie erlaubten. In Frankreich nutzten unsere größeren Unternehmen die neuen vom Staat eingeführten Tarife mit Konditionen unterhalb des Großhandelsmarktes.

Für den Werkskomplex in Mobile haben die Segmente Steel und Stainless einen langfristigen Vertrag mit dem örtlichen Stromversorger abgeschlossen, der eine kostengünstige und zuverlässige Versorgung gewährleistet. In dem Vertrag wurde insbesondere der stromintensive Betrieb des Elektrostahlwerks berücksichtigt. Darüber hinaus ermöglichen flexible Klauseln, die Kosten langfristig zu optimieren. Diese günstigen Strombezugskosten sind eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Technische Gase wie Sauerstoff, Stickstoff und Argon in einer Luftzerlegungsanlage rentabel produziert werden können.

Höhere Energiekosten durch Emissionshandel

Angesichts der hohen Stahlproduktion reichen uns die von der Bundesregierung zugeteilten CO2-Emissionsrechte in der jetzt begonnenen zweiten Handelsperiode des EU-Emissionshandels (2008 – 2012) nicht aus: Wir werden deshalb Emissionsrechte oder vergleichbare Zertifikate zukaufen müssen. Durch konzernweite Energieeinsparungen, die Beteiligung an CO2-Fonds und eine effiziente Beschaffungsstrategie konnten wir bisher den Aufwand begrenzen. Aber zusätzlich erhöhen sich unsere Energieaufwendungen auch dadurch, dass die Kosten für CO2-Emissionsrechte in den Strompreis vollständig einbezogen sind. Bei steigenden Preisen für Emissionsberechtigungen in der zweiten Handelsperiode nehmen somit auch die Kosten der Strombeschaffung zu.


ThyssenKrupp kann auf eine erfolgreiche Entwicklung seit der Fusion zurückblicken: Erwirtschaftete unser Konzern im ersten Jahr seines Bestehens – 1998 / 1999 – mit 185.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 32 Mrd € und ein Ergebnis vor Steuern von 0,6 Mrd €, so standen 2007/2008 fast 200.000 Mitarbeiter für mehr als 53 Mrd € Umsatz und 3,1 Mrd € Ergebnis vor Steuern.

2007/2008 war ein gutes Jahr für den Konzern. Unser Geschäft verlief häufig besser als erwartet, und das in einem zunehmend deutlich schwierigeren Marktumfeld. Vor Steuern und wesentlichen Sondereffekten betrug das Ergebnis sogar 3,5 Mrd € und übertraf unsere zuletzt im August 2008 angehobene Prognose von über 3,2 Mrd €.

ThyssenKrupp 2007/2008 besser als erwartet

  • Auftragseingang: erwartungsgemäß auf 55,2 Mrd € gestiegen
  • Umsatz: mit 53,4 Mrd € höher als prognostiziert
  • Ergebnis vor Steuern: mit 3,1 Mrd € besser als erwartet
  • Mitarbeiterzahl: mit mehr als 199.000 höher als vorhergesehen
  • Wertbeitrag: 304 Mio € höher als Budgetansatz

Planungen überprüft

Im unsicheren Umfeld der Finanzkrise hat auch ThyssenKrupp seine Planungen für das angelaufene Geschäftsjahr 2008/2009 sowie seine Ziele überprüft. 2008/2009 werden wir einen deutlichen konjunkturbedingten Geschäftsrückgang hinnehmen müssen, dessen Ausmaß zurzeit noch nicht zuverlässig abzuschätzen ist. Sollte die Weltwirtschaft aber 2010 – wie zurzeit prognostiziert – das Rezessionstal verlassen und wieder an Wachstumstempo gewinnen, wird auch ThyssenKrupp auf seinen langfristig angelegten Wachstumspfad zurückkehren.

Wir sind fest davon überzeugt, dass unsere 2005 aufgelegte Wachstumsstrategie richtig ist. Beeinträchtigungen – wie etwa durch die aktuelle Finanzkrise – können zwar zu zeitlichen Verschiebungen führen, der langfristige Unternehmenserfolg bleibt aber unberührt. Wir betreiben eine erfolgreiche, langfristig ausgerichtete Portfoliooptimierung, entwickeln Produkt- und Verfahrensinnovationen und positionieren uns auf den strategischen Wachstumsmärkten der Welt. Dies sichert den künftigen Erfolg des Unternehmens.