NACHTRAGS-, CHANCEN- UND PROGNOSEBERICHT
Besondere Ereignisse nach Quartalsende
Es lagen keine berichtspflichtigen Ereignisse vor.
Konjunktureller Aufschwung setzt sich fort
Der weltwirtschaftliche Aufschwung wird sich 2007 fortsetzen. Mit einem Anstieg des Welt-Bruttoinlandsprodukts von rund 4,5 % wird das globale Wachstumstempo nur leicht hinter dem des Jahres 2006 von 5,2 % zurückbleiben. Die Risiken für das Wirtschaftswachstum durch hohe Rohstoff- und Ölpreise haben sich zuletzt etwas abgeschwächt.
In den Industrieländern wird sich die konjunkturelle Entwicklung abkühlen. Höhere Zinsen und die Schwäche des Immobilienmarktes belasten die Wachstumsperspektiven in den USA. Auch für Japan wird auf Grund einer geringeren Investitions- und Exportdynamik mit einem abgeschwächten Wachstum gerechnet. Eine ähnliche Entwicklung zeichnet sich auch für den Euroraum ab. In Deutschland wird die Wachstumsdynamik zu Beginn des Jahres 2007 auf Grund der Mehrwertsteuererhöhung nachlassen. Einen anhaltend hohen Wachstumsschwung erwarten wir in den sich entwickelnden Ländern Asiens sowie in den meisten Ländern Lateinamerikas bzw. Mittel- und Osteuropas.
In den wichtigen Märkten gehen wir von folgenden Entwicklungen und Chancen für ThyssenKrupp aus:
- Die Perspektiven für den Stahlmarkt bleiben insgesamt positiv. Weltweit erwarten wir im Jahr 2007 weiterhin eine Zunahme der Nachfrage nach Walzstahl. Motor dieser Entwicklung bleiben vor allem die Schwellenländer in Asien und Lateinamerika sowie die GUS-Staaten. In Europa und im Nafta-Raum ist mit einer gleich bleibenden oder leicht rückläufigen Nachfrage zu rechnen, bedingt durch die etwas gedämpften Konjunkturaussichten und den zu erwartenden Lagerabbau. Der Stahlverbrauch dürfte indes weiter zunehmen. Produktionszuwächse werden vor allem die Schwellenländer wie China, Indien und Brasilien aufweisen, da dort in größerem Umfang neue Kapazitäten in Betrieb gehen.
- Für Edelstahl Rostfrei wie für die Hochleistungswerkstoffe Nickellegierungen und Titan rechnen wir für 2007 weiterhin mit einer steigenden Nachfrage. Dies gilt für die Märkte sowohl in Europa und Nordamerika als auch in Asien, insbesondere China. Während allerdings in China die meisten Produzenten durch das starke Kapazitätswachstum der letzten Jahre ihre Produktionsanlagen nicht auslasten, sind die Betriebe in Europa und den USA gut beschäftigt.
- Die Automobilproduktion wird sich 2007 voraussichtlich nochmals leicht erhöhen. Die neuen Produktionskapazitäten entstehen zunehmend in den asiatischen Schwellenländern sowie in Mittel- und Osteuropa. Für diese Länder wird 2007 mit einer deutlichen Ausweitung der Fahrzeugproduktion gerechnet. Im Nafta-Raum, Japan und Westeuropa werden die Stückzahlen dagegen leicht zurückgehen. Für Deutschland ist als Folge der schwächeren Inlandsnachfrage mit einem Nachlassen der Fahrzeugproduktion zu rechnen.
- Auf Grund der etwas geringeren globalen Wachstumsdynamik wird auch der Maschinenbau 2007 nicht mehr so stark wachsen wie im Jahr zuvor. In den USA und in Westeuropa zeichnet sich eine Abkühlung der Maschinenbaukonjunktur ab. In China sorgt dagegen die ungebrochene Investitionsdynamik weiterhin für hohe Zuwächse.
- Die internationale Baukonjunktur bleibt auch 2007 regional stark differenziert. Im Euroraum hält das schwache Wachstum an, und in Deutschland ist wieder mit einem geringfügigen Anstieg der Bauproduktion zu rechnen. In den USA wird sich die Baukonjunktur dagegen weiter abkühlen. Wachstumszentren bleiben die Länder Osteuropas sowie Indien und China.
Im weiteren Jahresverlauf rechnen wir mit einer Fortsetzung der insgesamt positiven Geschäftsentwicklung. Für das Geschäftsjahr 2006/2007 erwarten wir einen Umsatz in der Größenordnung von 48 Mrd € bis 49 Mrd €. Beim Ergebnis vor Steuern liegt unser nachhaltiges Ziel bei 2,5 Mrd €. Wir sind zuversichtlich, diese Größenordnung nach 2005/2006 auch im laufenden Geschäftsjahr deutlich zu übertreffen. Für 2007/2008 wird eine vergleichbare Größenordnung angestrebt. Dies setzt voraus, dass sich die Weltkonjunktur weiterhin stabil entwickelt und sich die Energiepreise in einem überschaubaren Rahmen bewegen.
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