Friedrich Alfred Krupp (17. Februar 1854 - 22. November 1902), Margarethe Krupp (15. März 1854 - 24. Februar 1931)

Friedrich Alfred Krupp, Gemälde von Ludwig Noster, 1896
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Friedrich Alfred Krupp, der einzige Sohn von Alfred (1812 - 1887) und Bertha (1831 - 1888) Krupp, wird - von Jugend an kränklich - zunächst von Hauslehrern unterrichtet und besucht dann zwei Jahre lang das Burggymnasium in Essen. Persönlich interessiert sich Friedrich Alfred Krupp sehr für Metallurgie und hätte gern eine Technische Hochschule besucht. Dem Wunsch seines Vaters folgend tritt er aber 1875, im Alter von 21 Jahren, in das Unternehmen ein. Er erhält kein eigenes Aufgabengebiet, vielmehr wird er in der Folgezeit mehr und mehr zum Mittelsmann zwischen seinem zurückgezogen in der Villa Hügel lebenden Vater und den leitenden Mitarbeitern im Unternehmen. Dadurch erwirbt er Einblick in das gesamte Unternehmen und taktisches Geschick bei Verhandlungen. 1882 erhält er Prokura und im gleichen Jahr erlaubt ihm der Vater, wenigstens für einige Monate die Technische Hochschule in Braunschweig zu besuchen. Auf sein Betreiben entsteht 1883 im Unternehmen ein zweites chemisches Laboratorium mit wissenschaftlicher Zielsetzung, dessen Leitung er einem Braunschweiger Dozenten überträgt.

Margarethe Krupp, Gemälde von Hubert von Herkomer, 1913
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Friedrich Alfred Krupp heiratet im Jahr 1882 Margarethe von Ende, Tochter des preußischen Oberpräsidenten August Freiherrn von Ende. Sie war von zehn Geschwistern das vierte Kind und die älteste Tochter. Früh mit hausfraulichen Aufgaben betraut, besucht sie nur für zwei Jahre eine höhere Töchterschule. Gegen den Wunsch ihrer Mutter setzt sie den Besuch eines Lehrerinnenseminars durch und ist zunächst in England und anschließend am Hof von Sachsen-Anhalt in Dessau als Erzieherin tätig. Friedrich Alfred Krupp lernt sie bereits 1872 kennen, als sie ihren Vater bei einem Besuch nach Essen begleitet. Dessen Vater, Alfred Krupp, lehnt zunächst die Eheschließung seines Sohnes mit einer Adligen ab, stimmt aber schließlich doch zu. Die beiden Töchter Bertha und Barbara werden 1886 und 1887 geboren.

Nach dem Tod seines Vaters 1887 setzt Friedrich Alfred Krupp den Ausbau des Unternehmens zu einem horizontal und vertikal gegliederten Konzern fort. Dies geschieht durch die Angliederung des Grusonwerks in Magdeburg 1892/94 sowie die Übernahme der Schiff- und Maschinenbau AG Germania in Kiel 1896/1902. Mit dem integrierten Hüttenwerk in Rheinhausen kann 1897 die Roheisen- und Stahlbasis des Konzerns erweitert werden. Die Produktpalette erweitert Friedrich Alfred Krupp durch die Aufnahme der Herstellung von Panzerplatten, von Schiffen und U-Booten sowie von Dieselmotoren. Von 1887 bis 1902 steigt die Zahl der Beschäftigten von 20.200 auf 43.000.

Friedrich Alfred Krupps besonderes Augenmerk gilt der Stahlerzeugung. Er führt die wissenschaftlich orientierte Stahlforschung bei Krupp ein und schafft damit eine Voraussetzung vor allem für die erfolgreiche Fortentwicklung der Edelstahlproduktion. Im gesamten Konzern, auch in den neu erworbenen Werken, baut er die betrieblichen Sozialeinrichtungen großzügig aus.

Wie sein Vater lehnt Friedrich Alfred Krupp die Erhebung in den Adelsstand ab. In seinem politischen Engagement, seiner zeitweiligen Mitgliedschaft im Reichstag und seinem Einsatz für die kaiserliche Flottenpolitik, vor allem im Flottenverein, agiert er nicht sehr erfolgreich. Wissenschaftliche Anerkennung genießen dagegen die Ergebnisse der von ihm in Zusammenarbeit mit der Zoologischen Station Neapel durchgeführten Erforschung der Flora und Fauna der Tiefsee.

Nach Friedrich Alfred Krupps frühem und unerwarteten Tod wird das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, bei der die Aktien weitestgehend im Besitz der älteren Tochter und Erbin Bertha Krupp bleiben. Die Unternehmensleitung liegt jetzt bei Vorstand und Aufsichtsrat. Da Bertha Krupp noch minderjährig ist, nimmt ihre Mutter, Margarethe Krupp, deren Rechte als Inhaberin bis zur Großjährigkeit bzw. zur Hochzeit wahr und steht damit de facto an der Spitze des Unternehmens. Sie tut dies mit Erfolg und Sachverstand. Besonders engagiert sie sich darüber hinaus in Planung und Bau der Siedlung Margarethenhöhe, der sie sich - wie auch den übrigen Sozialeinrichtungen - Zeit ihres Lebens besonders verpflichtet fühlt.

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