Dr.-Ing. Ekkehard D. Schulz

Strategie

Mit guter strategischer Perspektive und unternehmerischer Dynamik stellt sich ThyssenKrupp den Herausforderungen der Märkte und Kunden. Die Neuorganisation macht uns flexibler; unser wertorientiertes Management, die Erfolge der Kostensenkungsmaßnahmen und unser Wertsteigerungsprogramm verleihen uns zusätzliche Schlagkraft.

Leistungsprogramm und strategische Perspektiven

Als integrierter Werkstoff- und Technologiekonzern bietet ThyssenKrupp weltweit intelligente und innovative Produktlösungen für nachhaltigen Fortschritt. Acht Business Areas fassen seit Beginn des neuen Geschäftsjahres die Aktivitäten und das Know-how des Konzerns in den Divisions Materials und Technologies zusammen; sie haben die bisherigen Segmente abgelöst.

Strategische Stärken der Business Areas

Die Division Materials konzentriert das weltweite Werkstoffangebot des Konzerns:

  • In der Business Area Steel Europe werden wir die Aktivitäten für hochwertige Qualitätsflachprodukte weiterentwickeln, die von intelligenten Werkstofflösungen bis zum fertigen Bauteil reichen. Zum Produktprogramm gehören beispielsweise maßgeschneiderte, kundenspezifische Produkte, die aus Stahlblechen mit unterschiedlicher Dicke, Qualität und Oberflächeneigenschaft hergestellt werden. Die permanente Weiterentwicklung neuer Stahlgüten und Produkte durch gemeinsame FuE-Aktivitäten sichert eine starke Position in diesem Premium-Markt.
  • Die Business Area Steel Americas erschließt den amerikanischen Markt für hochwertige Stahlprodukte. Sie umfasst die im Bau befindlichen Stahl- und Weiterverarbeitungswerke in Brasilien und den USA.
  • Als weltweit führender Edelstahlproduzent sieht die Business Area Stainless Global ihre Perspektiven bei Edelstahl-Rostfrei-Flachprodukten sowie Hochleistungswerkstoffen wie Nickellegierungen und Titan. Teil der Business Area ist auch das neue Edelstahlwerk in Alabama, das in enger Kooperation mit Steel Americas errichtet wird. Dem ausgedehnten Netzwerk von Produktions- und Vertriebsgesellschaften sowie Service-Centern verdankt Stainless Global die Kundennähe rund um den Globus.
  • Werkstoffdienstleistungen, vor allem in Europa und der Nafta-Region, bilden das Wachstumsgeschäft der Business Area Materials Services. Im integrierten Supply-Chain-Management sehen wir gute Chancen: Stahl- und Edelstahlprodukte, aber auch Titan und Aluminium sowie Kunststoffe werden termingerecht und für die Weiterverarbeitung vorbereitet an die Kunden ausgeliefert.

In der Division Technologies ist die Technologiekompetenz von ThyssenKrupp gebündelt:

  • Mit Aufzügen, Fahrtreppen und -steigen, Fluggastbrücken und Treppenliften sorgt die Business Area Elevator Technology weltweit für Mobilität. Hohe Qualität, Technologiekompetenz und Dienstleistungen wie Wartung und Modernisierung sichern die erreichte Marktstellung und neues Wachstum.
  • Die Business Area Plant Technology ist ein international führender Anbieter im Spezial- und Großanlagenbau. Das Produktportfolio reicht von Chemie- und Raffinerieanlagen über Anlagen für die Zementindustrie bis hin zu innovativen Lösungen zum Abbau und zur Gewinnung von Rohstoffen und Mineralien. Die Anlagen und Verfahren der Business Area eröffnen neue Möglichkeiten für Umweltschutz und Nachhaltigkeit.
  • Als Spezialist für leistungsfähige und innovative Komponenten für die Automobilindustrie, den Bausektor und den Maschinenbau verfügt die Business Area Components Technology über eine breite und erfolgreiche Produktpalette.
  • Die Business Area Marine Systems überzeugt mit Know-how, hervorragenden Produkten und hoher Innovationskraft im Schiffbau – ob U-Boote mit Brennstoffzellentechnik oder anspruchsvolle Forschungsfahrzeuge.

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Flexible Fortführung der Großprojekte

An der Umsetzung unserer strategischen Investitionen für Produktion bzw. Verarbeitung von Qualitätsflachstahl und Edelstahl in Brasilien und den USA halten wir unverändert fest. Doch wir reagieren flexibel auf die veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Die neuen Werke für Qualitätsflachstahl gehören zur Business Area Steel Americas, die Edelstahlproduktion in den USA zählt zu Stainless Global.

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Brasilien: Vale erhöht Anteil

Den Hochlauf für das Hüttenwerk in Brasilien, das jährlich 5 Mio t Brammen aus Qualitätsstahl produzieren wird, haben wir den zurückgegangenen Nachfrageerwartungen angepasst. Die erste Produktionslinie mit einem Hochofen und einem Stahlwerkskonverter wird Mitte 2010 angefahren; bei der zweiten Linie mit dem zweiten Hochofen und dem zweiten Konverter ist der Hochlauf aus heutiger Sicht für 2011 vorgesehen. Nach wie vor bleibt unsere Planung flexibel, um auf mögliche Marktänderungen zügig reagieren zu können.

Der brasilianische Eisenerzproduzent Vale S.A. hat seinen Anteil an der ThyssenKrupp CSA Siderúrgica do Atlântico Ltda., unserer brasilianischen Tochtergesellschaft für das Hüttenwerk, von rund 10 % auf insgesamt knapp 27 % gesteigert; der Kaufpreis beträgt 965 Mio €. Dieser Schritt bestätigt den Wert unserer Investition und unser industrielles Konzept. Zugleich ist die Basis für eine langfristige strategische Partnerschaft zwischen Vale und ThyssenKrupp weiter gestärkt.

Die Bauarbeiten in Santa Cruz im brasilianischen Bundesstaat Rio de Janeiro sind in vollem Gange. Ende des Geschäftsjahres waren rund 21.000 Menschen auf der Baustelle tätig. Hafen, Rohstofflager und Sinteranlage sind weitgehend fertig. Kraftwerk und Hochöfen werden Anfang 2010 technisch fertiggestellt sein. Dies gilt auch für die Nebenanlagen, die beispielsweise Strom verteilen oder Wasser aufbereiten, sowie für sonstige Infrastruktureinrichtungen. Bei den Stahlbauarbeiten einiger Gewerke muss auf Grund mangelnder Qualität der Zulieferer nachgearbeitet werden. Hiervon sind insbesondere die Kokerei und das Stahlwerk betroffen.

Ende September 2009 arbeiteten rund 1.400 Mitarbeiter bei CSA in Brasilien. Die weitere Rekrutierung von Personal haben wir verlangsamt und an den verschobenen Inbetriebnahmetermin angepasst.

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Markteintritt in den USA wird gestreckt

Auch der Bau des neuen gemeinsamen Stahl- und Weiterverarbeitungswerks der Business Areas Steel Americas und Stainless Global nahe Mobile in Alabama/USA passt sich der geringeren Stahlnachfrage an. Wir führen den Bau der Produktionslinien von Qualitätsstahl planmäßig fort. Steel Americas wird im Werk Mobile über Warm- und Kaltwalz- sowie Veredelungsanlagen verfügen und Brammen aus der brasilianischen Produktion zu hochqualitativen Flachprodukten weiterverarbeiten. Die Warmwalzkapazität beträgt insgesamt über 5 Mio t jährlich.

Das Projekt liegt weitgehend im Plan, so dass wir mit der Produktion im 2. Quartal 2010 starten können. Bis zur Inbetriebnahme des brasilianischen Werkes werden die zu verarbeitenden Brammen aus Deutschland kommen. Wegen der reduzierten Stahlnachfrage auf dem Weltmarkt planen wir einen gestreckten Markteintritt, der den Hochlauf der Produktion über einen längeren Zeitraum vorsieht und sich flexibel auf die Nachfragesituation einstellen lässt. Ende des Berichtsjahres waren auf der Baustelle rund 4.500 Arbeiter beschäftigt.

Parallel zu den Bauarbeiten bereiten wir den Markteintritt und die Vertriebsplanung für die Hochlaufphase entsprechend den Kundenwünschen im Nafta-Raum vor. Dazu setzen unsere Vertriebsfachleute ihre Besuche bei Schlüsselkunden in den Zielgruppen Automobil- und Elektroindustrie sowie Stahl-Service-Center und Rohrindustrie intensiv fort. Angesichts unseres attraktiven Produktmixes sowie technologischer und logistischer Vorteile gegenüber unseren Wettbewerbern gehen wir trotz der veränderten Situation im Weltstahlmarkt von einem erfolgreichen Markteintritt in die Nafta-Region aus.

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Flexible Inbetriebnahme auch für Edelstahl

Ebenso wie bei Qualitätsstahl wollen wir auch das US-Werk für Edelstahl flexibel in Betrieb nehmen. Der Start soll ab Oktober 2010 zunächst nur mit einer reduzierten Kaltbandkapazität von rund 100.000 t pro Jahr erfolgen. Die Inbetriebnahme der übrigen Aggregate für Edelstahl-Produkte wird zeitlich gestreckt, wobei ein flexibles Hochfahren jederzeit möglich ist. Das gilt auch für die Inbetriebnahme des Stahlwerks, die für Anfang 2012 vorgesehen war und sich nun um bis zu 24 Monate verschieben kann. Dennoch wollen wir den Umfang des Gesamtprojekts beibehalten, da der Nafta-Markt nach einer wirtschaftlichen Erholung in den USA aussichtsreiche Wachstumschancen bietet.

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Alleingangskonzept für Stainless

Die Business Area Stainless Global wird sich im Rahmen eines Alleingangskonzepts strategisch weiterentwickeln. Im Bereich nichtrostender Edelstahl wollen wir die Marktstellung auf dem europäischen Kernmarkt festigen und ausbauen. Die Position als global aufgestellter Rostfrei-Produzent soll durch den schrittweisen Aufbau des Werkes in den USA und das weitere Erschließen des Nafta-Marktes gestärkt werden. Im Bereich Nickellegierungen und Titan werden wir das Kompetenzfeld Hochleistungswerkstoffe ausbauen und eine noch kundenorientiertere Vertriebsstruktur aufbauen.

Um diese Ziele zu erreichen, arbeitet Stainless Global intensiv an Programmen und Maßnahmen, um sowohl Produktionsprozesse und Arbeitsabläufe als auch Investitionen weiter zu flexibilisieren. Dadurch kann die Business Area kurzfristig auf Nachfrageänderungen reagieren und die Auslastung entsprechend angleichen. Auch die Kostenstruktur soll flexibler gestaltet werden, um leichtere Anpassungen an unterschiedliche Marktsituationen zu ermöglichen und die Business Area wettbewerbsfähiger zu machen.

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Neuer Kurs im Schiffbau

Die Business Area Marine Systems wird die Vertriebsaktivitäten im Neubau von Unter- und Überwasserschiffen künftig zusammenführen, um sich noch stärker auf Kundenwünsche und sich ändernde Marktverhältnisse einstellen zu können. Wir wollen damit auch die Abläufe effizienter gestalten. Um den Überkapazitäten zu begegnen, die durch die zurückgegangene Nachfrage als Folge der Finanzkrise entstanden sind, gehen Marine Systems und der Windkraftanlagen-Hersteller SIAG Schaaf Industrie am traditionsreichen Werftstandort Emden gemeinsam innovative Wege. Im Mittelpunkt steht die Fertigung von Komponenten für Off-Shore-Windkraftanlagen als Beitrag zum Strukturwandel in der Region.

Marine Systems hat im Oktober 2009 ein Memorandum-of-Understanding mit der Abu Dhabi MAR Group über eine strategische Partnerschaft abgeschlossen. Die beabsichtigte Kooperation soll die Vermarktungsperspektiven im Überwasser-Marineschiffbau von Blohm + Voss – das sind Fregatten und Korvetten – wesentlich verbessern und zugleich die schiffbauliche Beschäftigung in Deutschland sichern.

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Bessere Kostenbasis erhöht Wettbewerbsfähigkeit

Auf allen Konzernebenen arbeiten wir daran, unsere Programme zur Kostensenkung und Restrukturierung effizient umzusetzen. Gemeinsam mit den Einsparungen aus der organisatorischen Neuordnung, den Erfolgen von ThyssenKrupp PLuS und dem Ergebnis der Restrukturierungen werden wir unsere Kostenbasis ab 2010/2011 nachhaltig um 1,5 Mrd € bis 2 Mrd € verbessern. Dies wird die Position unseres Konzerns im weltweiten Wettbewerb stärken.

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Quelle: Geschäftsbericht 2008/2009, S. 82-85

Equity Story

Die Equity Story bietet Ihnen einen detaillierten Überblick über den Konzern (Stand: Januar 2010).

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