Inhalt auf dieser Seite
Überblick über den Geschäftsverlauf im Konzern
ThyssenKrupp – weiter konsequent auf Wachstumskurs
ThyssenKrupp hat im 2. Quartal 2006/2007 die erfolgreiche Geschäftsentwicklung fortgesetzt. Vor dem Hintergrund eines anhaltend günstigen Marktumfeldes wiesen Auftragseingang und Umsatz erfreuliche Wachstumsraten auf. Das Konzernergebnis vor Steuern erreichte 572 Mio € nach 773 Mio € im Vorjahresquartal.
Der Ergebnisrückgang ist allein auf das EU-Bußgeld in Höhe von rund 480 Mio € wegen des Vorwurfs wettbewerbswidrigen Verhaltens im Markt für Aufzüge und Fahrtreppen zurückzuführen.
Ohne diese Sonderbelastung verzeichneten wir einen erfreulichen Ergebnisanstieg um 279 Mio € auf 1.052 Mio €.
Die wesentlichen Kennzahlen für das 2. Quartal 2006/2007 lauten:
- Der Auftragseingang stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 9 % auf 14,0 Mrd €.
- Der Umsatz nahm um 11 % auf 13,1 Mrd € zu.
- Das EBITDA betrug 1.031 Mio € nach 1.278 Mio € im Vorjahr; ohne die Sonderbelastung durch die EU-Geldbuße
hätte das EBITDA im Berichtsquartal bei 1.511 Mio € gelegen.
- Das Ergebnis vor Steuern erreichte 572 Mio € nach 773 Mio € im Vorjahresquartal; ohne die EU-Geldbuße verbesserte sich das Ergebnis vor Steuern um 279 Mio € auf 1.052 Mio €.
- Das Ergebnis je Aktie verminderte sich im Quartalsvergleich auf Grund der EU-Geldbuße von 0,84 € auf 0,45 €.
- Die Netto-Finanzverbindlichkeiten beliefen sich zum 31. März 2007 auf 897 Mio €. Dies bedeutet eine Zunahme gegenüber dem 30. September 2006 um 1.644 Mio €, als Netto-Finanzforderungen in Höhe von 747 Mio € bestanden. Am 31. März 2006 hatten die Netto-Finanzverbindlichkeiten 191 Mio € betragen.
Die Portfoliooptimierung wurde in allen Segmenten konsequent fortgeführt.
Ergebnisziel angehoben
Im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres 2006/2007 rechnen wir mit einer Fortsetzung der positiven Geschäftsentwicklung. Auf Grundlage der sehr guten Ergebnisse in den ersten beiden Quartalen und verbesserter Wachtumsaussichten gehen wir nun davon aus, den Umsatz auf rund 50 Mrd € zu steigern und ein Ergebnis vor Steuern – vor wesentlichen Sondereffekten – von rund 3,5 Mrd € zu erwirtschaften.
Die deutlich gesteigerte Ertragsstärke des Konzerns sowie erwartete Ergebniseffekte aus dem Investitionsprogramm veranlassen den Vorstand dazu, sein mittelfristiges Ziel bis 2010 anzuheben. Bei einem Umsatz von rund 60 Mrd € soll ein Ergebnis vor Steuern – vor wesentlichen Sondereffekten – von nachhaltig 4 Mrd € erzielt werden. Längerfristig, insbesondere nach Inbetriebnahme der Großinvestitionen in Nordamerika, wird bei einem Umsatz in der Größenordnung von 65 Mrd € ein Ergebnis vor Steuern – vor wesentlichen Sondereffekten – von 4,5 bis 5,0 Mrd € erwartet.
Konjunkturelles Umfeld
Die Weltwirtschaft ist auch zu Beginn des Jahres 2007 weiter kräftig gewachsen, auch wenn in einigen Regionen das Wachstumstempo etwas nachließ. Trotz der zuletzt wieder steigenden Ölpreise entspannte sich in den letzten Monaten die Lage auf dem internationalen Ölmarkt. Wichtige Industrierohstoffe haben sich dagegen zum Teil erheblich verteuert.
In den USA hat sich die konjunkturelle Entwicklung verlangsamt. Belastend wirkt vor allem die schwächere Nachfrage im privaten Wohnungsbau sowie im Autosektor. Hinzu kamen rückläufige Ausrüstungsinvestitionen der Unternehmen. In Japan sorgten eine gestiegene Auslandsnachfrage und anziehende Investitionen für eine anhaltende konjunkturelle Belebung.
Der Euro-Raum wies zu Beginn des Jahres 2007 auf Grund einer positiven Investitionskonjunktur und höherer Exporte ein robustes Wachstum auf. Die deutsche Wirtschaft zeigte sich ausgesprochen stabil. Günstig entwickelten sich weiterhin die Exporte sowie die Ausrüstungsinvestitionen, während sich der private Konsum zu Jahresbeginn mehrwertsteuerbedingt schwächer entwickelte.
Das Wachstumstempo in den sich entwickelnden Ländern Asiens, Lateinamerikas sowie Mittel- und Osteuropas blieb auch zuletzt insgesamt hoch. In China hat das Wachstum auch im 1. Quartal 2007 die Marke von 10 % übertroffen. Ein hohes Expansionstempo wies zuletzt die indische Industrie auf.
In den für ThyssenKrupp wichtigen Branchen ergaben sich folgende Entwicklungen:
- Vor dem Hintergrund der günstigen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen zeigten sich auch die internationalen Stahlmärkte weiterhin sehr robust. Nach einem Rekordausstoß von 1,24 Mrd t im vergangenen Jahr konnte die Weltstahlindustrie in den ersten drei Monaten 2007 die Produktion gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um 10 % steigern. China blieb mit einem Plus von 22 % stärkster Wachstumstreiber. Außerhalb Chinas erhöhte sich die Erzeugung um 4,4 %. In Nordamerika wurde im Berichtszeitraum weniger Rohstahl produziert als in der Vergleichsperiode.
Die deutsche Stahlindustrie erzielte im 1. Quartal ein beachtliches Produktionsplus von 9,5 %. Die Werke produzierten weiter an der Kapazitätsgrenze und die Auftragsbücher sind nach wie vor gut gefüllt. Die Stahlverarbeiter im Inland wie auch in der gesamten EU erhöhten bei anhaltend guter Beschäftigung ihre Produktion im Vergleich zum Vorjahr. Die Nachfrage nach Qualitätsflachstahlerzeugnissen im westeuropäischen Kernmarkt hielt sich daher weiterhin auf hohem Niveau. Ursächlich ist primär der robuste Stahlverbrauch, wobei auch weitere Lagerzukäufe getätigt werden. Extrem hoch blieben die EU-Stahleinfuhren aus dritten Ländern. Der Importdruck könnte allerdings kurzfristig etwas nachlassen, da der Preisvorteil der Importe abzunehmen scheint; hinzu kommt die kräftige Nachfragebelebung in vielen Drittlandsmärkten auch außerhalb Chinas. Vor diesem Hintergrund, aber auch wegen der weiter gestiegenen Rohstoffkostenbelastung der Stahlindustrie, konnten die Preise zu Beginn des 2. Quartals 2007 auf breiter Front leicht angehoben werden.
- Bei den rost-, säure- und hitzebeständigen (RSH) Edelstahlflachprodukten setzte sich auch im 1. Quartal 2007 die gute Endverbrauchernachfrage fort. Zu Jahresbeginn lagen die Auftragseingänge wegen der seit Mitte 2006 gestiegenen Bestände bei Händlern und Service-Centern jedoch spürbar unterhalb des extrem hohen Vorjahreswertes, was zu einem deutlichen Rückgang bei den Basispreisen führte. Da das Preisniveau insbesondere in Asien nach wie vor erheblich unter dem in Europa liegt, kam es noch nicht zu einer Entspannung bei den RSH-Kaltflach-Drittlandsimporten nach Europa. In Europa blieben die Lieferungen auf Grund des relativ guten Auftragsbestands auf dem hohen Niveau des Vorjahresquartals. Die Lage auf den internationalen Rohstoffmärkten hat sich bei den in der Edelstahlproduktion eingesetzten Rohstoffen weiter verschärft. Der Nickelpreis erzielte mehrfach Allzeit-Höchststände. In Nordamerika schwächte sich die RSH-Kaltflachnachfrage etwas ab. Infolgedessen gab auch hier Mitte des 1. Quartals 2007 das seit Ende 2005 kontinuierlich gestiegene Basispreisniveau nach. In Asien stieg die RSH-Kaltflachnachfrage im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum weiterhin an. Trotz der gegen Ende des 1. Quartals erfolgten Preiserhöhung befanden sich die Preise nach wie vor auf einem unbefriedigenden Niveau. Durch das Fehlen des Legierungszuschlags in Asien/China haben die lokalen Produzenten Schwierigkeiten, die Rohstoffpreissteigerungen zeitnah im Markt weiterzugeben. Bei Nickelwerkstoffen und Titan hielt auch im Berichtsquartal die positive Entwicklung der Nachfrage weiterhin an.
- Der internationale Automobilmarkt zeigte regional unterschiedliche Entwicklungen. In Nordamerika hat sich die Automobilkonjunktur im 1. Quartal 2007 merklich abgeschwächt. In den USA lagen die Neuwagenverkäufe unter dem Vorjahresniveau, und die Fahrzeugproduktion wurde signifikant zurückgefahren. Die traditionellen US-Hersteller haben weiter Marktanteile an die asiatischen und europäischen Produzenten verloren. Der brasilianische Fahrzeugmarkt wies im 1. Quartal 2007 steigende Produktionszahlen und insbesondere steigende Neuzulassungen aus. In der erweiterten Europäischen Union wurden zu Jahresbeginn nahezu die Pkw-Verkaufszahlen des Vorjahres erreicht.
Besonders positiv entwickelte sich die Nachfrage in Italien. In Deutschland gaben die Pkw-Neuzulassungen, auch infolge der Mehrwertsteuererhöhung, dagegen nach. Dank gestiegener Exporte nahm die Fahrzeugproduktion dennoch zu.
- Der globale Maschinenbau profitiert von der anhaltend hohen Investitionstätigkeit. Das Produktionswachstum hat sich zu Jahresbeginn in wichtigen Ländern fortgesetzt. Der deutsche Maschinenbau verbuchte in den ersten Monaten des Jahres 2007 hohe Auftragseingänge aus dem In- und Ausland.
Auch der deutsche Großanlagenbau ist mit einem hohen Auftragsbestand in das Jahr 2007 gestartet.
- Die internationale Baukonjunktur wird weiterhin von den Ländern Asiens und Mittel- und Osteuropas
getragen. In den USA haben sich dagegen die Geschäfte der Bauindustrie zu Jahresbeginn merklich
abgeschwächt. Vor allem der Wohnungsbau ging bei den gestiegenen Zinsen zurück. In der deutschen
Bauwirtschaft hat sich die Lage weiter verbessert. Auftragseingangs- und Produktionszahlen
gingen zu Beginn des Jahres 2007 erfreulich nach oben. Besonders positiv entwickelte sich der
Wirtschaftsbau.
* vor Steuern |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
2. Quartal 2005/2006 |
|
2. Quartal 2006/2007 |
|
1. Halbjahr 2005/2006 |
|
1. Halbjahr 2006/2007 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Auftragseingang |
Mio € |
|
12.776 |
|
13.962 |
|
24.331 |
|
27.263 |
Umsatz |
Mio € |
|
11.786 |
|
13.114 |
|
22.728 |
|
25.446 |
EBITDA |
Mio € |
|
1.278 |
|
1.031 |
|
2.176 |
|
2.538 |
Ergebnis* |
Mio € |
|
773 |
|
572 |
|
1.198 |
|
1.634 |
Mitarbeiter |
31.03. |
|
187.997 |
|
187.919 |
|
187.997 |
|
187.919 |
Auftragseingang und Umsatz
Nach dem guten Start in das 1. Quartal hat ThyssenKrupp auch im 2. Quartal 2006/2007 den Kurs des nachhaltigen, profitablen Wachstums fortgesetzt. Mit 14,0 Mrd € konnten 9 % mehr Aufträge gebucht werden als im Vorjahresquartal.
Der Konzernumsatz verbesserte sich um 11 % auf 13,1 Mrd €. In den Segmenten Steel und Stainless resultierte der Umsatzanstieg aus der guten Nachfrage auf den internationalen Märkten und höheren Preisen; bei Stainless spielten zusätzlich die infolge der verteuerten Rohstoffe gestiegenen Legierungszuschläge eine große Rolle. Im Segment Technologies gab der Umsatz wechselkursbedingt und auf Grund von Unternehmensabgängen und einem schwächeren Automotive-Geschäft nach. Elevator expandierte mit Neuanlagen und im Wartungsbereich. Bei Services hat sich die Nachfrage konjunkturbedingt weiter spürbar belebt.
Einen wichtigen Beitrag zum Konzernwachstum leisteten die Projekte zur Stärkung der Vertriebs- und Dienstleistungsaktivitäten, die jetzt in einer Sales & Service Initiative im Rahmen des Wertsteigerungsprogramms ThyssenKrupp best zusammengefasst und ausgebaut wurden. Diese Projekte in allen Segmenten werden intern durchgeführt und bauen auf den Erfolgen der bisherigen Vertriebsinitiative und Dienstleistungsoffensive auf.
Im 2. Quartal 2006/2007 wurden insbesondere in den Segmenten Technologies, Services und Elevator weitere Akquisitionen zur Abrundung des Portfolios bzw. zur Verbesserung des Marktzugangs getätigt. Hierzu gehörten u.a. der Erwerb zusätzlicher Kapazitäten zur Herstellung von Großwälzlagern durch das Segment Technologies und die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens zum Handel mit Werkstoffen in Vietnam durch das Segment Services.
Darüber hinaus hat sich das Segment Technologies von Randaktivitäten getrennt, die nicht mehr zum Kerngeschäft gehören. Dies betrifft u.a. die Herstellung elektronischer Flachbaugruppen, die Produktion von Wagenhebern sowie den im April abgeschlossenen Verkauf des Bereichs Wehrtechnik von Blohm + Voss Industries.
Seit der Fusion hat ThyssenKrupp Desinvestitionen, die einem Umsatzvolumen von 9,0 Mrd € entsprechen, und Akquisitionen, die für einen Umsatz von 8,0 Mrd € stehen, getätigt.
Umsatz in Mrd €

Ergebnis
ThyssenKrupp erreichte im 2. Quartal 2006/2007 ein Ergebnis vor Steuern von 572 Mio € nach 773 Mio € im Vergleichsquartal des Vorjahres. Die Ergebnisentwicklung war entscheidend geprägt durch eine Kartellstrafe der EU-Kommission gegen ThyssenKrupp Elevator auf Grund von Ermittlungen gegen mehrere europäische Aufzugshersteller. Ohne diesen Aufwand hätte das Ergebnis vor Steuern 1.052 Mio € betragen und damit wieder die Größenordnung des 1. Quartals des Geschäftsjahres erreicht. Die Strafe für ThyssenKrupp in Höhe von rund 480 Mio € wurde vollständig im 2. Quartal als Aufwand im Segment Elevator realisiert.
Einen signifikanten Gewinnsprung erzielte das Segment Stainless infolge des im Vergleich zum Vorjahresquartal deutlich höheren Erlösniveaus. Aber auch Services steigerte den Gewinn erheblich auf Grund der weiter guten Preis- und Mengensituation bei Werkstoffen und der ausgeweiteten Industriedienstleistungen. Das Segment Steel baute den Gewinn auf hohem Niveau weiter aus. Elevator erreichte – ohne Berücksichtigung der Kartellstrafe – annähernd wieder einen Gewinn in Höhe des Vorjahresquartals. Der Gewinn von Technologies sank. Gewinnsteigerungen von Plant Technology glichen die höheren Auftragskosten bei einigen Schiffbauprojekten nicht aus.
Die Umsatzerlöse stiegen deutlich und stärker als die Umsatzkosten, so dass sich die Brutto-Umsatzmarge von 17 % auf 18 % verbesserte. Die Verwaltungs- und Vertriebskosten blieben nahezu unverändert.
Die Verminderung der sonstigen betrieblichen Erträge ist darauf zurückzuführen, dass hier im Vorjahresquartal die Break Fee aus der nicht durchgeführten Dofasco-Übernahme enthalten war. Der starke Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen ist auf das von der EU-Kommission wegen Wettbewerbsverstößen von ThyssenKrupp im Bereich Aufzüge und Fahrtreppen verhängte Bußgeld in Höhe von rund 480 Mio € zurückzuführen.
Nach Abzug der Steueraufwendungen ergab sich ein Periodenüberschuss von 244 Mio €. Wird hiervon der auf Anteile anderer Gesellschafter entfallende Gewinn von 25 Mio € abgezogen, beträgt das Ergebnis pro Aktie 0,45 € nach 0,84 € im Vergleichsquartal des Vorjahres.
Ergebnis* in Mio €

Netto-Finanzverbindlichkeiten/-forderungen und Investitionen
Die Netto-Finanzverbindlichkeiten lagen am 31. März 2007 bei 897 Mio €. Am 30. September 2006 bestanden Netto-Finanzforderungen in Höhe von 747 Mio €. Der Anstieg der Netto-Finanzverbindlichkeiten um 1.644 Mio € ist wesentlich beeinflusst durch den Anstieg des Working Capital im Zuge der Geschäftsausweitung sowie erhöhte Investitionsausgaben beispielsweise für das neue Stahlwerk in Brasilien und die Dividendenzahlung.
Im Vergleich zum 31. März 2006 nahmen die Netto-Finanzverbindlichkeiten um 706 Mio € zu.
ThyssenKrupp investierte im 2. Quartal 2006/2007 insgesamt 551 Mio €, 12 % mehr als im Vorjahresquartal.
Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte beliefen sich auf 528 Mio €; auf den Erwerb von Unternehmen und Beteiligungen sowie auf andere finanzielle Vermögenswerte entfielen 23 Mio €.
Netto-Finanzverbindlichkeiten (+)/-forderungen (-) in Mio €
