ANHANG ZUM KONZERN-ZWISCHENABSCHLUSS

Die ThyssenKrupp Aktiengesellschaft ("ThyssenKrupp AG" oder "Gesellschaft") ist eine börsennotierte Kapitalgesellschaft mit Sitz in Deutschland. Der vorliegende Konzernabschluss zur Zwischenberichterstattung der ThyssenKrupp AG und ihrer Tochtergesellschaften ("Konzern") für das zweite Quartal und das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2006/2007 wurde mit Beschluss des Vorstands vom 07. Mai 2007 zur Veröffentlichung freigegeben.

Der vorliegende ungeprüfte Konzernabschluss zum Zwischenbericht wurde im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) und den diesbezüglichen Interpretationen des International Accounting Standards Board (IASB) für die Zwischenberichterstattung erstellt, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Demzufolge enthält dieser Abschluss zum Zwischenbericht nicht sämtliche Informationen und Anhangangaben, die gemäß IFRS für einen Konzernabschluss zum Ende des Geschäftsjahres erforderlich sind.

Der vorliegende ungeprüfte Konzernabschluss zum Zwischenbericht enthält nach Ansicht des Vorstands alle erforderlichen Anpassungen, die für eine den tatsächlichen Verhältnissen entsprechende Darstellung der Ertragslage zum Zwischenergebnis erforderlich sind. Die Ergebnisse der zum 31. März 2007 endenden Berichtsperioden lassen nicht notwendigerweise Rückschlüsse auf die Entwicklung zukünftiger Ergebnisse zu.

Im Rahmen der Erstellung eines Konzernabschlusses zur Zwischenberichterstattung in Übereinstimmung mit IAS 34 "Interim Financial Reporting" muss der Vorstand Beurteilungen und Schätzungen vornehmen sowie Annahmen treffen, die die Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen im Konzern und den Ausweis der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie der Erträge und Aufwendungen beeinflussen. Die tatsächlichen Beträge können von diesen Schätzungen abweichen.

Die im Konzernabschluss zur Zwischenberichterstattung angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen denen des letzten Konzernabschlusses zum Ende des Geschäftsjahres.

Eine detaillierte Beschreibung der Grundsätze der Rechnungslegung ist im Anhang zum Konzernabschluss unseres Geschäftsberichts 2005/2006 veröffentlicht.

Im Geschäftsjahr 2006/2007 hat das IASB die nachfolgend darstellten Standards herausgegeben, deren Anwendung noch die Übernahme in EU-Recht ("Endorsement") erfordert: Im November 2006 hat das IASB den Standard IFRS 8 "Operating Segments" herausgegeben, der den bisherigen IAS 14 "Segment Reporting" ersetzt. Nach IFRS 8 hat die Berichterstattung über die wirtschaftliche Lage der Segmente nach dem so genannten Management Approach zu erfolgen. Danach liegen der Abgrenzung der Segmente und den Angaben für die Segmente die Informationen zugrunde, die das Management intern für die Bewertung der Segmentperformance und die Ressourcenallokation verwendet. IFRS 8 ist verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2009 beginnen; eine frühere Anwendung ist zulässig. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Anwendung des Standards einen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse haben wird.

Im März 2007 hat das IASB den geänderten Standard IAS 23 "Borrowing Costs" herausgegeben. Danach sind Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswertes zugeordnet werden können, zu aktivieren. Die aktuell bestehende Möglichkeit zur sofortigen aufwandswirksamen Erfassung von Fremdkapitalkosten wird abgeschafft. Der geänderte Standard ist verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2009 beginnen. Die Änderung wird keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben, da bereits derzeit die einem qualifizierten Vermögenswert direkt zurechenbaren Fremdkapitalkosten als Teil der Herstellungskosten aktiviert werden.

Seit dem 01. Januar 2005 unterliegt ThyssenKrupp dem europaweit geltenden Emissionshandelsgesetz. Der Konzern hat von der Emissionshandelsstelle (DEHSt ) Zuteilungsbescheide für insgesamt 56,0 Mio Tonnen CO2-Emissionen (ein Drittel davon entfällt auf 2005) für den Zeitraum 2005-2007 erhalten. Die Bescheide entfallen im Wesentlichen auf das Segment Steel. Die erworbenen Rechte werden unter den immateriellen Vermögenswerten erfasst und zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

Übersteigen die tatsächlichen CO2-Emissionen die zugeteilten Rechte pro Jahr, wird aufwandswirksam eine Rückstellung für den Nachkauf der Rechte gebildet.

2 DISPOSAL GROUPS UND EINZELNE ZUR VERÄUSSERUNG VORGESEHENE VERMÖGENSWERTE

Im Rahmen des Programms zur Portfoliooptimierung sind im Dezember 2006 im Segment Technologies der Verkauf des Bereichs Wehrtechnik der Blohm + Voss Industries GmbH und der Verkauf der Gesellschaft ThyssenKrupp Bilstein Wagenheber GmbH eingeleitet worden. Der Wehrtechnikbereich ist in der Entwicklung und Fertigung von gepanzerten Gehäusen für Kettenfahrzeuge tätig. Die ThyssenKrupp Bilstein Wagenheber GmbH ist in der Akquisition, Entwicklung, Konstruktion und im Vertrieb von Wagenhebern und artverwandten Produkten für Bordwerkzeuge, die von der Autmobilindustrie serienmäßig eingesetzt werden, tätig. Zum 31. März 2007 war der Verkauf der ThyssenKrupp Bilstein Wagenheber GmbH vollzogen, während der Vollzug der Veräußerung des Bereichs Wehrtechnik der Blohm + Voss Industries GmbH erst nach dem 31. März 2007 erfolgte.

Beide Veräußerungen erfüllen nicht die Voraussetzungen von IFRS 5 für den Ausweis einer nicht fortgeführten Aktivität. Damit werden die Aufwendungen und Erträge bis zum Zeitpunkt der Veräußerung weiterhin im Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen.

Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der Disposal Group zum 31. März 2007 sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:

Mio €
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Bereich Wehrtechnik
der Blohm + Voss Industries GmbH
31.03.2007
 
 
 
Vorräte
 
4
Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte
 
4
 
 
 
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
 
1
Sonstige kurzfristige Rückstellungen
 
1
Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten
 
2

Neben den Vermögenswerten der Disposal Group enthält die Bilanzzeile "Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte" diverse Immobilien in Höhe von insgesamt 152 Mio €, die im Rahmen der Konzentration der Verwaltungsstandorte von ThyssenKrupp in Deutschland zur Veräußerung vorgesehen sind. Darüber hinaus sind Sachanlagen in Höhe von 10 Mio € und eine at equity bewertete Beteiligung in Höhe von 23 Mio € enthalten, die ebenfalls zur Veräußerung vorgesehen sind.

Die Anhangangaben zum Konzern-Zwischenabschluss sind einschließlich der vorgenannten "Zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerte" bzw. "Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten" dargestellt.

3 AUFWAND AUS AKTIENORIENTIERTER VERGÜTUNG

Im Januar 2007 gewährte ThyssenKrupp für die 5. Tranche des Mid Term Incentiveplans 44.651 Wertrechte. Insgesamt enthält das Ergebnis des 2. Quartals 2006/2007 Aufwendungen in Höhe von 9,3 (2. Quartal 2005/2006: 13,0) Mio € aus dem Mid Term Incentiveplan.

Das im Februar 2006 implementierte Programm zum rabattierten Aktienkauf wurde im 2. Quartal 2006/2007 mit dem Erwerb von 125.977 Aktien mit Rabatt abgeschlossen. Gleichzeitig wurde im März 2007 für das Geschäftsjahr 2006/2007 erneut ein Programm beschlossen, das wiederum ausgewählten Führungskräften des Konzerns die Möglichkeit gibt, ThyssenKrupp Aktien bis zu einem festgelegten Betrag mit Rabatt zu erwerben. Insgesamt resultieren aus dem Programm zum rabattierten Aktienkauf im 2. Quartal 2006/2007 Aufwendungen von 0,8 (2. Quartal 2005/2006: 0,7) Mio €.

4 SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE

Im 2. Quartal 2006/2007 waren nach der Aufgabe von bestimmten Automotive-Aktivitäten in den USA bisher im Eigenkapital erfasste Beträge aus der Währungsumrechnung ergebniswirksam auszuweisen. Entsprechend enthalten die sonstigen betrieblichen Erträge einen Kursgewinn von 28 Mio €.

5 SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen des 2. Quartals 2006/2007 enthalten ein von der EU-Kommission wegen Wettbewerbsverstößen von ThyssenKrupp im Bereich Aufzüge und Fahrtreppen verhängtes Bußgeld in Höhe von rund 480 Mio €.

6 AUFWENDUNGEN FÜR PENSIONEN UND ÄHNLICHE VERPFLICHTUNGEN

Der Netto-Pensionsaufwand für Leistungszusagen setzt sich wie folgt zusammen:

Mio €
 
 
 
 
 
 
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2. Quartal 2005/2006
 
2. Quartal 2006/2007
 
1. Halbjahr 2005/2006
 
1. Halbjahr 2006/2007
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Deutsch-
land
 
Übrige
Länder
 
Deutsch-
land
 
Übrige
Länder
 
Deutsch-
land
 
Übrige
Länder
 
Deutsch-
land
 
Übrige
Länder
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Dienstzeitaufwand: Barwert der im Geschäftsjahr hinzuverdienten Versorgungsansprüche
 
10
 
15
 
9
 
11
 
20
 
30
 
18
 
23
Zinsaufwand: Aufzinsung der bereits erworbenen Ansprüche
 
63
 
31
 
67
 
32
 
126
 
62
 
133
 
64
Erwarteter Kapitalertrag des Planvermögens
 
- 2
 
- 33
 
- 2
 
- 34
 
- 4
 
- 66
 
- 4
 
- 69
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand
 
1
 
1
 
0
 
0
 
2
 
1
 
0
 
0
Aufwand/(Ertrag) aus Planabgeltungen und Plankürzungen
 
0
 
0
 
0
 
0
 
0
 
0
 
0
 
- 12
Netto-Pensionsaufwand für Leistungszusagen
 
72
 
14
 
74
 
9
 
144
 
27
 
147

6

Auf Grund von Unternehmensveräußerungen in den USA im 1. Quartal 2006/2007 verringerten sich die geschätzten Bar-Dotierungen in fondsfinanzierte Pensionspläne für das Geschäftsjahr 2006/2007 um 10 Mio €.

Der Netto-Aufwand für Zuschussverpflichtungen für die Gesundheitsfürsorgeleistungen für Pensionäre setzt sich wie folgt zusammen:

Mio €
 
 
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2. Quartal 2005/2006
USA/Kanada
 
2. Quartal 2006/2007
USA/Kanada
 
1. Halbjahr 2005/2006
USA/Kanada
 
1. Halbjahr 2006/2007
USA/Kanada
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Dienstzeitaufwand: Barwert der im Geschäftsjahr hinzuverdienten Versorgungsansprüche
 
6
 
3
 
12
 
7
Zinsaufwand: Aufzinsung der erwarteten Zuschussverpflichtungen
 
15
 
14
 
31
 
29
Erwarteter Ertrag aus Erstattungsansprüchen (reimbursement rights)
 
- 1
 
- 1
 
- 3
 
- 3
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand
 
0
 
0
 
0
 
0
Aufwand/(Ertrag) aus Planabgeltungen und Plankürzungen
 
0
 
0
 
0
 
- 39
Netto-Aufwand der Zuschussverpflichtungen für Gesundheitsfürsorgeleistungen für Pensionäre
 
20
 
16
 
40
 
- 6

7 EIGENKAPITAL

Das Eigenkapital und die Anzahl der sich im Umlauf befindlichen Aktien veränderten sich wie folgt:

Tabelle: Eigenkapital

Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 19. Januar 2007 ist die ThyssenKrupp AG bis zum 18. Juli 2008 ermächtigt, für bestimmte vordefinierte Zwecke eigene Anteile bis zu 10 % des derzeitigen Grundkapitals zu erwerben. Darüber hinaus wurde der Vorstand durch die Hauptversammlung ermächtigt, das Grundkapital bis zum 18. Januar 2012 mit Zustimmung des Aufsichtsrats um bis zu 500 Mio € durch die Ausgabe von bis zu 195.312.500 neuen, auf den Inhaber lautende Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmal oder mehrmals zu erhöhen ("Genehmigtes Kapital").

8 SONSTIGE VERPFLICHTUNGEN EINSCHLIEßLICH SCHWEBENDER RECHTSSTREITIGKEITEN UND SCHADENERSATZANPRÜCHE

Bürgschaften und Garantien

Die ThyssenKrupp AG, deren Segmentführungsgesellschaften sowie in Einzelfällen auch deren Tochtergesellschaften haben Bürgschaften oder Garantien zu Gunsten von Geschäftspartnern oder Kreditgebern ausgestellt. Die in der nachfolgenden Tabelle dargestellten Verpflichtungen zeigen Haftungsverhältnisse, bei denen der Hauptschuldner kein konsolidiertes Unternehmen ist:

Mio €
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Maximales
Haftungsvolumen 31.03.2007
 
Rückstellung
31.03.2007
 
 
 
 
 
Anzahlungsgarantien
 
118
 
1
Gewährleistungs- und Vertragserfüllungsgarantien
 
133
 
0
Kreditaufträge
 
46
 
0
Restwertgarantien
 
45
 
1
Sonstige Haftungserklärungen
 
207
 
1
Insgesamt
 
549
 
3

Die Laufzeiten variieren je nach Art der Garantie von 3 Monaten bis zu 10 Jahren (z.B. bei Miet- und Pachtgarantien).

Grundlage für eine mögliche Inanspruchnahme durch den Begünstigten ist die nicht vertragskonforme Erfüllung von vertraglich eingegangenen Verpflichtungen durch die Gesellschaften, wie z.B. nicht rechtzeitige oder nicht ordnungsgemäße Lieferung, Nichteinhaltung von zugesicherten Leistungsparametern oder nicht ordnungsgemäße Rückzahlung von Krediten.

Alle durch die ThyssenKrupp AG oder die Segmentführungsgesellschaften ausgestellten oder in Auftrag gegebenen Bürgschaften oder Garantien erfolgen im Auftrag und unter Rückhaftung des jeweiligen aus dem zu Grunde liegenden Vertragsverhältnis entsprechend verpflichteten Unternehmens (Hauptschuldner).

Besteht die Rückhaftung gegen einen Hauptschuldner, an dem ganz oder teilweise ein konzernfremder Dritter beteiligt ist, so wird mit diesem grundsätzlich die Stellung zusätzlicher Sicherheiten in entsprechender Höhe vereinbart.

"Special Purpose Entities"

ThyssenKrupp hat eine Anlage zur Produktion von Koks gemietet. Die Anwendung der Interpretation SIC 12 "Consolidation – Special Purpose Entities" auf die Betreibergesellschaft dieser Anlage hat ergeben, dass diese eine "Special Purpose Entity" im Sinne der Interpretation ist, für die eine Konsolidierungspflicht besteht. Die Vollkonsolidierung dieser Gesellschaft hat jedoch nur geringe Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Hingegen führte die Überprüfung der Eigentümergesellschaft, die ebenfalls eine "Special Purpose Entity" im Sinne der Interpretation ist, zu dem Ergebnis, dass der Konzern diese Gesellschaft nicht beherrscht. Die Gesellschaft ist somit nicht in den Konsolidierungskreis des Konzerns einzubeziehen. Die Verpflichtungen des Konzerns im Rahmen des Miet- und Abnahmevertrages werden im Konzernabschluss weiterhin als künftige Mindestmietzahlungen aus "operating lease" unter den sonstigen finanziellen Verpflichtungen berücksichtigt und werden im aktuellen Geschäftsjahr ca. 62 Mio € betragen. Das maximale Verlustrisiko des Konzerns aus dieser Anlage beläuft sich auf ca. 45 Mio € und resultiert aus der im Wesentlichen durch Dritte übernommenen Restwertgarantie für die Anlage zum Ende des Miet- bzw. Abnahmevertrages.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risiken

Am 26. Januar 2006 hat die ThyssenKrupp AG mit der Mittal Steel N.V. eine Vereinbarung unterzeichnet, in der sich ThyssenKrupp verpflichtet hat, bis zu 100 % der Anteile an Dofasco zu erwerben, falls Mittal Steel Arcelor übernimmt. Hieraus konnte eine Kaufpreisverpflichtung von bis zu 4 Mrd € entstehen. Diese Vereinbarung wurde nicht vollzogen und daher am 30. April 2007 gekündigt.

Im 1. Quartal 2006/2007 erhöhte sich im Segment Steel das Bestellobligo für Investitionsvorhaben um 1,1 Mrd €. Darüber hinaus wurden ein langfristiger Liefervertrag für Eisenerz und Eisenerzpellets sowie ein langfristiger Liefervertrag für Gas abgeschlossen, aus denen ab dem Geschäftsjahr 2008/2009 über einen Zeitraum von 15 bzw. 20 Jahren Abnahmeverpflichtungen von insgesamt 5,6 Mrd € resultieren.

Schwebende Rechtsstreitigkeiten und Schadenersatzansprüche

ThyssenKrupp ist im Zusammenhang mit der Veräußerung von Unternehmen in gerichtliche und außergerichtliche Auseinandersetzungen verwickelt, die zu Rückerstattungen von Teilen des Kaufpreises oder zur Gewährung von Schadenersatz führen können.

Aus Anlagenbau-, Liefer- und Leistungsverträgen werden von Kunden und Subunternehmern Ansprüche erhoben. Bei einigen Rechtsstreitigkeiten haben sich die Ansprüche im Verlauf des Geschäftsjahres als unbegründet erwiesen oder sind verjährt. Eine Reihe von gerichtlichen und behördlichen Verfahren ist noch anhängig.

Darüber hinaus sind bei den sonstigen Verpflichtungen einschließlich schwebender Rechtsstreitigkeiten keine wesentlichen Veränderungen seit dem vorangegangenen Geschäftsjahresende eingetreten.

9 DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE

Die Nominal- und Buchwerte der derivativen Finanzinstrumente des Konzerns stellen sich wie folgt dar:

Mio €
  Download
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Nominalwert
30.09.2006
 
Buchwert
30.09.2006
 
Nominalwert
31.03.2007
 
Buchwert
31.03.2007
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Derivative Finanzinstrumente
 
 
 
 
 
 
 
 
Aktiva
 
 
 
 
 
 
 
 
Währungsderivate inklusive eingebettete Derivate
 
4.462
 
118
 
3.499
 
81
Zinsderivate
 
29
 
0
 
5
 
0
Warenderivate
 
802
 
87
 
1.057
 
159
Passiva
 
 
 
 
 
 
 
 
Währungsderivate inklusive eingebettete Derivate
 
3.116
 
72
 
3.756
 
105
Zinsderivate
 
980
 
58
 
986
 
32
Warenderivate
 
758
 
112
 
1.182
 
203
Insgesamt
 
10.147
 
447
 
10.485
 
580

10 SEGMENTBERICHTERSTATTUNG

Zum 01. Oktober 2006 wurde der nach den Veräußerungen in Nordamerika verbleibende operative Teil des Segments Automotive mit dem Segment Technologies zusammengeführt, um im neuen Segment Technologies wichtige Industriegüter-Kompetenzen zu bündeln. Der Auslauf- und der Verkaufsbereich von ThyssenKrupp Budd wurden zum 01. Oktober 2006 Corporate zugeordnet, wobei der Verkaufsbereich im Laufe des 1. Quartals 2006/2007 entkonsolidiert wurde. Die Werte der Vorjahresperioden sind entsprechend angepasst. Darüber hinaus wurde aus strategischen Gründen die Umformtechnik im 2. Quartal 2006/2007 vom Segment Technologies zum Segment Steel umgegliedert. Das 1. Quartal 2006/2007 sowie die Werte der Vorjahresperioden sind entsprechend angepasst.

Segmentinformationen für das 2. Quartal 2005/2006 und das 2. Quartal 2006/2007 sowie das 1. Halbjahr 2005/2006 und das 1. Halbjahr 2006/2007:

Mio €
  Download
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Steel
 
Stainless
 
Tech-
nologies
 
Elevator
 
Services
 
Corporate
 
Konso-
lidierung
 
Konzern
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
2. Quartal 2005/2006
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Außenumsätze
 
2.726
 
1.472
 
2.851
 
1.052
 
3.262
 
423
 
0
 
11.786
konzerninterne Umsätze
 
336
 
154
 
19
 
2
 
121
 
8
 
- 640
 
0
Umsatzerlöse gesamt
 
3.062
 
1.626
 
2.870
 
1.054
 
3.383
 
431
 
- 640
 
11.786
Ergebnis vor Steuern
 
424
 
52
 
133
 
94
 
91
 
- 17
 
- 4
 
773
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
2. Quartal 2006/2007
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Außenumsätze
 
2.995
 
2.114
 
2.766
 
1.087
 
4.120
 
32
 
0
 
13.114
konzerninterne Umsätze
 
394
 
293
 
38
 
1
 
214
 
7
 
- 947
 
0
Umsatzerlöse gesamt
 
3.389
 
2.407
 
2.804
 
1.088
 
4.334
 
39
 
- 947
 
13.114
Ergebnis vor Steuern
 
471
 
291
 
108
 
- 390
 
140
 
- 43
 
- 5
 
572
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
1. Halbjahr 2005/2006
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Außenumsätze
 
5.217
 
2.703
 
5.734
 
2.059
 
6.205
 
810
 
0
 
22.728
konzerninterne Umsätze
 
643
 
275
 
36
 
3
 
244
 
13
 
- 1.214
 
0
Umsatzerlöse gesamt
 
5.860
 
2.978
 
5.770
 
2.062
 
6.449
 
823
 
- 1.214
 
22.728
Ergebnis vor Steuern
 
693
 
59
 
254
 
179
 
176
 
- 154
 
- 9
 
1.198
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
1. Halbjahr 2006/2007
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Außenumsätze
 
5.752
 
3.878
 
5.541
 
2.169
 
7.885
 
221
 
0
 
25.446
konzerninterne Umsätze
 
755
 
500
 
55
 
2
 
421
 
12
 
- 1.745
 
0
Umsatzerlöse gesamt
 
6.507
 
4.378
 
5.596
 
2.171
 
8.306
 
233
 
- 1.745
 
25.446
Ergebnis vor Steuern
 
870
 
616
 
256
 
- 293
 
332
 
- 136
 
- 11

 

1.634

11 ERGEBNIS JE AKTIE

Das Ergebnis je Aktie ("basic earnings per share") berechnet sich wie folgt:

Tabelle: Ergebnis je Aktie

Ermittlung der für die Kalkulation des Ergebnisses je Aktie relevanten Aktienanzahl

Das Ergebnis je Aktie ergibt sich aus der Division des den Aktionären der ThyssenKrupp AG zurechenbaren Periodenüberschusses durch die Anzahl der durchschnittlich im Umlauf befindlichen Aktien. Veräußerte oder zurückgekaufte Aktien während einer Periode werden zeitanteilig für den Zeitraum, in dem sie sich im Umlauf befinden, berücksichtigt.

Der gewichtete Aktiendurchschnitt reduzierte sich durch den Erwerb eigener Aktien per 06. Mai 2003 und erhöhte sich wieder durch die Ausgabe dieser Aktien im 2. Quartal 2003/2004, im 3. Quartal 2004/2005 und im 1. Quartal 2005/2006. Im 4. Quartal 2005/2006 reduzierte sich der gewichtete Aktiendurchschnitt erneut durch den Erwerb eigener Aktien.

In den dargestellten Berichtsperioden gab es keine Verwässerungseffekte.

12 ZUSÄTZLICHE INFORMATIONEN ZUR KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG

Folgende Zahlungsvorgänge sind im Cash-Flow aus der betrieblichen Tätigkeit enthalten:

Mio €
  Download
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
1. Halbjahr 2005/2006
 
1. Halbjahr 2006/2007
 
 
 
 
 
Zinseinzahlungen
 
93
 
67
Zinsauszahlungen
 
208
 
185
(Einzahlungen)/Auszahlungen für Steuern vom Einkommen und Ertrag
 
- 45
 
430

Nicht zahlungswirksame Investitionstätigkeiten

Im 1. Halbjahr ergab sich aus dem Erwerb und der Erstkonsolidierung von Gesellschaften ein Zugang von Immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien in Höhe von 8 (2005/2006: 134) Mio €.

Der zahlungsunwirksame Zugang von Vermögenswerten aus Finance Lease im 1. Halbjahr 2006/2007 beträgt 8 (2005/ 2006: 3) Mio €.

Nicht zahlungswirksame Finanzierungstätigkeiten

Im 1. Halbjahr 2006/2007 erfolgte durch den Erwerb und die Erstkonsolidierung von Gesellschaften kein Zugang von Brutto- Finanzverbindlichkeiten (2005/2006: 3 Mio €).

13 BESONDERE EREIGNISSE NACH DEM STICHTAG

Berichtspflichtige Ereignisse lagen nicht vor.