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ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERN-BILANZ12 IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTEDie immateriellen Vermögenswerte des Konzerns entwickelten sich wie folgt: Tabelle: Immaterielle Vermögensgegenstände Der Stand zum 30.09.2006 enthält Bruttowerte von 82 (i. Vj. 294) Mio € sowie kumulierte Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen von 82 (i. Vj. 290) Mio € und damit Nettowerte von 0 (i. Vj. 4) Mio €, die auf Disposal Groups entfallen. Wertminderungsaufwendungen auf Firmenwerte werden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen, während die Wertminderungsaufwendungen auf die übrigen immateriellen Vermögenswerte in den Umsatzkosten enthalten sind. In 2004/2005 standen die Wertminderungsaufwendungen im Zusammenhang mit Unternehmensverkäufen. In 2005/2006 wurde im Segment Automotive in der Business Unit Body in Folge der Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation eine Wertminderung des Firmenwerts von 34 Mio € vorgenommen. Seit dem 01. Januar 2005 unterliegt ThyssenKrupp dem europaweit geltenden Emissionshandelsgesetz. Der Konzern hat von der Emissionshandelsstelle (DEHst ) Zuteilungsbescheide für insgesamt 56,0 Mio Tonnen CO2-Emissionen (ein Drittel davon entfällt auf 2005) für den Zeitraum 2005-2007 erhalten. Die Bescheide entfallen im Wesentlichen auf das Segment Steel. Die Rechte werden unter den immateriellen Vermögenswerten erfasst und zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Übersteigen die tatsächlichen CO2-Emissionen die zugeteilten Rechte pro Jahr, wird aufwandswirksam eine Rückstellung für den Nachkauf der Rechte gebildet. FirmenwerteDie Firmenwerte (ohne Firmenwerte für at equity bewertete Beteiligungen) sind den Cash Generating Units (CGUs) der Segmente zugeordnet. Die Bestimmung des erzielbaren Betrags einer CGU erfolgt durch Ermittlung des Nutzungswerts mit Hilfe der Discounted-Cash-Flow-Methode. Dabei werden die geplanten Nach-Steuer-Cash-Flows aus der bottum-up erstellten und vom Management der ThyssenKrupp AG genehmigten Fünfjahresplanung verwendet. Die Cash-Flows jenseits der Fünfjahresperiode werden als Durchschnitt der Fünfjahresperiode ermittelt. Eine Wachstumsrate zur Extrapolation des Fünfjahresdurchschnitts wird nicht berücksichtigt. Der zur Diskontierung verwendete Gesamtkapitalkostensatz berücksichtigt für jede CGU einen aus der jeweiligen Peer-Group abgeleiteten individuellen Beta-Faktor, einen individuellen Steuersatz sowie eine individuelle Kapitalstruktur. Zur Diskontierung der Cash-Flows wurden für die Segmente folgende segmentspezifische Bandbreiten von Nach-Steuer-Diskontierungszinssätzen zu Grunde gelegt:
Die Ermittlung des Nutzungswerts für die CGUs erfolgt generell auf Basis der erwarteten Preisinflation des Landes, in dem die jeweilige CGU ansässig ist, sowie auf Basis der geschätzten Umsatzwachstumsraten. Zu ihrer Ermittlung werden sowohl Vergangenheitsdaten als auch die erwartete Marktperformance herangezogen. Die den wesentlichen Annahmen zugewiesenen Werte stimmen dabei grundsätzlich mit externen Informationsquellen überein. Im ThyssenKrupp Konzern wurden 45 CGUs identifiziert. Davon weisen 36 CGUs einen Firmenwert aus. Der Gesamtfirmenwert beträgt zum 01. Oktober 2005 3.878 Mio €. 62 % dieses Firmenwertes entfallen auf die CGUs Steelmaking, Uhde, Marine und Americas, die in der folgenden Tabelle dargestellt werden: Tabelle: Wesentliche Firmenwerte Bei den CGUs Bauelemente, ThyssenKrupp Nirosta und Chassis Structure lag der erzielbare Betrag weniger als 10 % über dem Buchwert der CGU: Tabelle: Kritische Firmenwerte Eine Erhöhung des Abzinsungssatzes um 10 % würde in allen drei oben genannten Fällen zu einem Firmenwert-Impairment führen. Das Management von ThyssenKrupp geht jedoch für alle CGUs davon aus, dass eine für möglich gehaltene Änderung einer wesentlichen Annahme, die Basis für die Ermittlung des erzielbaren Betrages war, nicht dazu führt, dass der Buchwert der CGU den jeweiligen erzielbaren Betrag übersteigen würde. Die Nettowerte der Firmenwerte (ohne Firmenwerte für at equity bewertete Beteiligungen) veränderten sich wie folgt: 13 SACHANLAGENDie Sachanlagen des Konzerns entwickelten sich wie folgt: Tabelle: Sachanlagen des Konzerns Der Stand zum 30.09.2006 enthält Bruttowerte von 516 (i. Vj. 408) Mio € sowie kumulierte Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen von 393 (i. Vj. 379) Mio € und damit Nettowerte von 123 (i. Vj. 29) Mio €, die auf Disposal Groups entfallen. Wertminderungsaufwendungen auf Sachanlagen werden in den Umsatzkosten ausgewiesen. Die Wertminderungsaufwendungen 2004/2005 standen überwiegend im Zusammenhang mit eingeleiteten oder durchgeführten Unternehmensverkäufen. So waren im Segment Steel für den eingeleiteten Verkauf des Produktionsstandorts Schwerte der Hoesch Hohenlimburg GmbH und für den im Geschäftsjahr durchgeführten Verkauf der Edelstahl Witten Krefeld GmbH Wertminderungen von insgesamt 57 Mio € erforderlich, die mit 23 Mio € auf Grundstücke und Bauten, mit 29 Mio € auf technische Anlagen und Maschinen sowie mit 5 Mio € auf andere Anlagen entfielen. Im Segment Automotive wurden im Zusammenhang mit dem eingeleiteten Verkauf der ThyssenKrupp Stahl Company Wertminderungen auf Grundstücke und Bauten von 9 Mio € und auf technische Anlagen und Maschinen von 15 Mio € vorgenommen. Im Segment Technologies waren in Verbindung mit den eingeleiteten Verkäufen der Business Unit MetalCutting und der Operating Group Turbinenkomponenten Wertminderungen von insgesamt 88 Mio € erforderlich, die hauptsächlich auf Grundstücke und Bauten mit 48 Mio € sowie technische Anlagen und Maschinen mit 35 Mio € entfielen. In allen Fällen erfolgte die Ermittlung der erforderlichen Wertminderungen durch einen Vergleich der Buchwerte mit den beizulegenden Zeitwerten abzüglich Veräußerungskosten. Darüber hinaus waren im Segment Steel in Folge eines Brands Wertminderungen von insgesamt 6 Mio € erforderlich, die hauptsächlich technische Anlagen und Maschinen betrafen. Die Bestimmung der Höhe des Wertminderungsbedarfs wurde in Zusammenarbeit mit Sachverständigen ermittelt. Das Segment erhielt hierfür auf Basis von Wiederbeschaffungskosten ermittelte Versicherungsentschädigungen von 20 Mio €, die in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst wurden. In 2005/2006 waren im Segment Stainless in Folge eines Brands Wertminderungen von insgesamt 35 Mio € erforderlich, die mit 12 Mio € auf Bauten und mit 23 Mio € auf technische Anlagen und Maschinen entfielen. Die Bestimmung der Höhe des Wertminderungsbedarfs wurde in Zusammenarbeit mit Sachverständigen ermittelt. Das Segment erhielt hierfür auf Basis von Wiederbeschaffungskosten ermittelte Versicherungsentschädigungen von 45 Mio €, die in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst wurden. In 2005/2006 wurde im Segment Automotive in der Business Unit Body in Folge der Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation eine Wertminderung auf Bauten von 25 Mio €, auf technische Anlagen und Maschinen von 13 Mio € sowie auf andere Anlagen und Betriebs- und Geschäftsausstattung von 1 Mio € vorgenommen, wobei die für die Bestimmung des Wertminderungsaufwands relevanten erzielbaren Beträge jeweils den Nutzungswerten entsprechen. Zur Berechnung der Nutzungswerte wurde ein Diskontierungssatz von 8,71 % angesetzt. Darüber hinaus wurden im Segment Automotive im Rahmen der eingeleiteten Veräußerung des nordamerikanischen Karosserie- und Fahrwerksgeschäfts Wertminderungen auf Sachanlagen von insgesamt 98 Mio € vorgenommen, die hauptsächlich technische Anlagen und Maschinen betrafen, wobei die Ermittlung der erforderlichen Wertminderungen durch einen Vergleich der Buchwerte mit den beizulegenden Zeitwerten abzüglich Veräußerungskosten erfolgte. In diesem Zusammenhang war bereits im 2. Quartal 2005/2006 eine Wertminderung der Sachanlagen des kanadischen Werks Kitchener in Höhe von insgesamt 48 Mio € erfolgt, die hauptsächlich Bauten (9 Mio €) und technische Anlagen und Maschinen (34 Mio €) betraf. Die für die Bestimmung des Wertminderungsaufwands relevanten erzielbaren Beträge entsprechen jeweils den Nutzungswerten. Auf Grund der erwarteten ausschließlich negativen Cash-Flows war ein Nutzungswert von Null anzusetzen. Die Sachanlagen enthalten auch geleaste Bauten, Technische Anlagen und Maschinen sowie andere Anlagen, bei denen dem Konzern als Leasingnehmer das wirtschaftliche Eigentum zuzurechnen ist, da er alle wesentlichen Chancen und Risiken aus der Nutzung des Leasinggegenstandes trägt (sog. Finance Lease).
Sachanlagen dienen zur Besicherung von Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 277 (i. Vj. 318) Mio €. 14 ALS FINANZINVESTITION GEHALTENE IMMOBILIENDie als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien des Konzerns entwickelten sich wie folgt:
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien umfassen Grundstücke und Gebäude, die zur Erzielung von Mieteinnahmen oder zum Zwecke der Wertsteigerung gehalten werden und nicht für die eigene Produktion, für die Lieferung von Gütern oder die Erbringung von Dienstleistungen, für Verwaltungszwecke oder für den Verkauf im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit genutzt werden. Sie werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet und linear abgeschrieben. Der beizulegende Zeitwert der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien des Konzerns wird unter Anwendung verschiedener international anerkannter Bewertungsmethoden ermittelt. Hierzu zählen das Ertragswertverfahren, das Discounted Cash-Flow-Verfahren, das Sachwertverfahren und der Vergleich mit aktuellen Marktwerten vergleichbarer Immobilien. Die beizulegenden Zeitwerte der in Deutschland gelegenen, als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien werden primär anhand von intern erstellten Gutachten nach dem Ertragswertverfahren auf Grundlage der in Deutschland geltenden "Verordnung über Grundsätze für die Ermittlung der Verkehrswerte von Grundstücken – WertV" bewertet. Außerhalb von Deutschland gelegene, als Finanzinvestition gehaltene Immobilien werden von unabhängigen externen Gutachtern bewertet. Zum 30. September 2006 beträgt der beizulegende Zeitwert der von ThyssenKrupp als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 677 (i. Vj. 720) Mio €, wovon 27 (i. Vj. 25) Mio € durch unabhängige externe Gutachter ermittelt wurden. Aus der Vermietung von als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien resultieren Mieterträge von 46 (i. Vj. 94) Mio € sowie direkt zurechenbare betriebliche Aufwendungen von 27 (i. Vj. 54) Mio €. Weitere 11 (i. Vj. 29) Mio € direkt zurechenbare betriebliche Aufwendungen betreffen als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien, mit denen keine Mieterträge erzielt werden. Der Rückgang der Werte resultiert aus dem Verkauf des Wohnimmobilien-Bereichs im Februar 2005. 15 AT EQUITY BEWERTETE BETEILIGUNGENAnteile an assoziierten UnternehmenZum 30. September 2006 beträgt der beizulegende Zeitwert von Anteilen an assoziierten Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden und für die öffentlich notierte Marktpreise existieren, 28 (i. Vj. 24) Mio €. Zusammenfassende Finanzinformationen für die nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten Unternehmen enthält die nachfolgende Tabelle, wobei sich die Angaben jeweils auf 100 % und nicht auf den Konzernanteil an den assoziierten Unternehmen beziehen.
In 2005/2006 wurden anteilige Verluste von nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten Unternehmen in Höhe von 0,6 (i. Vj. 0) Mio € nicht erfasst; kumuliert betragen die nicht erfassten Verluste 0,9 Mio €. ThyssenKrupp besitzt eine wesentliche Beteiligung in Höhe von 20,56 % an der RAG Aktiengesellschaft. Der Konzern ist nicht in der Lage, einen maßgeblichen Einfluss auf die Geschäfts- und Finanzpolitik von RAG auszuüben, da es ThyssenKrupp nicht möglich ist, quartalsweise nach IFRS ermittelte Finanzinformationen zeitnah und geprüft zu erhalten. Joint VenturesDie nachfolgende Tabelle enthält zusammenfassende Finanzinformationen zu den Joint Ventures des Konzerns, wobei sich die Angaben jeweils auf den Konzernanteil an den Joint Ventures beziehen.
Die wesentlichen Joint Ventures sind in der Übersicht "Wesentliche Tochterunternehmen und Beteiligungen" enthalten, die unter Anhang-Nr. 38 dargestellt wird. 16 VERMIETETE GEGENSTÄNDE ("OPERATING LEASE")Der Konzern vermietet als Leasinggeber unter "operating lease" im Wesentlichen gewerblich genutzte Immobilien. Die Bruttowerte dieser vermieteten Gegenstände belaufen sich auf 685 (i. Vj. 710) Mio €, die aufgelaufenen Abschreibungen auf 216 (i. Vj. 212) Mio €. Die zukünftigen Mindestmieterträge aus unkündbaren "operating-lease"-Verträgen betragen zum 30. September 2006:
Die Angabe zu den zukünftigen Mieterträgen beinhaltet keine variablen Mietanteile ("contingent rentals"). Im Berichtsjahr wurden keine variablen Mieterträge aus solchen "contingent rentals"- Verträgen vereinnahmt (2004/2005: 0). 17 FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE
In der Gewinn- und Verlustrechnung sind Wertminderungsaufwendungen von 3 Mio € enthalten. 18 VORRÄTE
Von den Vorräten haben 1 (i. Vj. 1) Mio € eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Vorräte in Höhe von 39.142 (i. Vj. 36.196) Mio € sind als Aufwand der Berichtsperiode erfasst worden. In den Umsatzkosten sind Wertminderungen von Vorräten von 7 (i. Vj. 5) Mio € enthalten, während Wertaufholungen von 5 (i. Vj. 1) Mio € die Umsatzkosten verringerten. Erhaltene Anzahlungen in Höhe von 89 (i. Vj. 279) Mio € sind durch die Übereignung von Vorräten besichert. 19 FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 740 (i. Vj. 825) Mio € haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. In der Berichtsperiode erfolgten Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen von 327 (i. Vj. 325) Mio €. Die aus der Bilanzierung von Fertigungsaufträgen resultierenden Forderungen setzen sich wie folgt zusammen:
In der Berichtsperiode wurden Umsatzerlöse aus Fertigungsaufträgen in Höhe von 4.829 (i. Vj. 4.780) Mio € erfasst. Der Konzern verkauft regelmäßig im Wesentlichen kreditversicherte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Rahmen von Asset Backed Securitisation- und anderen Programmen sowie von Einmaltransaktionen. Zum 30. September 2006 wurden 40 (i. Vj. 130) Mio € verkaufte Forderungen nicht aus der Bilanz ausgebucht, da im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Chancen beim Konzern verblieben sind. Die korrespondierende Verbindlichkeit ist in den Finanzverbindlichkeiten enthalten (vgl. Anhang-Nr. 25). Der Erlös aus diesen Verkäufen betrug 40 (i. Vj. 128) Mio €. Per 30. September 2006 wurden Forderungen mit einem Nominalwert von 989 (i. Vj. 945) Mio € verkauft, die zu einer Ausbuchung aus der Bilanz führten; hieraus erzielte der Konzern einen Verkaufserlös von 959 (i. Vj. 920) Mio €. Im Rahmen dieser Verkäufe behält der Konzern in einigen Fällen Rechte und unwesentliche Pflichten zurück; hierzu zählen vor allem die Erbringung von Abwicklungsdienstleistungen sowie das Stellen von begrenzten Forderungsausfall- und Forderungsverwässerungsreserven. Die bilanzierten Vermögenswerte sowie die gegebenen Garantien, die als Forderungsausfallreserve dienen, betrugen 68 (i. Vj. 58) Mio € zum 30. September 2006. Der Umfang des anhaltenden Engagements des Unternehmens, das im Wesentlichen aus Forderungsverwässerungsreserven besteht, betrug 27 (i. Vj. 23) Mio € zum 30. September 2006. 20 SONSTIGE FORDERUNGEN
In den Sonstigen Vermögenswerten sind Erstattungsansprüche aus Gesundheitsvorsorgeleistungen (reimbursement rights) in Höhe von 94 (i. Vj. 41) Mio € und die positiven beizulegenden Zeitwerte der Währungsderivate einschließlich eingebetteter Derivate sowie der Zins- und Warenderivate in Höhe von 205 (i. Vj. 149) Mio € (vgl. auch Anhang-Nr. 30) enthalten. Sonstige Forderungen in Höhe von 70 (i. Vj. 73) Mio € haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. In der Berichtsperiode erfolgten Wertberichtigungen von 141 (i. Vj. 127) Mio €. 21 EIGENKAPITALDas Eigenkapital und die Anzahl der sich im Umlauf befindenden Aktien veränderten sich wie folgt: Vom Stand der kumulierten direkt im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen entfallen zum 01.10.2004 5 Mio € und zum 30.09.2005 bzw. 30.09.2006 jeweils 6 Mio € auf assoziierte Unternehmen. Von den Veränderungen der kumulierten direkt im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen resultieren 0 (i. Vj. 1) Mio € aus assoziierten Unternehmen. Die nebenstehende Tabelle zeigt die Entwicklung des Unterschiedsbetrags aus der Währungsumrechnung, der Bestandteil der kumulierten direkt im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen ist:
Gezeichnetes KapitalZum 30. September 2006 ist das Gezeichnete Kapital unverändert gegenüber dem Vorjahr eingeteilt in 514.489.044 nennwertlose Inhaber-Stammaktien. Die Aktien sind alle ausgegeben; zum Bilanzstichtag befanden sich 488.764.592 (2005: 499.149.151) im Umlauf. Rechnerisch entfällt auf jede Aktie ein Anteil am Gezeichneten Kapital in Höhe von 2,56 €. Die Aktionäre sind zum Bezug der beschlossenen Dividenden berechtigt und verfügen auf der Hauptversammlung über ein Stimmrecht je Aktie. Eigene AktienIm Rahmen der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 27. Januar 2006 hat der Vorstand der ThyssenKrupp AG am 03. Juli 2006 beschlossen, eigene Aktien bis zu insgesamt 5 % des derzeitigen Grundkapitals zu erwerben. Im Zeitraum vom 04. Juli 2006 bis zum 21. August 2006 hat die ThyssenKrupp AG 25.724.452 Aktien oder aufgerundet 5 % des Grundkapitals zu einem Durchschnittskurs von 27,09 € zurückgekauft. Dies entspricht einem Gesamtbetrag von 697 Mio €. Am 21. November 2005 wurden 15.339.893 eigene Aktien zum Börsenkurs von 17,44 € an die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung veräußert. Diese Veräußerung ist als Related-Party-Transaktion zu klassifizieren. Die ThyssenKrupp AG hat durch diese Transaktion und die Ausgabe von Belegschaftsaktien im 2. Quartal 2003/2004 und im 3. Quartal 2004/2005 sämtliche eigenen Aktien wieder veräußert, die sie im Mai 2003 von der IFIC Holding AG erworben hatte. ErmächtigungenDurch Beschlussfassung der Hauptversammlung vom 23. Januar 2004 ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats auf den Inhaber lautende Schuldverschreibungen im Gesamtnennbetrag von bis zu 500 Mio € zu begeben und den Inhabern von Schuldverschreibungen Umtauschrechte auf eigene, auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft zu gewähren (Wandelschuldverschreibungen). Die Berechtigung gilt bis zum 22. Januar 2009. Darüber hinaus ist die ThyssenKrupp AG durch Beschlussfassung der Hauptversammlung vom 27. Januar 2006 bis zum 26. Juli 2007 ermächtigt, für bestimmte vordefinierte Zwecke eigene Aktien bis zu insgesamt 10 % des derzeitigen Grundkapitals zu erwerben. DividendenvorschlagVorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung vor, aus dem nach den Grundsätzen des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) ermittelten Bilanzgewinn der ThyssenKrupp AG für das Geschäftsjahr 2005/2006 eine Dividende von 1,00 € je dividendenberechtigter Aktie auszuschütten. Hieraus würde sich eine Dividendenausschüttung von insgesamt 489 Mio € ergeben. 22 AKTIENORIENTIERTE VERGÜTUNGSPLÄNEManagement IncentivepläneThyssenKrupp hat 1999 einen Long Term Management Incentiveplan eingeführt. Teilnahmeberechtigt sind Vorstandsmitglieder sowie ausgewählte leitende Angestellte im In- und Ausland. Im Rahmen des Incentiveplans wurden über einen Zeitraum von fünf Jahren den Begünstigten jährlich Wertzuwachsrechte (sog. Phantom Stocks) gewährt, die je Tranche einen Performance-Zeitraum von ca. drei Jahren hatten. Diese Wertzuwachsrechte wurden am Ende des jeweiligen Performance-Zeitraums in Geld vergütet, sofern bestimmte Performance-Hürden erreicht wurden. Voraussetzung dafür ist, dass im Performance-Zeitraum entweder der Börsenkurs der ThyssenKrupp Aktie um mindestens 15 % gestiegen ist, oder sich der Börsenkurs der ThyssenKrupp Aktie besser entwickelt hat als der Wertverlauf des Börsenindex DJ STOXX. Sofern zumindest eine dieser beiden Performance-Hürden erreicht wurde, errechnete sich die Höhe der Vergütung grundsätzlich aus der Differenz zwischen dem aktuellen Aktienkurs und dem Basispreis. Der aktuelle Aktienkurs entsprach dabei dem Durchschnitt der Börsenkurse der Aktie an den ersten fünf Handelstagen nach der ordentlichen Hauptversammlung der ThyssenKrupp AG, mit der die jeweilige Tranche des Incentiveplans endet. Der Basispreis leitete sich aus dem aktuellen Aktienkurs ab, der um einen Kurs/Index-Performance- Abschlag sowie einen Kursentwicklungs-Abschlag zu reduzieren war. Der Kurs/Index-Performance-Abschlag wurde ermittelt, indem der Prozentsatz der Out- bzw. Underperformance der ThyssenKrupp Aktie zum DJ STOXX mit dem aktuellen Aktienkurs multipliziert wurde. Der Kursentwicklungs-Abschlag entsprach der Hälfte der absoluten Wertentwicklung der ThyssenKrupp Aktie in dem jeweiligen Performance-Zeitraum. Beide Abschläge wurden addiert und vom aktuellen Aktienkurs abgezogen, um den Basispreis zu erhalten. Die Vergütung je Wertzuwachsrecht war auf 25 € begrenzt. Sofern am Ende des Performance-Zeitraums die Performance-Hürden nicht erreicht wurden, erfolgte weder eine Zahlung noch entstanden dem Konzern Aufwendungen aus dem Incentiveplan. Im 2. Quartal 2004/2005 sind die in der 4. Tranche des Incentiveplans gewährten 2,7 Mio Wertzuwachsrechte mit einer Zahlung von 1,4 Mio € und im 2. Quartal 2005/2006 die in der 5. Tranche des Incentiveplans gewährten 2,4 Mio Wertzuwachsrechte mit einer Zahlung von 40,8 Mio € abgerechnet worden, da zum Ende des jeweiligen Performance-Zeitraums die Performance-Hürden erreicht worden sind. Insgesamt resultieren aus dem Plan in 2005/2006 Aufwendungen in Höhe von 11,5 (i. Vj. 10,7) Mio €. Auf Grund der Beendigung des Long Term Management Incentiveplan Programms in 2005/2006 gab es zum 30. September 2006 keine Verpflichtungen mehr aus dem Plan (i. Vj. 29 Mio €). Der beizulegende Zeitwert der Wertzuwachsrechte, der die Grundlage für die Ermittlung der zeitanteiligen Rückstellung zum Bilanzstichtag ist, basiert auf dem Black-Scholes-Optionspreismodell, das gemäß den Besonderheiten des Long Term Management Incentiveplans entsprechend modifiziert wurde. Zum 30. September 2005 betrug der beizulegende Zeitwert der Wertzuwachsrechte der 5. Tranche 13,09 €. Folgende Parameter sind in die Berechnung eingegangen: Der risikolose Zinssatz basiert auf dem laufzeitkongruenten EURIBOR
Die angenommenen Dividenden entsprechen den gezahlten Dividenden. Die erwarteten Volatilitäten basieren auf der historischen Volatilität der ThyssenKrupp Aktie und des DJ STOXX. In 2003 implementierte ThyssenKrupp einen performance-orientierten Mid Term Incentiveplan, in dessen Rahmen Wertrechte an die Begünstigten ausgegeben werden. Teilnahmeberechtigt sind alle Mitglieder des Vorstands der ThyssenKrupp AG. Beginnend mit der zweiten Tranche, deren Ausgabe in 2004 erfolgte, wurde der Teilnehmerkreis auf die Vorstandsmitglieder der Segmentführungsgesellschaften und einige andere ausgewählte Führungskräfte ausgedehnt. Zum 30. September 2006 sind in der 2. Tranche 253.823 Wertrechte, in der 3. Tranche 533.418 Wertrechte und in der 4. Tranche 550.334 Wertrechte ausgegeben. Die Anzahl der ausgegebenen Wertrechte wird am Ende des jeweiligen Performance-Zeitraums auf Basis eines Vergleichs des durchschnittlichen ThyssenKrupp Value Added (TKVA) des dreijährigen Performance-Zeitraums – beginnend mit dem 01. Oktober des Geschäftsjahres, in dem die Wertrechte gewährt wurden – mit dem durchschnittlichen TKVA der vorangegangenen drei Geschäftsjahre angepasst. Am Ende des Performance-Zeitraums erfolgt eine Vergütung der gewährten Wertrechte auf Basis des Durchschnittskurses der ThyssenKrupp Aktie, der sich aus dem Kursverlauf in den ersten drei Monaten nach Ende des Performance-Zeitraums ergibt. Zur Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte der Wertrechte, die die Grundlage für die Ermittlung der zeitanteiligen Rückstellung zum Bilanzstichtag sind, werden Forward-Preise der ThyssenKrupp Aktie berechnet. Die Forward-Ermittlung erfolgt für im Voraus definierte Perioden (Mittelungsperioden) unter Berücksichtigung des Aktienkurses der ThyssenKrupp Aktie und der Euro-Zinsstrukturkurve zum Stichtag sowie der angenommenen Dividendenzahlungen der ThyssenKrupp AG bis zur Fälligkeit der Wertrechte. Folgende Parameter sind in die Berechnung eingegangen:
Im 1. Quartal 2005/2006 ist die 1. Tranche des Mid Term Incentiveplans mit einer Zahlung von 17,26 € je Wertrecht bzw. einer Gesamtzahlung von 4,4 Mio € abgerechnet worden. Insgesamt enthält das Ergebnis 2005/2006 Aufwendungen aus dem Mid Term Incentiveplan in Höhe von 43,4 (i. Vj. 14,4) Mio €. Die aus dem Mid Term Incentiveplan resultierende Verpflichtung beträgt zum 30. September 2006 58 (i. Vj. 20) Mio €. Im Februar 2006 implementierte der Konzern darüber hinaus einen Aktienplan für ausgewählte Führungskräfte. Im Rahmen dieses Plans sind die Begünstigten berechtigt, ThyssenKrupp Aktien bis zu einem festgelegten Betrag mit Rabatt zu erwerben. Aus dem Plan resultieren in 2005/2006 Aufwendungen von 2,7 Mio €; 1,4 Mio € wurden direkt im Eigenkapital erfasst, der Restbetrag als Verpflichtung ausgewiesen. BelegschaftsaktienprogrammIm 3. Quartal 2004/2005 und im 3. Quartal 2005/2006 hat der Konzern der inländischen und der französischen Belegschaft den Erwerb von ThyssenKrupp Belegschaftsaktien im Gegenwert von bis zu 270 € mit einem 50%igen Rabatt angeboten. Hieraus resultierte ein Aufwand von 6,3 Mio € in 2004/2005 und von 8,0 Mio € in 2005/2006. 23 RÜCKSTELLUNGEN FÜR PENSIONEN UND ÄHNLICHE VERPFLICHTUNGEN
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen in Höhe von 7.374 (i. Vj. 8.250) Mio € haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. PensionspläneThyssenKrupp gewährt betriebliche Altersversorgung in Form von leistungs- oder beitragsorientierten Plänen an die überwiegende Mehrheit der Arbeitnehmer in Deutschland, in den USA, Kanada und dem Vereinigten Königreich. In einigen anderen Ländern erhalten berechtigte Arbeitnehmer Leistungen nach den jeweiligen landesspezifischen Gegebenheiten. In Deutschland bestehen die Leistungen in der Regel in Rentenzahlungen, die einen Inflationsausgleich beinhalten. Ein Teil der leitenden Angestellten erhält Rentenleistungen, die von der Dienstzeit und vom Vergütungsniveau in einem Referenzzeitraum von in der Regel drei Jahren vor der Pensionierung abhängen. Im Übrigen erhalten die Arbeitnehmer in der Regel Zusagen auf feste Rentenbeträge pro Dienstjahr. Darüber hinaus bietet ThyssenKrupp in Deutschland die Möglichkeit, durch Gehaltsumwandlung zusätzliche Versorgungsbezüge zu erwerben (Deferred-Compensation-Vereinbarungen). Die Umwandlungsbeträge sind verzinslich mit 6,00 % und führen bei Eintritt des Versorgungsfalls zu einem festgelegten Leistungsanspruch. In den USA und Kanada erhalten auf Stundenbasis bezahlte Arbeitnehmer Rentenzusagen auf Basis von Festbeträgen pro Dienstjahr. Arbeitnehmer mit festen Bezügen erhalten Leistungen in der Regel in Abhängigkeit von ihrer Dienstzeit und den während ihrer Dienstzeit erzielten Bezügen. Im Vereinigten Königreich erhalten Arbeitnehmer Rentenleistungen in Abhängigkeit von ihren Dienstjahren und dem Endgehalt bei Pensionierung. Anwartschaftsbarwert und FinanzierungsstatusDie Veränderung des Anwartschaftsbarwerts der Pensionsverpflichtungen sowie des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens stellt sich wie folgt dar:
Zum Bilanzstichtag beziehen sich 6.088 (i. Vj. 6.548) Mio € des Anwartschaftsbarwerts auf Pläne, die nicht über einen Fonds finanziert werden und 2.567 (i. Vj. 2.661) Mio € des Anwartschaftsbarwerts auf Pläne, die ganz oder teilweise aus einem Fonds finanziert werden. Die tatsächlichen Erträge aus dem Planvermögen betragen 140 (i. Vj. 216) Mio € und berechnen sich als Summe der erwarteten Erträge aus dem Planvermögen und den versicherungsmathematischen Gewinnen bzw. Verlusten. Die nachfolgende Tabelle zeigt den Finanzierungsstatus, der sich aus der Differenz zwischen Anwartschaftsbarwert und Planvermögen errechnet, einschließlich der Überleitung zu den bilanzierten Beträgen:
Netto-PensionsaufwendungenDie Netto-Pensionsaufwendungen für Leistungszusagen setzen sich wie folgt zusammen:
Die Komponenten des Netto-Pensionsaufwands für Leistungszusagen "Zinsaufwand" und "Erwarteter Kapitalertrag des Planvermögens" sind in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung in der Zeile "Zinsaufwendungen" bzw. "Zinserträge" enthalten. Bewertungsannahmen (-prämissen)Die Ansätze für die Diskontierungssätze und die Gehaltssteigerungsraten, die der Berechnung des Verpflichtungsumfangs zu Grunde liegen, wurden nach einheitlichen Grundsätzen abgeleitet und pro Land in Abhängigkeit von den jeweiligen ökonomischen Gegebenheiten festgesetzt. Die Annahmen über den erwarteten Kapitalertrag auf das Planvermögen beruhen auf detaillierten Analysen, die von externen Finanzexperten und Versicherungsmathematikern durchgeführt werden. Diese Analysen berücksichtigen sowohl die historischen Ist-Renditen langfristiger Anlagen als auch die für das Ziel-Portfolio künftig erwarteten langfristigen Renditen. Bei der Berechnung der Pensionsverpflichtungen wurden folgende Annahmen (= gewichteter Durchschnitt) zu Grunde gelegt:
PlanvermögenDie Mehrzahl der fondsfinanzierten Pensionspläne des Konzerns befindet sich in den USA, in Kanada, dem Vereinigten Königreich und zu einem geringeren Umfang in den Niederlanden und in Deutschland. Das Planvermögen ist in diversifizierte Portfolios investiert, welche jeweils verschiedene Anlageklassen umfassen. Hiermit soll eine unter Risiko- und Rendite-Aspekten optimale Aufteilung der Anlageklassen erreicht werden. Die Anlageklassen der Fonds umfassen nationale und internationale Aktien, festverzinsliche Wertpapiere staatlicher und nicht-staatlicher Emittenten sowie Immobilienvermögen. Das Planvermögen der Pensionspläne enthält keine Gläubigerpapiere oder Aktien von ThyssenKrupp. Bei der Anlage des Planvermögens bedient sich der Konzern professioneller Investmentmanager. Diese agieren auf Basis spezifischer Investitionsrichtlinien, die vom Investitionsausschuss des jeweiligen Plans erlassen worden sind. Die Investitionsausschüsse setzen sich aus leitenden Mitarbeitern des Finanzbereichs und anderen qualifizierten Führungskräften zusammen. Sie tagen regelmäßig, um das Ziel-Portfolio zu genehmigen sowie die Risiken und die Performance wesentlicher Pensionsfonds zu überprüfen; darüber hinaus bewilligen sie die Auswahl bzw. die Vertragsverlängerung externer Fondsmanager. Die Struktur des Konzern-Zielportfolios basiert auf Asset-Liability-Studien, die für die wesentlichen Pensionsfonds des Konzerns durchgeführt worden sind. Die Struktur des Ist-Portfolios und des Ziel-Portfolios des Planvermögens der Pensionspläne stellt sich wie folgt dar:
Dotierung der PensionspläneGrundsätzlich dotiert der Konzern die Pensionsfonds in Höhe des Betrags, der erforderlich ist, um die gesetzlichen Minimalzuführungserfordernisse des jeweiligen Landes, in dem der Fonds ansässig ist, zu erfüllen. In den USA und in Kanada richtet sich die Minimaldotierung einiger Fonds nach gewerkschaftlichen Regelungen. Darüber hinaus leistet der Konzern von Zeit zu Zeit nach eigenem Ermessen zusätzliche Zuführungen. Für das Geschäftsjahr 2006/2007 erwartet ThyssenKrupp Bar-Dotierungen zu den fondsfinanzierten Pensionsplänen in Höhe von 127 Mio €. PensionszahlungenIm Geschäftsjahr 2005/2006 wurden Pensionszahlungen für Pläne in Deutschland von 415 (i. Vj. 416) Mio € und für Pläne in den übrigen Ländern von 162 (i. Vj. 141) Mio € geleistet. In den kommenden 10 Geschäftsjahren werden aus den Pensionsplänen folgende Zahlungen erwartet:
Folgende Beträge wurden für die laufende Berichtsperiode und die vorangegangenen Berichtsperioden für die leistungsorientierten Pläne angesetzt:
Beitragsorientierte Pläne ("Defined-Contribution-Pläne")Darüber hinaus gewährt der Konzern im In- und Ausland Beitragszusagen im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung über Pensionskassen und vergleichbare Versorgungseinrichtungen. Der Konzern erbringt für diese Pläne Beitragsleistungen in Höhe eines bestimmten Prozentsatzes vom Einkommen der Mitarbeiter oder in Abhängigkeit von der Höhe der Beitragsleistungen der Mitarbeiter. Der Gesamtaufwand aus solchen Beitragsleistungen betrug im Geschäftsjahr 34 Mio €. Zusätzlich wurden Beiträge an staatliche Rentenversicherungsträger von 277 Mio € gezahlt. GesundheitsfürsorgeverpflichtungenIn den USA und Kanada gewährt der Konzern Gesundheitsfürsorgeleistungen und Lebensversicherungsleistungen an Pensionäre, die bestimmte Mindestanforderungen hinsichtlich ihres Lebens- und Dienstalters erfüllen. Die Verpflichtungen entfallen ganz überwiegend auf die ThyssenKrupp Budd Company und sind im Wesentlichen nicht durch Planvermögen finanziert. Im Dezember 2003 hat die US-Regierung das Gesetz "Medicare Prescription Drug, Improvement and Modernization Act" in Kraft gesetzt. Durch das Gesetz erhalten Unternehmen, die Gesundheitsfürsorgeleistungen an Pensionäre gewähren, deren Leistungsumfang mindestens der gesetzlichen Regelung entspricht, einen staatlichen Zuschuss. Der Konzern bilanziert diese staatlichen Zuschüsse in Übereinstimmung mit IAS 19 als so genannte reimbursement rights. Die Entwicklung der Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen und der Erstattungsansprüche (reimbursement rights) stellt sich wie folgt dar:
Die nachfolgende Tabelle zeigt den Finanzierungsstatus einschließlich der Überleitung zum Bilanzausweis:
Bewertungsannahmen (-prämissen)Bei der Berechnung der Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen wurden folgende Annahmen zu Grunde gelegt (= gewichteter Durchschnitt):
Netto-Aufwendungen für Zuschussverpflichtungen für GesundheitsfürsorgeleistungenDie Netto-Aufwendungen der Zuschussverpflichtungen für die Gesundheitsfürsorgeleistungen für Pensionäre setzen sich wie folgt zusammen:
Die Komponente "Zinsaufwand" der Netto-Aufwendungen für Gesundheitsfürsorgeleistungen für Pensionäre ist in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung in der Zeile "Zinsaufwendungen" enthalten. Nachfolgend sind die Auswirkungen dargestellt, die aus einer Erhöhung bzw. Verminderung der angenommenen Steigerungsrate für die Gesundheitsfürsorgeleistungen um 1-%-Punkt resultieren:
Folgende Beträge wurden für die laufende Berichtsperiode und die vorangegangenen Berichtsperioden für die Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen angesetzt:
Sonstige pensionsähnliche VerpflichtungenBei verschiedenen Gesellschaften des Segments Steel gibt es auf kollektivrechtlicher Basis Sozialpläne. Auf Grund dieser Pläne gewährt der Arbeitgeber Abfindungszahlungen in Abhängigkeit von der Dienstzeit und Ausgleichszahlungen an ältere Arbeitnehmer für den Zeitraum zwischen ihrem Ausscheiden und der Pensionierung. Die Pläne sind versicherungsmathematisch bewertet. Die Verbindlichkeit umfasst die von den Mitarbeitern seit Beginn der Beschäftigung erdienten Teile der Leistungen. Auf künftige Dienstjahre entfallende noch nicht erdiente Leistungen werden als Dienstzeitaufwand in der Periode ihres Entstehens erfasst. Zum 30. September 2006 betrugen die Verpflichtungen 4 (i. Vj. 45) Mio €. Bei einigen deutschen Gesellschaften bestehen Verpflichtungen aus Altersteilzeitvereinbarungen. Hierbei erbringt der Arbeitnehmer Vorleistungen durch Mehrarbeit, die nach dem Ausscheiden durch ratierliche Zahlungen entgolten werden. Für die Verpflichtungen wurden Rückstellungen nach IAS 19 "Employee benefits" in Höhe von 271 (i. Vj. 259) Mio € gebildet. 24 SONSTIGE RÜCKSTELLUNGENTabelle: Sonstige Rückstellungen Vom Gesamtbetrag der sonstigen Rückstellungen zum 30. September 2006 sind 1.604 (i. Vj. 1.578) Mio € kurzfristig und 652 (i. Vj. 609) Mio € langfristig. Sonstige Rückstellungen in Höhe von 548 (i. Vj. 654) Mio € haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Die Rückstellung für Gewährleistungs- und Produkthaftungsverpflichtungen umfasst sowohl die Haftung des Konzerns für die einwandfreie Funktionalität der verkauften Produkte (Gewährleistung) als auch die Verpflichtung, dem Käufer durch den Gebrauch der Produkte entstandene Schäden zu ersetzen (Produkthaftung). Die Rückstellung für sonstige absatz- und beschaffungsmarktbezogene Risiken besteht im Wesentlichen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften. Mit den Rückstellungen für Verpflichtungen im Personalbereich werden vor allem Jubiläumszuwendungen und Verpflichtungen aus den Management Incentiveplänen erfasst, während Sozialplan- und ähnliche Aufwendungen in der Rückstellung für Restrukturierungen innerhalb der Personalstrukturmaßnahmen berücksichtigt sind. Pensionsähnliche Verpflichtungen wie Altersteilzeit- und Vorruhestandsregelungen sind Bestandteil der Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen. Die Restrukturierungsrückstellung umfasst neben den rückstellungsfähigen Personalstrukturmaßnahmen auch Rückstellungen für Sachstrukturmaßnahmen, die im Rahmen der Aufgabe von betrieblichen Bereichen für Kosten gebildet werden, die aus Maßnahmen resultieren, die keinen zukünftigen wirtschaftlichen Nutzen generieren. In allen Segmenten werden Restrukturierungsmaßnahmen durchgeführt. Von den Rückstellungen zum 30. September 2006 entfallen 96 Mio € auf das Segment Automotive und 46 Mio € auf das Segment Services. Die Rückstellung für Entfernungsverpflichtungen besteht im Wesentlichen aus Verpflichtungen zur Sicherung entstandener Bergschäden und für Rekultivierungsmaßnahmen. Die Abwicklung von Bergschäden und Rekultivierungsverpflichtungen erstreckt sich typischerweise über lange Zeiträume von teilweise mehr als 30 Jahren. Die technischen Rahmenbedingungen sind als sehr komplex einzuschätzen. Entsprechend bestehen Unsicherheiten über den zeitlichen Anfall und die konkrete Höhe der Aufwendungen. Die Rückstellungen für Umweltschutzverpflichtungen betreffen vor allem die Beseitigung von Altlasten sowie Sanierungs- und Gewässerschutzmaßnahmen. 25 FINANZVERBINDLICHKEITEN
Die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten beinhalten die Finanzverbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr, während die langfristigen Finanzverbindlichkeiten eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr haben. Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 277 (i. Vj. 318) Mio € sind durch Grundpfandrechte besichert.
Per 30. September 2006 sind von den Finanzverbindlichkeiten
insgesamt Disagien in Höhe von 5
Die ThyssenKrupp AG hat für alle Anleihen der ThyssenKrupp Finance Nederland B.V. jeweils eine unbedingte und unwiderrufliche Garantie für die Zahlungsverpflichtungen gemäß den Anleihebedingungen übernommen. Sämtliche Anleihen und Schuldscheindarlehen sind endfällig. Per 30. September 2006 stellt sich die Finanzierungsstruktur der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und der Sonstigen Darlehen wie folgt dar: Tabelle: Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Sonstige Darlehen ThyssenKrupp stehen variabel verzinsliche Mittel aus einer syndizierten Kreditfazilität (Multi-Currency-Facility-Agreement) in Höhe von 2,5 Mrd € zur Verfügung. Die im Juli 2005 neu abgeschlossene Fazilität hat eine Laufzeit bis 01. Juli 2011. Es besteht die Möglichkeit, die Fazilität in Übereinstimmung mit den Kreditgebern im nächsten Jahr um ein Jahr zu verlängern. Die Kreditfazilität war am Bilanzstichtag nicht in Anspruch genommen. Des Weiteren hat die ThyssenKrupp AG mit ihren Finanzpartnern bilaterale Vereinbarungen in Höhe von 2.056 Mio € getroffen, denen zufolge sie, aber auch teilweise die ThyssenKrupp USA, Inc. oder die ThyssenKrupp Finance Nederland B.V. Kredite in Euro oder wahlweise in US-Dollar oder GBP revolvierend in Anspruch nehmen kann (Roll-Over-Finanzierungen). Von diesen bilateralen Kreditlinien haben 90 % eine Restlaufzeit von über 5 Jahren und 10 % eine Restlaufzeit von bis zu 5 Jahren. Am Bilanzstichtag wurden 36 Mio € zu einem gewogenen Durchschnittszinssatz von 3,69 % als Barkredit in Anspruch genommen. Insgesamt verfügt der Konzern über ungenutzte und fest zugesagte Kreditlinien in Höhe von 4,3 Mrd €. Darüber hinaus verfügt der Konzern über weitere Finanzierungsmöglichkeiten im Rahmen eines Commercial Paper Programms mit einem maximalen Emissionsvolumen von 1,5 Mrd €, das zum 30. September 2006 nicht in Anspruch genommen war. Für Finance Lease-Verträge betragen die zukünftigen Mindestzahlungen zum 30. September 2006:
Die Fälligkeiten der Finanzverbindlichkeiten verteilen sich wie folgt auf die nächsten 5 Jahre und die Zeit danach:
26 VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGENVerbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 23 (i. Vj. 31) Mio € haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. 27 ÜBRIGE VERBINDLICHKEITEN
Übrige Verbindlichkeiten in Höhe von 1.229 (i. Vj. 1.362) Mio € haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Die Übrigen Verbindlichkeiten sind in Höhe von 0 (i. Vj. 1) Mio € dinglich besichert. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen stammen vor allem aus Finanzierungsvorgängen und aus Ergebnis- und Steuerabrechnungen. Die aus der Bilanzierung von Fertigungsaufträgen resultierenden Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
Die Verbindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten umfassen die negativen beizulegenden Zeitwerte der Währungsderivate einschließlich eingebetteter Derivate sowie der Zins- und Warenderivate (vgl. hierzu auch Anhang-Nr. 30). 28 HAFTUNGSVERHÄLTNISSE UND SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGENBürgschaften und GarantienDie ThyssenKrupp AG, deren Segmentführungsgesellschaften sowie in Einzelfällen auch deren Tochtergesellschaften haben Bürgschaften oder Garantien zu Gunsten von Auftraggebern oder Kreditgebern ausgestellt bzw. ausstellen lassen. Die in der nachfolgenden Tabelle dargestellten Verpflichtungen zeigen Haftungsverhältnisse, bei denen der Hauptschuldner kein konsolidiertes Unternehmen ist.
In den Bürgschaften und Garantien sind 5 (i. Vj. 4) Mio € für Eventualverbindlichkeiten von assoziierten Unternehmen und 400 (i. Vj. 90) Mio € für Eventualverbindlichkeiten von Joint Ventures enthalten. Die Laufzeiten variieren je nach Art der Garantie von 3 Monaten bis zu 10 Jahren (z. B. bei Miet- und Pachtgarantien). Grundlage für eine mögliche Inanspruchnahme durch den Begünstigten ist die nicht vertragskonforme Erfüllung von vertraglich eingegangenen Verpflichtungen durch die Gesellschaften, wie z. B. nicht rechtzeitige oder nicht ordnungsgemäße Lieferung, Nichteinhaltung von zugesicherten Leistungsparametern oder nicht ordnungsgemäße Rückzahlung von Krediten. Alle durch die ThyssenKrupp AG oder die Segmentführungsgesellschaften ausgestellten oder in Auftrag gegebenen Bürgschaften oder Garantien erfolgen im Auftrag und unter Rückhaftung des jeweiligen aus dem zu Grunde liegenden Vertragsverhältnis entsprechend verpflichteten Unternehmens (Hauptschuldner). Besteht die Rückhaftung gegen einen Hauptschuldner, an dem ganz oder teilweise ein konzernfremder Dritter beteiligt ist, so wird mit diesem grundsätzlich die Stellung zusätzlicher Sicherheiten in entsprechender Höhe vereinbart. ThyssenKrupp haftet aus Beteiligungen an Gesellschaften bürgerlichen Rechts, Personengesellschaften und Arbeitsgemeinschaften gesamtschuldnerisch. "Special Purpose Entities"ThyssenKrupp hat eine Anlage zur Produktion von Koks gemietet. Die Anwendung der Interpretation SIC 12 "Consolidation – Special Purpose Entities" auf die Betreibergesellschaft dieser Anlage hat ergeben, dass diese eine "Special Purpose Entity" im Sinne der Interpretation ist, für die eine Konsolidierungspflicht besteht. Die Vollkonsolidierung dieser Gesellschaft hat jedoch nur geringe Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Hingegen führte die Überprüfung der Eigentümergesellschaft, die ebenfalls eine "Special Purpose Entity" im Sinne der Interpretation ist, zu dem Ergebnis, dass der Konzern diese Gesellschaft nicht beherrscht. Die Gesellschaft ist somit nicht in den Konsolidierungskreis des Konzerns einzubeziehen. Die Verpflichtungen des Konzerns im Rahmen des Miet- und Abnahmevertrages sind Bestandteil der unter den "Sonstigen finanziellen Verpflichtungen" aufgeführten künftigen Mindestmietzahlungen aus "operating lease". Das maximale Verlustrisiko des Konzerns aus dieser Anlage beläuft sich auf ca. 45 Mio € und resultiert aus der im Wesentlichen durch Dritte übernommenen Restwertgarantie für die Anlage zum Ende des Miet- bzw. Abnahmevertrages. Sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere RisikenIm Rahmen von Miet-, Pacht- und Leasingverträgen, die als "operating lease" zu qualifizieren sind, least der Konzern Sachanlagen. Hieraus resultieren in der Gewinn- und Verlustrechnung Aufwendungen im Saldo von 221 (2004/2005: 240) Mio €, die sich folgendermaßen zusammensetzen:
Die künftigen (nicht abgezinsten) Mindestmietzahlungen aus solchen unkündbaren Verträgen, die zum 30. September 2006 eine anfängliche oder verbleibende Restlaufzeit von mehr als einem Jahr haben, betragen:
Im Gesamtbetrag der künftigen Mindestmietzahlungen sind die künftigen Mindestmieteinnahmen aus unkündbaren Untermietverträgen in Höhe von 6 (2004/2005: 14) Mio € nicht berücksichtigt. Das Bestellobligo für Investitionsvorhaben beläuft sich zum 30. September 2006 auf 1.029 (i. Vj. 281) Mio € und betrifft im Wesentlichen das Segment Steel. Gegenüber Kapitalgesellschaften und Genossenschaften bestehen Einzahlungsverpflichtungen und Nachschusspflichten von zusammen 20 (i. Vj. 4) Mio €. Darüber hinaus bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von 3.904 (i. Vj. 1.790) Mio €. Diese betreffen im Wesentlichen die Abnahmeverpflichtungen aus langfristigen Erz-, Kohle- und Kalklieferverträgen sowie Verpflichtungen aus Schiffscharterverträgen im Segment Steel sowie Abnahmeverpflichtungen im Zusammenhang mit einem Outsourcingvertrag für IT-Leistungen. Die EU-Kommission hat am 11. Oktober 2005 mitgeteilt, dass sie ein Bußgeldverfahren gegen Unternehmen der Aufzugs- und Fahrtreppenindustrie eingeleitet hat. Hiervon sind auch einige europäische Gesellschaften des ThyssenKrupp Konzerns betroffen. Der Einleitung des Bußgeldverfahrens waren Vorermittlungen der EU-Kommission vorausgegangen, in deren Rahmen sie Anfang 2004 mehrere Nachprüfungen bei den vier größten Aufzugherstellern in der Europäischen Union sowie bei den entsprechenden Verbänden durchgeführt hatte. Gegenstand des Bußgeldverfahrens ist der Vorwurf, die betroffenen Unternehmen hätten in einzelnen EU- Mitgliedstaaten gegen das europäische Kartellrecht im Neuanlagen-, Wartungs- und Ersatzteilgeschäft mit Aufzügen und Fahrtreppen verstoßen. ThyssenKrupp kooperiert mit den Kartellbehörden. Die EU-Kommission hat keine Angaben zur Höhe eventueller Bußgelder gemacht, so dass sich für ThyssenKrupp die finanziellen Folgen des Bußgeldverfahrens noch nicht abschätzen lassen. Am 26. Januar 2006 hat die ThyssenKrupp AG mit der Mittal Steel Company n.v. eine Vereinbarung unterzeichnet, in der sich ThyssenKrupp verpflichtet hat, bis zu 100 % der Anteile an Dofasco zu erwerben, falls Mittal Arcelor übernimmt. Hieraus kann eine Kaufpreisverpflichtung von bis zu 4 Mrd. € entstehen. 29 SCHWEBENDE RECHTSSTREITIGKEITEN UND SCHADENSERSATZANSPRÜCHEEhemalige Aktionäre von Thyssen und von Krupp haben die gerichtliche Überprüfung der Umtauschverhältnisse aus der Verschmelzung der Thyssen AG und der Fried. Krupp AG Hoesch-Krupp zur ThyssenKrupp AG nach § 305 UmwG beantragt. Die Verfahren sind vor dem Landgericht Düsseldorf anhängig. Stellt das Gericht im Spruchverfahren eine Unangemessenheit des Umtauschverhältnisses fest, erfolgt ein Ausgleich durch eine verzinsliche bare Zuzahlung. Die Zuzahlung ist an alle betroffenen Aktionäre zu leisten, auch wenn sie nicht Antragsteller des Spruchverfahrens sind. Die Gesellschaft erwartet jedoch, dass die Spruchverfahren nicht zu baren Zuzahlungen führen werden, da die Umtauschverhältnisse sorgfältig ermittelt, zwischen voneinander unabhängigen Vertragspartnern vereinbart und von dem gerichtlich bestellten Verschmelzungsprüfer geprüft und bestätigt worden sind. Aus der Eingliederung der Thyssen Industrie AG in die ThyssenKrupp AG ist ein Spruchverfahren zur gerichtlichen Überprüfung der Angemessenheit der Abfindung an die außenstehenden Aktionäre der Thyssen Industrie AG anhängig. Sollte das Gericht in einer rechtskräftigen Entscheidung zu dem Ergebnis kommen, dass die angebotene Abfindung unangemessen war, wird die durch weitere Barzahlung erhöhte Abfindung allen außenstehenden Aktionären gewährt. ThyssenKrupp ist im Zusammenhang mit dem Erwerb und der Veräußerung von Unternehmen in gerichtliche, schiedsgerichtliche und außergerichtliche Auseinandersetzungen verwickelt, die zur Rückerstattung von Teilen des Kaufpreises oder zur Gewährung von Schadensersatz führen können. Aus Anlagenbau-, Liefer- und Leistungsverträgen werden von Kunden, Konsortialpartnern und Subunternehmern Ansprüche erhoben. Bei einigen Rechtsstreitigkeiten haben sich die Ansprüche im Verlauf des Geschäftsjahres als unbegründet erwiesen oder sind verjährt. Eine Reihe von Verfahren ist noch anhängig. Im Übrigen sind Gerichts- oder Schiedsverfahren, die einen erheblichen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage von ThyssenKrupp haben können, weder anhängig gewesen noch derzeit anhängig oder nach Kenntnis der Gesellschaft angedroht. 30 FINANZINSTRUMENTENeben den originären Finanzinstrumenten setzt der Konzern verschiedene derivative Finanzinstrumente ein, darunter Devisentermingeschäfte, Devisenoptionsgeschäfte, Zinsswaps, Zins-/Währungsswaps und Warentermingeschäfte. Der Einsatz derivativer Finanzinstrumente erfolgt ausschließlich zur Absicherung bestehender oder geplanter Grundgeschäfte und dient der Reduzierung von Fremdwährungs-, Zins- und Rohstoffpreisrisiken. Zentrales DevisenmanagementDie Internationalität unserer Geschäftstätigkeit bringt eine Vielzahl von Zahlungsströmen in unterschiedlichen Währungen – vor allem in US-Dollar – mit sich. Die Absicherung der hieraus resultierenden Wechselkursrisiken ist wesentlicher Bestandteil unseres Risikomanagements. Konzerneinheitliche Richtlinien bilden die Vorgabe für das zentral organisierte Devisenmanagement des ThyssenKrupp Konzerns. Grundsätzlich besteht für alle Konzerngesellschaften Sicherungspflicht von Fremdwährungspositionen im Zeitpunkt ihrer Entstehung. Die im Gebiet der Europäischen Währungsunion ansässigen verbundenen Unternehmen sind grundsätzlich verpflichtet, alle offenen Positionen aus Waren- und Leistungsgeschäften in den wesentlichen Transaktionswährungen einer zentralen Clearing-Stelle anzudienen. Die angedienten Positionen werden laufzeitkongruent, in Abhängigkeit vom Sicherungszweck der Derivate und der damit verbundenen Art der bilanziellen Behandlung, entweder im Rahmen eines Portfolio-Hedge-Ansatzes abgesichert oder in direkter Zuordnung an Banken durchgeleitet. Die Absicherung von Finanztransaktionen sowie von Geschäften unserer Tochterunternehmen außerhalb der Europäischen Währungsunion erfolgt in enger Abstimmung mit der Konzernleitung. Die Einhaltung der zentralen Vorgaben wird regelmäßig durch den Zentralbereich Internal Auditing überprüft. Zielsetzung bei der Währungsabsicherung ist das Festschreiben von Preisen auf Basis von Sicherungskursen zum Schutz vor zukünftigen ungünstigen Währungsschwankungen. Bei der Sicherung von geplanten produktionsabhängigen Erz-, Kohle- und Koksbezügen erfolgt darüber hinaus eine systematische Ausnutzung von günstigen Euro/US-Dollar-Entwicklungen. Die Sicherungszeiträume richten sich grundsätzlich nach der Laufzeit des Grundgeschäftes. Die Laufzeit der abgeschlossenen Devisenderivate beträgt in der Regel bis zu 12 Monate und kann in einzelnen Ausnahmefällen auch deutlich darüber hinausgehen. Die Sicherungszeiträume geplanter Erz-, Kohle- und Koksbezüge sind auf Basis des theoretisch fairen Wechselkurses (Kaufkraftparität) und der Schwankungsbreite des US-Dollars gegenüber dem Euro unter Zugrundelegung historischer Daten festgelegt worden. Bei Erreichen definierter Sicherungskurse werden entsprechend einem festgelegten Raster die Sicherungen geplanter Bezüge für bestimmte Zeiträume ausgelöst. Der maximale Sicherungszeitraum der geplanten Bezüge beträgt 24 Monate. IAS 39 unterscheidet bei der Absicherung von Fremdwährungsrisiken zwei Arten der Bilanzierung von Sicherungszusammenhängen. Beide Modelle werden im ThyssenKrupp Konzern angewendet: Cash-Flow-HedgesDevisenderivate, die eindeutig der Absicherung zukünftiger Cash-Flows aus Fremdwährungstransaktionen zugeordnet werden können und die Anforderungen des IAS 39 hinsichtlich Dokumentation und Effektivität erfüllen, werden direkt bei Banken abgesichert. Diese Derivate werden zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Die Schwankungen der beizulegenden Zeitwerte dieser Derivate werden jedoch bis zum Realisationszeitpunkt des gesicherten Grundgeschäftes in den kumulierten direkt im Eigenkapital erfassten Erträgen und Aufwendungen erfasst. Bei Realisierung der zukünftigen Transaktion (Grundgeschäft) werden die im Eigenkapital kumulierten Effekte erfolgswirksam aufgelöst. Zum 30. September 2006 ist in den kumulierten direkt im Eigenkapital erfassten Erträgen und Aufwendungen ein unrealisiertes Ergebnis, das auf die ergebnisneutrale Verbuchung von Schwankungen der beizulegenden Zeitwerte aus Devisenderivaten zurückzuführen ist, in Höhe von -14 (i. Vj. 33) Mio € (nach Steuern) berücksichtigt. Die maximale Zeitdauer, für die Cash-Flows aus zukünftigen Transaktionen gesichert werden, beträgt 60 Monate.
Im Berichtsjahr wurden in Folge der unterjährigen Realisation
von Grundgeschäften -11 (i. Vj. 18) Zum 30. September 2006 ist ein Nettoergebnis in Höhe von 22 (i. Vj. -3) Mio € in den Umsatzerlösen/Umsatzkosten enthalten. Dieses Ergebnis resultiert aus den von der Ermittlung der Hedge-Effektivität ausgeschlossenen Bestandteilen der Devisenderivate. Der Abbruch von Cash-Flow-Hedges führte im laufenden Geschäftsjahr zu einem Ergebnis durch Umgliederung aus den kumulierten erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen in die Gewinn- und Verlustrechnung von 0 (i. Vj. 1) Mio €. Diese ursprünglich ergebnisneutral behandelten Schwankungen der beizulegenden Zeitwerte von Devisenderivaten wurden zu dem Zeitpunkt ergebniswirksam realisiert, als die Durchführung der abgesicherten zukünftigen Transaktionen nicht länger als wahrscheinlich angesehen wurde. Die im folgenden Geschäftsjahr erwarteten Ergebnisauswirkungen aus den zum Stichtag in den kumulierten erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen enthaltenen Schwankungen der beizulegenden Zeitwerte von Devisenderivaten sind 19 Mio €. Im Geschäftsjahr 2007/2008 werden Ergebnisauswirkungen in Höhe von -4 Mio € und im Geschäftsjahr 2008/2009 von 2 Mio € erwartet. Fair-Value-HedgesEinige Gesellschaften des Konzerns haben ihren Sitz in Ländern, deren Währung nicht im Rahmen von gewöhnlichen Devisenderivaten abgesichert werden kann, oder tätigen Geschäfte mit so genannten Weichwährungsländern. Die Absicherung von Währungsrisiken aus zukünftigen Erlöseingängen erfolgt in diesen Ländern häufig durch die Aufnahme von Fremdwährungskrediten. Bei diesem Kredit-Hedging werden sowohl die Schwankungen der beizulegenden Zeitwerte aus den eingegangenen Verbindlichkeiten als auch die Schwankungen aus den zu Grunde liegenden verbindlichen Vertragsvereinbarungen aus operativer Tätigkeit ergebniswirksam in den Umsatzerlösen/Umsatzkosten erfasst. Derivate, die der Absicherung von bereits bilanziertem Grundgeschäft dienen oder aus sonstigen Gründen nicht als im Sicherungszusammenhang stehend bilanziert werden können, werden ebenso wie die ihnen global zugeordneten Grundgeschäfte zum beizulegenden Zeitwert angesetzt. Schwankungen der beizulegenden Zeitwerte dieser Derivate werden in Abhängigkeit von der Natur der zu Grunde liegenden Geschäfte ergebniswirksam in den Umsatzerlösen oder Umsatzkosten bzw. im Finanzergebnis ausgewiesen. Zentrale Steuerung des ZinsänderungsrisikosAuf Grund der internationalen Ausrichtung unserer Geschäftsaktivitäten findet die Liquiditätsbeschaffung des ThyssenKrupp Konzerns an den internationalen Geld- und Kapitalmärkten in verschiedenen Währungen – überwiegend im Euro- und US-Dollar-Raum – und mit unterschiedlichen Laufzeiten statt. Die hieraus resultierenden Finanzverbindlichkeiten sowie unsere Geldanlagen sind zu Teilen einem Zinsänderungsrisiko ausgesetzt. Aufgabe unseres zentralen Zinsmanagements ist es, dieses Zinsänderungsrisiko zu steuern und zu optimieren. Hierzu werden im Rahmen des Zinsmanagements regelmäßig Zinsanalysen erstellt. Die Zinsanalyse wird nachfolgend näher dargestellt. Zur Absicherung des Zinsrisikos werden fallweise derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Diese Instrumente werden mit dem Ziel abgeschlossen, die Zinsvolatilitäten und Finanzierungskosten der zu Grunde liegenden Grundgeschäfte zu minimieren. Große Teile der Zinsderivate sind in Form eines Cash-Flow-Hedges direkt und unmittelbar einem bestimmten Kredit zugeordnet (Micro-Hedge). Die Änderung des beizulegenden Zeitwerts dieser Zinsderivate wird erfolgsneutral in den kumulierten direkt im Eigenkapital erfassten Erträgen und Aufwendungen erfasst und beträgt per 30. September 2006 -5 (i. Vj. 12) Mio € (nach Steuern). Die hier erfassten Beträge werden in der Folgezeit ebenfalls erfolgsneutral gegen die Bilanzposition aufgelöst. Der in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesene Zinsaufwand aus den zu Grunde liegenden Grundgeschäften und den zugeordneten Zinsderivaten stellt somit in Summe den fixierten Festzinssatz der Sicherungsbeziehung dar. Im folgenden Geschäftsjahr und im Geschäftsjahr 2008/2009 werden Ergebnisauswirkungen aus den zum Stichtag in den kumulierten direkt im Eigenkapital erfassten Erträgen und Aufwendungen enthaltenen Schwankungen der beizulegenden Zeitwerte von Zinsderivaten von jeweils -1 Mio € erwartet. Ein weiterer Teil der Zinsderivate ist nicht eindeutig einem Einzelkredit zugeordnet, sondern sichert über einen Macro-Hedge-Ansatz ein Portfolio von Einzelkrediten. Diese Zinsderivate werden ebenfalls zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Die Schwankungen der beizulegenden Zeitwerte dieser Zinsderivate werden unmittelbar ergebniswirksam im Zinsergebnis erfasst und betragen per 30. September 2006 0 (i. Vj. 0) Mio €. Zins-/Währungsswaps wurden im Wesentlichen im Zusammenhang mit der Finanzierung der US-Dollar-Aktivitäten abgeschlossen. Die Bilanzierung erfolgt ebenfalls zu beizulegenden Zeitwerten. Der negative beizulegende Zeitwert aus diesen Derivaten resultiert im Wesentlichen aus der Veränderung des Euro/US-Dollar-Wechselkurses, die seit Laufzeitbeginn der US-Dollar-Zins-/ Währungsswaps stattgefunden hat. In diesem Zusammenhang mit gegenläufigem Ergebniseffekt bestehende Fremdwährungspositionen (konzerninterne US-Dollar-Forderungen), deren beizulegender Zeitwert ebenfalls durch Veränderungen des Euro/US-Dollar-Wechselkurses schwankt, bewirken einen weitestgehenden Ausgleich im Konzernergebnis. ZinsanalyseBei Zinsinstrumenten ergeben sich Cash-Flow-Risiken, Opportunitätseffekte sowie bilanz- und ergebniswirksame Zinsrisiken. Refinanzierungen sowie variable Finanzinstrumente unterliegen einem Cash-Flow-Risiko, welches die Unsicherheit bezüglich zukünftiger Zinszahlungen zum Ausdruck bringt. Die Messung des Cash-Flow-Risikos erfolgt mit einer Cash-Flow-Sensitivität. Opportunitätseffekte ergeben sich bei originären Finanzinstrumenten, da diese im Gegensatz zu Zinsderivaten nicht zum beizulegenden Zeitwert, sondern zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden. Dieser Unterschiedsbetrag, der sogenannte Opportunitätseffekt, schlägt sich weder in der Bilanz noch in der Gewinn- und Verlustrechnung nieder. Bilanzwirksame Zinsrisiken, die sich im Eigenkapital auswirken, ergeben sich aus der Bewertung von als Micro-Hedge abgeschlossenen Zinsderivaten. Ergebniswirksame Zinsrisiken resultieren aus den übrigen Zinsderivaten. Opportunitätseffekte sowie bilanz- und ergebniswirksame Zinsrisiken werden mit einer Sensitivitätsberechnung der beizulegenden Zeitwerte und deren Veränderung ermittelt.
Die Zinsanalyse unterstellt eine Parallelverschiebung der Zinskurven
für alle Währungen um
Sicherung von RohstoffpreisrisikenEinige Gesellschaften des Konzerns bedienen sich derivativer Finanzinstrumente zur Minimierung von Rohstoffpreisvolatilitäten. Die Sicherung erfolgt grundsätzlich dezentral, wobei der Abschluss von Finanzderivaten in diesen Bereichen strengen Richtlinien unterliegt, deren Einhaltung durch Internal Auditing überprüft wird. Es werden ausschließlich marktgängige Instrumente verwendet. Dies sind Warentermingeschäfte, Kassageschäfte in Verbindung mit Termingeschäften und der Kauf von Optionen. Die Warentermingeschäfte sind unter den Positionen "Sonstige Forderungen" bzw. "Übrige Verbindlichkeiten" mit ihren beizulegenden Zeitwerten bilanziert. Die Schwankungen der beizulegenden Zeitwerte werden überwiegend ergebniswirksam in den Umsatzerlösen bzw. den Umsatzkosten erfasst. Einige Warenderivate sind in Form eines Cash-Flow-Hedges direkt und unmittelbar einer bestimmten festen Verpflichtung zugeordnet. Die Änderung des beizulegenden Zeitwertes dieser Warenderivate wird erfolgsneutral in den kumulierten direkt im Eigenkapital erfassten Erträgen und Aufwendungen erfasst und beträgt per 30. September 2006 5 (i. Vj. 3) Mio € (nach Steuern). Bei Realisierung der zukünftigen Transaktion werden die im Eigenkapital kumulierten Effekte erfolgswirksam aufgelöst. Zusätzlich werden in einigen Fällen die beizulegenden Zeitwerte von bestimmten festen Verpflichtungen und Vorratsbeständen in Form von Fair-Value-Hedges abgesichert. Diese Warenderivate werden ebenso wie die ihnen zugeordneten Grundgeschäfte zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Die Schwankungen der beizulegenden Zeitwerte dieser Warenderivate und dieser Grundgeschäfte werden unmittelbar in Abhängigkeit von der Natur der zu Grunde liegenden Geschäfte ergebniswirksam in den Umsatzerlösen oder Umsatzkosten ausgewiesen. AusfallrisikoDer Konzern ist bei Finanzinstrumenten einem Ausfallrisiko ausgesetzt, das aus der möglichen Nichterfüllung einer Vertragspartei resultiert und daher maximal in Höhe des positiven beizulegenden Zeitwerts des betreffenden Finanzinstruments besteht. Grundsätzlich werden im ThyssenKrupp Konzern Finanzinstrumente nur mit Kontrahenten sehr guter Bonität abgeschlossen, so dass das Ausfallrisiko als sehr gering betrachtet werden kann. Diesem Risiko wird durch Wertberichtigungen Rechnung getragen. Übersicht derivativer und originärer FinanzinstrumenteDie Werte der im Konzern eingesetzten derivativen Finanzinstrumente stellen sich wie folgt dar:
Die Buchwerte der derivativen Finanzinstrumente entsprechen den beizulegenden Zeitwerten. Eingebettete Derivate bestehen im ThyssenKrupp Konzern in der Ausprägung, dass gewöhnliche Lieferungs- und Leistungsbeziehungen zu Lieferanten und Kunden im Ausland nicht in der funktionalen Währung (Landeswährung) eines der beiden Vertragspartner geschlossen wurden. Von allen Zinsderivaten mit einem Buchwert von insgesamt 58 (i. Vj. 83) Mio € bewertet der Konzern Zinsderivate mit einem Buchwert von 49 (i. Vj. 75) Mio € selbst. Hieraus ergab sich im Geschäftsjahr 2005/2006 ein Ergebniseffekt von -18 (i. Vj. 19) Mio €. Die nicht in der funktionalen Währung abgeschlossenen derivativen Finanzinstrumente werden zu über 80 % in US-Dollar getätigt. Die originären Finanzinstrumente stellen sich wie folgt dar:
Mehr als 75 % der Finanzierung des ThyssenKrupp Konzerns erfolgt in der funktionalen Währung. Die nicht in der funktionalen Währung abgeschlossenen Finanzverbindlichkeiten werden mehrheitlich in US-Dollar getätigt. Die verbleibenden Finanzverbindlichkeiten verteilen sich auf über 20 Währungen. Bewertung von FinanzinstrumentenDie beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente bilden den Preis, zu dem eine Partei die Rechte und Pflichten aus den bestehenden Verträgen von der Gegenpartei übernehmen würde. Die beizulegenden Zeitwerte wurden auf Basis der am Bilanzstichtag bestehenden Marktkonditionen – Zinssätze, Devisenkurse, Warenpreise – und der nachfolgend dargestellten Bewertungsmethoden ermittelt. Abhängig von der Volatilität der zu Grunde liegenden Marktkonditionen können die Instrumente erhebliche Wertveränderungen erfahren. Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von derivativen Finanzinstrumenten erfolgt generell unabhängig von gegenläufigen Entwicklungen aus eventuell zu Grunde liegenden Grundgeschäften. Folgende Methoden wurden bei der Bewertung der Finanzinstrumente zum beizulegenden Zeitwert zu Grunde gelegt: Währungssicherungskontrakte einschließlich eingebetteter DerivateDer beizulegende Zeitwert von Devisentermingeschäften errechnet sich auf Basis des am Bilanzstichtag geltenden Devisenkassamittelkurses unter Berücksichtigung der Terminaufschläge und –abschläge für die jeweilige Restlaufzeit des Kontraktes im Vergleich zum kontrahierten Devisenterminkurs. Bei Devisenoptionen werden anerkannte Modelle zur Ermittlung des Optionspreises angewandt. Der beizulegende Zeitwert einer Option wird neben der Restlaufzeit der Option zusätzlich durch weitere Bestimmungsfaktoren, wie z. B. die aktuelle Höhe und die Volatilität des zu Grunde liegenden jeweiligen Wechselkurses oder der zu Grunde liegenden Basiszinsen, beeinflusst. ZinssicherungskontrakteBei Zinsswaps erfolgt die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert durch die Abzinsung der zukünftig zu erwartenden Cash-Flows. Dabei werden die für die Restlaufzeit der Kontrakte geltenden Marktzinssätze zu Grunde gelegt. Zinsoptionen werden analog der Devisenoptionen mittels Optionspreismodellen bewertet. Die Bewertung von Zins-/Währungsswaps zum beizulegenden Zeitwert erfolgt analog zur Zeitwertermittlung bei Zinsswaps durch die Abzinsung der aus den Kontrakten resultierenden zukünftigen Cash-Flows. Dabei werden neben den zum Bilanzstichtag geltenden, jeweils relevanten Marktzinssätzen die Wechselkurse der jeweiligen Fremdwährungen, in denen die Cash-Flows stattfinden, zu Grunde gelegt. WarenderivateDer beizulegende Zeitwert von Warenderivaten basiert auf offiziellen Börsennotierungen sowie externen Bewertungen unserer Finanzpartner zum Bilanzstichtag. Er stellt den Preis dar, den das Unternehmen zahlen bzw. erhalten würde, wenn es die Derivate am Bilanzstichtag auflösen wollte. Ausleihungen und FinanzverbindlichkeitenDer beizulegende Zeitwert von börsennotierten Schuldtiteln basiert auf den Kursnotierungen zum Bilanzierungszeitpunkt. Der beizulegende Zeitwert von festverzinslichen Ausleihungen oder Verbindlichkeiten ergibt sich als Barwert der zukünftig erwarteten Cash-Flows. Die Diskontierung erfolgt auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen Zinssätze. Bei Verbindlichkeiten mit variabel verzinslichem Charakter entsprechen die Buchwerte den beizulegenden Zeitwerten. Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und LeistungenDie Buchwerte entsprechen den beizulegenden Zeitwerten. Kurz- und langfristige WertpapiereDer beizulegende Zeitwert von Wertpapieren basiert auf den Börsenkursen zum Bilanzstichtag. Flüssige MittelDer Buchwert der flüssigen Mittel entspricht dem beizulegenden Zeitwert. Fälligkeiten der FinanzinstrumenteAuf Basis der Buchwerte stellen sich die Fälligkeiten der derivativen Finanzinstrumente wie folgt dar: Tabelle: Fälligkeiten der Finanzinstrumente Die Fälligkeiten der originären Finanzinstrumente stellen sich wie folgt dar: Ausleihungen sind als langfristig zu klassifizieren, während Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen als kurzfristig klassifiziert werden. Enthalten die Forderungen oder Verbindlichkeiten Beträge, die nach mehr als zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag erfüllt werden, sind diese in den Anhangerläuterungen angegeben. Die Darstellung der Fälligkeiten der Finanzverbindlichkeiten erfolgt unter Anhang-Nr. 25. Cash Flows aus Devisen-, Zins,- und Warenderivaten, die die Voraussetzungen für die Behandlung als Cash-Flow-Hedge nach IAS 39 erfüllen, werden voraussichtlich in Höhe von 1.402 Mio € im folgenden Geschäftsjahr sowie in Höhe von 995 Mio € bzw. 315 Mio € in den darauf folgenden Geschäftsjahren eintreten. 31 BEZIEHUNGEN ZU NAHE STEHENDEN PERSONEN (RELATED PARTIES)Die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung ist per 30. September 2006 mit 23,71 % an der ThyssenKrupp AG beteiligt. Über die in der Satzung (§ 21) festgelegten Leistungen und Gegenleistungen hinaus bestanden mit Ausnahme eines Verkaufs unbebauter Grundstücke in 2004/2005 sowie des Verkaufs von 15.339.893 eigener Aktien zum Börsenkurs von 17,44 € je Aktie in 2005/2006 keine wesentlichen Liefer- und Leistungsbeziehungen. Aus dem Verkauf in 2004/2005 wurden Veräußerungserlöse von 2 Mio € realisiert, die zu einem Gewinn in Höhe von 0,2 Mio € führten. Der Konzern hat in geringem Umfang Geschäftsbeziehungen mit verbundenen, nicht konsolidierten Unternehmen. Transaktionen mit diesen nahe stehenden Personen resultieren aus dem normalen Lieferungs- und Leistungsaustausch. Nahe stehende Person von wesentlicher Bedeutung ist darüber hinaus die Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH (HKM), an der ThyssenKrupp per 30. September 2005 und 2006 50 % der Anteile hält und die als Joint Venture nach der Equity-Methode bewertet wird. Mit HKM bestehen sowohl im aktuellen als auch im vorherigen Geschäftsjahr in erheblichem Umfang Geschäftsbeziehungen, die den Bezug von Rohstahl (Halbzeug-Strangguss) und Umsätze aus Transportleistungen und Kokslieferungen beinhalten. Die Höhe der Beziehungen zeigt die nachfolgende Tabelle.
Nahe stehende Person von wesentlicher Bedeutung ist darüber hinaus Atlas Elektronik, an der ThyssenKrupp seit dem 03. August 2006 60 % der Anteile hält und die als Joint Venture nach der Equity-Methode bewertet wird. Mit Atlas Elektronik bestehen Geschäftsbeziehungen, die hauptsächlich den Bezug von Sensor- und Sonarsystemen für konventionelle U-Boote beinhalteten. Die Höhe der Beziehungen seit dem Erwerb zeigt die nachfolgende Tabelle.
Vergütung des aktiven Vorstands und AufsichtsratsDie gemäß IAS 24 angabepflichtige Vergütung des Managements in den Schlüsselpositionen des Konzerns umfasst die Vergütung des aktiven Vorstands und Aufsichtsrats. Die aktiven Mitglieder des Vorstands wurden wie folgt vergütet:
Als Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses wird der aus den Pensionsrückstellungen für die aktiven Vorstandsmitglieder resultierende Dienstzeitaufwand (service cost) ausgewiesen. Die Angabe der aktienorientierten Vergütung bezieht sich auf den beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt der Gewährung. Darüber hinaus erhielt der Vorstand im Geschäftsjahr 2005/2006 aus der 5. Tranche des Long Term Management Incentiveplans (LTMI) Zahlungen von 3.769 Tausend € und aus der 1. Tranche des Mid Term Incentiveplans (MTI) Zahlungen von 3.416 Tausend €. Zum 30. September 2006 sind Vorstandsmitgliedern keine Kredite oder Vorschüsse gewährt worden. Die aktiven Mitglieder des Aufsichtsrats wurden wie folgt vergütet:
Darüber hinaus wurden den Mitgliedern des Aufsichtsrats der ThyssenKrupp AG für Aufsichtsratsmandate bei Konzerngesellschaften für das Geschäftsjahr 2005/2006 Vergütungen von 153 (i. Vj. 168) Tausend € gewährt. Zum 30. September 2006 sind Aufsichtsratsmitgliedern keine Kredite oder Vorschüsse gewährt worden. Zur Individualisierung sowie zu weiteren Details zu den Bezügen der Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder vgl. die Ausführungen im geprüften Vergütungsbericht des Corporate Governance-Kapitels. Vergütung ehemaliger Vorstands- und AufsichtsratsmitgliederDie Gesamtbezüge früherer Mitglieder des Vorstands und ihrer Hinterbliebenen beliefen sich auf 15,5 (i. Vj. 13,3) Mio €. Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands und ihren Hinterbliebenen wurden nach IFRS 157,8 (i. Vj. 159,1) Mio € zurückgestellt. Frühere Aufsichtsratsmitglieder, die vor dem 01. Oktober 2005 aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden sind, erhalten für die Zeit ihrer Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat eine anteilige Vergütung aus der langfristigen Vergütungskomponente von 98 Tausend €. 32 SEGMENTBERICHTERSTATTUNGDie Segmente stellen das primäre Berichtsformat des Konzerns dar; diese entsprechen der internen Organisations- und Berichtsstruktur des Konzerns. Im Zusammenhang mit der Neuordnung der Stahlaktivitäten des ThyssenKrupp Konzerns zum 01. Oktober 2005 entstanden aus dem bisherigen Segment Steel die Segmente Steel und Stainless. Zur besseren Vergleichbarkeit wird die inzwischen verkaufte Edelstahl Witten-Krefeld GmbH (EWK) im Vorjahr unter Special Materials ausgewiesen. Die Werte der Vorperiode sind entsprechend angepasst. Den Produkten und Dienstleistungen entsprechend besteht die Konzernstruktur aus den Segmenten Steel, Stainless, Automotive, Technologies, Elevator und Services sowie den Aktivitäten von Corporate. SteelDie Aktivitäten des Segments liegen in der Produktion und dem Verkauf von Flachstahl in allen Grund- und Qualitätsstahlgüten. Das Flachstahlprogramm umfasst Kohlenstoffstahl mit und ohne Oberflächenvergütung und Elektroblech. StainlessDas Segment bündelt alle Herstellungs- und Vertriebsfunktionen für die Werkstoffe Edelstahl Rostfrei-Flach, Nickellegierungen und Titan. AutomotiveIn diesem Segment werden Teile, Komponenten, Zusammenbauten und Module/Systeme für Fahrgestell, Karosserie und Antriebsstrang/ Lenkung von Pkw und Lkw produziert. TechnologiesIm Segment Technologies sind die Aktivitäten im Systemgeschäft, im Anlagen- und Komponentenbau sowie die damit verbundenen Dienstleistungen zusammengefasst. Hierzu zählen Plant Technology, Marine Systems, Mechanical Engineering, und Transrapid. Plant Technology bietet das Projektmanagement für die Planung und den Bau von Spezial- und Großanlagen für die Chemie und Petrochemie, die Zementindustrie, für Fördersysteme sowie für die Kokerei- und Energietechnik an. Das Leistungsspektrum von Marine Systems umfasst Neubau, Reparatur, Umbau und Service insbesondere von Marineschiffen, d. h. von konventionellen U-Booten und Überwasserschiffen. Mechanical Engineering entwickelt und fertigt Komponenten, die ihren Einsatz vor allem im Maschinenbau finden. Hierzu gehören Ringe und Großwälzlager, Laufwerke und Laufwerkskomponenten für Windenergieanlagen und Erdbewegungsmaschinen sowie für den allgemeinen Maschinenbau. Ebenfalls zum Programm zählt die Entwicklung, Konstruktion und Fertigung von Montagesystemen für Aggregate. Transrapid betreibt die Planung, das Projektmanagement und den Bau von Magnetschnellbahnsystemen. ElevatorDas Segment betreibt den Neubau, die Modernisierung sowie den Service von Aufzügen, Fahrtreppen, Treppenliften und Fluggastbrücken. ServicesDas Segment ist Dienstleister für Werkstoffe, Rohstoffe und Industrieprozesse. Dabei werden neben der Distribution und dem Produktverkauf von Walz- und Edelstahl, Rohren, NE-Metallen und Kunststoffen auch Dienstleistungen angeboten, die von der Anarbeitung und Logistik über Lager- und Bestandsmanagement bis hin zum Supply-Chain-Management reichen. Die Prozessdienstleistungen umfassen neben komplexen Instandhaltungsaktivitäten auch produktionsbegleitende Dienstleistungen. Hinzu kommen die weltweite Versorgung mit metallurgischen Rohstoffen sowie innovative technische Systemlösungen. CorporateCorporate umfasst die Konzernverwaltung einschließlich der konzerninternen Dienstleistungen sowie die inaktiven Gesellschaften, die einzelnen Segmenten nicht zugeordnet werden können. Hinzu kommen die nicht betriebsnotwendigen Immobilien, die zentral im Bereich Corporate geführt und verwertet werden. Das Ergebnis vor Steuern von Corporate setzt sich folgendermaßen zusammen:
KonsolidierungDie Konsolidierung umfasst im Wesentlichen die Eliminierung von Zwischengewinnen im Vorratsvermögen. Ferner erfolgt hier die Eliminierung des Beteiligungsergebnisses für die Gesellschaften, an denen die Segmente Steel und Services gemeinsam beteiligt sind. Diese Gesellschaften werden im Segment Steel, das die wirtschaftliche Führung hat, voll konsolidiert. Im Segment Services erfolgt eine Bilanzierung der Beteiligung nach der Equity-Methode. Bei Services sind Beteiligungsergebnisse aus konzerninternen Gemeinschaftsunternehmen in Höhe von 11 (2004/2005: 22) Mio € enthalten. Die Rechnungslegungsgrundsätze für die Segmente sind bis auf die vorstehend dargestellten Aufwandsübernahmen die gleichen, wie sie für den Konzern in den Grundsätzen der Rechnungslegung beschrieben sind. Das Maß für die Ertragskraft der einzelnen Segmente des Konzerns ist das "Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten vor Steuern" wie es in der Gewinn- und Verlustrechnung dargestellt wird. Die Umsätze zwischen den Segmenten werden zu marktüblichen Verrechnungspreisen vorgenommen. Tabelle: Informationen nach Segmenten Das Segmentvermögen und die Segmentverbindlichkeiten leiten sich wie folgt auf die Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten (einschließlich Disposal Groups) gemäß der Bilanz über:
Das sekundäre Berichtsformat des Konzerns basiert auf den geografischen Regionen. Bei der Darstellung der Information nach Regionen erfolgt die Länderzuordnung der Umsätze nach dem Sitz des Kunden während die Zuordnung des Segmentvermögens und der Investitionen nach dem jeweiligen Standort vorgenommen wird. Das geografische Segment "Übrige EU" umfasst mit Ausnahme von Deutschland alle Mitgliedsstaaten der Europäischen Union zum aktuellen Berichtszeitpunkt. Die europäischen Länder, die derzeit nicht Mitglied der Europäischen Union sind, sind Teil des Segments "Übrige Länder". Das Segment "Amerika" beinhaltet die Staaten der Nafta und von Südamerika. Das Segment "Asien/Pazifik" umfasst Asien und Australien. Es gab keine Beziehungen zu einzelnen Kunden, deren Umsatzanteil gemessen am Konzernumsatz wesentlich ist.
33 SCHÄTZUNGEN UND ERMESSENSAUSÜBUNGEN IM RAHMEN DER RECHNUNGSLEGUNGDie Erstellung des Konzernabschlusses erfordert die Vornahme von Schätzungen sowie das Treffen von Annahmen durch das Management, wodurch die Höhe der berichteten Beträge und die diesbezüglichen Anhangangaben beeinflusst werden. Alle Schätzungen und Annahmen werden nach bestem Wissen und Gewissen getroffen, um ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns zu vermitteln. Bilanzierung von ErwerbenAls Folge von Akquisitionen werden Firmenwerte in der Bilanz des Konzerns ausgewiesen. Bei der Erstkonsolidierung eines Erwerbs werden alle identifizierbaren Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten zu beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbsstichtag angesetzt. Eine der wesentlichsten Schätzungen bezieht sich dabei auf die Bestimmung der zum Erwerbsstichtag jeweils beizulegenden Zeitwerte dieser Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Grundstücke, Gebäude und Geschäftsausstattung werden in der Regel auf Basis unabhängiger Gutachten bewertet, während marktgängige Wertpapiere zum Börsenpreis angesetzt werden. Falls immaterielle Vermögenswerte identifiziert werden, wird in Abhängigkeit von der Art des immateriellen Vermögenswerts und der Komplexität der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts entweder auf das unabhängige Gutachten eines externen Bewertungsgutachters zurückgegriffen oder der beizulegende Zeitwert intern unter Verwendung einer angemessenen Bewertungstechnik ermittelt, deren Basis üblicherweise die Prognose der insgesamt erwarteten künftigen Cash-Flows ist. Diese Bewertungen sind eng verbunden mit den Annahmen, die das Management bezüglich der künftigen Wertentwicklung der jeweiligen Vermögenswerte getroffen hat sowie der unterstellten Veränderungen des anzuwendenden Diskontierungszinssatzes. FirmenwertWie in den Grundsätzen der Rechnungslegung unter Anhang-Nr. 1 dargestellt, überprüft der Konzern jährlich und zusätzlich sofern irgendein Anhaltspunkt dafür vorliegt, ob eine Wertminderung der Firmenwerte eingetreten ist. Dann ist der erzielbare Betrag der Cash Generating Unit zu schätzen. Dieser entspricht dem höheren Wert von beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Die Bestimmung des Nutzungswerts beinhaltet die Vornahme von Anpassungen und Schätzungen bezüglich der Prognose und Diskontierung der künftigen Cash-Flows (vgl. Anhang- Nr. 12). Obwohl das Management davon ausgeht, dass die zur Berechnung des erzielbaren Betrags verwendeten Annahmen angemessen sind, könnten etwaige unvorhersehbare Veränderungen dieser Annahmen zu einem Wertminderungsaufwand führen, der die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nachteilig beeinflussen könnte. Werthaltigkeit der VermögenswerteZu jedem Bilanzstichtag hat der Konzern einzuschätzen, ob irgendein Anhaltspunkt dafür vorliegt, dass der Buchwert einer Sachanlage, einer als Finanzinvestition gehaltenen Immobilie oder eines immateriellen Vermögenswertes wertgemindert sein könnte. In diesem Fall wird der erzielbare Betrag des betreffenden Vermögenswertes geschätzt. Der erzielbare Betrag entspricht dem höheren Wert von beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Zur Ermittlung des Nutzungswertes sind die diskontierten künftigen Cash-Flows des betreffenden Vermögenswertes zu bestimmen. Die Schätzung der diskontierten künftigen Cash-Flows beinhaltet wesentliche Annahmen wie insbesondere solche bezüglich der künftigen Verkaufspreise und Verkaufsvolumina, der Kosten und der Diskontierungszinssätze. Obwohl das Management davon ausgeht, dass die Schätzungen der relevanten erwarteten Nutzungsdauern, die Annahmen bezüglich der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der Entwicklung der Industriezweige, in denen der Konzern tätig ist und die Einschätzungen der diskontierten künftigen Cash-Flows angemessen sind, könnte durch eine Veränderung der Annahmen oder Umstände eine Veränderung der Analyse erforderlich werden. Hieraus könnten in der Zukunft zusätzliche Wertminderungen oder Wertaufholungen resultieren, falls sich die vom Management identifizierten Trends umkehren oder sich die Annahmen und Schätzungen als falsch erweisen sollten. Umsatzrealisierung aus FertigungsaufträgenBestimmte Konzerngesellschaften, insbesondere in den Segmenten Technologies und Elevator, tätigen einen Teil ihrer Geschäfte als Fertigungsaufträge, die nach der Percentage-of-Completion- Methode bilanziert werden, wonach die Umsätze entsprechend dem Fertigstellungsgrad auszuweisen sind. Diese Methode erfordert eine exakte Schätzung des Ausmaßes des Auftragsfortschritts. In Abhängigkeit von der Methode zur Bestimmung des Fertigstellungsgrades umfassen die wesentlichen Schätzungen die gesamten Auftragskosten, die bis zur Fertigstellung noch anfallenden Kosten, die gesamten Auftragserlöse, die Auftragsrisiken und andere Beurteilungen. Das Management der operativen Einheiten überprüft kontinuierlich alle Schätzungen, die im Rahmen der Fertigungsaufträge erforderlich sind und passt diese gegebenenfalls an. Steuern vom Einkommen und vom ErtragDa der Konzern in zahlreichen Ländern operativ tätig ist und Einkünfte erzielt, unterliegt er in einer Vielzahl von Steuerhoheiten den unterschiedlichsten Steuergesetzen. Um die weltweiten Steuerverbindlichkeiten des Konzerns zu bestimmen, sind daher wesentliche Beurteilungen erforderlich. Obwohl das Management davon ausgeht, eine vernünftige Einschätzung steuerlicher Unwägbarkeiten getroffen zu haben, kann nicht zugesichert werden, dass sich der tatsächliche Ausgang solcher steuerlicher Unwägbarkeiten mit der ursprünglichen Einschätzung deckt. Etwaige Unterschiede könnten in der jeweiligen Periode, in der die Angelegenheit endgültig entschieden wird, Auswirkungen auf die Steuerverbindlichkeiten und die latenten Steuern haben. Zu jedem Bilanzstichtag beurteilt der Konzern, ob die Realisierbarkeit künftiger Steuervorteile für den Ansatz aktiver latenter Steuern hinreichend wahrscheinlich ist. Dies erfordert vom Management u. a. die Beurteilung der Steuervorteile, die sich aus den zur Verfügung stehenden Steuerstrategien und dem künftigen zu versteuernden Einkommen ergeben, sowie die Berücksichtigung weiterer positiver und negativer Faktoren. Die ausgewiesenen aktiven latenten Steuern könnten sich verringern, falls die Schätzungen der geplanten steuerlichen Einkommen und der durch zur Verfügung stehende Steuerstrategien erzielbaren Steuervorteile gesenkt werden oder falls Änderungen der aktuellen Steuergesetzgebung den zeitlichen Rahmen oder den Umfang der Realisierbarkeit künftiger Steuervorteile beschränken. Für weitere Informationen zu potentiellen Steuervorteilen, für die keine aktiven latenten Steuern angesetzt worden sind, vgl. die Ausführungen unter Anhang-Nr. 9. Leistungen an ArbeitnehmerDie Bilanzierung von Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen erfolgt in Übereinstimmung mit versicherungsmathematischen Bewertungen. Diese Bewertungen beruhen auf statistischen und anderen Faktoren, um auf diese Weise künftige Ereignisse zu antizipieren. Diese Faktoren umfassen u. a. versicherungsmathematische Annahmen wie Diskontierungszinssatz, erwarteter Kapitalertrag des Planvermögens, erwartete Gehaltssteigerungen, Sterblichkeitsraten und Steigerungsraten für Gesundheitsfürsorgekosten. Diese versicherungsmathematischen Annahmen können auf Grund von veränderten Markt- und Wirtschaftsbedingungen erheblich von den tatsächlichen Entwicklungen abweichen und deshalb zu einer wesentlichen Veränderung der Pensions- und ähnlichen Verpflichtungen sowie des zugehörigen künftigen Aufwands führen (vgl. Anhang-Nr. 23 bezüglich weiterer Informationen für Leistungen an Arbeitnehmer). Rechtliche RisikenWie unter Anhang-Nr. 28 f. dargestellt, sind ThyssenKrupp Unternehmen in einigen Fällen Parteien in Rechtsstreitigkeiten. Der Ausgang dieser Fälle könnte einen wesentlichen Effekt auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben. Das Management analysiert regelmäßig die aktuellen Informationen zu diesen Fällen und bildet Rückstellungen für wahrscheinliche Verpflichtungen einschließlich der geschätzten Rechtskosten. Für die Beurteilung werden interne und externe Rechtsanwälte eingesetzt. Im Rahmen der Entscheidung über die Notwendigkeit einer Rückstellung berücksichtigt das Management die Wahrscheinlichkeit eines ungünstigen Ausgangs und die Möglichkeit, die Höhe der Verpflichtung ausreichend verlässlich zu schätzen. Die Erhebung einer Klage oder die formale Geltendmachung eines Anspruchs gegen ThyssenKrupp Unternehmen oder die Angabe eines Rechtsstreits im Anhang bedeuten nicht automatisch, dass eine Rückstellung für das betreffende Risiko angemessen ist. 34 BESONDERE EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAGBerichtspflichtige Ereignisse lagen nicht vor.
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