Finanz- und Vermögenslage

Analyse der Kapitalflussrechnung

Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Zahlungsmittelfonds entspricht der Bilanzposition "Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente".

Aus der operativen Geschäftstätigkeit ergibt sich im Berichtszeitraum ein Mittelzufluss in Höhe von 0,5 Mrd € nach über 1,9 Mrd € im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die Verschlechterung des Operating Cash-Flow um rund 1,5 Mrd € ist im Wesentlichen mit dem verstärkten Aufbau des Working Capital als Folge der Geschäftsausweitung zu erklären.

Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit erhöhte sich im Berichtsquartal im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 0,4 Mrd € auf 1,5 Mrd €. Ursache hierfür sind insbesondere die um 0,8 Mrd € auf 1,9 Mrd € gestiegenen Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen, die im Wesentlichen die Errichtung des Stahlwerks in Brasilien betreffen. Gegenläufig wirken die gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum um 0,3 Mrd € erhöhten Einzahlungen aus Desinvestitionen von Finanziellen Vermögenswerten und Sachanlagen.

Entsprechend dieser Entwicklung hat sich der Free Cash-Flow, d.h. die Summe aus Operating Cash-Flow und Cash-Flow aus Investitionstätigkeit, mit -1,0 Mrd € im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal um 1,8 Mrd € verringert.

Der Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit verringerte sich um 0,3 Mrd € auf 0,7 Mrd €. Begründet ist der höhere Mittelabfluss im Vorjahresquartal durch die Tilgung einer Anleihe in Höhe von 0,5 Mrd €, der Einzahlungen aus der im November 2005 erfolgten Veräußerung eigener Aktien der ThyssenKrupp AG an die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung in Höhe von 0,3 Mrd € gegenüberstehen.

Analyse der Bilanzstruktur

Die nachfolgende Darstellung der Bilanzstruktur schließt die zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerte und Schulden ein, die in der Konzernbilanz separat ausgewiesen werden.

Insgesamt ist die Bilanzsumme gegenüber dem 30. September 2006 mit 36.949 Mio € um 1.219 Mio € gestiegen.

Die Erhöhung des Sachanlagevermögens resultiert im Wesentlichen aus dem Baufortschritt des Stahlwerks in Brasilien.

Der Anstieg der Vorräte um 1.710 Mio € auf 9.120 Mio €, im Wesentlichen in den Segmenten Stainless und Services, resultiert hauptsächlich aus der Erhöhung der Rohstoffpreise, insbesondere der Nickelpreise, und der auf Grund von Umsatzausweitungen gestiegenen Mengenbestände. Der erst seit Anfang Juni wieder deutlich rückläufige Nickelpreis schlägt sich nur zu einem Teil in der Vorratsbewertung nieder.

Die Ausweitung des Geschäftsbetriebes führte in nahezu allen Bereichen zu einem deutlichen Anstieg der Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Dieser Effekt wurde durch die Veräußerung des nordamerikanischen Karosserie- und Fahrwerksgeschäfts abgemildert. Aus diesem Abgang ergab sich zudem eine Reduzierung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen.

Die bedingt durch die hohen Umsätze gestiegenen Umsatzsteuerverbindlichkeiten führten im Wesentlichen zu einer Erhöhung der kurzfristigen Übrigen Verbindlichkeiten. Die in dieser Bilanzposition zum 31. März 2007 enthaltene Kartellstrafe der EU-Kommission gegen ThyssenKrupp Elevator wegen Wettbewerbsverstößen in Höhe von rund 480 Mio € wurde im 3. Quartal beglichen.

Insbesondere der Konzernüberschuss vor Abschreibungen und latenten Steuern konnte die Auswirkungen auf den Operating Cash-Flow durch den beschriebenen Anstieg der Vorräte und der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen überkompensieren und führte im Saldo zu einem Mittelzufluss aus operativer Geschäftstätigkeit. Durch Investitionen in das Sachanlagevermögen ergab sich ein Abfluss von Geldmitteln für Investitionen. Insgesamt trug dies zu einem Rückgang der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente um 1.765 Mio € auf 2.682 Mio € bei.

Das Eigenkapital stieg um 928 Mio € auf 9.855 Mio €. Wesentliche Faktoren waren der in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2006/2007 erzielte Periodenüberschuss sowie gegenläufig die Dividendenausschüttung der ThyssenKrupp AG in Höhe von 489 Mio €.