Schachtofen

Recyclingwunder: Ein neuer Schachtofen wandelt Reststoffe in hochwertiges Roheisen um.

Ressourcen schonen und Abfall vermeiden. Beides ist der ThyssenKrupp Steel AG mit ihrem neuen Schachtofen, dem "OxiCup Shaft Furnace", gelungen. Ein Pioniertrupp von 35 Mitarbeitern arbeitet seit 1999 an der Neuentwicklung einer der modernsten Recyclinganlagen der Welt. Im Ofen wird aus eisenhaltigen Stäuben, Schrotten und Schlacken hochwertiges Roheisen gewonnen, das direkt in die eigenen Arbeitskreisläufe zurückgeführt wird. Die Recyclingquote liegt damit bei 99 Prozent, und das Unternehmen muss weniger Erze aus Übersee einkaufen. Rohstoff für den Ofen sind große schwarze, sechseckige Steine. Hergestellt sind sie aus den sogenannten Gicht- und Stahlwerkstäuben. Diese bleiben zurück, wenn die Luft bei der Roheisen- und Stahlherstellung gefiltert wird. Doch Staub allein lässt sich in dem Ofen nicht verarbeiten. Deswegen hat das Team ein Verfahren entwickelt, mit dem sich aus den Stäuben Agglomeratsteine herstellen lassen. Bis klar war, welche Größe und Festigkeit die Steine haben müssen und wie viel Sauerstoff im Ofen zugeführt werden muss, gab es einige Versuchsschleifen. Doch der Aufwand hat sich gelohnt; die Investition von rund 25 Millionen Euro ist gut angelegt. Das im "OxiCup" entstehende Gas wird dem eigenen Kraftwerk zugeführt, die entstehende Schlacke im Strassenbau verwendet. Und weil rund fünf Prozent der Tagesproduktion an Roheisen jetzt aus dem neuen Schachtofen kommt, muss weniger auf der "klassischen" Hochofenroute erzeugt werden. Das senkt die CO2-Emissionen um bis zu 200.000 Tonnen jährlich.

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