Die Firmenzeichen

Der Bogen

Die August Thyssen-Hütte AG, so der 1953 wieder gewählte Unternehmensname in Erinnerung an den Firmengründer, führt im April 1967 ein neues Firmenzeichen ein, das sich an den seit den 1920er-Jahren üblichen Bildzeichen orientiert, die in der Regel auf Kreis, Vieleck und Buchstabenkombinationen beruhen. Ein aus dem Anfangsbuchstaben des Namen Thyssen entwickeltes "lichtes T" erlaubt eine Kombination mit den Traditionszeichen der inzwischen erworbenen Unternehmen und entspricht damit dem Wunsch, die Konzernzugehörigkeit zu einem Zeitpunkt auch nach außen zu dokumentieren, zu dem die meisten Tochtergesellschaften das Wort Thyssen noch nicht in ihrem Firmennamen führen. Das Zeichen ist somit ein erster Schritt zur Verdeutlichung der Zugehörigkeit des einzelnen Unternehmens zur Thyssen-Gruppe.

Der Logo-Wechsel bei der Werkzeitschrift der August Thyssen-Hütte AG im Jahr 1976.
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Als die August Thyssen-Hütte AG 1973 die Kapitalmehrheit an der Rheinstahl AG übernimmt, scheint es selbstverständlich zu sein, dass das neue Unternehmen auch das Thyssen-Rahmenzeichen verwenden würde. In gut zweijährigen Gesprächen wird der Vorstand der August Thyssen-Hütte AG jedoch von der Modernität und dem Symbolgehalt des Rheinstahl-Bogens überzeugt und beschließt am 12. Januar 1976, "den Thyssen-Bogen als einheitliches Firmenzeichen für alle in- und ausländischen Unternehmen der Thyssen-Gruppe einzuführen. Er soll sozusagen den 'Bogen über allen Thyssen-Aktivitäten' symbolisieren." Im März 1976 erscheint das neue Zeichen zum ersten Mal auf der Titelseite der Werkzeitschrift "Unsere ATH".

Während der gelbe Schriftzug "Rheinstahl" durch den blauen Schriftzug "Thyssen" ersetzt wird, bleibt der Bogen als verbindendes Element für einen veränderten, größeren Konzern erhalten. So werden 1976 zwei Firmenidentitäten in einer gemeinsamen Marke vereint. Die 1871 gegründeten Rheinischen Stahlwerke haben bis zur Einführung des Rheinstahl-Bogens im Jahre 1958 kein eigenes Firmenzeichen.

Der 1955 erbaute Rheinstahl-Pavillon auf der Hannover-Messe war das Vorbild für das neue Rheinstahl Firmenzeichen, wie diese Fotografie deutlich zeigt.
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Anfang der 1950er-Jahre entsteht im Zusammenhang mit der Drucklegung des Geschäftsberichts für die Jahre 1948 bis 1953 der Wunsch nach einem eigenen Firmenzeichen. Rheinstahl entscheidet sich für den Entwurf des Hamburger Werbegrafikers Schierning, der zur Grundlage für seine Entwürfe die eigenwillige Form des Rheinstahl-Pavillons auf der Deutschen Industrie-Messe Hannover macht. In mühevoller Detailarbeit wird dann auf dieser Basis das kombinierte Wort-Bild-Zeichen entwickelt, dessen Bogenkurven nicht durch eine einfache mathematische Formel zu bestimmen sind. Als Farben des Zeichens werden die Stadtfarben Essens Blau und Gelb gewählt. Der gelbe Schriftzug Rheinstahl auf blauem Bogen ist eine Reverenz an den Unternehmenssitz.

Die Drei Ringe

Seit 1875 kennzeichnen drei Ringe weltweit die Erzeugnisse der Firma Krupp und erinnern zugleich an Alfred Krupps Erfindung des nahtlos geschmiedeten und gewalzten Eisenbahnradreifens, die 1853 in Preußen patentiert wird.

Drei übereinandergelegte nahtlose Eisenbahnradreifen läßt Alfred Krupp 1875 als Markenzeichen des Unternehmens eintragen.
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Vor 1875 versieht Alfred Krupp seine Stahlerzeugnisse zunächst mit so genannten Stahlmarken zur Qualitätsunterscheidung und Prägestempeln wie "Krupp zu Essen" (1839), "Fr. Krupp bei Essen" (1840) oder "Fr. Krupp bei Essen in Preußen" (1841). In den späteren Jahren heißt dann die Aufschrift nur noch "Fr. Krupp" oder einfach "Krupp". Erst der Erlass des Reichsgesetzes über Markenschutz vom 30. November 1874 gibt Alfred Krupp den Anstoß für die Entwicklung eines eigenen Firmenzeichens. Aus den daraufhin angefertigten Entwürfen wählt er das Dreiringzeichen aus. Es zeigt drei in pyramidaler Anordnung aufeinander gelegte (nicht miteinander verschlungene !) Doppelringe, die als Radreifen von Eisenbahnrädern gedeutet werden

Außenwerbeanlage mit dem Dreiringzeichen Krupp


Diese Drei Ringe werden am 9. Dezember 1875 beim Königlichen Kreisgericht Essen als Fabrikzeichen der Firma Fried. Krupp, "für Stahl und Eisen sowie Stahl- und Eisenwaren" erstmals eingetragen. Außer in Deutschland ist das Dreiringzeichen vor dem 1. Weltkrieg noch in 56 ausländischen Staaten geschützt. 1994 endet sein Schutz in der ursprünglichen offenen Form. Bis zur Fusion mit der Thyssen AG wird die modernere Version mit den schwarz ausgefüllten Ringen verwendet, die bereits am 9. Oktober 1934 zusätzlich als Warenzeichennummer angemeldet worden war.