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GESCHÄFTSVERLAUF IN DEN SEGMENTENUnseren Kunden auf allen fünf Kontinenten Werkstoffe, Industriegüter und Dienstleistungen zu liefern, ist Aufgabe unserer Segmente. Die guten Zahlen des Berichtsjahres sprechen für ihren Erfolg: Von hochwertigen Stahlblechen über U-Boote und moderne Aufzüge bis zu ausgefeilten Logistiksystemen sind die Leistungen unseres Konzerns gefragter denn je. STEEL
Auftragseingang und Umsatz: Gestiegene Mengen und ErlöseDas Segment Steel konzentriert sich auf die Produktion und den Absatz von hochwertigen Qualitätsflachstahlerzeugnissen einschließlich der dazugehörigen Dienstleistungen. Dank des außerordentlich positiven Marktumfelds wuchs das Geschäft im Berichtsjahr signifikant. Der wertmäßige Auftragseingang nahm um 21 % auf 11,1 Mrd € zu, was nicht nur auf die im Vergleich zum Vorjahr spürbar gestiegenen Bestellmengen, sondern auch auf die im Markt durchgesetzten Preiserhöhungen zurückzuführen war. Sowohl mengen- als auch erlösbedingt erhöhte sich ebenfalls der Umsatz um 12 % auf 10,7 Mrd €. Die Rohstahlproduktion erreichte mit 13,8 Mio t das Niveau des Vorjahres. Das Rohstahlaufkommen wurde mehrfach durch Störungen bei unserer Beteiligungsgesellschaft Hüttenwerke Krupp Mannesmann erheblich beeinträchtigt. Trotz Mehrproduktion der eigenen Stahlwerke konnte dieser Ausfall nicht vollständig ausgeglichen werden. Angesichts der hohen Stahlnachfrage wurden zusätzlich Brammen aus eigenem Bestand und aus Zukäufen eingesetzt. Die Walzstahlproduktion für Kunden konnte dadurch um insgesamt 4 % gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden. Davon profitierten vornehmlich die kaltgewalzten unbeschichteten und oberflächenveredelten Flachprodukte, während bei den Warmflacherzeugnissen nur die Vorjahresmenge erreicht wurde. Die Produktionskapazitäten waren überwiegend voll ausgelastet. In der Business Unit Steelmaking sind die Metallurgie in Duisburg und die Logistikaktivitäten zusammengefasst. Deren Hauptaufgabe ist die Versorgung der drei anderen Business Units mit kostengünstigem und qualitativ hochwertigem Vormaterial. Der Umsatz der Business Unit mit Roheisen, Brammen und Energie an externe Abnehmer lag, da die gestiegenen Rohstoffkosten weitergegeben wurden, über dem des Vorjahres. Auch die Transportgesellschaften verzeichneten höhere Umsatzerlöse. Die Business Unit Industry konzentriert sich auf ein breites Spektrum von Abnehmern in der Stahl verarbeitenden Industrie. Der Umsatz nahm im Vorjahresvergleich um 12 % zu. Bei anhaltend guter Beschäftigung unserer Kunden stieg der Versand erheblich, insbesondere bei Warmband, Feinblech und feuerveredeltem Material. Nicht allen Mengenwünschen konnte entsprochen werden. Angesichts der lebhaften Nachfrage konnten die Preise im Quartalsgeschäft ab der zweiten Geschäftsjahreshälfte angehoben werden. Bei den Jahreskontrakten mussten zum Teil Abschläge hingenommen werden. Auch die europäischen Stahl-Service-Center sowie das Geschäft mit Bauelementen verbuchten einen höheren Umsatz als im Vorjahr. Die Business Unit Auto beliefert die global aufgestellten Automobilkunden mit Stahlerzeugnissen und Serviceleistungen. Der Umsatz stieg dank der substanziellen Preiserhöhungen, die mit der Automobilindustrie zu Jahresbeginn vereinbart worden waren, um 18 %. Der Versand nahm gegenüber dem Vorjahr ebenfalls zu. Bei Tailored Blanks war der höhere Umsatz bei leichter operativer Mengensteigerung im Wesentlichen eine Folge der an die Kunden weitergegebenen höheren Materialpreise. Überdies wirkte sich der Hochlauf der Fertigungsstätten in China und Schweden positiv aus. Auch die Stahl-Service-Aktivitäten in Nordamerika konnten ihren Umsatz nennenswert ausweiten. Trotz der schwierigen Lage auf dem nordamerikanischen Automobilmarkt nahm der Absatz erheblich zu. In der Business Unit Processing sind unsere Aktivitäten bei Weißblech, Mittelband und kornorientiertem Elektroband angesiedelt. Insgesamt erhöhte sich der Umsatz um 17 %. Der Bereich Weißblech verzeichnete einen deutlichen mengen- und erlösbedingten Zuwachs. Basis für die Versandsteigerung war die erfolgreiche Erweiterung am Standort Andernach. Der Umsatz von Hoesch Hohenlimburg ging durch den Verkauf des Bereichs Spezialprofile zurück. Bei Mittelband wirkte sich die unzureichende Vormaterialversorgung durch die Hüttenwerke Krupp Mannesmann umsatzmindernd aus. Weiterhin sehr dynamisch verlief dagegen das Geschäft mit kornorientiertem Elektroband. Die Kapazitätserweiterung an den Standorten in Deutschland und Frankreich ermöglichte nennenswerte Mengensteigerungen, insbesondere im Bereich der höherwertigen Güten. Auch die Erlöse haben sich deutlich verbessert. ErgebnisDas Segment Steel steigerte den Gewinn um 323 Mio € auf 1.417 Mio €. Dabei konnten die höheren Nettoerlöse und Versandmengen die deutliche Verteuerung wesentlicher Rohstoffe und gestiegene Verarbeitungskosten überkompensieren. Die Business Unit Steelmaking verbesserte das Ergebnis und erzielte einen Gewinn. Dies ist im Wesentlichen einer verbesserten Erlösstruktur bei Roheisen und der konsequenten Realisierung von Kostensenkungspotenzialen zu verdanken. Die Verteuerung der wesentlichen Rohstoffe, der Energie und der Frachtraten wurde als Vormaterialkosten an die nachgelagerten Business Units weitergegeben. Die Business Unit Industry erwirtschaftete wiederum einen deutlichen Gewinn, der aber nicht das Niveau des Vorjahres erreichte. Gestiegene Absatzmengen und Kostensenkungsmaßnahmen reichten nicht aus, um die Kostensteigerungen bei Vormaterial und Zink auszugleichen. Auch die europäischen Stahl-Service-Center blieben unter dem hohen Vorjahresgewinn, weil sich negative Preiseffekte nicht durch höhere Mengen ausgleichen ließen. Bauelemente erwirtschaftete bei anhaltend schwierigem Marktumfeld einen gegenüber dem Vorjahr leicht verbesserten Gewinn. Die Business Unit Auto baute den Gewinn deutlich aus. Hauptursache waren höhere Erlöse und Absatzmengen. Hinzu kamen positive Effekte aus Maßnahmen zur Effizienzsteigerung. Dadurch wurden die Kostenzunahmen auf der Beschaffungsseite insgesamt überkompensiert. Tailored Blanks steigerte den Gewinn auf Grund höherer Versandmengen und erfolgreicher Rationalisierungsmaßnahmen. Die nordamerikanischen Stahl-Service-Aktivitäten erhöhten den Gewinn durch eine größere Absatzmenge. Das Ergebnis der Business Unit Auto enthält auch Versicherungsentschädigungen aus dem Brandschaden in der EBA 2 im Vorjahr. Auch die Business Unit Processing konnte ihr sehr gutes Vorjahresergebnis wiederum spürbar verbessern. Der Gewinn von Weißblech lag auf Vorjahresniveau; höhere Versandmengen und Nettoerlöse glichen die deutlichen Steigerungen bei Vormaterialpreisen und Versandkosten nahezu aus. Mittelband übertraf trotz Versandmengenrückgang leicht das gute Vorjahresergebnis. Beim Elektroband führte das positive Marktumfeld mit deutlich gestiegenen Nettoerlösen in Verbindung mit der konsequenten Umsetzung ergebnisverbessernder Maßnahmenprogramme zu einer deutlichen Gewinnsteigerung. Wesentliche EreignisseSteel hat das aktive Portfoliomanagement im Berichtsjahr fortgeführt und die Aktivitäten entsprechend der Marktlage restrukturiert. ThyssenKrupp Tailored Blanks baute das Geschäft aus, vor allem in China und Schweden. Am Standort Dortmund wurde die Produktion eingestellt und nach Duisburg und Wolfsburg verlagert. Im Bereich Bauelemente wurden weitere Maßnahmen beschlossen, um die Struktur an die Markterfordernisse anzupassen. So werden die Standorte Hof und Leipzig bei einer Konzentration auf die Werke Eichen und Oldenburg geschlossen. Um die wachsenden Märkte in Osteuropa besser erschließen zu können, soll in der Region ein neuer Standort aufgebaut werden. Auch im Bereich Stahl-Service Europa wurde eine Standortoptimierung eingeleitet. Die britischen Aktivitäten wurden zum Ende des Geschäftsjahres im Rahmen eines Management-Buyout veräußert. Dagegen wird die Präsenz im expandierenden osteuropäischen Markt durch ein neues Stahl-Service-Center in Polen verstärkt. Durch den Verkauf der Sparte Spezialprofile von Hoesch Hohenlimburg trennte sich ThyssenKrupp Steel vom letzten noch verbliebenen Langprodukt-Bereich. InvestitionenDie Investitionen des Segments Steel betrugen im Berichtsjahr 515 Mio € bei Abschreibungen von 571 Mio €. Für die ThyssenKrupp Steel AG stand die Modernisierung der Roheisenbasis in Duisburg im Vordergrund. Kernstück ist der Neubau des Hochofens 8, ergänzt um die Neuzustellung des benachbarten Hochofens 9; die Arbeiten liefen im Berichtsjahr an. Das Investitionsvolumen des Hochofenkonzepts beläuft sich insgesamt auf 340 Mio €. Im Hinblick auf das Stahlwerksprojekt in Brasilien haben wir begonnen, die Warmbandstraßen auszubauen und die logistische Infrastruktur zu verbessern. Die Modernisierung der Kaltwalzwerke konnte abgeschlossen werden. Zum Ende des Berichtsjahres nahm ThyssenKrupp Tailored Blanks in Südschweden eine neue Produktionsstätte mit zwei Schweißanlagen und einer Gesamtkapazität von 60.000 t in Betrieb. Weitere Investitionsmittel flossen in die weltweit erste Tailored-Strip-Anlage. Rasselstein hat die Investitionsprojekte im Rahmen der Vorwärtsstrategie für das Produkt Weißblech planmäßig abgeschlossen. Seit März 2006 sind die Anlagen in vollem Betrieb. Das Investitionsvolumen von insgesamt 160 Mio € beinhaltete den Neubau eines Durchlaufglühofens, die Verlagerung der Dortmunder Veredelungsanlage und der Inspektionslinie, ein neues Fertiglager sowie die Schaffung der erforderlichen Infrastruktur. Mit der Investition wuchs die Kapazität um 20 %. Hoesch Hohenlimburg investierte schwerpunktmäßig in eine neue Längsteilanlage mit Verpackungslinie. Diese Anlage soll Anfang 2007 in Betrieb gehen. Bei ThyssenKrupp Electrical Steel entfielen größere Investitionen auf die Erweiterung der beiden Werke Gelsenkirchen und Isbergues. Dies betraf im Wesentlichen die vorhandenen Entkohlungskapazitäten. Darüber hinaus wurde der Grundstein für eine neue Entkohlungslinie in Gelsenkirchen gelegt. Nach erfolgreicher Restrukturierung ist damit die Vorwärtsstrategie für Elektroband zum großen Teil umgesetzt. Mit Abschluss der Maßnahmen im abgelaufenen Geschäftsjahr wird sich die Fertigungsmenge auf 250.000 t erhöhen und gleichzeitig wird der Anteil höherwertigen Materials weiter steigen. STAINLESS
Auftragseingang und Umsatz: Geschäft beträchtlich ausgebautDas Segment Stainless ist ein führender Anbieter der Werkstoffe Edelstahl Rostfrei, Nickellegierungen und Titan. Zu einer beträchtlichen Ausweitung des Geschäfts führten zum einen die kräftige Marktbelebung, verbunden mit zunehmend wirksamen Basispreisanhebungen im europäischen Markt und in der Nafta-Region, zum anderen die weitere Verbesserung des Produktspektrums – verbunden mit einer größeren Wertschöpfungstiefe – sowie die Überwälzung der gestiegenen Rohstoffkosten auf den Preis. Gegenüber dem Vorjahr nahm der Auftragseingang mengen- und erlösbedingt um 31 % auf 7,3 Mrd € zu. Die Gesamtlieferungen von Stainless lagen 10 % über dem Vorjahresniveau. Dieser Anstieg war vorwiegend auf ein erhöhtes Versandvolumen im Bereich Kaltband zurückzuführen. Stainless konnte seinen Umsatz im Berichtsjahr im Vergleich zum Vorjahr um 16 % auf 6,4 Mrd € ausweiten. Ausschlaggebend hierfür waren neben den höheren Kundenlieferungen die deutlich gestiegenen Basispreise für Edelstahl. Zudem haben sich die Legierungszuschläge im Zuge gestiegener Rohstoffkosten, insbesondere bei Nickel, erhöht. Vor allem die Business Units ThyssenKrupp Nirosta und ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni verzeichneten hohe Bestellmengen und weiteten den Umsatz deutlich aus. Beide Business Units profitierten in erheblichem Maße von der sehr stark gestiegenen Edelstahl-Nachfrage in Europa. ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni konnte zudem durch den Ausbau der Werksadjustage in Terni das Endkundengeschäft deutlich steigern. Trotz eines Brandes im Kaltwalzwerk Krefeld hat ThyssenKrupp Nirosta die Kundenaufträge durch gezielte Umverteilung innerhalb des Segments weitgehend erfüllen können. Auch bei ThyssenKrupp Mexinox sowie Shanghai Krupp Stainless hat sich die Auftragslage deutlich verbessert. Beide Business Units steigerten auch ihren Umsatz. Bei ThyssenKrupp Mexinox wirkte sich die hohe Nachfrage in Nordamerika in Verbindung mit günstigen Preisen positiv aus. Zudem konnte ThyssenKrupp Mexinox die Marktposition bei höherwertigen Edelstahlprodukten weiter ausbauen. Shanghai Krupp Stainless erzielte ebenfalls einen höheren Umsatz, insbesondere dank der Produktionsunterstützung für ThyssenKrupp Nirosta zur Minimierung der brandbedingten Ausfälle. Trotz der anziehenden chinesischen Inlandsnachfrage erreichten die Preise noch kein befriedigendes, der Rohstoffpreisentwicklung entsprechendes Niveau. ThyssenKrupp Stainless International profitierte nach der im Vorjahr weitgehend abgeschlossenen Umstrukturierung des internationalen Service-Center-Netzwerkes und der Inbetriebnahme des Distributionscenters im chinesischen Guangzhou vor allem durch das deutlich ausgeweitete Service-Center-Geschäft. Das Buchungsvolumen von ThyssenKrupp VDM lag über dem Vorjahresniveau. Ursache hierfür war in erster Linie ein erheblich höheres Preisniveau; durch die gestiegene Nachfrage in den Bereichen der Luft- und Raumfahrt, der Energieerzeugung und der Öl- und Gasindustrie sowie durch teurer gewordene Rohstoffe hatten sich die Preise erhöht. Den Umsatz konnte ThyssenKrupp VDM deutlich ausweiten. ErgebnisDas Segment Stainless steigerte den Gewinn um 137 Mio € auf 423 Mio €. Die Zunahme ergab sich aus der Anfang 2006 eingesetzten Nachfragebelebung in nahezu allen Marktsegmenten, die mit einer kontinuierlichen Steigerung der Basispreise einherging. Getragen wurde diese positive Entwicklung zum einen durch einen deutlichen Nachfrageanstieg bei den Endverbrauchern und zum anderen durch die Auffüllung der Lagerbestände nach dem Lagerabbau im Vorjahr. Darüber hinaus wirkten die temporären und auch dauerhaften Produktionskürzungen und -ausfälle der europäischen Produzenten preisstabilisierend. Die extrem gestiegenen Rohstoff- und Energiekosten haben das Ergebnis belastet. Der Gewinn des deutschen Rostfreiflach-Geschäfts lag insgesamt nur leicht über Vorjahresniveau, wobei erhöhte Aufwendungen infolge des Brandschadens im Werk Krefeld durch Versicherungsleistungen ausgeglichen wurden. Der Gewinn der italienischen Aktivitäten lag deutlich über Vorjahresniveau; hierzu haben auch die Schmiede und das Titangeschäft erheblich beigetragen. Die mexikanischen Kaltwalzaktivitäten erreichten in einem positiven Marktumfeld wieder das gute Vorjahresergebnis. Die chinesischen Kaltwalzaktivitäten erwirtschafteten wiederum einen, allerdings deutlich reduzierten, Verlust. Zwar entwickelt sich auf dem asiatischen Markt, insbesondere in China, die Nachfrage weiter positiv, allerdings weiten sich gleichzeitig auch die Überkapazitäten aus. Infolgedessen konnten die Preissteigerungen die Kostensteigerungen bei Rohstoffen nicht ausgleichen. Die weltweiten Service-Center- und Distributionsaktivitäten realisierten in einem sich positiv entwickelnden Stainless-Markt einen deutlichen Gewinnzuwachs. Einen signifikant höheren Gewinn erzielte der Bereich Nickellegierungen. Ausschlaggebend war hier die anhaltend starke Nachfrage aus dem Anlagenbau, der Luftfahrtindustrie sowie der Öl- und Gasindustrie. Darüber hinaus trugen auch die Maßnahmen zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung zu der positiven Entwicklung bei. Wesentliche EreignisseDurch einen technischen Defekt kam es am 22. Juni 2006 zu einem Großbrand im Kaltwalzwerk von ThyssenKrupp Nirosta in Krefeld. Die Erneuerung der beiden betroffenen Produktionslinien wird bis in das neue Geschäftsjahr hinein dauern. In der Zwischenzeit erfüllen wir so weit wie möglich die Kundenaufträge aus Produktionskapazitäten anderer Werke. InvestitionenIm Geschäftsjahr 2005/2006 investierte Stainless 230 Mio € bei Abschreibungen von 142 Mio €. Investitionsschwerpunkte waren die Ausweitung der Wertschöpfungstiefe und die weitere Optimierung der weltweiten Vertriebsstrukturen. Mit bedeutenden Investitionsmitteln wurden die Produktionsanlagen modernisiert sowie die Adjustage- und Anarbeitungskapazitäten erweitert. Das Vertriebsnetzwerk wurde ausgebaut und verbessert. ThyssenKrupp Nirosta schloss den im Vorjahr begonnenen Ausbau des Service-Centers EBOR in Sachsenheim ab. Dank der neuen Produktionshalle mit Querzerteil- und Schleif-/Bürstenanlagen können wir uns weiter auf das margenträchtige Anarbeitungsgeschäft konzentrieren, vor allem bei der Rostfrei-Flach-Versorgung von Industriekunden, die "weiße Ware", beispielsweise Kühlschränke oder Waschmaschinen, herstellen. Das umfassende Investitionsprogramm bei ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni hatte zum Ziel, das Rostfrei-Geschäft, vor allem am italienischen Standort Terni, nachhaltig zu stärken. Als größtes Teilprojekt wurde Mitte 2005 ein 20-Rollen-Kaltwalzgerüst neuester Bauart für das Werk Terni in Auftrag gegeben, das nach Inbetriebnahme im Oktober 2006 zwei ältere Gerüste ersetzte. ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni kann dadurch mehr Produkte mit großer Wertschöpfungstiefe herstellen und so den Anteil des margenträchtigeren Endkundengeschäfts ausweiten. Ebenfalls am Standort Terni begann der Bau einer neuen Glüh-/Beizlinie für Rostfrei-Warmband, die eine Kapazität von rund 650.000 t pro Jahr haben wird und mehrere bestehende Linien ersetzen soll. Das Endprodukt ist gebeiztes Warmband in Breiten bis zu 1.570 mm und Dicken von 1,5 bis 7,0 mm in Edelstahl-Rostfrei-Güten. Es ist sowohl als Vormaterial für die eigenen Kaltwalzwerke gedacht als auch für Endverbraucher bestimmt. Die Produktion soll im 3. Quartal 2007 starten. Weitgehend abgeschlossen sind die Umwandlung des ehemaligen Service-Centers CS Inox in Terni zu einer Werksadjustage, der Ausbau der Finishing-Kapazitäten und auch die Errichtung einer Bandlackieranlage für Edelstahlbänder mit der neu entwickelten Klarlackbeschichtung SilverIce® UV für hochanspruchsvolle Anwendungen. Bei Deutsche Titan in Essen, einer Gesellschaft der Business Unit ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni, haben wir einen weiteren Vakuum-Lichtbogenofen errichtet und damit die Erzeugungskapazität für Titanblöcke deutlich erweitert. ThyssenKrupp Mexinox nahm im August 2006 in San Luis Potosi (Mexiko), eine Blankglühlinie in Betrieb, die zuvor im Werk Terni von ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni eingesetzt war. In nur 18 Monaten wurde die Anlage an ihrem ursprünglichen Standort demontiert, nach Mexiko verschifft, grundlegend überholt und dort wieder errichtet. Mit der Investition in diese zusätzliche Produktionslinie und einer damit einhergehenden Erweiterung der Adjustage baut ThyssenKrupp Mexinox die Kapazitäten aus und erweitert das Angebot vor allem im Bereich besonders hochwertiger Produkte. Die Jahresproduktion wird um rund 30.000 t auf etwa 250.000 t Rostfrei-Kaltband steigen. Diese Maßnahme stärkt nachhaltig die Position auf den wichtigen Edelstahlmärkten in Mittel- und insbesondere Nordamerika. ThyssenKrupp VDM will in hoch profitablen Segmenten des Nickellegierungsmarktes weiter wachsen. Hierzu zählen vor allem die so genannten Super-Legierungen, d.h. Hochleistungswerkstoffe mit speziellen Eigenschaften in Bezug auf Korrosions- und Hitzebeständigkeit. Dazu werden im Werk Unna die Umschmelzkapazitäten erweitert. Um im Bereich der Langprodukte unabhängiger von externen Lohnfertigern zu werden, bauen wir dort darüber hinaus eine neue Schmiedelinie. Die neue Anlage wird 2008 in Betrieb gehen. AUTOMOTIVE
Auftragseingang und Umsatz: Marktumfeld belastetAls internationaler Partner der Automobilindustrie entwickelt und produziert das Segment Automotive innovative Komponenten und Systeme für Fahrwerk, Karosserie und Antriebsstrang. Dieser Markt ist weltweit in einer Umbruchphase. Steigende Rohstoff- und Energiekosten können im harten Wettbewerb nicht oder nur unvollständig an die Kunden weitergegeben werden. In Nordamerika befinden sich die Zulieferer ebenso wie die traditionellen Automobilhersteller in einem tief greifenden Restrukturierungs- und Schrumpfungsprozess. In Europa stehen die Zulieferer unter einem erheblichen Druck der Hersteller, die Kosten weiter zu senken. In Brasilien wurde darüber hinaus der Fahrzeugexport durch die deutliche Aufwertung des brasilianischen Real erschwert. Auch in wachsenden Märkten wie China nahm die Wettbewerbsintensität zu. Der Zwang, Marktanteile hinzuzugewinnen, erhöht den Druck auf die Preise der Fahrzeuge und der Fahrzeugteilezulieferer. Dieses Marktumfeld hat auch die Geschäftsentwicklung von Automotive, insbesondere die Ergebnisentwicklung, belastet. Der Auftragseingang fiel gegenüber dem Vorjahr um 3 % auf 7,9 Mrd €. Mit 8,0 Mrd € lag der Umsatz leicht über dem Vorjahreswert, was auf deutliche Zuwächse im Systemgeschäft, Mehrmengen und preisbedingte Zuwächse in den nordamerikanischen Gießereien sowie einen Mehrumsatz aus laufendem Geschäft zurückzuführen war. Darüber hinaus liefen neue Produktionslinien in einer Vielzahl von Automotive-Gesellschaften an. In der Business Unit Body erreichte der Umsatz 2005/2006 mit 2,9 Mrd € nahezu den Wert des Vorjahres. Die nordamerikanischen Gießereien von ThyssenKrupp Waupaca profitierten von der anhaltend guten Nutzfahrzeugkonjunktur. Insbesondere Produkte für mittlere und schwere Lastkraftwagen sowie Bau- und Landwirtschaftsausrüstung waren stark nachgefragt. Bei ThyssenKrupp Umformtechnik lief die Produktion von Pressteilen für einen neuen Lieferwagen sowie ein Oberklassenfahrzeug an. Stark belastet wurde die Umsatzentwicklung der Business Unit Body jedoch durch den Nachfrageeinbruch bei den in den USA bisher sehr populären Sport Utility Vehicles. Dies hatte erhebliche Mengenrückgänge in den nordamerikanischen Presswerken zur Folge. Das Geschäft von ThyssenKrupp Sofedit wurde durch die geringere Nachfrage der französischen Automobilhersteller beeinträchtigt. Die Umsatzeinbußen bei ThyssenKrupp Drauz Nothelfer waren auf ein gesunkenes Marktvolumen sowie eine verschärfte Wettbewerbssituation auf dem europäischen Betriebsmittelmarkt zurückzuführen. Die Business Unit Chassis erhöhte im Berichtsjahr den Umsatz um 6 % auf 3,7 Mrd €. Diese erfreuliche Entwicklung war unter anderem auf eine deutliche Ausweitung des Systemgeschäfts zurückzuführen. Neben den Produktionsanläufen von Achsmontagen in Leipzig und Mexiko verzeichneten die drei Werke von ThyssenKrupp Budd Systems in London, Columbia und Fowlerville deutlich höhere Abrufe. Bei ThyssenKrupp Umformtechnik, ThyssenKrupp Presta SteerTec USA und ThyssenKrupp Bilstein Suspension gingen neue Aufträge verschiedener deutscher Automobilkonzerne in Produktion. Steigende Abrufzahlen meldete auch ThyssenKrupp Tallent Chassis. Negativ beeinflusst wurde die Umsatzentwicklung der Business Unit durch verschiedene Minderabrufe vor allem US-amerikanischer Hersteller. Umsatzmindernd wirkten sich darüber hinaus Desinvestitionen aus. Die Business Unit Powertrain erzielte einen Umsatz von 1,7 Mrd €, begünstigt durch den Produktionsstart verschiedener Kurbelwellen- und Nockenwellenaufträge, Preiserhöhungen in Südamerika sowie Wechselkurseffekte. Im Bereich der Transmission & Driveline Components begannen zahlreiche Produktionsanläufe für deutsche, französische und amerikanische Automobilhersteller. Negativ für die Umsatzentwicklung waren eine geringere Nutzfahrzeug-Produktion der Automobilindustrie und ein massiver Wettbewerb im Bereich der 4-Zylinder-Pkw-Kurbelwellen. ErgebnisDas Segment Automotive erlitt einen Verlust in Höhe von 174 Mio € nach einem Gewinn von 118 Mio € im Vorjahr. Der Verlust war im Wesentlichen durch Aufwendungen aus Restrukturierungen sowie außerplanmäßige Abschreibungen auf Firmenwerte und Sachanlagen bedingt. Die außerplanmäßigen Abschreibungen waren vor allem eine Folge der Einleitung des Verkaufs des nordamerikanischen Karosserie- und Fahrwerksgeschäfts, aber auch der nachhaltig verschlechterten Situation des Karosserieanlagen- und -werkzeugbaus in Deutschland. Der Gesamtbetrag der Einmalaufwendungen aus Restrukturierungen und Wertminderungen betrug 339 Mio €. Dem standen Veräußerungsgewinne in Höhe von 35 Mio € gegenüber. Der operative Gewinn der Business Unit Body, d.h. ohne Berücksichtigung von Einmalaufwendungen, erreichte nicht die Höhe des Vorjahres. Ausschlaggebend waren die rückläufige Auslastung bei den nordamerikanischen und französischen Presswerken sowie höhere Schrottpreise bei den amerikanischen Gießereien. Die Business Unit Chassis steigerte den operativen Gewinn. Ursächlich war die Verbesserung der operativen Performance bei den englischen Presswerken sowie in den Bereichen Steering und Suspension. Die Business Unit Powertrain erreichte das hohe operative Ergebnisniveau des Vorjahres nicht mehr. Belastend wirkte sich die Wechselkursentwicklung des brasilianischen Real gegenüber dem US-Dollar aus. Wesentliche EreignisseDas Segment Automotive hat 2005/2006 sein Portfolio weiter optimiert. So wurden in den USA die Plastics-Werke und die Aluminium-Gießerei ThyssenKrupp Stahl Company veräußert. Zum 30. September 2006 begann die Schließung des Werks Detroit von ThyssenKrupp Budd. Darüber hinaus gehören die Aktivitäten von Aluminiumfeinguss Soest nicht mehr zum Portfolio. Dem standen verschiedene Akquisitionen gegenüber. An Liaoyang KS Automotive Spring, einem Hersteller von Schraubenfedern, erhöhten wir unsere Beteiligung von 30 % auf 60 %. Im Berichtszeitraum wurden zudem die restlichen von DaimlerChrysler gehaltenen Anteile an ThyssenKrupp Presta SteerTec übernommen. Die Aktivitäten des Segments Automotive werden neu ausgerichtet. Grund hierfür sind die bekannten Restrukturierungserfordernisse des strukturell und konjunkturell belasteten Karosserie- und Fahrwerksgeschäfts, insbesondere in Nordamerika. Am 16. Oktober 2006 haben wir den Verkauf dieses Geschäfts in Nordamerika mit einem Umsatz von rund 1 Mrd € und 3.500 Mitarbeitern an die kanadische Martinrea International, Ontario, vereinbart. InvestitionenAutomotive investierte im Berichtsjahr 448 Mio € bei Abschreibungen von 323 Mio €. Im Mittelpunkt standen erneut Kapazitätsanpassungen auf Grund neuer Kundenaufträge. Wegen des Auftrags eines japanischen Automobilherstellers über Press- und Schweißteile wurden in der Business Unit Body die Schweißkapazitäten in Großbritannien ausgeweitet. ThyssenKrupp Waupaca hat in den USA die Schmelzkapazitäten ausgebaut, um weiteres Umsatzwachstum zu ermöglichen. In Frankreich hat ThyssenKrupp Sofedit die Kapazitäten der Warmumformung durch eine zweite Hotstamping-Linie erhöht. Bei ThyssenKrupp Umformtechnik ist am Standort Bielefeld das neu errichtete Karosserie-Presswerk in Betrieb gegangen, während in Ludwigsfelde in den Ausbau der Press- und Montageanlagen investiert wurde. In der Business Unit Chassis wurden die Schweiß-, Press- und Montageanlagen an neue Aufträge angepasst. ThyssenKrupp Automotive Tallent baute in Großbritannien die Schweiß- und Montagekapazitäten für die Produktion von Vorder- und Hinterachskomponenten einer großen Pkw-Plattform aus. In Deutschland hat ThyssenKrupp Umformtechnik damit begonnen, neue Fertigungsanlagen für Hilfsrahmen und Querlenker zu errichten. In Indien werden die Pressenkapazitäten für den asiatischen Markt erweitert. ThyssenKrupp Automotive Systems investierte in Brasilien in neue Produktionsanlagen zur Fertigung von Achskomponenten. Auch ThyssenKrupp Presta hat wegen neuer Aufträge über Lenksäulen und Lenkgetriebe die Fertigungsanlagen angepasst und ausgebaut. Gleiches galt für ThyssenKrupp Bilstein bei der Fertigung von Stoßdämpfern, Stabilisatoren und Federn. In der Business Unit Powertrain modernisierte und erweiterte ThyssenKrupp Gerlach die Produktionskapazitäten für geschmiedete Kurbelwellen. Für die Produktion von Großkurbelwellen wird derzeit eine Induktiv-Härteanlage errichtet. Auch in Nordamerika und Brasilien haben wir in die Kapazitätserweiterung der Kurbelwellenproduktion investiert. Um in die Herstellung von geschmiedeten Nutzfahrzeug-Kurbelwellen auf dem asiatischen Kontinent einzusteigen, gründen wir ein Unternehmen mit einem Partner in China. ThyssenKrupp Presta investierte auftragsbedingt in neue Fertigungsanlagen für gebaute Nockenwellen. Am Standort Chemnitz wird derzeit eine neue Produktion für Montage und Schleifbearbeitung aufgebaut. Wegen der erfreulich hohen Nachfrage nach halbwarm geschmiedeten Differentialkegelrädern hat auch ThyssenKrupp Präzisionsschmiede die Produktionskapazitäten erweitert. TECHNOLOGIES
Auftragseingang und Umsatz: Mit Spitzentechnologie auf profitablem WachstumskursDas Segment Technologies ist ein internationaler an Hochtechnologie orientierter Maschinen- und Anlagenbauer, der weltweit führende Marktpositionen besetzt und über innovative System- und Engineering-Kompetenz verfügt. Sein Leistungsprogramm konzentriert sich auf Systeme, Anlagen und Komponenten sowie die damit verbundenen Dienstleistungen. Im Berichtsjahr hat sich das Marktumfeld günstig entwickelt. Insgesamt konnten Aufträge im Wert von 8,0 Mrd € akquiriert werden, gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies einen Zuwachs von 41 %. Der Umsatz erhöhte sich deutlich um 4 % auf 6,0 Mrd €. Ende des Berichtsjahres erreichte der Auftragsbestand 10,7 Mrd €; das waren 19 % mehr als ein Jahr zuvor. Lebhafte Zuwächse beim Auftragseingang verbuchte die Business Unit Plant Technology. Die unverändert gute Projektlage im Spezialanlagenbau war vor allem auf die weltweit stabile Rohstoffnachfrage zurückzuführen. Eine hohe Wachstumsdynamik verzeichneten auch nach wie vor die Auslandsmärkte. Insbesondere die Länder des Nahen und Mittleren Ostens konnten dank der Preisentwicklung bei Rohöl und Gas Investitionen im industriellen Sektor vorantreiben. Die Business Unit profitierte darüber hinaus von der steigenden Nachfrage bei den Projekten zur Ölsandgewinnung, für die sie Technologien und Verfahren anbietet. Plant Technology erreichte 2005/2006 wieder das hohe Umsatzniveau des Vorjahres. Hierzu trugen vor allem deutliche Zuwächse im Zementanlagenbau und in der Fördertechnik bei. Marine Systems konnte den Auftragseingang gegenüber dem Vorjahr ebenfalls stark ausweiten. Die Business Unit hat mehrere Großaufträge gewonnen, darunter einen Modernisierungsauftrag für U-Boote für Singapur sowie Aufträge für zwei Megayachten und zahlreiche Containerschiffe. Der Umsatz ist beträchtlich gestiegen, was auf die Einbeziehung der HDW-Gruppe für das komplette Geschäftsjahr zurückzuführen war. Hinzu kamen im Vergleich zum Vorjahr höhere Umsätze aus dem Auftragsbestand und ein gestiegenes Geschäftsvolumen im Reparaturgeschäft. Der Auftragseingang bei Mechanical Engineering war zwar rückläufig, aber ausschließlich wegen der Desinvestitionen. Bereinigt um die verkauften Gesellschaften konnte ein deutliches Plus erreicht werden. Mechanical Engineering profitierte im Berichtsjahr von der anhaltend hohen Nachfrage aus den Bereichen Baumaschinen und allgemeiner Maschinenbau. Speziell das Geschäft mit Großwälzlagern für Windkraftanlagen entwickelte sich weiterhin auf einem hohen Niveau. Belastend wirkten hingegen die hohen Rohstoffkosten. Der Umsatz lag auf Grund von Unternehmensverkäufen leicht unter dem Wert des Vorjahres. Bereinigt um die Abgänge zeigt sich jedoch eine erfreuliche Zunahme. Dazu hat vor allem die positive Geschäftsentwicklung bei Großwälzlagern und Baumaschinenkomponenten beigetragen. In der Business Unit Transrapid hat sich die Auftragslage verbessert. Im Zentrum der Geschäftstätigkeit lagen die geplante Verlängerung der Transrapid-Strecke in Shanghai sowie die 37 Kilometer lange Transrapid-Verbindung des Flughafens "Franz-Josef-Strauß" mit dem Hauptbahnhof in München. Der Umsatz lag auf dem Niveau des Vorjahres. ErgebnisDas Segment Technologies steigerte das Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten vor Steuern um 317 Mio € auf 357 Mio €. Alle Business Units konnten dabei ihr operatives Ergebnis deutlich verbessern. Positiv wirkte auch die Abgabe von ertragsschwachen Bereichen im Verlauf der Geschäftsjahre 2004/2005 und 2005/2006. Die im Oktober 2005 veräußerte Business Unit MetalCutting ist unter den nicht fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen; die Vorjahresvergleichszahlen sind entsprechend angepasst. Die Business Unit Plant Technology, in der die Aktivitäten des Spezial- und Großanlagenbaus zusammengefasst sind, erwirtschaftete einen dreistelligen Millionengewinn. Der deutliche Gewinnzuwachs basiert auf verbesserten Auftragsergebnissen, höheren Umsatzrealisierungen bei Zement- und fördertechnischen Anlagen sowie auf dem Wegfall von Restrukturierungsaufwendungen, die das Vorjahr belasteten. Hinzu kam ein positiver Effekt aus der Zeitbewertung von Kurssicherungsgeschäften. Die insgesamt sehr gute Projektlage im Auslandsgeschäft des Maschinen- und Anlagenbaus kam aus der starken Nachfrage nach Rohstoffen, Energie und petrochemischen Grundstoffen. Hiervon profitierten alle Operating Groups von Plant Technology. Auch Marine Systems steigerte den Gewinn deutlich. Positiv wirkten der Wegfall von Aufwendungen aus Restrukturierungsmaßnahmen, die das Vorjahr belasteten, sowie höhere Umsatzrealisierungen aus dem Auftragsbestand, eine gestiegene Auslastung und ein erhöhtes Geschäftsvolumen im Reparaturgeschäft. Mechanical Engineering steigerte den Gewinn auf einen dreistelligen Millionenbetrag und lieferte damit den größten Ergebnisbeitrag im Segment Technologies. Gründe waren eine hohe Auslastung dank stärkerer Nachfrage, aber auch die Bereinigung von Verlustbereichen und der Wegfall von Aufwendungen aus der Zeitbewertung von Kurssicherungsgeschäften, die das Vorjahr belasteten. Beim Transrapid gelang eine deutliche Verlustreduzierung auf einen einstelligen Millionenbetrag, und zwar im Wesentlichen auf Grund verminderter Restrukturierungsaufwendungen sowie geringerer planmäßiger Abschreibungen. Wesentliche EreignisseTechnologies hat 60 % der Anteile an Atlas Elektronik erworben; die Gesellschaft wird künftig gemeinsam mit EADS geleitet. Als ein führendes Unternehmen für Elektronik und Systeme ist Atlas Elektronik auf Ausrüstung und Systeme für Seestreitkräfte spezialisiert. Das Unternehmen mit 1.750 Mitarbeitern verfügt über eine ausgewogene Technologiebasis und ein Produktprogramm für U-Boote und Überwasserschiffe. Es gilt als einer der Marktführer in der Entwicklung von integrierten Sonarsystemen für U-Boote und ist langjähriger Zulieferer und Systempartner von ThyssenKrupp Marine Systems. Neben Zukäufen hat sich Technologies im Berichtsjahr von Aktivitäten getrennt, die nicht zum Kerngeschäft gehören. So wurden die Noske-Kaeser-Gruppe und die Sparte Dampfturbinen von B + V Industrietechnik abgegeben. InvestitionenTechnologies investierte im Berichtsjahr 300 Mio €; die Abschreibungen beliefen sich auf 134 Mio €. Im Mittelpunkt der Investitionstätigkeit standen Maßnahmen mit dem Ziel, die Effizienz der Fertigungsprozesse zu erhöhen. Hierfür wurde in der Business Unit Mechanical Engineering bei Berco die Rationalisierung der Montage von Rollen durch die Inbetriebnahme hoch automatisierter Zusammenbaulinien fortgesetzt. Weitere wesentliche Investitionen erweiterten vorwiegend die Kapazitäten. Die Business Unit Marine Systems stellte in Emden ein Zentrum zur Durchführung von Schiffsreparaturen fertig. Am Standort Hamburg wurde die größte Drehmaschine Nordeuropas installiert; Werkstücke mit 20 m Länge und bis zu 3 m Durchmesser können hier bearbeitet werden. Hellenic Shipyards im griechischen Skaramanga investierte in zwei Werftkrane, um die Voraussetzungen für das Reparaturgeschäft und für eine Modulbauweise im Neubaugeschäft zu schaffen. Die Business Unit Mechanical Engineering führte im Berichtszeitraum die strategische Expansion der Großwälzlagerfertigung konsequent fort und begann mit dem Aufbau eines Ringwalzwerkes in China. ELEVATOR
Auftragseingang und Umsatz: Marktpräsenz weiter ausgebautDie Produktpalette des Segments Elevator umfasst Aufzüge, Fahrtreppen, Fahrsteige und Fluggastbrücken sowie Accessibility-Produkte wie Treppen- und Plattformlifte für mehr Bewegungsfreiheit für alte und behinderte Menschen. Im zurückliegenden Geschäftsjahr hat das Unternehmen in allen Bereichen seine Marktpräsenz weiter ausgebaut. Nach den Großaufträgen in den Vorjahren lag der Akzent diesmal stärker bei den kleinen und mittleren Aufträgen. Diese haben in ihrer Summe zu einem erneut erfolgreichen Jahr geführt. Der Auftragseingang stieg deutlich um 13 % auf 4,7 Mrd €, der Umsatz nahm um 14 % auf 4,3 Mrd € zu. Diese erfreuliche Entwicklung war auch darauf zurückzuführen, dass wir unsere Cross-Selling-Strategie konsequent umgesetzt haben. Cross Selling setzt bei der Zufriedenheit bestehender Kunden an, um diese für weitere Produkte des Segments zu gewinnen. Insbesondere im Flughafen-Sektor, wo wir in mehreren Produktbereichen stark vertreten sind, hat diese Strategie zu positiven Ergebnissen geführt. Die Business Unit Central/Eastern/Northern Europe hat das Vorjahresniveau sowohl beim Auftragseingang als auch beim Umsatz erneut übertroffen. Der Anstieg war im Wesentlichen den Aktivitäten in Großbritannien, Frankreich, den Benelux-Ländern und Osteuropa zu verdanken. Die übrigen Märkte verzeichneten trotz des anhaltenden Preisdrucks eine stabile Geschäftsentwicklung. In der Schweiz wirkte sich die erstmalige Konsolidierung von Trapo Küng positiv aus. Auch die Business Unit Southern Europe/Africa/Middle East erzielte einen deutlichen Umsatzzuwachs. Der Auftragseingang war dagegen auf Grund der im Vorjahr eingegangenen Großaufträge für den Flughafen Dubai niedriger. Bereinigt um diesen Effekt ist er jedoch gestiegen, insbesondere durch neu akquirierte Infrastrukturprojekte in Spanien. In den anderen Märkten konnte das Geschäftsvolumen gehalten oder leicht gesteigert werden. Lediglich in Portugal führte die Neuorientierung des Neuanlagengeschäfts zu einem Rückgang. Ein starkes Wachstum sowohl beim Auftragseingang als auch beim Umsatz verzeichnete die Business Unit Americas. Alle Regionen haben hierzu beigetragen, wobei das Neuinstallationsgeschäft in Nordamerika besonders erfolgreich war. Darüber hinaus wurden die Modernisierungs- und Serviceaktivitäten weiter ausgebaut. Wechselkurseffekte wirkten positiv. In der Business Unit Asia/Pacific lagen der Auftragseingang wie auch der Umsatz deutlich über dem Vorjahresniveau. Die Wechselkursentwicklung wirkte sich auch hier positiv aus. In China war die Geschäftsentwicklung erneut aufwärts gerichtet. Schwierig blieb das Marktumfeld in Südkorea. Hier konnte die Ausweitung des Dienstleistungsgeschäfts den schwächeren Umsatz bei Neuanlagen nicht ausgleichen. Die Aktivitäten in Australien, Indien und Südost-Asien haben ihr Geschäftsvolumen, unter anderem durch die erstmalige Einbeziehung der indonesischen und taiwanesischen Gesellschaften, weiter ausgebaut. Die Business Unit Escalators/Passenger Boarding Bridges ist beim Auftragseingang und beim Umsatz deutlich gewachsen. Von dem positiven Neuanlagen-Trend profitierte besonders der Bereich Fahrtreppen, aber auch das Geschäftsvolumen bei Fluggastbrücken lag durch das Wachstum im Luftverkehr über dem Vorjahreswert. Sowohl beim Auftragseingang als auch beim Umsatz konnte die Business Unit Accessibility spürbare Zuwächse verzeichnen. Alle Aktivitäten in Europa und Nordamerika trugen zu diesem Wachstum bei. Verstärkt wurde dieser Effekt durch die erstmalige Konsolidierung von Ceteco in Italien sowie durch die Zuordnung der Accessibility-Aktivitäten von Spanien und Norwegen, die vorher durch die Aufzugsorganisation betreut wurden. Dem stand die Abgabe der britischen Marktaktivitäten gegenüber. ErgebnisDas Segment Elevator erzielte einen Gewinn in Höhe von 391 Mio € nach 355 Mio € im Vorjahr. Der Gewinn der Business Unit Central/Eastern/Northern Europe ging leicht zurück, und zwar auf Grund geringerer Ergebnisse im Neuinstallationsgeschäft. Positiv wirkten hingegen Effizienzsteigerungen und höhere Auslastung in allen europäischen Produktionswerken. Auch die neuerworbene Aktivität in der Schweiz leistete einen positiven Beitrag. Die Business Unit Southern Europe/Africa/Middle East übertraf das Vorjahresergebnis. In Spanien konnte die Business Unit ihr Ergebnis deutlich steigern, die übrigen Regionen der Business Unit erreichten trotz steigenden Preisdrucks wieder das gute Vorjahresergebnis. Hinzu kamen positive Ergebnisbeiträge von neuerworbenen bzw. erstmalig konsolidierten Gesellschaften in Italien und Ägypten sowie der Wegfall von Aufwendungen aus der Bewertung von Währungsderivaten, die das Vorjahr belastet hatten. Die Business Unit Americas steigerte den Gewinn signifikant. Wesentliche Wachstumstreiber in Nordamerika waren Effizienzsteigerungen insbesondere im Fertigungsbereich sowie die konsequente Ausweitung des Dienstleistungsgeschäfts. Die lateinamerikanischen Aktivitäten, vor allem in Brasilien, steigerten den Gewinn ebenfalls erheblich. Ferner führte auch der im Jahresdurchschnitt höher bewertete US-Dollar zu einem Translationsgewinn. Die Business Unit Asia/Pacific erzielte im Berichtsjahr einen Verlust. Verantwortlich dafür war die Entwicklung in Südkorea: Der deutlich gestiegene Wettbewerbsdruck im Neuanlagenmarkt führte zu einem signifikanten Ergebnisrückgang. Ein tief greifendes Restrukturierungsprogramm belastete das Ergebnis zusätzlich. Die Aktivitäten in China, Indien und Südostasien erzielten hingegen höhere Gewinne. Auch die neuerworbenen taiwanesischen Aktivitäten leisteten einen positiven Ergebnisbeitrag. Die Business Unit Escalators/Passenger Boarding Bridges steigerte den Gewinn. Die Fahrtreppenaktivitäten erreichten wieder das Vorjahresniveau. Die Produktion von Fluggastbrücken profitierte von der deutlichen Belebung des Luftverkehrs. Der Wegfall von Aufwendungen aus Kurssicherungsgeschäften, die das Vorjahr belasteten, trug ebenfalls zur Ergebnisverbesserung bei. Die Business Unit Accessibility realisierte einen starken Gewinnanstieg. Sowohl die europäischen als auch die nordamerikanischen Aktivitäten leisteten Beträge dazu. Hinzu kamen die positiven Ergebnisbeiträge einer neuerworbenen italienischen Gesellschaft. Wesentliche EreignisseZum Wachstum des Segments Elevator haben 2005/2006 mehrere Akquisitionen beigetragen. Im US-Bundesstaat Florida wurden die Modernisierungs- und Serviceaktivitäten durch den Erwerb von Atlantic Elevator Sales & Service erweitert. In Taiwan verfügt ThyssenKrupp Elevator seit Ende 2005 nach dem Erwerb von Sun Rhine Enterprises erstmals über eine eigene Marktpräsenz. Auch in Italien konnten wir die Wachstumsstrategie durch den Erwerb von SIAR – einem Unternehmen, das im Wartungs- und Servicebereich tätig ist – konsequent weiterverfolgen. In Belgrad nahm unsere erste serbische Tochtergesellschaft, die ThyssenKrupp Elevatori Serbien, ihre Arbeit auf. Durch den Kauf der TEAM-Gesellschaften in Italien und Großbritannien sowie von Trabosa in Spanien stärkte das Segment seine Marktposition im Geschäft mit Fluggastbrücken in Südamerika, aber auch in Europa und Nordafrika. Die Business Unit Accessibility gründete in Portugal die Tochtergesellschaft ThyssenKrupp Acessibilidades, Unipessoal. InvestitionenIm Segment Elevator betrugen die Investitionen 164 Mio € bei Abschreibungen von 52 Mio €. Die Sachinvestitionen dienten im Wesentlichen dem Erhalt der Betriebsbereitschaft. Zudem wurde ein Werk für die Produktion von Fahrtreppen und Fluggastbrücken im chinesischen Zhongshan errichtet. Der wesentliche Anteil der Investitionen entfiel hingegen auf den Erwerb von Beteiligungen sowie von zahlreichen kleineren Wartungspaketen in verschiedenen Ländern. SERVICES
Auftragseingang und Umsatz: RekordergebnisseDas Segment Services konzentriert sich auf Werkstoff- und Prozessdienstleistungen für die produzierende sowie verarbeitende Industrie. Eine erfolgreiche Portfoliooptimierung, Effizienzsteigerungen und Vertriebsinitiativen machten in Verbindung mit einer deutlich verbesserten Roh- und Werkstoffkonjunktur das Geschäftsjahr 2005/2006 zu einem Rekordjahr. Mit 14,2 Mrd € lag der Umsatz um 12 % über dem Vergleichswert des Vorjahres. Sämtliche im Berichtsjahr gegründeten oder erworbenen Gesellschaften und Aktivitäten entwickelten sich gut und trugen zum Geschäftserfolg bei. Die Business Unit Materials Services Europe konnte ihre guten Vorjahreswerte noch einmal übertreffen. Der Umsatz stieg um 12 %. Auf Grund guter Kunden- und Lieferantenbeziehungen sowie einer ausgefeilten Lager- und Logistikorganisation verlief das Geschäft mit Werkstoffdienstleistungen sehr erfolgreich. Schlüsselbranchen wie Maschinenbau, Anlagenbau und Automobilzulieferindustrie waren stark ausgelastet. In Deutschland entwickelte sich die integrierte Werkstoffversorgung mit Produkten und Dienstleistungen erfreulich. Die Aktivitäten in Frankreich behaupteten sich auf hohem Niveau. Auch in Spanien und Portugal konnten die Vorjahreswerte erreicht werden. Die Verkaufsmengen im osteuropäischen Ausland zeigten steigende Tendenz. Dies galt vor allem für die Märkte in Ungarn, Polen und Tschechien. Nahezu in allen Produktbereichen gab es einen Nachfrageüberhang. Wegen der starken Nachfrage verlängerten sich auf der Beschaffungsseite die Lieferzeiten drastisch, und die Absatzpreise stiegen erheblich an, vor allem für Edelstahl, NE-Metalle und Walzstahl. Noch ausgeprägter als in Europa war das starke Wachstum im Nafta-Raum. Die Business Unit Materials Services North America konnte durch in- und externes Wachstum ihren Umsatz um 31 % ausbauen und damit ihre Position im nordamerikanischen Werkstoffhandel weiter festigen. Neu aufgelegte Performance-Programme sowie Akquisitionen entwickelten sich überaus erfolgreich. Trotz der sich abschwächenden US-Konjunktur zog die Nachfrage in allen für die Business Unit relevanten Industriebranchen bei stark steigenden Preisen an. Wie in Europa galt das für Walzstahl, Edelstahl und Rohre, ganz besonders aber für NE-Metalle. Der dynamisch wachsende US-Werkstoffmarkt war ebenfalls Hauptursache für das Umsatzplus von 24 % der Business Unit Industrial Services. Auch im stark fragmentierten europäischen Markt für industrielle Dienstleistungen konnte sich die Business Unit gut behaupten. In Skandinavien trugen Investitionen der petrochemischen Industrie zu einem deutlich höheren Geschäftsvolumen bei. Vertriebsinitiativen zur Neukundengewinnung und zu einer verbesserten Kundendurchdringung zeigten ebenso erfreuliche Wirkung wie die Erstkonsolidierung der neuen Gesellschaften ThyssenKrupp Xervon Energy und RIP in Brasilien. Zuwächse verzeichneten auch die Geschäfte in Deutschland. Die Geschäftsfelder innerbetriebliche Logistik sowie Produktionsunterstützung wurden weiter ausgebaut. Der Energiewirtschaft kam als Kunde größere Bedeutung zu. Die baunahen Bereiche hingegen litten unter der schwachen Marktentwicklung im Inland und der restriktiven Vergabe von öffentlichen Mitteln; dies wurde jedoch durch den anhaltenden Trend zum Outsourcing kompensiert. Der Umsatz der Business Unit Special Products lag um 3 % über dem hohen Niveau des Vorjahres. Die Rohstoff- und insbesondere die Technikaktivitäten wurden mit zahlreichen neuen Projekten wesentlich vorangetrieben. Hauptfaktoren dafür waren ein erfreuliches Inlandsgeschäft, der starke Ausbau der Exportaktivitäten sowie die nachhaltige Fokussierung auf kundenspezifische Dienstleistungen und Systemlösungen. Die extrem hohen Walzstahlumsätze des Vorjahres in Fernost ließen sich nicht ganz erreichen. Hingegen entwickelte sich der Handel mit Rohren auf Grund zahlreicher Neuaufträge sehr gut. Der Umsatz lag hier weit über dem des Vorjahres. Der Technische Handel profitierte von den sehr guten Geschäften unter anderem im Offshore-Bereich. Ebenfalls erfreulich gestaltete sich die Distribution von Legierungen und Metallen. Der Umsatz mit chinesischem Hochofen- und Gießereikoks sowie mit Kohle tendierte hingegen etwas schwächer. Die Preise für Importkoks aus China sowie die Frachtraten reduzierten sich gegenüber dem Vorjahr deutlich. ErgebnisDas Segment Services erzielte mit einem Gewinn von 482 Mio € eine signifikante Steigerung um 221 Mio €. Neben operativen Verbesserungen wirkte sich auch der Wegfall von inzwischen veräußerten Verlustbereichen positiv aus. Die Business Unit Materials Services Europe, in der neben dem europäischen auch das im Aufbau befindliche südamerikanische und asiatische Geschäft zusammengefasst ist, leistete den größten Ergebnisbeitrag. Der sehr gute Gewinn des Vorjahres wurde noch einmal wesentlich übertroffen. Ausschlaggebend war die weltweit deutliche Belebung der Werkstoffkonjunktur, die in vielen Produktbereichen zu einem Nachfrageüberhang mit drastischen Preissteigerungen führte. Dies galt nicht nur für Walzstahl, Edelstahl und Rohre, sondern vor allem für NE-Metalle. Einen wesentlichen Einfluss hatten auch der weitere Geschäftsausbau in Osteuropa sowie der Erfolg unserer überall initiierten Performance-Programme. Den höchsten Gewinnzuwachs im Segment verzeichnete die Business Unit Materials Services North America. Das spezielle Sortiment mit einem sehr hohen Anteil von NE-Metallen, der gezielte Ausbau der Vertriebsaktivitäten und die erfolgreiche Integration von neuen Gesellschaften führten fast zu einer Verdreifachung des Ergebnisses. Auch die Ausweitung der Titan- und Aluminiumlieferungen an die boomende Luftfahrtindustrie trug zur Ergebnissteigerung bei. Die Business Unit Industrial Services erreichte einen leichten Gewinnzuwachs. Während das Dienstleistungsgeschäft in Nordamerika den Gewinn mehr als verdoppelte, wurde er durch Einmalaufwendungen für Restrukturierungen belastet. Hiervon war vor allem die Sparte Prozessindustrie in Deutschland betroffen, während die für die Metallindustrie und die produzierende Industrie tätigen Gesellschaften ihre Gewinne verbesserten. Ausgehend von dem hohen Vorjahresniveau steigerte die Business Unit Special Products den Gewinn wiederum erheblich. Sämtliche Bereiche erhöhten ihre Gewinnbeiträge. Hinzu kamen Gewinne aus der Veräußerung von Geschäftszweigen. Wesentliche EreignisseServices schloss im Berichtsjahr seine umfangreichen Maßnahmen zur Portfoliobereinigung mit dem Verkauf der Hommel-Gruppe und der Krupp Druckereibetriebe ab. Gleichzeitig wurde das Engagement insbesondere auf den Auslandsmärkten stark ausgeweitet. Akquisitionsschwerpunkte lagen im weiteren Ausbau des US- und Osteuropageschäfts. Auch in Südamerika, Deutschland und Asien wurden die Aktivitäten gestärkt. Ziel war die weitere Verzahnung der Werkstoffdienstleistungen – beispielsweise Anarbeitung, Lager- und Bestandsmanagement, Logistik, Supply-Chain-Management – mit den industriellen Prozessdienstleistungen. Das technische Systemgeschäft wurde ebenfalls weiter entwickelt. Im Bereich der Werkstoffdienstleistungen übernahm Services in Bulgarien 80 % der Anteile an Jupiter Stomana. Unter dem neuen Namen ThyssenKrupp Jupiter Stomana wird das Lager- und Servicegeschäft vor allem für Walzstahl und Röhren zügig ausgebaut. Zusätzlich sollen Edelstahl und NE-Metalle in das Programm aufgenommen werden. In Großbritannien verstärkte sich Services durch die Übernahme von Metalfast. Das Unternehmen bietet Dienstleistungen insbesondere im Bereich Aluminium an und verfügt über diverse Lager- und Anarbeitungsstandorte. In China gründete das Segment zusammen mit einem lokalen Partner den Werkstoffdienstleister ThyssenKrupp Materials Shanghai. In Europa und Nordamerika wird Services das Aerospace-Service-Geschäft von Alcoa akquirieren. Das Segment baut damit seine Aktivitäten im Handel mit Aluminium-Werkstoffen und deren Lagerung aus und ergänzt sie um hochwertige Anarbeitungsdienstleitungen für den Flugzeugbau. Mit dem Erwerb der Aktivitäten von VPK Metals haben wir unsere Marktposition in Kanada im Handel mit Kupfer- und Messingprodukten gestärkt. In den USA und Kanada wurden zudem die Industrieservice-, Lager- und Logistikaktivitäten der Hearn-Gruppe erworben. In Brasilien kaufte Services Mehrheitsbeteiligungen an den Industriedienstleistern RIP Serviços Industriais und RIP Comércio. RIP ist Dienstleister in den Bereichen feuerfeste Beschichtung, Isolierung, Korrosionsschutz sowie Gerüstdienstleistungen vornehmlich für die Chemie-, Petrochemie-, Aluminium-, Papierindustrie, für die Energiewirtschaft und den Bergbau. In Deutschland wurden die industriellen Dienstleistungen durch die Übernahme der deutschen Servicegesellschaften der Standardkessel-Gruppe ausgebaut. Die Unternehmen, die jetzt unter ThyssenKrupp Xervon Energy firmieren, stehen für Serviceleistungen für Energie-, Kraftwerks- und Müllverbrennungsanlagen sowie die feuerfeste Auskleidung von Kesseln. InvestitionenDie Investitionen im Segment Services betrugen 393 Mio € bei Abschreibungen von 128 Mio €. Im Wachstumsmarkt Polen investierte Services in den Ausbau eines neuen Service-Centers für Werkstoffe, das mit einer Lagerfläche von etwa 70.000 Quadratmetern das größte seiner Art in Osteuropa ist. In Deutschland engagierte sich das Segment im Bereich Gleistechnik bei einem Schienenschweißwerk sowie einer Anlage zur Altschienenaufbereitung und Reprofilierung. Bei den übrigen Sachinvestitionen galt es vor allem, die Betriebsbereitschaft zu erhalten, neue Vertriebskanäle zu erschließen sowie Patente zu erwerben. Weitere Schwerpunkte waren der Ausbau, die Modernisierung und die Prozessoptimierung des Lagergeschäfts, insbesondere in Deutschland, Nordamerika und Asien. CORPORATECorporate umfasst die Konzernverwaltung einschließlich der Finanz-, Versicherungs- und sonstigen Dienstleistungsgesellschaften sowie die Landesholdinggesellschaften. Zum Bereich Corporate gehört nach dem Verkauf der Wohnimmobilien ferner das Corporate Real Estate Management. Der Umsatz lag bei 148 Mio € nach 138 Mio € im Vorjahr. Im Berichtsjahr betrugen die Aufwendungen 230 Mio € vor Steuern. Gegenüber dem vorangegangenen Jahr ist das eine Verbesserung von 152 Mio €. In diesen Vergleich ist der im Vorjahr dem Corporate-Bereich zugeordnete Einmalaufwand aus der Neueinschätzung des Engagements bei der RAG Aktiengesellschaft nicht einbezogen. Die Ergebnisverbesserung gegenüber der Vorperiode kam im Wesentlichen durch die Vereinnahmung der Break-up Fee von Dofasco in Höhe von 153 Mio € im 2. Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres zustande. Die in diesem Zusammenhang angefallenen Beratungskosten sind ebenfalls im Corporate-Ergebnis enthalten. Die übrigen Ergebnisveränderungen gegenüber 2004/2005 gleichen sich im Saldo weitgehend aus. Dazu gehören u.a. höhere Kommunikationsaufwendungen sowie Aufwendungen zur Unterstützung von Forschungs- und Entwicklungsprojekten. Dem stehen ein verbessertes Zinsergebnis, geringere Kosten der Altersversorgung sowie der Wegfall von Belastungen aus Risikovorsorgen im Vorjahr gegenüber. Das Zinsergebnis von Corporate, also der Saldo der Zinsaufwendungen und Zinserträge, hat sich im Berichtsjahr um 92 Mio € auf -142 Mio € verbessert. Verantwortlich dafür sind sowohl der Abbau der Netto-Finanzverschuldung als auch weiter rückläufige Zinsaufwendungen für Pensionsverpflichtungen. |
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