ThyssenKrupp Konzernarchiv - Archivgeschichte

Im Vorfeld des 1965 gefeierten 75-jährigen Unternehmensjubiläums und der dazu geplanten Festschrift ("Die Feuer verlöschen nie") erweitert die August Thyssen-Hütte AG ihre Volkswirtschaftliche Abteilung um ein wissenschaftlich geführtes "Werksarchiv", so die damalige Abteilungsbezeichnung. Ab 1. Januar 1961 baut Frau Dr. Gertrud Milkereit zusammen mit ihren Mitarbeitern das Archiv auf, in dem sie die auf Dachböden und in Kellern noch erhaltenen Überlieferungen sichert. Trotz zweier Kriege, Ruhrbesetzung und Demontage kann sie zahlreiche Unterlagen aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg übernehmen. Entsprechend ihrer bibliothekarischen Herkunft führt sie die Erschließung der Akten durch Schlagwortkatalog sowie Personen- und Ortsregister ein. Sie publiziert zahlreiche historische und archivwissenschaftliche Beiträge in Fachzeitschriften, aber auch in der Werkszeitung über die Unternehmens- und Wirtschaftsgeschichte.

Mit den Beständen Vereinigte Stahlwerke AG und Bergbau- und Industriewerte GmbH übernimmt Frau Dr. Milkereit auch die ersten nicht ausschließlich die Thyssenhütte betreffenden Akten. Ihr Amtsnachfolger Dr. Carl-Friedrich Baumann (1927 - 1996) leitet das Archiv von 1979 - 1992. Er legt den maßgeblichen Grundstock zur Erweiterung des Werks- zum Konzernarchiv der damaligen Thyssen-Gruppe, u. a. durch die von ihm veranlassten Übernahmen der Werksarchive der Friedrich Wilhelms-Hütte und der Rheinischen Stahlwerke sowie der Nachlässe von Heinrich Dinkelbach, Walter Rohland und Wilhelm Steinberg. Seine umfassende Kenntnis zur rheinisch-westfälischen Eisen- und Stahlgeschichte fließt in zahlreiche eigene Beiträge sowie in Publikationen verschiedener Autoren ein.

Seit 1992 leitet Prof. Dr. Manfred Rasch das Archiv, das er weiter zum Konzernarchiv ausbaut, u. a. durch Archivalienübernahmen von Nicht-Montanunternehmern (Henschel, Carl Still, Dr. C. Otto - Comp.). Neben der Akquisition umfangreicher Neubestände sind seine bisherigen Arbeitsschwerpunkte die Einführung der EDV-gestützten Archivierung, Bauplanung und Umzug in größere Büro- und Magazinräume sowie die Publikation der durch EDV erschlossenen Bestände (siehe Findbücher im Literaturverzeichnis) und die Digitalisierung von Glasplattennegativen. Die von seinem Amtsvorgänger begonnene Filmverzeichnung wird erfolgreich fortgesetzt. Ausgewählte Industriefilme werden in Kooperation mit anderen Archiven der Region und in Zusammenarbeit mit dem Kommunalverband Ruhrgebiet einer interessierten Öffentlichkeit im zweijährigen Rhythmus präsentiert.

Seit dem 17. März 1999 nimmt das Archiv der ehemaligen Thyssen AG die Funktion eines Konzernarchivs für die ThyssenKrupp AG wahr und firmiert als Archiv der ThyssenKrupp AG, kurz ThyssenKrupp Konzernarchiv.

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