ThyssenKrupp Hilfsprojekte für Tsunami-Opfer

Hilfe für die Unberührbaren und das Volk der Irula

In den Distrikten Kanchipuram und Cuddalore leben viele Fischerfamilien, die zur Kaste der Unberührbaren gehören. Sie haben durch den Tsunami alles verloren, erhalten aber von offiziellen Stellen keine Unterstützung. Auch Hilfslieferungen internationaler Organisationen, die für diese Menschen bestimmt waren, sind oftmals in dubiosen Kanälen versickert. Ebenso verhält es sich mit dem Volk der Irula, die in dieser Region leben und zu den letzten indigenen Stämmen Indiens gehören. Auch sie sind von Hilfsmaßnahmen bisher weitestgehend ausgeschlossen worden.

Spendenplakat

Foto: ThyssenKrupp AG


In den letzten Jahren hat sich in dieser Bevölkerungsgruppe jedoch – wie vielerorts in Indien – eine Art Selbsthilfeorganisation entwickelt, die sich dafür einsetzt, die eigene Lage zu verbessern und dabei ganz erstaunliche Erfolge erzielt.

Diese Organisation – Irula Tribal Women’s Welfare Society (kurz: ITWWS) - wird durch ein gemeinsames Projekt von ThyssenKrupp und der Kindernothilfe unterstützt. Bei diesem Projekt geht es insbesondere um die medizinische Versorgung der Menschen, um den Bau von Unterkünften sowie die Anschaffung von Fischerbooten und Netzen. Weitere Einkommen schaffende Maßnahmen, wie der Aufbau einer Heilpflanzenzucht, der der Dorfgemeinschaft ein bescheidenes Einkommen sichert, werden ebenfalls unterstützt. Zudem richtet sich eine Vielzahl von Maßnahmen an die Kinder der betroffenen Familien.

Spendenplakat

Foto: ThyssenKrupp AG


Projektentwicklung

Seit dem Start des Projektes wurden insbesondere folgende Maßnahmen umgesetzt

  • 250 Familien wurden mit Fischernetzen und –booten ausgestattet.
  • Beginn des Baus von 400 neuen Häusern (Cash for Work)
  • 2.000 Kinder wurden mit Schulmaterialien ausgestattet.
  • Eine grundlegende Trinkwasserversorgung wurde eingerichtet.
  • 45.000 Setzlinge (Palmen, Mangos, Heilpflanzen) wurde gepflanzt.
  • Fahrräder für den Transport des Fischfangs zu den lokalen Märkten wurden angeschafft.
Spendenplakat

Foto: ThyssenKrupp AG


Cash for Work – Wesentlicher Bestandteil der ThyssenKrupp Hilfsprojekte

Sowohl in dem hier beschriebenen Projekt für die Unberührbaren und die Irula als auch in dem Projekt, das aus Mitteln der Belegschaftsspende ("Eine Stunde für Asien") finanziert wird, findet das so genannte Cash for Work-Prinzip Anwendung. "Cash" heißt übersetzt "bar" und "Work" bedeutet "Arbeit": Die Menschen erbringen in den beiden genannten Projekten gewisse Arbeiten und erhalten dafür einen Tageslohn, der ihnen und ihren Familien ein bescheidenes Auskommen Überleben sichert.

Bei diesen Arbeiten handelt es sich ausschließlich um Arbeiten, die den Menschen selbst zu Gute kommen. Es werden beispielsweise neue Häuser gebaut für jene Familien, deren Häuser durch den Tsunami zerstört wurden. Im Belegschaftsspendenprojekt legen die Menschen Süßwasserteiche zur Bewässerung ihrer Felder an. Es werden zerstörte Dorfstraßen wieder aufgebaut, Wasserkanäle gereinigt, Mangroven angepflanzt, die bei evtl. weiteren Überflutungen das Vordringen des Wassers bremsen.

Damit möglichst viele Menschen von einem solchen Projekt profitieren wird in zwei Schichten zu je fünf Stunden gearbeitet. Männer erhalten einen Lohn zwischen 80 und 100 Rupies (entspricht 2 €), Frauen erhalten zwischen 45 und 60 Rupies.

Die Menschen nehmen auf diese Weise ihr Schicksal im wahrsten Sinne des Wortes wieder selbst in die Hand. Dem Entstehen einer reinen "Nehmermentalität" wird vorgebeugt. Zudem erleben die Menschen, dass sie sich auf ihre eigene Kraft stützen können, um die Folgen der Katastrophe zu verarbeiten.

Weitere Informationen

Kindernothilfe e.V.