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Erläuterungen Konzern-Bilanz - ThyssenKrupp Geschäftsbericht 2006_2007

Erläuterungen zur Konzern-Bilanz

Die immateriellen Vermögenswerte des Konzerns entwickelten sich wie folgt:

Tabelle: Immaterielle Vermögenswerte

Der Stand zum 30.09.2006 enthält Bruttowerte von 82 Mio € sowie kumulierte Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen von 82 Mio € und damit keine Nettowerte, die auf Disposal Groups entfallen.

Wertminderungsaufwendungen auf Firmenwerte werden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.

In 2005/2006 wurde im ehemaligen Segment Automotive in der Business Unit Body in Folge der Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation eine Wertminderung des Firmenwerts von 34 Mio € vorgenommen. Da zum 01. Oktober 2006 der nach den Veräußerungen in Nordamerika verbleibende operative Teil des Segments Automotive weitestgehend mit dem Segment Technologies zusammengeführt wurde, werden bei entsprechender Anpassung der Vorperiode die Aufwendungen Technologies zugeordnet.

In 2006/2007 ergab sich aus der jährlichen Überprüfung der Werthaltigkeit der Firmenwerte ein Wertberichtigungsbedarf in den Cash Generating Units (CGU) Bauelemente, Metal Forming und Aggregatmontage, da jeweils der erzielbare Wert unter dem Buchwert lag. In der CGU Bauelemente, die eine Operating Group der Business Unit Industry des Segments Steel ist und die Bauelemente aus Stahl für Wände und Dächer anbietet, resultiert die Wertminderung des Firmenwerts von 9 Mio € aus der Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage. Die Bestimmung des erzielbaren Betrags erfolgte durch die Ermittlung des Nutzungswerts, zu dessen Berechnung ein Diskontierungssatz von 8,0 % nach 7,7 % im Vorjahr angesetzt wurde. Ferner waren Wertminderungen in der CGU Metal Forming erforderlich. Diese CGU ist neu im Zusammenhang mit der Auflösung des Segments Automotive entstanden und gehört als Operating Group zur Business Unit Auto des Segments Steel. Metal Forming fertigt Karosserie- und Fahrwerkskomponenten für die Automobilindustrie. Ursächlich für die Wertminderungen waren eine Verschlechterung der erwarteten zukünftigen Ergebnisse auf der Basis einer veränderten strategischen Ausrichtung sowie als Folge der Zuordnung zum Segment Steel ein von 7,5 % auf 8,0 % erhöhter Diskontierungssatz zur Ermittlung des Nutzungswerts. Da der Wertberichtigungsbedarf bei Metal Forming den Buchwert des Firmenwerts von 50 Mio € überstieg, waren zusätzlich Wertminderungen von 26 Mio € auf Sachanlagen vorzunehmen. Darüber hinaus wurde auf Grund der Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in der CGU Aggregatmontage der Firmenwert um 1 Mio € wertgemindert.

Wertminderungen auf übrige immaterielle Vermögenswerte

Die Wertminderungsaufwendungen auf die übrigen immateriellen Vermögenswerte sind in den Umsatzkosten enthalten.

Im Segment Elevator waren in 2006/2007 Wertminderungen auf aktivierte Software von 23 Mio € erforderlich, da einzelne Softwaremodule in ihrer derzeit vorliegenden Form nicht mehr zum Einsatz kommen können. Die Ermittlung der Wertminderungshöhe erfolgte auf Basis der aktivierten Herstellungskosten dieser Module.

Emissionsrechte

Seit dem 01. Januar 2005 unterliegt ThyssenKrupp dem europaweit geltenden Emissionshandelsgesetz. Der Konzern hat von der Emissionshandelsstelle (DEHSt) Zuteilungsbescheide für insgesamt 56,0 Mio Tonnen CO2-Emissionen (ein Drittel davon entfällt auf 2005) für den Zeitraum 2005-2007 erhalten. Die Bescheide entfallen im Wesentlichen auf das Segment Steel. Die Rechte werden unter den immateriellen Vermögenswerten erfasst und zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Übersteigen die tatsächlichen CO2-Emissionen den Bestand an Rechten pro Jahr, wird aufwandswirksam eine Rückstellung für den Nachkauf der Rechte gebildet.

Firmenwerte

Die Firmenwerte (ohne Firmenwerte für at equity bewertete Beteiligungen) sind den Cash Generating Units (CGUs) der Segmente zugeordnet. Die Bestimmung des erzielbaren Betrags einer CGU erfolgt durch Ermittlung des Nutzungswerts mit Hilfe der Discounted-Cash-Flow-Methode. Dabei werden die geplanten Nach-Steuer-Cash-Flows aus der bottum-up erstellten und vom Management der ThyssenKrupp AG genehmigten Vierjahresplanung verwendet. Die Cash-Flows jenseits der Vierjahresperiode werden grundsätzlich als Durchschnitt der Vierjahresperiode ermittelt. Eine Wachstumsrate zur Extrapolation des Vierjahresdurchschnitts wird nicht berücksichtigt. Der zur Diskontierung verwendete Gesamtkapitalkostensatz basiert auf dem risikofreien Zinssatz in Höhe von 4,5 % sowie auf Risikozuschlägen für Eigen- und Fremdkapital von 5,0 bzw. 0,75 %-Punkten. Darüber hinaus werden jeweils individuell für jede CGU ein aus der jeweiligen Peer-Group abgeleiteter Beta-Faktor, ein Steuersatz sowie die Kapitalstruktur berücksichtigt. Zur Diskontierung der Cash-Flows wurden für die Segmente folgende segmentspezifische Bandbreiten von Nach-Steuer-Diskontierungszinssätzen zu Grunde gelegt:

in %
Bandbreiten der Diskontierungs-
zinssätze (nach Steuern)
2005/2006 2006/2007
Steel 7,5 - 7,8 7,7 - 8,4
Stainless 6,9 - 8,9 7,1 - 9,2
Technologies 6,7 - 8,8 5,1 - 9,0
Elevator 5,6 - 6,2 6,2 - 7,2
Services 6,5 - 8,3 6,8 - 8,4
Corporate 7,9 7,5

Die Ermittlung des Nutzungswerts für die CGUs erfolgt generell auf Basis der erwarteten Preisinflation des Landes, in dem die jeweilige CGU ansässig ist, sowie auf Basis der geschätzten Umsatzwachstumsraten. Zu ihrer Ermittlung werden sowohl Vergangenheitsdaten als auch die erwartete Marktperformance herangezogen. Die den wesentlichen Annahmen zugewiesenen Werte stimmen dabei grundsätzlich mit externen Informationsquellen überein.

Im ThyssenKrupp Konzern wurden 49 CGUs identifiziert. Davon weisen 41 CGUs einen Firmenwert aus. Der Gesamtfirmenwert beträgt zum 01. Oktober 2006 3.937 Mio €. 54 % dieses Firmenwertes entfallen auf die CGUs Metallurgie, Surface Vessel, Submarine und Americas, die in der folgenden Tabelle dargestellt werden:

Tabelle: Wesentliche Firmenwerte

Bei den CGUs Bauelemente, Metal Forming und Aggregatmontage kam es zu einem Firmenwert-Impairment, da der erzielbare Betrag jeweils unter dem Buchwert der CGU lag. Der erzielbare Betrag der CGU Weißblech liegt weniger als 10 % über dem Buchwert der CGU:

Tabelle: Kritische Firmenwerte

Eine Erhöhung des Abzinsungssatzes um 10 % würde bei der CGU Weißblech zu einem Firmenwert-Impairment führen. Das Management von ThyssenKrupp geht jedoch für diese CGUs davon aus, dass eine für möglich gehaltene Änderung einer wesentlichen Annahme, die Basis für die Ermittlung des erzielbaren Betrages war, nicht dazu führt, dass der Buchwert der CGU den jeweiligen erzielbaren Betrag übersteigen würde.

Die Nettowerte der Firmenwerte (ohne Firmenwerte für at equity bewertete Beteiligungen) veränderten sich wie folgt:

Tabelle: Firmenwerte

13 Sachanlagen

Die Sachanlagen des Konzerns entwickelten sich wie folgt:

Tabelle: Sachanlagen des Konzerns

Der Stand zum 30.09.2006 enthält Bruttowerte von 516 Mio € sowie kumulierte Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen von 393 Mio € und damit Nettowerte von 123 Mio €, die auf Disposal Groups entfallen.

Wertminderungsaufwendungen auf Sachanlagen werden in den Umsatzkosten ausgewiesen.

In 2005/2006 waren im Segment Stainless in Folge eines Brands Wertminderungen von insgesamt 35 Mio € erforderlich, die mit 12 Mio € auf Bauten und mit 23 Mio € auf technische Anlagen und Maschinen entfielen. Die Bestimmung der Höhe des Wertminderungsbedarfs wurde in Zusammenarbeit mit Sachverständigen ermittelt. Das Segment erhielt hierfür auf Basis von Wiederbeschaffungskosten ermittelte Versicherungsentschädigungen von 45 Mio €, die in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst wurden. In 2005/2006 wurde im ehemaligen Segment Automotive in der Business Unit Body in Folge der Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation eine Wertminderung auf Bauten von 25 Mio €, auf technische Anlagen und Maschinen von 13 Mio € sowie auf andere Anlagen und Betriebs- und Geschäftsausstattung von 1 Mio € vorgenommen, wobei die für die Bestimmung des Wertminderungsaufwands relevanten erzielbaren Beträge jeweils den Nutzungswerten entsprechen. Zur Berechnung der Nutzungswerte wurde ein Diskontierungssatz von 8,7 % angesetzt. Da zum 01. Oktober 2006 der nach den Veräußerungen in Nordamerika verbleibende operative Teil des Segments Automotive weitestgehend mit dem Segment Technologies zusammengeführt wurde, werden bei entsprechender Anpassung der Vorperiode die Aufwendungen Technologies zugeordnet. Darüber hinaus wurden im ehemaligen Segment Automotive im Rahmen der eingeleiteten Veräußerung des nordamerikanischen Karosserie- und Fahrwerksgeschäfts Wertminderungen auf Sachanlagen von insgesamt 98 Mio € vorgenommen, die hauptsächlich technische Anlagen und Maschinen betrafen, wobei die Ermittlung der erforderlichen Wertminderungen durch einen Vergleich der Buchwerte mit den beizulegenden Zeitwerten abzüglich Veräußerungskosten erfolgte. In diesem Zusammenhang war bereits im 2. Quartal 2005/2006 eine Wertminderung der Sachanlagen des kanadischen Werks Kitchener in Höhe von insgesamt 48 Mio € erfolgt, die hauptsächlich Bauten (9 Mio €) und technische Anlagen und Maschinen (34 Mio €) betraf. Die für die Bestimmung des Wertminderungsaufwands relevanten erzielbaren Beträge entsprechen jeweils den Nutzungswerten. Auf Grund der erwarteten ausschließlich negativen Cash-Flows war ein Nutzungswert von Null anzusetzen. Da ThyssenKrupp Budd zum 01. Oktober 2006 Corporate zugeordnet wurde, werden bei entsprechender Anpassung der Vorperiode die Aufwendungen Corporate zugeordnet.

In 2006/2007 wurden im Segment Steel in der Business Unit Auto Wertminderungen von 8 Mio € auf Grund einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation vorgenommen, die mit 7 Mio € Grundstücke und Bauten und mit 1 Mio € auf technische Anlagen und Maschinen betreffen. Die für die Bestimmung des Wertminderungsaufwands relevanten erzielbaren Beträge entsprechen jeweils den Nutzungswerten, zu deren Berechnung ein Diskontierungssatz von 12,1 % angesetzt wurde. Im Weiteren waren im Segment Stainless in der Business Unit ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni in Folge fehlender zukünftiger technischer Nutzbarkeit eines Anlagenteils Wertminderungen von insgesamt 14 Mio € auf technische Anlagen und Maschinen erforderlich, wobei die Bestimmung des Wertminderungsaufwands auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten erfolgte. Darüber hinaus wurden im Segment Technologies in den Business Units Marine Systems, Mechanical Components und Automotive Solutions auf Grund Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation Wertminderungen von 26 Mio € vorgenommen, die mit 2 Mio € auf Grundstücke und Bauten, 22 Mio € auf technische Anlagen und Maschinen sowie mit 2 Mio € auf andere Anlagen und Betriebs- und Geschäftsausstattung entfallen. Die für die Bestimmung des Wertminderungsaufwands relevanten erzielbaren Beträge entsprechen jeweils den Nutzungswerten, zu deren Berechnung ein Diskontierungssatz von 11,5 % angesetzt wurde.

Die Sachanlagen enthalten auch geleaste Bauten, Technische Anlagen und Maschinen sowie andere Anlagen, bei denen dem Konzern als Leasingnehmer das wirtschaftliche Eigentum zuzurechnen ist, da er alle wesentlichen Chancen und Risiken aus der Nutzung des Leasinggegenstandes trägt (sog. Finance Lease).

Mio €
Bruttowerte Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungs-
aufwendungen
Nettowerte
30.09.2006 30.09.2007 30.09.2006 30.09.2007 30.09.2006 30.09.2007
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 91 86 34 40 57 46
Technische Anlagen und Maschinen 125 157 47 71 78 86
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 45 44 29 28 16 16
Geleaste Sachanlagen 261 287 110 139 151 148

Sachanlagen dienen zur Besicherung von Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 216 (i. Vj. 277) Mio €.

14 Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

Die als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien des Konzerns entwickelten sich wie folgt:

Mio €
2005/2006 2006/2007
Bruttowerte
Stand 30.09.2005 bzw. Stand 30.09.2006 830 754
Währungsunterschiede – 1 – 1
Veränderung Konsolidierungskreis 0 0
Zugänge 4 5
Umbuchungen – 11 20
Abgänge – 68 – 209
Stand 30.09.2006 bzw. Stand 30.09.2007 754 569
 
Kumulierte Abschreibungen
und Wertminderungsaufwendungen
Stand 30.09.2005 bzw. Stand 30.09.2006 273 253
Währungsunterschiede 0 0
Veränderung Konsolidierungskreis – 3 0
Abschreibungen 7 5
Wertminderungsaufwendungen 6 9
Wertaufholungen – 1 0
Umbuchungen – 1 7
Abgänge – 28 – 94
Stand 30.09.2006 bzw. Stand 30.09.2007 253 180
Nettowerte
Stand 30.09.2005 557
Stand 30.09.2006 bzw. Stand 30.09.2007 501 389

Der beizulegende Zeitwert der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien des Konzerns wird unter Anwendung verschiedener international anerkannter Bewertungsmethoden ermittelt. Hierzu zählen das Ertragswertverfahren, das Discounted Cash-Flow-Verfahren, das Sachwertverfahren und der Vergleich mit aktuellen Marktwerten vergleichbarer Immobilien. Die beizulegenden Zeitwerte der in Deutschland gelegenen, als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien werden primär anhand von intern erstellten Gutachten nach dem Ertragswertverfahren auf Grundlage der in Deutschland geltenden "Verordnung über Grundsätze für die Ermittlung der Verkehrswerte von Grundstücken – WertV" bewertet. Außerhalb von Deutschland gelegene, als Finanzinvestition gehaltene Immobilien werden von unabhängigen externen Gutachtern bewertet.

Zum 30. September 2007 beträgt der beizulegende Zeitwert der von ThyssenKrupp als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 502 (i. Vj. 677) Mio €, wovon 23 (i. Vj. 27) Mio € durch unabhängige externe Gutachter ermittelt wurden.

In den in den Bruttowerten ausgewiesenen Zugängen sind nachträgliche Anschaffungskosten von 1 (i. Vj. 0) Mio € enthalten.

Aus der Vermietung von als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien resultieren Mieterträge von 43 (i. Vj. 46) Mio € sowie direkt zurechenbare betriebliche Aufwendungen von 27 (i. Vj. 27) Mio €. Weitere 16 (i. Vj. 11) Mio € direkt zurechenbare betriebliche Aufwendungen betreffen als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien, mit denen keine Mieterträge erzielt werden.

15 Nach der Equity-methode bilanzierte Beteiligungen

Anteile an assoziierten Unternehmen

Zum 30. September 2007 beträgt der beizulegende Zeitwert von Anteilen an einem assoziierten Unternehmen, das nach der Equity-Methode bilanziert wird und für das öffentlich notierte Marktpreise existieren, 58 (i. Vj. 28) Mio €.

Zusammenfassende Finanzinformationen für die nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten Unternehmen enthält die nachfolgende Tabelle, wobei sich die Angaben jeweils auf 100 % und nicht auf den Konzernanteil an den assoziierten Unternehmen beziehen.

Mio €
30.09.2006 30.09.2007
Vermögenswerte 982 701
Verbindlichkeiten 799 487
 
2005/2006 2006/2007
Umsatzerlöse 1.086 852
Jahresüberschuss 14 90

In 2006/2007 wurden anteilige Verluste von nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten Unternehmen in Höhe von 0,6 (i. Vj. 0,6) Mio € nicht erfasst; kumuliert betragen die nicht erfassten Verluste 1,4 (i. Vj. 0,9) Mio €.

ThyssenKrupp besitzt eine wesentliche Beteiligung in Höhe von 20,56 % an der RAG Aktiengesellschaft. Der Konzern ist nicht in der Lage, einen maßgeblichen Einfluss auf die Geschäfts- und Finanzpolitik von RAG auszuüben, da es ThyssenKrupp nicht möglich ist, quartalsweise nach IFRS ermittelte Finanzinformationen zeitnah und geprüft zu erhalten. Mit Vertrag vom 07. August 2007 wurde der Verkauf der Anteile an die RAG-Stiftung vereinbart. Die Übertragung der Anteile ist für Ende November 2007 vorgesehen.

Joint Ventures

Die nachfolgende Tabelle enthält zusammenfassende Finanzinformationen zu den Joint Ventures des Konzerns, wobei sich die Angaben jeweils auf den Konzernanteil an den Joint Ventures beziehen.

Mio €
30.09.2006 30.09.2007
Kurzfristige Vermögenswerte 678 683
Langfristige Vermögenswerte 385 422
Kurzfristige Verbindlichkeiten 370 477
Langfristige Verbindlichkeiten 212 304
 
2005/2006 2006/2007
Umsatzerlöse 1.457 1.366
Jahresüberschuss 41 25

Die Joint Ventures sind in der Aufstellung über den Anteilsbesitz des Konzerns enthalten, die unter Anhang-Nr. 37 dargestellt wird.

16 Vermietete Gegenstände ("operating lease")

Der Konzern vermietet als Leasinggeber unter "operating lease" im Wesentlichen gewerblich genutzte Immobilien.

Die zukünftigen Mindestmieterträge aus den unkündbaren "operating lease"-Verträgen betragen zum 30. September 2007:

Mio €
Bis zu einem Jahr 30
Zwischen einem Jahr und fünf Jahren 39
Länger als fünf Jahre 33
Insgesamt 102

Die Angabe zu den zukünftigen Mieterträgen beinhaltet keine variablen Mietanteile ("contingent rentals"). Im Berichtsjahr wurden keine variablen Mieterträge aus solchen "contingent rentals"-Verträgen vereinnahmt (2005/2006: 0).

17 Finanzielle Vermögenswerte

Mio €
30.09.2006 30.09.2007
Anteile an verbundenen Unternehmen 42 14
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 4 2
Sonstige Beteiligungen 62 67
Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 2 1
Langfristige Wertpapiere 14 12
Sonstige Ausleihungen 54 37
Insgesamt 178 133

In der Gewinn- und Verlustrechnung sind Wertminderungsaufwendungen von 8 (i. Vj. 3) Mio € enthalten.

18 Vorräte

Mio €
30.09.2006 30.09.2007
Rohstoffe 1.606 1.987
Hilfs- und Betriebsstoffe 445 472
Unfertige Erzeugnisse und Leistungen 1.990 2.184
Fertige Erzeugnisse und Waren 3.498 4.221
Geleistete Anzahlungen 603 616
Insgesamt 8.142 9.480

Vorräte in Höhe von 1.953 Mio € sind zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet. Von den Vorräten haben 1 (i. Vj. 1) Mio € eine Lagerdauer von mehr als einem Jahr. Vorräte in Höhe von 42.291 (i. Vj. 39.142) Mio € sind als Aufwand der Berichtsperiode erfasst worden. Wertminderungen von Vorräten von 157 (i. Vj. 7) Mio € erhöhten die Umsatzkosten, während Wertaufholungen von 0 (i. Vj. 5) Mio € die Umsatzkosten verringerten.

19 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Mio €
30.09.2006 30.09.2007
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 6.077 6.349
Fertigungsaufträge mit aktivischem Saldo gegenüber Kunden 1.187 1.228
Insgesamt 7.264 7.577

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 778 (i. Vj. 740) Mio € haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Zum 30. September 2007 bestehen Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen von insgesamt 300 (i. Vj. 327) Mio €.

Die aus der Bilanzierung von Fertigungsaufträgen resultierenden Forderungen setzen sich wie folgt zusammen:

Mio €
30.09.2006 30.09.2007
Angefallene Auftragskosten und ausgewiesene Auftragsgewinne
(abzüglich ausgewiesener Verluste)
2.488 2.840
abzüglich erhaltener Anzahlungen – 1.301 – 1.612
Insgesamt 1.187 1.228

Angefallene Auftragskosten enthalten sicherungsübereignete Vermögenswerte von 16 (i. Vj. 89) Mio €. In der Berichtsperiode wurden Umsatzerlöse aus Fertigungsaufträgen in Höhe von 5.082 (i. Vj. 4.829) Mio € erfasst.

Der Konzern verkauft regelmäßig im Wesentlichen kreditversicherte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Rahmen von Asset Backed Securitisation- und anderen Programmen sowie von Einmaltransaktionen.

Zum 30. September 2007 wurden 9 (i. Vj. 40) Mio € verkaufte Forderungen nicht aus der Bilanz ausgebucht, da im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Chancen beim Konzern verblieben sind. Die korrespondierende Verbindlichkeit ist in den Finanzverbindlichkeiten enthalten (siehe auch Anhang-Nr. 25). Der Erlös aus diesen Verkäufen betrug 9 (i. Vj. 40) Mio €.

Per 30. September 2007 wurden Forderungen mit einem Nominalwert von 929 (i. Vj. 989) Mio € verkauft, die zu einer Ausbuchung aus der Bilanz führten; hieraus erzielte der Konzern einen Verkaufserlös von 899 (i. Vj. 959) Mio €. Im Rahmen dieser Verkäufe behält der Konzern in einigen Fällen Rechte und unwesentliche Pflichten zurück; hierzu zählen vor allem die Erbringung von Abwicklungsdienstleistungen sowie das Stellen von begrenzten Forderungsausfall- und Forderungsverwässerungsreserven. Die bilanzierten Vermögenswerte sowie die gegebenen Garantien, die als Forderungsausfallreserve dienen, betrugen 70 (i. Vj. 68) Mio € zum 30. September 2007. Der Umfang des anhaltenden Engagements des Konzerns, das im Wesentlichen aus Forderungsverwässerungsreserven besteht, betrug 26 (i. Vj. 27) Mio € zum 30. September 2007.

20 Sonstige Forderungen

Mio €
30.09.2006 30.09.2007
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 49 11
Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 114 84
Vorauszahlungen 124 147
Sonstige Vermögenswerte 1.070 1.171
Kurzfristige Wertpapiere 104 202
Insgesamt 1.461 1.615

In den sonstigen Vermögenswerten sind Erstattungsansprüche aus Gesundheitsvorsorgeleistungen (reimbursement rights) in Höhe von 67 (i. Vj. 94) Mio € und die positiven beizulegenden Zeitwerte der Währungsderivate einschließlich eingebetteter Derivate sowie der Zins- und Warenderivate in Höhe von 254 (i. Vj. 205) Mio € (siehe dazu auch Anhang-Nr. 29) enthalten.

Sonstige Forderungen in Höhe von 91 (i. Vj. 70) Mio € haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Zum 30. September 2007 bestehen Wertberichtigungen von insgesamt 113 (i. Vj. 141) Mio €.

21 Eigenkapital

Das Eigenkapital und die Anzahl der sich im Umlauf befindenden Aktien veränderten sich wie folgt:

Tabelle: Eigenkapital

Vom Stand der kumulierten direkt im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen entfallen zum 30.09.2005 -7 Mio €, zum 30.09.2006 -15 Mio € und zum 30.09.2007 -19 Mio € auf assoziierte Unternehmen. Von den Veränderungen der kumulierten direkt im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen resultieren -4 (i. Vj. -8) Mio € aus assoziierten Unternehmen.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Entwicklung des Unterschiedsbetrags aus der Währungsumrechnung, der Bestandteil der kumulierten direkt im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen ist:

Mio €
Unterschieds-
betrag aus
der Währungs-
umrechnung
Stand am 30.09.2005 137
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) – 84
Realisierte (Gewinne)/Verluste 2
Stand am 30.09.2006 55
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) – 247
Realisierte (Gewinne)/Verluste – 10
Stand am 30.09.2007 – 202

Gezeichnetes Kapital

Zum 30. September 2007 ist das Gezeichnete Kapital unverändert gegenüber dem Vorjahr eingeteilt in 514.489.044 auf den Inhaber lautende Stückaktien. Die Aktien sind alle ausgegeben; zum Bilanzstichtag befanden sich wie im Vorjahr 488.764.592 Aktien im Umlauf. Rechnerisch entfällt auf jede Aktie ein Anteil am Gezeichneten Kapital in Höhe von 2,56 €.

Alle Aktien gewähren die gleichen Rechte. Die Aktionäre sind zum Bezug der beschlossenen Dividenden berechtigt und verfügen auf der Hauptversammlung über ein Stimmrecht je Aktie.

Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage enthält die Effekte aus der Bilanzierung des Unternehmenszusammenschlusses von Thyssen und Krupp sowie Agien aus Kapitalerhöhungen bei Tochtergesellschaften mit Minderheiten.

Gewinnrücklagen

Die Gewinnrücklagen enthalten die in der Vergangenheit erzielten Konzernergebnisse, soweit diese nicht ausgeschüttet worden sind.

Eigene Anteile

Im Rahmen der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 27. Januar 2006 hat der Vorstand der ThyssenKrupp AG am 03. Juli 2006 beschlossen, eigene Anteile bis zu insgesamt 5 % des derzeitigen Grundkapitals zu erwerben. Im Zeitraum vom 04. Juli 2006 bis zum 21. August 2006 hat die ThyssenKrupp AG 25.724.452 Aktien oder aufgerundet 5 % des Grundkapitals zu einem Durchschnittskurs von 27,09 € zurückgekauft. Dies entspricht einem Gesamtbetrag von 697 Mio €.

Am 21. November 2005 wurden 15.339.893 eigene Anteile zum Börsenkurs von 17,44 € an die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung veräußert. Diese Veräußerung ist als Transaktion mit nahe stehenden Unternehmen zu klassifizieren. Die ThyssenKrupp AG hat durch diese Transaktion und die Ausgabe von Belegschaftsaktien im 2. Quartal 2003/2004 und im 3. Quartal 2004/2005 sämtliche eigenen Anteile wieder veräußert, die sie im Mai 2003 von der IFIC Holding AG erworben hatte.

Ermächtigungen

Gemäß § 5 Abs. 5 der Satzung der ThyssenKrupp AG ist der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 18. Januar 2012 mit Zustimmung des Aufsichtsrats um bis zu 500 Mio € durch die Ausgabe von bis zu 195.312.500 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmal oder mehrmals zu erhöhen (Genehmigtes Kapital).

Durch Beschlussfassung der Hauptversammlung vom 23. Januar 2004 ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats auf den Inhaber lautende Schuldverschreibungen im Gesamtnennbetrag von bis zu 500 Mio € zu begeben und den Inhabern von Schuldverschreibungen Umtauschrechte auf eigene, auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft zu gewähren (Wandelschuldverschreibungen). Die Berechtigung gilt bis zum 22. Januar 2009. Darüber hinaus ist die ThyssenKrupp AG durch Beschlussfassung der Hauptversammlung vom 19. Januar 2007 bis zum 18. Juli 2008 ermächtigt, für bestimmte vordefinierte Zwecke eigene Anteile bis zu insgesamt 10 % des derzeitigen Grundkapitals zu erwerben.

Dividendenvorschlag

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung vor, aus dem nach den Grundsätzen des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) ermittelten Bilanzgewinn der ThyssenKrupp AG für das Geschäftsjahr 2006/2007 eine Dividende von 1,30 € je dividendenberechtigter Aktie auszuschütten. Hieraus würde sich eine Dividendenausschüttung von insgesamt 635 Mio € ergeben.

22 Aktienbasierte Vergütung

Management Incentivepläne

ThyssenKrupp hat 1999 einen Long Term Management Incentiveplan eingeführt. Teilnahmeberechtigt sind Vorstandsmitglieder sowie ausgewählte leitende Angestellte im In- und Ausland. Im Rahmen des Incentiveplans wurden über einen Zeitraum von fünf Jahren den Begünstigten jährlich Wertzuwachsrechte (sog. Phantom Stocks) gewährt, die je Tranche einen Performance-Zeitraum von ca. drei Jahren hatten. Diese Wertzuwachsrechte wurden am Ende des jeweiligen Performance-Zeitraums in Geld vergütet, sofern bestimmte Performance-Hürden erreicht wurden. Voraussetzung dafür war, dass im Performance-Zeitraum entweder der Börsenkurs der ThyssenKrupp Aktie um mindestens 15 % gestiegen ist, oder sich der Börsenkurs der ThyssenKrupp Aktie besser entwickelt hat als der Wertverlauf des Börsenindex DJ STOXX. Sofern zumindest eine dieser beiden Performance-Hürden erreicht wurde, errechnete sich die Höhe der Vergütung grundsätzlich aus der Differenz zwischen dem aktuellen Aktienkurs und dem Basispreis. Der aktuelle Aktienkurs entsprach dabei dem Durchschnitt der Börsenkurse der Aktie an den ersten fünf Handelstagen nach der ordentlichen Hauptversammlung der ThyssenKrupp AG, mit der die jeweilige Tranche des Incentiveplans endet. Der Basispreis leitete sich aus dem aktuellen Aktienkurs ab, der um einen Kurs/Index-Performance-Abschlag sowie einen Kursentwicklungsabschlag zu reduzieren war. Der Kurs/Index-Performance-Abschlag wurde ermittelt, indem der Prozentsatz der Out- bzw. Underperformance der ThyssenKrupp Aktie zum DJ STOXX mit dem aktuellen Aktienkurs multipliziert wurde. Der Kursentwicklungsabschlag entsprach der Hälfte der absoluten Wertentwicklung der ThyssenKrupp Aktie in dem jeweiligen Performance-Zeitraum. Beide Abschläge wurden addiert und vom aktuellen Aktienkurs abgezogen, um den Basispreis zu erhalten. Die Vergütung je Wertzuwachsrecht war auf 25 € begrenzt. Sofern am Ende des Performance-Zeitraums die Performance-Hürden nicht erreicht wurden, erfolgte weder eine Zahlung noch entstanden dem Konzern Aufwendungen aus dem Incentiveplan.

Im 2. Quartal 2005/2006 sind die in der 5. Tranche des Incentiveplans gewährten 2,4 Mio Wertzuwachsrechte mit einer Zahlung von 40,8 Mio € abgerechnet worden, da zum Ende des Performance-Zeitraums die Performance-Hürden erreicht worden waren. Insgesamt resultierten aus dem Plan in 2005/2006 Aufwendungen in Höhe von 11,5 Mio €. Auf Grund der Beendigung des Long Term Management Incentiveplan Programms in 2005/2006 gab es zum 30. September 2006 und zum 30. September 2007 keine Verpflichtungen mehr aus dem Plan.

In 2003 implementierte ThyssenKrupp einen performance-orientierten Mid Term Incentiveplan, in dessen Rahmen Wertrechte an die Begünstigten ausgegeben werden. Teilnahmeberechtigt sind alle Mitglieder des Vorstands der ThyssenKrupp AG. Beginnend mit der zweiten Tranche, deren Ausgabe in 2004 erfolgte, wurde der Teilnehmerkreis auf die Vorstandsmitglieder der Segmentführungsgesellschaften und einige andere ausgewählte Führungskräfte ausgedehnt. Zum 30. September 2007 sind in der 3. Tranche 523.908 Wertrechte, in der 4. Tranche 544.179 Wertrechte und in der 5. Tranche 308.811 Wertrechte ausgegeben.

Die Anzahl der ausgegebenen Wertrechte wird am Ende des jeweiligen Performance-Zeitraums auf Basis eines Vergleichs des durchschnittlichen ThyssenKrupp Value Added (TKVA) des dreijährigen Performance-Zeitraums – beginnend mit dem 01. Oktober des Geschäftsjahres, in dem die Wertrechte gewährt wurden – mit dem durchschnittlichen TKVA der vorangegangenen drei Geschäftsjahre angepasst. Am Ende des Performance-Zeitraums erfolgt eine Vergütung der gewährten Wertrechte auf Basis des Durchschnittskurses der ThyssenKrupp Aktie, der sich aus dem Kursverlauf in den ersten drei Monaten nach Ende des Performance-Zeitraums ergibt.

Zur Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte der Wertrechte, die die Grundlage für die Ermittlung der zeitanteiligen Rückstellung zum Bilanzstichtag sind, werden Forward-Preise der ThyssenKrupp Aktie unter Berücksichtigung teilweiser Deckelungen in der 3., 4. und 5. Tranche berechnet. Die Forward-Ermittlung erfolgt für im Voraus definierte Perioden (Mittelungsperioden) unter Berücksichtigung des Aktienkurses der ThyssenKrupp Aktie und der Euro-Zinsstrukturkurve zum Stichtag sowie der angenommenen Dividendenzahlungen der ThyssenKrupp AG bis zur Fälligkeit der Wertrechte. Folgende Parameter sind in die Berechnung eingegangen:

 
2. Tranche 3. Tranche 4. Tranche
Fälligkeit 31.12.2006 31.12.2007 31.12.2008
Mittelungsperiode 01.10. - 31.12.2006 01.10. - 31.12.2007 01.10. - 31.12.2008
ThyssenKrupp Aktienkurs zum Stichtag 26,57 € 26,57 € 26,57 €
Angenommene Dividendenzahlung(en) pro Aktie bis zur Fälligkeit 1,00 € zum 22.01.07 1,00 € zum 22.01.07
1,00 € zum 21.01.08
Durchschnittliche Dividendenrendite 3,47 % 3,64 %
Durchschnittlicher Zins (Mittelungsperiode) 3,27 % 3,78 % 3,80 %
Beizulegender Zeitwert per 30.09.2006 26,45 € 25,46 € 24,52 €
 
3. Tranche 4. Tranche 5. Tranche
Fälligkeit 31.12.2007 31.12.2008 31.12.2009
Mittelungsperiode 01.10. - 31.12.2007 01.10. - 31.12.2008 01.10. - 31.12.2009
ThyssenKrupp Aktienkurs zum Stichtag 44,66 € 44,66 € 44,66 €
Angenommene Dividendenzahlung(en) pro Aktie bis zur Fälligkeit 1,30 € zum 21.01.08 1,30 € zum 21.01.08
1,30 € zum 26.01.09
Durchschnittliche Dividendenrendite 2,64 % 2,76 %
Durchschnittlicher Zins (Mittelungsperiode) 4,44 % 4,65 % 4,53 %
Beizulegender Zeitwert per 30.09.2007
- ungedeckelt 44,38 € 43,15 € 41,93 €
- gedeckelt 24,71 € 23,62 € 36,20 €

Im 1. Quartal 2006/2007 ist die 2. Tranche des Mid Term Incentiveplans mit einer Zahlung von 29,90 € je Wertrecht bzw. einer Gesamtzahlung von 27,6 Mio € abgerechnet worden, nachdem bereits im 1. Quartal 2005/2006 die 1. Tranche des Mid Term Incentiveplans mit einer Zahlung von 17,26 € je Wertrecht bzw. einer Gesamtzahlung von 4,4 Mio € abgerechnet worden ist. Insgesamt enthält das Ergebnis 2006/2007 Aufwendungen aus dem Mid Term Incentiveplan in Höhe von 69,6 (i. Vj. 43,4) Mio €. Die aus dem Mid Term Incentiveplan resultierende Verpflichtung beträgt zum 30. September 2007 101 (i. Vj. 58) Mio €.

Im Februar 2006 implementierte der Konzern darüber hinaus ein Aktienprogramm für ausgewählte Führungskräfte, die nicht durch den Mid Term Incentiveplan begünstigt sind. Im Rahmen dieses Programms sind die Begünstigten berechtigt, ThyssenKrupp Aktien bis zu einem festgelegten Betrag mit Rabatt zu erwerben. Im 2. Quartal 2006/2007 wurde das Programm mit dem Erwerb von 125.977 Aktien mit Rabatt abgeschlossen. Hieraus resultieren in 2006/2007 Aufwendungen von 4,5 Mio €, nachdem in 2005/2006 bereits Aufwendungen von 2,7 Mio € hierfür erfasst wurden. Gleichzeitig wurde im März 2007 für das Geschäftsjahr 2006/2007 erneut ein Programm beschlossen, das wiederum ausgewählten Führungskräften des Konzerns die Möglichkeit gibt, ThyssenKrupp Aktien bis zu einem festgelegten Betrag mit Rabatt zu erwerben. Aus dem neuen Programm resultieren in 2006/2007 Aufwendungen von 8,1 Mio €; 4,4 Mio € wurden direkt im Eigenkapital erfasst, der Restbetrag als Verpflichtung ausgewiesen.

Belegschaftsaktienprogramm

Im 3. Quartal 2005/2006 und im 3. Quartal 2006/2007 hat der Konzern im Wesentlichen der inländischen und der französischen Belegschaft den Erwerb von ThyssenKrupp Belegschaftsaktien im Gegenwert von bis zu 270 € mit einem 50%igen Rabatt angeboten. Hieraus resultierte ein Aufwand von 8,0 Mio € in 2005/2006 und von 6,6 Mio € in 2006/2007.

23 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Mio €
30.09.2006 30.09.2007
Rückstellungen für Pensionen 6.597 5.896
Rückstellungen für Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen 1.137 915
Sonstige pensionsähnliche Verpflichtungen 377 328
Insgesamt 8.111 7.139

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen in Höhe von 6.504 (i. Vj. 7.374) Mio € haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

Pensionspläne

ThyssenKrupp gewährt betriebliche Altersversorgung in Form von leistungs- oder beitragsorientierten Plänen an die überwiegende Mehrheit der Arbeitnehmer in Deutschland, in den USA, Kanada und dem Vereinigten Königreich. In einigen anderen Ländern erhalten berechtigte Arbeitnehmer Leistungen nach den jeweiligen landesspezifischen Gegebenheiten.

In Deutschland bestehen die Leistungen in der Regel in Rentenzahlungen, die einen Inflationsausgleich beinhalten. Ein Teil der leitenden Angestellten erhält Rentenleistungen, die von der Dienstzeit und vom Vergütungsniveau in einem Referenzzeitraum von in der Regel drei Jahren vor der Pensionierung abhängen. Im Übrigen erhalten die Arbeitnehmer in der Regel Zusagen auf feste Rentenbeträge pro Dienstjahr. Darüber hinaus bietet ThyssenKrupp in Deutschland die Möglichkeit, durch Gehaltsumwandlung zusätzliche Versorgungsbezüge zu erwerben (Deferred-Compensation-Vereinbarungen).

Die Umwandlungsbeträge sind verzinslich mit 6,00 % und führen bei Eintritt des Versorgungsfalls zu einem festgelegten Leistungsanspruch.

In den USA und Kanada erhalten auf Stundenbasis bezahlte Arbeitnehmer Rentenzusagen auf Basis von Festbeträgen pro Dienstjahr. Arbeitnehmer mit festen Bezügen erhalten Leistungen in der Regel in Abhängigkeit von ihrer Dienstzeit und den während ihrer Dienstzeit erzielten Bezügen. Im Vereinigten Königreich erhalten Arbeitnehmer Rentenleistungen in Abhängigkeit von ihren Dienstjahren und dem Endgehalt bei Pensionierung.

Anwartschaftsbarwert und Finanzierungsstatus

Die Veränderung des Anwartschaftsbarwerts der Pensionsverpflichtungen sowie des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens stellt sich wie folgt dar:

Mio €
30.09.2006 30.09.2007
Deutschland Übrige Länder Deutschland Übrige Länder
Veränderung des Anwartschaftsbarwerts:
Anwartschaftsbarwert am Anfang des Geschäftsjahres 6.494 2.715 6.114 2.541
Dienstzeitaufwand: Barwert der im Geschäftsjahr hinzuverdienten Versorgungsansprüche 79 60 73 39
Zinsaufwand: Aufzinsung der bereits erworbenen Ansprüche 249 127 266 123
Beiträge der Arbeitnehmer 0 8 0 8
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 5 3 0 1
Versicherungsmathematische (Gewinne)/Verluste – 224 – 95 – 258 – 149
Veränderung Konsolidierungskreis – 74 – 60 – 1 – 99
Plankürzungen und Planabgeltungen 0 – 7 0 – 24
Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses 0 10 0 0
Kursdifferenzen 0 – 60 0 – 141
Rentenzahlungen – 415 – 162 – 420 – 148
Sonstiges 0 2 – 1 7
Anwartschaftsbarwert am Ende des Geschäftsjahres 6.114 2.541 5.773 2.158
 
Veränderung des Planvermögens:
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens am Anfang des Geschäftsjahres 99 1.838 127 1.940
Erwartete Erträge aus dem Planvermögen 7 137 9 131
Versicherungsmathematische Gewinne/(Verluste) 0 – 4 0 69
Veränderung Konsolidierungskreis 0 – 35 0 – 84
Beiträge der Arbeitgeber 29 180 38 100
Beiträge der Arbeitnehmer 0 8 0 8
Planabgeltungen 0 0 0 – 2
Kursdifferenzen 0 – 42 0 – 124
Rentenzahlungen – 8 – 143 – 8 – 135
Sonstiges 0 1 1 7
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens am Ende des Geschäftsjahres 127 1.940 167 1.910

Zum Bilanzstichtag beziehen sich 5.696 (i. Vj. 6.088) Mio € des Anwartschaftsbarwerts auf Pläne, die nicht über einen Fonds finanziert werden und 2.235 (i. Vj. 2.567) Mio € des Anwartschaftsbarwerts auf Pläne, die ganz oder teilweise aus einem Fonds finanziert werden.

Die tatsächlichen Erträge aus dem Planvermögen betragen 209 (i. Vj. 140) Mio € und berechnen sich als Summe der erwarteten Erträge aus dem Planvermögen und den versicherungsmathematischen Gewinnen bzw. Verlusten.

Die nachfolgende Tabelle zeigt den Finanzierungsstatus, der sich aus der Differenz zwischen Anwartschaftsbarwert und Planvermögen errechnet, einschließlich der Überleitung zu den bilanzierten Beträgen:

Mio €
30.09.2006 30.09.2007
Deutschland Übrige Länder Deutschland Übrige Länder
Finanzierungsstatus am Ende des Geschäftsjahres – 5.987 – 601 – 5.606 – 248
Auf Grund des „asset ceiling“ nicht als Vermögenswert angesetzter Betrag 0 – 2 0 – 6
Noch unberücksichtigter nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 1 1 0 0
Bilanzierter Betrag – 5.986 – 602 – 5.606 – 254
 
Der bilanzierte Betrag verteilt sich auf folgende Bilanzpositionen:
Sonstige Forderungen 0 9 0 36
Pensionsrückstellungen – 5.986 – 611 – 5.606 – 290
Bilanzierter Betrag – 5.986 – 602 – 5.606 – 254

Netto-Pensionsaufwendungen

Die Netto-Pensionsaufwendungen für Leistungszusagen setzen sich wie folgt zusammen:

Mio €
2005/2006 2006/2007
Deutschland Übrige Länder Deutschland Übrige Länder
Dienstzeitaufwand: Barwert der im Geschäftsjahr hinzuverdienten Versorgungsansprüche 79 60 73 39
Zinsaufwand: Aufzinsung der bereits erworbenen Ansprüche 249 127 266 123
Erwarteter Kapitalertrag des Planvermögens – 7 – 137 – 9 – 131
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 7 5 0 1
Aufwand/(Ertrag) aus Plankürzungen und Planabgeltungen 0 – 7 0 – 22
Aufwand aus Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses 0 10 0 0
Netto-Pensionsaufwendungen für Leistungszusagen 328 58 330 10

Die Komponenten der Netto-Pensionsaufwendungen für Leistungszusagen "Zinsaufwand" und "Erwarteter Kapitalertrag des Planvermögens" sind in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung in der Zeile "Zinsaufwendungen" bzw. "Zinserträge" enthalten.

Bewertungsannahmen (-prämissen)

Die Ansätze für die Diskontierungssätze und die Gehaltssteigerungsraten, die der Berechnung des Verpflichtungsumfangs zu Grunde liegen, wurden nach einheitlichen Grundsätzen abgeleitet und pro Land in Abhängigkeit von den jeweiligen ökonomischen Gegebenheiten festgesetzt. Die Annahmen über den erwarteten Kapitalertrag auf das Planvermögen beruhen auf detaillierten Analysen, die von externen Finanzexperten und Versicherungsmathematikern durchgeführt werden. Diese Analysen berücksichtigen sowohl die historischen Ist-Renditen langfristiger Anlagen als auch die für das Ziel-Portfolio künftig erwarteten langfristigen Renditen.

Bei der Berechnung der Pensionsverpflichtungen wurden folgende Annahmen (= gewichteter Durchschnitt) zu Grunde gelegt:

in %
30.09.2006 30.09.2007
Deutschland Übrige Länder Deutschland Übrige Länder
Durchschnittliche Bewertungsfaktoren:
Diskontierungssatz 4,50 5,29 5,25 5,82
Erwarteter Kapitalertrag auf das Planvermögen 6,00 7,54 6,00 7,29
Langfristige Gehaltssteigerungsraten 2,50 2,52 2,50 2,29

Planvermögen

Die Mehrzahl der fondsfinanzierten Pensionspläne des Konzerns befindet sich in den USA, in Kanada, dem Vereinigten Königreich und zu einem geringeren Umfang in den Niederlanden und in Deutschland. Das Planvermögen ist in diversifizierte Portfolios investiert, welche jeweils verschiedene Anlageklassen umfassen. Hiermit soll eine unter Risiko- und Rendite-Aspekten optimale Aufteilung der Anlageklassen erreicht werden. Die Anlageklassen der Fonds umfassen nationale und internationale Aktien, festverzinsliche Wertpapiere staatlicher und nicht-staatlicher Emittenten sowie Immobilienvermögen. Das Planvermögen der Pensionspläne enthält keine Gläubigerpapiere oder Aktien von ThyssenKrupp.

Bei der Anlage des Planvermögens bedient sich der Konzern professioneller Investmentmanager. Diese agieren auf Basis spezifischer Investitionsrichtlinien, die vom Investitionsausschuss des jeweiligen Plans erlassen worden sind. Die Investitionsausschüsse setzen sich aus leitenden Mitarbeitern des Finanzbereichs und anderen qualifizierten Führungskräften zusammen. Sie tagen regelmäßig, um das Ziel-Portfolio zu genehmigen sowie die Risiken und die Performance wesentlicher Pensionsfonds zu überprüfen; darüber hinaus bewilligen sie die Auswahl bzw. die Vertragsverlängerung externer Fondsmanager.

Die Struktur des Konzern-Zielportfolios basiert auf Asset-Liability-Studien, die für die wesentlichen Pensionsfonds des Konzerns durchgeführt worden sind.

Die Struktur des Ist-Portfolios und des Ziel-Portfolios des Planvermögens der Pensionspläne stellt sich wie folgt dar:

 
Ist-Portfoliostruktur
des Planvermögens
Ziel-Portfoliostruktur
30.09.2006 30.09.2007 30.09.2008
Aktien 62 % 59 % 50-65 %
Festverzinsliche Wertpapiere 35 % 37 % 35-45 %
Immobilien/Sonstiges 3 % 4 % 0-10 %
Gesamt 100 % 100 %

Dotierung der Pensionspläne

Grundsätzlich dotiert der Konzern die Pensionsfonds in Höhe des Betrags, der erforderlich ist, um die gesetzlichen Minimalzuführungserfordernisse des jeweiligen Landes, in dem der Fonds ansässig ist, zu erfüllen. In den USA und in Kanada richtet sich die Minimaldotierung einiger Fonds nach gewerkschaftlichen Regelungen. Darüber hinaus leistet der Konzern von Zeit zu Zeit nach eigenem Ermessen zusätzliche Zuführungen. Für das Geschäftsjahr 2007/2008 erwartet ThyssenKrupp Bar-Dotierungen zu den fondsfinanzierten Pensionsplänen in Höhe von 88 Mio €.

Pensionszahlungen

Im Geschäftsjahr 2006/2007 wurden Pensionszahlungen für Pläne in Deutschland von 420 (i. Vj. 415) Mio € und für Pläne in den übrigen Ländern von 148 (i. Vj. 162) Mio € geleistet. In den kommenden 10 Geschäftsjahren werden aus den Pensionsplänen folgende Zahlungen erwartet:

Mio €
Deutschland Übrige Länder
(für die Geschäftsjahre)
2007/2008 432 166
2008/2009 430 130
2009/2010 432 131
2010/2011 432 134
2011/2012 429 136
2012/2013-2016/2017 2.070 704
Insgesamt 4.225 1.401

Folgende Beträge wurden für die laufende Berichtsperiode und die vorangegangenen Berichtsperioden für die leistungsorientierten Pläne angesetzt:

Mio €
30.09.2005 30.09.2006 30.09.2007
Anwartschaftsbarwert 9.209 8.655 7.931
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens 1.937 2.067 2.077
Überschuss bzw. Fehlbetrag des Plans – 7.272 – 6.588 – 5.854
Erfahrungsbedingte Anpassungen der Schulden des Plans – 43 – 52 – 89
Erfahrungsbedingte Anpassungen der Vermögenswerte des Plans 112 13 44

Beitragsorientierte Pläne ("Defined-Contribution-Pläne")

Darüber hinaus gewährt der Konzern im In- und Ausland Beitragszusagen im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung über Pensionskassen und vergleichbare Versorgungseinrichtungen. Der Konzern erbringt für diese Pläne Beitragsleistungen in Höhe eines bestimmten Prozentsatzes vom Einkommen der Mitarbeiter oder in Abhängigkeit von der Höhe der Beitragsleistungen der Mitarbeiter. Der Gesamtaufwand aus solchen Beitragsleistungen betrug im Geschäftsjahr 34 (i. Vj. 34) Mio €. Zusätzlich wurden Beiträge an staatliche Rentenversicherungsträger von 332 (i. Vj. 311) Mio € gezahlt.

Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen

In den USA und Kanada gewährt der Konzern Gesundheitsfürsorgeleistungen und Lebensversicherungsleistungen an Pensionäre, die bestimmte Mindestanforderungen hinsichtlich ihres Lebens- und Dienstalters erfüllen. Die Verpflichtungen entfallen ganz überwiegend auf den Auslaufbereich von ThyssenKrupp Budd.

Im Dezember 2003 hat die US-Regierung das Gesetz "Medicare Prescription Drug, Improvement and Modernization Act" in Kraft gesetzt.

Durch das Gesetz erhalten Unternehmen, die Gesundheitsfürsorgeleistungen an Pensionäre gewähren, deren Leistungsumfang mindestens der gesetzlichen Regelung entspricht, einen staatlichen Zuschuss. Der Konzern bilanziert diese staatlichen Zuschüsse in Übereinstimmung mit IAS 19 als sog. reimbursement rights.

Die Entwicklung der Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen und der Erstattungsansprüche (reimbursement rights) stellt sich wie folgt dar:

Mio €
30.09.2006
USA/Kanada
30.09.2007
USA/Kanada
Veränderung des Anwartschaftsbarwerts:
Anwartschaftsbarwert am Anfang des Geschäftsjahres 1.290 1.122
Dienstzeitaufwand: Barwert der im Geschäftsjahr hinzuverdienten Ansprüche 22 12
Zinsaufwand: Aufzinsung der erwarteten Zuschussverpflichtungen 65 54
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand – 4 – 9
Versicherungsmathematische Verluste/(Gewinne) – 70 5
Veränderung Konsolidierungskreis – 67 – 79
Plankürzungen und Planabgeltungen – 39 – 43
Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses 37 0
Kursdifferenzen – 53 – 103
Zahlungen für Versorgungsverpflichtungen – 56 – 66
Sonstige – 3 0
Anwartschaftsbarwert am Ende des Geschäftsjahres 1.122 893
 
Veränderung der Erstattungsansprüche (reimbursement rights) im Zusammenhang mit Gesundheitsfürsorgezuschussverpflichtungen:
Beizulegender Zeitwert der Erstattungsansprüche am Anfang des Geschäftsjahres 79 90
Erwartete Erträge aus Erstattungsansprüchen 6 5
Versicherungsmathematische Gewinne/(Verluste) 24 – 9
Veränderung Konsolidierungskreis – 12 – 4
Planabgeltungen 0 – 3
Beiträge der Arbeitgeber 3 3
Kursdifferenzen – 4 – 9
Gezahlte Leistungen – 3 – 6
Sonstige – 3 0
Beizulegender Zeitwert der Erstattungsansprüche am Ende des Geschäftsjahres 90 67

Die nachfolgende Tabelle zeigt den Finanzierungsstatus einschließlich der Überleitung zum Bilanzausweis:

Mio €
30.09.2006
USA/Kanada
30.09.2007
USA/Kanada
Finanzierungsstatus am Ende des Geschäftsjahres – 1.122 – 893
Noch unberücksichtigter nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand – 15 – 22
Bilanzierter Betrag (= Rückstellungen für Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen) – 1.137 – 915

Bewertungsannahmen (-prämissen)

Bei der Berechnung der Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen wurden folgende Annahmen zu Grunde gelegt (= gewichteter Durchschnitt):

in %
30.09.2006
USA/Kanada
30.09.2007
USA/Kanada
Durchschnittliche Bewertungsfaktoren:
Diskontierungssatz 5,85 6,38
Steigerungsrate für Gesundheitsfürsorge im nächsten Jahr 9,08 9,71
Letzte Steigerungsrate für Gesundheitsfürsorge (erwartet in 2015) 5,40 4,94

Netto-Aufwendungen für Zuschussverpflichtungen für Gesundheitsfürsorgeleistungen

Die Netto-Aufwendungen der Zuschussverpflichtungen für die Gesundheitsfürsorgeleistungen für Pensionäre setzen sich wie folgt zusammen:

Mio €
2005/2006
USA/Kanada
2006/2007
USA/Kanada
Dienstzeitaufwand: Barwert der im Geschäftsjahr hinzuverdienten Versorgungsansprüche 22 12
Zinsaufwand: Aufzinsung der erwarteten Zuschussverpflichtungen 65 54
Erwarteter Ertrag aus Erstattungsansprüchen (reimbursement rights) – 6 – 5
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand – 6 – 3
Aufwand/(Ertrag) aus Plankürzungen und Planabgeltungen – 39 – 40
Aufwand aus Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses 37 0
Netto-Aufwendungen der Zuschuss-verpflichtungen für Gesundheits-fürsorgeleistungen für Pensionäre 73 18

Die Komponente "Zinsaufwand" der Netto-Aufwendungen für Gesundheitsfürsorgeleistungen für Pensionäre ist in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung in der Zeile "Zinsaufwendungen" enthalten.

Nachfolgend sind die Auswirkungen dargestellt, die aus einer Erhöhung bzw. Verminderung der angenommenen Steigerungsrate für die Gesundheitsfürsorgeleistungen um 1-%-Punkt resultieren:

Mio €
1-% -Punkt
Erhöhung Verminderung
Effekt auf die Dienstzeit- und Zinsaufwendungen 10 – 8
Effekt auf den Anwartschaftsbarwert 110 – 93

Folgende Beträge wurden für die laufende Berichtsperiode und die vorangegangenen Berichtsperioden für die Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen angesetzt:

Mio €
30.09.2005 30.09.2006 30.09.2007
Anwartschaftsbarwert 1.290 1.122 893
Beizulegender Zeitwert des Erstattungsanspruchs 79 90 67
Überschuss bzw. Fehlbetrag des Plans – 1.290 – 1.122 – 893
Erfahrungsbedingte Anpassungen der Schulden des Plans – 19 – 33 13
Erfahrungsbedingte Anpassungen des Erstattungsanspruchs (reimbursement right) 1 31 0

Sonstige pensionsähnliche Verpflichtungen

Bei verschiedenen Gesellschaften des Segments Steel gibt es auf kollektivrechtlicher Basis Sozialpläne. Auf Grund dieser Pläne gewährt der Arbeitgeber Abfindungszahlungen in Abhängigkeit von der Dienstzeit und Ausgleichszahlungen an ältere Arbeitnehmer für den Zeitraum zwischen ihrem Ausscheiden und der Pensionierung. Die Pläne sind versicherungsmathematisch bewertet. Die Verbindlichkeit umfasst die von den Mitarbeitern seit Beginn der Beschäftigung erdienten Teile der Leistungen. Auf künftige Dienstjahre entfallende noch nicht erdiente Leistungen werden als Dienstzeitaufwand in der Periode ihres Entstehens erfasst. Zum 30. September 2007 betrugen die Verpflichtungen 0 (i. Vj. 4) Mio €.

Bei einigen deutschen Gesellschaften bestehen Verpflichtungen aus Altersteilzeitvereinbarungen. Hierbei erbringt der Arbeitnehmer Vorleistungen durch Mehrarbeit, die nach dem Ausscheiden durch ratierliche Zahlungen entgolten werden. Für die Verpflichtungen wurden Rückstellungen nach IAS 19 "Employee benefits" in Höhe von 273 (i. Vj. 271) Mio € angesetzt.

24 Sonstige Rückstellungen


Tabelle: Sonstige Rückstellungen

Vom Gesamtbetrag der sonstigen Rückstellungen zum 30. September 2007 sind 1.559 (i. Vj. 1.604) Mio € kurzfristig und 696 (i. Vj. 652) Mio € langfristig. Sonstige Rückstellungen in Höhe von 349 (i. Vj. 548) Mio € haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

Die Rückstellung für Gewährleistungs- und Produkthaftungsverpflichtungen umfasst sowohl die Haftung des Konzerns für die einwandfreie Funktionalität der verkauften Produkte (Gewährleistung) als auch die Verpflichtung, dem Käufer durch den Gebrauch der Produkte entstandene Schäden zu ersetzen (Produkthaftung).

Die Rückstellung für sonstige absatz- und beschaffungsmarktbezogene Risiken besteht im Wesentlichen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften.

Mit den Rückstellungen für Verpflichtungen im Personalbereich werden vor allem Jubiläumszuwendungen und Verpflichtungen aus den Management Incentiveplänen erfasst, während Sozialplan- und ähnliche Aufwendungen in der Rückstellung für Restrukturierungen innerhalb der Personalstrukturmaßnahmen berücksichtigt sind. Pensionsähnliche Verpflichtungen wie Altersteilzeit- und Vorruhestandsregelungen sind Bestandteil der Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen.

Die Restrukturierungsrückstellung umfasst neben den rückstellungsfähigen Personalstrukturmaßnahmen auch Rückstellungen für Sachstrukturmaßnahmen, die im Rahmen der Aufgabe von betrieblichen Bereichen für Kosten gebildet werden, die aus Maßnahmen resultieren, die keinen zukünftigen wirtschaftlichen Nutzen generieren. In allen Segmenten werden Restrukturierungsmaßnahmen durchgeführt. Von den Rückstellungen zum 30. September 2007 entfallen 80 Mio € auf das Segment Technologies, 21 Mio € auf das Segment Services und 20 Mio € auf das Segment Steel.

Die Rückstellung für Entfernungsverpflichtungen besteht im Wesentlichen aus Verpflichtungen zur Sicherung entstandener Bergschäden und für Rekultivierungsmaßnahmen. Die Abwicklung von Bergschäden und Rekultivierungsverpflichtungen erstreckt sich typischerweise über lange Zeiträume von teilweise mehr als 30 Jahren. Die technischen Rahmenbedingungen sind als sehr komplex einzuschätzen. Entsprechend bestehen Unsicherheiten über den zeitlichen Anfall und die konkrete Höhe der Aufwendungen.

Die Rückstellungen für Umweltschutzverpflichtungen betreffen vor allem die Beseitigung von Altlasten sowie Sanierungs- und Gewässerschutzmaßnahmen.

25 Finanzverbindlichkeiten

Buchwerte Mio €
30.09.2006 30.09.2007
Anleihen 1.995 1.996
Schuldscheindarlehen 150 50
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 639 604
Akzeptverbindlichkeiten 0 2
Verbindlichkeiten aus Finance Lease 146 136
Sonstige Darlehen 16 25
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 2.946 2.813
Schuldscheindarlehen 150 100
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 584 629
Verbindlichkeiten aus nicht ausgebuchten Forderungen 40 9
Akzeptverbindlichkeiten 22 25
Verbindlichkeiten aus Finance Lease 36 37
Sonstige Darlehen 26 25
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 858 825
Finanzverbindlichkeiten 3.804 3.638

Die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten beinhalten die Finanzverbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr, während die langfristigen Finanzverbindlichkeiten eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr haben.

Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 216 (i. Vj. 277) Mio € sind durch Grundpfandrechte besichert.

Per 30. September 2007 sind von den Finanzverbindlichkeiten insgesamt Disagien in Höhe von 4 (i. Vj. 5) Mio € abgesetzt. Es wurden wie im Vorjahr keine Agien aufgeschlagen. Die Verrechnung der Disagien ist im Finanzergebnis enthalten.

Anleihen, Schuldscheindarlehen
Buchwert
in Mio €
30.09.2006
Buchwert
in Mio €
30.09.2007
Nominalwert
in Mio €
30.09.2007
Zinssatz in % Beizulegender
Zeitwert
in Mio €
30.09.2007
Fälligkeit
Anleihe ThyssenKrupp Finance Nederland B.V. (500 Mio €) 02/09 499 499 500 7,000 515 19.03.2009
Anleihe ThyssenKrupp AG (750 Mio €) 04/11 747 748 750 5,000 752 29.03.2011
Anleihe ThyssenKrupp AG (750 Mio €) 05/15 749 749 750 4,375 705 18.03.2015
Schuldscheindarlehen ThyssenKrupp AG (100 Mio €) 00/07 100 6,000 21.02.2007
Schuldscheindarlehen ThyssenKrupp AG (50 Mio €) 00/07 50 5,800 16.03.2007
Schuldscheindarlehen ThyssenKrupp AG (100 Mio €) 01/07 100 100 100 5,450 105 25.10.2007
Schuldscheindarlehen ThyssenKrupp AG (50 Mio €) 04/09 50 50 50 4,500 51 19.01.2009
Insgesamt 2.295 2.146 2.150 2.128

Die ThyssenKrupp AG hat für die Anleihe der ThyssenKrupp Finance Nederland B.V. eine unbedingte und unwiderrufliche Garantie für die Zahlungsverpflichtungen gemäß den Anleihebedingungen übernommen.

Sämtliche Anleihen und Schuldscheindarlehen sind endfällig.

Per 30. September 2007 stellt sich die Finanzierungsstruktur der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und der Sonstigen Darlehen wie folgt dar:

Tabelle: Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Sonstige Darlehen

ThyssenKrupp stehen variabel verzinsliche Mittel aus einer syndizierten Kreditfazilität (Multi-Currency-Facility-Agreement) in Höhe von 2,5 Mrd € zur Verfügung. Die Fazilität wurde im Juli 2005 abgeschlossen und hatte eine ursprüngliche Laufzeit von 5 Jahren mit zwei Verlängerungsoptionen um jeweils ein Jahr zum Ende des ersten und zweiten Jahres. Im Mai 2007 wurde die Fazilität in Abstimmung mit den beteiligten Banken bis zum 01. Juli 2014 verlängert. Die Kreditfazilität war am Bilanzstichtag nicht in Anspruch genommen.

Des Weiteren hat die ThyssenKrupp AG mit ihren Finanzpartnern bilaterale Vereinbarungen in Höhe von 2,2 Mrd € getroffen, denen zufolge sie, aber auch teilweise die ThyssenKrupp Finance USA, Inc. oder die ThyssenKrupp Finance Nederland B.V. Kredite in Euro oder wahlweise in US-Dollar oder GBP revolvierend in Anspruch nehmen kann (Roll-Over-Finanzierungen). Von diesen bilateralen Kreditlinien haben 82 % eine Restlaufzeit von über 5 Jahren und 18 % eine Restlaufzeit von bis zu 5 Jahren. Am Bilanzstichtag waren keine Barkredite in Anspruch genommen.

Insgesamt verfügt der Konzern über ungenutzte und fest zugesagte Kreditlinien in Höhe von 4,6 Mrd €.

Darüber hinaus verfügt der Konzern über weitere Finanzierungsmöglichkeiten im Rahmen eines Commercial Paper Programms mit einem maximalen Emissionsvolumen von 1,5 Mrd €, das zum 30. September 2007 nicht in Anspruch genommen war.

Für Finance Lease-Verträge betragen die zukünftigen Mindestzahlungen zum 30. September 2007:

Mio €
30.09.2007 30.09.2006
Künftige Mindestleasing-
zahlungen
Zinsen Barwert (Verbindlich-
keiten aus Finance Lease)
Barwert (Verbindlich-
keiten aus Finance Lease)
Bis zu einem Jahr 40 3 37 36
Zwischen einem Jahr und fünf Jahren 145 31 114 80
Länger als fünf Jahre 29 7 22 66
Insgesamt 214 41 173 182

Die Fälligkeiten der Finanzverbindlichkeiten verteilen sich wie folgt auf die nächsten 5 Jahre und die Zeit danach:

Mio €
Gesamte Finanz-
verbind-
lichkeiten
Davon:
Verbindlich-
keiten
gegenüber
Kreditinstituten
(für die Geschäftsjahre)
2007/2008 825 629
2008/2009 846 244
2009/2010 94 68
2010/2011 789 25
2011/2012 67 22
nach 2011/2012 1.017 245
Insgesamt 3.638 1.233

26 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 11 (i. Vj. 23) Mio € haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

27 Übrige Verbindlichkeiten

Mio €
30.09.2006 30.09.2007
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 21 7
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 158 277
Fertigungsaufträge mit passivischem Saldo gegenüber Kunden 3.050 3.301
Erhaltene Anzahlungen auf Vorräte 732 844
Absatz- und beschaffungsmarktbezogene Verbindlichkeiten 906 694
Verbindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten 242 333
Verbindlichkeiten aus Zinsabgrenzung 90 82
Verbindlichkeiten aus Put-Optionen 228 340
Verbindlichkeiten gegenüber der Belegschaft 822 904
Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 109 107
Rechnungsabgrenzungsposten 180 189
Verbindlichkeiten aus Steuern (ohne Ertragsteuern) 311 404
Sonstige Verbindlichkeiten 406 615
Insgesamt 7.255 8.097
davon:
langfristig 50 147
kurzfristig 7.205 7.950

Übrige Verbindlichkeiten in Höhe von 1.539 (i. Vj. 1.238) Mio € haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen stammen vor allem aus Finanzierungsvorgängen und aus Ergebnis- und Steuerabrechnungen.

Die aus der Bilanzierung von Fertigungsaufträgen resultierenden Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

Mio €
30.09.2006 30.09.2007
Angefallene Auftragskosten und ausgewiesene Auftragsgewinne (abzüglich ausgewiesener Verluste) 4.597 4.328
abzüglich erhaltener Anzahlungen – 7.647 – 7.629
Insgesamt – 3.050 – 3.301

Die Verbindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten umfassen die negativen beizulegenden Zeitwerte der Währungsderivate einschließlich eingebetteter Derivate sowie der Zins- und Warenderivate (wir verweisen hierzu auch auf Anhang-Nr. 29).

28 Eventualverbindlichkeiten, sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risiken

Eventualverbindlichkeiten

Die ThyssenKrupp AG, deren Segmentführungsgesellschaften sowie in Einzelfällen auch deren Tochtergesellschaften haben Bürgschaften oder Garantien zu Gunsten von Auftraggebern oder Kreditgebern ausgestellt bzw. ausstellen lassen. Die in der nachfolgenden Tabelle dargestellten Verpflichtungen zeigen Haftungsverhältnisse, bei denen der Hauptschuldner kein konsolidiertes Unternehmen ist.

Mio €
Maximales Haftungsvolumen Rückstellung
30.09.2006 30.09.2007 30.09.2006 30.09.2007
Anzahlungsgarantien 246 107 1 0
Gewährleistungs- und Vertragserfüllungsgarantien 202 112 0 1
Kreditaufträge 40 40 0 0
Restwertgarantien 45 45 1 1
Sonstige Haftungserklärungen 510 167 1 2
Insgesamt 1.043 471 3 4

Der gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnende Rückgang der ausgewiesenen Haftungsverhältnisse resultiert im Wesentlichen aus der vertragskonformen Erfüllung besicherter Verpflichtungen.

In den Bürgschaften und Garantien sind 3 (i. Vj. 5) Mio € für Eventualverbindlichkeiten von assoziierten Unternehmen und 217 (i. Vj. 400) Mio € für Eventualverbindlichkeiten von Joint Ventures enthalten.

Die Laufzeiten variieren je nach Art der Garantie von 3 Monaten bis zu 10 Jahren (z. B. bei Miet- und Pachtgarantien).

Grundlage für eine mögliche Inanspruchnahme durch den Begünstigten ist die nicht vertragskonforme Erfüllung von vertraglich eingegangenen Verpflichtungen durch den Hauptschuldner, wie z. B. nicht rechtzeitige oder nicht ordnungsgemäße Lieferung, Nichteinhaltung von zugesicherten Leistungsparametern oder nicht ordnungsgemäße Rückzahlung von Krediten.

Alle durch die ThyssenKrupp AG oder die Segmentführungsgesellschaften ausgestellten oder in Auftrag gegebenen Bürgschaften oder Garantien erfolgen im Auftrag und unter Rückhaftung des jeweiligen aus dem zu Grunde liegenden Vertragsverhältnis entsprechend verpflichteten Unternehmens (Hauptschuldner). Besteht die Rückhaftung gegen einen Hauptschuldner, an dem ganz oder teilweise ein konzernfremder Dritter beteiligt ist, so wird mit diesem grundsätzlich die Stellung zusätzlicher Sicherheiten in entsprechender Höhe vereinbart.

ThyssenKrupp haftet aus Beteiligungen an Gesellschaften bürgerlichen Rechts, Personengesellschaften und Arbeitsgemeinschaften gesamtschuldnerisch.

Ehemalige Aktionäre von Thyssen und von Krupp haben die gerichtliche Überprüfung der Umtauschverhältnisse aus der Verschmelzung der Thyssen AG und der Fried. Krupp AG Hoesch-Krupp zur ThyssenKrupp AG nach § 305 UmwG beantragt. Die Verfahren sind vor dem Landgericht Düsseldorf anhängig. Stellt das Gericht im Spruchverfahren eine Unangemessenheit des Umtauschverhältnisses fest, erfolgt ein Ausgleich durch eine verzinsliche bare Zuzahlung.

Die Zuzahlung ist an alle betroffenen Aktionäre zu leisten, auch wenn sie nicht Antragsteller des Spruchverfahrens sind. Die Gesellschaft erwartet jedoch, dass die Spruchverfahren nicht zu baren Zuzahlungen führen werden, da die Umtauschverhältnisse sorgfältig ermittelt, zwischen voneinander unabhängigen Vertragspartnern vereinbart und von dem gerichtlich bestellten Verschmelzungsprüfer geprüft und bestätigt worden sind.

Aus der Eingliederung der Thyssen Industrie AG in die ThyssenKrupp AG ist ein Spruchverfahren zur gerichtlichen Überprüfung der Angemessenheit der Abfindung an die außenstehenden Aktionäre der Thyssen Industrie AG anhängig. Sollte das Gericht in einer rechtskräftigen Entscheidung zu dem Ergebnis kommen, dass die angebotene Abfindung unangemessen war, wird die durch weitere Barzahlung erhöhte Abfindung allen außenstehenden Aktionären gewährt.

ThyssenKrupp ist im Zusammenhang mit dem Erwerb und der Veräußerung von Unternehmen in gerichtliche, schiedsgerichtliche und außergerichtliche Auseinandersetzungen verwickelt, die zur Rückerstattung von Teilen des Kaufpreises oder zur Gewährung von Schadensersatz führen können. Aus Anlagenbau-, Liefer- und Leistungsverträgen werden von Kunden, Konsortialpartnern und Subunternehmern Ansprüche erhoben. Bei einigen Rechtsstreitigkeiten haben sich die Ansprüche im Verlauf des Geschäftsjahres als unbegründet erwiesen oder sind verjährt. Eine Reihe von Verfahren ist noch anhängig.

Im Übrigen sind Gerichts- oder Schiedsverfahren, die einen erheblichen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage von ThyssenKrupp haben können, weder anhängig gewesen noch derzeit anhängig oder nach Kenntnis der Gesellschaft angedroht.

"Special Purpose Entities"

ThyssenKrupp hat eine Anlage zur Produktion von Koks gemietet. Die Anwendung der Interpretation SIC 12 "Consolidation – Special Purpose Entities" auf die Betreibergesellschaft dieser Anlage hat ergeben, dass diese eine "Special Purpose Entity" im Sinne der Interpretation ist, für die eine Konsolidierungspflicht besteht. Die Vollkonsolidierung dieser Gesellschaft hat jedoch nur geringe Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Hingegen führte die Überprüfung der Eigentümergesellschaft, die ebenfalls eine "Special Purpose Entity" im Sinne der Interpretation ist, zu dem Ergebnis, dass der Konzern diese Gesellschaft nicht beherrscht. Die Gesellschaft wird somit nicht in den Konsolidierungskreis des Konzerns einbezogen. Die Verpflichtungen des Konzerns im Rahmen des Miet- und Abnahmevertrages sind Bestandteil der unter den "Sonstigen finanziellen Verpflichtungen und anderen Risiken" aufgeführten künftigen Mindestmietzahlungen aus "operating lease". Das maximale Verlustrisiko des Konzerns aus dieser Anlage beläuft sich auf ca. 45 Mio € und resultiert aus der im Wesentlichen durch Dritte übernommenen Restwertgarantie für die Anlage zum Ende des Miet- bzw. Abnahmevertrages.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risiken

Im Rahmen von Miet-, Pacht- und Leasingverträgen, die als "operating lease" zu qualifizieren sind, least der Konzern Sachanlagen. Hieraus resultieren in der Gewinn- und Verlustrechnung im Saldo Aufwendungen von 232 (2005/2006: 221) Mio €, die ausschließlich Mindestmietzahlungen (minimum rentals) betreffen:

Die künftigen (nicht abgezinsten) Mindestmietzahlungen aus solchen unkündbaren Verträgen, die zum 30. September 2007 eine anfängliche oder verbleibende Restlaufzeit von mehr als einem Jahr haben, betragen:

Mio €
Bis zu einem Jahr 220
Zwischen einem Jahr und fünf Jahren 557
Länger als fünf Jahre 505
Insgesamt 1.282

Im Gesamtbetrag der künftigen Mindestmietzahlungen sind die künftigen Mindestmieteinnahmen aus unkündbaren Untermietverträgen in Höhe von 6 (2005/2006: 6) Mio € nicht berücksichtigt.

Das Bestellobligo für Investitionsvorhaben beläuft sich zum 30. September 2007 auf 2.584 (i. Vj. 1.029) Mio € und betrifft im Wesentlichen das Segment Steel.

Gegenüber Kapitalgesellschaften und Genossenschaften bestehen Einzahlungsverpflichtungen und Nachschusspflichten von zusammen 9 (i. Vj. 20) Mio €. Darüber hinaus bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von 3.214 (i. Vj. 3.904) Mio €. Diese betreffen im Wesentlichen die Abnahmeverpflichtungen aus langfristigen Erz-, Kohle- und Kalklieferverträgen sowie Verpflichtungen aus Schiffscharterverträgen im Segment Steel. Außerdem existieren ein langfristiger Liefervertrag für Eisenerz und Eisenerzpellets sowie ein langfristiger Liefervertrag für Gas, aus denen ab dem Geschäftsjahr 2008/2009 über einen Zeitraum von 15 bzw. 20 Jahren Abnahmeverpflichtungen von insgesamt 5.859 Mio € resultieren.

Im Rahmen der Sach- und Betriebsunterbrechungsversicherungen existieren zurzeit bei einigen Produktionsanlagen der Segmente Steel und Stainless Selbstbehalte in beachtlicher Höhe. Der Eintritt eines oder mehrerer Schadensfälle kann zu einer wesentlichen Beeinträchtigung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns führen.

29 Finanzinstrumente

Neben den originären Finanzinstrumenten setzt der Konzern verschiedene derivative Finanzinstrumente ein, darunter Devisentermingeschäfte, Devisenoptionsgeschäfte, Zinsswaps, Zins-/Währungsswaps und Warentermingeschäfte. Der Einsatz derivativer Finanzinstrumente erfolgt grundsätzlich zur Absicherung bestehender oder geplanter Grundgeschäfte und dient der Reduzierung von Fremdwährungs-, Zins- und Rohstoffpreisrisiken.

Zentrales Devisenmanagement

Die Internationalität unserer Geschäftstätigkeit bringt eine Vielzahl von Zahlungsströmen in unterschiedlichen Währungen – vor allem in US-Dollar – mit sich. Die Absicherung der hieraus resultierenden Wechselkursrisiken ist wesentlicher Bestandteil unseres Risikomanagements.

Konzerneinheitliche Richtlinien bilden die Vorgabe für das zentral organisierte Devisenmanagement des ThyssenKrupp Konzerns. Grundsätzlich besteht für alle Konzerngesellschaften Sicherungspflicht von Fremdwährungspositionen im Zeitpunkt ihrer Entstehung. Die im Gebiet der Europäischen Währungsunion ansässigen verbundenen Unternehmen sind grundsätzlich verpflichtet, alle offenen Positionen aus Waren- und Leistungsgeschäften in den wesentlichen Transaktionswährungen einer zentralen Clearing-Stelle anzudienen. Die angedienten Positionen werden laufzeitkongruent, in Abhängigkeit vom Sicherungszweck der Derivate und der damit verbundenen Art der bilanziellen Behandlung, entweder im Rahmen eines Portfolio-Hedge-Ansatzes abgesichert oder in direkter Zuordnung an Banken durchgeleitet. Die Absicherung von Finanztransaktionen sowie von Geschäften unserer Tochterunternehmen außerhalb der Europäischen Währungsunion erfolgt in enger Abstimmung mit der Konzernleitung. Die Einhaltung der zentralen Vorgaben wird regelmäßig durch den Zentralbereich Internal Auditing überprüft.

Zielsetzung bei der Währungsabsicherung ist das Festschreiben von Preisen auf Basis von Sicherungskursen zum Schutz vor zukünftigen ungünstigen Währungsschwankungen. Bei der Sicherung von geplanten produktionsabhängigen Erz-, Kohle- und Koksbezügen erfolgt darüber hinaus eine systematische Ausnutzung von günstigen Euro/US-Dollar-Entwicklungen.

Die Sicherungszeiträume richten sich grundsätzlich nach der Laufzeit des Grundgeschäftes. Die Laufzeit der abgeschlossenen Devisenderivate beträgt in der Regel bis zu 12 Monate und kann in einzelnen Ausnahmefällen auch deutlich darüber hinausgehen. Die Sicherungszeiträume geplanter Erz-, Kohle- und Koksbezüge sind auf Basis des theoretisch fairen Wechselkurses (Kaufkraftparität) und der Schwankungsbreite des US-Dollars gegenüber dem Euro unter Zugrundelegung historischer Daten festgelegt worden. Bei Erreichen definierter Sicherungskurse werden entsprechend einem festgelegten Raster die Sicherungen geplanter Bezüge für bestimmte Zeiträume ausgelöst. Der maximale Sicherungszeitraum der geplanten Bezüge beträgt 24 Monate.

IAS 39 unterscheidet bei der Absicherung von Fremdwährungsrisiken zwei Arten der Bilanzierung von Sicherungszusammenhängen. Beide Modelle werden im ThyssenKrupp Konzern angewendet:

Cash-Flow-Hedges

Devisenderivate, die eindeutig der Absicherung zukünftiger Cash-Flows aus Fremdwährungstransaktionen zugeordnet werden können und die Anforderungen des IAS 39 hinsichtlich Dokumentation und Effektivität erfüllen, werden direkt bei Banken abgesichert. Diese Derivate werden zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Die Schwankungen der beizulegenden Zeitwerte dieser Derivate werden jedoch bis zum Realisationszeitpunkt des gesicherten Grundgeschäftes in den kumulierten direkt im Eigenkapital erfassten Erträgen und Aufwendungen erfasst. Bei Realisierung der zukünftigen Transaktion (Grundgeschäft) werden die im Eigenkapital kumulierten Effekte erfolgswirksam aufgelöst. Zum 30. September 2007 ist in den kumulierten direkt im Eigenkapital erfassten Erträgen und Aufwendungen ein unrealisiertes Ergebnis, das auf die ergebnisneutrale Verbuchung von Schwankungen der beizulegenden Zeitwerte aus Devisenderivaten zurückzuführen ist, in Höhe von -137 (i. Vj. -14) Mio € (nach Steuern) berücksichtigt. Die maximale Zeitdauer, für die Cash-Flows aus zukünftigen Transaktionen gesichert werden, beträgt 60 Monate.

Im Berichtsjahr wurden in Folge der unterjährigen Realisation von Grundgeschäften 8 (i. Vj. -11) Mio € aus den kumulierten direkt im Eigenkapital erfassten Erträgen und Aufwendungen in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Zusätzlich wurden 1 (i. Vj. 13) Mio € aus den kumulierten direkt im Eigenkapital erfassten Erträgen und Aufwendungen in die Anschaffungskosten der Vorräte umgegliedert, da die gesicherten Rohstoffe zugegangen sind, aber noch keine ergebniswirksame Realisation des Grundgeschäftes stattgefunden hat.

Zum 30. September 2007 ist ein Nettoergebnis in Höhe von 21 (i. Vj. 22) Mio € in den Umsatzerlösen/Umsatzkosten enthalten. Dieses Ergebnis resultiert aus den von der Ermittlung der Hedge-Effektivität ausgeschlossenen Bestandteilen der Devisenderivate.

Der Abbruch von Cash-Flow-Hedges führte im laufenden Geschäftsjahr zu einem Ergebnis durch Umgliederung aus den kumulierten erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen in die Gewinn- und Verlustrechnung von 1 (i. Vj. 0) Mio €. Diese ursprünglich ergebnisneutral behandelten Schwankungen der beizulegenden Zeitwerte von Devisenderivaten wurden zu dem Zeitpunkt ergebniswirksam realisiert, als die Durchführung der absicherten zukünftigen Transaktionen nicht länger als wahrscheinlich angesehen wurde.

Die im folgenden Geschäftsjahr erwarteten Ergebnisauswirkungen aus den zum Stichtag in den kumulierten erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen enthaltenen Schwankungen der beizulegenden Zeitwerte von Devisenderivaten sind -75 Mio €. Im Geschäftsjahr 2008/2009 werden Ergebnisauswirkungen in Höhe von -80 Mio € und im Geschäftsjahr 2009/2010 von -19 Mio € erwartet.

Fair-Value-Hedges

Einige Gesellschaften des Konzerns haben ihren Sitz in Ländern, deren Währung nicht im Rahmen von gewöhnlichen Devisenderivaten abgesichert werden kann, oder tätigen Geschäfte mit so genannten Weichwährungsländern. Die Absicherung von Währungsrisiken aus zukünftigen Erlöseingängen erfolgt in diesen Ländern teilweise durch die Aufnahme von Fremdwährungskrediten. Bei diesem Kredit-Hedging werden sowohl die Schwankungen der beizulegenden Zeitwerte aus den eingegangenen Verbindlichkeiten als auch die Schwankungen aus den zu Grunde liegenden verbindlichen Vertragsvereinbarungen aus operativer Tätigkeit ergebniswirksam in den Umsatzerlösen/Umsatzkosten erfasst.

Derivate, die der Absicherung von bereits bilanziertem Grundgeschäft dienen oder aus sonstigen Gründen nicht als im Sicherungszusammenhang stehend bilanziert werden können, werden ebenso wie die ihnen global zugeordneten Grundgeschäfte zum beizulegenden Zeitwert angesetzt. Schwankungen der beizulegenden Zeitwerte dieser Derivate werden in Abhängigkeit von der Natur der zu Grunde liegenden Geschäfte ergebniswirksam in den Umsatzerlösen oder Umsatzkosten bzw. im Finanzergebnis ausgewiesen.

Zentrale Steuerung des Zinsänderungsrisikos

Auf Grund der internationalen Ausrichtung unserer Geschäftsaktivitäten findet die Liquiditätsbeschaffung des ThyssenKrupp Konzerns an den internationalen Geld- und Kapitalmärkten in verschiedenen Währungen – überwiegend im Euro- und US-Dollar-Raum – und mit unterschiedlichen Laufzeiten statt. Die hieraus resultierenden Finanzverbindlichkeiten sowie unsere Geldanlagen sind zu Teilen einem Zinsänderungsrisiko ausgesetzt. Aufgabe unseres zentralen Zinsmanagements ist es, dieses Zinsänderungsrisiko zu steuern und zu optimieren. Hierzu werden im Rahmen des Zinsmanagements regelmäßig Zinsanalysen erstellt. Die Zinsanalyse wird nachfolgend näher dargestellt. Zur Absicherung des Zinsrisikos werden fallweise derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Diese Instrumente werden mit dem Ziel abgeschlossen, die Zinsvolatilitäten und Finanzierungskosten der zu Grunde liegenden Grundgeschäfte zu minimieren.

Teile der Zinsderivate sind in Form eines Cash-Flow-Hedges direkt und unmittelbar einem bestimmten Kredit zugeordnet (Micro-Hedge). Die Änderung des beizulegenden Zeitwerts dieser Zinsderivate wird erfolgsneutral in den kumulierten direkt im Eigenkapital erfassten Erträgen und Aufwendungen erfasst und beträgt per 30. September 2007 -1 (i. Vj. 5) Mio € (nach Steuern). Die hier erfassten Beträge werden in der Folgezeit ebenfalls erfolgsneutral gegen die Bilanzposition aufgelöst. Der in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesene Zinsaufwand aus den zu Grunde liegenden Grundgeschäften und den zugeordneten Zinsderivaten stellt somit in Summe den fixierten Festzinssatz der Sicherungsbeziehung dar. Im Geschäftsjahr 2008/2009 werden Ergebnisauswirkungen aus den zum Stichtag in den kumulierten direkt im Eigenkapital erfassten Erträgen und Aufwendungen enthaltenen Schwankungen der beizulegenden Zeitwerte von Zinsderivaten von -3 Mio € erwartet.

Ein weiterer Teil der Zinsderivate ist nicht eindeutig einem Einzelkredit zugeordnet, sondern sichert über einen Macro-Hedge-Ansatz ein Portfolio von Einzelkrediten. Diese Zinsderivate werden ebenfalls zum beizulegenden Zeitwert bilanziert.

Zins-/Währungsswaps wurden im Wesentlichen im Zusammenhang mit der Finanzierung der US-Dollar-Aktivitäten abgeschlossen. Die Bilanzierung erfolgt ebenfalls zu beizulegenden Zeitwerten. Dem Ergebniseffekt aus Veränderungen des US-Dollar/EUR-Wechselkurses, die seit Laufzeitbeginn der US-Dollar-Zins-/Währungsswaps stattgefunden haben, steht ein gegenläufiger Ergebniseffekt aus in diesem Zusammenhang bestehenden Fremdwährungspositionen (konzerninterne US-Dollar-Forderungen) gegenüber.

Zinsanalyse

Bei Zinsinstrumenten ergeben sich Cash-Flow-Risiken, Opportunitätseffekte sowie bilanz- und ergebniswirksame Zinsrisiken. Refinanzierungen sowie variable Finanzinstrumente unterliegen einem Cash-Flow-Risiko, welches die Unsicherheit bezüglich zukünftiger Zinszahlungen zum Ausdruck bringt. Die Messung des Cash-Flow-Risikos erfolgt mit einer Cash-Flow-Sensitivität. Opportunitätseffekte ergeben sich bei originären Finanzinstrumenten, da diese im Gegensatz zu Zinsderivaten nicht zum beizulegenden Zeitwert, sondern zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden. Dieser Unterschiedsbetrag, der sogenannte Opportunitätseffekt, schlägt sich weder in der Bilanz noch in der Gewinn- und Verlustrechnung nieder. Bilanzwirksame Zinsrisiken, die sich im Eigenkapital auswirken, ergeben sich aus der Bewertung von als Micro-Hedge abgeschlossenen Zinsderivaten. Ergebniswirksame Zinsrisiken resultieren aus den übrigen Zinsderivaten. Opportunitätseffekte sowie bilanz- und ergebniswirksame Zinsrisiken werden mit einer Sensitivitätsberechnung der beizulegenden Zeitwerte und deren Veränderung ermittelt.

Die Zinsanalyse unterstellt eine Parallelverschiebung der Zinskurven für alle Währungen um +100 / -100 Basispunkte zum 30. September 2007. Hieraus würden sich die in der folgenden Tabelle dargestellten Chancen (positive Werte) und Risiken (negative Werte) ergeben.

Mio €
Veränderung aller Zinskurven
zum 30.09.2007 um
+ 100
Basispunkte
– 100
Basispunkte
Cash-Flow-Risiko 31 – 31
Opportunitätseffekte 78 – 83
Bilanzwirksame Zinsrisiken aus Zinsderivaten 2 – 2
Ergebniswirksame Zinsrisiken aus Zinsderivaten – 1 1

Im Vorjahr ergab die Analyse die in der folgenden Tabelle dargestellten Chancen (positive Werte) und Risiken (negative Werte):

Mio €
Veränderung aller Zinskurven
zum 30.09.2006 um
+ 100
Basispunkte
– 100
Basispunkte
Cash-Flow-Risiko 38 – 38
Opportunitätseffekte 101 – 108
Bilanzwirksame Zinsrisiken aus Zinsderivaten 4 – 4
Ergebniswirksame Zinsrisiken aus Zinsderivaten 1 – 1

Sicherung von Rohstoffpreisrisiken

Einige Gesellschaften des Konzerns bedienen sich derivativer Finanzinstrumente zur Minimierung von Rohstoffpreisvolatilitäten. Die Sicherung erfolgt grundsätzlich dezentral, wobei der Abschluss von Finanzderivaten in diesen Bereichen strengen Richtlinien unterliegt, deren Einhaltung durch Internal Auditing überprüft wird. Es werden ausschließlich marktgängige Instrumente verwendet. Dies sind Warentermingeschäfte und Optionen. Die Warentermingeschäfte sind unter den Positionen "Sonstige Forderungen" bzw. "Übrige Verbindlichkeiten" mit ihren beizulegenden Zeitwerten bilanziert. Die Schwankungen der beizulegenden Zeitwerte werden überwiegend ergebniswirksam in den Umsatzerlösen bzw. den Umsatzkosten erfasst. Einige Warenderivate sind in Form eines Cash-Flow-Hedges direkt und unmittelbar einer bestimmten festen Verpflichtung zugeordnet. Die Änderung des beizulegenden Zeitwertes dieser Warenderivate wird erfolgsneutral in den kumulierten direkt im Eigenkapital erfassten Erträgen und Aufwendungen erfasst und beträgt per 30. September 2007 -3 (i. Vj. -5) Mio € (nach Steuern). Bei Realisierung der zukünftigen Transaktion werden die im Eigenkapital kumulierten Effekte erfolgswirksam aufgelöst. Zusätzlich werden in einigen Fällen die beizulegenden Zeitwerte von bestimmten festen Verpflichtungen und Vorratsbeständen in Form von Fair-Value-Hedges abgesichert. Diese Warenderivate werden ebenso wie die ihnen zugeordneten Grundgeschäfte zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Die Schwankungen der beizulegenden Zeitwerte dieser Warenderivate und dieser Grundgeschäfte werden unmittelbar in Abhängigkeit von der Natur der zu Grunde liegenden Geschäfte ergebniswirksam in den Umsatzerlösen oder Umsatzkosten ausgewiesen. Im folgenden Geschäftsjahr werden Ergebnisauswirkungen aus den zum Stichtag in den kumulierten direkt im Eigenkapital erfassten Erträgen und Aufwendungen enthaltenen Schwankungen der beizulegenden Zeitwerte von Warenderivaten von -1 Mio € erwartet.

Ausfallrisiko

Der Konzern ist bei Finanzinstrumenten einem Ausfallrisiko ausgesetzt, das aus der möglichen Nichterfüllung einer Vertragspartei resultiert und daher maximal in Höhe des positiven beizulegenden Zeitwerts des betreffenden Finanzinstruments besteht. Grundsätzlich werden im ThyssenKrupp Konzern Finanzinstrumente nur mit Kontrahenten sehr guter Bonität abgeschlossen, so dass das Ausfallrisiko als sehr gering betrachtet werden kann. Diesem Risiko wird durch Wertberichtigungen Rechnung getragen.

Übersicht derivativer und originärer Finanzinstrumente

Die Werte der im Konzern eingesetzten derivativen Finanzinstrumente stellen sich wie folgt dar:

Mio €
Nominalwert
30.09.2006
Buchwert
30.09.2006
Nominalwert
30.09.2007
Buchwert
30.09.2007
* inklusive Zins-/Währungsderivate
Derivative Finanzinstrumente
Aktiva
Qualifizierte Währungsderivate 1.830 39 16 18
Unqualifizierte Währungsderivate 2.286 68 3.093 124
Eingebettete Derivate 346 11 841 40
Qualifizierte Zinsderivate* 24 0 7 0
Unqualifizierte Zinsderivate* 5 0 750 4
Qualifizierte Warenderivate 77 3 25 1
Unqualifizierte Warenderivate 725 84 829 67
Insgesamt 5.293 205 5.561 254
 
Passiva
Qualifizierte Währungsderivate 477 11 51 165
Unqualifizierte Währungsderivate 1.930 54 4.937 62
Eingebettete Derivate 709 7 193 14
Qualifizierte Zinsderivate* 230 9 147 2
Unqualifizierte Zinsderivate* 750 49 61 4
Qualifizierte Warenderivate 74 31 67 2
Unqualifizierte Warenderivate 684 81 760 84
Insgesamt 4.854 242 6.216 333

Die Buchwerte der derivativen Finanzinstrumente entsprechen den beizulegenden Zeitwerten.

Eingebettete Derivate bestehen im ThyssenKrupp Konzern in der Ausprägung, dass gewöhnliche Lieferungs- und Leistungsbeziehungen zu Lieferanten und Kunden im Ausland nicht in der funktionalen Währung (Landeswährung) eines der beiden Vertragspartner geschlossen wurden.

Von allen Zinsderivaten mit einem Buchwert von insgesamt 10 (i. Vj. 58) Mio € bewertet der Konzern Zinsderivate mit einem Buchwert von 4 (i. Vj. 49) Mio € selbst. Hieraus ergab sich im Geschäftsjahr 2006/2007 ein Ergebniseffekt von -35 (i. Vj. -18) Mio €.

Die nicht in der funktionalen Währung abgeschlossenen derivativen Finanzinstrumente werden zu über 80 % in US-Dollar getätigt.

Die originären Finanzinstrumente stellen sich wie folgt dar:

Mio €
Buchwert
30.09.2006
Beizulegender
Zeitwert
30.09.2006
Buchwert
30.09.2007
Beizulegender
Zeitwert
30.09.2007
Originäre Finanzinstrumente
Aktiva
Ausleihungen 60 60 40 40
Kurz- und langfristige Wertpapiere 118 118 214 214
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 7.264 7.264 7.577 7.577
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 4.447 4.447 3.658 3.658
Insgesamt 11.889 11.889 11.489 11.489
 
Passiva
Finanzverbindlichkeiten 3.804 3.891 3.638 3.628
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.729 4.729 4.960 4.960
Insgesamt 8.533 8.620 8.598 8.588

Rund 75 % der Finanzierung des ThyssenKrupp Konzerns erfolgt in der funktionalen Währung. Die nicht in der funktionalen Währung abgeschlossenen Finanzverbindlichkeiten werden mehrheitlich in US-Dollar getätigt. Die verbleibenden Finanzverbindlichkeiten verteilen sich auf über 20 Währungen.

Bewertung von Finanzinstrumenten

Die beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente bilden den Preis, zu dem eine Partei die Rechte und Pflichten aus den bestehenden Verträgen von der Gegenpartei übernehmen würde. Die beizulegenden Zeitwerte wurden auf Basis der am Bilanzstichtag bestehenden Marktkonditionen – Zinssätze, Devisenkurse, Warenpreise – und der nachfolgend dargestellten Bewertungsmethoden ermittelt. Abhängig von der Volatilität der zu Grunde liegenden Marktkonditionen können die Instrumente erhebliche Wertveränderungen erfahren. Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von derivativen Finanzinstrumenten erfolgt generell unabhängig von gegenläufigen Entwicklungen aus eventuell zu Grunde liegenden Grundgeschäften.

Folgende Methoden wurden bei der Bewertung der Finanzinstrumente zum beizulegenden Zeitwert zu Grunde gelegt:

Währungssicherungskontrakte einschließlich eingebetteter Derivate

Der beizulegende Zeitwert von Devisentermingeschäften errechnet sich auf Basis des am Bilanzstichtag geltenden Devisenkassamittelkurses unter Berücksichtigung der Terminaufschläge und –abschläge für die jeweilige Restlaufzeit des Kontraktes im Vergleich zum kontrahierten Devisenterminkurs.

Bei Devisenoptionen werden anerkannte Modelle zur Ermittlung des Optionspreises angewandt. Der beizulegende Zeitwert einer Option wird neben der Restlaufzeit der Option zusätzlich durch weitere Bestimmungsfaktoren, wie z. B. die aktuelle Höhe und die Volatilität des zu Grunde liegenden jeweiligen Wechselkurses oder der zu Grunde liegenden Basiszinsen, beeinflusst.

Zinssicherungskontrakte

Bei Zinsswaps erfolgt die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert durch die Abzinsung der zukünftig zu erwartenden Cash-Flows. Dabei werden die für die Restlaufzeit der Kontrakte geltenden Marktzinssätze zu Grunde gelegt. Zinsoptionen werden analog der Devisenoptionen mittels Optionspreismodellen bewertet.

Die Bewertung von Zins-/Währungsswaps zum beizulegenden Zeitwert erfolgt analog zur Zeitwertermittlung bei Zinsswaps durch die Abzinsung der aus den Kontrakten resultierenden zukünftigen Cash-Flows. Dabei werden neben den zum Bilanzstichtag geltenden, jeweils relevanten Marktzinssätzen die Wechselkurse der jeweiligen Fremdwährungen, in denen die Cash-Flows stattfinden, zu Grunde gelegt.

Warenderivate

Der beizulegende Zeitwert von Warenderivaten basiert auf offiziellen Börsennotierungen. Die Bewertungen werden sowohl intern als auch von externen Finanzpartnern zum Bilanzstichtag vorgenommen. Der beizulegende Zeitwert stellt den Preis dar, den das Unternehmen zahlen bzw. erhalten würde, wenn es die Derivate am Bilanzstichtag auflösen wollte.

Ausleihungen und Finanzverbindlichkeiten

Der beizulegende Zeitwert von börsennotierten Schuldtiteln basiert auf den Kursnotierungen zum Bilanzierungszeitpunkt. Der beizulegende Zeitwert von festverzinslichen Ausleihungen oder Verbindlichkeiten ergibt sich als Barwert der zukünftig erwarteten Cash-Flows. Die Diskontierung erfolgt auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen Zinssätze. Bei Verbindlichkeiten mit variabel verzinslichem Charakter entsprechen die Buchwerte den beizulegenden Zeitwerten.

Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Die Buchwerte entsprechen den beizulegenden Zeitwerten.

Kurz- und langfristige Wertpapiere

Der beizulegende Zeitwert von Wertpapieren basiert auf den Börsenkursen zum Bilanzstichtag.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Der Buchwert der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente entspricht dem beizulegenden Zeitwert.

Fälligkeiten der Finanzinstrumente

Auf Basis der Buchwerte stellen sich die Fälligkeiten der derivativen Finanzinstrumente wie folgt dar:

Tabelle: Fälligkeiten der Finanzinstrumente

Die Fälligkeiten der originären Finanzinstrumente stellen sich wie folgt dar: Ausleihungen sind als langfristig zu klassifizieren, während Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen als kurzfristig klassifiziert werden. Enthalten die Forderungen oder Verbindlichkeiten Beträge, die nach mehr als zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag erfüllt werden, sind diese in den Anhangerläuterungen angegeben. Die Darstellung der Fälligkeiten der Finanzverbindlichkeiten erfolgt unter Anhang-Nr. 25.

Cash-Flows aus Devisen-, Zins-, und Warenderivaten, die die Voraussetzungen für die Behandlung als Cash-Flow-Hedge nach IAS 39 erfüllen, werden voraussichtlich in Höhe von 1.699 Mio € im folgenden Geschäftsjahr sowie in Höhe von 1.394 Mio € bzw. 224 Mio € in den darauf folgenden Geschäftsjahren 2008/2009 bzw. 2009/2010 eintreten.

30 Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen (related parties)

Die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung ist gemäß Mitteilung nach § 21 WpHG vom 21. Dezember 2006 mit 25,10 % an der ThyssenKrupp AG beteiligt. Über die in der Satzung (§ 21) festgelegten Leistungen und Gegenleistungen hinaus bestanden mit Ausnahme der nachfolgend aufgeführten Transaktionen keine wesentlichen Liefer- und Leistungsbeziehungen. In 2005/2006 wurden 15.339.893 eigene Aktien zum Börsenkurs von 17,44 € je Aktie und in 2006/2007 wurden Immobilien zum Verkehrswert von 1,6 Mio € an die Stiftung veräußert, woraus ein Gewinn von 0,4 Mio € resultierte. Darüber hinaus erfolgte in 2006/2007 die Beauftragung einer Konzerngesellschaft zur Modernisierung von Aufzügen im Wert von 2 Mio € durch eine zur Stiftung gehörende Einrichtung.

Der Konzern hat in geringem Umfang Geschäftsbeziehungen mit verbundenen, nicht konsolidierten Unternehmen. Transaktionen mit diesen nahe stehenden Unternehmen resultieren aus dem normalen Lieferungs- und Leistungsaustausch.

Nahe stehendes Unternehmen von wesentlicher Bedeutung ist darüber hinaus die Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH (HKM), an der ThyssenKrupp per 30. September 2006 und 2007 50 % der Anteile hält und die als Joint Venture nach der Equity-Methode bewertet wird. Mit HKM bestehen sowohl im aktuellen als auch im vorherigen Geschäftsjahr in erheblichem Umfang Geschäftsbeziehungen, die den Bezug von Rohstahl (Halbzeug-Strangguss) und Umsätze aus Transportleistungen und Kokslieferungen beinhalten. Den Umfang der Beziehungen zeigt die nachfolgende Tabelle.

Mio €
30.09.2006 30.09.2007
Umsatz 166 175
Bezogene Leistungen 1.130 1.336
Forderungen 23 16
Verbindlichkeiten 107 231

Nahe stehendes Unternehmen von wesentlicher Bedeutung ist darüber hinaus die Atlas Elektronik Gruppe, an der ThyssenKrupp zum 30. September 2006 60 % der Anteile und zum 30. September 2007 51 % der Anteile hält und die als Joint Venture nach der Equity-Methode bewertet wird. Mit Atlas Elektronik bestehen Geschäftsbeziehungen, die hauptsächlich den Bezug von Sensor- und Sonarsystemen für konventionelle U-Boote beinhalteten. Den Umfang der Beziehungen im Geschäftsjahr 2005/2006 seit dem Erwerb zum 03. August 2006 sowie im Geschäftsjahr 2006/2007 zeigt die nachfolgende Tabelle.

Mio €
30.09.2006 30.09.2007
Umsatz 0 0
Bezogene Leistungen 8 170
Forderungen 87 93
Verbindlichkeiten 8 1

Nahe stehendes Unternehmen von wesentlicher Bedeutung ist auch die Thyssen Ros Casares S.A., an der ThyssenKrupp zum 30. September 2007 50 % der Anteile hält und die als Joint Venture nach der Equity-Methode bewertet wird. Mit der Gesellschaft bestehen Geschäftsbeziehungen, die hauptsächlich die Verarbeitung und den Vertrieb von Coils umfassen. Den Umfang der Beziehungen zeigt die nachfolgende Tabelle.

Mio €
30.09.2007
Umsatz 50
Bezogene Leistungen 0
Forderungen 8
Verbindlichkeiten 0

Nahe stehendes Unternehmen von wesentlicher Bedeutung ist auch die ANSC-TKS Galvanizing Co., Ltd., an der ThyssenKrupp zum 30. September 2007 50 % der Anteile hält und die als Joint Venture nach der Equity-Methode bewertet wird. Mit der Gesellschaft bestehen Geschäftsbeziehungen, die hauptsächlich die Feuerverzinkung und Galvanisierung von Blechen sowie deren Vertrieb beinhalteten. Den Umfang der Beziehungen zeigt die nachfolgende Tabelle.

Mio €
30.09.2007
Umsatz 6
Bezogene Leistungen 0
Forderungen 3
Verbindlichkeiten 0

Darüber hinaus ist die ESG Legierungen GmbH auf Grund der Tatsache, dass ein naher Familienangehöriger eines Vorstandsmitglieds als Geschäftsführer tätig ist, als nahe stehendes Unternehmen des Konzerns einzustufen. Der Konzern hat in 2006/2007 mit der ESG Legierungen GmbH einen Umsatz in Höhe von 2 Mio € aus dem Verkauf von Feinzink zu marktüblichen Konditionen realisiert. Zum 30. September 2007 bestanden keine Forderungen aus dieser Geschäftsbeziehung.

Vergütung des aktiven Vorstands und Aufsichtsrats

Die gemäß IAS 24 angabepflichtige Vergütung des Managements in den Schlüsselpositionen des Konzerns umfasst die Vergütung des aktiven Vorstands und Aufsichtsrats.

Die aktiven Mitglieder des Vorstands wurden wie folgt vergütet:

Tausend €
30.09.2006 30.09.2007
Kurzfristig fällige Leistungen (ohne aktienbasierte Vergütung) 21.231 23.945
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses 2.110 2.818
Aktienbasierte Vergütungen 1.864 1.487

Als Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses wird der aus den Pensionsrückstellungen für die aktiven Vorstandsmitglieder resultierende Dienstzeitaufwand (service cost) ausgewiesen. Die Angabe der aktienbasierten Vergütung bezieht sich auf den beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt der Gewährung.

Darüber hinaus erhielt der Vorstand im Geschäftsjahr 2006/2007 Zahlungen aus aktienbasierter Vergütung von 10.762 (i. Vj. 7.185) Tausend €.

Zum 30. September 2007 sind Vorstandsmitgliedern wie im Vorjahr keine Kredite oder Vorschüsse gewährt worden; ebenso wurden wie im Vorjahr keine Haftungsverhältnisse zugunsten von Vorstandsmitgliedern eingegangen.

Die aktiven Mitglieder des Aufsichtsrats wurden wie folgt vergütet:

Tausend €
30.09.2006 30.09.2007
Kurzfristig fällige Leistungen 2.123 2.679
Langfristige Vergütungskomponente 587 688

Darüber hinaus wurden den Mitgliedern des Aufsichtsrats der ThyssenKrupp AG für Aufsichtsratsmandate bei Konzerngesellschaften für das Geschäftsjahr 2006/2007 Vergütungen von 150 (i. Vj. 153) Tausend € gewährt.

Zum 30. September 2007 sind Aufsichtsratsmitgliedern wie im Vorjahr keine Kredite oder Vorschüsse gewährt worden; ebenso wurden wie im Vorjahr keine Haftungsverhältnisse zugunsten von Aufsichtsratsmitgliedern eingegangen.

Zur Individualisierung sowie zu weiteren Details zu den Bezügen der Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder vgl. die Ausführungen im geprüften Vergütungsbericht des Corporate Governance-Kapitels.

Vergütung ehemaliger Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder

Die Gesamtbezüge früherer Mitglieder des Vorstands und ihrer Hinterbliebenen beliefen sich auf 15,1 (i. Vj. 15,5) Mio €. Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands und ihren Hinterbliebenen wurden nach IFRS 157,8 (i. Vj. 157,8) Mio € zurückgestellt.

Frühere Aufsichtsratsmitglieder, die vor dem 01. Oktober 2006 aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden sind, erhalten für die Zeit ihrer Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat eine anteilige Vergütung aus der langfristigen Vergütungskomponente von 30 (i. Vj. 98) Tausend €.

31 Segmentberichterstattung

Die Segmente stellen das primäre Berichtsformat des Konzerns dar; diese entsprechen der internen Organisations- und Berichtsstruktur des Konzerns. Zum 01. Oktober 2006 wurde der nach den Veräußerungen in Nordamerika verbleibende operative Teil des Segments Automotive weitestgehend mit dem Segment Technologies zusammengeführt, um im neuen Segment Technologies wichtige Industriegüter-Kompetenzen zu bündeln. Der Auslaufbereich von ThyssenKrupp Budd wurde zum 01. Oktober 2006 Corporate zugeordnet. Die Werte der Vorperiode sind entsprechend angepasst. Darüber hinaus wurde aus strategischen Gründen die Umformtechnik im 2. Quartal 2006/2007 vom Segment Technologies zum Segment Steel umgegliedert. Das 1. Quartal 2006/2007 sowie die Werte der Vorperiode sind entsprechend angepasst. Den Produkten und Dienstleistungen entsprechend besteht die Konzernstruktur aus den Segmenten Steel, Stainless, Technologies, Elevator und Services sowie den Aktivitäten von Corporate.

Steel

Das Segment Steel konzentriert sich auf Erzeugung und Vertrieb von hochwertigem Qualitätsflachstahl. Das Programm ist konsequent auf Produkte mit großer Verarbeitungstiefe entlang der Wertschöpfungskette ausgerichtet. Intelligente Werkstofflösungen, produktspezifische Anarbeitung, Dienstleistungen und umfassender Service prägen das Leistungsprofil.

Stainless

Das Segment bündelt alle Herstellungs- und Vertriebsfunktionen für die Werkstoffe Edelstahl Rostfrei-Flach, Nickellegierungen und Titan. Durch hohe Lieferperformance, Flexibilität und tief greifenden Service unterstützt Stainless die Kunden bei der Herstellung hochqualitativer Endprodukte.

Technologies

Im Segment Technologies sind hochtechnologie-orientierte Anlagenbauer und Komponentenhersteller zusammengefasst. Hierzu zählen Plant Technology, Marine Systems, Mechanical Components, Automotive Solutions und Transrapid. Plant Technology bietet das Projektmanagement für die Planung und den Bau von Spezial- und Großanlagen für die Chemie und Petrochemie, die Zementindustrie, für Förder- und Kokereitechnik an. Das Leistungsspektrum von Marine Systems umfasst Neubau, Reparatur, Umbau und Service insbesondere von Marineschiffen, d. h. von konventionellen U-Booten und Überwasserschiffen. Auch im zivilen Schiffbau ist Marine Systems bei Megayachten und Containerschiffen aktiv. Unter dem Dach von Mechanical Components vereinigen sich Hersteller von Komponenten für den Maschinenbau und die Automobilindustrie. Gefertigt werden u. a. Großwälzlager, gebaute Nockenwellen, Kurbelwellen, Präzisionsschmiedeteile, Gussteile und Laufwerke für Baumaschinen. Innerhalb von Automotive Solutions werden Lösungen für die Automobilindustrie gebündelt. Die Produkt- und Leistungspalette reicht von Lenk- und Dämpfungssystemen, über die komplette Prozesskette der Karosserietechnik, Systemlösungen im Fahrwerksbereich bis hin zur Aggregatmontage für die Automobilindustrie. Transrapid betreibt die Planung, das Projektmanagement und den Bau von Magnetschnellbahnsystemen.

Elevator

Das Segment betreibt den Neubau, die Modernisierung sowie den Service von Aufzügen, Fahrtreppen, Fahrsteigen, Treppen- und Plattformliften sowie Fluggastbrücken. Das Leistungsspektrum umfasst die gesamte Produktpalette von Anlagen für den Volumenmarkt bis zu kundenindividuellen Lösungen nach Maß.

Services

Das Segment ist Dienstleister für Werkstoffe, Rohstoffe und Industrieprozesse. Dabei werden neben der Distribution und dem Produktverkauf von Walz- und Edelstahl, Rohren, NE-Metallen und Kunststoffen auch Dienstleistungen angeboten, die von der Anarbeitung und Logistik über Lager- und Bestandsmanagement bis hin zum Supply-Chain-Management reichen. Die Prozessdienstleistungen umfassen neben komplexen Instandhaltungsaktivitäten auch produktionsbegleitende Dienstleistungen. Hinzu kommen die weltweite Versorgung mit metallurgischen Rohstoffen sowie innovative technische Systemlösungen.

Corporate

Corporate umfasst die Konzernverwaltung einschließlich der konzerninternen Dienstleistungen sowie die inaktiven Gesellschaften, die einzelnen Segmenten nicht zugeordnet werden können. Hinzu kommen die nicht betriebsnotwendigen Immobilien, die zentral im Bereich Corporate geführt und verwertet werden. Darüber hinaus wurde der Auslaufbereich von ThyssenKrupp Budd zugeordnet.

Das Ergebnis vor Steuern von Corporate setzt sich folgendermaßen zusammen:

Mio €
2005/2006 2006/2007
Verwaltungskosten Konzernleitung – 206 – 205
Altersversorgung – 56 – 13
FuE-Förderung – 23 0
Zinsergebnis Nettofinanzverbindlichkeiten/-forderungen – 23 45
Zinsaufwand aus Pensionsverpflichtungen – 155 – 154
Übriges Finanzergebnis – 26 – 22
Risk and Insurance Services 17 21
Sondervorgänge 33 152
Übrige Corporate-Gesellschaften 1 – 1
Ergebnis Corporate Headquarters – 438 – 177
Ergebnis Corporate Real Estate – 8 – 28
Ergebnis Corporate vor Steuern – 446 – 205

Konsolidierung

Die Konsolidierung umfasst im Wesentlichen die Eliminierung von Zwischengewinnen im Vorratsvermögen. Ferner erfolgt hier die Eliminierung des Beteiligungsergebnisses für die Gesellschaften, an denen die Segmente Steel und Services gemeinsam beteiligt sind. Diese Gesellschaften werden im Segment Steel, das die wirtschaftliche Führung hat, voll konsolidiert. Im Segment Services erfolgt eine Bilanzierung der Beteiligung nach der Equity-Methode. Bei Services sind Beteiligungsergebnisse aus konzerninternen Gemeinschaftsunternehmen in Höhe von 18 (2005/2006: 11) Mio € enthalten.

Die Rechnungslegungsgrundsätze für die Segmente sind bis auf die vorstehend dargestellten Aufwandsübernahmen die gleichen, wie sie für den Konzern in den Grundsätzen der Rechnungslegung beschrieben sind. Das Maß für die Ertragskraft der einzelnen Segmente des Konzerns ist das "Ergebnis vor Steuern" wie es in der Gewinn- und Verlustrechnung dargestellt wird.

Die Umsätze zwischen den Segmenten werden zu marktüblichen Verrechnungspreisen vorgenommen.

Tabelle: Informationen nach Segmenten

Das Segmentvermögen und die Segmentverbindlichkeiten leiten sich wie folgt auf die Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten (einschl. Disposal Groups) gemäß der Bilanz über:

Mio €
30.09.2006 30.09.2007
Segmentvermögen 35.661 37.330
+ Laufende Ertragsteueransprüche (einschließlich Disposal Groups) 94 359
+ Aktive latente Steuern (einschließlich Disposal Groups) 707 385
Vermögenswerte gemäß Bilanz (Bilanzsumme) 36.462 38.074
 
30.09.2006 30.09.2007
Segmentverbindlichkeiten 26.155 26.089
+ Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten (einschließlich Disposal Groups) 562 592
+ Passive latente Steuern (einschließlich Disposal Groups) 818 946
Verbindlichkeiten gemäß Bilanz (einschließlich Disposal Groups) 27.535 27.627

Das sekundäre Berichtsformat des Konzerns basiert auf den geografischen Regionen. Bei der Darstellung der Information nach Regionen erfolgt die Länderzuordnung der Umsätze nach dem Sitz des Kunden während die Zuordnung des Segmentvermögens und der Investitionen nach dem jeweiligen Standort vorgenommen wird.

Das geografische Segment "Übrige EU" umfasst mit Ausnahme von Deutschland alle Mitgliedsstaaten der Europäischen Union zum aktuellen Berichtszeitpunkt. Die europäischen Länder, die derzeit nicht Mitglied der Europäischen Union sind, sind Teil des Segments "Übrige Länder". Das Segment "Amerika" beinhaltet die Staaten der Nafta und von Südamerika. Das Segment "Asien/Pazifik" umfasst Asien und Australien.

Es gab keine Beziehungen zu einzelnen Kunden, deren Umsatzanteil gemessen am Konzernumsatz wesentlich ist.

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Informationen nach Regionen Mio €
Deutschland Übrige EU* Amerika Asien/Pazifik Übrige Länder Konzern
* Mitgliedsstaaten nach Erweiterung zum 01. Januar 2007
Außenumsätze (Sitz des Kunden)
2005/2006 15.837 13.293 11.609 4.123 2.263 47.125
2006/2007 18.545 16.198 10.218 4.146 2.616 51.723
 
Segmentvermögen (Standort der Vermögenswerte)
30.09.2006 20.600 6.151 6.547 1.758 605 35.661
30.09.2007 20.941 6.685 7.132 1.878 694 37.330
 
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien (Standort der Vermögenswerte)
30.09.2006 761 341 329 119 71 1.621
30.09.2007 1.171 373 1.157 77 95 2.873

32 Schätzungen und Ermessensausübungen im Rahmen der Rechnungslegung

Die Erstellung des Konzernabschlusses erfordert die Vornahme von Schätzungen sowie das Treffen von Annahmen durch das Management, wodurch die Höhe der berichteten Beträge und die diesbezüglichen Anhangangaben beeinflusst werden. Alle Schätzungen und Annahmen werden nach bestem Wissen und Gewissen getroffen, um ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns zu vermitteln.

Bilanzierung von Erwerben

Als Folge von Akquisitionen werden Firmenwerte in der Bilanz des Konzerns ausgewiesen. Bei der Erstkonsolidierung eines Erwerbs werden alle identifizierbaren Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten zu beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbsstichtag angesetzt. Eine der wesentlichsten Schätzungen bezieht sich dabei auf die Bestimmung der zum Erwerbsstichtag jeweils beizulegenden Zeitwerte dieser Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Grundstücke, Gebäude und Geschäftsausstattung werden in der Regel auf Basis unabhängiger Gutachten bewertet, während marktgängige Wertpapiere zum Börsenpreis angesetzt werden. Falls immaterielle Vermögenswerte identifiziert werden, wird in Abhängigkeit von der Art des immateriellen Vermögenswerts und der Komplexität der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts entweder auf das unabhängige Gutachten eines externen Bewertungsgutachters zurückgegriffen oder der beizulegende Zeitwert intern unter Verwendung einer angemessenen Bewertungstechnik ermittelt, deren Basis üblicherweise die Prognose der insgesamt erwarteten künftigen Cash-Flows ist. Diese Bewertungen sind eng verbunden mit den Annahmen, die das Management bezüglich der künftigen Wertentwicklung der jeweiligen Vermögenswerte getroffen hat sowie der unterstellten Veränderungen des anzuwendenden Diskontierungszinssatzes.

Firmenwert

Wie in den Grundsätzen der Rechnungslegung unter Anhang-Nr. 01 dargestellt, überprüft der Konzern jährlich und zusätzlich sofern irgendein Anhaltspunkt dafür vorliegt, ob eine Wertminderung der Firmenwerte eingetreten ist. Dann ist der erzielbare Betrag der Cash Generating Unit zu schätzen. Dieser entspricht dem höheren Wert von beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Die Bestimmung des Nutzungswerts beinhaltet die Vornahme von Anpassungen und Schätzungen bezüglich der Prognose und Diskontierung der künftigen Cash-Flows (vgl. Anhang-Nr. 12). Obwohl das Management davon ausgeht, dass die zur Berechnung des erzielbaren Betrags verwendeten Annahmen angemessen sind, könnten etwaige unvorhersehbare Veränderungen dieser Annahmen zu einem Wertminderungsaufwand führen, der die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nachteilig beeinflussen könnte.

Werthaltigkeit der Vermögenswerte

Zu jedem Bilanzstichtag hat der Konzern einzuschätzen, ob irgendein Anhaltspunkt dafür vorliegt, dass der Buchwert einer Sachanlage, einer als Finanzinvestition gehaltenen Immobilie oder eines immateriellen Vermögenswertes wertgemindert sein könnte. In diesem Fall wird der erzielbare Betrag des betreffenden Vermögenswertes geschätzt. Der erzielbare Betrag entspricht dem höheren Wert von beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Zur Ermittlung des Nutzungswertes sind die diskontierten künftigen Cash-Flows des betreffenden Vermögenswertes zu bestimmen. Die Schätzung der diskontierten künftigen Cash-Flows beinhaltet wesentliche Annahmen wie insbesondere solche bezüglich der künftigen Verkaufspreise und Verkaufsvolumina, der Kosten und der Diskontierungszinssätze. Obwohl das Management davon ausgeht, dass die Schätzungen der relevanten erwarteten Nutzungsdauern, die Annahmen bezüglich der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der Entwicklung der Industriezweige, in denen der Konzern tätig ist und die Einschätzungen der diskontierten künftigen Cash-Flows angemessen sind, könnte durch eine Veränderung der Annahmen oder Umstände eine Veränderung der Analyse erforderlich werden. Hieraus könnten in der Zukunft zusätzliche Wertminderungen oder Wertaufholungen resultieren, falls sich die vom Management identifizierten Trends umkehren oder sich die Annahmen und Schätzungen als falsch erweisen sollten.

Umsatzrealisierung aus Fertigungsaufträgen

Bestimmte Konzerngesellschaften, insbesondere in den Segmenten Technologies und Elevator, tätigen einen Teil ihrer Geschäfte als Fertigungsaufträge, die nach der Percentage-of-Completion-Methode bilanziert werden, wonach die Umsätze entsprechend dem Fertigstellungsgrad auszuweisen sind. Diese Methode erfordert eine exakte Schätzung des Ausmaßes des Auftragsfortschritts. In Abhängigkeit von der Methode zur Bestimmung des Fertigstellungsgrades umfassen die wesentlichen Schätzungen die gesamten Auftragskosten, die bis zur Fertigstellung noch anfallenden Kosten, die gesamten Auftragserlöse, die Auftragsrisiken und andere Beurteilungen. Das Management der operativen Einheiten überprüft kontinuierlich alle Schätzungen, die im Rahmen der Fertigungsaufträge erforderlich sind und passt diese gegebenenfalls an.

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Da der Konzern in zahlreichen Ländern operativ tätig ist und Einkünfte erzielt, unterliegt er in einer Vielzahl von Steuerhoheiten den unterschiedlichsten Steuergesetzen. Um die weltweiten Steuerverbindlichkeiten des Konzerns zu bestimmen, sind daher wesentliche Beurteilungen erforderlich. Obwohl das Management davon ausgeht, eine vernünftige Einschätzung steuerlicher Unwägbarkeiten getroffen zu haben, kann nicht zugesichert werden, dass sich der tatsächliche Ausgang solcher steuerlicher Unwägbarkeiten mit der ursprünglichen Einschätzung deckt. Etwaige Unterschiede könnten in der jeweiligen Periode, in der die Angelegenheit endgültig entschieden wird, Auswirkungen auf die Steuerverbindlichkeiten und die latenten Steuern haben.

Zu jedem Bilanzstichtag beurteilt der Konzern, ob die Realisierbarkeit künftiger Steuervorteile für den Ansatz aktiver latenter Steuern hinreichend wahrscheinlich ist. Dies erfordert vom Management u. a. die Beurteilung der Steuervorteile, die sich aus den zur Verfügung stehenden Steuerstrategien und dem künftigen zu versteuernden Einkommen ergeben, sowie die Berücksichtigung weiterer positiver und negativer Faktoren. Die ausgewiesenen aktiven latenten Steuern könnten sich verringern, falls die Schätzungen der geplanten steuerlichen Einkommen und der durch zur Verfügung stehende Steuerstrategien erzielbaren Steuervorteile gesenkt werden oder falls Änderungen der aktuellen Steuergesetzgebung den zeitlichen Rahmen oder den Umfang der Realisierbarkeit künftiger Steuervorteile beschränken. Für weitere Informationen zu potentiellen Steuervorteilen, für die keine aktiven latenten Steuern angesetzt worden sind, vgl. die Ausführungen unter Anhang-Nr. 09.

Leistungen an Arbeitnehmer

Die Bilanzierung von Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen erfolgt in Übereinstimmung mit versicherungsmathematischen Bewertungen. Diese Bewertungen beruhen auf statistischen und anderen Faktoren, um auf diese Weise künftige Ereignisse zu antizipieren. Diese Faktoren umfassen u. a. versicherungsmathematische Annahmen wie Diskontierungszinssatz, erwarteter Kapitalertrag des Planvermögens, erwartete Gehaltssteigerungen, Sterblichkeitsraten und Steigerungsraten für Gesundheitsfürsorgekosten. Diese versicherungsmathematischen Annahmen können auf Grund von veränderten Markt- und Wirtschaftsbedingungen erheblich von den tatsächlichen Entwicklungen abweichen und deshalb zu einer wesentlichen Veränderung der Pensions- und ähnlichen Verpflichtungen sowie des zugehörigen künftigen Aufwands führen (vgl. Anhang-Nr. 23 bezüglich weiterer Informationen für Leistungen an Arbeitnehmer).

Rechtliche Risiken

Wie unter Anhang-Nr. 28 dargestellt, sind ThyssenKrupp Unternehmen in einigen Fällen Parteien in Rechtsstreitigkeiten. Der Ausgang dieser Fälle könnte einen wesentlichen Effekt auf die
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben. Das Management analysiert regelmäßig die aktuellen Informationen zu diesen Fällen und bildet Rückstellungen für wahrscheinliche Verpflichtungen einschließlich der geschätzten Rechtskosten. Für die Beurteilung werden interne und externe Rechtsanwälte eingesetzt. Im Rahmen der Entscheidung über die Notwendigkeit einer Rückstellung berücksichtigt das Management die Wahrscheinlichkeit eines ungünstigen Ausgangs und die Möglichkeit, die Höhe der Verpflichtung ausreichend verlässlich zu schätzen. Die Erhebung einer Klage oder die formale Geltendmachung eines Anspruchs gegen ThyssenKrupp Unternehmen oder die Angabe eines Rechtsstreits im Anhang bedeuten nicht automatisch, dass eine Rückstellung für das betreffende Risiko angemessen ist.

33 Besondere Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Berichtspflichtige Ereignisse lagen nicht vor.