Ausblick

Die kräftige Expansion der Weltwirtschaft wird sich 2006 fortsetzen. Das globale Wachstum dürfte erneut bei gut 4 % liegen. Im weiteren Jahresverlauf ist allerdings eine Abschwächung der Wachstumsdynamik zu erwarten. Insbesondere in den USA könnte ein Abklingen des Immobilienbooms den privaten Konsum belasten. In Asien bleibt die konjunkturelle Dynamik ungebrochen. Die chinesische Wirtschaft wird auch 2006 aller Voraussicht nach ein hohes Wachstum aufweisen, und Japan dürfte den Kurs der wirtschaftlichen Erholung fortsetzen. Im Euroraum hält der positive Konjunkturtrend an. Auch für Deutschland erwarten wir für 2006 ein höheres Wirtschaftswachstum. Günstig sollten sich vor allem der Export sowie die Unternehmensinvestitionen entwickeln. Gegen Jahresende wird die Mehrwertsteuererhöhung zu vorgezogenen Konsumausgaben führen. Die konjunkturellen Risiken durch ein hohes Rohstoff- und Ölpreisniveau bleiben auch 2006 bestehen.

In den wichtigen Märkten gehen wir von folgenden Entwicklungen aus:

  • Vor dem Hintergrund des weiterhin günstigen gesamtwirtschaftlichen Umfeldes rechnen wir mit einer Fortsetzung des globalen Stahlmarktwachstums. Es wird nach wie vor in hohem Maß von China und den übrigen Schwellenländern getragen werden, aber auch andere Regionen dürften wieder positive Entwicklungen aufweisen. Für das laufende Jahr wird von einem Anstieg der Weltrohstahlproduktion um 6 % auf 1.200 Mio t gerechnet. In unserem westeuropäischen Kernmarkt deuten nach Stagnation im vergangenen Jahr für 2006 alle Anzeichen auf einen steigenden Stahlverbrauch. Zudem werden wieder positive Lagerzykluseffekte greifen. Dies wird einen Anstieg der Stahlproduktion zur Folge haben. In Deutschland wird ein Niveau von deutlich mehr als 45 Mio t erwartet. Die Stahlpreisentwicklung wird weiterhin maßgeblich von den hohen Rohstoff- und Energiekosten bestimmt.
  • Der Markt für rost-, säure- und hitzebeständige Edelstahlflachprodukte dürfte sich 2006 erholen. Für die weltweite Marktversorgung wird derzeit ein Zuwachs von 8 % im Vergleich zum allerdings schwachen Vorjahr erwartet. Sowohl in Westeuropa als auch in Nordamerika und Asien rechnet man mit einer Belebung der Nachfrage. Im Bereich der Nickelbasislegierungen wird sich die positive Marktentwicklung fortsetzen.
  • Die Automobilproduktion wird sich 2006 voraussichtlich auf weltweit mehr als 68,5 Mio Fahrzeuge erhöhen. Das Wachstum um rund 2 Mio Personen- und Nutzfahrzeuge konzentriert sich schwerpunktmäßig auf die Schwellenländer in Asien. In Nordamerika und Westeuropa dürfte die Fahrzeugproduktion das Vorjahresniveau allenfalls geringfügig überschreiten. Für Deutschland wird mit einer stabilen Produktionsentwicklung gerechnet.
  • Das Wachstum im internationalen Maschinenbau schwächt sich 2006 voraussichtlich ab. Für Deutschland erwartet man nur noch einen Produktionsanstieg von 2 %. Höhere Zuwächse werden für die USA und Japan, insbesondere aber für China prognostiziert.
  • Der Bausektor wird 2006 vor allem außerhalb der Industrieländer expandieren. Wachstumsregionen bleiben vor allem die asiatischen Schwellenländer sowie Mittel- und Osteuropa. In den USA schwächt sich die Baukonjunktur ab, während sie im Euroraum und auch in Deutschland an Stärke gewinnt.

Im weiteren Jahresverlauf rechnen wir mit einer Fortsetzung der insgesamt positiven Geschäftsentwicklung. Für das Geschäftsjahr 2005/2006 erwarten wir aktuell einen Umsatz in der Größenordnung von gut 44 Mrd €. Auf Grundlage der sehr guten Leistung im 1. Halbjahr streben wir bereits für das laufende Geschäftsjahr an, beim Ergebnis vor Steuern – ohne wesentliche Sondereffekte – unsere neue mittelfristige Zielgröße von 2 Mrd € zu überschreiten.