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BERICHT DES AUFSICHTSRATSDer Aufsichtsrat informiert im nachfolgenden Bericht über seine Tätigkeit im Geschäftsjahr 2005/2006. Es werden insbesondere sein kontinuierlicher Dialog mit dem Vorstand, die Beratungsschwerpunkte im Plenum, die Arbeit der Ausschüsse sowie die Jahres- und Konzernabschlussprüfung thematisiert.
DR. GERHARD CROMME, VORSITZENDER DES AUFSICHTSRATS Der Aufsichtsrat hat im Berichtsjahr die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben wahrgenommen. Wir haben den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig beraten und die Geschäftsführung der Gesellschaft überwacht. In alle Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen war der Aufsichtsrat unmittelbar eingebunden. Der Vorstand unterrichtete uns regelmäßig sowohl schriftlich als auch mündlich, zeitnah und umfassend über alle relevanten Fragen der Unternehmensplanung und der strategischen Weiterentwicklung, über den Gang der Geschäfte, die Lage des Konzerns einschließlich der Risikolage sowie über das Risikomanagement. Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den Plänen und Zielen wurden uns im Einzelnen erläutert; wir haben sie anhand der vorgelegten Unterlagen geprüft. Die strategische Ausrichtung des Unternehmens stimmte der Vorstand mit uns ab. Sämtliche für das Unternehmen bedeutenden Geschäftsvorgänge haben wir auf Basis der Berichte des Vorstands im Aufsichtsratspräsidium und im Plenum ausführlich erörtert. Zu den Berichten und Beschlussvorschlägen des Vorstands hat der Aufsichtsrat, soweit dies nach den gesetzlichen und satzungsmäßigen Bestimmungen erforderlich war, nach gründlicher Prüfung und Beratung sein Votum abgegeben. Ich selbst stand auch außerhalb der Aufsichtsratssitzungen mit dem Vorstand in regelmäßigem Kontakt und habe mich über die aktuelle Entwicklung der Geschäftslage und die wesentlichen Geschäftsvorfälle informiert. In gesonderten Strategiegesprächen habe ich mit dem Vorstand die Perspektiven und die künftige Ausrichtung der einzelnen Konzernsegmente erörtert. Im Geschäftsjahr 2005/2006 haben vier Aufsichtsratssitzungen stattgefunden. Der Vorstand hat uns auch zwischen den Sitzungen in schriftlichen Berichten ausführlich über die Projekte und Vorhaben informiert, die für die Gesellschaft von besonderer Bedeutung waren. Sofern erforderlich, hat der Aufsichtsrat hierzu Beschlüsse im schriftlichen Verfahren gefasst. Intensive Arbeit in den Ausschüssen des AufsichtsratsZur effizienten Wahrnehmung seiner Aufgaben hat der Aufsichtsrat insgesamt fünf Ausschüsse eingerichtet, die die Beschlüsse des Aufsichtsrats sowie die Themen, die im Plenum zu behandeln sind, vorbereiten. Soweit dies gesetzlich zulässig ist, wurden in Einzelfällen Entscheidungsbefugnisse des Aufsichtsrats auf Ausschüsse übertragen. Diese Aufteilung hat sich in der praktischen Arbeit ausgezeichnet bewährt. Mit Ausnahme des Prüfungsausschusses führt der Aufsichtsratsvorsitzende in allen Ausschüssen den Vorsitz. Die Zusammensetzung der einzelnen Ausschüsse enthält die Aufstellung. Das Präsidium tagte im Berichtsjahr viermal. Auch zwischen den Sitzungen habe ich mit den Präsidiumsmitgliedern Projekte von besonderer Bedeutung für den Konzern besprochen. Im Mittelpunkt unserer Beratungen stand insbesondere die künftige Ausrichtung des Segments Steel mit dem Stahlwerksprojekt in Brasilien und den Möglichkeiten, die Marktposition im Nafta-Raum zu stärken. Das Präsidium hat sich ferner mit der Umsetzung des Deutschen Corporate Governance Kodex befasst und die Effizienzprüfung des Aufsichtsrats vorbereitet. Der Personalausschuss, der für Anstellungsverträge mit den Vorstandsmitgliedern sowie für sonstige Vorstandsangelegenheiten zuständig ist, trat ebenfalls viermal zusammen. Wesentliche Themen seiner Beratungen waren die Verlängerung bzw. Aufhebung von Vorstandsverträgen, das Vergütungssystem und die Höhe der Vergütung für den Vorstand, die Übernahme von externen Mandaten durch Vorstandsmitglieder sowie die Beauftragung einer Anwaltskanzlei, der ein Mitglied des Aufsichtsrats angehört. Der Vermittlungsausschuss gem. § 27 Abs. 3 MitbestG musste auch im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht einberufen werden. Ebenfalls viermal tagte der Prüfungsausschuss; seine Arbeit konzentrierte sich insbesondere auf den Jahres- und den Konzernabschluss sowie die Weiterentwicklung des Risikomanagements. Er erörterte die Quartalsberichte, erteilte den Prüfungsauftrag an den Abschlussprüfer und legte die Prüfungsschwerpunkte sowie die Höhe der Vergütung der Abschlussprüfer fest. Weitere Beratungsthemen waren die Umstellung des Konzernabschlusses auf die internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS (International Financial Reporting Standards) und die in diesem Zusammenhang erfolgte Anpassung der Steuerungsgrößen für den Konzern, ein Bericht des Zentralbereichs Internal Auditing über seine interne Prüfungstätigkeit sowie ein Regelbericht über die Rechtsstreitigkeiten im Konzern. Die Abschlussprüfer nahmen an allen vier Sitzungen des Prüfungsausschusses teil und berichteten ausführlich über ihre Prüfungstätigkeit bzw. die prüferische Durchsicht der Quartalsabschlüsse. Der Strategie-, Finanz- und Investitionsausschuss tagte im Geschäftsjahr 2005/2006 zweimal. Er setzte sich mit der internationalen Ausrichtung und strategischen Weiterentwicklung des Konzerns sowie mit der Unternehmens- und Investitionsplanung auseinander und bereitete die entsprechenden Beschlüsse des Aufsichtsrats vor. Ausführlich wurden auch das Projekt zur Errichtung eines Stahlwerks in Brasilien sowie die künftige Strategie des Segments Steel im Nafta-Markt besprochen. Die Ausschussvorsitzenden haben in den Plenumssitzungen umfassend über die Sitzungen und die Arbeit der Ausschüsse berichtet. Im Aufsichtsratsplenum erneut breites Themenspektrum beratenGegenstand regelmäßiger Beratungen im Plenum waren die Umsatz-, Ergebnis- und Beschäftigungsentwicklung des Konzerns und seiner Segmente, die Finanzlage sowie alle wesentlichen Beteiligungs- und Desinvestitionsprojekte. In mehreren Sitzungen wurden das Stahlwerksprojekt in Brasilien, das Bußgeldverfahren der EU-Kommission wegen Verletzung des Kartellrechts im Segment Elevator, die künftige Ausrichtung des Segments Steel im Nafta-Raum und auch Vorstandspersonalien erörtert. In der Sitzung am 30. November 2005 befassten wir uns vor allem mit dem Jahres- und dem Konzernabschluss zum 30. September 2005 und mit der Unternehmensplanung für das Geschäftsjahr 2005/2006. Anhand ausführlicher Berichte des Vorstands haben wir über weitere Themen beraten: Die Veräußerung der von der ThyssenKrupp AG gehaltenen eigenen Aktien an die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, die Ratingsituation von ThyssenKrupp, die strategische Weiterentwicklung des Konzerns sowie das Stahlwerksprojekt in Brasilien und das Projekt Dofasco. Der Aufsichtsrat hat dem Ausbau des Joint Ventures ANSC-TKS Galvanizing von ThyssenKrupp Steel in China um eine weitere Feuerverzinkungsanlage, dem Erwerb der deutschen Service-Gesellschaften der Standardkessel-Gruppe sowie dem Erwerb der brasilianischen RIP-Gruppe durch ThyssenKrupp Services zugestimmt. Wir haben uns ferner über den Stand des gemeinsam mit EADS geplanten Erwerbs von Atlas Elektronik und die Veräußerung des Geschäftsbereichs Spezialprofile von Hoesch Hohenlimburg an die Calvi-Gruppe unterrichten lassen. Beiden Projekten haben wir dann im Dezember 2005 nach Abschluss der Verhandlungen auf Basis ausführlicher Unterlagen im schriftlichen Verfahren zugestimmt. In Abwesenheit des Vorstands befasste sich der Aufsichtsrat mit der Effizienzprüfung des Aufsichtsrats. Die Ergebnisse waren Grundlage für die weitere Optimierung unserer Arbeit. Vorschläge zur weiteren Verbesserung der Berichterstattung und zur zeitlichen Terminierung sowie zum Ablauf der Sitzungen wurden in der Folgezeit umgesetzt. In der Sitzung am 27. Januar 2006 – unmittelbar vor der Hauptversammlung – berichtete der Vorstand über die aktuelle Lage des Konzerns, den Stand des Stahlwerksprojekts in Brasilien sowie die Alternativen zur Verbesserung der Marktposition von ThyssenKrupp Steel in Nordamerika. Der Aufsichtsrat hat den Abschluss einer Vereinbarung zwischen ThyssenKrupp und Mittal Steel genehmigt, im Zuge des geplanten Erwerbs von Arcelor durch Mittal die Dofasco-Anteile zu übernehmen. Des Weiteren haben wir dem Erwerb des Geschäfts von Tianrun Crankshaft zur Verstärkung der Automotive-Aktivitäten in China sowie dem Erwerb der Aktivitäten von VPK Metals zugestimmt. Im Mittelpunkt der Sitzung am 12. Mai 2006 standen die Beratungen über die strategische Weiterentwicklung des Konzerns. Auf Basis ausführlicher Unterlagen stimmte der Aufsichtsrat dem Neubau eines Stahlwerks in Brasilien mit einer Kapazität von 5 Mio Tonnen Brammen im Jahr zu. Ein weiteres Thema war die strukturelle und organisatorische Neuausrichtung der Aktivitäten von ThyssenKrupp Automotive in Nordamerika: Der Aufsichtsrat hat der Veräußerung der ThyssenKrupp Budd Plastics Division und der ThyssenKrupp Stahl Company zugestimmt. Darüber hinaus haben wir die Investitionsplanung für das Geschäftsjahr 2006/2007 und deren Finanzierung verabschiedet. In diesem Zusammenhang haben wir die Überlegungen des Vorstands zum Erwerb eigener Aktien zustimmend zur Kenntnis genommen; die Ermächtigung hierzu erteilte die Hauptversammlung am 27. Januar 2006. Nach einer ausführlichen Präsentation haben wir mit dem Vorstand die Entwicklung und künftige Ausrichtung des Segments Technologies besprochen. Der Aufsichtsrat hat sich ferner über die geplante Standortkonzentration von Verwaltungen des Konzerns in Essen und die Errichtung einer Corporate Academy an diesem Standort informieren lassen. Auf der Tagesordnung der Aufsichtsratssitzung am 11. August 2006 standen neben dem Bericht des Vorstands zur Lage des Konzerns die Zusammenführung der Segmente Technologies und Automotive, der aktuelle Stand des Stahlwerksprojekts in Brasilien sowie die geplante Nafta-Strategie der Segmente Steel und Stainless. In diesem Zusammenhang haben wir mit dem Vorstand auch die grundsätzliche Ausrichtung des Segments Stainless erörtert. Der Aufsichtsrat hat sich ferner mit Vorstandspersonalien befasst und einen neuen Geschäftsverteilungsplan für den Vorstand verabschiedet. Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat dem Erwerb der weltweiten Aerospace-Service-Business-Aktivitäten von Alcoa durch das Segment Services zugestimmt und in Abwesenheit des Vorstands eine Neuregelung der Aufsichtsratsvergütung diskutiert. Anfang November 2006 stimmte der Aufsichtsrat auf der Basis ausführlicher Unterlagen der Veräußerung des Karosserie- und Fahrwerksgeschäfts von ThyssenKrupp Automotive in Nordamerika an Martinrea International im schriftlichen Verfahren zu. Hohe Corporate Governance-Standards eingehaltenDer Aufsichtsrat hat die Weiterentwicklung der Corporate Governance-Standards fortlaufend beobachtet. Über die Corporate Governance bei ThyssenKrupp berichtet der Vorstand zugleich auch für den Aufsichtsrat gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex im nachfolgenden Kapitel auf den Seiten 17-26. Vorstand und Aufsichtsrat haben am 01. Oktober 2006 eine aktualisierte Entsprechenserklärung nach § 161 AktG abgegeben und diese den Aktionären auf der Website der Gesellschaft dauerhaft zugänglich gemacht. Die ThyssenKrupp AG entspricht auch nach der aktuellen Fassung des Kodex vom 12. Juni 2006 sämtlichen Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex. Jahres- und Konzernabschlussprüfung ausführlich erörtertDer vom Vorstand nach den Regeln des HGB aufgestellte Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 01. Oktober 2005 bis 30. September 2006 und der Lagebericht der ThyssenKrupp AG wurden von der KPMG Deutsche Treuhand-Gesellschaft Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin und Frankfurt am Main, geprüft. Den Prüfauftrag hatte der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats entsprechend dem Beschluss der Hauptversammlung vom 27. Januar 2006 vergeben. Der Abschlussprüfer erteilte einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Der Konzernabschluss der ThyssenKrupp AG wurde gemäß § 315a HGB erstmals auf der Grundlage der internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS aufgestellt. Der Abschlussprüfer versah auch den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Prüfungsschwerpunkt war im Berichtsjahr das Reporting und Risk Management von langfristigen Lieferverträgen. Der Bericht hierüber sowie die weiteren Prüfungsberichte und die Abschlussunterlagen wurden allen Aufsichtsratsmitgliedern rechtzeitig zugesandt. Sie wurden im Prüfungsausschuss am 17. November 2006 sowie in der Sitzung des Aufsichtsrats am 30. November 2006 intensiv diskutiert. Die Abschlussprüfer nahmen an der Beratung des Jahresabschlusses und des Konzernabschlusses in beiden Gremien teil. Dabei berichteten sie über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfungen und standen dem Aufsichtsrat für Fragen und ergänzende Auskünfte zur Verfügung. Nach eigener Prüfung des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses, des Lageberichts und des Konzernlageberichts haben wir dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer zugestimmt und in der Sitzung am 30. November 2006 auf Empfehlung des Prüfungsausschusses den Jahresabschluss und den Konzernabschluss gebilligt. Damit ist der Jahresabschluss festgestellt. Dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns schlossen wir uns an. Veränderungen im Aufsichtsrat und im VorstandIm Berichtsjahr ist im Aufsichtsrat eine personelle Veränderung eingetreten. Herr Wolfgang Boczek ist mit Ablauf des 30. November 2005 mit Eintritt in den Ruhestand aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden. An seiner Stelle wurde durch gerichtlichen Beschluss mit Wirkung vom 03. Januar 2006 Herr Gerold Vogel zum Mitglied des Aufsichtsrats bestellt. Herr Vogel hat auch die Nachfolge von Herrn Boczek im Strategie-, Finanz- und Investitionsausschuss angetreten. Der Aufsichtsrat dankt Herrn Boczek für seine konstruktiven und sachkundigen Beiträge sowie für die langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit. In seiner Sitzung im Januar 2006 hat der Aufsichtsrat die Bestellung von Herrn Dr.-Ing. Ekkehard D. Schulz zum Vorstandsvorsitzenden der ThyssenKrupp AG bis zum Ablauf der Hauptversammlung am 23. Januar 2009 verlängert. Die Bestellung von Herrn Dr. Olaf Berlien zum Vorstandsmitglied wurde in der Mai-Sitzung 2006 bis zum 31. März 2012 verlängert. Die Bestellung von Herrn Edwin Eichler in der Novembersitzung 2006 bis zum 30. September 2012 verlängert. Herr Gary Elliott ist mit Ablauf des 30. September 2006 aus dem Vorstand ausgeschieden und hat im Konzern eine neue Aufgabe als Chairman der ThyssenKrupp Landesholding USA übernommen. Herr Dr. A. Stefan Kirsten scheidet mit Ablauf des 30. November 2006 auf eigenen Wunsch aus dem Vorstand aus. Der Aufsichtsrat dankt beiden Herren für ihre erfolgreiche Arbeit für den Konzern. Die Verantwortung für das Segment Elevator hat neben seiner Zuständigkeit für das Segment Services Herr Edwin Eichler übernommen. Die bisher von Herrn Dr. Kirsten verantworteten Ressorts werden Herrn Dr. Ulrich Middelmann bzw. das Ressort Information Management Herrn Ralph Labonte zugeordnet. Der Aufsichtsrat dankt den Vorständen, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Arbeitnehmervertretungen aller Konzerngesellschaften für ihre Arbeit. Sie haben damit erneut zu einem sehr erfolgreichen Geschäftsjahr für ThyssenKrupp beigetragen. Der Aufsichtsrat
Dr. Gerhard Cromme |
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