Ausblick
Das konjunkturelle Umfeld bleibt auch im 2. Halbjahr 2006 überwiegend günstig. Die wirtschaftlichen
Frühindikatoren deuten in den meisten Regionen auf ein unverändert solides Wachstum hin. 2006 dürfte
das globale Wachstum wie im Vorjahr bei gut 4 % liegen. In den USA fällt das Wirtschaftswachstum im
weiteren Jahresverlauf etwas moderater aus. Die Zinserhöhungen der letzten Monate belasten Konsum- und
Investitionsausgaben. In Japan setzt sich die konjunkturelle Erholung fort. In den übrigen asiatischen
Ländern, insbesondere in China, bleibt die hohe Wachstumsdynamik ungebrochen. Im Euroraum
wird der Aufwärtstrend zunächst anhalten. In Deutschland gehen zunehmend Impulse von der Binnennachfrage
aus. Neben einem stärkeren privaten Konsum wird die hohe Kapazitätsauslastung der Industrie
auch die Erweiterungsinvestitionen stärken. Risikofaktor für den globalen Aufschwung bleiben hohe
Öl- und Rohstoffpreise.
In den wichtigen Märkten gehen wir von folgenden Entwicklungen aus:
- Vor dem Hintergrund der anhaltend robusten Weltwirtschaft erwarten wir ein weiteres Wachstum
des Weltstahlmarktes. In diesem Jahr dürfte die globale Rohstahlproduktion um etwa 7 % auf gut
1,2 Mrd t steigen. Von China werden nach wie vor die stärksten Impulse ausgehen, aber auch alle
anderen Regionen weisen positive Entwicklungen auf. Das gilt für Angebot und Nachfrage. In der
Europäischen Union wird der Stahlverbrauch kräftig zunehmen. Im weiteren Jahresverlauf ist mit
weiter steigenden Stahlimporten aus dritten Ländern zu rechnen. Auf Grund der anhaltend guten
Nachfrage und wegen der gestiegenen Rohstoff- und Energiekosten hat die ThyssenKrupp Steel AG
zum 01. Juli dieses Jahres nochmals Preiserhöhungen im Quartalsgeschäft durchgesetzt.
- Im Markt für rost-, säure- und hitzebeständige Edelstahlflachprodukte wird der zu Jahresbeginn eingesetzte
Aufwärtstrend fortdauern. Für das Jahr 2006 wird mittlerweile im Vergleich zum schwachen
Vorjahr ein Zuwachs der weltweiten Marktversorgung von 9 % erwartet. Auch im Bereich der Hochleistungslegierungen wird der positive Markttrend anhalten.
- Die globale Automobilkonjunktur bleibt per Saldo aufwärts gerichtet. 2006 wird die weltweite Fahrzeugproduktion
voraussichtlich um mehr als 2 % auf rund 68,5 Mio Personenkraftwagen und Nutzfahrzeuge
steigen. Dabei setzt sich der Trend zu Produktionsverlagerungen nach Asien und in die neuen EU-Staaten fort. Für Nordamerika und Westeuropa wird mit einer stabilen Produktionsentwicklung gerechnet. Deutschland wird auf Grund der unverändert positiven Exportentwicklung das Vorjahresniveau erreichen.
- Dank der anhaltend robusten Weltkonjunktur bleibt die Lage für den Maschinenbau günstig. Für
wichtige Herstellerländer haben sich die Perspektiven für das laufende Jahr verbessert. Der Verband
der deutschen Maschinen- und Anlagenbauer hat auf Grund der guten Beschäftigungslage die Produktionsprognose
für 2006 von +2 auf +5 % angehoben. Auch in den USA und Japan haben sich
die Aussichten verbessert.
- Im Bausektor konzentriert sich das Marktwachstum auf die sich entwickelnden Länder in Asien sowie
Mittel- und Osteuropa. In den USA wird sich die Baukonjunktur abschwächen. Für Deutschland zeichnet
sich 2006 ein Ende der Baurezession ab.
Im weiteren Jahresverlauf rechnen wir mit einer Fortsetzung der insgesamt positiven Geschäftsentwicklung.
Für das Geschäftsjahr 2005/2006 erwarten wir einen Umsatz in der Größenordnung von 46 Mrd €.
Auf Grundlage der sehr guten Ergebnisentwicklung in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres
2005/2006 gehen wir für das Gesamtjahr nunmehr davon aus, ein Ergebnis vor Steuern – ohne wesentliche
Sondereffekte – von rund 2,5 Mrd € zu erreichen.
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